Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2228 (4.5.1925)
- Date
- 1925-05-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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getle « _ Bfon, __Mfaw» Wwnwtylftwi." Schichten nicht bevorzugen. Die Leistungen der EHÄuzim sind ungemein bedeutungsvoll, sie waren und sind die Pioniere unseres Aufbauwerkes, aber den Pionieren hat das ganze übrige Volk nachzufolgen. Dies «wird immer mehr zur Tatsache: Der Keren Kajemcth, der seine Mittel hauptsächlich den mittleren Schichten unseres Volkes verdankt, mutz bei der Ansiedlung jetzt auch diese Elemente berücksichtigen. Die chassidischen Elemente, die ins Land kommen und sich ansiedeln, stellen einen jüdischen Typus dar, d c r i n seine m H e rzen die alte jüdische Begeisterung für das Landträgt. Leo Kaufmann weist darauf hin, daß es nicht angehe, dort, wo große Gefahren bestehen, die Chaluzim zu rufen, wenn es sich aber um Ansiedlung handelt, nicht die Chaluzim zu bevorzugen. Er beantragt, die Tagung möge von den zionistischen Instanzen foäern, daß bei der A n s i e d l u n g d e n Ehaluzim das Primat zu gewähren ist. Man schreitet zu den Abstimmungen. Die Konferenz kehnt.es mit Stimmenmehrheit ab, über den Antrag Kaufmann betreffenL das Primatrecht für die Chaluzrm einen Beschluß zu faffen, da diese Frage mit dem Gegenstand der Tagung nicht in direktem Zusammenhang We. Sodann halt Adolf Böhm das Schlußwort. Er konstatiert, daß die Tagung sehr würdig verlaufen sei. Sie hätte den Beweis erbracht, daß die Tagungen, die sich mit ernsten zionistischen Problemen befassen, die die verschiedenen Fragen des Palästinaaufbaues behandeln, ein hohes Niveau haben können. Man müsse Herrn Dr. Tartakower dankbar sein für die Idee und die Durchführung dieser Tagung, ebenso gebühre dem Landeskomitee der Dank dafür, daß es an dieser Tagung sich beteiligt habe und so die ganze Autorität der Organisation in den Dienst eines der bedeutendsten Probleme des Aufbaues gestellt halbe. Er hege die Ueberzeugung, daß diese Tagung Nachfolger finden wird, die mit demselben Emst und Sachlichkeit andere Seiten unseres Renaissance- Werkes bchandeln werden. Die bereits in unserer Ausgabe vom 28. April veröffentlichten Resolutionen des Herrn M>olf Böhm werden einstimmig angenommen, eLeno ein Antrag Grün Wald, und Zwar: „Der Delegiertentag betont, daß unter allen Umständen die Arbeit für den Keren Kajemech l'Jsrael hervorragende Pflicht eines jeden Zionisten bleibt, die in der Selbstkontingentierung ihre Erfüllung findet." Ferner erhält das- Schlußwort Herr Dr. Tartalower zur Begründung eines Antrages betreffend die Keren-Kajemeth-l'Israel-Arbeit der Zionisten. Nach einer kurzen Begründung verliest er seine Resolution, die foldendermaßen.lautet: „Die stetig wachsende Einkvandevung nach Evez Israel legt der zionistischen Bewegung die Verantwortung auf, beim Aufbau Erez Israels die nationalen und sozialen Gesichtspunkte der jüdischen Gesamtheit zur Geltung zu bringen. Ans diesem Grunde unterstreicht die Tagung die für den nationalen Charakter unseres Sisdlungswerkes entscheidende Bedeutung des Keren Kajemeth l'Jsrael. In dieser Erkenntnis ist die Tagung der Meinung, daß die Arbeit für den nationalen Bodenfonds nicht in das Belieben der einzelnen Zionisten gestellt werden darf, sondern ihm als zionistische Pflicht in der Form der Selbstkontingentierung auferlegt werden müsse. Neben der Selbstbesteuerung für den Keren Hajessod und die Arbeit für ihn ist die persönliche Verantwortung jedes einzelnen Zionisten für einen Teil' des