Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2223 (29.4.1925)
- Date
- 1925-04-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981308--22629-3010062- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
9Ii« 8823 Sieit, Mittwoch yn, 52 Jahre alt zu sein, er Hot Frau mvd Kruder, ist Schriftsteller, Varfaffer mehrerer Werke über ftlristische Fragen in polnischer und deutscher Sprache, seit AI Jahren Advokat mtto seit vielen Jahren als PuAizist und Journalist Mitarbeiter poil'Nischer nnd deutscher TagesblatiLr und Zeitschriften. Seine Tat bedauere er nicht, weil er auch jetzt noch von der Notwendigkeit durchdrungen ist, seine Ehre als Advokat, Schriftsteller und Mensch zu verteidigen. Eine TötungS» absicht stellt er jedoch entschieden in Abrede. Es wäre ihm ein leichtes gewesen, den Oberleutnant Jendrszak, der ihn wegen des Ausdruckes „Provokateur" geohrseigt hatte, mederzustrecken, er wollte jedoch bloß sein eigenes Gewissen beruhigen, daß er die ihm gewordene Belleidiguny entsprechend zurückgewiesen habe. Er habe in sehr aufgeregtem Zustand zur Waffe gegriffen. HofmoN bat, ihm zu gestatten, die Verteidigung seiner Klienten im Spionageprozeß auch weiter zu führen und seine Frau und Brüder behufs Besprechung wichtiger Familienangelogenheiten empfangen zu dürfen. Auch ersuchte er, ihn gegen entsprechende Kaution auf freien Fuß zu stellen. Er wisse, daß er für seine Tat verantwortlich sei, und sei auch bereit, alle Konsequenzen zu tragen. Eine Begegnung mit feiner Frau und seinen Brüdern nnnfce HoifinM bewilligt, hinigsgen sein Wunsch, die Verteidigung im SPionageprozeß weitergnsühren, ab geleh n t. eprettgtraolfid im Achenseewerk. Fünf Arbeiter verletzt. Innsbruck, 28. April. Wie die ,ILsueste Zeitung" aus I enb a ch erfährt, hat sich Ln der letzten Macht in einem Stollen des im Bau begriffenen Achenseewerkes ein schweres Unglück ereignet, daidurch, da>ß ein Sprengschuß zu -früh losgegangen ist. Es wurden zwei Arbeiters chwer und d rei laich t Verl etzt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen scheint weder Fahrlässigkeit noch e>m Verschullden dlie Ursache dieses Unfalles _Me«er M«rzenzetturra._ Mitteilungen aus dem Whiffnm. 20. April 1025 veM v Wl*d«r cu Haben! Jrl|. fraw. JOB Bureau: WlM.VIll.nodagasH M Im VERLAG Dr. Josef FLESCH, PRAG, Soukenicka 5 erscheint demnächst: EINE WERDENDE WELT REISEEINDRÜCKE AUS PALÄSTINA HUGO HIERMANN i«« Ein stattliches Buch von ca. 180 Selten, gut in Halb* (einen gebunden, mit seohafarbiger Karte von Palästina Subskriptionspreis bis 16. Mal K tsch. 22.— Ab 15. Mai erhSht sich der Preis auf K tsch. 28.— Bestellungen durch jede Buchhandlung oder direkt beim Verlag Ein Schulmädchen ermordet. In Stücke ^schnitte«. London, 26. April. Das Städtchen C r <o Iw b o r o >u g H, ln dessen Umgebung der vor einigen Tagen Hingerichtete Lajndwivt Norman THorne seine Brauit, die Comptoiristin Effie C a m e r o n, ermordet und die zerstückelte Leiche aus dem Hühnerhof vergraben hat, ist abermals der Schauplatz eines gräßlichen Verbrechens geworden. «Diesmal handelt es sich um die Ermordung eines elfjährigen Mädchens, dessen von einem Rasiermesser buchsMlich in Stücke geschnittene Leichein einem Wald vusgefunden worden ist. Die Kleine hatte daS Haus ihrer Eltern am Vormittag verlassen, um zur Schule zu gehen. Als sie am Abend nicht heiuckehrte, alarmierten die besorgten Eltern die Polizei, die jedoch das Kind vergeblich suchte. Erst am zweiten Tage nach demr Verschwinden der Kleinen stieß man durch