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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-12 · Heft 2236 (12.5.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2236 (12.5.1925)
Date
1925-05-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3SM Wtsn, DienAkag Wleme Moeaenzettun«. IS. Mai IM Sette G Wichtig für alle Zionisten! Wichtig für alle Kongressdelegierten! Diskussion über die Fragen des 14. Zionistenkongresses In {ler Montagsausgabe der iener Morgenzeitung“ Ich sagte Ihnen das olles nicht, weil ich etwa die | A-bficht habe, Diskussionen hcrvorzurufLn, I sondern weil ich will, daß Sie es begreifen, daß Ihre Bedenken bezüglich der Absichten der britische» Regierung und bezüglich der Gefahr, die angeblich aus dieser Politik, welche die Kolonisation der Inden gestattet, über dem Lande schwebe, übertrieben sind und daß die britische Regierung von dem starkett Willen erfüllt ist, ihre Pflicht gegen die GchamtbevMeruug des Landes zu erfüllen, und daß sie überzeugt ist, daß die Politik, die sie gegenwärtig befolgt, diejenige ist, durch lvelche der arabischen Bevölkerung der höchste Wohlstand für die Zukunft gebracht werden kann. Die einzelnen Redner brachten vcrschicdonc Eiuzölheiten vor uNld ich will hier nicht auf alle ciuqchen. Ich will nur einem Punkt als Beispiel herausgrcifcu: Der Scheich erklärte, daß die Negierung nur deshalb eine hohe verheerende Steuer auf den Tabak lege, mn die Leute zum Berka ns ihrer Felder zu zwingen und die ziou ist ische Politil zu förd er n. Ich will ihn nun daran erinnern, daß zur Zeit der türkischen Herrschaft infolge des Regiernugsuiouopols der Täb-akbau überhaupt verboten war. Er sagte, das; die Steuer höher sei als in England. In England beträgt die Tabaksteuer nicht 80 ägyptische Groschen oder wie in Wirklichkeit 25 ägt-ptische Groschen, sondern 100 ägyptische Groschen für jedes Kilogramm. Die Steuer wird hier von jedem Tabakbauer» ohne Unterschied der Nation bezahlt. Nieutand muß Tabak züchten, wenn er daran nichts verdient. Und die Regierung ist nicht so unvernünftig, eine so hohe Steuer auszlrsetzeu, daß es sich nicht lohne, Tabak zu züchten. Im übrigen will ich dic.se Beschwerde so wie jede andere genau prüfen, wenn sie mir schriftlich unterbreitet wird. Allerdings ist zur Prüfung dieser Einzelheiten nicht der Staatssekretär für Kolonien, sondern der Oberkommissär des Landes berufen und ich weiß, daß der Ob er kommissär stets bereit ist, jede Beschwerde und jede ihm unterbreitete Anregung in völlig unvoreingenommener Weise zu prüfeu und daß er dabei bloß die Förderung der Gesamtbevölkerung im Auge hat. Ich wundere mich anßerordenMch, daß Schleich Sull-man und der nach ihm folgende Redner darüber Klage führten, daß die Bewohner des Landes derzeit an der Legislative des Landes leinen Anteil haben. Ich muß Ihnen in Erinnerung bringen, ineine Herren, daß es einen palästinensischen Rat gegeben hat, der sehr schön und gut arbeitete und allen Teilen der BovMkerung die Möglichkeit bot, ihre Meinungen vor die Regierung $u bringen. Die britische Regierung ist jederzeit bereit, dem Volk die Beratnngsmüglichkeit und die Volksvertretung zu geben. Zu unserem Bedauern jedoch hörte vas Volk auif die schlechten Ratschläge und machte von der ihm damals gebotenen Möglichkeit keinen Gebrauch. Auch später wurde ihm noch eine Möglichkeit geboten, daß, wenn cs den logislativen Rat nicht will, es sich der beratenden Körperschaft bedienen möge. Als cs auch das nicht au nehmen wollte, empfahlen wir ihm die Wahl Mer ei gone» Organisation, einer arabischen Agency, ht welcher die Vertreter der Interessen der arabischen Bevölkerung