Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2225 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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5öieit, Freitag Wiener Morgenzertung 1. Mai 1925 Seite 4 Berschiebung der C8ttD«rfonfmtii. Die Beratungen der ckrriftlichsozialen Landeshauptleut« ttn'd Finanzreftr^enten sowie des Vorstandes des christlichsozialen Klubs -es Nationalstes mit den» Bundeskanzler über die Angelegenbeiten der Ländcrkonserenz wurden gestern beendet. Die Tagung der Länderkonferenz, die ursprünglich sür den 5. Mai anaesebt lvar, findet infolge Verhinderung einzelner Mitglieder erst Freitag den 8. im BlNldcskanzleramt statt. Der etihlofe Mletenausschub. Die dieswöchendlichen Sitzungen des Mietenausschusses wurden mit einer Dane r rede des Abgeordneten W i t- 4 c r n t g <? ausgefüllt. Witternigg hat gestern seine Rede nur rknterbrochcn und -wird sie Montag fortsetzen. Brofeffor Charles Gide wer seine CladrSSe ln Crer Israel. Ans Paris, wird uns berichtet: Prof. Charles Gide, oer als Delegierter der Pariser Universität an der Eröffnung der Jerusalemer Universität teilgorwmnwn hat, ist nach Paris zurückgekchrt. Bei seiner Landung in Marseille äußerte er sich den zu seiner Begrüßung erschienenen Pressevertretern gegenüber über seilte Erfahrungen in Er«; Israel. Er sagte unter anderem: Nach Abschluß der Eröffnungsfeier in Jerusalem unternahm ich eine Studienreise durch die zionistischen Kolonien in den verschiedenen Teilen des Landes, im Galil, in der Nähe von Jaffa und Haifa. Die Kolonien stellen verschiedene Siedlungstypen dar. Einige, die aus dem Fonds des Barons Rothschild gegründet würden, bestehen schon seit vierzig Jahren. In diesen Kolonien ist die Privat Wirtschaft vorherrschend. Die Kolonisten sind wohlhabend. Die Kolonien >de's Na ti -onal fonds haben gegenwärtig 12.000 bis 15.000 Einwohner und weisen zweierlei Typen aus: in einem Teil wird eine kollektive, im anderen eine rein individuelle Wirtschaft geführt. Es war sehr interessant, die bisherigen Erfolge der Kolonien und ihre Perspektiven sür die Zukunft zu studieren. Was mich betrifft, halbe ich m e h r Vertrauen in jene Kolonien, in denen das Prinzip des Privateigentums gewahrt bleibt, hingegen beim Verkauf der Produkte die kooperative Fornr goübt wird. ■ M-it lebhaftem Interesse 'betrachtete ich die neue Sradt Tcl-Awi'w bei Jaffa. Es ist eine schöne Stadt, evbaut nach dem Muster der amerikanischen Citys. Sie hat heute bereits eine Einwohnerschaft von etwa 30.000 Seelen. Ich werde noch Gelegenheit haben, mich über meine Reife durch Erez Israel ausführlicher zu äußern. Zusammensaffend kann ich jedoch schon heute sagen, daß ich m i t den besten Eindrücken bezüglich der Zukunft der zionistischen Bewegung aus Erez Israel heimgekehrt bin. Reinitz vor Gericht. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Szatrnar, 29. April. Zu Beginn des zweiten Berhandlungstages erbat sich Reinitz das Wort. Er fragt den Gerichtshof, wieso man ihn denn des Raubes vn Hermann Groß 'beschuldigen könne, da doch Groß, «sie jeder weiß, ein armer Mensch war? Sodann schritt der Vorsitzende zum Zeugenverhör. Der Kaufmann Alexander Klär mann, der Schwager des ermordeten Groß, sagt aus: Anfangs Augrvst habe ich meinen Schwager Groß für die Abwicklung eines Geschäftes 13.000 tschechische Kronen ausbezahlt. Er ist dann weggesahren und -ich habe längere Zeit nichts von ihm gehört, Äs mir meine Schwester, die Frau des Groß, sagte, daß ihr Mann seit Wochen spurlos vevschivrmden sei. Die teilte mir mit, daß er zuletzt