Zufall auf den Leichnam. Es wurden Bluthunde zur Leiche geführt, die die Spur des Mörders aufnahmen, aber an der Landstraße, wo der Täter offenbar einen Wagen bestiegen hat, verloren. Die ärztliche Untersuchung der Laiche hat keinen Beweis für einen L u st m o r d erbracht. DetÄtives ans London sind nach Cvowborough äbgevsist, um das Berf Zchcn auszuAaren. Drei Milliarden Kronen gestohlen. Ein Budapest« Spediteur durchgegangen. Budapest, 26.?lpvil. Der geschästsfühvende Direktor der Bndapester Transportunternohmung TranSeuropa, Elsmer H a z a y, gegen den in den letzten Dagen von mehreren Firmen Anzeigen erstattet worden sind, daß er Beträge in der Höhe von säst >dvoi Milliarden Kronen überuormnen hat, ohne die ihm übertragenen Transporte abzuwickoln, ist aus Budapest flüchtig geworden. Es wurde ein Steckbrief gegen ihn erlassen. Spitzbergen wird norwegisch. Oslo, 26. April. (Tol.-Komp.) Die Regierung hat eine Vorlage eingebracht, durch die Spitzbergen, dem norwegischen Staat einverleibt und mit dom Namen ,-S v a ld a r o" belegt werden soll. Wien, 29. April. * Kalt und regnerisch. Es herrscht weiter schlechtes Wetter. Güstern vormittags re,wie es ziemlich heftig, die Temperatur ist auf sechs Grad Mrückaegangen. Gegen Abend bellte sich der Himimel in Wien wieder auf. Im übrigen Oesterreich ist das gleiche Wetter. Auch aus Italien werden niedrige Temperaturen gemeldet; in Rom hat es neun Grad. Vorhersage: Vorwiegend trüb, regnerisch und kalt; rasch vor» übergehende Auijheiterunia wahrscheinlich, kaltes Wetter noch einige Tage vorauSftchr.ftch andauernd. * Die Lebensmittelmiirkte. Der Verkehr wurde vom Regeuwetter stark beeinträchtigt. Die G r o ß m a r k t h a l l e, wo 17 Waggons verschiedener Meischarten einla-ngten. bot sowM io« Groß» wie auch im Kleinhandel ein ruhiges Bild. Die Preislage ist vorläufig stationär. Der N a s ch m a r k t wurde trotz der ungünstigen Witterung reichlich beliefert. Da aber der Besuch zu wünschen übrig ließ, hielt sich der Verkehr in engem Nahrnen. so daß die Preise einzelner Gemüsesorten herabgesetzt wurden. Spinat. Salat imb Kartoffeln haben sich verbilligt. Die Importe auS Holland, Italien und der Tschechoslowakei find anhaltend günstig. Auch aus den anderen Marktgebieten war der Verkehr angesichts der spärlichen Käufevbeteilignng ein belangloser. * Konrad Harnisch gestorben. Der Regiorungspräsident von Wiesbaden, Konrad Haeui sch, der bekannte sozialdemokratische Politiker, ist gestern an einer Veueneulzimdüng gestobben. Die tödliche Vevschlinnnornnig seines Leidens war die Folge der Erregung Wer die Wähl Hiitbenbnrgs. Harnisch, der mit Liebknecht und Mols Hoffmann im, preußischen Abgeordnetenhaus den -radikalen Flügel der sozialdemo« kraüschen Partei gebildet hatte. schloß sich mr Krieg der Rich»! tnng Scheidemanu an. .und trat in der „Glocke" für daS Tnrchhallten ein. Die Revolution ernannte ihn zwnr preußischen KnlbuSimnrster. Er ist 5,6 Jahre alt geworden. * Die Lebensmüden. Gestern vormittags hat sich der Hilfsarbeiter Eduard Weninger in seiner Wohnung, wahrscheinlich ioegen Krankheit, erhängt. — Die Private Franziska Timmler hat sich aus bisher unbekannter Ursache durch Leuchtgas vergiftet. — Die 28jährige Private Paula R. versuchte, sich durch Leuchtgas zu vevgiften. — Sonntag hat sich ün Hause Gumpendorserstraße 53 der Bankbeamte Karl H. aus einem Revolver angeschoffen und schwer verletzt. — Aus dieselbe Art verletzte sich gestern mittags der städtische Fahrer Adolf Sch. in einer Kabine des