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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-26 · Heft 2220 (26.4.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2220 (26.4.1925)
Date
1925-04-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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9?r. 9205 M'SN'. Sonnlag föfett*? WwrmttAelftttui* S8. %tif INS SMe 7 )W Zstvschrbften gefunden sind, di« darauf Hinwegen, daß der NitttMirg vor Machen Herrfchaft sich itt -einet sehr spättn Kam stttchhe uQ^tt hat. Hier flmbet sich eine hebräische H«schr>tft rwch aus dem Jchve 1ZM. D!« fttmzösische echno-sräphische Forschung, der die Sahara «regen ihrer Zugchür-igkeit zimt französischen Kokon ialrsich leicht zugänglich ist, wird sich mit diesen Mischen GPUMN in Afvika «och weiter beschäftigen, so daß man mög- Achsvwoift »ehr Licht Über di^ öicher voMmmen Im DmrkÄ legende Phase der Geschichte des Judentums erhalten twr Sine TraaSvie der Ävnaerr. Dt« sterbende Mutter mit dem Messer bedroht. Unt&t der Anklage deS Verbrechens der gefährlichen Dro« hang wurvo gestern der ISjShrlg« arbeitslose Hilfsarbeiter Franz G. dem Jugendrichter aus der Hast vargeführt. Der Junge hatte ferner Mutier, die sterbenskrank im Bette lag, und seinem fünfzehnjährigen Bruder mit dem Umbringen gedroht und war auf sie mit einem Messer losgegangen. Die BechaEung entrollte ein entsetzliches Elendßdild. Die Mutter des Angeklagten ist Nach mehreren Operationen körperlich schrecklich herabgekommen, «in Gkelott, nur Haut und Knochen, Wie ein Zeuge sagte. Der Angeklagte litt Hunger. Seine Mutter ist Witwe und lebt mit den beiden Söhnen und der zehnjährigen Tochter in einer aus Zimmer und Küche bestehenden Wohnung, in der auch noch ein Ehepaar mit einem Kinde, also insgesamt sieiben Personen, zusammen wohnen. Der ISjährige Schn ist der Familienerholter, von seinem dürftigen Lohn als Hilfsarbeiter leibt dis ganze Familie. Der Angeklagte bestritt, daß er seine Drohungen ernst gemeint habe. Dein ISjähriger Bruder gab alS Ursache deS Fa- -mikienstreiteS an: „Et hat mlr alles weg'gessen und da hat es Streit gegeben. Js aber nix g'scheh'n. Nur a bißl gachzornig is er halt." Die übrigen Zeugen, Balvchner der Met - kaserna in Hernals, in der die Familie S. haust, sagten übereinstim-mend aus, der Angeklagte sei kein schlcchter B nrsche. Der Richter war anderer Meinung. Er erwiderte einem Zengen: ,Mr Angeiklagte gcht mit dem Messer aus die sterbensrvanke Mutter los — und ist kein schlechter Bursche! Ich weiß nicht, wann ein Bursche dann eigentlich schlecht i st! Er wird übrigens von verschiedenen Seiten als aaibeiitsschou bezeichnst." Der Zeuge belehrte Sen Richter mit folgenden. Worten: ,MS ist leicht zu sägen. Jetzt, wo man keine Arbeit findet." Die Der Beterin der IugsndgerichtLhilfe regte an, den Angeklagten durch Vermittlung des Wecho-'flowäkischen Konsulats in seine Heimat zu befördern, wo e>r viel cher emo Arbeit finden könne. Es müsse leider gesagt werden, daß eS ganz -unmöglich ist, in Wien Arbeit zu finden. Der Richter Oberlandesgerichtsrat Dr. Fuhr m a n u derurtM«!den Angeklagten wegen Verbrechens dsr gefährlichen Drchung zu zwei Monaten strengen Arrests und fügte hinzu, eine bedingt« Verurteilung sei nicht am Platze. Es würde keinen Eindruck aus den Angeklagten machen, wenn man ihn mit. einer bloß an gedrohten Strafe entließe. Auch die Bitte um einen Strafaufschub schlug dieser „humane" Richter mit der Bemerklmg ab: ,M aru-m sollen wir Sie wieder auf Mutter und Bruder las lassen?" Richter a La Fuhrmann pflegen nicht von solchen Skrupeln geplagt zu werden, wenn sie über, hakenkreuzlorische Mord- Mitteilungen aus dem Publikum. gegen $d)ntcrz«n rheumatischer, gichtischer und nervöser Art m> ü-'crfurfj liegt im eigensten Fnterelse. — «entlich lobend begutachtet. Probepackung in allen Apotheke». I-Ierr unck Frau David HorowitZ Wien, II. Laasingleitbnerplatz 2/6 a zeigen die Geburt eines gesunden Sohnes Herbert Alexander an Der Vorstand des Vereines Seudoth Schabes u >» gratuliert herzlichst seinem Präsidenten Herrn Oayld Norowltx sowie dessen Qeinalillii zur Geburt ihres Sohnes und wünscht 21V Sttt Möbelfabrik J. Spira >. Kl. Mmimum l—r b’eine 0,9 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl Schwelghofergassc pr..