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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-06 · Heft 2230 (6.5.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2230 (6.5.1925)
Date
1925-05-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ur. AM Dien. MWvoH_ hon ihnt <mSgesetzt«n zehntausend Mark Belohnung v e rurtei11 wird. Don beiden Selten waren Sachverständigen-gutachten beigebracht worden. Das Gericht ist, wie es in der Nrtellsbegrün'dung angibt, zu der Ueberzougmtg gelangt, das; die Stelle aus dem Talnmd über das angebliche Verbot der Zeugenaussage zugunsten eines Nichtjuden gegen einen Juden nicht sinngetreu wiedergegebcir worden ist. Das Verbot ist nämlich, so heißt es in der tlrt«ilsbegründung, nicht ein bedingungsloses, wie man nach der Ueberisetzung anncihmen muß, die von Fritsch im ,Handbuch der Jndeiifragc" veröffentlicht worden war. Die wesentliche Beschränkung dieses Verbotes im hebräischen Original ist in der Udbevsetzung von Fritsch auch nicht andeutungsweise erwähnt. Durch Weglassung der Einzelheiten erscheint das Verbot verallgemeinert, wodurch sein Sinn in einer auch für die moralische Bedeutung des Verbotes erheblichen Weise entstellt ist. Mit der Nachwoisung einer solchen erweislich unrichtig übersetzten Stelle hat der Kläger rechtlich begründeten Anspruch auf die vom VeElagten ausgesetzte Belohnung von 10.000 Mark erworben. Der Rabbi von Bodroslererztur. 21.000 Personen beim Leichenbegängnis. Aus B u d a p e st wird uns geschrieben: In B odrogeresztur wurde am 29. April der wert über die Grenzen Ungarns hinaus berühmte Rabbiner Schafe Steiner zu Grabe getragen. Der Rabbiner hatte 58 Jahve in dem Orte gewirkt und war 78 Jahre alt geworden. In diesem hohen Mer hatte er es sich nicht nehmen lassen, am Todestage eines seiner Lehrer und Vorgänger nach Neu-Sandec zu eilen und hatte sich auf der Rückreise eine Blutvergiftung zugezogen, gegen die jede äy)t- Nche Hiffe machtlos blieb. Der Wunderrabbi hatte sich durch seinen rechtlichen Sinn und durch seine Mildtätigkeit einen großen Ruf verschafft und wurde auch von Andersgläubigen gern um Rat und Hilfe angegangen. Keiner ging ohne Trost von ihm. Das allgenreine Beileid ^manifestiert^ sich denn auch in geradezu großartiger Weife. Nicht tveniiger als vier lange Extrazüge liefen von auswärts in die kleine Station ein und die Landstraßen ivaren dicht bedeckt von Leidtragenden, die mit Auto, mit Wagen und zu Fuß zum Begräbnis eilten. Der kleine Friedhof vermochte die große Zahl der Trauergäfte nicht zu fassen. Immerhin dürsten sich auf dem Friedhöfe 24.000 Personen erngefunden ihaben. Unter den Anwesenden bemerkte mau den Gutsherrn Grafen Ernst Szechenh-Wolkenstei>lt, für das Komitat Zenrplen den Tokajer Oberstuhlvichter Andor Jseph, für die Geubeindevorstehungen von Bodrogkevesztur und Umgebung die Obernotüre Siegmund S z e n t g h ö r g h und Paul H a l a ß, den römffchkathölrfchen Pfarrer und päpstlichen Kämmerer Stephan Latz ko, den griechisch,katholischen Geistlichen Johannn Varga, den reformierten Seelsorger Johann Batta. Mehr