Jörgevbades gleichfalls ichwer. * Selbstmord einer Lhzealschülerin. Vor einigen Tagen wurde bei Stopsenrenth die Leiche eines jungen Mädchens aus der Donau gezogen. Sie wurde nunmehr als die der 15jähriaen Lyzealschülerin Rosa Wiesen seid erkannt. Das Mädchen war seit dem 6. März aus der Wohnung, 2. Bez., Große Mohrengasse 14, vermißt; es hatte eine Prothese am rechten Bein und dürfte aus Kränkung über das Gebrechen Selbstmord verübt haben. * Einbruch in der Taborstraße. Montag nachts wurde das Sportgeschäst Heinrich Feuer, Taborstraße 54, erbrochen. Gestohlen wurden Waren im Werte von 5000 Schilling. * Vorläuffa keine Wohnungsvormerkungen. Mit Rücksicht aus Arbeitshäufmia und die Notwendigkeit, die vorliegenden Wohnnngsansuchen zu überprüfen, werden vom 1. Mai angefangen bis auf weiteres keine Ansuchen von Woihnnngssuchenden zur Vormerkung entgegengenommen. * 914 neue Wohnungen. Gestern wurde über Antrag des Stadtrates Siegel vom technischen Ausschuß der Gemeinde. Wien abermals die Errichtung von sechs Wchnhausanlagen mit insgesamt 914 Wohnungen genehmigt. Die Kosten werden sich auf 11315.000 Schilling belaufen. Drei Häuser werden in Simmering, zwei in der Brigittenau (Zwiischenlbrücken) und eines in der Josefftadt ach cm : werden. * Gegen den Autoverkehr in der Hauptallee. In ihrer Sitzung vom 18. d. hat sich die Bezirk svertretung Leopoldstadt neuerlich gegen die Bewilligung des Autoinobilverkchres in der Hauptallee ausgesprochen. Es wurde einstimmig ^schlossen, an das Bundesmini.steri.mn für Handel und Verkehr eine Zuschrift zu senden, in der daraus verlviesen wird, daß die Hauptallee als Luftreservoir erhalten bleiben müsse. Bereise. Bortrstge und Berfammlungen. Jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt. Heute um 8 Uhr abends im Cafä Siller, 1. Bez., Schwedenplatz (Mezzanin), Vortrag des Herrn Dr. Eugen Felix: „Mit der Hakoah in Palästina". Eintritt ftei. Gäste willkommen. — Zionistische Jugendgruppe Leopoldst a d t. Heute, ‘/i8 Uhr, Plenarversammlung im Lokale der Volksbibliothek Zion, 2. Bez., Glockengasse 30 (Eingang durchs Haustor). Referent Dr. Perlmutter. Themar „SDie Entwicklung der jüdischen Kolonien in Palästina." — Z. M. V. GiSralah, Wien, 3. Bez., ReiSnerstraße 23. Heute, 6 Uhr abends, zionistischer Staffelvorttag. — Maimonider- Institut, 8. Bez., Hetzgaffe 40. Heute, 6 Uhr. Rabbiner Dr. Kaminka, Traktat Sanhedrtn; 7 Uhr, derselbe, MaimonideS, More Nebuchim. — Versöhnung S b u n d. Heute, 7 Uhr. Vortrag. Elisabeth Selben (Lehrerin) über: „Der demokratische Gedanke und die Ethik der Verkehrs." Ort: Bezirkssaal, 4 Bez., Schäffergasse 3 (Festsaal'. — Jüdische TischgesellschaftLandstraße. Heute, llhr abends, im Cafe Lovrana, Vortrag des Herrn B a t o über „Das Problem der jüdischen Erziehung". — Jugendgruppe derzioni st ischen Sektion Zwischenbrücken, 20. Bez., Allerhetligenvlatz 3, Cafä Park. Heute, V-8 Uhr abends, bebrä scher Kurs. Nachher Borttag Schleien über „Die Notwendigkeit der hebräischen Sprache, für die jüdische Jugend". Gäste willkommen. Samstag um 6 Uhr abends, wird der bekannte Fußballspieler der Hakoah, Norbert K a tz, über seine Eindrücke in Palästina referieren. Sternabende iu Heiligenstadt. Wegen ungünstiger Witterung werden die geplanten Abende des Professors Thomas auf Freitag und SamStag den 1. und 2. Mai verschoben. Versammlung Punkt 8 Uhr, Hohe Warte, Endstation der S7er Linie. Ende V,10 Uhr. Der Jugendgotlesdlenst für Volks- Bürger, und Mittelschüler(tnnen) findet am SamStag um 3 llhr nachmittagsmittagS in nachfolgenden Gemeinde- und Vereins-Synagogen statt: 1. Bez., Seiwnstettengasse 4. 