Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2228 (4.5.1925)
- Date
- 1925-05-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Fast in ledern ihrer Aufrufe zittert diese Angst nach — und jetzt wäre «S m der Zeit, daß diese leider allzu berechtigte Angst auch uns ergreift, um unS zu reinigen und uns die Augen zu öffnen. SS darf nicht ruhig mitangesehen werden, wie gewissen« lose Bodenspekulanten (die meisten nennen sich „gute Zionisten" und manche von ihnen beanspruchen sogar eine führende Rolle) taie Bodenpveilfe verhnnderffachen — und tvenn es so weiter geht, auch bald vertausendfachen. Die „schwarzen Börsen" der Spekulation mit jüdischen Boden müssen unbedingt durch einen gewaltigen Schlag zertrümmert werden, und dieser Schlag muß sofort erfolgen, wenn nicht der Schaden, den sie anrichten, ein unermeßlicher werden soll. CS ist wohl richtig, daß die gegenwärtige ökonomische Krise viele jüdische Existenzen und „Auchexistenzen" vernichtet hat. Doch ist das jüdische Palästina nicht der Ort und daS Mittel, um dich« EAtenzen in chrvr früheren Wesenheit wieder herzustellen. Wir erwarten von Palästina eine körperliche und seelische Regeneration des jüdischen Menschen und müsse» dem. Eindringen der Galnthpshchologie nach Erez Israel mit allen Kräfte« entgegentreten. Wir sollen aber diesen verängstigten Menschen, die sich mit den Trümmern ihres ehemaligen Bermögens «ine neue Grundlage in. altgewohnter Weise schaffen wollen, den richtige« Weg zeigen. Wir sollten ihnen die alten Wege versperren, ungangbar machen, und sie in neue, produktive Bahnen lenken, wobei sie zugleich von der Psychologisch erNSrlichen Angst vor der Zukunft befreit werden müßten. Wir sollen aber auch allen anderen die Möglichkeit geben, diesen Weg der produktive« Arbeit und der seeNschen Ermmromng fit beschreiten. Und nun will ich e i n e n Weg andeuten, wie diese wichtige Aufgabe in Angriff genommen werden könnte. Dieser Weg führt übe« den jüdische« Nationalfond»". Die meisten der früher erwähnten „Existenzen" gehören dem sogenannte« Mittelstände an, das ist einer Schichte, deren Mittel nicht groß genug stach, um den Besitzern eine gesichert« Existenz zu ermöglichen, die aber für die Bodenpolitik des Keren Kajomech l'Jsrael von bchondvver Wichtigkeit werden rönnen, wenn er sie in geeigneter Weise heranzuziehen verstünde. Und dies könnte auf ganz einfache Weis« geschehen: Der Keren Kajemeth l'Jsrael muß seinen Spender« über ihre« Wunsch di« Möglichkeit geben, ein ihren Spenden entsprechendes Bodenstück in Erbpacht zu erhalten. Ich will diesen Gedanken durch ein praktisches Beispiel erläutern. Es hat jemand ein Vermögen von 500 Pfund. Ein Funktionär de» Keren Kajemeth l'Jsrael tritt um eine Spende an ihn Henau. Wenn mm dieser jmmvntz «in Pfund spondst, so hält er sich für einen sehr guten Zionisten, er hat seine Pflicht getan (sich sagt er, daß er noch mehr als sein« Pflicht getan hätte) und der Keren Kajemeth l'Jsrael — kann von tausend solcher Spenden kaum 100 bis M Dunam Boden kaufen. wenn aber unserem jemand von vorrcherein die Möglichkeit gegeben wird, «in feiner Spende entsprechende» Bodenskück in Erbpacht zu erlangen, wird er sich» gewiß nicht lange überlegen. um sich diese Möglichkeit durch eine größere Spende oder durch öfter« kleinere aber immerhin entsprechend« Spenden zu sichern. Auf diese Weise könnte der Keren Kajemeth l'Jsrael