als hundert RaW'mer waren erschienen. Die Familie Schrameü. Die Ahnen des neuen französischen Ministers des Innern. Jur Israel. Wochenblatt für die Schweiz" schreibt Dr. M. Ginsburger (Straßburg): An der großen Heerstraße, die von StvaHburg über Colmar nach Rusach—Sennheim—Belfort bis nach Lyon führt, liegt zwischen Rufach und Sennheim das Dorf Jsenheim. Jsenheim hat wohl niemals eine zahlreiche jüdische Gemeinde beherbergt. Im 16. Jahrhundert wohnte dort ein gewisser H a j i m, der der Ahnherr berühmter RaMner war. Zweihundert Jahre später finde ich in einer im Bezirksarchiv zu Colmar aufbÄvahrteu Urkunde, einer Gewerffs-Belegung «des Fleckens Jsenheim vom Jahre 1726. zehnjüdifcho Familie n, von denen neun ein .Haus ^sitzen. Alle haben bereits Familiennamen, Bloch, Bluem, Frankh, Lichtställer, Cain, Weill. In der Folgezeit kommen zu diesen Familien rroch mehrere andere, und im Jahre 1784 beläuft sich ihre Zähl nach dem lbekanuten Deuom- 'bremellt auf 23 mit 114 Individuen. Uns interessieren dabei vor allem die unter 5., 6. und 7. genannten, weil sie den Familicnnamerr S ch r a m e ck führen. Ein Jakob, Sohn von Abraham (Schrameck), 'der ältere figuriert schon im Junghölzer BeevdigungAverizei chslis vom Jahre 1779, und der ebenfalls dort genannte Jtzig berr Abraham war vermutlich sein Sohn, der mit Rehfel verheiratet war und im Jahre 1784 zwei Söhne: Scheyen und Jakob und zl.vei Töchter Jedle rmd Blümle hatte. RcysH'l war allen: Anscheine nach Witwe, als sie sich mit Isaak Schrameck verheiratete, denn zu ihrer Familie gehöreil noch zwei Söhne: Gabriel und Salomou Wahl. Die beiden andern in: Denombrement angefi'chrten Schm,neck (Abraham und Löw) Ware:: vermutlich die Brüder Isaaks. Einem dieser drei Brüder wurde in: Jahve 1795 e-in ^ohn geboren namens Gabriel. Er hat seine „Evlebniise' ausgezeichnet, die M. Grunwald tut Jahre 1913 jutd) einenl Privatdvuck veröfferttlicht hat. („Die Feldzüge ompolcons nach Aufzeichnungerl Wischer Teilnehmer und Augenzeugen", 319 ff.) Gabriel Schrameck verlebte eine Kindheit tmb eine Jugend^ die, iuie Grtruwald sagt, an die Leiden eines ^lrver Twist erinnern. 1813 wurde er zurrt 57. Regiment nach Straßburg ausgehoben. In Mainz i.vird fein Truppen- Ktl vom General Keller nt a it n inspiziert. Bei Dresden PH»« WwowtxTTanf.' «.MUSS» «cifc» Mitteilungen attsjem Publikum. wi.d.rtu ti.B..! Buren: OH].frasi.Zigaretieoptpler JUD im,MI.m Wird unter unsäglichem Elend unter fveiem Himmel kampiert. Es folgt Schlachtengewühl und Gefangenennot in Böhrnen rrnd Mähren. Sein Elend hatte mit einem Male ein Ende gefunden, wenn er in österreichische Dienste getretert wäre. Er tat es nicht. Die Freundlichkeit dort Glaubensgenossen befreit ihn aus seiner verzweifeln Lage. In die .Heimat zurückgekehrt, läßt er sich in Straßburg nieder, wo er als geachteter und wohlhabender Bürger im Jahre 1853 gestorben ist. Der zum Minister des Innern ernannte Senator Abraham Schram eck ist einer seiner Nachkomnten. Liane Haid schwer vemnalM. Berlin, 5. Mai. (Tel.