2. Bez.. Tempelgasse 3, 8. Bez., Siedenbrunnengasie 1». 6. Bez.. Schmalzhösgasie 3, 8. Bez.. Neudeggergasse 12, 9. Bez., Müllnergaffe 21,10. Bez., Humboldtgasse 27, 15. Bez.. Turnergasse 22, 16. Bez., Hubergasse 8, 18. Bez., Schopenbauerstraße 39, 19. Bez.. Dolinergaffe 3. 20. Bez., Kluckygasse 11, 21. Bez., Holzmeistergasse 13. Nadioprogramm. Mittwoch den 39. April. 9 Uhr: Ärarktberichi. — l Uhr 5 M-i«.: llraniazeii. — 1 Uhr 30 Min.: Wetterbericht. ‘/a4 Uhr: Wiener Börse. — 4 Uhr: Nachrichtendienst. — 4 bis ^6 Uhr: Nachm ltagSkonzert. Die Tverette von Kalmann r Der gute Kamerad, Herbstmanöver. Der ZigeunervrimaS, Die Csardassürstin, Die Faschingsfee, Hollandweibchen, Die Bajadere, Gräfin Mariza. — 6 Uhr r Märchen. — Y»7 Uhr r Oeffentltche Gesundheitspflege. Vortrag von OberstadtphystkuS Doktor August Bübm. — VJ bis Vt8 Uhr r Englischer Svrachkurs. — V.9 lUn*; Kammermusikabend. Beethoven: Streichgnartett Opus 59, Nr. 2. Ioh. Seb. Bach, Gelänge mit obligater Oboe (Professor Wunderer): 1. Ich folge dir gleichfalls mit fteudtgeu Schritten; 3. Meinem Hirten bleib ich treu; 8. Seufzer, Ttästen. Job. Brahms: Streichguintett in L-Dnr für zwei Violinen, zwei Violen und Eello (Sedlak-Winkler). 10 Uhr: Heitere Abendmustk. Bühne und Kunst. Honst Riese loartet nn LMpielchcater mit einer neuen Rolle aus. In fceft Schwant „Er soll dein Herr sein", den Alexander Engel schlecht und recht für die große Künistlcrin gezimmert hat, gibt sie die Wirtschafterin eines recht unwirschen bürgerlichen Schneidermeisters, ein riegclsamcs Mädchen gesetzteren Alters, das seit zehn Jahren das Hans des Witwers berrent. Es ist dafür gesorgt, daß sich Frau Niese in jeder Szene aus lelben kann. Ihr unverwüstlicher Humor dichtet mit und die geniale Frau hat richtig den Anlaß wahvgenommen, um wieder einmal eine Prachtg-estalt zu schaffen. Alle Fäden der häuslichen Wirtschaft vereinigen sich in der Hand dieses herzensguten, noch immer feschen Hausdragoners, ocr den verraunzten Witwer regiert und die schon erwachsenen Kinder betreut, launenhaft ist, zehnmal im Tag den Dienst kündigt und, wenn es sein muß, auch Ohnmachtsanfätte kriegt, alles natürlich mir zu dem guten Ende, dem Hause und allen seinen Jnisaffen nützlich zu sein. Uöber die vielen Llnlässe zu stärksten Heitevkeitsausibrüchen Übersicht wohl mancher, daß Hansi Niese wundervoll die Einsamkeit des alternden, Verlobten Mädchens charakterisiert. Sie hat die Jahre hindurch air den verwitweteir Schneidermeistcr, dem sie die Wirtschaft führt, Briefe geschrieben nrit der Ueberschrift: „Mein lieber Mann!" und hat sie nicht adgesenidet, sondern in ihrem Kasten verwahrt. Jin letzten Akt werden die Briefe entdeckt. Wie sich bei dieser Szene Scham und Unvermögen, die Gefühle der Licibe zu verbergen, in Zlntlitz nnd Geste der Künstlerin spiegeln, ist außerordentlich, und so hat mau nach Bühnen stunden hellster Heiterkeit auch noch eine wirklich erschütternde Sizene vorr Hansi Nieses Gnaden erlebt. Kein Wunder, daß der Bvummibar von Schneidermeister nach dieser Szcn^ seine Wirtschafterin heiratet. Die übrigen Mitwirkenden geben Frau Niese verdienstlich das Stichwort. Es sind insbesondere die Herren Nekamm und Hübner hervorzuhebcn. In der Erinnernng an jenen rührenden Au-genblick hätten wir fast vergessen, von dem parodistischen Couplet zu sprechen, dem „Lcderhosen-fox", das Frau Niese bringt. Man tut gut daran, sich ihn selbst