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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-13 · Heft 2237 (13.5.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2237 (13.5.1925)
Date
1925-05-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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/ Seite S_Dien. Mittwoch_ 8m Reich Der garen von Arnowa. Dorr Dr. Oskar Roscuftld «LosiaX Bombe, Dolch, Revolver und Dollar. Das Alltägliche ward Ereignis. Mori^ Totschlag, Bonrluumttcutat projizierte sich selbst. Die Zeitungsrnbrik „Gerichisisaal" ist hier unbekannt. Nur die Fälle politischer Natur sind der Wiedergabe wert, und daher kommen sie in den Teil, der der Politik gehört. Und welcher gehört ihr nicht? Der vorletzte Akt der vieia-ktigsn Tragödie rollt in der außerhalb des Stadtzentrums gelogenen Artillerickaseruc ab. Ein kahler, nüchterner, lanMe.strecktcr Bau, Kaserneirtyp. Man hat uns zu GerichtSsaal'korrcspondelrtcn gestempelt und be- - sondere Eintrittskarten oingehändigt. Die Front von Stahlhelmen abgesperrt, zu Seiten des schmalen Eingangs Gewehre, die kernen Spaß verstehen, beim Eintritt Abt aste u jedes einzelnen nach Waffen! Nein, wir haben mit Revolver nnd Bombe nichts zu tun. Ans dom Weg in den Berhandlungssaal müssen wir einen kleinen, dunklen, elliptischen Raum Passieren. An dem einen Bogen zrvölf Menschen, Männer und Frauen, sitzend, mit trostlosem Blick und verirxrhrlostenr Kleid; an bebt anderen Soldatenburschcn, kräftig, aufgeweckt und selbstbswirszt die Gewehre gefaßt: die Gefallenen und ihre Wächter. Ter große, grün getünchte Saal bekommt mtt wenig Licht. Eim ' durch offene Torbogen unterbrochene Mauer zerschneidet ihn. Rechts gchts nach dem Kasern-eichos, liuks rrach der Straße, aber links verhängte Fenster, rechts verbotenes Nähern. Was spielt -sich hier sonst ab? Der Raum rechts besitzt eine Bühne mit buntem Vorhang. Der für die Gerichtsvechandlung reservierte Teil stellt das SoldateniLasino vor. Die Silhouetten des Vorsitzenden und seiner Beisitzer erscheinen plastisch an der Leinwand. Diesem Bild gegenüber, der Schmalwcmd zu, die anvphitheatralisch gebauten primitiven Sessel für das Publikum, Offiziere und einige Damen. Davor lange Journalisten ische. Und Zwischen dem Präsidium und dem Karree, das aus kleinen Tischen für den MMäranwalt, die Gerichtsprotokollschreiber, die Vertreter der Privatbcreiligten und die cx-offo-Berteidiger geibildet ist, ein mit gesticktem Parament verhülltes Kästchen, darauf Bibel und Kruzifix. StahHolmc überall, darunter cmsdrucksstarve, braune, ernste Soldatengesichter. Tie Erforscher urrd Bchrafer ruchloser Taten sitzen wie aus Wachs 'gegossen da. lieber das gotische Gesicht des Proknrators läuft kein Lächeln; mondän mutet neben ihm der Vorsitzende an. Die feldgrauen Röcke betonen Gewisseichaftigkeit und GesÄhlsaskese. Alls der Anklageschrift hört man nur Tod und Zuchthaus. ' Es erscheine Petr Zadgorski.' Ein Soldat ruft laut hinaus: Petr Zadgorski! Petr Zadgorsk'i, der Pförtner der Kathedrale 6d. Nedelja, erscheint. Er nähert sich Bibel und Kruzifix. Seine Beine versagen fast. Aus einem mageren tiesbraunen Hals sitzt ein magerer tiefbrauner Kopf, der schwarze, buschige Schnurrbart ist verwildert, die Kopshaare struppig, die Augen tief und glanzlos tu der: .Höhlen. Die Jammergestalt von einem