Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2223 (29.4.1925)
- Date
- 1925-04-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte 6 Wien, Mttwoch Gerichtssaal. Der Ankerbretprezeß. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung verküiidete der Vorsitzende, daß die Anträge der Verteidiger bis auf zwei angewiesen wurden. Dr. Benedikt konstatierte, daß bereits seit Mai 1924 darüber beraten wurde, für fremdes Getreide und fremdes Mehl gleitende Zölle emzurühren. was auch mit 1. Jänner 1025 erfolgt rst. Damit sei zweifellos erwiesen, daß Oesterreich schon mit Mehl und Getreide versorgt war. Nun bittet der Angeklagte Fried um das Wort und sagt: Gestern bube ich ut den Leitungen gelesen, und ich möchte darauf erwidern ... —Vors.: Sie dürfen darauf nicht reagieren. Dazu ist hier nicht der Ort. Ich habe gestern aus einein Blatt er fahren, daß ch neun Kinder habe. (Heiterkeit im Auditorium.) Es wird dann der Anstellungsvertrag des Generaldirektors Fried vonr Juni 1922 verlesen. Nach diesem Vertrag, der auf 25 Jahre abgeschlossen wurde, blicht Fried ein" Monatsgehalt von 2500 Schweizer Franken. Seine Gesamtdienstbszüge können jedoch in keinem Falle weniger betragen als zwei Prozent der Gewinstziffer der Ankerbrot A.-G. Der Vorsitzende richtet dann an Professor Sedlak einige Fragen. Sedlak meint, es sei einfach nicht möglich, die Angaben der Ankerbrotfäbrik hinsichtlich der Spesen, die der Mühle aufzurechnen find, zu akzeptieren. Der Sachverständige Müller referiert über eine Post „Autonw'bil", die zu Unrecht in der Bilanz für das Jahr 1924 gebucht wurde. Er gebraucht den Ausdruck, dies sei eine „Schwmdelpost". Der Vorsitzende ermahnt den Sachverständigen und meint, er wollte ' wohl von einer unrichtigen Buchung sprechen. Dr. Benedikt verwahrt sich gegen die Aeußerung des Sachverständigen. der sich herausnimmt, in ungebührlicher Form Wer eine 'Dache sich zu äußern, von der er nichts versteht. Tr. Grub er weist darauf hin. daß die Sachverständigen tendenziös vorgegangen sind. Der Vorsitzende weist diese Aeußerung zurück. Professor Sedlak erstattet umt ioht Gutachten über die B i l a u z der Aukorbroi'fäbrtk. Der Sachverständige verliest zunächst die Ziffern des Bilanzkontos. Hessen Aktiven 93,2 M illd -arde u betragen. Die P -a s f d v e n belaufen sich auf 31,3 Milliarden. Der Re du gewinn stellt sich also nach den Ausweisen Der Ankerbrotfabrik pro Jahr 1923 auf 58,9 Milliarden, aus den Umsatz bezogen drückt sich der Gewinn mit 7,8 Prozent aus. Professor SeA-ak hat bei der Prüfung der Bücher den Eindruck gewonnen, daß mm b est r eb t' war, den erzielten Re i n g ew i u n mit allen Mitteln herabz udrü cken. Zufammeirsassend, sagt Professor Sedlak, kann ermittelt werden, Laß der von der AnkerbroffäbrÄ veröffentlichte Rechnung sausweis bezüglich des Gewinnes um mindestens 3o,9 Mdll rard en z.u g cir ing ist. Der geisamte Reingewinn beträgt 78 Milliarden, dieser Redu-gew'm-n von 78 Milliarden beträgt 13 Prozent des Umsatzes für 29 Monate. Anis 12 Mouate,'also auf das Geschäftsjahr 1923 reduziert, kommt man mindestens auf eine Ziffer von 50 Milliarden. J-m selben Jahre hat das größte Industrieunternehmen Oesterreichs, die Alpine Montangesellschaft, einen Reingewinn von 28 Milliarden a-usgewiesen. Dr. Benedikt: Was der Herr Sachverständige sagt, ist nicht wcchr. — Vors.: Wollen wir sagen. Sie meinen, es ist unrichtig. — Dr. Benedikt: Verzeihen, ja, es ist unrichtig. 