a^ zuhören und nicht schildern, zu lassen. A. Las Nikolai-Konzert der Mlltzarmontter. Beethovenz erste Symphonie, das Werk kraftvoller Iu« gend, in Verbindung niit seiner Neunten, einer Welt von Tragik, Auflehnung und Entsagung, die trotzdem im erlösenden Hymnus an die Freude gipfelt, bildete das Programm dieses Konzerts. Ein ganzes Menschenalter voller Kämpfe in Kunst und Loben liegt zwischen diesen beiden Werken. Wenn mau.aber Weingartner betrachtet und soine Auslegung hört, schein: nichts von Ringen und Entbehrungen in der Symphonie zu. erstrahlen. Seine Technik als Dirigent gewinnt die Herrschaft^ Lange Strecken hindurch behält -die Dynamik Einheitlichkeir. Das Adagio verliert Seele und verläuft in geMigem Fluß, kurz, Beethovens Neunte erstrahlt in liebem, leuchtendem und freundlichem Glanze.- Daß Wienern diese Wesensart liegt, kam: nicht wundernchmen. Zwar die Jugend, die Enthusiasten, sind nicht einverstanden. Se sind sogar so streng, daß sie spontan ausbrechenden Beifall - zwischen den einzelnen Sätzen durch energisches Zischen zur Ruhe zwingen. Sie freuen sich nicht und fürchten -für die nächste Saison, in der ja Weingartner alle Konzerte der Philharmoniker dirigieren wird. Das Stanrmputblikun: ober ist's zufrieden, wenn es nicht am Sonntag Mittag allzu starken seelischen Emotionen ausgefetzt ist. Der Singvercin der Gesellschaft der Musikfreunde bewährte sich vorzüglich als mitwirkender Chor, die Solisten waren Frau Elizza (leider in!der hohen Lage nicht schlackenlos), die hingebungsvolle Hermine Kittel und die oft erprobten, verläßlichen Herren Maikl und Manovarda, letzterer für den unpäßlichen Mayr eingesprungen. Wie gewöhnlich wurde Weingartner und das Orchester mit begeisterbcm Beifall bedacht. S. K. Aus de» Theatern. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends, „D e i Teufelsschüler" von Bernard Shaw. Akademietheater. Morgen, V»8 Uhr abends, „SD e t 3 e t x i f f e n e". StaatSoper. Morgen, 7 Uhr abends, „D e r Barbier vonBagdad". Hierauf daS Ballett ,.D o n Juan". — Die Kaffen der Bundestheater bleiben Freitag geschloffen. Der allgemeine Verkauf für SaniStag und Sonntag beginnt Mittwoch, beziehungsweise Donnerstag. Redoutensaal. Morgen, 7 Uhr abends, „F i g aroSHochzei t". Deutsches VolkStheater. Heute, */,8 Uhr abends. Erstaufführung der Komödie „Wauwau" von Horace Hodges und Wigneh Percyval mit Pallenberg und Anton Edthofer Neues Wiener Stadttheater. Madame Simone kann ihr Gastspiel statt am 6. Mai erst am 8. Mai beginnen. Bürgertheater. Wegen der morgen um V»11 Uhi nachts stattfindenden Pantomimenveranstaltung mit Frau Helene Lanik-Lava beginnt die Abendvorstellung ausnahmsweise um' 7 Uhr. Freitag bleibt das Theater geschloffen. Komödienhaus (Erl-BÜbue) beschließt heut« die Wintersvtelzeit mit einer Aufführung von Anzengrubers ,.D i« K r e u z v l f ch r e i b e r" und begibt sich auf eine Gastsviel. Tournee durch die Tschechoslowakei. Die Sommerspielzeit absolvieren die Exl-Leute in Innsbruck. K a m m e r s p i e l r. Die erste Nachtvorstellmig finde: wegen der 1. Mai nicht Donnerstag sondern Samstag dev 3. Mai statt. _; Josef Opatoschu. Der gefeierte junge jüdische Dichrer Jofts Dparojchu, Versaffer des Romans „Die Polnischen Wälder" und anderer vielgelesener Werke, ist dieser Tage aut New-Aork in Paris eignetrtzffen. wo er vor einem Kreise jüdischer Schriftsteller und Künstler aus seinen Werken vorlas. Von Paris beacht sich Lpatvijchu nach Berlin und von dort »ach Np ir;-it i£!}j •^V'l m '!• u 92791499