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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-27 · Heft 2221 (27.4.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2221 (27.4.1925)
Date
1925-04-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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U. «HM MM WM» , mm, TOoirtofl «tteirer MosOettseVkT««. ^DAShflE PALÄSTINA^ Sine Rekordeinnahme des Keren Sajeffod. Dahalbjährig« Palästinabudget gedeckt. — DaS reguläre Budget mutz erhöht werden. Soeben versendet das Londoner Hauptbureau des fteten Hajesiod die Aufstellung über die Eingänge für März 1926. Besonders erfreulich ist die gute Einnahme, welche in diesem Monat in Oesterreich erzielt wurde. Die österreichische Keren - Hajesiod - Aktion war, wie man aus der Ziffer der österreichischen Ueberweisung entnimmt, die ungefähr viermal so hoch ist. als'die DurchschnittSziffer der österreichischen Keren - Hajesiod - Eingänge in den vorigen Monaten, ein erfolgreiches Unternehmen. Es ist gelungen, neue jüdische Kreise für die Beteiligung an dem wichtigsten Instrument des Palästinaaufbaues, dem Keren Hajesiod, zu gewinnen, und den Standard der Leistungen der bisherigen österreichischen Keren - Hajessod- Zeichner zu heben. Wohl leistet die österreichische Judenschaft noch lange nicht jene Quote für den Keren Hajesiod, welche der Anzahl, Bedeutung und Kultur der österreichischen Juden entspricht. Aber das relativ g ü n st i g e Ergebnis des Drive, welcher zu einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Krisen stattfand, ist Gewähr dafür, daß zielbewußt und angestrengt für. den Keren Hajesiod gearbeitet wird, und daß die Eingänge aus Oesterreich ständig steigen werden. Aus dem Bericht geht aber auch hervor, daß mit Rücksicht aufdiewachsendeEinwanderungeine Erhöhung des regulären Budgets unbedingt nötig geworden ist, ein Ansporn, die Werbearbeit für den Keren Hajesiod, der das Budget bestreitet, mit aller Energie fortzusetzen. Nachstehend der Bericht des Hauptbureaus: Wir senden Ihnen hiemit die Aufstellung der Keren - Hajesiod - Eingänge des Hauptbureaus für* März 1.925. Während dieses Monats erhielten wir den Betrag son 59.617 Pfund, 13 Schilling, 5 Pence, der für dieses Jahr einen. Rekord darstellt, und der nur während des Monats Mai 1923 übertrosfen wurde, als -er Keren Hajesiod eine Einnahme von 66.000 Pfund hatte. Wir freuen uns, diese Erhöhung der Eingänge des Keren Hajesiod zu berichten, die uns in den Stand setzte, »as ganze halbjährige Palästinabudget bis Ende März 1926 zu decken. Wie Sie aus beiliegender Aufstellung ersehen, war üne große Anzahl von Ländern an dem Zustandekommen dieses Rekords beteiligt. Zum ersten Male hat Oesterreich den hohen Ein nähme nitand von. mehr als 1400 Pfund erreicht. Die Resultate des Monats März find sehr befrierigend. Andererseits haben wir von der Palästinaexekulive Bericht erhallen, daß das I m m i g r a t i o n s- »udget während der ersten sünf Monate, das heißt bis Ende Februar 1926, mit einem Betrag von 6500 Pfund überschritten worden ist. Dies ist hauptsächlich auf die verstärkte Einwanderungszifser während der letzten Monate zurückzuführen, und unter diesen Umstanden ist 's nicht überraschend, daß das Jmmigrationsbudget dieses Defizit aufweist. Der Schatzmeister der Palästina exekutive schreibt uns, wie folgt: Wir haben im Augenblick keine Deckung für den genannten Betrag von 6600 Pfund, und das hat unS in eine sehr unangenehme u«d schwierige Lage gebracht. Einerseits versuchen Sie, und wir erkennen das dankbar an, mit Erfolg, uns Monat für Monat unser volles Budget zu senden. Andererseits war das Geld, daß Sie