Landeskontingents des Keren Äajemeth und daher die Ausnützung jeder sich bietenden Gelegenheit der Arbeit für den Keren Kajemech l'Jsrael die ernste Pflicht jedes Zionisten. Das LandeÄontiugent muß vor allem durch die Selbstkontingentierung der einzelnen Zionisten gedeckt werden." Diese Resolution wird zum Beschluß erhöben;. Brief an die Redaktion. Zionistische Couleurstudenten. Wir erhielten von einem zionistischen Akademiker 'Nachstehenden Brief: Wien, am 27. April 1925. Geehrte Redaktion! „Gestatten Sie mir vorerst eine erfreuliche Feststellung: Die Wiener zionistische Studentenschaft hat die Eröffnung der Universität in Jerusalem in so überaus eindrucksvoller und imposanter Art gefeiert, daß man an die Konsolidierung dieser wichtigen zionistischen Gruppe glauben muß und erwarten darf, daß sie wieder wie in der Vorkriegszeit die ihr gebührende Rolle in unserer Bewegung spielen wird. Aber gerade, weil mich dieser Aufschwung mit Stolz und Freude erfüllt, darf ich es nicht unterlassen, das einzige störende Moment dieser würdigen Feier kritisch herauszugreifen. Während der Feier stand am Podium des Konzertharchspales unter anderen auch ein jüdischer Student in den Farben seiner Korporation, und zwar in vollem Wichs. In Kanonen, Flaus, Schärpe. Zerevis und mit Schläger. Diese konservative, rein deutsche Studentenrracht nmßte bei einer jüdischen Feier störend empfunden werden. Nun liegt es mir gewiß völlig ferne, in die Anschauungen und Gepflogenheiten einer einzelnen Verbindung drein reden zu wollen, ich glaube daß die Nachahmung deutscher studentischer Bräuche nicht unbedingt jüdisches Denken und Fühlen beeinträchtigen MUß. Soferne jüdische Verbindungen stark genug sind, den Ballast derartiger für unsere Arbeit und unsere Kämpfe wertloser Sitten mitzuschleppen, liegt kein Grund vor, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Anders wird die Bewertung dieser Angelegenheit erst in dem Momente, in welchem die deutsche Tracht offiziell der jüdischen Oeffentlichkeit präsentiert wird. Und gerade das geschah bei der Feier im Konzerthaus. Erschwert wird in diesem Falle die Angelegenheit auch noch durch die Anwesenheit so vieler ausländischer Vertreter, deren Sympathien wir nicht durch das Anlegen einer Tracht, die heute hakenkreuzlerischen Korporationen eigen ist, aufs Spiel setzen sollten. Es wissen ferner alle, die in der zionistischen Studentenbewegung gestanden sind, wie schwer es ist, die Eltern jüdisch inkorporierter Hochschüler davon zu überzeugen, daß die zionistischen Verbindungen nicht mit den deutschen Rauf- und Sausverbindungen indentifiziert werden dürfen, da sie nicht nur andere Ziele, sondern auch einen anderen Inhalt haben. Dieses Bemühen wird illusorisch, wenn in der jüdischen Oeffentlichkeit deutsche Aeußerlichkeiten zur Schau gestellt werden. Es ist natürlich zu erwarten, daß die hebräische Universität jüdische studentische Bräuche entwickeln wird, welche die deutschen verdrängen werden. Bis dahin aber Ware es angezeigt, die Verbindungen zu ersuchen, auf das Zurschaustellen deutscher Bräuche freiwillig zu verzichten." Hochachtend (Name und Adresse des Einsenders «Mögen bei der Redaktion.) JasBvdgettollto derPolSstinaerekutive Kr de» Monat Februar ISSS. Soeben ist der Rechenschaftsbericht der Palästinaexetttive für den Monat Februar erschienen, auf den wir noch näher zuMckvomme-n werden. Die Exekutive teilt mit, daß infolge der gesteigerten Einwanderung das Jmmiigra't'ron'budgets um ungefähr 60 Prozent JmmigrationSbudget um ungefähr 50 Prozent zöffern: Eingänge. Aegypt. Pfd. Keren Hajeffod, London ... 