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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-13 · Heft 2237 (13.5.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2237 (13.5.1925)
Date
1925-05-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Skr. Ml BSSfaf, mmm Leset E .-.—.— _Wiener MorarAzrttrmz._ 13. Mo! 1925_ J. Die Fragen der jüdischen Weltpolitik Mofltagsausgabe der „Wiener Mofgenzeitmtg1* Diskussion über den XIV» Zionistenkongreß Gliedern. Ich vertraue auf Len großen Gedanken der Gerechtigkeit, dessen mit aller Kraft zu erstrebendes Ziel auch dem deutschen Bolle wieder den seiner 'würdigen Platz in der Welt verschaffen wird. Das Reichsoberhaupt verkörpert den Einheitswillen der Nation. Darum reiche ich in dieser Stunde jedem Deutschen im Geiste die Hand. Gc- - meinsam wollen wir um unserer teuren Toten, um unserer! Kinder und Kindeskinder willen ungebeugten Mutes den schweren Wegtzehen, der uns durchwahren Frieden ' zur Freiheit geleiten soll. 1 An die Wehrmacht hat der Präsident folgenden Er- * laß gerichtet: Ich Übernehme mit heutigem Tage nach der Verfassung den Oberbefehl über die Wehrmacht. Mit Stolz und Freude begrüße ich Heer und Marine. Ich habe den Werdegang der Wehrmacht in der Stille von Hannover beobachtet. Geradeaus und unbeirrt geführt, ist sie dem deutschen Volke den Weg vorangegangcn, auf dem allein der Wiederaufstieg liegt. Im alten Sinn für Pflicht und Opfer liegen ihre Wurzeln. Ihr Handeln über gilt in Gegenwart und Zukunft dem Dienst an Volk und Staat, getreu ihrem Eid und den Aufgaben, die ihr die Verfassung stellt. Mit fester Zuversicht vertraue ich auf die deutsche Wehrmacht bei meiner Arbeit für des Vaterlandes Ruhm und Gedeihen. Sie Staffen in Frankreich. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 12. Mai. Das Jnueuministerium veröffentlicht mmmchr eine Statistik über die Gömsinideralswahlen. Danach haben im Se inc-DePartement die Kommunisten 3 Sitze gewonnen, die Sozialisten 7, die repMikanischsn Sozialisten 1, die RadMen 1. Die republikanischen Radikalen halben 2 Gemeinden, die Linksrepulblikauex 9 und die Royalisten 1 Gemeinde verloren. Bon den 379 ArondissomMtshaUptorton haben die Sozialisten im ganzen 18, die republikanischen Sozialisten 32 und die Radikalen 57 gewonnen. Verloren haben: Die republikanische Union 27, die Linksrepublikanor 33, die republikanischen Radikalen 7 und die Royalisten 11. Demnach verfügen die Radikalen in 192 Arvondissementsihaüptorten über die Mehrheit. In weitern Abstand folgt die r e P u b 11 >( tt n ische U n i o n «mit 92 Gemeinden, dann kommen die Lmksrepnblikaner mit 51, die Sozialisten «eit 42, die republikanischen Radikalen «mit 13, die Royalisten mit 10, die republikanischen Sozialisten mit 8 und die Kommunisten mit 1. ' -» 242 AvvoMsseineenltishauPtorte haben somit eine Mehrheit des Kartells, 126 des nationalen Blocks, 10 der Royalisten und 1 eine Mehrheit der Kommunisten. Senatoren sind im ganzen 130 wieder- und 5 «eugewählt, 10 sind geschlagen worden. Abgeordnete wurden 220 wieder-^ 47 neu- und 34 nicht Iwiedorgewählt, Verfaffnngrreform und Arbeitrlosenfürsorge. Der Rationalrat hiÄt gestern eine ganz kurze Sitzung ab, weil man Zeit für Partsienverha'MuiNigen zur Austragung der schwebenden Differenzen in der Berfasis-ungs- -und Berwaltungsfrage gewinnen wollte. Dr. Ramek braucht bekMnMch für Genf die Reform der LandesvettoaUnngen avnd stößt hiebei ans den Widerstand seiner gcoßdeutschen Koalitionsgenossen, die es nicht Anlassen wollen, daß die Landeshauptleute in Hinkunft die Beamten in den Ländern ermnnen sollen, weil dann die Gvoßdeutischen, die in den Landesregierungen