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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-29 · Heft 2223 (29.4.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2223 (29.4.1925)
Date
1925-04-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien, Mittwoch 88tt«tee Moraenzeitunz. Nr. SM Heile l ■A——' - .. Sie Hygiene-Avsstelluns in Wien. Die Eröffnungsfeier. Gestern vorrrttttags wurde die Hygiene-Ausstellung in feierlicher Weise im Beisein des Bundes- Präsidenten, der Spitzen der Regierung und der Vertreter der Gemeinde Wien eröffnet. Als Gäste »vurden von dem Obmann des Ausstellungskomitees, SektionSchef Dr. Helly, der sächsische Mnisterpräsideni Held mit den Vertretern der sächsischen Regierung und der Oberbürgermeister von Dresden Blücher begrüßt. Sodann ergriff Bundeskanzler Dr. Ramek zu einer Eröffnungsrede das Wort, in der er die Bedeutung der Hygiene für das VoKs- >wohl hervorhob. Bundespväsident Dr. H a i n i s ch besprach die hygienischen Verhältnisse in der Stadt und auf dem Lande. Stadtrat Prof. Tandler sprach als Veranstalter jenes Teiles der Ausstellung, den die Stadt Wien arrangiert hat. Namens der Frauenorganisation sprachen die Nationalrät'mnen Freundlich und Z e i n e g g. Sodann gab Bürgermeister S e i tz seiner Freude über das Zusiandekonnnen der Ausstellung Ausdruck. Unter den Klängen eines Bläserquartettcs wurde die Ausstellung für eröffnet erklärt. Sodann fand ein Rundgang durch die Ausstellungsräume statt. Ein Gang durch die Ausstellung. Zum Unterschiede von den sonstigen, den Wdenschen darstellenden Ausstellungen, die auf die Neugier und auf die Erotik der Besucher eingestellt sind, zeichnet sich diese Ausstellung, die vom deutschen Hygiene-Museum in Dresden veranstaltet wird, durch exakte wiffenschaftliche Darstellung aus, die dem Publikum einen Begriff des Jchs geben soll. Das Museum sellbst »vor zuerst als rein wissenschaftliches Institut für Lehrzwecke geschaffen. Aus dem Interesse, das diese unvergleichlich guten Uebersichten über die einzelnen Systeme des Menschen bieten, wuchs dann dieses Museum zu einem Objekt des allgemeinen Wissens für alle. Durch den Krieg sind die allgemeinen Gesundheits- Verhältnisse schr rapid gesunken. Kein Wunder, daß die Menschheit jede Form der belehrenden AusMruug für die Wiederherstellung des Gesundheitszustandes der eigenen Person und der Nächsten gerne anfnimmt. Aus der Not «der Allgemeinheit wurde dieses Museum zu einem uuentbichrlichen Hilfsmittel für die Genesung des Volles. Jedes System und jede Funktion des menschlichen Körpers ist in hochwertigen graphischen und statistischen Formen dem Laien verständlich gemacht. In leicht verständlichen Vorrichtungen wird die Zug- und Druckfestigkeit des Knochens gezeigt, der in seinem Bau und in seiner Zusammensetzung die Festigkeit des Eichenholzes bei tveitem übertrifft. Die Gelenke und ihre Funktionen sind in unübertroffener Weise dargestellt. Die komplizierten Bewegungen der Gelenke des menschlichen Körpers werden auf die einfachsten Formeln der Statistik gebracht. Die Wirkungen der Muskeln lbei ihren Ansätzen als ungleicharnvige Hebel sind in klaren Modellen 51t sehen. Feine Schliffe und Schnitte von Knochen und Muskeln, in