32.334,89 Eingänge t conto früherer Budgets ...... . . 1.608,15 3384,,04 Ausgaben. Kolonisation ........ Schulwesen.. Immigration.. Gesundheitswesen. Landwirtschaftliche Versuchsstation Oeffentliche.Arbeiten. . Spezielle Ausgaben . . Handel und Industrie . Universität .. Universitätsbibliothek. . Technikum Haifa . . . Mtsrachiorganssation. . Administrationsunkosten Immobilie» ..... Ueberschuß der Eingänge über die Ausgaben (zur Ab deckung früherer Defizite). Aegypt. Pfd. 4.928,14 5.000,— 3.747,57 2.776,83 892,92 845,45 776,89 1.311,91 83,33 115,- 250,- 1.179,80 1.500,50 832,50 9.602.20 38.843,04 Sine jüdische Frauenkonserem in Zerusalem. Der Waad Häpoel der Histadruth Naschim Jvrioth b'Erez Israel hat gelegentlich der Anwesenheit vieler in Propaganda und sozialer Arbeit tätigen Fvauen, die zur Eröffnung der hebräischen Universität nach Jerusalem gekommen waren, diese am 31. März zu einer Sitzung eingeladen, welche der Erörterung einer Frage von besonderer Wichtigkeit gewidmet war Anwesend waren die Damen: Frau Azarjahu, Jerusalem; Fräulein Abrams, Jerusalem; Fräulein Blum, Berlin, Ben Dar, Jerusalem; Mrs. Richard Gottheil, New-Aork; Mrs. Max Guggei'heimer, New-Iork; Mrs. Rosa Günsburg, Jerusalem; Frau Minna Halpern, Wien; Mrs. Hertz, London; Fräulein Chasson, Jerusalem; Miß Henriette Jrwell, London; Miß Mirjam Jzchaki, Jerusalem; Dr. Helene Kagan, Jerusalem; Frau Rachel Kagan-Lubarski, Jerusalem; Frau Bath Schewa Kesselman, Jerusalem; Mrs. Irma L. Lindheim, Netv-Aork; Fräulein Betty Frankenstein, Berlin; Miß Eva Leon, New- Bork; Frau Sejmabgeordnete R. Melzer Lwow (Polen); Frau Nellie Moszinsohn, Jerusalem; Fräulein Laura Pomeranz, Lwow; 'Frau Sara Rittermyn, Stanislawow (Polen); Frau Schönberg, Jassy; Fray Ussischkin, Jerusalem; Frau Doktor Strauß, Jerusalem; Frau B. Schnabel, Brünn; Frau Professor Schorr, Warschau; Frau Hannah Thon, Jerusalem; Frau A. Ticho, Jerusalem;. Frau B. Valero, Jerusalem; Frau Vera R. Weizmann, London; Frau Salzberger, Jerusalem; Frau Schlesinger, Haag. Nachdem in der letzten Zeit für alle Gebiete der Palästinaarbeit Palästina selbst sich zum natürlichen Zentrum der Beratungen und Beschlüsse ausgebildet hat, galt die Konferenz der Erörterung der Frage zwischen der Histadruth Naschim Jvrioth und den Mitgliedern ausländischer Organisationen, ob es nicht auch für die Frauenarbeit ratsam sein wird, schon vor dem kommenden Kongreß einen Zentralrat palästinensischer und ausländischer Frauenorganisationen in Palästina selbst zu schaffen. Nach den erläuternden Referaten der Vorstandsmitglieder inrr Histadruth Naschim Jvrioth, der Damen Moszinsohn und Kagan-LubarSki, beteiligten M an der Debatte die Damen ifern Weizmann (London, Weltorganisation zionistischer Frankenstern (Berlin), Sejmabgeordnete Metzer (LembertzX Halpern (Wien), Gottheil (New-York), sowie die Dame« Doktor Kagan, H. H. Thon (Berlin), Azarjahu (Jerusalem), Doktor Strantz ans Jerusalem. Aus den Ausführungen der ausländischen Rednerinnen ging hervor, daß allseitig der Wunsch besteht, mit einer derartige» Zentralstelle in direkter Verbindung zu stehen uitb Do» Palästina aus Direktiven für Koordination und Ausdehnung der Arbeit zu empfangen, damit die organisierte Frauenarbeit im Auslände neue Stärkung bekomme. Auf Vorschlag von Frau Professor Gottheil (New-York) wurde ein engeres Komitee zur Besprechung dieser Frage gebildet, das während der Anwesenheit der ausländische^ Gäste zusammentrete» sollte. Diesem gehörten an: Vertreterinnen des Waad Hapo«ü, der H N.J., der Wizo, des Kulturverbandes, der