Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-05-06 · Heft 2230 (6.5.1925) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2230 (6.5.1925)
Date
1925-05-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981315--22695-3010135
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

OettrS Wie». MtkwoH Wiener Mnrsemeituna. 6. Ma4 1925 ... — ■■■'■ 1 r ... ..- ." ..".. Seretoe, LottkSge trat Bersammlunge«. MaimonideS-Institut, 3. Be-., Hetzgaffe 40. Sevte, 8 bis 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. K a m i n k a r Traktat anhedrtn; 7 bis 8 Uhr, Maimonibes, More Rebuchim. -ZionisttscheJugendgruppeLeovold stabt. Heute, präzise 7*8 Uhr abends, 2. Bez., Zirkusqaffe 33, Plenarversammlung mit anschließendem Referat der Frau Erna P a t t a t Uber Palästinavorberettung. Gäste willkommen. — Jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt. Heute, 8 Uhr abends, Cafe Siller, 1. Bez., Schwedenplatz (Mezzanin), Vortrag des Herrn Llrch. Ing. Hans S o b e l s o h n überr „P a l ä st i n a und der j ü d is ch e Techniker/ Eintritt frei. Gäste willkommen. — Soziale VereinigungjüdischerAerzte Morgen, 8 Uhr abends. 8. Bez., Bennoplatz 1. Vortrag Prof. E R u t t t n über r „Aerztliche Eindrücke aus Palästina und Syrien.* Sodann Vortrag Dozent Doktor S t r i s o w e r. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. — Jüdischer Frauenbund, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11—13. Morgen, 7*3 Uhr abends, Esther M i efes:Btbelvortrag(I, Samuelts 8) und Mischnavortrag (Sprüche der Vater, 1) im Zeremonieniaal des Müllnertempels, 9. Bez., Müllnergaffe 21. Gäste willkommen. Eintritt frei. — Gremium österreichischer Handelsvertreter. Morgen und Freitag von 11 bis 12 Uhr vormittags in der Geschäftsstelle, 1. Bez., Elisabethstraße 9 (Schillerhof), 1. Stock, Tür 10, Besprechung zu den bevorstehenden H a ndelSvertreter-Gremial Wahlen. Aufstellung einer eigenen Gremialwahlliste. * Oesterreichische Politische Gesellschaft, 1. Be.;.. Anna-gasse Nr. 6.' Morgen um 7 Uhr Vortrag des Präsidenten des Allgemeinen Böhmischen Bankvereines, Dr. B. Schuster, bev. Minister a. D.» aus Prag, über: „Die tfchecho-flowäkische Handelspolitik und ihr politisches Milieu." Zionistischer akademischer Landesverband (I. A. V. Jordania). Sonntag den 10. d., halb 11 Uhr vormittags, im Ingenieur- und Architektenverein, 1. Bez., Eschen'bachgasse 9, zionistisches Meeting. Es werden die Herren Ing. Robert Stricker und Dr. N. M. Gelber über „Aktuelle zronistische Probleme,, sprecheir. Radioprogramm. » tittwoch den 6. Mai. 9 Uhr: Marktberichte. — 1 Uhr 10 Min.: Uran azett. — 1 Uhr 15 Mm. : Wetterber cht. — 3 Ubr 30 Mn: Wiener Börse. — 4 Uhr: Nachrichtendienst. — 4 Uhr 10 Min. bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Sonderprogramm (nach Abstimmung der amerikanischen Radioabonnenten) Beethoven r Leonore Nr. 3; Händel: Largo; Schumann : Träumerei; Schubert: Rosamunde; Bach: Air csltbre; Schubert: Moment musical; Mozart: Don Juan, Phantasie: Mendelssohn: Andante aus dem Biolin-Konzert; Schubert: bi-Moll-Symphonie; Weber: Aufforderung zum Tanz. — 6 Uhr: Deutsche Lyrik. Lieder von: Mozart, Schubert, Brahms. — a/*8 bis V*9 Uhr: Englischer Svrachkurs. — 7,9 Uhr Kammermusik. Haydn: Streichquartett O-Dur Nr. 71. Fitzner-Quartett; Beethoven: Streichquartett Opus 18, Nr. 6, L-Dur, Fitzner-Quartett; Klaviervortrag: Frl. C. Horst-Horwitz; Strauß-Grünseld: Aschenbrödel-Walzer; Mozart: Klarinetten quintett. — 10 Uhr: Heitere Abendmusik. Bühne und Kunst. Die französische AnfWrrmg von Schalom Asch' -Gott der Rache". Aus Poris wird uns berichtet: Im hiesigen Kunstcheater ,Melier" wurde am 21. April zum ersten Mal« Schalom