riesiger Vergrößerung dargestellt, bringen auch dem. Nichtfachmann« «inen Begriff von der Zellenlehre. Wohl einzig in der Art der Darstellung wird die Leistungsfähigkeit des .Herzens gezeigt. Durch Apparate, die es jedem ermöglichen, vermittelst der eigenen Kraft B^vqgung zu erzeugen, wird einem joden Besucher ein Begriff von der Arbeitstätigkeit des .Herzens vermittelt. Die Ein- und Ausatmungsluft, in ihre Bestandteile zerlegt, wird in Würfeln, die das entsprechende Volumen darstellen, den Besuchern gezeigt. Nicht zu vergessen ist di« Ausstellung des Jahreskonsums an Nahrungsmitteln eines erwachsenen Menschen. Schier unglaublich scheinen die.se Mengen, die Wasser. Salz, Zucker, Gemüse, Brot, Mehl und Fleisch umfassen. . , Nach eingehender Darstellung des rwrmalen Menschen -werden auch die verschiedenen Krankheiten in guten, den Laien nicht abstoßenden Bildern gezeigt. Durch entsprechende Beleuchtungstechnik, die jeder Besucher sellbst handhaben kann, kann zum Beispiel der jeweilige Ort der Erkrankung ersichtlich gemacht «werden. Unübertroffen in seiner Art ist der Pavillon, der den durchsichtigen Menschen zeigt. Durch entsprechende Methoden ist cs der anatomischen NachbildungSkunst gelungen, die einzelnen Organe in ganz durchsichtigen Präparaten vorzuführen und so von außen sichtbar zu machen. Im Anschlüsse an diese Ausstellung finb auch die Leistungen unserer ,Yt liuiken untergebracht, in denen eine ansehnliche Zahl von Präparaten und Bildern eine große Rolle spielen. So ist unter anderem die Ausstellung, die vom orthopädischen Spital in der (Nrssergasse veranstaltet wird, zu erwähnen. Modelle tverden gezeigt, wie den zu Krüppeln geschossenen Menschen oft die Möglichkeit ersteht, bis zu hundert Prozent die Arbeitsfähigkeit wieder zu erreichen. In origineller Weise werden vom akademischen Maler W e i 1 h die Unarten im Sitzen, Geherl und Stehe» gezeigt, die viele Menschen zu Krüppeln machen. Lebhaft bestaunt wird die Abteilung d«S Professors Pribram, die in einer wundervollen Sammlung alle möglichen Keime aus Kulturen zeigt. Auch die österreichische Bundesbohnverwaltung fehlt nicht in diesem Museum. Alle Instrumente, die zur genauen Untersuchung der Angestellten zwecks Verhütung voil Eisen'bähnll »fällen notwendig sind, rverden den Besucherir vorgeslchrt. Im Anschlüsse daran -hat auch die Stadtgemcinde Wie« Modelle und Abbildungen ihrer sanitärer! Einrichtungen ausgestellt. Schote» Abreise nach Rew'Hork. Zum Poli;eikongreß. Polizeipräsident Schober hat gestern abends um halb 11 Uhr in Begleitung seiner Gemahlin die Reise nach Bremen angetreten, um sich dort an Bord des Dainpfers „Columbus" nach Ncw-Aork einznschrffen, wo er dem internationalen Polizeikongreß, der vom 12. bis 16. Mai tagt, beiwohnen wird. Zur Perabschiednng batten sich bald nach 10 Uhr der Blindkönlinister des Aenßern Tr. Ma-taja mit dom Gesandten I n n k a r, Vizekanzler a. T. B r e i 4 k v, ferner der amerikanische Gesandte Mr. Dr. .Henry Wasburn mit Gc mahlin und dom amerikanischen Militärattache Oberstleutnant Harry Newton Eoote, der bulgarische Gesandt« Theodor Nedkow sowie Ministerialttat Monte! vom Bundes» kanzleramr eingeknnden. Bon der Wiener Polizeidirekrion waren erschienen: Vizepräsident Dr. Pamer, Polizeidirektor Landler, Hosrat Dr. P 0 l l a k» die Hofräte Pohl und Schal ly, Regie nmgSrat Salb ne r und Rcgie rungsrat Dr. Bei gl, Oberkommnssär Dr. Phiip sowie der Schwager des Polizeipräsidenten Regiernngsrat Raimann mit Gemahlin. Für den würdigen Empfang des Polizeipräsidenten in Bremen und in New-Uork hat der Norddeutsche Aond die nötigen Vorbereitungeil getroffen. Die Wiener ReliulMsefellschasl. Waö sie braucht und was sie leistet. Fm Saale der Saunarrierschule hielt vorgestsvn die Wiener .Freiwillige Rettnngsgcsellfchaft ihre 44. Jahres- Versammlung unin* dem Vorsitze des Viycpräsideirten Stadlrates Pros. Tr. T a ndloix ab. Prof. Tandler hob hervor, daß das Rückgrat der Existenz der Ret-d.mgsges-ellschaft der Sammeltag ist. Er wird Heuer in der Zeit vmn 6. bis zum 7. Innr abgehalten werden. Der Chefarzt, ObeMNvdizinattat Dr. La mb erg, erstattet« den Rechenschaftsbericht. Er führte aus: Die Klrrve der Hi'lfeleäst.ungen, die bis 1013 ans den Höhepunkt gelingen war, ist in den Kriegs jahre n auffällig gefallen. Tann setzte wieder im Jcchre 1920 ein Steigen «in, bis 1924 wieder ein Höhopukl mit 19.714 I n-- tervent 4 0 nen erreicht war. Sie machten 12.676 Ausfahrten nottvendrg. Die Gesellschaft hatte in 24 Stunden 55 Juterdenrionen mit 35 Ausfahrt«,l zu bowerfftelligen. Davon waren 527 Todesfälle, 1243 Knochenibrüche, 1310 Selibstnwrde nnd Sekbstnlordversnchc, 555 Antonnfälle, 5.13 dlvrch die Straßenbahn herbeigaführte Unfälle, 197 durch Rausch verarvlaßte Unfälle. Es wurden im ganzen bei den Ausfahrten 107.120 Ki 1 om e t e r zurückgelegt und ungefähr 30.000 Liter Benzin vorbraucht. Da ein Kiloineter Fahrt an Material 4968 K., an Perfonalausgabeu 16L90 K. 'beanspruchte, rostet« ein Fahrtkilvmeter die Gesell schafr 21.358 K. Diese erhöhte Inanspruchnahme hat auch erforderlich gemacht, daß dar Dienst Verstärk: wurde und der Verwalt« ngAamsschuß vonl 1. Oktober an einen fünften Train in den Dienst gestellr hat. Auch der Smnarittermitervicht wurde in der geU-dchr'.en Waffe zur Aufklärung der Beoölk.'vnug abgchalun und hat vir» Zu» sprach gefunden. In zehn Kursen, bei dnren 80 Borträge abgehalten würben, wurden 932 Personen ans gebildet.. Gegenwärtig stohen i,n Dienst« -der Gesellf<l>af.: 20 Aerzte, 11 Beamt«, 22 Sanitär'sgehKfeu, 10 Ehauffeur« und 4 Hiffsbedienftete, zusammen 67 Personen. Das Budget im aibgelaufsnen Jahre hat vier Milliarden 'beansprucht, dorr denen 2/5 Milliarden durch den Sammeltag aufgebracht wurden. Auch Dr. Lamberg führt« aus, daß es ohne den Sammeltag keine R-ottungsgesellschast gäbe. Das kommende Jahr werde nach den Bvvechlmngen «inen Ausivand van 4600 Millionen Kronen erfordern, wovon durch Mitgliedsbeiträge mit 300 Millionen und durch den zu erhoffenrn Ertrag des S-amnwltages 2 Milliarden gedeckt erschoinen. Unter großem, allstitigen Beifall wurde dann ' durch Mklamativn Polizeipräsident Schober wieder zum P r äsiden ten der ÄefelVschaft gaioähk. Hamalk über Selihlch. Ter berühmte Theologe Professor Adolf v. H a r n a ck läßt fetzt sein letztes großes Werk über M a r c i 0 n, das Evangelium vom fremden Gott, „eine Monographie zur Geschichte der Grundlegung der katholischen Kirche", in «einer zweiten, etwas