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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-14 · Heft 2238 (14.5.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2238 (14.5.1925)
Date
1925-05-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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&tk4 .. l'MWl lM* DK«, Don«eMa§ Arteitilose. Wo» sefchkht «kr d«u «»SOstsmrdenk Der Ausschuß für soziale ©ertocAlsmg Aftern nachmittags eine Ätzung, m welcher der Antrag der Abgeordneten Huetzer und Genossen betreffend Weiterznhluny der NotstandsUnterstützung an die nach der letzten No« vells zum AriboiMosenversicherungSgesetz <mS -er Arbeit slosen nnteustützurrg Ausfchoidenden in Bevatung gezogen wurde. -Mrniister für soziale DerLvaltung lDr. Resch erklärt«, di« Regierung steche aus den: Standpunkte, daß die Arbettslois«nversicherung zeitlich begrenzt sein müsst, wenn sie nicht illusorisch iverden soll. Es müsse berücksichtigt werden, daß die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Bochahre sehr gestie« gen ist; von 84.000 im Mai 1924 auf 148.000 inr Mai dieses Jahres. Nun hatten wir allerdings aus dem Jahve IVA einen Ucberschuß von zirka 54 Milliarden. Dieser Überschuß ist jedoch in den ersten vier Monaten dieses Jahres aufgezehrt worden, ja es ergibt sich sogar für diesen Zeitabschnitt gegenüber der Beitragsfurmne, die Van Unternchmem und Arbeitern geleistet werden sollte, nun ein Abgang von 75 Milliarden. Es wird also notwendig sein» di« Beiträge zu erhöhen, und ztvar bei Zugrundelegung einer Zahl von durchschnittlich 130.000 Arbeitslosen im Lause des Jahves 1925 eine Erhöhung der Beiträge aus 119 Prozent der K r a n k e tl v e r s i ch e r »l u g 8 b e i t r ä g e. Angesichts dieser Situation erscheint cs v ö l li g au sgas chlos se n, daß der Bund die aus dem vorliegenden Anträge sich ergebende Mehrbelastung noch auf sich ninunt. Ter Minister habe Verständnis dafür, daß es sich hier um eine Notstandssache handelt. Er werde sich bcnrühon, in den allernächsten Tagen dem Ministerrate einen Plan vorzu-logen, mit den Parteien darüber diesbezüglich in Fühlung treten und ihnen Vorschläge zu machen, auf welche Weise man, ohne den Bund heranzuziehen, den Ausgesteuerten in diesen Gebieten Beihilfen gechrn könne. Ävbgeordncter Dr. Elle u bogen meinte, der gegenwärtige Zeitpunkt sei wohl der allerungvignebstc, um die Not« standsuntevstützung abzubauen. Alle Berechmtngen helfen uns nicht über die Frage hinweg, was mit den durch diese Krise <nif längere Zeit zur Arbeitslosigkeit verurteilten Menschen geschchen soll. Angesichts dieser in naher Zeit wohl tum zu überwindenden Schwierigkeiten muß ein Weg gefunden werden, um die Arbeitslosen vor der äußersten Not zu bewahren. Abgeordneter S ch m i tz regt an, mit Rücksicht auf die Erklärung des Ministers, die Vorschläge der Regierung, die für . die nächsten Tage in Aussicht gestellt wurden, .abzuwarten und dann ungesäumt dazu Stellung zu nehmen. Der Ausschuß beschloß hierauf, sich auf morgen zu der-» tagen, um dem Minister Gelegenheit zu geben, die von chm angokündigten Vorschläge über die Art und Höh» der Beihilfen den Parteien mitzutrilen. Amtlich wird hierzu mitgeteibt: In der Frage der nach der 14. Novelle zum ArbeitslofenveBchevungsgss-etz mit 1. Juni von der ArbeitHwsennnterstühurig Ausgesteuerten finden m den nächsten Tagen weitere Parteienb eratungen statt. Minister für soziale Verwaltung Dr. Reisch wird di« Frage in den nächsten Minifterrat bringen und dort Vorschläge über die Art und Höhe eventueller Beihilfen erstatten. «ottzftoa — ei« zweiter Rowosad! Die gestrigen Wiener Abendblätter melden übereinstimmend: Wie wir vernehmen, soll soeben in der Strafuntersuchung gegen den Mörder des Schriftstellers Hugo Bettauer, Otto R o t h st o ck, eine entsch eideno «Wendung eingetreten sein, über die, mit Rücksicht auf die preß» gesetzlichen Vorschriften, vorläufig nichts m i t g e t e i l t werden darf. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich die Wiener medizinische Fakultät mit dem p s h ch i a t t U schenFallzu befassen haben wird. Dar „Illustrierte Wiener Extrablatt*, da» gestern rin Dokument über den Fall Rothstock veröffentlicht hat, wurde von der Staatsanwaltschaftbeschlagnahmt. Wle sie lügen. Als zu Beginn dieses Jahres auf dem jüdischen Friedhof in München ein Denkmal für dort ruhend« Gefallene des WÄtkrivges enthüllt wurde, meldete der „Nationalsogialist", daß das Denkmal eine hebräische Inschrift trage, die in der Übersetzung lautet: „Auch sie starben für IndaS Groß e". Als vor kurzem das bekannte Büchlein von Dccktor Felix Theilhaber „Die jüdischen Flieger im Weltkriege^ an eine Anzahl einstiger Heerführer versandt wurde, lief an die Absender folgende Antwort des bayrischen GenerableutnantS a. T. He>inemann ein: „Euer Hochwohlgeboren danke ich vevbiMichst für das gimgst übersandte Buch. Ich iverde davon mit Interesse Kenntnis nehmen und sicherlich bestätigt finden, daß es Juden gegeben hat und noch gibt, die — wie die hebräische Inschrift des jüngst enthüllten Denkmals lauten soll — für Judas Größe gestorben sind, bezw. zu sterben wissen." In Wirklichkeit lautet die betreffelwo Inschrift auf dem Denkmal „Seine Seele sei eingebettet in das ewige Loben". »er «Noholkrieg. Amerika mobilisiert die „Trockene Flotte". New-Aork, 12. Mai. (Tel.-Konpp.) Der „AMhottrieg", den die amerikanischen Zollbehörden seit der Einführung des P r o h i b i t i o n s g e s e tz e s gegen die Spirituosenfchmnggler führen, ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Die Regierung hat vor einiger Zeit die gesamten Marinestreitkräfte zur Bekämpfung der Schmugglerschisfe, die sogenannte „Trockene Flotte", mobilisiert und verstärkt und hat alt die Kvmmairdanten dieser Fahrzeuge hie Weisung erlassen, auf Mkoholschmuggelschiffe, wo immer sie 'aufgchracht werden, sofort da« Feuer zu erüfffuen. Die WHMWWW Wen diese Ankündigung der ZM- Diener Moraenzettunn. mANSTALT GMUNDEN °b—^ kür Nerven«, Migen», Darm*, He«* u. SlotfwechselKrankhciten Oanzlthrig geOtfnet am Int. Telephon Nr. 17 bchörden mit der Drohn n g heanttvortet, Gleiches mit Gleichem zu Vergelten und ,^ie gaidze Angelegenheit mit der Regierung auf hoher See m i t K«a n o n e n u n d M a s ch i n e rrgewehren auszutragen". Danach rechnet man für die nächste Zeit mit regelrechten kriegerischen Zusammenstößen zwischen den schiiver bewaffneten Alkcholschmuggelschiffen und delt ebenfalls mit allen nötigen .Kampfmitteln ausgerüsteten Versolgnngssahrzeugerr der „Trockenen Flotte". Unter dem Eindruck dieser Nachrichten über bevorstehende Kämpfe auf hoher See haben zahlreiche Zollbeamte ihre Stellungen n i e d e r g e l e g t mit der Begründung, daß sie nicht gewillt seien, im Kampfe für das „trockene Amerika" ihre Haut zu Markte zu tragen. Die Zollbchörden haben daraufhin cittc Kampagne eingeleitet, um ledige, abenteuerlustige Männer, womöglich Frontkämpfer. für die „Trockene Flotte" anzuweäben. Wie die Blätter melden, haben die DevwalltungKbehörden im Staate Indiana beschlossen, in Zukunft Leute, die das Mkoholverbot Übertreten, in Blöcke geschlossen nach mittelalterlicher Art an den Pranger zu stellen. Die Preise für Whisky und andere Spirituosen steigen in den Bereinigten Staaten unablässig. Sar Schachturnier kn Baden-Baden. Baden-Baden, 12. Mai. (Wolfs.) Ergebnis der 2V. Runde des internationalen Schachmeistertumiers r R u d i n st e i n gewann die