uns sandten, nie genügend, da in jedem Monat das Jmmigrationsbudget neuerlich überschritten wurde, und wir konnten das aus keiner anderen Quelle decken. Dies machte unsere Lage schon von Beginn des Jahres an schwierig, und die ständige Anhäufung von Defiziten macht die Lage von Monat zu Monat unangenehmer. ' Unter diesen Umständen hatten wir keinen anderen Ausweg, als die Tatsachen vor die Exekutive und die Direktoren des Keren Hajesiod zu bringen, und sie zu Litten, das reguläre Budget um das aufgelaufene Defizit zu erhöhen. Wir rechnen damit, daß auch in den folgenden Monaten das Jmmigrationsbudget nicht hinreichen wird, und selbst wenn wir nur eine Erhöhung von 5500 Pfund für die letzten sieben Monate des Jahres verlangen, gegenüber einem Defizit von 6600 Pfund während der ersten fünf Monate des Jahres, kommen wir zu einer Gesamterhöhung ‘ der Jmmigrationsbudgets von nicht weniger aä 19.000 Pfund für das ganze Jahr. Es ist überflüssig, zu dem oben Gesagten noch Anrnerkungen zu machen, und es ''liegt nur in der Kraft unserer Komitees, uns in die Lage zu setzen, diese Defizite durch Erhöhung der Ueberweistmgen auszugleichen! Di« G e s a m t e i n n a h m e bis Ende März betrug 1,778.000 Pfund, und wenn wir in der Lage find, eine durchschnittliche Monatseinnahme von mindestens 50.000 Pfund während der kommenden fünf.Monate — April bis August — zu buchen, wird es möglich sein, bis zum kommenden Wiener Zionistenkongreß eine <Aesamteinnahme von zwei Millionen Pfund Di« BettrAtze der eiitiefitett Lktnder. Bereiniate Staaten von Amerika Deutschland . .. Rumänien r Bukarest. Beßarabien . . . . Bukowina. Transsylvanien . . . . . Pfund Sterling . 88.499, 6,10 2.986, 1,10 700, 291,10, 1 220, 4.146,11,11 Polen: Warschau (bttt. Westgalizien) Lemberg.. Wilna. . .. 8.480, 0, 6 476,19, 2 62. *, 0 4.018, 6, 8 Südafrika. Kanada . O i li t r r n I A ... . . . 8.000 2.087,18, 8 1417,15.11 1.197,19, 3 867,19, 6 697, 8, 7 600 England.. Holland. Aegypten. Litauen ... . . . Tschecho-Slowakei. Argentinien.. 676, 0,10 600 SHefniett . . 398.19, 8 Frankreich 886, 6, 8 Norwegen .-«-»»»--» 301,18, 0 Estland ...... . 246,12, 6 211,16,10 Schweiz. AnniA ........... - ' . 201, 4, 2 108, 2, 2 Schweden.. 107, 4, 8 103, 1, 7 73, 9, 3 Palästina .. SAifTftrtriMt ... ...... 38, 0, 8 36 9, 1 11 Einzelbeiträge. 8, 1,4 JnwelensonK». Pfund Sterling 69.606,11, 0 112, 2, 6 Summ«. . Pfund Sterling 59.817,19, 5 Sie chemische Industrie und ihre Möglichkeiten am Toten Meere. Bon Karl Slschner, Mexiko. Der Autor Hot im Aufträge der englsichen Negierung eine FovschungSvesie nach Pälästma «ntermormnen. De» nachstehenden Aufsatz entnehmen wir der ^LlhsmAerizeitung". Ohne Frage bann <mS dem Waffer des Tote» ©leere* durch Teichwirtschaft ein fast gipSfreres Sailjz erzeugt werden, das aber von schmutziger Farbe fein und leicht feucht werden wird, da es bedeutende Mengen von Chlor- und Brom- Magnesium.sowie GhlorLalztam «rchWt. ES «Ätzte «rrter alle» Umständen zu einer Rekrsitallsiiernng durch BatuMnpfannen geschritten werde«, dtz> zum Beispiel in Kalifotwie» von der LeÄie Salt Restata-g Co. angewandt wird. Dies« Gesellschaft gewinnt ei» Salz, da» m den vollkommensten und reinste« Produkten gehört, die sich im Welthandel befinden. Au» dem Wasser des Toten Meere» läßt sich leicht ein GÄKpulder gewinnen, das etwa 99,9 Prozent Reichert, auf Trockensubstanz biogen, und eine schneeweiße Farbe aufweist, und dessen Kristallindividuen eine vollkommene Würfelform besitzen. Au» der von der Hauipttmenge de» GaltzeS befreite« Lange, -»erst an der Luft, dann tat Dakuumappavat, kristallisiert!, nachdem weiter Kochsalz «rSgefällt ist Gehr feucht), bei