-Komp.) Die bekannte Filmschausptelcrin Liane Haid ist heute nachmittags bei einer Filmprobe verunglückt. In dem Film „Liobesfeüer", der im Atelier des Ufa-Konzerns gedreht wird, sollte Liane Haid von ihrem Partner Malter Rilla aus einem brennendenTheater getragen werden. Bon den allzu echt dargesellten Flammen bedrängt, nmßte sich Rilla an eine Tveppenbvüstung lehnen. Diese brach zusammen und der Schanfpieller stürzte mit der Künstlerin auf dem Arnt in die Tiefe. Rilla zog sich schwere Quetschungen zu. Liane Haid erlitt s ch w e r e B e r l e tz u n g e n am Arnt und mußte in ein Krankenhaus übcvführt und svfortoPeriert werden. Amundsen flugbereit. Hamburg, 5. Mai. (Wolff.) Nach einer Meldung des ,HaMbuvger Fremdenblatt" atls Kopenhagen hat A m u n d s e n aus Kings Bay berichtet, daß die beiden Flugzeuge seiner Polarexpedition nunmchr startbereit seien. Die Witterungsverhältnisse seien günstig. De beiden HilfSfcchrzeuge der Expedition fahren heute nach Norden, um einen geeigneten Start- und Landungsplatz ausfindig zu machen. Sobald dies geschehen sei, würden die Flugzeuge folgen. Werm keine unvorhergesehenen Meignisse eintreten, beabsichtigt Amundsen, am nächsten Mittwoch nach dem Nordpol zu starten. Austritte aus dem Judentum. B a ch t a c& Valerie, geb. 22. Mai 1901, Buchhalterin, 5. Bez., Schönbrunnerstraße 14. Ehrlich Franz, geb. 22. November 1902, 3. Bez., Große Pfarraaffe 14. Skalka Otto Isaak, geb. 26. September 1906, 2. Bez., LeopoldSgaffe 5. R osa n e S Flora geb. Ehrenzweig, geb. 11. Jänner 1868, 9. Bez., Hörlgasse 3. Weinrnger Mathilde, geb. 16. April 1693, 7. Bez., AndreaSpasse 8. M i ch e l st S d t er Hans, geb. 24. Dezember 1897, 7. Bez., Neubaugasse 57. R evitz Jenö, geb 27. Jänner 1897, 5. Bez, Krtehubergasse 27. S ch o r s ch Auguste, geb. 30. August 1898, 10. Bez., Laxenburaerstraße 39. Polivka Klara, geb. 13. August 1899, Hilfsarbeiterin, 2. Bez., WbSstraße 28. I u ft Siegmund, geb. 6. März 1890, 14. Bez., Arnsteingaffe 35. Karpfen Henriette, geb. 6. März 1899, Klosterneuburg, 9. Bez., Ayrenhoffgasie 8. Kürschner Zottan, geb. 9. Jänner 1895, BMszentgyörgy, Beamter. 8. Bez., Blütengasse 51. B ad i a n Max, geb. 7. August 1876, Sadagora. 6. Bez.. Gumpendorferstraße 36. Frankfurter Frieda, geb 14. Februar 1897, Wien, Sängerin, 1. Bez.. Kumpfgasse 6. N e u s ch i tz Alfted, geb. 5. März 1881, Budapest. 19. Bez., Billrotbstraße 39. N e us ch i tz Rosa geb. Kalman, geb. 28. April 1895. Uzdin, 19 Bez., Billrothstraße 39. F i s ch b a ch MoseS, geb. 28. Juni 1894. Alt- Zuczka, 1. Bez.« Postgaffe 14. K n ö p f e l m a ch e r Emma, geb. 23. April 1890, OlmÜtz, 1. Bez., Eltsabethstraße 24. Glasel Miksa, geb. 12. April 1898, Mariko, Tischlergehilse, 8. Bez.. Lerchenfelderstraße 148. , Wien. 6. Mai. * Das Wetter. Ge-sterrt gab es einen prächtigen Maitaig. Die Borausiscrge kündigt heiteres, warmes Wetter an. Längere Dauer desselben scheint nicht gesichert. * Schneeverwehung in Steiermark. Am 3. d. muhte der um 6 Uhr 11 Minuten von Eisenerz obgehende Personenzng 1 zwischen den Bahnhöfen ErKera und Präoichl wogen Schnee- Verwehung anhalten und nach