Platz nehmen würden. Die britische Regierung zeigte immer ihren Willen zur gen,-einsamen Arbeit und zur Entgegenahme der Ratschläge jedes Vertreters der arabischen Bevölkerung und sie ist noch immer zu jeder Zeit bereit, das zu tun. Aber wir betrachten diese Sache nicht, als käinen wir um Gnade zu bitten, nachdem die Vertreter des Volkes aus unsere Vorschläge nicht antworteten. Znm Schlüsse gab Minister Amery der Hoffnung Ausdruck, daß die Vertreter der Araber seine Worte so ernst nehmen werden, als er sie gesprochen habe, i'ir welchem Falle sie selbst dazu beitragen würden, daß die Absichten der Regierung, das Land und alle seine Bewohner zur Bllite zu bringen, ohne Reibungen in Erfüllung gehen. Aus Aer Israel. Die neue Stndt im Emek. Aus Jerusalem wird uns geschmeben: Au Stelle des unlängst -in jüdischen Besitz übe-rgegaugenen Dorfes A s u l e h soll bekanntlich als Z e n t r u m s p u n k t der jüdischen Siedlungen im Emek eine neue große Stadt angelegt werden. Dev nötige Boden im Ausmaß von 6000 Dunam wrvde.vou der American Zion Commonwealth und >der Mescher-Gesellschaft erstandeu. Ter Plan sicht eine Stadt von 30.000 Seelen vor. Vorerst ■ sollen 1000 Familien all gesiedelt werden. Die erstell Allsiedler tre ten j etzt. a>, den Bau voll 50 Häusern wie auch einer Schule ulld oines großen Hotels herall. Auch über die .Herstellung voll großen Magazineil lverden jetzt Bechaudln-ngen geführt. Mit deul Solei Boneh ist bereits ein Vertrag über die Herstellung voll Straßen für üinen Be-tvag voll 30.000 Pfund Sterting abgeschlossell. Die Pläne für die neue Stadt sind vom ArchitMn.Richard Kaufmann entwovfen, lieber deil Rainen der Stadt ist noch keine Entscheidung gefallen. Vorpefchragcn ist unter anderem der Name „Arbal" nach einer Stadt der Philister, die in.den „Propheten" erwähnt wird und die sich au der gleichen Stelle befunden haben soll. Da dieser Vorschlag auf Gegnerschaft stößt, hat Na hum Sokolow in Aussicht gestellt, einen passenden Namen ausfindig zu machen. Tie hebräische Universität. All der Judaistischen Fakultät der Universität Jer-rs a l e nl werden im Sommersemester 1025 folgende Vorlesungen gehalten: Tr. Epstein: Einleitung in die Textkritik der Mischna; Talmud; Tosscfta. Dr. Klein: Das Buch der Richter und die Bücher Samuel; Die Samaritaner; Ausgewählte Kapitel aus der Palästina kr »de; Beujamiu von Tudela. Dr. Schwabe: Griechisch; Lateinisch. Aharoni: Zoologie auf Grund der Bibel unb des Talmud. Dr. Mayer: Tie arabische Baukunst ht Ievusalem. Ans einer zu Ehren Dr. Weizmanns bei Rechtsanwalt A l e x a n d e r in Kairo stattgesuildencn Zirkelvevsaumllrug spendete Herr Jacques M n z r i 1500 ägypt. Pfund für dir hebräische Un-iversität tu Jerusalem. Die jährlichen Zinsen sollen als Preis dienen für die beste Bervssentlichung aus der jüdischen Geschichte. Außerdem spendete Herr Mrzri ein jährliches Stipendium von. 60 ägypt. Pfund für einen der zehn Assistenten an dem Universitäts'läboratorium. AutompbUverkehr zwiscüen Aegypten und Palästina. Ars El Arisch wird berichtet, daß der Gouverneur der Siltai-Halbillsel Versllche anstellcn läßt, ob sich nicht zwischen Port Said und Gaza, also zwischrir Aegypten und Palästina, ein dl n t o ul o b i l v e r k e h r eillrichten ließe. Die Versuche ergabell, daß Automobile von El Arisch bis zu drei Fnßstuuden von Gaza ohne sonderliche Schwierigkeiten gelangen konnten. Den'nächst sollen ähnliche Versuche zwischen El Arisch und Port Said gemacht werden. Wenn auch diese goliirgen, soll eine regelmäßige Autoinobillinie zwischen Port Said und Gaza eingerichtet werden, die iat hohem Maß zur Förderung des Verkehres zwischen