Menschen, der den Eindruck macht, als hätte man .ihn vom Galgen -hcruntevgeschnitten. Elf Jahre Gärtneravbeit m Rußland, Soldcrtenloben im Balkankrieg, ein Jahrhundert Leiden scheint dem kaum vierzigjährigen Skelett eingeritzt. Er «gesteht. Das Geständnis kommt wie von fern her. Petr hat sich zuerst gegen die Verlockung gewehrt. Und der mysteriöse Iwan verstand zu locken. Tausend Lewa für die Arrfbowahrung eines kleineu Pakets — wenn auch Dynamit —, und jodcsmal wieder tausend Lewa, zehnmal hintcreirrarrder, und dann die Zusicherung, mit fremdem Paß ins Ausland, reich belohnt und sogar ein Funktionär in der neuen Revolutionsregierung — kann da ein verhungerter Kirchendiener widenstchcn? Alles geht programgemäß. Die Kuppeln .der Kathedrale bersten, ein Kind führt ihn ins Versteck. Dort wird Salami Und Kafchkaval gegessen. Petr Zadgorski von des revolutionären- Komitees , Gnaden, von des Verführers Iwan Gnaden ißt Salami und Kafchkaval. Ja, das neue schönere Leben hat begonnen. Fahr wohl, Pförtnerdienst, Petr Zadgorski -bereitet sich für eine Heldenlaufbahn vor. Und che er's zu Ende gedacht, erscheine die .Häscher. Fahr Wohl, Pförtuerdienst! Fast hätte ich zu .erzählen vergessen, daß der Held Petr Zadgorski die Abwchrdin'gcrchen Revolver und Dolch, beide in «funkelnagelneue gelbe Lederetuis gepreßt, die „Iwan" ihm erngchäMgt, statt sic zu Schalten, hinter dem Altar versteckte. Vor der Höllenmaschine im Kirchendach, die 208 Menschen vertilgte, hatte er keine Augst, bloß vor Dolch nnd Revolver in der eigenen Tasche. Nach dem dileftievendcil .Helden der heldische Dilettant: Rechtsanwalt Marco F r i e d m a tt.tt. Man male sich nicht etwa einen stänmrigen, -breitschulterigen Abenteurer vor. dcnl die Menschen Schachfiguren auf dem Brett der Weltarenasind. Man denke eher an einen zarten, schüchternen Stubengelehrten, der mit mädchenhafter Stimme.'und aristokratischeil Händen zierliche Sätze fallen läßt, nur daß die niedere Stirne, der schwarze, wilde Lockenkopf, die kleinen, stechenden Augen ettvas von einem Fanatismus verraten, der, >rrach innen gerichtet, den Menschen verzehrt, bevor er ihn zur Tat schreiten läßt. Boiübenattentat? Nein. Sein Wog, so erklärt er, ist legal. Wie Kinder Märchen erzählen, so «plaudert er vou der unterirdischen Organisation der kommunistischen Garde, die überall int Lande ihre Zelte hat, die geräumigsten am Schwarzen Meer, in Barna, von wo man in ein paar Stunden nach Rußland hinübergondeln kann. Diel Geld ist durch seine Hände gegangen, ein Kurier hat es je-weils aus Wien gebracht, brave Dollar- Pakete, es konnten auch Dinar fein, und es fiel ihm natürlich nicht ein, sie der bulgarischen Devisertzentrale abzulieferu, was übrigens kein Mensch ihm verübeln kann. So ivqrd das Netz gesponnen, immer dichter um das Land, bis die Rogievuug, die gegenwärtige, sich darinnen hat verstricken sotten. Bon der Errichtung eines Sowjetstaates konnte keine Rede sein. Noch ist die Zeit hierfür nicht gekommen. Wer soll Marco Friedmann widersprechen? Die Ne Meure des Atentats sich nicht zu fassen: Jankow, Miukow, _Mene« Moraenzerinnft._ Grutscharciv aetotct, Petriiü. Timitrow. Kossowski, Abadschicw cher mysteriöse Iwan) unansfindbar. Es bleibt nur der Fall des Kowarjchvw, den Friedmann.erschossen haben soll — in Notwehr. Sein Knie zeigt Schußwunden, er lahmt. Tie Richter