vermehrten Auflage erscheinen. Er verwahrt sich darin geizen den antisemitischen Mißbrauch, den man im henttgen Karnpf gegen das Alt« Te-' stament mit seinen! Buche getrieben hat: „Ich protestiere hiemit dagegen, daß meine Ausführungen mit denen von Friedrich Delitzsch („Die groß« Täuschung") zusammengestellt werden, wie das mehrfach geschehen ist; diese sind vom wissenfchastlichen Standpunkt ans ebenso rückständig wie vom religiösen verwerflich." Vrofeffor Marti geftorbm. Am At, d. starb in Bern wenige Tage vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres Professor Dr. Karl Marti, Ovoinarius für alttestamentlich« Theologie an der Berner Universität. Professor Marti war ein« anerkannte Autorität ans dem Gebirl der alttestamentlichen Wissenschaft. Zahlreiche jetzi «in Europa und Anierika amtierende Rabbiner sowie die meisten Lchrer, die fetz: in Palästina wirken, darunter auch Doktor Hugo B e r g m a n n, zählen sich zu seinen Schülern. Anläßlich des Erscheinens des das Me Teftameilt nnd das Judentum verunglimpfenden ^Wertts „Die große Täuschung" von Friedrich Delitzsch ist Marti, abenso wie andere christliche Gelehrt«, gegen dies« Art von „Wissenschaft" mi: ganzer Energie onhzetr«tell. 29. April tm «ama Wfttft Rothschild- Sammluag unter dem Hammer. Bei Christi« i« London. Eines ixr größten Ereignisse auf den! Bersteiger-ung« markte, dein seit vielen Jahren nichts AchwlicheS an die Sei:« gestellt ivevden kann, ist der Verkauf der berühmten Sammlung des verstorbenen Pariser Millionärs Darmls Alfred Rothschild, di« am 19. Ma-i bei Ghvistie in London imier den Hanvmer komant. Alfred Rothschild tvar einer der bedeute,ibsten Saumrier seiiwr Zeit, der iu der zweiten Hälft« des dergangotwn Jahr Hunderts eine SomnÄung von Kunstwerkon Kufmnmsnbracht«, wie sie anßechakb der Musesu sonst kaum noch zu finden ist. DesmrdevS hervorragend ist diese S.rmmlu.ng in k-u n stgewerblichen Arbeiten des Mittelalters nnd der Neuzeit. Da finden sich einzigartige KosOarkeiton an Miniaturen nnd Emailleu, an NadcWästchon, Schnupftabakdosen, Necessaires, Riechfläschchen nsw. Sodann sind hier wunder'bare Schätze an altem Porzellan und Möbeln zufammengöbracht. Di« Möbel der Rokhschrld-Sainmlung weisen KMstwerke von den borühmtesten Meistern des Rokoko auf, nnd auch unter den Genräldon sind grob» Namen vertreten. Las Schachmeisterturnler in Baden-Baden . Baden-Baden, 28. TlprA. (Wolff.) Die neunte Runde .in, Intermttionalen Schachaneffterturnier brachte sollend« Ergebnisse: Dr. Tartakower (Oesterreich) gonxmn ein« eltglische Partie gegen Roselli (Italien) in 30 Zügen, Tor re (Mexiko) gewann «im holländische Partie gegen Mieses (Deutschland) in 54 Zügen, Aljechin (Frankreich) geivamn gegen Dr. Trehbal (Tschecho-Slowakei) ein Danleilgambit in 54 Zügen, Te Kolste (Holland) verlor gegen Rc t i (Oesterreich) in 40 Zügen. Tar rasch (Deutschland) gelvann «ine französische Partie gegen Spielmann (Oesterreich) in 40 Zügen, Grünfeld (Oesterreich) gv.rann «in Damenbalverspiel gegen Carl (Deutschland) in 35 Zügen, Solle (Belgien) verlor gegen Rab i n 0wi tsch (Rußland) ein Damengambit in 30 Zügen. Rmnis wurden die Partien R u bin stein (Polen) gegen Mars hall (Amerika) sowie Niemzo witsch (Däncmark) gegen Thomas (England), abgebrochen wurde die Partie Dates (England) gegen Sämisch (Deutschland). Bogoljubow (U-kraine) «war fpielftv^ Ae Morde in den Sratmarer Wöldem. Beginn des Reinitz-ProzesseS. Szatmar, 28.?lprvl. 