Hadassah, des Verbandes ostgalizischer Frauen und der LandeSorganisatio« für Oesterreich. In der Sitzung des engeren Ausschusses am 8. ApM wurde die Art der Vertretung in den Zentr alrat besprochen. Die Diskusiion bewegte sich hauptsächlich um die Frage, ob in Palästina selbst in dem Zentralrat alle Frauenvereine, auch die philanthropisch wirkenden, in proportionellem Verhältnis vertreten sein sollen, oder ob nur die vier großen Ovganisationen des Landes, Histadruth Naschim Jvrioth, Misrachi Frauenorga'nisation, Moazach Hapoal und der Vereiw für Gleichberechtigung der Frauen (Schiwuj Zchujoch) zum Beitritt aufgefordert werden sollen. Es wurde beschlossen, diese Frage in Palästina selbst einer Vorkonferenz von Vertreterinnen von Frauenorganisationen vorzulegen, die später mit Vorschlägen für die Gestattung des Zentralrates an die Organisationen des Auslandes herantreten sollen. Statistik des Keren Kaiemeth lRationalfouds) ffit die Seit vom 1. Sttober 1S24 bis 15. Avril 1925. Gruppe t s g gjf «i cn st.»' ZS?,*■ liü ttfL »I Z- Zs 1*2 P Bezirk I II. II. (Sekt. Prater)! in. „ iv./v.. „ VI./VIII . . . . _ IX.. * X./XI. „ XU., XIV., XV. . : XI< . XVI.,XVII. . . . „ XVIII. „ XIX. . . . . . * XX. Sektion Zwischenbrücke» Bezirk XXI. Bar Giora. Barissia . .. Bar-Kochba ...... Emunah ....... E'peranza ...... Gamalay. . 4 . . . . Harzioniah. Hechawer.. , Akad. Hitachduth . . . Jordaniah ...... Jvria.. . . Kadimah ....... Lese- und Redehalle . . Libanonia ...... Makkabäa .. Röbur. Theodor Herz! . . . . Unita». Zephira. Kartell d. Z. T. B. . . Gamalah....... Giskalah.. . HaSmonea.. Jung Juda.. Mafsadah ...... Mattatia....... Nehemia. Bankbeamten ..... Blau-Weiß.. Brich Owdei Zion . . Bund jüd. Jug.-Wand.. Cheruth. Erez Israel. Frauenorganisation . . Hagibor ... Hakoah . ^aschomer Hazair . . . Ntachduth ....... jum. B. Gegenseitige Hi! Jehuda Halevi .... Jüdischer Hochschulaussch, Jüdischer Inge dbund . Jüdisches Realklhyasium Zug. Gr. der Leopoldsiadt 1650 Ing. Gr. Zwischenbrücken. SSO Jungzion. Gruvve Vl/ViW — Kulturgruppe $X .... 8800 Kwuzab Dror ...... — Mattabt IX.. , 896 Misrachi....... .8960 Boale Zts»....... — ReuMarr«. . . . . .8800 Tcheleth Lawan.9310 Tchrle» Lawan, Prater. . 0660 Zeirej MtSrocht ..... 500 jeirvth Misrachi .... 880 .5250 1416 14 2006 4 296 .6600 2251 17 2420 7 1480 . 6600 3097 23 4905 22 2800 1372 11 1665 5 709 .1650 371 3 550 1 50 1389 14 2580 * 2 159 .4950 1335 16 2086 9 063 . 990 446 2 180 1 10 , 1650 366 4 880 8 368 . 495 365 5 1690 4 345 . 990 242 1 300 1 260 . SSO 170 4 500 1 16 200 8 250 3 872 .4950 2082 4 350 2 113 . 990 412 9 655 8 330 . 396 24 1 150 1 12 . 396 238 . M . 396 1 mm .1650 2714 . _. . 896 92 4 .450 1 SO 11 4 . 160 . 396 16 — — G 53 5 300 3 58 .3300 1260 1 200 1 10 . 495 188 ß 400 4 199 . 495 220 19 .1280 1 69 . 600 296 8 1200 1 50 .2380 345 16 2086 9 968 . 495 230 3 400 3 201 . 495 88 10 1900 — . 380 544 4 550 . 896 — 1 150 — mm . 495 815 14 1754 6 173 . 495 191 6 855 2 185 . 896 7 1 36 1 8 .8300 674 1 200 1 SO 496 ' — ■ . 396 20 _ — ' ' . 500 376 1 300 1 289 — 2 180 850 2 170 _ ' . 100 4 — — . 396 386 10 950 1 25 . 396 1 6 550 1 10 . 990 244 1 100 . 660 1;_; ' . 6000 4161 9 885 5 80 14 . 3300 874 2 240 2 46 . 8300 2204 — »M» . SSO 120 16 675 5 10p . 5000 4173 58 5045 35 8429 . 660 1320 — — 8300 868 5 705 2 815 . 2650 737 8 310 1 192 . 8300 813 11 1405 8 . 854, fe - 7 — — — - — ' . SSO — •— mm IM Iß - 134 — mm — — ' 70 .1000 83 — — — 1170 2 380 im — — 0 2864 100 ‘ jmm «mp* /«*» 9 700 2 878 818 7 800 2 8 180 165 1 5 80 1591 5 985 988 «<u 8 «00 * 1» 18a > mm