Asch' „Gott der Rache" in französischer Sprache gegeben. Auf den Ankündigungen der Uraufführung wurde der Titel auch in Mischer Spmche mit hebräischen Lettern angeführt. Die Premiere gestaltete sich zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis. Es waren sämtliche Pariser Theatergrößen und Habitues der großen Theater erschienen. Das Stück fand in der gesamten Presse ohne Ausnahme der Parteöstellmvg eine günstige Aufnahme. Gespielt wurde schr gut «und ohne Uebertreibungen, die gerade bei diesem Stück nahelägen. Seit der Premiere bildet „Gott der Rache" ein Zugstück des genannten Kunftthsaters. Load Bouwmeester gestorben. Der Nestor der holländischen Schauspieler, Louis Bouw- Merster, einer der größten Bühnenkünstler, ist im hohen Alter von 84 Jahren gestorben. Bouwmeester, der bekanntlich ein treuer Jude war, hat noch vor zwei Jahren am Wiener Burgtheater ein Gastspiel als Shylock «bfölvrevt und wurde damals überaus gefeiert. Anläßlich seines letzten Schauspielerjübiläums hatte ihm die Amsterdamer Stadtverwaltung die Senatskutsche zur Verfügung gestellt, alle Bevussstände hatten Abordnungen entsendet und all« Fenster und Straßen, die er an: Heimweg aus dem Theater Passierte, waren reich illuminiert. Einer der freudigsten Augenblicke für den greisen Künstler war es, als ihm zu Paris der Minister der schönen Künste aus das Kleid Shylocks das Offizievskreuz der Ehrenlegion -heftete. Neben dem Shylock und anderen Shalkespeare- Rollen, wie insbesondere Macbeth, Mark Anton und Corrolan, zählte der Fedja im gebenden Leichnam", die männliche Hauptrolle in Zblas ,/Totschläger" und die Titelrolle in Hauptmanns „Fuhrmann Henschsl" zu den größten schauspielerischen Leistungen des .Künstlers. Ein glückliches Leben ist abgeschlossen. In verhältnismäßig jungen Jahren hatte es Bouwmeester zu unbestrittener Meisterschaft gebracht und behauptete den hohen ^ang unter den Mimen bis zu seinem Tode. Am den Matern. Burgtheater. Morgen, 7,8 Uhr abends, „D er Richter von Z a l a m e a". Staatsoper. Heute. 7,7 Uhr abends, „Lobe nari n". — Morgen, 7 Uhr abends, zum ersten Male. „D o n Gil von dengrüneuHosen" von Walter Braunf e l s. Akademietbeater. Morgen, 7,3 Uhr abend-, „D t e L o k a l b a h n". DeutscheSVolkSth «ater. Sonntag. 7,4 Uhr nachmittags, „DasvierteGebot*. — SamStag den 9. d. deutsche Uraufführung der Ftlmkomödte „DieSchlacht bei Waterloo" von Melchior L e n g y e l mit Max Pallenb e r g. Neuer WienerStadttheater. Heute beginnt das Gastspiel der Madame Simone mit ihrem Ensemble des Pariser Iliöätte cke 1a stenalsaance in „L a R a f a 1 e" (Baccarat) von Henri Bernstein. Die Vorstellung wird morgen wiederholt. Kleines Theater in der Annagasse. Morgen, 8 Ubr abends, Erstauffübrung des Schauspieles „R e v olutionShochzeit" von SophuS Michaelis. Wiener B ü r g e r t h e a t e r. Bis auf weiteres „Gräfin Mariza". Johann-Strauß-Theater. Suppes melodiöse OpercM „Die große Unbekannte" wurde gestern zum 35. Male aufgeführt. Ein solides Jubiläum, o>hn.e Shimmy und Foxtrott erzielt und ohne bestellten „Blume nha in" gefeiert. Abranowicz mußte sein Lied vom Paradies dreimal wiederholen. Herr Im hoff ist ein famoser Komiker und im Duett mit dom rassigen Fräulein Kolbe sdritter Akt) wirklich außerordentlich. Auch die Herren Max Brod und Balberg sowie Margit Äuchy nahmen an den Ehren der Jubiläumsvorstellung teil. Zwei Abende „Jüdischer Humor". Unter der artistischen Leitung von Max Streng finden Samstag den 9. d. und Sonntag den 10. d. im Theatersaale des Cafe Arkadia (2. Bez., Praterstraße 60) zwei sildische Käbavottabende statt. Es wirken n. a. Frau Lea Weintraub - Graf folvie die Serren Isaak De u t s ch und Max Streng mit. Beginn 8 Uhr. inttitt frei. „Neue jüdische Musik". Professor Julius Wolfsohn spricht heute um halb 9 Uhr abends in der Jiidischen Tischgesellschaft Landstraße, 3. Be;., Löwengasse 36, Cafe Lovrana (Souterrain), über „Neue jüdische Musik". Proben der neuen jüdischen Musik werden vorführen: Klavier: Fräulein Betty Fischer; Violine: Herr Karl Schars; neue jüdische Lieder: 'Frau Latte Mecze s. Gäste willkommen! Gerichtssasl. Sine Hochstaplergesellschast. 