mit Reinitz m Geschäft s v e r b i n d u ng gestanden war. Wir gingen- Zusammen zu ilhm, -um ihn zu fragen, ob er etwa s von meinem Schwager wisie. ,Mer ist Ihr Schwager?", hat uns Reinitz gefragt. ,Oa so, der Groß aus N a g h - K a r o l y! Ich habe mit ihnl einige Geschäfte machen wollen, es ist aber nichts daraus geworden. W o e r i st, d a s w e i ß ich nicht." Wir halben dann Reinitz zum Rabbiner rufen lassen, aber auch da nichts Näheres erfahren. Der Zeuge Samuel Noe aus M u n kaez gibt an: Jnr Jahve 1921 bin ich mit Reinitz in Munkarz zusammengetvoffen. Er lhat mich gefragt, ob ich v ie'l G e ld lhckbe, in welchen Falle wir ein großartiges Geschäft machen könnten. Tpäter «haben iwir uns verabredungsgerkkäß in Ka schau getroffen. Dort hat er mich plötzlich auf der Gasse z nsamme «gepackt und mir gesagt, ich soll Geld gu nli r nehmen und abends um 9 Uhr in den Wald bei der Stadt hinauskommen. Mir ist die -Sache verdächtig vorgekommen und ich habe mich geweigert, Hinaktszugehen. Reinitz war darüber s e h r u n g e h a l t e n. Vorher hat er mich noch dazu veranlassen ivollen, meiner Familie einen Brief zu schreiben, daß ich auf längere Zeit nach Preßburg reise. » Der Kaufmann Abraham Selig, m der Tfchecho- Sloivakei wohnhaft, macht folgende Aussage: Den Hermann Smuck, den man zu den Opfern des Reinitz zählt, habe ich sehr gut gekannt. Ich erinnere mich, ivie er mir gegenüber öfter eÄvähnt hat, daß er mit einem S \ a tm are r K a u smct n n geschäftlich p tun hat. Ich lsibe ihn wiederholt mit einem fremden Menschen gesehen. Aus den P H o t ographien in den Zeitungen habe ich dann gestihen, daß es Reinitz ist. Armer Smuck! Auch das 'Hai er mir noch ge- M NSi itzn Reinitz vm zzrÄLH Kreis; Ks einem Mitteilungen aus dem Publikum. am. fmi. ZiBaf»lHitp»pltr J W P BUMiimnauiM« in B rief an seine Iran hat bewegen l.vollen, in dem er hätte mitteilen solle«, daß er nach Großwardein gefahren sei. Auch der Kaufmann Pinkas Israel aus der Slowakei erkennt in Reinitz fern Geschäftsfreund des Smuck. Zsidor Hell mann gibt an, tag er bcu Groß öfter davor gewarnt Hat, mit Reinitz Geschäfte zu machen. Mitten im Verhör wendet sich der Zeuge plötzlich gegen den Angeklagten und ruft ihm zu: „Sie tun mir leid, aber ich weiß, daß Sieden Groß ermordet haben!" Der Vorsitzende ruft den Zeugen zur Ordnnkkg. Dann wird der Kanfmami Siegmund F r i e d m a n n aus Szatnkar embernomrnen. Er soll Aufklärung darüber gaben, ob Groß zur Zeit seines Verschwindens Geld bei sich gehabt hat. Groß zeigte ihm, wie er arzgibt, einen B on auf 13.000 tschechische Kronen. Sie gingen gcmernsairn zu dem Kaufmann Weiß in der Nachbarschaft, den sie uuu die Ucbern.rhurc des Bons ersnchtekk. Nun wird der Kausnmnn Weiß in den Saal gevnfen. Er sagt aus, daß er damals dem Groß beiläikfig 60.000 bis 70.000 Lei anebe zahlt habe. Frau D u l I m a n n. eine Verwandte der Familie Groß, will sich daran erinnern, daß Reinitz immer mit verschiodenen Wa ld kaufe n den .Hermann Groß überlaufen hat. Isidor Elefant hat den Groß ilk Nagyba nya gesehen, kann sich aber nicht erinnern, oh auch Reinitz -mit ihm war. Der Vorsitzende schließt hieraus die Verhandlung. SinMung der Roten r« 1000 und 100 Kronen. Dis zum 31. August. Di« Testerreichischc Nationalbank erlaß: folgende Kundmachung: Die in Umlauf befindlichen Danknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank, österreichisch: Geschäftsführung, zu 1000 und 100 Kronen -mit -denk Datum vom 2. Jänner 1922 werden einbernfen und ei »gezogen: . Als letzte Frist für di« Einziehung dieser