0 Nach der Pause erklärt Dr. Benedikt, die Verteidigung verwckhre sich gegen das Gutachten über die Bilanz aus prinzipiellen Gründen, denn d-ie Bilanz hat mit eurer eventuellen Preisdvei'berei gar nichts zu tun und auch der Gewinn in dieser 'Richtung nichts 'bedeutet. Bei den Abführungen des Sachverständigen, in denen er die Sanierung Oesterreichs erwähnt, macht sich i>m Zuhörer-' raum eine Bewegung bemerkbar. Einige Zuhörer machen halblaute Bemerkungen, in denen _ sie ihren Unmut darüber Ausdruck geben, daß 'der Sachverständige einen Vortrag über die Sanierung hält. Dar Vorsitzende ermahnt die Zrchürer energisch zur Ruhe und sagt: Es ist mir ausgefallen, daß hier am Nachmittag immer ein anderes Publikum sitzt als am Vormittag und daß dieser M'echseil dm Publikum sich durch Beifalls- und Mißfallensäußerungen kenntlich macht. Der Sachverständige Sedlak meldet sich zum Wort und sagt: Herr Dr. Grüber hat gefragt, von welcher Bank die Ankevbrotwerke 65 Prozent für Taggelde. erhalten haben. Ich kann diese Bank nicht nennen, Wohl äbsr die Bank, von der die Ankerbrotwevke 68 und 84 Prozent bekommen hat. Es ist die B i ede r -ma nn -b a n k. Dr. Mravlag: Im Gutachten heißt es, daß bewußt fälsche Buchungen und notorische Fälschungen gemacht wurden, wie zum Beispiel im Falle GetreideaMengejsellschaft und Biedermannbank. Welche Beispiele können Sie noch anführen'? — Der Sachverständige denkt eine Weile nach und sagt dann: Ich weiß keine weiteren Beispiele. — Dr. Mravla g: Dann würde ich an Ihrer Stelle nicht beifpiolsweise sagen. Denn ich kann nicht eine Geschichte erzählen: Cs wurde mir beispielsweise eine Uhr gestohlen, wenn mir außerdem nichts gestohlen wurde. Der Vorsitzende fragt dann den Angeklagten: Wie hoch ist der tatsächliche Wert des Magazins? — Angekl.: Das ist schwer zu sagen. Rund 25 Milliarden. — Vors, (zum Sachverständigen): Wie steht das Magazin zu Buch? — Sachverständiger: Bei der letzten Bilanz wurde es mit 999,661.090 K. bewertet, das ist also ein Fünfund- Zwanzigstel des Wertes, den der Angeklagte jetzt angegeben hat. Die Verhandlung wurde hierauf abgebrochen und wird heute früh fortgesetzt. Krone ist Krone. Der im Jänner 19W verstorbene Großgrundbesitzer (Graf) Johann Wilezek hatte bei der Aktiengesellschaft für Lebens- und Rentenversicherung, vormals „Nordstern", in Berlin, die damals Noch eine Zweigniederlassung in Wien hatte, seinerzeit ein Darlehen von 290.900 K., das auf seinem Palais in der Herrengasse pfandrechtlich sichergestellt wurde. Gras Wilezek und :vach seinem Tode dir Berlassenschast. zahlte die Schuld in Teilbeträgen, die letzte Rate zu 10.000 K., im April 1924, zurück. Dann verlangte die Graf Wilczeksche Zentraldirektion von der Versicherungsgesellschaft die Löschungserklärung. Die Gesellschaft verweigerte jedoch die Löschun-serklärung, da mit 290.000 Papierkronen die Schuld nicht zurückgezahlt sei. Die Wilczeksche Berlasienschaft brachte nun gegen die Aktienge-sellschast beim Bezirksgericht Innere Stadt sie Klage auf Löschung der Hypothekarforderung ein. Die beklagte Gesellschaft erklärte, Anspruch auf Valorisierung der Schuld zu haben, da es durchwegs reichsdeutsche Kleinrentner und Mündel seien, deren Geld in dieser Hypothek angelegt wurde, und nach den reichsdeuIschen Gesetzen haben diese Leute Anspruch auf Valorisierung. Demgegenüber vrr- Wiener Morgenzeitung_ wies der Klagevertreter auf die hier allein maßgebende österreichische Rechtsprechung. Das Bezirksgericht verurteilte die Beklagte zur Löschungserklärung. Das Zivillandesgericht (Vorsitzender Hofrat Dr. Polla!) gab der Berufung gegen dieses Urteil keine Folge und bestätigte die ciftrichterliche Entscheidung. Volkswirt. Polnische Mrtschaftswoche. (Von unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.) Der Polnische Wirtschaftsrat, die netteste Gründung, kann schon jetzt als ein mißlungenes Experiment betrachtet werden. Abgesehen davon, daß dessen Vorsitz der Finanzmdnifter selbst führet: soll und dessen Mitglieder nach den: Parteisch-lüssel gewählt werde:: sollen, soll, den: Projekt nach, jedwede Initiative vom Finanzministerium ausgehen. Unter diesen Voraussetzungen wird der Wirtschaftsrat ledWch ein Deckmantel fite die Maßnahnwlv der Regierung bleiben «und nicht durch neue Gedanken eine neue Richtung der Wirtschaftspolitik des Landes gebe::. Ter Kapitalsmangel und die fortwährend steigende Teuerung drosseln jedweden Handel Im Inland, und aus diesen: Grunde wird es den ausländischen Unternehmungen immer leichter gemacht, durch Gelvähr-uug langfristiger Kredite, wobei letztens auch die Zollgebühren kreditiert lvevden, den Markt immer mehr zu beherrschen. Nachdem aber auch gleichzeitig die polnische Industrie einen immer schwereren Konkurrenzkampf bei::: Export auszufechten hat, ist ein ständiger Rückgang des Exportes festzustellen, dessen Folge natürlich eine «weitere Verschlechterung der Handelsbilanz ist. Auch auf den Börsen macht sich letztens der Kapi-- talsurangel stark fühlbar, und nachden: in den nächsten Wochen Steuern und die dritte Rate der Vermögensabgabe fällig sind, sehen sich zahlreiche Aktienbesitzer veranlaßt, ihre Engagements zu lösen, wodurch wieder ein starkes Warenanbot herrscht und jede Nachfrage mit Leichtigkeit gedeckt wird. Aus diesem Grunde macht der Mbröcklungsprozeß zusehends weitere Fortschritte und alle Esfektenkategorien verzeichnen merkliche Kurseinbußen. Auch die Wiener Arbitragewerte ermäßigten ihre Notierungen: Hypothekenbank auf 0,62, Ma-lo-polskibank auf 0,27, Warschauer Diskontobank auf 7,10, Zisleniewski auf 10,65, Galizische Montan auf 3,50, Tepege auf 1,18, Chodorow auf 4,—, Leutberger Brau auf 7,60, Rakszawa auf 1,70 Zloty. Endlich ist auch das Budgetpräliminar für das iJahr 1925 fertiggestellt worden, welches das vom Vorjahre bedeutend übersteigt. Die Einnahmen sind mit 2155, die Ausgaben mit 2176 Millionen Zloty vorgesehen. In: Vorjahre lbetrugen die Einnahmen 1453, die Ausgaben 1627 Millionen. Das heurige Defizit von 24 Millionen Zloty soll aus Kassareservengedeckt werden. Die Einnahmen aus den Monopolen wurden mit 397,6, aus den staatlichen Unternehmungen! mit 140,5 Millionen Zloty vorausgesehen. Die wesentlichste Position unter den Ausgaben nimmt natürlich «das Kriegsm'inisterium mit einem Drittel, das sind 712 Millionen Zloty, ein. J-m ersten Viertel dieses Jahres ist erfreulicherweise der Wert des Banknot-enumlaufes von 24 auf 26,5 Zloty pro Kopf der Bevölkerung gestiegen. Bemerkenswert ist, daß gleichzeitig die Golddeckung keinen Rückgang aufwefft und am 10. d. 64,26 Prozent gegenüber 64,89 Prozent am 1. Jänner d. I. betragen lhat. Die Aktiengesellschaften zögern noch immer mit der Umwertung ihres Vermögens und der Valorisierung ihrer Aktien. Ju der letzten Woche -hat nur die Bank der Landwirte ihr Aktienkapital u-mgöwertet und valoristert ihre Aktien im Nominalwert von 1000 Mark auf 4 Zloty. Gleichzeitig wurde auch beschlossen, für -bas Jahr 1924 eine Dividende von 0,50 Zloty pro Aktie zur Berteiliun-g zu bringen. knglands Rückkehr zum Goldstandard. London, 28. April. (Reuter.) Churchill kündigte im Untierhause in seinem Expose über das Budget -an, daß mit heutigem Tage das Land zum Goldstandard zurückkehre. In seinem Expose bezifferte Schatzkanzler Churchill: die Ausgaben mit 799,400.000 Pfund Stevlimg