40 Geschädigte. Vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hofrates Dr. H ä r d t l haben sich in einer für drei Tage aNberaumten Verhandlung sechs Personen wegen Betruges und Unzucht wider die Natur zu verantworten. Es sind dies der 28jährige Kaufmann Otto Kozdas aus Berlin, der 24jährige Handelsangestellte Ernst Kozdas, der 18jährige Handelsgehilfe August Wilfinger, der 31jährige Alfons (Graf) Montecuccoli, der 36jährige Privatbeamte Ernst Schneck und der 26jährige Maschinentechniker Franz Pullitzer. Kozdas hat Medizin studiert, als er mit der Kaffeehausbesitzerin Leopoldine R e i ch l in Berndorf in Beziehungen trat. Ihrethalben ließ er seine Studien im Stiche. Er und sein Bruder, der während des Krieges die Kadettenschule und dann eine Handelsakademie 'besucht hatte, übernähmen die Führung des Krffeebauses. das früher schr gut ging. Sie verschleppten Silbergeschirr und richteten das Geschäft zugrunde. Als Frau Reich! Witwe wurde, heiratete sie Otto Kazdas im Oktober 1921, obwohl sie um elf Jahre älter war als er. Er knüpfte im Jänner 1922 mit Wilfinger, der gewerbsmäßig mtt Männern Unzucht 'betrieb, Beziehungen an, dre ihm große Goldopfer kosteten. Alls später über Frau Reich! das Entmündigungsverfahren eingeleitet wurde, zog Otto Kozdas mit feinem Bruder nach Wien und begann hier bedenkliche Geschäfte. Im Novem'ber 1922 trat er mit Josef I r s ch i k in Verbindung, der angeblich eine Kassenfabrik betrieb. Jrschik war ein Betrüger und flch schließlich nach Deutschland. Kozdas verübte nun hier eine Reihe Betrügereien. Dem ehemaligen Klavierspieler Anton Amon, der in der Hnglgasfe ein Haus, «ine Autogarage und mehrere Automobile besaß, schwindelte er sein ganzes Vermögen heraus. Er versprach ihm 600 Millionen Kronen, ohne ihm auch nur einen Heller zu bezahlen. Nun aber besaß Kozdas eine geeignete Grundlage, um seine Betrügereien in größtem Umfange fortzuführen. Er ließ große Annoncen der ,Mifabethgarage" in den Zeitungen einrücken und suchte „stille Teilhaber mtt Kapital". Die Opfer meldeten sich zahlreich. Ernst Kozdas und Wilfinger pflegten sie mit Autos abzuholen, denen dann der „Ingenieur" Otto Kozdas den anscheinend glänzend gehenden Betricib zeigte. In der Garage war eine fär-oige Lampe angebracht, deren Aufleuchten solche Besuche ankündigte. Nun entwickelte sich immer eine lebhafte Tätigkeit. Benzinfässer, die in Wirklichkeit leer waren, wurden, unter Geschrei in den Hof gerollt, leerlaufende Maschinen eingeschaltet und Autos hin und her geschoben. Die Anklageschrift zahlt 40 Geschädigte auf. Einer ihrer Helfer war der frühere Marineoffizier Alfons Montecuccoli, dessen klingender Name bei den -Betrügereien ausgenützt wurde. Er verlor zuerst 30 Millionen, beteiligte sich aber,dann an den Betrügereien. Der Schaden, den die Bande angerichtet hat,, erreicht die Höhe einer Milliarde. Schneck war früher Rechtsanwaltsanwärter, verlor aber wegen einer Verurteilung seinen Doktortitel. Schließlich sind die Brüder Kozdas mit falschen Pässen, die ihnen ein Freund verschafft hatte, nach Berlin geflohen, wo sie unter falschem Namen ein Bankgeschäft errichteten. Sie wurden aber dort verhaftet und an Oesterreich ausgeliefert. Wilfinger wollte gleichfalls flüchten. Sein