Elsenerz zurückfahren. Nach Fveimachung der Strecke konnte der Zu>g mit zweistündiger Verspätitng die Fahrt fortsetzen. * Die LebenSmittelmärkte. Die Miischrmpovte rn der Grohmarkthalle beliefen sich aasterr, auf 21 Waggons im Gewichte dort 123 Tonnen, darunter 12 aus Polen. Trotz MonatSboginnes war die KäufevbeteM'gunifl eine bogrengte. Die Preise zeigten gogen Montag zwar kerne Veränderung, dürsten sich aber im Laufe der Woche Mtger stellen. — Der Naschmarkt wurde gestern mit Gärtnererzougmssen weisentlich günstiger beliefert. Salat langte atls der Nvusiedlevgogend wie auch aus beit anderen Pvoduktio-nsgetbieten in größeren Mengen ein. so daß die Preis« herabgesetzt wurden. Die Nachfrage nach allen Gemüselsorten, insbesondere nach Frühkartosifeiltt und ^alat, war ein« leibhafte. Auf dem Obstmarkte laNigten Orangen trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit noch immer in großen Quantitätert ein. Mit Butter und mit Eiern sind all« Märkte ausreichend versehen. * Jüdisches Realgymnasium. 2. Bez., Castelleqgaffe 35. Anmeldungen für die erste bis siebente Klaffe tätlich zwischen 12 und 1 Uhr. * Pressefahrt auf den Semmerina. Die Ovsterveichische Berkohrswerbttttgsgesellschaft veraustattote Sonntag den 8. d. unter Führttng ihres Direktors, des Ministerialrates Doktor DorniNiger, eine Pressefährt auf den Semmering, an der 'LandeShauptmartu Dr. B tt i* e f ch. Abgeordneter Dr, Bars ch und ein« Reihe von Vertretern der Zentralstellen teilnahmen. Der Chefarzt des Kurhauses Semnterntig. Medizmalrat Doktor Han sh. gab «inen dankenswerten UobeMick über die Bedeutung des Semmerings äls Kurort und Sportplatz, wobei er besonders betonte, daß neben dem Wintevsport, der hier bereits einen weit berühmten Mtttelvunkt gefunden hat. nun auch Golf und Tanbenschießen eine Stätte finden sollen. Der Sonntag war der Vesichtignna der Einrichrnngen des Kurortes gewidmet. Zultächst wunden das unter der Lcitnitg des Ebesarztes Tr. H e ch t stobeittde Palace-Sartat o r i tl ui, dann das K n r h a u »- S a n a t o r i tt m, das vom Chefarzt Dr. S ch rn i d t geleitete Sanatorium S e m- Met ing besichtigt. Die Teilnehmer an hex Fährt hatten Gelegenheit, als Gäste des Südbehnhotels düe Vorzüge dieses Hauses am eigenen Leibe zu empfinden. Besonders wertvoll waren di« AEärungeU. di« der Direktor des SüdbahnhotÄs. Herr Kurt Seibt, als kundiger Fachrnann Über das Ent- Menkommen der SeunueriNiger Hotels in der Preis- 'bffdunlg gab. * Dt« Selbstmörder. Gestern mittags hat sich die 21jährige Hilfsarbeiterin Anna Gaffer aus unbekannter Ursache aus einem Fenster ihrer Wohnung in dm Hof gestürzt. Sie erlag ihren VerletzuuMN. — Die Mahriae Comptoiristm Steffi Back hat sich in dem Augenblicke, äks Verwandte in ihr Zimnter eintraten, durch einen Rovolverjchuß in die Herzgegend getötet. Das Motiv der Tat ist unbekannt. — Montag abends wurde die Leiche des 22iährigen Kellners Edwin Graf aus dem Donaukanal gezogen. Er hat SÄbistmord begangen. üge von plötzlichem Unwohlsetn befallen stestelle br' Fahrt auf seinem worden. Er konnte den Zug noch 'zur