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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-26 · Heft 2220 (26.4.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2220 (26.4.1925)
Date
1925-04-26
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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. Serke 8 .Men. SonNtäg * Flugpostverkehr nach Krakau. Lemberg und Warschau. Mr Mvntaa wird der Flupposkvevkchr zwischen Wien, Krakau, Tambera und Warschau ausgenommen. Verkehr an allen Werkttsgen ab Flugfeld Aspern 8,30, an Krakau 11,30; Lemberg 1545, Warschau 15,00. Ankunft in Wien-Aspern 15,30 Abfing von Krakau 12,30, Lemberg 8,00, Warschau 8,45. Autoverkchr Mischen Hotel Bristol, Postamt Wien 1 und Flugfeld Aspern im Anschluß an die Flüge, Abfahrt von: Hotel Bristol 7M Annahmeschluß für Fln.qpostsendungen >beim Postamt Wien 1 um 7,00. Der außer der gewöhnlichen Postgebühr zu entrichtete Flngzuschlaq beträgt für Briefe bis 20 Gramm 30 Groschen für je weitere 20 Gramm 20 Groschen, für Postkarten 18 Groschen, für Drucksachen, Warenproben, Goschäftspapieve und Mschsendmrgen fiir se 50 Gramnr 8 Groschen. Mnrdest- -,uischlag für Worenproben und Mifchsendungen, die nur Druckilachen und Warenproben enthalten, 16 Groschen. Mindestzuqchlag fiir Geschäftspapiere und Mischsendungen, die auch Geschäfts - papiere enthalten, 40 Groschen. * Stellenausschreibung. Die Gerreraldirektion der Bundesbahnen teilt mit: In der von der Krankenkasse der österreichischen Bundesbahnen errichteten Heilstätte Judendors- Ztraßengel bei Graz gelangt die Stelle des Direktors zur Besetzung. Näheres wird in der nächsten Nummer.der „Wiener Klinrschen Wochenschrift" und der „Medizinischen Klinik" sowie der Mitteilungen des Volksgesundlheitsamtes, der wirtschaftlichen Organisation der Wiener und Grazer Aerzte. der steiernrarkifchen Aer,ztekammer enthalten sein. Bewe.rbnngstevmin: 15. Mai 1925. * Große Metalldiebstähle in den Wöllersdorfer Werk«». Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: In letzter Zeit wurden in den Wöllersdorfer Werken umfangreiche Metall- und Altmaterialdiebstähle aufgedeckt. Es wurden sogar Rollbahnschienen und sonstiges schwer transportables Material entwendet. Die umfassenden Erhebungen der Polizei und Gendarmerie führten zur Verhaftung des Schlossers Willibald Neumaier und seines Schwagers, des Betriebsleiters Karl Fürst. Beide wurden dem hiesigen Kroisgericht eingeliefert. -Außerdem kommen zahlreiche Personen, welche die Beute äuge-, kauft haben, wegen Diebstcchlsterlnahme in Betracht. Der Wert der gestohlenen Materialien ist ein beträchtlicher. E Freunde einer guten Küche besuchen in Frankfurt a. M. das unter Aufsicht der Ritualkommission der ftraelitischen Gemeinde stehende Restaurant Scheuer, Börseplatz 7 (gegenüber der Börse). Schöne, große Speisesäle. Wiener und fremdländische Küche. Mäßige Preise. Aufmerksame Bedienung. * 13. österreichische Klassenlotterie. Der Spielplan der im Juni d. Jahres beginnenden 13. Klasftnlotterie ist als erster nach Einführung der Schillingvechnung bereits in dieser Rechnungseinheit erstellt und weist gegenüber der Vorlotterie abermals eine bedeutende Erhöhung des Spielkapitals von 5,054.000 Schilling auf 7,980.000 Schilling auf. Der Preis wurde für ein ganzes Los in jeder Klasse mit 24 Schilling festgesetzt; für rin Achtellos sind sohin in einer Klasse und bei