englische Partie gegen Te Kolste im 41. Zug. B o g o l j u p o w gewann die französische Partie gegen Reti nach dem 7b. Zug. T o r r e besiegte Aales nach dem 92. Zug. Remis waren folgende Partien: Mieses gegen Spielmann, Roselli gegen Thomas,. Tartakower gegen Aljeschin, Grünfeld gegen Niemzowttsch, Solle gegen Tarrasch, Marshall gegen Treybal, Rabinowitsch war spielfrei. Spielmann gab die Hängepartie gegen Rabinowitsch aus der 19. Runde für verloren. Der Stand de» Turniers nach der 20. Runde ist folgender: A lj echin 1S.br Rubinstein llr SSmisch 18; Bogoljubow 12; Marshall, Tartakower, Rabinowitsch je 11,5; Grünfeld 11; Niemzowttsch 10,v; Dorre. Treybal je 10; Nett 6,5; Carls, Spielmann je 6; AateS 8; Tarrasch 7,5; Noselli 7; MieseS, Colle, Thomas je 6 und Te Kolste 1,5 Punkte. llebergrisse der Leitung der Wiener Hechalniorgnnisatio«. Das.Zionistische Landescko-mitee teilt uns mit: In jüngster Zeit stnd be-m Zionistischen Äandes-komitee Bcfchwechen Kugekammen, daß die Hechaluzovgamisation, die sich Mt der Ausbildung ihrer Mitglieder für Evez Israel beschäftigt, eine politische Tätigkeit entfaltet. Dom Zionifti-- scheu LandeSlmnitoe Hamen auch einige von der Leitung der österreichischen Hechaluzorgauisation versandten Rundschvsiben zur Kenntnis, in denen unter anderem die Mitglieder mit Berufung auf Beschlüsse der Leitung verpflichtet werden, an einem Demonstrationsnmzwg einer polttischen Partei teilzunehnien und anläßlich dä bevovstehönden Kongresses nur von der Hechaluzorganisation cvuSgegebene SchÄcklim bestimmter WderaÜonen zu Vvvkaiufen. Dieser Vorgang der Leitung der Hechabuzovgantsation stellt einen gröblichen Uebergviff dar, da diese, wie arlväihnt, jN-ur für die Ausbildung ihrer Mitglieder zu sorgen hat und juls neutrale Organisation in ihrem eigensten Interesse sich von .jeidwöder pölitischon Betätigung fernzuhalten hat. Das Zionistische Dandeskomitee hat die Hechalluzvrganisaiion schvMich vor der Fortsetzung ihrer politischen Tätigkeit gewarnt und sich gegen die Leitung der Hechallu-zorganifation, die sich diese Uebergriffe zuschulden kommen Ließ, entsprechende Maßnahmen Vorbehalten. Die dom .Hechaluz angehörendon Mitglieder tvvvdvn auf diesvm Wege aufgefordert, diesbezügliche Weisungen der Leitung des hiesigen Hechaluz aufs entschiedenste albzuilShnen und den SchÄel nur nach ihrer eigenen Überzeugung zu leisten. _ Hochwalser in Steiermark. Durch Tchneeschmelzr. Aus Graz wird berichtet: Das Regenwetter der letzten Tage und die föhnartige Witterung, die im Gebirge die Schneeschmelze beschleunigt hat, verursachten ein rasches Ansteigen der Wasserläuse. Die Mur und die Mürz sowie ihre Nebensvüss« führen Hochwasser, wie es seit Jahren nicht der Fall war, und sind an vielen Stetten aus den Ufern getreten. Beim Bau der neuen Schlachchausbrücke wurden mehrere Piloten aus dein Flußbett gerissen. Aus Deutsch« Landsberg in der Weststeievmarl wird gleichfalls .Hochtvasser gemeldet. Die dortigeu Bäche schwemmten viele Holzvorräte weg und vernichteten einige Wchrawlagen. Die Gemeindeibrücke bei W e i ß k i r ch e n in Obevstoiermark lvurde unterwaschen, so daß die Brücke schließlich einsank. Die Feuerwehr verhinderte im Verein mit den Ortsbewohnern das Eindringen der Wassermassen in die Hänsor. Der durch das Hochwasser angerichtete Schaden ist überall a u tz e rorderlti ich groß. Der Wetterbericht. Gestern ivar das Wetter in ganz Europa besser. In Wien war es sehr heiß. Die Temperatur Überschritt 20 Grad. Die Voraussage meldet: Wechselnd wolkig, nördlich der Zentralaipen vielfach noch stellenweise Regen, etW» wärmer, Winde. 