HaltMlle bringen und 'türzte dort bewußtlos zusammen. Die Rettungsgesellschaft konnte nur mehr den Eintritt des Todes festftellen. * Verhaftung der Göttlicher-Platte. Der Polizei ist cS fährlichkeit weit übertreffen soll, ist allerdings entkommen und konnte bisher noch nicht eingebracht werden. Die Bande "at im Sonuuer vorigen Jahres eine Reibe von Kasseneinrüchen, hauptsächlich in der Inneren Staot, verübt und. ist dabei immer vom Kanal eingestiegen. Damals gelang es, Alois Göttlicher, seinen Bruder, den angeblichen Produktenhändler Anton Göttlicher, und zwei Spießgesellen zu verhaften. Alois Göttlicher erbot sich, der Polizei im Kanal versteckte Beutie zu zeigert und wnrde von einer Eskorte auch zu dc-nr beichneten Platz geführt. Bei einer Stelle mußte auch eine tauer überklettert werden. Göttlicher gab, einem Polizisten einen Stoß und entkam. Bald nachher nahm er wieder sein Cinbvecheräewerbe auf. Bei ihren Raubzügcn erbeutete die Bande mehr als eine Milliarde Kronen. Im Zusammenhang mit der Verhaftung der Göttlicher-Platte gelang es der Polizei, noch einer zweiten Gesellschaft von Auslageneinbrechern habhaft zu werden. * Sckülerfahrpreisermätzigungen aus den Straßenbahnen. Es empfiehlt sich, Ansuchen um SchülerfahlpreiSevmäßiguugen auf den städtischen Straßenbahnen schon jetzt für,das kommende Schuljahr einzubringen. Diese Artsuchen werde,: dann während der Ferienmonate erledigt, so daß der Schüler gleich bei Beginn des neuen Schuljahres die Ernräßigungskarte besitzt. Ansuchen, die später, etwa erst bei Beginn des Schuljahres, einlangen, können nicht mehr zettgerecht erledigt werden. * Das Wachstum der jüdischen Kinder. Der „Poster Llopd" schreibt: Das jetzt erschienene Haft der Anchropölogick Füzetek bringt unter zahlreichen anderen ungeutein interessanten Auisjsätzen aus dem Bereiche der Anthropologie. Biologie» Rassen- und Mychcukuude auch eine grtmdlogeude Studie des Redakteurs der Zeitschrift, Dr. Ludwig Ba rtuez, worin er die Körpevgröße und das Wachstum der Schtvlkinder in Ungarn, ans Grund eines Materials von rund 60.000 Messungen, einer Untevsuchun'g unterricht. Es handelte sich bei diesen Aufnahmen um 24.000 ungarische und 36.000 ungarlärMsche. doch verfchiedeuen Nationalitäten angehörende Kinder tut Alter von sechs bis zwanzig Jahren. Ohne hier aus die anderweitigen Ergebtttffe dieser Enguete einizugchen, ntöchten wir nur die Schlüsse, die sich in bezug auf die jüdischen Kinder ergaben, Nnederhoilen. Bei der Untersuchung des jähvlichen Wachstums .dieser Kinder fiel es auf. daß die jüdischen Knaben schon mti sechs Jahren eine s'chr gut bechachtbare J,tte,ffirät im Wachstum im Vergleich« mit den anderen Kindern cvusiweisen. Dieses intetchlvere Wachstum ndnmt mit den Jvhren noch zu und erreicht' sein MaMNum bei den Mädchen im elften, bei den Knaben im. vierzehnten Lebensjahr, wonach es, wohl mit gewissen Schwankungen, aber stetig äbnimmt. Di« jüdischen Kinder. erreichen also um ein Jahr früher das Maximum ihres köripevltchen Wachstums. Die Studie kommt zu der Folgerung, daß bei den JMenkindern die