nebst feiner Hauptaufgabe, der Rationalisterüng des ' Böden», auch noch die nicht minder wichtige, die Umschichtung de» jüdischen Menschen zur Verwirklichung bringen. . Ich will mir nicht verhehlen, daß der Durchfühvmrg «Hirni 8-W-B M*n. BjttW« TOfltrtttUcHBnft._ Mitteilungen mjm PuMum. wi«tf«rs« Habt*! iJbl Bure««: IrttfrtttflantiiiwUrJWP a/i Doch sind sie nicht von solcher Größe, daß sie die Durchführung unmöglich machen. Aber auf keinen Fall darf die Durchführung einer ander» Institution (P. L. D. C., „Meschek" usw.) Übertragen werden, wenn man an eine wirkliche Nationalisierung de» Bodensdenkt. Sollte «me Notwvganisation des Keren Kajemeth l'Jsrael zu diesem Zwecke notwendig sein, so gib: st» ver kommende Kongreß dazu die Möglichkeit. Wir sind nun einmal das „Volk de» Buches". Andere Völker vecherÄich»' chve auf dam Felde der Ehre gefallenen oder sich aukzeichnenden Held» ln Erz und Stein. Auch wir haben solche Helden, die auf Feldern sich ausgezeichnet haben oder gefallen sind, auf wirklich» Feldern, aust den Feldern des Emel, auf den nealäriaschwanigeren Feldern von Schuni, auf den blutgetränkten Feldern um Lel-Chai. Und all« diese Felder sind Felder der Ehre,' wenn man unter diesem Worte nicht den Mord und Totschlag des „Feindes", sondern die ehrliche Pionierarbeit beim Aufbau eines verwahr- _4. Mai IW _ Seite 8 losten Landes, beim Trocknen von Sümpfen und Urbarmachen von brachliegenden Boden verstehen will. Solcher Helden haben wir bereits diele; ihrer zu vergessen, ihre Namen der Vergessenheit anheimfallen zu lassen, wäre höchstes Maß von Undankbarkeit. Wsi wollen diese Namen für „ewige Zeiten" erhalten, einer Nachwelt überliefern, von der wir hoffen, daß sie dieser Helden würdig sein wird. Der Jüdische NationalsondS ist nun, meiner Ansicht nach, dar berufene Organ, um diesen Gedanken durchzuführen. Er könnte einen „Pinke8" anlegen, in dieses „Buch" werden dann alle Namen der erwähnten Helden ausgenommen. Jeder, der einen teuren Freund, ein» Bruder, eine Schwester, einen Sohn oder eine Tochter dem heiligen Dienste des Vaterlandes hingegeben hat, mag kommen, um den geliebten Namen in den „Pinkes". eintragen zu lassen. Freilich müßte die Gebühr für eine solche Eintragung verhältnismäßig gering fern, ich denke an ein halbes Pfund, entsprechend den bescheidenen Verhältnissen, in denen unsere Helden gelebt und diejenigen, welche sie aller Wahrscheinlichkeit nach werden eintragen lassen, jetzt leben. (Deswegen kommt das „Goldene Buch" für diesen Zweck nicht in Betracht.) Aber auch bei der erwähnten Gebühr wird der Keren Kajemeth l'Jsrael auf seine Rechnung kommen, denn die Zahl unserer Helden ist wahrlich nicht zu Nein. Oesterreich gegen Ungarn abgesagt! fu Wetter vkkhludertdie AuStragang des ftamtfes. — ras spiel toita wahrscheinlich morgen dnrchgefLhrt. Der in der Geschichte der Fußballcrnderkämpfe einzig dastehende Fall wurde geistern sehr zum Leidwesen der großen 1 -L r - ATll ^lif! .