tupfen hiil mib her. Sie sind unvorbereitet, Vorsitzender und Artkläger verirren sich im Dickicht strafrechtlicher Probleme. Die Prozeßordnung gerät ins Wanken. Aus dem Mlitärgerichtshof wird ein Staatsprüfungssenat. Der Vertreter des Staates schlägt juristisch komAsche Purzel'bäume, die Militärs zeigen vornehme .Haltung. Das Tribunal wird zur Szene, ja richtig, nebenan ist eine Bühne aufgsschlagen. Und Verhaftete auf Verhaftete treten vor, in schwer« Cisenfettcu gelegt. Von draußen, vom Kasernenhos her, Trompetensignalc, Musik des jüngsten Gerichtes. Tie Damen auf den Kinosihcn kichern, die Popen hinter den Verteidigern bewahren Würde, die Beisitzer langweilen sich, die Journalisten stenographiereu. Die Atmosphäre ist stickig. Die Nähe der Verbrecher niacht erschauern. Wer weiß, ob es überhaupt Verbrecher gibt. Dostojewski hat sehr diel darüber nachgedachi und nachgeweint. Urrd hier: Jst's ein Kampf zivischen Recht und Unrecht? Ein Kampf zwischen zwei sozialen Ideen? Ein Kampf zlveier Weltanschauungen? Oder vielleicht nur e... Kampf zwischen Schwächeren und Stärkeren? Jch^bin n-styt verwegengenug, dies mit voller Berantwortlichkcit zn entscheiden. Das Urteil. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Sofia, 11. Mai. Das Kriegsgericht hat heute das Urteil im Attentatsprozeß gefällt. Der Kirchendiener Zadgorsky, ferner Marco Friedman n, A b a d s ch i e w, Stanko D i m itrow, Grntscharow, Petrini, Kossowski und K o ew wurden znm Tode, Da.8kal ow zu sechsjährigem Kerker und Kämburow zu dreijährigem Kerker verurteilt. Aba>dschiÄv, Dimitrow, Grntscharow, Petrini und Kossowski wutden in contumaciam Verurteilt. Zu bemerken ist jedoch, daß Grntscharow, wie gemeldet, als er verhaftet werden sollte; erschossen worden war. Der -zum Tode verurteilte Abgeordnete petrini soll gleichfalls auf der Flucht ins Ausland getötet worden sein. Der Prozeß büßte dadurch an Interesse ein, daß die beiden spiritllellen Urheber und aktiven Arrangeure des Bomben« atteutates, Minkow und Jankow, nicht vor Gericht gestellt werden konnten, da sie im Kampf mit der Polizei erschossen wurden. Das Urteil entsprach völlig den- Forderungen der Anklage, obwohl ^beispielsweise der Schnlvbeweis für die Teilnahme Friedmanns am Attentat nicht erbracht worden war, hingegen allerdings seine konspirative Tätigkeit »ind Mitgliedschaft am revolutionären ZentrMomitee klar zutage trat. . - Das Militärlajfa.iioitsgericht, das das Urteil des Kriegs« geeichtes zu bestätigen oder -zu verwerfen hat, wird seine Entscheidung morgen-bekcmintge^bsn. Die 'Hinrichtung d^r zu.m Tode .VepurtMten wich binnen drei Tagen auf dsnl Platze vor der Kathedrale Sv. Nedetja, die durch das Bontbena-tt-snitat zerstört, wurde, öffentlich vollzogen werden. Zionistisches Land«»komlte> für OeiHrrtUh Sonntag den 17. d., halb 11 Uhr vormittags, im Olyrapiäsaal, I;, Rotgasse .9, Re du er Genieinderat Dr. Leopold PLASCHKBS // Dr. Michael Egon ZWEIG (Jerusalem) // Dr. N. M. GBLBBR EIn tri11 f re 11 Ein fr IIt f re 81 Stürme in der Skupschtina. Belgrad, 12. Mai. Iv der heutigem Slmps ch t i n as i tz u it g kam es zu eikvom stürmischsu Zusammenstoß zivischen der Lamdtvirte-Partei nnd der Neglevungsmshriheit. Der Abgeordnete dev Landlvirte-tPavtvz Korenovie 1-atte dem Minister des Innern zuHemfen, daß in Jngoslamien evst dann Ordnung 'herrschen