einer ganz bestimmten Konzentration künstlicher Karnallit ans, welcher dann weiter auf Kailsialze verarbeitet werden kann. Da» Mchwochandenseta von Sulfaten erleichtert die Herstellung ziemlich reiner Produkte. Au» dem künstlichen Kcrrnalttt mit über 26 Prozent Ghlorkälium (kalziniert) läßt sich durch da« in der Gtaßfurter Industrie gebräuchliche Verfahren leicht jedes EhlimMrliuimpräftavat herstelle» . <. Die genannten Produkte werden zweifellos in bedeutenden Mengen abzusetzen fei». Anders verhält eS sich mit dem Brom, das schließlich nur ein« beschränkte Anwendung finden dürfte. Die Preise daftir sind zurzeit nicht verlockend genüge um der Natzfurter und amerikanischen Bronnndustrie zu begegne». ES gibt eine Menge Dolomiten in Syrien und Palästina, welche vermutlich, bei niederer Temperatur gebrannt, ein ausgezeichnetes Material fü-r Magnefiazement darstellen würde», wenn sie mit den Endlaugen der Salz- und Kaliverarberttmg im richtigen Verhältnis äuge rührt würden; für Kunstmarmv» von außerordeMichex Schönheit müßte wohl das gereinigte ChlarmagnÄsium zur Anwendung kommen- In Kalifornien hat man aus dem m der von mir gegründeten Fabrik in San Matao her-gestellten Cylormagmsium mb gebrannten Magnesit selbst vier» bis fünsitöckige Häuser gebaut MaguesiteMtildlug, San Francisco). Geeignete billige Füllmittel können das Berzichen selbst großer gegossener Platten verhindern. Eine Bertpitternug de- KuMteineS ist bei dem modernen Verfahren und dem trockenen Klima nicht zu 'befürchten. Pol der HyHyMUt Palästinas können aus solchen Platten zusammengesetzte Häujssrwände leicht zufam-merWschraubt oder -genagelt werden; Sägespäne sind in vUen Fällen nicht das geeiMete Füllmaterial für diese Zwecke. lieber WmninH'e Kalke und Asphalt» habe ich früher in der,Chemischen Revue für Fette und Harze" lbmchtet und chepso auf die Möglichkeit des Vorkommens von Petroleum hingewichen, welches nach Angabe von Blanckerchorn sich in Palästina sicher vorfindet. Das von Blanckerchorn entdeckte Phosphat stellt ein hochgradiges Produkt dar, das sich aber i>n ckicht altzu grotzen Mengen tat QfkjordsnLande befindet. ht der gesamten Levante nnd ta Aegypten Verwendung find« kann. Vielleicht Nmtte« di« bitteren und aNal sichen Sckltze Aegyptens, mit dem« das Phosphat »ach besonderem Derfahren erhitzt werben würde, Verwendung finden, das Material ahneitt ta mancher Beziehung dem ThomasschLackenmchl. Diese» Verfahren, an dessen Ausarbeitung ich beteiligt war, läßt sich durch Ausbvechen des Apatitmolekül» charakterisieren. Marmor nnd Kaolin find an verschieden«» Orten Palästinas gefunden worden. Die Möglichkeit de» weiteren Vorkommen» höhevgradiyer Phosphate ist vorhanden, vermutlich südlich vom Toten Meer. Bergröberuns d« Bodeubesihes durch eine PrSmienanleihe. (Hit «»tlchl-a. von Rudolf Steiner Wien). In meinem» vor einiger Zeit unter diesem Titel erschienenen Aufsatz habe ich auf die Gefahre«, die dam Aufbau Palästinas durch das Zusammenstößen von freier Privatwirtschaft ans der einen Seite und der kollektivistischen Wirtschaft in den Arbeiterovgansiatwnen auf der anderen Seide drohen, amfmeLksam gemacht nnd die grundsätzliche Annahme der Popper-Idee von der garantierten Existenz siche rung <M einzig sicheren Ausweg aus diesem Dilemma befürwortet. Al» erste», unerläßliche» Mittel zur Erreichung dieses Zieles habe ich den Besitz vongenügend nationalem Boden «Märt. Es ist klär, daß bei einem Ncvtionälbeisitz von kaum «in Prozent des Landes, wie e» jetzt m Palästitra der Fall ist, von ein ei« Aufbau auf autarker Grundlage nicht gut gesprochen werden kann» da die Geringfügigkeit der vorhandenen Mittel eine