Auto stand schon bereit. Ein Angestellter hat aber, um die Flucht zu verhindern, in den Vergaser Zucker gestreut unb so den Wagen unbrauchbar gemacht. Nur Leibrenten werden valorisiert. Die 7ojähvrge Frau Antonie Wi es en berger hatte im Jahve 1914 bei der Kaiser Evanz Josef-JlUibiläums-Verlsicheru-ngsgösellschast für 20.000 äüdkronen eine Leibrente von -monatlich 105 Kronen erworben und erhielt diesen Betrag auch honte noch in Papiertvonsn ausbezahlt. Sie -klagtdeshalb die Versicherungsanstalt auf Aufwertung ihrer Leibrente. Frau Wiefenberger verlangte eine Million Kronen -monatlich. Bei der vor dom Wiener Zivil- Ilandesgerichte unter Vorsitz des Hofrates Dr. Mikesch stattgehabtrn Verhandlung wurde die Klage mit der Begründung abaowiei'en, daß es sich um reine Geldsorderung handle, daher der Grundsatz: Krane ist Krone, in Geltung sei. Bevor noch über die Berufung entschieden wurde, hatte der Oberste Gerichtshof «hlich ausgesprochen, daß Leibrenten zu valorisieren sind. jener Oberlandesgericht unter Vorsitz des Hofrates Springer schloß sich dieser Ansicht an uud wies die Berufung aib. Gegen dieses Urteil hat Frau Antonie Wiefenberger die Revision an -den O b e r st e n Gerichtshof ergriffen. Dieser Revision hat der Oberste Gerichtshof umer Vorsitz des zweiten Präsidenten Dr. Z w i d i n e k mit einer am 4. d. heräbgelangten Entscheidung Folge gegeben. Die Urteile beider Instanzen wurden aufgehoben und denq eld-en a u f g e t r a y e n, ,die Leistu-ngs'sähiftkeit der Versicherrl-ngs-geseltschaft zu überprüfen wife nach Maßftalbe bi« R«nte auf-uwrrten, Volkswirt. Polnische Mrtschaftowoche. (Bon unserem poilnifchen M.-S.-Korrefpondenten.) In der Berichtswoche fand in Le-inberg die Genevälver« fammlung der Poln'ifchen Hypothekenbank statt, anläßlich welcher die Umwertung des Mtienlkapitals auf fünif Millionen Zloty, anfgeteilt in 60.000 Aktien zu je 100 Zloty, beschlossen wurde. Die jetzigen 3,750.000 Stück Aktion im Nominalwerte von 280 Mark werden nach dem Schilüffol von 75:1 zum Austausche gelangen. Die Evöiffnunigsbilanz in Zloty wurde am 1. Jänner d. I. auisigeftellt und es wurde ein Uebevschuß der Aktiva über die Passiva in der Höhe von 6,453.749.20 Zloty alls-gowiefell. Der Reingewinn pro 1924 betrug 191.784.71 Zloty, tvobei jedoch der Geschäftsgang nicht der beste war, die polirischen Filialen konnten nur einen ganz geringen Gewinn albwerfen und nur die Czernowitzer Filiale arbeitet nnt einem bedeutenden Gewinn. Erfreulich ist, daß die Aktiengesellschaften im allgonreinen schon die Unttvertung vornchmen. So hat nun auch die Bank der Industriellen in Posen die Valorisierung chres Aktienkapitals in der abgelanfenen Woche vorgenamnven. Das Aktienkapital beträgt nun 10.5 Millionen Zloty, die auf 1000 Mark lautenden Aktien werden auf 15 Zloty valorisiert. Für das Jahr 1924 gelan-gt eine Dividende von 0.50 Zloty zur Verteilung. Diose Bank stcht jetzt vor einer Fusion mit der Warschauer Bauk fiir hypothekarischen Kredit und wird auch infolgodessen ihr Aktienkapital um 10.6 Millionen Zloty erhöhen. Auf den polnischen Börsen ettv-arte-t man jede Valorisierung mit Ungeduld, da sie den richtigen Wertmesser für die einzelnen Unternehmungen abgibt. Man merkt auch schon ans den Börsen, daß hauptsächlich solche Effekten gesucht werden, die Substanzwert und Rentäbilitätssichecheit in sich vereinigen. In der Berichtswoche kam es nicht, wie befürchtet wurde, infolge der Wahl HindeNburgs zu einer Abwärtsbewegung, die Stimmung war lediglich vom Spezialinteresse für einzelne Werte abhängig. So konnten sich von den Wiener Arbitragewerten Zieleniewski auf 10.80, Dopege auf 1.30, Gälizische Montan auf 3.60 Zloty bessern. Unverändert