äyevde, wenn d i e .O ppo s i t io-n zu schieße n beginne. Diese Worte entfesselten etrhen älngeheuren Dunrult. Ms der Lärm, sich einigermaßen gelegt hatte, evholb sich der Minister ldes Innern Maksi mov ie und sagte: ,^Der Herr Abgeordnete meint, daß in diesem Laude erst Ordnung^ herrschen wird, wenn die Qpposittolt zu schießen beginnt. Ich erkläre im Namen der Regierung, daß die Regierung'die Ordnung au ch daun ausrecht erha lten wird, 'w c u n hier g e s ch v s s e n w i r d. Ich stelle weiterS fest, daß in dieser Zeit der Attentate von der Linsen von Schüssen, gesprochen wird." 8kach der filmen Erklärüttg des Ministers erhob sich e in n c u c r l i ch er st ü r in i s ch e i Tum u 11, der sich zu solcher Heftigkeit steigerte, daß eine Schlägerei schon uu-vevmeidlich schien. Doch gelang es schtießlffch dom Eingreifen ci>niger besonnener Abgeordneter, die Streiten-, deil zn trennen, ivorauf die Verhandlungen in Ruhe weitergeführt werden konnten. J General Maas!« grftorbeu. Paris, 12. Mai. (Lel.-Komp.) Der aus donr Weltkrieg bekannte General Mangln ist heute vormittags an den Folgen einer Harnvergiftung gestorbon. Ex war zuletzt Generalinspektor der K ol o n i a l t ru^pe n und Mitglied'des Obersten KrieMates. Moluar-Loth wird heute grhikngt. . Budapest, 12. Mai. (Tel.-Komp.) Der Massenmörder Josef M o l n a r - T o t h wird morgen in der- Früh gehenkt werderr, nachdem der Reichsverweser das Gnadengesuch abgelchnt hat» 13. Mai IM,__ Nr. SM Hindenburgs (HU ffit die Republik. Berlin, 12. Mai. Bor dem RcichstagKgebäudc^vor dem heute nuttags die Vereidigung des Relchspräistdonten von H i u de tt b u rg statffaud, drängten sich schon seit den frühen Movgenistunden große Menschenmemyen an den Sperrlinien der Schutzpolizei, die das Reichstagsgebäude in «weitem Bogen «umstellt hatte. Zchntausende voll Neugierigen stauten sich hinter den Sperrlinieu. Di« Polizei ihatte wiederum ein sehr großes Aufgebot von Mannschaften in Bewegnug gesetzt. Auf dem ReichÄagsgebaude seW war die schwarz-rotgoldene Fahne -hochgezogen. Auf den Ma,st>ett lochen die schwarz-rot-goldene Reichsflagge und die Re ich Skriegsf'laggc in schwarz-weiß-roten Farbe n mit de ui eisernen Kreuz. Das Portal selbst war mit grünen Reisern geschmückt. Die Stelle, von der der RoichSprästdent die Vereidigungsformel sprach, war mit hellblau und lila 'leuchtvnden H o r t e n s i e.u geschmückt, auf «denen das schwarz-rot» gol-dene Neichsbau'Ner au'sgebreitet iva«r. Auf diesem lag ein« in schwarzes Leder gebumdene Mappe, in der sich ein Pergamentblait «mit der in der Verfassung sestgelegten Eidesformel bef«and. Die Eidesformel «mußte jfitr den neuen Präsideulen i n 'besonders-großen Lettern gedruckt werden, da H i n d e n b «u r g nur mchr aus die Airzoste Entfernung!l«esen kann. Ku-rz nach 12 Uhr erfokgte die Ei«deslei.stu>ng. Beim Erscheinen Hindenlbuvgs brachten die im Saale fast vollzählig anwesenden ko.mmunistischen Abgeordncteini Hochrufe auf die So wfet re publik aus und v erließe n Äa n n ge sch'lossem den Saal. Der Präsident des Reichstages Äoebe richtete an Hiudeu-burg die folgende Ansprache: „Sie sind von: «deutschen Volk zum Reichspräsidenten gewählt worden und da«mit aus den höchsten' und ehrenvoll st e n Platz lberuseu, den das deutsche. Volk zu vergaben hat. Sie müssen nach den Bestimmungen «der Verfassung in