Banknoten wird mit Zustimnlnng der Regierung der 31. August 1925 festgesetzt: es sind demnach die einberusenen Banknoten bis einschließlich 31. August 1925 bei der Hauptanstalt oder fei den Zweiganstalten der Oesterreichischen Nationalbank zur Zahlmtg oder Dertvechslung zu bringet:. Bon diesem Zeitpunkte an loerden diese Banknoten von den Bankanstalten der Oesterreichischen Nabionaliban-k nur mehr im Wege der V e r -w e ch s l u n g ongenonrnien. Nach 'dem 31. August 1928 ist die Oesterreichische Nationalbank nicht mehr verpflichtet, die einberuftnen Banknoten ^mzulösen oder unyuwechseln. La» Schachturnier in Baden-Baden. Baden-Baden, 30. April. (Wolff.) Heute wurden mehrere Hängepartien auSgetvagen. Nates verlor gegen Sämisch, Mieses gewann gegen Collo nach 76 Zügen; die Partie Roselli—Grün.selb endete nach ISstündigemr Kampfe amlb 109 Zügen remis. ° Stand nach der 10. Runde: Wjech'm 8,5, Rnbrnstvin 8, GrünfÄd, Rabinowicz, Marshall, TnttcMver, Sämisch je 6; Torre 5^, Bogoljubokv, Tarrasch, Treybäl, Spielmann je 5, Carl, Nienkzorvittsch je 4,5, Reti 4, Collo, Notes, Tihomas je 3, Mieses 2J5, Roftlli 1, Te-kolste 0-6. Numerus clausus fiir Bettelmuftkanten. Die Bettelmnsikantekk stellen Forderungtlk. Sie appellieren diesmal nicht an die Mildtätigkeit sondern verlangen von den Behörden Schutz gegen Schnmpkonkllrreirz „Unbefugter", ein sichtbares Abzeichen für die ,^SrzenÄ>esitzer", kurzmn eine Reform des Bettellmrsikantemvesens. Schon vor einlAer Zeit haben sich die Bettelmuftkanten, die als »t'rrüppel zu keinen! anderen Erwerb mehr fähig sind, zu einer Organisation plsammengeschlossen, die ihre Interessen -vertreten soll. Gestern erschien die Leitung diefer Organisation im Ratlharis und trug dem Magistratsftkretär Appel ihre Wülksche vor, damit dieser sie dem Bürgermeister übcrinirtle. Der Sprecher der Organisation. Obmann R e i n t h a l e r, ibegründeie sehr e-ingehend die Forderungen der Betteluvusiter, die sich gezwungen sehen, gegen das Treiben der Unbefugten und das Verhalten der B >e h ö r d e n Stellung zu nehmen. Di« Organisation der Krüppelmn-si-tanten beruft sich hierbei mtf alte, v c v b x i c f t e Recht c, unter anderem auf eineik Gnadenerlaß der Kaiserin Mar-la Theresia voin 3. Mai 1775, worin es ausdrücklich heißt, daß Bettelmusiklizenzcn nur Krüppeln und alten ausgedienten Soldaten erteilt werden dürfen. Dieser Erlaß steht heut« ,roch in (Geltung, sei aber ganz irr Dergessenhe-it gerateki, wodurch viele Unznkmnmlichkeiten entstanden, die schließlich zu skandalöser! Zuständen führten. Noch im Jahre 1913 konnten sich arbeitsscheue Individuen von 'beu Drehorgelleihanstalten für 1,20 K. Pro Tag eine Drehorgel ansleil)en rmd Geld verdienen. Wenn Passanten für das Gewim-nrer. das einem solchen Jammerkasten entlockt wurde, keinen Tribut leisten koollten, kourden sie vo,l diesen arbeitsscheuen Drchorgelspielern beschinlpfi und sogar insnltiert. 2lls dann dieses Treiben zu arg wurde, hat die Behörde durch eine Verordnung das Drehorgel« spielen und Absammeln ans der Straße verboten. Dies'es Verbot war ein schwerer Schlag für die Krüppelmusitanten. Es gibt Wachorgane. die die Krüppslni-usikanten ruhig getväh« ren lassen, während andere sie wieder unter Hinweis ans dl« Bewvdnung, wonach das Spielen und Absammeln auf der Straße verboten ist. arret>>eren und aus -das Polizeikommissariat briklgen, wo sie dann mit einer Arreststrafe bedacht werden. Dies sind U n g e r e ch t i g k e i t e n, auf deren Beftitigurrg die Organisation der Krüppellnusikanten unbedingt bestehen muß. t^roße