blieben Chodorower bei 4, Malopolslkilbank bei 0.38, Rakszawa bei 1.80 und LeMbevger Bräu bei 7.80 Zloty. Stärker ausgeboten warm Hypothekenbank mit 0.49, Warschauer Diskoutlbank mit 6.70, Chybie mit 4.30 Zloty. Eine bedeutende Belebung ist in der Polnischen Holzindustrie zu verzeichnen. Die billigeren Polnischen Produkte werden infolge der Preissteigerungen auf dem Weltmärkte für Deutschland und England stark gesucht. Letztens interessiert sich jedoch auch das ausländische Kapital für diese Industrie und es werden VechaMungm gepflogen, die zu BoteMgungen an der polnischen Holzindustrie führen sollen. Ein Erfolg wäre schon zu verzeichnen, da die Bank der Äandlvirtschäft gegen eine weitere Haftung des Finanzministeriums für eine 60.000-Pfund-Sterki>ng-Anleihe, die der Gesellscha!ft Lulbomirski u. Tarnowski durch das englische Ehurchill-Konfortinm erteilt wurde, die Garantie übemommen hat. Das Darlehen wird zur Finanzierung des Holzexportes nach England Verwendung finden. Sonst kann man in keiner Industrie, mit Ausnahme einer kleinen Besserung in Lodz, einen leibhafteren Geschäftsgang feststellen. In Oberschlesien ist zur Abwechflung wieder ein Lohnkampf ausgebrochen, da die Arbeiter eine ISprozentlige Echöhung, die Industriellen eine lOpvolzentige Herabsetzung der Lähue fordern. Zu erwarteu ist nur, daß der Streit ein friedliches Ende nehmen wird, da ein neuerlicher Streik für die Industrie Oberschlefiens einen ungemein großen Schaden bringen würde. Das Land Niederösterreich und der Bankzinsfuß. Gestern fand eine vom Landesharvptmann von Niederösterreich einberufene Enquete statt, die sich mit der Frage befaßte, ob nicht durch ein Gesetz die Fürsorgeäbgabe für jene Institute ermäßigt werden solle, welche einen niedrigeren Geldzinsfuß einhsben. In der Enquete sprach sich unter anderen der Präsident der Nationalbcnrk, Dr. Reisch, gegen ein solches Gesetz aus, das nur die großen Geldinstitute treffen würde, ohne tatsächlich irgend -welchen Nutzen zu bringen, jurnal da die Regierung auch separat ein Geldeinlagengesetz geschaffen habe. In ähnlichem Sinne sprachen sich auch der Vertreter des Bankenvevbandes Dr. Sokal, der Bankenvereinigung Dr. Prager und die übrigen Experten aus. Zusammenbruch einer Bettwarenfivma. Gestern hat die älteste Firma ihrer Branche, die Bettwarenerzerlgungs- und Pfaidlerfirma Pauly I. u. Sohn, 1. Bez., Spiegelgasse 11, um die Eröffnung des Ausgleichsverfahrens angesucht. Die Firma ist im Jahre 1838 gegründet worden; sie hat sich seit jeher in Branchekreistn wegen -ihrer Solidität eines sehr guten Rufes erfreut. Die Ursache der Schwierigkeiten liegt in der schweren Absatzkrise. Die Passiven betragen 76.000 Schilling. Die Firma bietet eine Quote von 50 Prozent, zahlbar in 18 Monaten, an. Insolvenzen. Um Eröffnung des Ausgleichsverfahrens haben angesucht: Die Firma K o h n u. R o s e n b a u m, Manufakturhandel, 1. Bez., Gölsdorfgasse 6, Passiven 3 Milliarden, Anbot 35 Prozent; Josef Kertesz u. Co., Konfekt ionsart ikel, 12. Bez., Schönbrunnerstraße 185, sotvie die Gesellschafter Josef Kertesz, Ebendort, Arnold Schüldhviß, 12. Bez., Ko'bingergasse 18, und Adolf Guttmann u. Co., 20. Bez., Klosterneuburgerstraße 18, Passiven 2,8 Milliarden, Anbot 35 Prozent. — Der Kveditorenverein meldet folgende gerichtliche Ausgleiche: Rohstoff- und Prodnktivgenossenschaft der Herren- und Damenkleidermacher, reg. G. m. b. H>, Villach; Otto Engelbert, Cafetier, Mürzzuschlag; Hans Raab, Kaufnrann, Wels; Chrenfried Lepuschitz, Eferding: Franz Brandtner, Gemischtwaren, Brand bei Gmünd; Franz Walch, Kaufmann, Graz-Ragnitz; Berta Katschnig, Handelsfrau, Judenbuvg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.