* t m ___*Li. - n Wiener Sportgememde Wirklichkeit. Vormittags um 11 Uhr mußte die Auttraiguing des Spieles schließlich auch mit. Zustimmung des vis -um letzten Augenblick holenden BundeSöaptaäns Hugo MeiSl abgesagt werden. Nachdem der samstägige Regen, der sich tat den Abendstunden noch versmrckte, dieHohe Warte in ein Kotmevr. verwandelt hatte, machten die währerw der Nacht und am gestrigen Bcwmittag unatMaltsam sich »gießenden Rsgenmenigen/das SpielfM vollwmmen fpielunsAhig. An eine Durchfuhvmrg des Kampses kmt-nte nicht mehr gedacht werden. Ein Antreten ivmmte man weder den Spielern nach dem Publikum zumiuton. Es wurden nun ivym Verband alle Hebel » Bewegung gesetzt, wim das ’ Publikum von der Absage des Spieles zu verständig». - Ravag, Telephon zentral« mtd St ratzen» bahndirertion stellten sich ».den. Dienst de».. Falles. DvMtvch hätte sich ein« erkleckliche Zahl von Zuschauern auf der Hohen kyarte emachunden die/ unentwegt - um traurig im M» der Sportanlage versa '' " sanken: Mit Mchstcht aus die wort- und siuanzieüe Seite halben sich, die ungarischen Funktionäre nach GasPvechuNg mit ihren SpiÄevn bereit «Märt, da- Spiel eventuell morgen auSttagen zu lassen. Die ungarische Expsditmt VleM so lange tat Wien. Die UtMvn erklärten, für den Fall,, daß sich da» Wette«! bi» heute abendnicht wesentlich bessern sollte, noch in der Nacht wagfohven zu wollen. In diesem Falle soll der Länderivamps au VMM noch naher m besti.mn«nden Dvvmme im Junt durchgeführt werden, Auch SchiedSÄchter Ewüar hat sich für den ptvvgvgen Tag noch zttr Verfügung gestellt. Der,S. M«ri — ein schtyarzer Tag ves öfterreächifchen MustballfporlS. Auch Wien—Pnßburg aögesagt. Edeitso wie der Länderkampf tat Wiett, mußte Pveßbuvg das Fußballspiel Wien—Pvetzburg abgesagt werden. Ei« nmdvr Termin tft noch nicht bestimntt. Itt Mte« sind auch alle Übrigen Fußballikämpf« 'dem Regen $imt Opfer gefallen. Nur Wacker und Viktoria ZWv haben dem Uniwstter Trotz «boten. Der F T. C. mußte Mtverrichdrter Dinge nach Budapest zunüaßchve-n. Zieht man auch dir materielle Sette tat Betracht sowie die Mederlagen unserer Vereine im Ausland«, dann war der 8. Mai sm schwarzer Tag für den Ssterrvichiischen Fußballfport. Große Woche auf der Hohes» Warte. Dirlse Woche ste?ht im Zeichen sußbMpovtlicher Smsatimten --- wvitn das Weiter gnädig sein sollte. Morgen soll der Länderkampf a«pen Ungarn nachgetragen werden, Donnerstag hat der Wiener Spyrtklub aus: der -Hohen Warte die englische Professiottalmannschast Nottr C o u n t b zu Gast«. Am. Samstag O. wieder Großrantpftag: Er bringt da» Debüt der berMmten Bolton Wanderers gegen Halo ab. Bocher Molviervn B i en na und RudossshÄgel ihr fällige» MeisterschastSisPies. Sparta: Hochmann.' Perner, Hoher; Kolenaty, Ka-da, Ceweny; Simone!, Hajny Schaffer, Sedlacek, Roktorhs. Die Prager waren bald nach Beginn deutlich überlegen, erzielten aber den ersten Treffer erst irr der 37. Minute. Bis zur Pause hatten iich eixr die Wimer Lirechtgrsunden und giben der Sparta einen elti>l'ur.i<rn Gegner ab. Bald :rrch Wiederbeginn verschuldete die Verteidigung der Spü:rta einet: Effm'.-.erstsß, den 'Lim?, sicher ».schoß. *1:1.) Bald da:vis ging aber ein Freistoß .Hohers ünhaltbar ins Netz, so daß Prag wieder.tat Führung war. Jrt der 15. Minute konnte nach einem Zuspiel Schaffers Hajny das dritte Goal für seinen Verein schießen. Nun trat Kozeluh ab. Bon diesen: Montent an wurden di« Wictier lebhafter, besonders die BevbindungsstivMer Hansl und Snna wurden dem Sparta-Tor öfters gofährlich. In der 31. Minute holte Hansl für den W. A. C. vin Goal ans. 6 Minuten vor Schluß erhielt Sparta einen Korner zugejprochetl. Schaffer übernahm den gttt zur Witte gegrb<rnen Ball und stellte mit unhaltbarem Schuß das Envresitltat her. Die Hakoah in Agram. Gradjanski siegt 2:1 (1:1). Das Stgranter