einer Erneuerung 3 Schilling zu zahlen. E Als Institut ersten Ranges ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus das israelitische Töchterpensionat Wolfs in Wiesbaden, Kapellenstraße 81, rühmlichst bekannt. Die äußerst komfortable und bequeme Einrichtung der mit künstlerischem Geschmack ausgestatteten Lehr-, Wohn- und Speiseräume entzückt jedes schonheitsliebende Auge. Der von ersten Fachkräften geleitete moderne Unterricht besorgt gleich gründlich und gewissenhaft die Ausbildung in allen Lehrfächern der „höheren 'Töchterschule" sowie die Erziehung für das praktische Leben und den Hausfrauenberuf. Nebst Anleitung zu gutem Benehmen wird auf das Gemüt der Zöglinge auch in religiöser Beziehung, Hochhaltung des Familienlebens, Ordnungsliebe und Häuslichkeit, eingewirkt. Theater- und Konzertveranstaltungen, unterhaltende und wissenschaftliche Vorträge, Turnübungen und sonstige sportliche Betätigungen bieten anregende Zerstreuung, Wecken das Interesse für Kunst und Wissenschaft und bilden Körper und Geist. Das Unternehmen wird seit vielen Jahrzehnten von den vornehmsten Familien aus allen Ländern bevorzugt und stehen jedem Interessenten zahlreiche Referenzen der allerbesten Kreise gerne zur Verfügung. Prospekte, unverbindlich, von der Vorsteherin, Fräulein Hermine Wolfs, Wiesbaden. * Kasseneinbruch in Rudolfsheim. Donnerstag nachts haben unbekannte Täter in den Räumen der Württembergifchen Metallwarensabrik in bet GeyschlageMasse 11 einen Kassenembruch verübt. Sie schnitten die Türfüllungen aus und gelangten zum Kasftnraum, wo sie 1800 Schilling -bar und 98 Gramm Feingold entwendeten. * Hochstapeleien eines ägyptischen Prinzen. Aus Paris wird telegraphiert: Der ägyptische PrinH Sabid Bei Motz am in ed wurde heute wegen großzügiger Kreditschwindeleien und Hochstapeleien derhaistst. Der ägyptische Prinz hat unter anderem bei verschiedenen Pariser Juwelieren Juwelen im Werte von 300.000 Franken bezogen und unterschlagen. Verhaftung einer internationalen Falschmünzerbande. Die italienische Polizei verhaftete am Gardasee eine internationale Bande von Falschspielern, die schon seit langer Zeit in italienischen Kurorten ihr Unwesen getrieben hatten'und die Wletzt.bei der Verteilung der reichen Beute miteinander in Streit'geraten waren, so daß einer von ihnen die Anzeige erstattete. Die Gesellschaft setzte sich aus vier Ungarn, zwei Böhmen. einem Engländer, einem Deutschen und einem Holländer zusammen. Zwei Hochstapler konnten aus dem Gefängnis wieder ausbrechen. Sie hatten, in den Schuhsohlen versteckt, Eisenfägen ins Gefängnis mitgenommen und die Gitterstäbe des Gefängnisses durchsägt. E Seit mehr als 50 Jahren wird das bestbekannte Hote Ulmann in Frankfurt a. M., Bethmannstraße 52, vo jüdischen Gästen bevorzugt. Die mustergültige Führung de Hauses durch den gegenwärtigen Alleminyaber H. Juliü Ries, der nach dem vor einigen Monaten erfolgten Aolebei seines Bruders die Leitung der Geschäfte allem übernommen hat, hat dem renommierten Unternehmen viele neue Freund gewonnen. Der verwöhnteste Geschmack wird durch die kom sortable und allen modernen hygienischen Anforderungen entsprechende Einrichtung der Fremdenzimmer vollauf be friedigt. Zu jeder Tageszeit erhält man m der Reftauratior welche seit jeher streng rituell geführt wird, warme un kalte Spersen. nach Wahl und Geschmack des Gastes zubereitet Die Preise sind