und die Einnahmen mit 801,060.000 Pfund Sterling, so daß ein Ueberschuß von 1,660.000 Pfund Sterling verbleibt. Er kiiMgte die Wieder« einsührimg der Mac - Kenna'-Zölle auf -einigeführte Luxuswaren, wie zum Beispiel Uhren, Motorwagen, Filme und Ebenso einen Zoll auf alle Seidenwaren an. Er stellte ferner geschritten aa die RedaMon otoie unverlangt einlangenöen Manuskripten wolle man stets Nückporto betlegen, ba tonst eine Beantwortung» beziehungsweise Rücksendung nicht ersolgen rann. 29. AprN 19-26 Nr. 0228 -—— ---——v eine Herabsetzung der Eiltkominerrsteu^'r um 6 Pence prs Pfund Sterling und ebenso auch gewisse Zugeständnisse an dir Einkonnnenstenerzahler in Aussicht. * Durch diese Erklärung des -englischen Schatzkar^lers wird offiziell daklariert, daß nunmehr England die Goldparität des Pfundes erreicht habe. Die Steigerung, die das Pfund in den letzten Tagen auf der: internationalen Plätzen erfahren hat, läßt -darauf schlreßen, daß die Bank von England interveniert habe, udit auf den Devisenmärkten die Situation, der ErNärung Churchills gemäß, zu gestalten. Bekanntlich war es noch im vorigen Jahre strittig, ob England die Goldparität des Pfund,es erreichen solle und ob cs nicht lieber unter der Goldparität bleiben solle, dainit die Industrie von ihrer Krise -befreit werde. Letztere Ansicht hatte äber auch eine Reihe von Gegnern. Schon die Regierung Mae Donalds war -bestrebt, de>: Kurs des Pfundes der Goldparität anzugleichen. Dies ist dainals noch mcht volltoinmen gelungen. Die konservative Regiern-ng hat diese Bestrebungen fortgesetzt. Der Gouverneur des englischen Notcninstitutes N o r m a n hat sich vor einigen Wochen nach Amerika -begeben, um dort mit den amerikanischen Finanzkreisen ein einheitliches Vorgchen wegen der Angleichung des Pfundes an den Dollar vorzubereiten. Die Verhandlungen haben zu einen: vollen Erfolge geführt. Nur: wurde diese dlktion auch auf den internationalen Plätzen durchgeführt. Der Erfolg -devselbe»: ist die oben erwähnte Erklärung Churchills. Es ivird nunnrehr wieder die Friedensparität zwischen dem Dollar und dem Pfund hergestellt. Dadurch werden auch die weiteren Schwanknngei: des Pfu,:des zun: Dollar vermiede!: werden. Dieser Entschluß zeigt, daß die maßgebendsten Geldniächte der Welt wieder zum Golde zurückgekchrt sind. Die Vertretung der Angestellten im Generalrat der Nationalbank. Im Nationalrat unterbreitete gestern die Regierung einen Gesetzentwurf betraffend eine Abänderung der Satzmrgen der Oesterreichischer: Nationalbank. Nach dem Gc> setzentwÄvf wird Art. 25 der Satzungen wie folgt abgeändert: Der Generalrat bastcht ans de,: Präsidenten und 13 Mit- -gliedern. Anßerden: werden 4 Ersatzmänner gewählt. Die B et«riebsräte der Beamten, Skontfften und Arbeiter sind berechtigt, zu den Bechaltdlungen des Generalrales über Per>sona«langele-genheiten der Beamten, Skonlisten und Arbeiter je einen Vertreter ans dam Kreise der Betriebs^ rätanntAieder zu entlscnden, denen das aktive Wahlrecht in den Betriebsrat Mcht. Diese Vertreter habe,: bei Ausübung ihrer Bosiugnis dieseWen Rechte und Pflichte,: wic die Gene, ralräte, doch ist jeder von ihnen nur hinsichtlich jener Angelegenheit stianenberechtigt, wolche die von chm vertretene Perfonal-gru-ppe betreffen. Zentralisierte Geldeinhebung. Der Oefterreichffche Eskontpievarband hat einen ,/SamnrMassendien!st wirtschaiftlicher Organisationen" für noch nicht fällige und daher noch nicht einigeanahnte Forderungen eingerichtet; ferner ein Inkasso- Ibureau für Säumige und schließlich eine Einbringungslsektioir zur Dirrchführmlg