Drehorgel» besitzen in Wien nur inchr sechs Lizenzinhaber. Für diese stellt das Verbot des Absammelnö die Cxistenzvernichtnng dar. denn wenn sie unter dem Hanstor iklusizieren, »Nüssen ü: doch erachten, die Aufmerksamkeit der Passanten zu erregen. Die organisierten Krnppelnulsiker halten es daher für Notwendig, daß die Behörden mir ihnen gem-einfam eine Re- Itnrn W VMMMyMß ZGMWU,. tzWU,-WAt dK Verband der Betlelinufi-ker vor, daß in die von dieser Organs, sation beransgeg.'benen Blechschilder mit ihren werkytz^ sichtbaren Nuntmern das Wappen der Stadt Dien eingeprägt werden soll. Dadurch würde das Puiblikmu sofort e» kemren, daß der Bettelmusi-kant eine amtliche Bewilligung zum Musizieren bat. Weiters soll bei der Erteilung von Li« zenzcn für Beitelmusikcr strenger vougeganpen werden. Schließlich soll das Polizeivevbot betreffe'.') das Musizieren und Absaimneln ans -den Straßen für die Krüppelmnsiker außer Kraft gesetzt werden. Magistratsrar Dr. Appel nahm diese Darlogunpen entgegen und versicherte, daß er die Eingabe dem Bürgermeister üfermitteln werde.__ Wien, 1. Mai. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesehtes E gekennzeichnet. * Das Wetter. Die Wetterlage ist etwas günisttger gewor)!?n. aber noch immer unbeständig. Die Dorausfage lautet: Etwas besseres und wärmeres Wvtter. Neigung zu lcicknen Niederschilägen. * Die Lebeusmittelmärkte. Die gestrigen Niävkte wissen aus allen Gebieten gesteigerten Dcisiuch aus. In der Großmark tb-alle, wo 1>5 Waggons diverser Fle-isckwrlen einlangten, wickeilite sich der Berkchr i>k sehr -IMafter Stirmnll>n,g ob. '.Fm Großhandel hat sich Rindfleisch im Berglniche zu Mittltvoch verbilligt. Da ans dem gestrigen Kävbevmarkt-e -in St. Ällarx Preisrückgänge stattgeifuniden -häben, so dürfte sich gtalbstoisch moraen brttiger stellen. — Alls den: Nasch markte ilangten große Salatnrengen. nankentlich ans dom Burgett>lande, ein. Angesichts des .gesteigerten ^ingsbodes wurden die Preise neuerlich herUbp.esetzt'. Jtali-onische Erzeugnisse, wie FnisMrtosfel». grüne Erbsen, Karfiol- und HäuPteLsalat wuvderi über Bedarf auf den Markt gebracht, äbartosseln und Erbsen begeWocecc besonders reger Nachfrage. In Butter -u-ud Ei-ern kvareic die Zusnbren für die gesteigerte Nachtfra-ge ans-vrichend. * Die hebräische Universität in Jerusalem. £>m Unrv.- Pros. Dr. Erich Ruitin, der über Einladung der Exekutive in London an der Universitätseröffnnng teilgenommen hat und unter den ersten Universitätsvorlesungen über „Die Hygiene -des Ohres" sprach, wird Dienstag den 5. d. um 8 Uhr abends im Bereinsheim, 8. Bcz., Bcnnoplotz 1, einen Bericht über die Eröffnungöfeierlichkelten und seine Stludienreise durch Palästina uivb Syrien erstatten. Wegen des zu erwartenden großen Andranges werden Karten im Vorverkauf Montag uud Dienstag (4. und 5. d.) von halb 4 bis halb 6 Uhr im Veveinche-im ausgegeben. * Dr. Tartakower nach Palästina abgereist. Der Leiter des Keren Kajometh in Wien, .Herr Dr. Ghaim Tartakower, hat gestern ein« Reise nach Palästina augetreten. Während der Zeit seiner Abwesenheit steht das hiesige Bureau unter Führung des Leiter-Stellvertreters. Herrn Leo Sendrowicz. * Der heutige Straßenbahnverkchr. Der Betrieb auf den städtischen Straßenbahnen wird am heutigen Staatsfeiertaig erst -nach 14 Uhr ab Ring ausgenommen. * Leuchtbrunnen und Rathausbeleuchtuug. Aon heutigen Staatsfeiertag wird, wie berichtet, das Rathaus festlich beleuchtet werden. Begonnen wird mit der Festbeleuchtung imn halb 9 Uhr a'bends. Um 10 Uhr abends wird die Boleuchtamg beendet. Der