mäßig gehalten, und so kann dieses Unter nehmen allen auf gute Verpflegung und Wohnung reflek tierenden Reisenden bestens empfohlen werden. Eine Hitzewelle in Amerika. Nachdem die Vereinigten Staaten eine Zert der Schneestürme, Zyklone und Erdbeben durchzumachen hatten, werden sie jetzt von einer Hitzewelle heimgesucht. In, einzelnen Gebieten ist das Thermometer bis aus 35, Grad gestiegen. In Dt. Louis mußten die Schulen wegen der Hitze geschlossen werden. .. * Der Geiser wird industrialisiert. Bisher wurde das Wajftr der Gevser ln Island nur gelegentlich zum Waschen benutzt. Nach den neuesten Planen wird jetzt das Geiferwasser für die Hauptstadt Reykjavik nutzbar gemacht. Selbstverständlich rönnen dafür nur die benachbarten Geifer in Betracht kommen. Das kochende, Wasser der Geifer wird durch HÄzerne Rohrleitungen der Stadt zugeführt ,lnd dort zum Herzen verwendet. ,; Wiener Mörsterrzettim-ft 26. April 1925 Nr. 2gD E Ein mustergültiges Erziehungsheim für Töchter guter Kreise ist das „Haus Panorama" in Heidelberg. Erziehung und Unterricht, welche den Lehrplan eines sechSklaMgen Lyzeums oder einer höheren Mädchenschule umfassen, werden individuell nach neuesten pädagogischen Grundsätzen von ersten, staatlich geprüften Lehrkräften geleitet. Das HauS» in herrlich freier Lage, von Gärten und Wald umgeben, ist hygienisch emwandfrer, bequem und komfortabel eingerichtet und kann wirklich auf das Beste empfohlen werden. Prospekte, unverbindlich, durch die Leitung H. Förster. * Sine amerikanische Polarexpedition. Der amerikanische Forscher MaeMillan wird sich m diesem Sommer auf eine Entdeckungsreise nach dem zwischen Alaska und dem Nordpol angenommenen Kontinent begeben. Mae Millan wird zu seiner Expedition zwei eigens für die Polarfahrt erbaute Schifte benützen, deren eines zwei Wasserflugzeuge mitführen wird. Die Expedition wird unter den Auspizien der National Geographica! Society in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Marine ausgeführt werden. * Die Polizei von Rowogrudek. Die I. T. A. meldet: In verschiedenen Stadien des Kreises Nowogrudek veranstaltete die polnische Polizei Hausdurchsuchun«n bei den Stadtrabbiner, : sowie bei Führern der jüdischen Orthodoxie, fo u. a. bei dem hochangesehenen Rabbiner von Nowogrudek, Meyerowicz. bei dem Rabbiner von Lida Rabbrnowiez, einem Schwiegersohn des verstorbenen Rabbiners Raines, beim jüdischen Vizsbürgermeister von Lida u. v. a. Di« Polizei erklärte, sie haben den Auftrag, nach Waffen und kommunistischer Literatur zu suchen. Die Hausdurchsuchungen wurden unter Aufgebot einer großen Truppe vorgenommen, wobei die Häuser umstellt wurden. Dies gab natürlich zu allerlei Gerüchten Anlaß, die von Agitatoren unter der polnischen Bevölkerung verbreitet wurden. Unter der jüdischen Bevölkerung haben diese Maßnahmen erregte Empörung hervorgerufen. * Rekord int Händeschütteln. Präsident Coolidge halt den Rekord für Händeschütteln im Weißen Haus«. In seiner Bereitwilligkeit, mit jeden: Besucher einen HändÄruck zu tauschen, übertrifft er alle seine Vorgänger. Verschiedene Reisebureaus haben sich diese Eigenschaft des „Händeschüttelpräsidenten" zunutze gemacht und organisieren Fahrten nach Washington mit garantiertem Händedruck des Staatsoberhauptes. Die Zähl der händedrucksuchtigen Besucher hat kürzlich tausend täglich überschritten. E Das erste Gebot der Hausfrau ist