werterer Schritte in jeiren Fällen, in denen d'ie bloße Einmahnung und die Cnbseirdnng eines Inkassanten nicht genügt. Die Geischäftsleute werden daher ihre gesamten Fordevnidgen der Einkassierungsäbteilnng des Eskönbptaverbcmdes übertragen können, so daß sie Wbst. chr Parfonal und chr Betrieb von aller weiteren Sorge und MMe lvegen der Außenstände erhoben sind. Die Verzögerungszuschlägo bei den städtischen Steuern. Herr Bezirksrat Aurel Engel schreibt, uns zu sem-am gestern miM-edlten Antrag: Der Antrag, den ich heute.in der Bezirksvertretu-ng des 8. Bezirkes einbringen und Vertreter: werde und der im Falle seiner Annahrne säintlicheu Bezirksvertretungerr Wiens vorgelegt wird, soll einen Uebefftand -abstellen, der bei der derzeitigen Lage von Industrie, Handel unL Gewerbe unerträglich geworder: ist. Es gibt keinen Staat unL keine Stadt Europas, welche bei stabiler Währung die Nichteinhaltung eines Stcnertermines sofort mit einen: 25prozen> tige-u Stra-fzuschlag belastet. Ter kleine Geweribetreibende unl Kanfmani: fürchtet sich förrnlich vor den: Heranrücken de: städtischen Stellertermine und ist bei der heutigen traurigen Wirtschaftslage, welche die Kaufkvast, breiter Massei: der Be. bölkernng nahezu erschöpft hat. beim besten Willen oft nicht in der Lage, Steuerr: termingeniäß aufzutrei-ben. Die Folg« -derartiger Verzögerungen sind sofortige Exekutioner:, -deren Tragweite sich mit Rücksicht auf den Wpwzentige-n Zuschlag vevschärst. Ich hoffe zuv-ersichtlich, daß die umßgchenden St-el. len die Dringlichkeit meines Antrages erkennen und einen nlMltgelnäße::'Vorgang abstellen werden, der die wichtigsten Steuerquellen — Industrie, Handel und Gewerbe — schwe, bedrückt. Jnfoweruen. Das Ausgleichsverfahren wuvkn eröffnet über Ludwig Schönfeld, 1. B-ez., Wollzeile 26 - lieber Stre'bler öl Dolejs-i, Handel mit Seidenwaren^ 1. Bez., Lobkowitzplatz 3, und die persönlich haftenden Gesellschafter Karl Str-e-bler, 4. Bez.. Danhausergaffe 12, u:ü Josef Dolejsd, 6. B>ez.^ Lerchenfelderstraße 50. Passiven eine Milliarde. — Ueber -die im Jahre 1898 gegründet, Wiener Velours-^ Stumpen- und Hutsabrik Hermann Schweig öl Söhne, 14. Bez., Stättermeyergaff-e 32. Di, Passiven betragen fünf Milliarden Kronen. — Der K o kurs wurde eröffnet über Philipp Haß, 1. Bez., Nentor> gaffe 13. und über Adolf Weiß, 2. Bez., Holbandstraße 10. Gläubigerversammlung der Allgemeinen Depositenbank. Heute Mittwoch. 7 Uhr abends, veranstaltet der Verband der Sparer und Kleinrentner Oesterreichs in der Volkshalle dez Neuen Wiener Rathauses, Wien, 1. Bez., eine Gläubiger- - Versammlung der Allgemeinen Depositenbank mit der TageS» 9etoifen< und Balutenkurfe vom SS. April 1928. Devisen Oeld Wart Oeld Ware Geld Ware Apifttard&m . >. 384.20 11.4660 386.20 . s. 6.16 6 18 Französische Noten . . S Holländische Noten , . 36.66 282.—* 38 06 284.— Belgrad, » . , .... 11.4860 Stockholm 181.10 181.70 Berlin . . ■ Budapest . . Bukarest . , . 188.77 36.78 88 88 3.1876 168.37 36.81 88.38 3.'8-5 Warschau ...... ZUrich * . , « Valuten 136.16 137.43 138.86 137.83 Italienische Noten . . » uiKoslawi8che Noten . . Polnische Noten . v . . Humhntsche Noten . . . 28.07 11.41 28.17 11.47 34.3060 34.3050 Amerikanische Noten 708 06 710-06 Kussische Noten (Roman.) Mailand . . 28.01 28.13 üelglscne Moteu » Schweizer. Noten . . , 138.80 137.70 New-York. » 708.36 711.86 Hulgar. Not. . . » » , Deutiche Noten . . , Tschecho-slow. Noten . 20.88 31.11 Pari» , » , 30.87 87.08 168.16 160.16 Türlcitthe Pfund*Noten . Ungomcn« Noten ., Pn§ .... 31.04 31,09 gQ<UKiM Noten •. ' 84.14 34.80 «—.**•