Leuchtbvuinnen am Schwarzenberg-Platz wird gleichfalls von halb 9 bis halb 10 Uhr abends in Betrieb gesetzt werden. * Mit einer Milliarde durchgegangen. Das Landesgericht hat vor einiger Zeit einen Steckbrief gegen den 46sährigen Kansimamk Hans Jahn. Skodagasie wchnhast gewesen, erlassen. Er ist dringend verdächtig, ein« größere Zahl von Aktien nn Gesamtwerte von 60.000 bis 80.000 Schlllmg. die er zur Belehnung übernommen hat, als GffeUendeckung für ein Darlehen von einer Milliarde übergeben, jedoch dieses Darlehen für sich behalten zu haben. * Die Horthy-Fischerei als Erwerbszweig. Die Bndalpester Oberstadthauptmannschajst echiett gestern die telegraphische Mitteilung des StrchlWeißenbwrger Gendarmeriekommcmdos. daß ein'Fischer bei der Gemeinde E r cq' i einen Rock aus der Donau gefischt habe. Im Rock befand sich eine Brieftasche mit BisiÄarten auf den Namen ,^Dr. Ladislaus Szönyi" verschiedene Legitimationspapiere und eineinhalb Millionen Kronen Bargeld. Den Geldbetrag konnte der Fischer der Gendarmerie nicht aiblliöfern, weil er das Geld, nach feinem eigenen Geständnis, schon a u s g e g e b e u hatte. Die Budapester Polizei ist in Kenndrns der Tatsachc, daß die Fischersleutc an der Donau geradezu einen Erwerbszweig aus der Leichenfischerei gemacht haben. Die Fischer piflegm die in der Donau Wviimnendcn Leichen regelrecht auszuPlündern, woraus sie die Lerchen wieder in die Donau werfen. * Jugoflawifcher Honorarkousul. Die jugoslawische Regierung hat den Konsul i. P. Georg Jofimovie zum Honoravkoniful in Wien ernannt. * Neu« Telephonnnnnner. Frauenarzt Dr. Siegfried Bore r, Direktor des Frauenkrankemnstituts „Charite", Wien, 3. Bez.. Landstraße Hauptstraße 5, hat die neue Telephonnmnmer 91-L-91. * Die Vorträge in der Hhgieneausstellung. Die Leitung der Ausstellung „Hygiene" und ,L>er neue Haushält" gibt Lskannt. daß die im BortragSsaale der Ausstellungen stattfi-ndendvn Veranstaltungen (Vorträge. Filmvorführungen ufw.) nur, gegen Lösuug einer Ausstelluwgslkarte säurt Znsatzkarte zugänglich find. * Der Selbstmörder im Ziegelteich. Wie berichtet, wurde Mitttvoch nachrnittags von der Fouevwchr aus de>m Ziegelteich beim Meidling«r Gaswevk die Leiche eines 20>jährigen Burschen auS dem Wasser geborgen. Der Tote wurde nunmehr als der ZOiährige Willibald Sochor erkannt, der seit dem 20. April abgängig war. Er hatte tviedechM SÄbstmordabsichten geäußert. * Schwerer Autounfall. Aus Neunbirchen wird uns yerneldet: An der Bahnübersetzung der Willendorfer Lokalbchrr geriet vor einigen Tagen ein von dem Chauffeur Leopold Engl itz gelenktes Auto ins Schleudern mrd fuhr au «inen Baum an, wodurch der Motor zertEmurert und das Auto erheblich beschädigt wurde. Der Besitzer des Autos, der Weingroßhändler Heinrich Maier aus Wien, 2. Bez., erlitt eine Gehrrnerlchüt« terung und SchnitNvunde.n an den Händen, Füßen und sin Gesicht. Er mußte ins Neunkirchner Krankenhaus gebracht werden. Der Chauffeur kanr mit Schnittwunden davon und' konnte sich nach Anlegerl eines Verbandes aus dem Krankem haus entfernen. * Straßerrbähnunfall. Gostern vonnrittags wurde bei der Haltestelle Pratevstraße-Augartenbrückvrrstraße der 69Mrrge Kauismantt Leopold R e m e u y im Gedränge von der Plattform zu Bodelt geischlerrdert und erlitt mchvsache Verletzungen. * Die Disiiplirrarangelegenheit des Akademischest Ahmuafinms. Wie kvrr erfahren, hat das Burrdesministertum für Unterriicht über die Berufuna des Direktors des Mademllschen Gyrnnasiums, Dr. Gustav Wilhelm, gegen das Erkennt- W tzi-x ZMMinLr-komlmiiftou bej dem Stadtschulrate für