Sparsamkeit. Die wirtschaftliche Lage zwingt die meisten Familien, gerade die Ausgaben für Ergänzung der Familiengavderobe und Ausstattung des Heimes möglichst zu beschränken. Man muß daher be: Nachschaffurrgen in Stoffen, Wäsche usw. nur solche Kaufhäuser auffuchen, welche Garantie dafür bieten, daß die gekaufte Ware in Qualität verläßlich und dabei doch besonders billig ist. Der außerordenttich gute Ruft welchen oas seit vielen Jahren bestrenommierte Warenhaus Brüder Schiffmann, 2. Bez., Taborstraße 48, in allen Krersen des konsumierenden Publikums genießt, ist durch das von den Firmeninhäbern geübte Prinzip: „Großer Umsatz — kleiner Nutzen" begründet. Zur kommenden FrühjahrSsaison findet sich eine überaus reichhaltige Auswahl in allerneuesten Modestoffen für Damen und Herren,' fertiger Leibwäsche und Modeartikeln jeder Art. Vorzüglich assortiert ist auch das Lager in Ehiffonen, Weben, Gradel aller Breiten von der einfachsten bis zur feinsten Qualität. Besichtigen Sie die zahlreichen Schaufenster und überzeugen Sie sich von der Konkurrenzlosigkeil in Qualität und Preisen. E Palästinareisen mit den Dampfern der französischen Linien ab Marseille oder Constanze. Auskünfte und Billette: Compagnie Generale Transatlantique, Wien, 4. Bez., Wiedner Gürtel 24. E Spezialbehandlung von Asthmaleide» im Wiener physikalisch-therapeutischen Institut Dr. Ostermann, 9. Dez., Spitalgasse l a. Tel. 29-1-39. Ord. 10 bis 6 Uhr. E Neue Herbstmodelle in Bally-Schuhen wtb erstklassigen handrahmengenähten Schuhen zu äußerst billigen Preisen .int Schuhhaus Dorn, 2. Bez., Tabovstraße 8 a. E Auf Teilzahlung Luxus- und Strapazfchuhe, Strümpfe, Socken. Schuhhaus Habermann, 1. Bez., Rauhensteingasse 10, Mezzanin. Tel. 77-6-36. E Eine herrliche Wohnung können Sie sich leicht erwerben, wenn Sie Möbel in feinster Ausführung und zu kulanten Preisen kaufen. Besichtigen Sie vor Einkauf dar reichhaltige Lager der bostrenommierten Möbolfirma I. Wühl, 4. Bez., Schlerftnühlgasse 3. E Modeueuheiten in Herren- und Damenstoffen, Seidenwaren, Eponge, Etamine und Waschstoffen in größter Auswahl infolge kleiner Regien zu bilttgen Preisen bei Kann & Fried, 6. Bez., Linke W:enze:le 40 (im Höfe). E Magenkatarrh - Leidend« erzielen große Erfolge durch eine Trinkkur mit den alkalischen Säuerlingen in Luhaeoviee. Von den ärztlichen Kapazitäten vielfach empfohlen. Zahlreiche danksagende Briefe aus dem Publikum. Wohnungsbestellungen und Prospekte bei der Badedirektior. Radioprogramm. Sonntag den 26. April. 11 bis 1 Uhr: Orchesterkvnzert des Wiener Symphonieorchesters unter Leitung von Professor Rudolf NiliuS. W. A. Mozart: Ouvertüre zu.Schaukpieldirektor"; R. Schumann: Klavierkonzert in ä-Dur (Klavier: Prof. Angela Kesstsoglu); R. Strauß: Tod und Verklärung (Symphonische Dichtung); W. A. Mozart: Konzert für Violine und Orchester in v»Dur (Violine: Fräulein Anita Ast); K. Goldmarkr Scherzo für Orchester. — 4 bis 6 Uhr: Nach« mittagskonzert. — 8 Uhr: Margarete (Faust) von Gounod. Montag den 27. April. 9 Uhr: Marktbericht. — 1 Uhr 5 Min.: Uramazeit. — 1 Uhr 80 Min.: Wetterbericht. —*/»4 U8t: Wiener Börse. 4 Ubr: Nachrichtendienst. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskouzert: „Unsere Klassiker und Romantiker".— V,7 Uhrr Die Bedeutung der Wiener Hygieneausstellung 1025 Vortrag von SektionSchef Dr. KartHelly. — a/4Ö bis V40 Uhr Englischer Sprachkurs. — V,9 Uhrr Konzertakademter Begleitung der Solovorträge: Dr. Wilhelm Kienzl. Erich Melle« (StaatSoper). 