absolut keine Rolle spielen, ihre Protektrouskinder nicht nnterbringen können. Die BevtvMnngsrefornr würde jedenfalls gewisse Aendernngen der Verfassung bedingen, für die auch die Sozialdomoikraton gotvon-nen werden müssen, da die christlichsozial-großdentsche Koalition nicht über die für die Annahme von Beüsassnngsgesetzen erforderliche Zweiidrittelimchcheit ün Nationallrat verfügt. Die Bedingung für ein Wbhlverhallten der Opposition scheint die Verlängerung der außerordentllichen Notftandsu n t e r st ü tz n n g der mit 1. Juni ansgesteuertM Arbeitslosen zu sein. Inr Aufträge des Verbandes der sozialdenwkratischen Abgoordneten erschienen gestern Seitz, Dr. Danneberg und Richter denn Bundeskanzler Dr. Rawek und dem Minister für soziale Verwaltung Dr. R e f ch, um die Regierung aus die Dringlichkeit der Behandlung von Vorkehrungen für die am 1. Juni d. I. von der Arbeitslosenunterstützung Ausgesteuerten aufmerksam zu «rachen. Minister Dr. Resch erklärte, er sei auch jetzt noch nicht in der Lage, konkrete Vorschläge zu machen. Abg. R i chter erklärte, daß er gezwungen sei, für MitAvoch den parlamentarischen Ausschuß für soziale Verwaltung zur Behandlung des Antrages Hu ebene und Genossen auf Novellierung der 14. Novelle zum Arbeitslosenversicherungsgesetz vinzübevusett. Minister Dr. Reisch hofft, in dieser Sitzung eutfpvechende Aufklärungen und eine eventuelle Beihilfe für ausgesteuerte Arbeitslose geben zu können. Der Nationalrat erledigte das Gesetz über die Betramng der Wiener Polizeidireiktion mit den von dom Bahngendarmerileikommando bvsorgten Geschäften des Sicherheitsdienstes im Bereichs der Bahn- und Schiffahrtsunternehmungen, ein UebereinkpmmenmitJtalien über die Regelung der mit Tirol verbundenen Interessen, ein steirisches Schulgesetz und das Lehrer -Altpensionistengesetz für Niederö st e r r e i ch. Nächste Sitzung Freitag den lg. d., 11 Uhr vormittags. Gin Stenettonflitt zwischen »und und Gemeinde Wien. In einem Regierungseommunique, das Dienstag veröffentlicht wurde, hieß es, daß die Gemeinde Wien, die für den Bund die direkten Steuern in Wien einhebt, von den dem Bunde gebührenden Steuereinnahmen 12,4 Millionen Schilling noch nicht abgeführt habe. Das Rathaus ließ nun mitteilen, daß der Bund von den Ertragsanteilen des Jahres 1934 der Gemeinde nicht weniger als 3o Millionen Schilling schuldig geblieben hei. Die Gemeinde habe daher Bundesstouerlt als teilweise Deckung für ihre Forderungen zurückbehaltcn. Daraufhin ließ sich das Finanzministerium vernehmen, daß wohl die Forderung der Gemeinde Wien an den Bund nicht bestritten werden könne, doch müsse das Retentionsrecht der Gemeinde Wien bezweifelt werden, da auch der Bund Forderungen an die Stadtverwaltung habe, die aus der noch ungelösten Frage der Wiener Krankenanstalten herrühren. Hier könnte sich sogar für den Bund eine Forderung ergeben, welche die jetzige Gegenforderung der Gemeinde Wien beträchtlich übersteigt. KURANSTALT Q^(J^|[)£^| ObeÄdch für Nerven-, Magen-, Darm-, Herzu. Stoffwechselkrankheiten Ganzjährig geöffnet 5107 Int. Telephon Nr. 17 Der Inder wird nicht mehr berechnet. Im Bundesm'mistLvmm für soziale Verwaltung trat die sogenannte Jnbexkommiffion zusammen, um die Preise der Lebensmittel zu berechnen. Nach längerem Gedankenaustausch kam die Kamnvisston zu dem Schlußvesultat, daß gegenwärtig, eine Jn-dexberechlmug nicht mehr erforderlich sei. Mi-mster Dr. Resch er-, klärte hierzu «daß er im Parlament eine Gesetzesv 0 rlage einroichen werde, durch die die paritätische Jndex- Serechnuug aufgehoben wivbs »er Bund ermöbigt die ötenerverrngrzinsen. Gm Steneveinhsbungsgesetz vom -Jahre 1921 werden