Aegypten und Palästina beitragen dürfte. Amerikanisches Kapital für Palästina. Aus Lo ndon wird uns ' geschrieben: Das Zentralbureau der Ziouistischen Orgauifalivn hat aus Netv-Nork ü'm Telegranint erhalten, worin mrtgeideÄt wird, daß eitle Konferenz jüdischer Bankiers und Geschäftsleute beschlossen hat, die „Palestme Secrrities Society" zu unterftützen, welche d«ie e r st e n j ü dischen S t adt a n lei h e ir (voir DÄ--Atviw) erfolgreich untergcbracht hat und nitn beabsichtigt, ein au sg edeh n te s B au Programm in Palästina durchzuführen. Es lvnrde ein Betrag von 257.000 Dollar gezeichnet, und Mar in der Hauptsache von dell Herren Morris D w rgasch <25.000 Dollar) und Isaak Meister, Isidor D. Morrison, Jakob Siegel, David Pokolsky, William Topkis, Jakob Goell und Israel Matz, welche je 10.000 Dollar zeichneten. 2300 Palästinaeinwnnberer im April. Wie uns au3 Jerusalem mitgetvitt wind, sind im Monat April 2500 neue Ciniwanderer nach Palästina gekotnnlctl. Die Einwaudererzahl im Monat Aiärz betvllg bekanntlich 3300. Re Londoner Konferenz. London, 11. Mai. (I. T. A.) Die Konferenz zwischen den Vertretern der Zionistischen Weltorganisation und den Delegierten der Agudah in London begann am 5. d. mit einer Distussion über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Fragen des Landkaufes in Palästina lllld der Regelung der E i n w a n d e r u n g in dieses Land. Es wurden zwei Snbkomitees zwecks Allsarbeitung und Unterbreitung konkreter Vorschläge eingesetzt. . Die Vormittagssitzung am 6. d. war ganz der Diskussion über die palästinensisch-jüdische Gemeindeordnung gctvidnlet. Es wurde beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die unter Kooptierung zuständiger Personen Wege zu einer befriedigenden Lösung dieser Frage zu suchen haben wird. Die Ko mm iss io u wird in Wien zus a nr m e ll t r e t e n; ihre Beschlüsse unterliegen der Billigung der zuständigen Organe beider Organisationen. Die Abendsitzung des 6. d. war der Erörterung der Frage der I e w i s h Agency gewidmet. Es fand eine Diskussioll über Charakter und Kompetenz der Jewish Agency statt. Es wurde beschlossen, die Diskussion in e i n e nl s p ä t e r e n Z e i t P u n k t sortzusetzen. Ueber die Fragen der Einwanderung nach Palästina und der Lalldkällfe wurde eine Einigung auf der Basis der von der gemeinsalnen Konlmission gestellten Anträge erreicht. Au der Konferenz nahmen teil: Bon zionistischer Seite: Der Präsident der Zionistischen Weltorganisatioil Dr. Chaim W e i z m a u n, der Präsident des Ziollistischell Aktionskomitees Oberräbbiner Dr. C h a j e s, der Direktor des Keren Hajessod Dr. Bertold F e i w e l, die Mitglieder des Finartzuub Wirtschaftsrates Dr. Georg Mayer (Wien) als Vertreter des M i s r a ch i. Von Seiten der Agudah: Die Hevren Dr. Pinchas K o h n (Wien), R o s e n h e i m (Frankfurt), Rabbiner I. Hör ow i tz (Jerusalenl), Rabbiner T. H o r o w i tz (Polen), G u g g e n h e i m e r (Basel) und Kommerzialrat Sicgnlund B o n d i (Wien). Dr. Chajes wieder in Wien. Oberräbbiner Dr. C h a j e s ist gestern aus Londov in Wien cingctroffcn. Die allgemeine jüdische Konferenz in Polen« Warschau, 11. Mai. (I. T. A.) Demnächst ftitbeu bv Wahl eil zur allgemeinen jüdvschell Konferenz in Polen statt An dieser Konferell; 'werden Vertreter aller jüdischen Parteien und R-ichtungell, die ail dem Aufbau Pa löst int 8 und der Jewish Älg-ency teilnehmen wollen, anwesend fein. Die WaWommisfioil hat -bereits beit Wahlmodus festgesetzt. Ganz Polen ist in fünf Wahldistriktc (Warschau- Lodz, Wilna, Lemberg, Kmikau) geteilt. Es lverden 460 Delegierte gewählt, die ihrevseits 10 Vertreter der