14. Mal MS SK. Wien, 14. am\ Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mtteilungeck sind durch ein varangest-teS E gekennzeichnet. * Das Zionistische LandeSkomltee teilt uns mit, daß mK Rücksicht darauf, daß Herr Dr. Blauer wider Erwarten auS> Palästina noch nicht zurückgekehrt ist, der Mite Vortrag für die Führer der zionistischen Jugenhgrupven verschoben wird.l Die zionistischen Jngendbüüde werden schriftlich verstäMgt/ wann der Vortrag des Herrn Dr. Blauer, respektive des Herrn Dr. Jakob Ehrlich, stattfinden wird. * Jüdisch-akademischer Philosophenverein. Die am 2. d. stattgefundene Generalversammlung zsigte ein lebhafte- Mld von der Arbeit im Wintersemester 1924—1928. Es wurde eine Reihe Kurse und Seminare in enalifcher und fvanzösischer Sprache atbgehalten und zahlreiche Exkuvs'ionen nach verschiedenen Mujseen durchgeführt. Es wurde ein Lesesaal asgründet, der bis seht 20 Zeitschriften in deutscher, englischer und hebräischer Sprache umfaßt. Es gelang uns, eine Reihe von Ermäßigungen für verschichene Theater und Konzerte für die Kollegen zu verschaffen. Anläßlich der Eröffnung der Universität in Jerusalem hat der Jüdi!sch-,aikadsmische Mülchophenverein «ine Büchersammlung für die dortige Bibliotheik veranstaltet und das bisherßre Ergebnis sind 180 wertvolle Bücher und 100 Abdrücke und Dissertationen. Für das neue Semester wurden folgende Herren gewählt: Lustig (Oibnranrü, Schwitz. Speiser, D a tv i d o w i 1 s ch, M e l z e r, Spielmann. Ostermann und Borgen. * Rechtshilfe für Oesterreicher in den Bereinigten Staaten. Anläßlich eines besonderen Falles macht das Bundeskanzleramt, Auswärtige Angelegenheiten, neuerlich aufmerksam, daß Oesterreich in den Bereinigten Staaten von Amerika eine eigene diplomatische Vertretung in Washington und eigene Kokksnlarämter in New-Vork und Chikago besitzt, zu deren Aufgabe unter anderenc auch die Wahrnehmung der Interessen der österreichischen Staatsbürger in Verlassenschafts-, VersicherungS-, Schadenersatzuird ähnlichen, Angelegenheiten gehört. Da die Vermittlung dieser Konsularämter die sichere Gewähr bietet, daß die erwähnten Angelegenheiten unter Vcrmcidnng überflüssiger Kosten oder Verluste in einer der Rechts- und Sachlage entsprechenden Weise behandelt werden, so wird den Beteiligten nahcgelegt, sich nur ihrer Vermittlung zu bedienen. Die Vermittlun-g der Konsularämter wird erreicht, wenn sich die beteiligten Parteien oder deren Rechtsfreunde entweder unmittelbar mit einer vorschriftsmäßig gestempelter! Eingabe (gegerrwärtiae Stempelgebühr für Eingaben pro Bogen 1 SchilliW. für Beilagen je 20 Grofchen) oder im Wege der inländischen Gerichts- oder Verwaltungsbchörden^ durch protokollarische Niederlegung ihres Ansuchens bei tunlichst erschöpfender Darstellung des Sachverhaltes an das Bundeskanzleramt, Auswärtige Angelegenheiten, wenden, durch welches die erwähnten Bortretungsbehörden angewiesen iverden, im Interesse der Einschreiter die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. * Die Oesterreichifchen Bundesbahnen haben für Telearamme an die Generaldirektion der Oe fterveichifchen Bundesbahnen die gekürzte Telegrammadresse „Genbandion Wien" vormerken lassen. * Berleguna einer Filiale des Dorotheums. Das Dorocheum verlegt ferne Zweiganstalt, 14. Bez., Graumanngasse, am 18. d. in da- Haus IL. Bez., Tarrbruckgaffe 3. In dieser neuen Zweiganstalt werden Pretiosen und Gobrauchsgegeustärrde belehnt und Spareinlagen entgeaeugerwmmen. Die GejschäftSstunden sind von 6 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr. Irr der Filiale Graumanngasse, werden die Auslösungen und Umsetzungen bereits verpfändeter Gegenstände noch durchgciführt. * Eröffnung der städtischen Bäder. Das städtische Strandbad G ä n s e h ä rr f e l und die Übrigen Sonr-merbäder der Ge-- meinde werden am Samstag den 