1. Gesangsvorträge der Kammersängerin Vera Schwarz: Verdi: Arie aus .Ernani* (3. Akt), Massenet: Arfe aus „Herodiade"; 2. Cellovorträge des Prof. Julius Sülzer: Sulzerr Kol nidre — Sommernacht, Popper r Arlequin; S. GefangSvorträge des Kammersängers K. A. Oestvig r Leoneavallo: Mtmi Pinson (Arie), Puccinir Arie aus der Over .Das Mädchen aus dem goldenen Westen"; 4. Klaviervorträge ves Prof. Emilie Sauer; 5. Lieder von Wilhelm Kienzl: 1. Abteilung: Gesungen von Frau Emilie Bittner, am Klavier der Komponist: a) Meine Mutter, b) Sternennacht. c) Die Einsame im Herbst, d) Jubel; 6. Vorträge des Violinvirtuosen Ludwig Wittels: Saint-SatzuS: Havanaife, Wieniawsly: Scherzo — Tarantella; 7. Lieder von Wilhelm Kienzl; II. Abteilung: Im Volkston. Gesungen von Frau E. Bittner, am Klavier der Komponist: a) Wo'» schneiet rote Ro^en^ b) Aus aller Not kommt Min Gemüt, e) Der Kuß, dj Lugst du lusti! Lust ist Leben! e) O Vögerft wia »mint, Vorträge t»D Serfnmmlnngen. Zionistrfche Sektion für die Bezirke 6/8.# 8. Bez., Bennoplah 1. Dienst»;: den 28. d., prqzife 8 uhv abends, Vortrag Dr. VMor E Pordes: „Sens-ationSProgesse und ihr Puiblikum." — Zionlstifche Frauenorgatrrsatio:: Brigittenau. Morge:: Montag den 27. d. um halb 8 Uhr abends, 20. Bez., Karl-Meißl- Straße 5, Borttag der Frau Prof. Dr. Martha Hciff- - mann über „Jüdische Erziehung". Nachher Rezitationen tont S. Schwager. — Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Morgei: uu: 8 Uhr abends im Cafe Metropol. 9. Bez., Bevggasse 33, Vortrag des Herrn Mols Böhm über „Doderrpolitik in Erez Israel". Hebräische Sprach« und Bibrlschule, 2. Bgz., Große Mohrengasse 16/22. Einschreibungen für Kinder und Cpt* wachsen«, fiir Anfänger und Vorgeschrittene werde:: Montag, Mittwoch und Donnerstag von halb 5 bis halb 7 Uhr ent-. gegengenommen. Mäßiges Schulgeld. Sine Bitte um Hilfe. Bon verschiedenen Seiten werden wir auf den Fall eines aus Belc stammenden Religionslchrers aufmerksam gemacht, der schwer lungenkank ist und nach Alland gehen müßte. Wir nehmen für den Bedauernswerten, der gerettet werden könnte, Spenden entgegen. Herr Adolf Böhm spricht morgen um 8 Uhr abends fort Cafe Met royal. 9. Bez., Berggasse 83, über „Bodenpolitik -in Erez Israel". Gäste herzlichst wiMo:nnren. Bühne und Kunst. „Peer Stzut." (Burgtheater.) Ein Bauernschädel, ein phantastischer von Dichterträmnek^ genarrter — aber doch ein Bauernschädol, hat sich in den Kopf gosetzt, ein Kaisertum zr: erlaivgon, und läßt nicht locker. Ein. gutartiger, aber kemeslvegs weichherziger Kraftibuvsche, dey die Luft am Fabulieren durch tausend Wunder führt» der ungeheuerliche Abenteuer besteht, teils von ihm» teils von seinem erlauchten Dichter erträumte, dem aber seine blonde Unibekümnrertheit und Eigenliebe die schwächlichen Sentimenter Mitleid, Bangigkeit, Rühvsannkeit, Selbst!beischu>ld:gung vom Leibe hält. Noch bevor er erlemte, skrupellos gleichzeitig mit Negersklaven und HeMgenbiildern zu handeln.; So ist Ibsens Peer Gyirt. Es ist bezeichnend, >daß niemals Reue empfindet. Ein einziges Mal, wem: er S0I4 verg, die Geliebte, verläßt, spricht er das Wörtchen ,/Reue" aus: Er hat es irgendtvann in einem Buche gelesen und längst wieder vergessen ... Niemals ubevmamvt ihn Rührung» auch in der Steübefzene der Mutter nicht (darf ihn nicht übsrmannen, Herr T re hier!), unbeschwert von schntevzlichs»; Gedenken stürmt er in die Welt hinaus, wenn er Mutter Aase in den Himmel kutschiert und ihr — treu, aber schr gefaßt *•-, die Augen zugsdrückt hat. '' Oh, der Held dieser herrlichen nordischen Legende 60m irrenden und erlösten Menschenkind hat es leicht. Peer Gynt muß sich nich: selbst erlösen. Solveig tut es für ihn Sie <isk ,/des Irrenden Mutter, des Sünders Vater" und sie birgt den Heimgekchrten in chvem Schoße. Anders ergcht es dem Hauptakteur erueS biblischen Dramas der Erlösung, den: von Gott schtver geprüften Hiob. Der tvalzt sich, von eiternde»^ Schwären bedeckt, in: brennenden Wüstensand, der muß sich selbst anklagen und m Inbrunst kasteien, seine „Freunde* kommen und quälen ihn und foltern seine Seele, er muß leides leiden, und er muß sich selbst erlösen. j Ich bewundere die kraftvolle, glückliche, flachsblonde Welt Peer Gynts — aber ich liebe die dunkle, inbrünstige, aus tausend Wun-den blutende Welt Hiobs. .* Eine Ausführung dieses Werkes kamt!nur immer bis zur „Peer-Gynt-Suite" gedeihen. Mit SiebenmeÄenstiefM absolviert Ibsen die Fahrt des nordischen Bausrnsungsn durch die Zauberwslt, aus der Peer erst als Greis heimkchrt. Untere wogs hott der Dichter dann und wann mne, silruievt, um fchcn wieder weiterzustüvmen. Die philosophischen Exkurse^ dunklen Wendungen und zahlreichen Anspielungen (unter denen sich solche auf politische Zoitereiglüsse und auf Landsleute ibezi^hen, die Ibsen mit bizarrem Humor aufs Kovn ninrmt und verulkt), machen nicht den Wert der dramatische^ Dichtung aus und es «ist keine Versündigung weder den Gsisft tvenn man insbesondere das Szenengewirr des zweiton Derlei — wie 'bei Goethes „Faust" ist deutlich „Peer Gynt 1" undj ,/fleer Gynt 2" zu unterschvidsn —- mit dem Rotstift bearbeitet und tüchtig lichtet. Das Buvgtheater hat eher zu! vrol als zu tvenig belasse»!. Manches, insbesondere die Kirchhoffzentz und die erste Szeu-e in Aases Stube (vor Peers Rückkehr) Krrnten ruhig wegbleiben. Dann würde noch deutlicher die Absicht der SpioNeitung, die Märchendichtung herauszuschälerr, die stahlblaue, nordisch-romantische und die bizarr spukhafte, in die Erschvft nung treten. Der Spielleiter Hans B r ah m und der Maler Rernigius Geyling hoben mitgedichtst und beinahe Eckerstattet, was Ludwig Fnld a, der Uebevsetzer, fortgmommen hat. Seine entsetzlich glatte»^ prompt gereimten Verse tauge»: für Ibsens „Peer Gyn>t" etwa so, wie eine FisteDstimine für einen nordischer: Riesen. Eine Folge farbenreicher, charaktervoller, mitunter entzückerrd schönsr Bührrenbitder. Die wilde nordische Gebirgsnacht. mit harten Zinnen und grEr WoMenjagd, Peers Hütte in der Schneelandschast, das Miüfeism detz Hirnmels wenn Solveig z»r Peer kornmt, die orientalisches Szenerien dsS zweiten Teiles, die Szene m fturmbedvchteq Schiff und ganz besonders die auch technisch außerordenttich gelungene Bildfolge der Schlußszenen mit Peers psingsttich urnblühter Hütte im Hintergrund, fiitb die einprägsamsten Augenblicke des wandlungsreichen Aber:ds. Daß Bvahm ge-» legentlich (-insbesondere in der Szene vor der Mrnhüdte) Ge^ statten so erscheinen läßt, wie sie >dor Phantast Peer GW sieht, nämlich als Baumgruppe»:, die sprechen und die Aeflß bewegen, ist sein beobachtet und söMkt dey Märcbensauh^

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