die Verzugszinsen für die nicht rechtzeitige Abfuhr der Steuern und Gebühren mit jährlich 12 Prozent föstgosetzt. ,Jm Nati'omalrat wurde nun gestern eine Novelle zu diesem Gesetze etngelbmcht, die die MöAichkeit schafft, die Verzugszinsen,rasch den jeweils auf dem GÄdmavkte bestehenden DechAbnissen anzupassen. Der Zinsfuß dev Verzugszinsen soll tu Hiuku-nst voim Finanzminister jeweils durch Verordnung innerhalb der Grerrze von 0,5 bis 1,5 Prozent für den 'Kalondermonat bestimmt jvevden. Die Verordnung bedarf deis Einvernehmeins mit dom HauptauSschuß. Kalöndevmonate, innerhalb deren die Versäumnis nicht «mehr als 16 Tage beträgt, Woiben unberücksichtigt. Soüst werden angefangene Kalendevmonate als ganze gezählt. Teilbeträge des Rückstandes von weniger als 10 S. bleiben unberücksichtigt. Diese Bestimmungen fiuiden 'entsprechende Anwendung auch auf die Verzugszinsen vbn rückständigen S t e m p e l- und Rechtsgebühren, Effekten-, Valuten- und Bankumsatzsteuern sowie auf B e z u g s r e ch t- und S y n d i k a t s st e u e r n. Die Mahngebühr beträgt 1 Prozent des Rückstandes. jedoch mindestens 50 Groschen. Die Ge-fetzesändevungcn sollen vom 1. Juli 19 2 5 an gelten. Keine Kürzung der Lönderrechte. Innsbruck, 12. SRai. Bei der heute vormittags abgehaltenen koustituierenden Sitzung des neugewählten Tiroler Landtages wurde die bisherige Landesregierung Wiede rgewühlt. In der nach seiner Wiederwahl gehaltenen Rede verwies Landeshauptmann Dr. Stumpf auf die Aufgaben, die diesem Landtag beschieden seick werden. Er sagte unter anderent, daß die Auswirkungen des Ausbaues der Bundesverfassung in politischer, administrativer und finanzieller Beziehung von größtem Einfluß, auf die Zukunft des Landes sein werden. Bon entscheidender Wichtigkeit sei es, schon jetzt eine Kürzung der Landesrechte mit allen zu Gebote stehenden Mitteln hintanz uh alten und bei der DurchMrung der Neuordnung sowchl auf die notwendige Vereinfachung wie auch auf gesunde ErsPamnHsmaßnahmen entsprechend der Bescheiden heit unserer Verhältnisse zu drängen. Für die Abschaffung des Bisagebühren. Die Sozialdernokraten, die Großdentscherl und die Landbündler häben gestern im Nationalrat Anfragen eiugebracht, in wlchen sie von der Regierung fordern, daß im Verkehr mit Deutschland die Sichtvermerkgebübr»« u. diesbezüglichen Behandlungen mit der deutschen Reichsregierung unverzüglich wieder ausgenommen würden. Als vorläufiges Ergebnis der Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich ist, wie aus Berlin gemeldet wird, nach Einholung der Zustinlnmng der beteiligten Regierungen in Deutschland eine Herabsetzung der Gebühr für die einmalige Einreise nach Oesterreich von 10 auf 5 Mark und für das Dauervisum von 30 aus 1*> Mark geplant. Sine Krise bei den FronMmpsern. Die Korrespoudenz Herzog meldet: Mit Rücksicht dar» auf, daß die Frontkämpfervereinigung in der letzten Zeit sich an A n s ch l u ß k u n d g e b u n g e n für das Deutsche Reich offiziell beteiligt, sich aber von Feierlichkeiten für Habsburg und Kundgebungen für die D0nauföderation ostentativ ferugehälten hat, ist unter den monarchistischen Mitgliedern dieser Vereinigung eine lebhafte Unzufriedenheit ausgebrochen. Die legitinlistisch gesinnten Mitglieder der Frontkämpfervereinigung in den Bezirken 7, 12, 13 und 14 bereiten bereits ihren Austritt vor. Sin Mistelbacher Plakat. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg findet „keinen Grund zum Einschreiten". Im März dieses Jnhves war in der Stadt M i st e lb a ch in Niederösterveich das folgende Plakat angeschlagen worden: An die christliche B evöl£ e ratn§ der Stadt M i st e l b a ch! Die Judeuschast feiert int März jedes Jahres das Purlvmfost. Auch die hiesige Ju>dens-chuft begeht diches Fast am 7. März im Gaschofe Frohner. Da der größte Teil der Bewohner Mistekbachs über die Bedeutung dlches Festes im a,Maren ist. soll tra-chstehendes zur Ausklävung^ dienen. Das Puvimfcst, auch Hamanfeft, Fest der Mardochaitage, geumtnit, ist ein Ermn'erun>gsfest der Juden. Bor mehr als 2000 Ja!hron lehmen sich die Perlser (arische, mdogevmaniis.che Rasse) geigen die Unterdrücku'wg seitens der Juden auf. Ehe aber die Perser a>uch n>ur versuchen konnten, sich gegen die jüdische Gewaltherrschaft aufzulöhnetl, richiaten die Juden unter Führung ihrer Königin Hadassa (Esther) und des ■ Juden Mardochai ein Blutbad unter den Persern an. bei denen 76.000 Perser äbgefchlachict würden. Die jüdische Königin Esther aiaid der Jude Mardochai waren die Anstifter dieses Massenmordes. Der Vertraute des Königs, ein Perser namens Haman. endete auf dem Galgen. Dies ist die Mchichtliche U>obeMasevung dieses Feistes. Kein Jahr veysänmt die Jndenschaft, um 'dieseat blutigen Sieg aan Christ ent u me festlich zu 'begehen. Es ist das Purimfest' daiher eine jüdische Gedontfüier, bei der die Anwesenheit der christlichen Bevölkernng nick--' am Platze ist. Bleibet daher de nt Feste fern! Die Ortsgruppen - der Nationalsozialist ischvn dsntschen Arbeiterpartei, dc^ Gvoßdentfchen Bo'bkspartLi. der Deutschen VerkchrAgelwerlkschaft und des Deutschen Turnvereines. Der Zweck dieses Plakates ist Wohl faitm der gewesen, die christliche Bevölkerrtng von dem Besuch des jüdischen Feistes aibzuha'lten. Der Zweck war eher der der Aüfreizurlg zur gewaltsamen Störung der Feier ,/des blutigen Sieges am Christentum". (Bor zweitausend fahren!) Die Judenschaft des Städtchens richtete au die Staatsanwaltschaft Korn^eubürg'eine Eingabe', in der sie diesen Zweck 'der Aufreizung gegen eine Religionsgenossenschaft bekannt gaib. Diese Staatsanwalts,Hast fand, daß „kein Grund zum Einschreiten" gegebeit sei! ' Was wir dem PvesseftaatsaMvalt in Wien, Herrn Dr. S ch w a r tz, zum Studium empfehlen. Der Witz des Berglilndlers. Karl Stejskals Rechtschreibung. In dem 1924 in Wien erschienenen „Diktier'buch sür bctt Unterricht in der deutschen Rechtschreibung" von Dr. Karl Stetzskal finden wir den folgenden Witz: Auf der Schule! In einer Bürgerschule wurde Schillers „Lied von der Glocke" besprochen. Man komint zu Stelle: „Hoffnungslos weicht der Mensch der Götterstärke — niützig sieht er seine Werke — und bewundernd untergehn." Nun fragt der Lehrer: „Weshalb sieht der Mensch wohl seine Wecke müßig und bewundernd untergehn'?" — Erst allgemeines Stillschweigen; dann meldet sich der kleine 5koyn „weil der Mann gut versichert ist", meint er. Milsang der KrebssterblWett. Die Qeisterreichifche Gesellschaft zur Bekämpftuig der Krübskrarckheit stellt in der Hygieneausstellung unter anderem statistische Tabellen Wer die Krebs st erblicht eit in Wien, Paris und London aus, die von Dr. S. Pelll er auf Grund seiner einschlägigen Untersuchungen über den Gang und Stand der Krebssterblichkett int Verlaufe der letzten 125 Jahre angelegt wurden. Aus diesen Da'bellett gcht hervor, daß in Wien im Laufe der letzten 25 Jahre di« Zahl der an Krebs Verstorbenen im Verhältnis zur Gefamtzahl der in Betracht kommendett Einwohner int Rücktzang begriffen ist. In Wien hat sowohl die Sterblichkeit der männlichen fvie der weiblichen BevWernitg abge- «nomm en. Die Abmchme ist besonders stark im 4., 6. und V. Lebensjahrzehnt. In P a r i 8 ist chettfalls eilt Rückgang der Krebskraukheiten bei den Frauen zu verzeichuen. Bei Ha

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