16. d. eröffnet. Die Zahl der Käbirren und KleideEtchen wurde bedeutend vermehrt. . * Unveränderte Kanalräumungsgebühvcn. Für don Monat Mai bleüben die Kanalräumungsgeibühren unverändert. Es betragt also die KanalräumunigLgsbühr das Fünfurrd- Manzigfache des für don Monat August 1914 bezahlen Mietzinses. * Anausgeklärtes Verschwinden eines Ingenieurs. In großer Besorgnis ist die Familie des Ingenieurs Franz Plan kl, der seit denr 9. d. aus seiner Wiener Wohnung, 16. Bez.. FrÄbelgasse 45, vevschivunden ist und bisher kein Lebenszeichen gegeben hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Verschwinden irgend eine havnrlose Aufklärung findet. Die Möglichkeit, daß an Ing. Plankl ein Verbrechen auSaeflilhrt worden ist, ist nicht garr>z von der Hand zu weisen. Ing. PlanA sollte in der Gegend von Podersdorf am Neusiedler See tnt Burgenlande eine Feldbahn bauen. Plarikl hat gelegentlich einmal einen Förster kennen gelernt, durch dessen Vermrttlurrg er kürzlich mit eirrem früheren Ziegeleilbcsiher. der B ogn e r heißen und sein Ziegelwerk der Gemeinde Wien verkauft halben soll, in Berlbindun-g trat. Dieser Bogner hatte nun von seinem Ziogelwerk Feldbahnschienen zu verkaufen. Diese ' Schienen hat . nun Plankl aus eigene Rechnung gekauft. Am Sanrstag wollte er sie mit emenr Lastenauto Mcb Podersdorf schaffen lassen. Samstag den 9. d. um viertel 9 llhr früh bat sich Ing. Plankl aus seiner Wohnung entfernt und.ist seither verschollen. Er hatte etwa 500 bis 700 Schilling bei sich. * Tod«Ssturz vom Dache. Gestern nachnrittags ist im Prater in der Gasttvirtschast Kopeeky der 20jähriae.Spenglerge' Hilfe Richard Lei Irrer bei Arbeiten am Dache tu die Tiefe gestürzt. Er erlag seinen Verletzungen. * Jüdische Minister in Frankreich in Vergangenheit und Gegenwart. Wie schon mitgeteilt, gehören dein Kalbinett Painleve zwei Jrtden als Minilster an: Der Junenminister Senator Abraham S ch r a m e ck und der Marirreminifter Hesse. Es ist dies nicht das erste Mal. daß zwei Juden in einem svanMischen Kabinett sitzen. Scharr vor Herrn Abraham Schranreck yaberr Juden das Portefeuille des Innenministers, des wichtigsten RessortS innerhalb des srarrzösischerr Kalbinetts. innvgchäbt: Der im Jahre 1893 vorstovbene David R a y n a l urrd zuletzt Senator L. L. Klo tz. Bon anderen jüdischen Ministern in der französischen Geschichte sind zrr nennen: Nach der Ärrsvusung der Revulblik im Jahre 1848 bekleidete Adolphe Cremieux das Amt deS Jrvstizministers in der provisorischen Regierung. Nach zwei undzwarrzia Jahren, im Septenrber 1870. trat er wieder als Minister Br Larrdesverteidlgung in das Kabinett ein. Ein zweiter Jude, Gouhschaur. wurde «inst in Frankreichs trüber Zeit Finanzminister und machte sich als solcher schr »mr seirc Vaterland verdient. Ju einem späteren Zeitpunkt beneidete der Jude Achille Fo und den Flnanzministevposten; er war der einflußreichste Ratgeber Napoleons des Dritten. Forrnd trat später zrrm protestantischen Glauberr über, einer seiner Nachkonmren. ein KgLholik. gehört jetzt der Doputiertenlammer als Mitglied der Rechten an. Seit 1870 bekleideter, außer Cremieux die folgenden Juden Ministerposten in Fraick« reich: Der Senator des Rhone-Distrikts Mrlhaud, der Senator des Gironde-Distrikts David R a y n a l (im Jab re 1893 Minister des Innern). Senator L. L. Klotz, der einig« Male Finanzminister war, Paul Strauß, der das Anri eines Ministers für öffentliche Acheiten und BolkMsundheii bekleidete, ferner B o r a n o w s k i. der Marineminmer war. Zu erwähnen sind noch die UnteustaatAseEretäre Jgnaee rr»d Pierre Masse sowie Leon M«v«r. Bürgevmetster von Havre, der UntevstaatKschretär M Marinearrrt uup im

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