Autarkie unmöglich machen. ES müssen asio, bei yesthalltung dieser Prinzip«, Wege gesucht und Mittel gefunden werden, den nationalen Boden in kurzer Zeit so zu vergrößern, daß die autarke Wirtschaft verwnMicht werden kann. Nebstbei zwingen uns auch die Berichte Dr. Zweigs dazu, denn wenn sich, sozusagen noch im embryonalen Zustande, jetzt schon Ansätze wikder Gpekulation, namentlich m städtischen Böden, zeigen, so wäre. es das Verfehlteste, nicht sofort energisch «mzugreifen. Zu diesem Zwecke habe ich dem Direktorium des Jüdischen NationälfondS die Aufnahme einer festverzinslichen Prämienanleihe vovgeschlagen, welche dem Besitzer nebst der Hoffnung auf Gewinn daS Gefühl absoluter Sicherheit geben still. ES wäre daher außer den materiellen Sicherungen «och die Garantie der Manldatsmacht wünschenswert. Gleichzeitig w8« dem jetzt immer mehr sich äußernd«« Trieb nach Anstellung in Evez Israel in der Weise eutgegenzukommen, daß die höheren Gewinne zu einem im voran S fix berechneten, billigen, zur sofortigen Ansiedlung hergerichteten Ratio nalfondsbodeu berechtigen, sodaßdie BegvuMmg einer neuen Existenz in der neuen Heimat auf leichteste Art ermöglicht wird.^Ferner wäre «tue Bestimmung «förderlich, die den traurigen Erfahrungen mit * den Entwertungen der Vailuten dadurch Rechnung trägt, daß die AuStzohlunig sowohl der Gewinne als auch der TKgnngSlose in wertbeständigem Grlde Kl «folgen habe nnd, wenn dies aus tagend einem Grunde Unmöglich ist, auch hier zu einem tat voraus festgesetzten Poesie m Bode» abznlöse« wäre. Der Gefomtbetvag der Anleihe soll zwei Millionen Pfund betragen und zum sofortige» Ankauf von 400.000 Dunam Grund reichen, wodurch der nattonaile Besitz sich auf rund 600.000 Dunam «höhen, also aufdreiProzentdeS gesamten Boden» steigen und die Ansiedlung einer Bevölkernng von 180.000 Juden ermögliche« würde. Won» wir annchmen, daß alle fetzt ta Palästina lebenden Juden (zirka 130.000), obwohl der größte Teil davon schon arvf eigenem! Grund und Boden liebt, auf Nationavboden sich 'befände, so wäre noch immer für eine Aufnahme von 60.000 Nenei«- Wanderer» vorgesorgt. Durch rasche Ansiedlung bemittelter Elemente auf Rattynalboden in Erbpacht zu mäßigen Bedingungen würden treue Mittel für den weiteren Ankauf in großem Maßstabe frei und wir Würden umS dem Mfpvüngllichen Zwecke, der MsschMimg jedweder BodeHpekulation, «fqlgreich nähmt. Lhgleich eS durchaus nicht in meinen Intentionen liegt, dem Anstvdeta des unibenttttelten Chaluz «ntgegen-utrsten, st» würde doch das Pinstrvmen bemittelter Elemente den Aufbau erleichtem und auch dem Keren Hajessod bedeutende Gtvmqden ersparen. Die von mir vorgeWagsne Anleche. welche auf den Gesantthesitz des Jüdischen NationalfoM basiert, ist in Pwinienlosen zu zwei Pfund guSzugchen (die überdies noch geteilt werden sonnen), welche zu drei Prozent fch verzinst nnd mft Lreffem auSgeftatlitt werden. ES find Gewinne van 5000 Pfund abwärts vorgesehen, die von 100 Pfund auswärts auf Wunsch, >jedoch u-ur wu Juden, in «mchwrierten Rattonalgrund zu einem im voraus festgesetzten Poesie ohne weiterebezogen wachen können. Die gesamte Anleihe sit ta 50 Jahren zu tilgen. Für den Zinsentrefser- und TilgungSdienst sorgen die Emiuchnlen des Jndsichen LüOwnchsondS. Wird dieser Plan ausgenommen nnd schnÄsitens dwkchge- Mpt, so I Hpffnmg Wchmchen, daß bedeutende Ersparnisse durch rechtzeitigen Erwerb großer Komplexe gemacht werden. Di« niedviggradlMt Phosphate, welch« sich Mrzll 'h«M Toten Meer finden, eignen sich nicht zum Mffch'luß mit Echwckftzl' M^ Wre^KaLbonat!), wotzl aber zrtr.HevftelluM emeS jcck ,»«^

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