poltn-schen Judenheit für den Rat der Jewifh Agency zu wählen -habeil -werden. Die zioniften'Revistomften. Die in Paris abgehaltene .Konferenz der Zionisten- Revisionisten hat ein Zentralbo,mitee gowähl-t, welches sich aus derl folgendeil Personell zufamniensetzt: Borchim, W. Jabotinsky, Tr. I. Segal, Dr. S. Trowk i ll, W. T e m k i m, Dr. T r i w ll s, alle in Paris; Isaak C o h e n (Saloniki), M. Groß itt alln (London), Dr. I. Hoff mann (Riga), Dr. N. Ho ff mann (Wien), -Rec a n a t i (Salo-nik>i) uild Dr. I. W e i n s ch a l (Palästina). Wladimir Jabotinsky winde -zum iPräsidenten und Wladimir T e m >k i in zum Vizepräfidenteic gewählt. Sitz des Zentralkomitees ist Paris. Der erste Koilgreß der Vereinigung wird in- Palästilia i >nr i! o m m e n d c n Winter abgehalten werden. Außer den bereits tilitgeteilten 7 Resolutionen (siehe „Wieneir Mo-rgeitzeitung" vom 11. d.) -wurden noch die folgenden Entschlüsse gefaßt: Das gesamte nrlkultivierte Land in P a 1 ä st i ii a und T ra n sj o r d an i en soll als L a n d r e f e r v e für die Kolonisation unter voller Entschädigung der bisherigen Besitzer vereinigt tlild der Zionisiischell Organi-sation übergeben werden. -I n d e n und Araber n> in Palästina wird Land unter b c it gleichen Be di n g \i n g c it zugeteilt. Es soll - eine jüdische N a t i o il a l a tt l e i h e unter offizieller Garantie begeben werden, wobei die L a n d r e s e r v e als Sicherungsobjekt dient. Steuerir atatl) Abgaben sollen radikal revidiert werden, um die Lage der neuen Einwanderer zu erleichtern und, eine intensive lokale -Produktion zu fördern. Die jüdische Legion soll wieder hevgestellt werden und einen Bestandteil der b r i tischen Gar n i s o n bilden. G e n d a r nr e r i e und Polizei sind n-ur ans Elenlerrten zrc rokrrltiewn, deren Loyalität gegenüber denr Maird-at zweifellos ist. Sämtliche Mitglieder der Jewish Agency w erde tt v o nr -Z i vn i ft e n f o n g r e ß g e w ä h l t und sind nnr diefenr verantwortlich. Kongreß,Wahlrecht haben alle jüdischen Einwohner Palästinas, alle Spender der zionistischen Fonds und Mitglieder der a-m Aufbauwerk beteiligten jüdischerl Gesellschaftelt. Die Wahlkreise sind territorial ntld s ch l i e ß e n Fra k t i o n e n wie M i s r a ch i und H i ta ch-dn th aus. Die Konferenz ltahnr ferner eine Resolutio'u an, in ,we lch er die Gründung der u u a b h ä u g i g e n O r g anifation Bri th Ha s ch o nr e r, . deren/ Ziel es ist, den Geilst der jüdischen Legion unter der Jllgend Palästina/ und lder Diaspora au stärken, begrüßt wird. ' Die Vereinigung der ZiollistellMevifioni!stelt betrachtet sich als e i n e n Teil der z i o n i ft i s ch e n Weltorganisation, nimmt für sich aber >das Recht auf unabihängige Propagallda in der jnvi-schen und nichtjüdischen Welt in AnfPruch. Wieder ein jüdischer Stildtchen nieder» gebrannt. Warschau, 11. Mai. Das Städtchen K l ew a n bei Luck in Wolhynien wurde durch eine Fvuersbrnnst fast völlig zerstört. Hunderte von Familien, fast durchwegs jüdische, sind obdachlos. 8ln PMngMg bei Bndavest abgeftürzt. Der Pilot getötet. Budapest, 11. Mai. (U. T. K. B.) Ein Flugzeug der Gesellschaft F r a lt c o - R n »n a i n e ,das hente um 12 Uh, iw Wien ohne Passagiere anfgeiftiegelt war, geriet übe, drm Flugplatz Matthias-Feld in ein Gewitter. Um dissem auszuweichen nahln der Pilot eine scharfe Kurve, verlor jedoch die Herrschaft über das Flugzeug iwrä Hälper n und I. N a i h i t s ch, Oberrabiner von Engand Dr. I. H. e r tz, Dr. D a i che S (London) und. Philipp stu-rzteab. Der Pilot wurde getötet,/das Flugzeug wnrde zer-

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