frühe Entwicklung ein uraltes, aus anderen Ländevstrichen ntitgebrachtes Merbmal ist. das Äber unter den UmwÄtemflüssien, ihrer neuen Heimat beträchtlich abgoidämW, bezw. zeitlich etwas verschoben wird. * Mondscheinpartie für Himmelsfreunde. Fvcitag und Samstag hält bei - günstigem Wetter Professor Dr. Oswald Thomas auf dem Sommerhaideweg volkstümliche Borträge über den Mond. Versammlung pünktlich um 8 Uhr in Pötzleinsdorf. Endstation der 41er-Linte, Ende 10 Uhr. Die Mitnahme eines Opernguckers ist enrpfehlenswert. * Auskultation durch Radio. Zunr ersten Male wurde am letzten Sonntag die drahtlose Station des E i f e l t u r m s dazu herangezagen, einem breiten Aerztepüblikum die Herzgeräusche zu übermitteln. Versuchsleiter war Dr. Lutenbacher, Arzr rn einem Versailler Spital, Aufnehmer etwa 500 Spezialisten des Seinedepartements. Es wurden nacheinander die Geräusche erst des gefunden, dann des kranken Herfens drahtlos übermittelt und die Reiyenfolge mehrmals varttert. Es soll mwt festgestellt werden, inwiefern die Ausnahme fchlerfrei und mit den nötigett Nuancen zustande kam; das EMebnis liegt noch nicht vor. Fällt es zufriedenstellend aus, so sollen auch die Lunge, der Puls usw. nach derselben Methode untersucht werden. Der Endzweck ist natürlich eine vollständige Auskultation auf Entfernung, womit das in Amerika bereits allgemein übliche „Sthetaphon" wett überholt wäre. * Das Haupt der Oweag-Fälscherbandc verhaftet. Mitte Atärz d. I. l>at, wie berichtet, die Aufdeckung der in größtem Stile beirtcbenen Fälschungen von Aktien der Obevösterretchrschen Wasserkraft- und Elektrizitätswerke-A.-G. großes 'Aufseben erregt. Die Fälschrtngen wurden in der Werkstätte des im Jänner verhafteten Mbert Krottenmaher vorgenommen. Die anderen Wtitglieder der Fälscherbande sind ins Ausland geflüchtet. Nunmehr wurde das Haupt her Bande, Franz Hort, in I v a n k o v c e in Jugoslawien verhaftet. * Ein Kutscher samt den Pferden in der Donau ertrunken. Am 1. d., vormtttags, ist der Kutscher Alois Daniam nächst der fliegenden Brücke Korneuburg-^Klosterneuburg samt seinen Pferden im Donaustrom ertrMken. Daniaut war mit den Pferden, di« an einem Drahtseil einen Sandtrauner zogen, am Ufer stromaufwärts geritten. Beim Passieren einer Sandbank hatten nun die Schisfsführer das Zugseil nicht verlängert, sondern dem Kutscher den Auftrag gegeben, mit den Ävei Pferden in das trübe Wasser der Sandbank zu reiten. Dabei verloren die Pferde dett Halt, wurden samt dem Kutscher in die Tiefe gerissen und verschwanden in den Wellen. * Ein jüdischer Fleischer in New-Pork Wege« Verletzung der Kaschruthvorschrifte» verhaftet. Aus New-Uork meldet I. T. A.: Der Direktor des Departements für öfsenttichsn Handel im Staat« Now-Pork verfügte di« Verhaftung des jüdischen Fleischhändl«rs Saul K eise r. Präsidenten der Kaifer Prootfions Eontpany, tvetl er laut einer Mitte i lv n g der Union ber orthodox-jübischen Kongregationen di« Kafchrnthvovschriften der religiösen jüdischest Gemeinschaft verletzt hätte. I

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