3lm Montag begann hier unter einem Massenandrang von Neugierigen Vor dom Gerichtshöfe unter Vorsitz des Präsidenten Franz Erdös der aus mehrere Tag« anberaumtc Prozeß gegen den-vielfacher Mordtaten beschuldigten Jakob Reinitz aus Szatmar. Reimtz sitzt bereits seit zwanzig Monaten in Untersnchnwgshast, chrre daß man gegen, ihn triftige Beweise seiner Schuld, die er ständig leugnet, hätte erbringen.können. Unter don Zuhörern befinden sich auch ausländische Journalisten, die mit photographischen Apparaten den charakteristischen Kopf des Angeklagten festhalten wollen. Unter landloser Stille wu-rde der AngeMagte in den Saal gejfi'chrt. Sein Haar ist glatt geschoren, auch seinen langen schwarzen Bart hat er sich abschneiden lassen müssen, aber seine Gcsichtszüge find noch immer markant durch den stechenden Blick seiner glühend schwarzen Augen. Während der fast zwei Jahre dauernden Untersuchung ist der Angeklagte körperlich ungebrochen gtzbliolben. Seine athletische Figur macht auch jetzt noch Eindruck. Er ist wie bisher wortkarg und verschlossen. Der Präsident teilt ihm mit, daß er boschulldigt werde, neun Raubmorde ^begangen zu ha'ben. Auf die allgemeine Frage, ob er sich schllkdig bekenne, antwortet Reinitz mit unterdrückter Wut: „Ich fühle mich nicht schuldig. Betoeisen Sic, daß ich ein Mörder bin." Sodann wird die Anklageschrift verlesen. Er wird beschuldigt, die eigenartige Lage von Szatmar, welches durch die Friedensverträge in den Grenzwinkel dreier Länder fällt, ansg«n-ützt zu haben und Kausieuten, welche Waren alls dem einen Nachbarland hinübevschnruggsln wollten, sich als Führer angeboten und sie dann im Walde an der Grenze ermordet und beraubt zu haben. Er warf nur Laub über die Leiche, die dann von einvm Jäger oder Heger aufgefullden wurde. Bei einer Leiche, die in der Nähe von Marniaros-Sziget aufgefunden wu^rdc, fand man einen Kragen, der das Wäschezeichen deS Reinitz trug. Dies ist der einzige direkte Beweis dafür, daß Reinitz bei der Mordtat dabei gewesen sein muß. Der erste Perhandlnngstag wurde mit der B e r l e s u n g der Anklageschrift ausgefüllt. Heute wird Reinitz verhört. DaS Aufgebot der Zeugen ist schr groß. Mt Revolver im Gerichtes»«!. Hofmokl in Hast. Zu dem von unS bereits geuwldeten Revolderattsntak des Sldvokaten Dr. Hofmokl-Ostrovsky wird uns aus Warschau ferner berichtet: Die auf das Attentat folgende Stacht wurde H 0 f m o k l im AmtszmMer des Untersuchungsrichters S 0 n n e n be v g in Bevwahrungshast gehakten. Cr vechielt sich sehr ruhig» ließ sich ein reichliches Abendessen aus einem Restaurant holen und schlief dann chn« jedes Zeichen von Aufregllng bis zum Morgen. Am andern Morgen wurden ihm über feinet Wunsch sämtliche polnischen Blätter gebracht, iu denen er oie schärferen Stellen in den Berichten über sein Attentat rot unterstrich. Bei seiner Einvernahme bestand Hofmovl darauf, die ihm gestellten Fragen nur schriftlich zu beantworten. Cr gab

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