feierlicher Reich'stagssitzung den Eid leisten. Ich erlaube mir, Ihnen die Eidesformel zu überreichen." Die Beeidigung evfotgite dann programmgemäß und ohne Zwischenfclll. Die Eidesformel lautet: ,/Ich schwöre, daß ich meine Kraft dom Wohl des .deutschen Bottes widmen, seinen Nutzen mehven,. Schaden von ihm rvenden, die Bevsaffuing und die Gesetze des Reiches wahren, weine Pflichten gewissenhaft erfüllen und GorechtiOeit gegen -jedermann üben werde." Präsident Lo ebe hielt darauf eine kurze'Ansprache, in der er den Präsidenten begrüßte uttd der Hoffnung Ausdruck gab, daß unter seiner Präsidentschaft das Werk des Wiodevaulssbaues, das unter Ebert begonnen wurde, fortgesetzt werde und daß Deutschland a u ß e-npolitisch das Werk weiterführe, welches den Leiden des Krieges ein En-de setzen soll. Biele Hoffnung?« sind mit dom Wechsel der Reichsleitung verbuMn. Möge e's gelingen-, we-nigstenls die erfüllbaren von ihnen zu verwirklichen und das Deutsche Reich in die euro/päis ch e Bölkerfamilie einzufuhren. Hi n d e n b u r g antwortete darauf mit einer kurzen Ansprache, «die er von ein«om Blatt Papier ablas: „Nclhmen. Sie, sehr geehrter Herr Präsident^ meinen Dank für iJhrc Worte entgegen, die Sie anläWch meiner Vereidigung auf «die Verfassung zum Reichspräsidenten gesprochen haben. Reichstag und Reichspräsident gehöre u zusammen, den sie sind beide aus den Wahlen des «deutschein VoAes hervorgegangeu» aus dieser Grundlage leiten sie ihre Macht her. Much an dieser Stelle verspreche ich es nochmals, daß ich mich dieser Mfgabe «m t> vollem Eifer widmen wiikl."- Die Defikievung. Berlin, 12. Mai. (Wofff.) Nach der Eidesleistung im Reichstag begab sich der Reichspräsident, «begleitet bum Präsidenten des Reichstages und dem Reichskanzler, zur g r o ß e n. iF r e i t r e p p e am «Kottigsplatz, wo der Reichskanzler das Hoch aus den Reichspräsidenten aus'bvachte, woran sich das D e «u t s ch l a n d l i e d anschloß. Währenid der Feier iur Reichstag konzertierte auf dem Königsplatz eine Kape lle de r Re ichswehr. Vor 'dom Rcichtztagsgebäude sta-nd eine Ehrenkompagnie des Wachregiments der Reichswchr. Der Reichspräsident, «begleitet vom ReichÄwehrmi«n-i«ster, schritt d i e F r o n t der Ehrenkompagnie ab und fuhr da«nn «mit dein Reichskanzler, geleitet von^ einer Schwadron 'Kava ll e r i e, zum .Hause des Reichspräsidertten in her Wilhelnc-- straße, wo er um 12 Uhr 45 Minuten eiutraf. Er wurde «hier vom stellvertretenden Reichspräsidenten Dr. Sinwns enrpfange»r u-nd ins Arbeitszimmer des ReichApräside-uten geleitet «wo Dr. Simons dem Reichspräsidenten v. Kinder buvg die Geschäfte übergab. Me Kundgebung Siudenburgr. Berlin, 12. Mai. (Wolfs.) Hindenburg hat auS Anlaß der heutigen Amtsübernahme eine Kundgebung erlassen, in der es unter anderem heißt: Getreu dem von mir geleisteten Eide üverde ich alle Kräfte daransetzen, dem Wähle des deutschen Volkes zu dienen, die Berfafsung und die Gesetze zu wahren, Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. In dieser feierlich-ernsten Stunde rufe ich unser ganzes deutsches BE zur Mitarbeit auf. Mein Amt und mein Streben gehört nichteinzelne »Ständen, nicht einem e i tt» feinen Stamm oder einer einzelnen Konfession, nicht einer Partei, sondern dem gesamten, durch tato! 4Bsli in OB« Jett*»

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