Gastspiel der H a l o a h verlief sehr/ u nrümlich. Es hat keinen Sinn, daß der jüdische Verein bei Spielevverletzungen und unter ungürtstigen Verhältnissen um jeden Preis Wettspielreisen untermmntt. Die Stellutrg der Hakoah in der österreichischen Meisterschaft sowie «ihre große Äufgcroe gegen die Bolton Wanderers tat dieser Woche hätten die Sektionsleitung zu größerer Vorsicht ntahnen müssen. Solche. Schlappen beeinträchtigen auch die für den jüdischen Sport notwendige Propaganda. - War hie Hakoah schon Samstag mit einem blauett Auge dapongekotmnen. so mußte sie sich gestern den hart und ambitioniert kämpfenden. Kroaten beugen. An beidert Tagen war das Spielfeld tat elender Versüßung. Gestern trat die Hakoah außer dett fohlenden Spielern Pollak, Gold und Hättslex auch noch ohne Gu tim an« und Neufeld an. Der Schiedsrichter Ketskovits erregte durch feine Entscheidungen beim Publikum und bei den Spielern derartigen Widerspruch, daß nach 80 Minuten der auch hier bekannte Fabrls für M einspringen mußte. Schwarz wurde verletzt und auch Heß schied eirte Viertelstunde vor Schluß aus. Das erste Tor erzielte Hakoah. Eisenhofer war der Schütze. Perska auch noch vor der Pause aus. Nack Seitenwechsel hatte Gradjanski wieder mehr von: Spiel. In der 20. Minitte sichert P o t o e k i den Sieg für Agram: Gtü-dtefpiel Gr^z—Budapest. Graz siegt 3:2 (1:0). . Das Grazer StädteteM ' konnte gestern gegen eine AuSwahlmannschaift der Budapests 2. Klasse einen knappen, aber wohGerdienten Sieg erringen. In: Felde waren die beiden Mannschalfton einander zwar ziemlich ebenbürtig, doch Sparta schläsit drn W. A. Sparta—W, A. (1:0). Die Tschechen konnten sich gestern in Prag für -ihre letzte Wiener Niederlage revgnchieren. Sparta trat mit einer starken Mannschaft an mtd spielte überaus hart. Die W. A. C.-Berteidigung war diesmal dem , Tschechenartgoiff nicht getvachsen. 'Sparta», tveibende Kraft war Kada, auch Schaffer hielt, sich Wr.gut. Bei den Wienern boten Sima, Huber und Sch neide r gute Leistakngen. Kozeluh trat nach der Pause wegen ^ineS FpulS von Hoyer demonstrativ ab. Der Schiedsrichter Stracks war nicht immer auf der Höhe. In Prag herrschte das beste Fuftballwetter. dentgemäß war auch das Spielfeld in tadellosen; Zustande An die 16.000 Zuschauer mochten erschienen sein, allder SWck erfolgt«.' Folgende Mannschaften traten an: W. A. C.: Feigl-. Becher, Poppovich; Schneider, Kliepera, i Bilek; Köck. Sima, Kozeluh, Hgnsl, Huher. mochte sich vor dem Tore die bessere Dechnik der Grazer bemerkbar. Der Höste Mann bei der Siegerntamtschast war der Verteidiger Fritzl, recht gut spielten auch noch die beiden FlügÄ-- lauifer sowie die Stürmer Gaber, Kowanda mtd Dellinger. Das Budäpester Team hatte seine besten Leute iint ltarken Derbvndungsstiirnter Fröhlich und int BertMigungstrio. Der MitteNäuser wurde nach zehn Mtatrtten verletzt und mußte au s g«t a uf ch t wechm. Das erste Goal fiel » der 5. Mmtrte dmch Dellvnger, dvr «i»M von der Dovlarte abfpringenden Ball Gabers o'msendete. In der 15. .Minute nach d^r Pause glich Kolac aus. Bald darauf erzielte der Halbrechte Stürmer Kozak mit schörwm Schuß den zweite- Treffer für di« Ungarn. Kowanda brachte aber tat der 30. Minute nach emM schönen Vorstoß den Stand, »uf 8; 2. Fünf Minuten vor Schluß gab Kowanda raschend an Gaber ab und dieser erzielte mit einem scharftn Men .Schuh den sietzbMMdM LM« für Mraz,