(rr8.rTales-Weberel Versand nach allen Staaten — Auf Wunsch Mustersendungen ABRAHAM SCHWARZ, Bratialava mniiii«n«iM Nr. a »MW tu SIMS: JOB Bureau: WW.IIII. JttdIISM IS/I nur K 29.000 filllUst« kindaalequeNa für Smimpfwflren und Wäiehs JOBB* SINOBH, II. Tiberstrasi« Nr. BB Ötffr. 1910 < 63s Tel. 45-MB Kultus* und Justl2 * Talare und Barette erhalten Sie vorrätig oder nach Mats bei der bekannten spetialflrma RUDOLF GOLDSTEIN, WUL.'f-'L Grosse! Leger feiner Stoffe für Maasbeatetiungen Tei. ea.e so WIEN, II. TABOftSTRASSB 14 «epMMi FAHRSCHEINE für all« in> und auilätidischcn Bahn* and SehithUnlen Oea «errtlahlachea Verkehrsbureau Wien, I, ftrtedridialreu« I. — Taltphao ri<o» 317t buben zu judiziereu >haben. Können sie eine Peruvteklung nicht umgehen, daun verhängen sie eine bedingte Strafe chm Rücksicht daraus, daß diese auf Hakenkreuzer kein«,, Eindruck macht, ja sie sogar zur Fortfetzuieg ihres Treibens ermutigt. Sie zögern keinen Augenblick, die Mordbuben wieder aus die Bevölkerung loszulasse- Bet 14. Iionistenkongreß. Dev Gchekeltermln. Las Zionistische Laudeskomitee für .Oesterreich teilt mit: Die Zionistische Exekutive m London verlautbart: „Auf Grund der Bestimmungen unseres Organisationsstatuts und des Reglements für die Wahlen zum Kongreß, der für gen 18. August nach Wien einberufen wurde, wird der 18. Juni 1936 als Endtermin für di« Ablieferung der Schekalim, die bei den Wahlen der Delogierten zum Kongreß berücksichtigt werden sollen, festgesetzt." Mit Rücksicht auf den relativ tttvzen Zeitraum, der uns für die Schskslaktion noch zur Verfügung steht, fordern wir alle Zionisten neuerlich auf, mit größter Intensität an die Durchführung der SchMaktion zu schreiten, da im Hinblick auf den Termin des Zionistenkougresi-eS im August eine Verlängerung des Endtevmines keineswegs erfolgen wird. Wir fordern sämtliche Sektionen, Ortsgruppen, Gondevverbänds und Gesinnungsgen offen auf, sich nunmehr in den Dienst der Schekelaktion zu stellen, damit unsere Lands-nrannschast auf dem bevorstehenden Kongreß durch ein« entsprechende Anzahl von Delegierten vertreten fein kann. Einberufung des zionistischen Delegierten« rntes. Die Sitzung des zionistischen Delegievtenwte's (Parteirates) wird für Mittwoch den 29. b. um 6 Uhr ckberrds ln den Sitzungssaal des Zionistischen Bureaus, 1, Bez., Kärntnerstvaß« 28, em'bevufen. Tages-ordmmg: 1. OrganisationS'bericht. 2. Keren-^Hafesiod-Drive (Bericht). 3/ Nationalfonds. 4. Die Schcikelaktion und der bevorstehende Kongreß. 5. Eventuelles. Die Delegierten werden ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Für das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: ' Dr. N. M. Gelb e r. Dr. JÄliob Ehrlich. ra» Schachtumier kn Baden-Baden. Aus Baden-Baden wird teleavaphiert: Siebente Runde:. R ub i nst e i n gewann im Daanenbauernspiel gegen Carl im 42. Zuge; Tarra,fch verlor die italienische Partie gegen Thomas in -19 Zügen, indem er di« Vovgeschrisbette Zeit üborschritt; Niemzewitsch gewann gegen Reti nach dem 44. Zuge, Aljechim im Damenbauerngamlbit geigen Te Kolste in 26 Zügen, Colle verlor das Damenbauernspiel gegen Gämisch in 57 Zügen, Ua t c s gewann die spanische Parti« gegen Dr. Treybal in 49 Zügen, Dr. Tartakower die holländische Partie gegen Mieses in 15 Zügen, B o g o l j u g o w das Damen-bausvnfpiel gegen Roselli in 18 Zügen. Das Damenbauerngambit Grünfeld geigen Robinow lisch endete nach dem 31. Zuge unentschieden und das Damengambit Torre lgegen Spiel m a n n blieb gleichfalls unentischieden. Marshall war spielfrei. ... Die achte Runde des I-nkeirua'piona'len SchachgrotzmeistertilMlers brachte folgende Ergebnisse: R e t i (Oestorreich) Verlor gegen A l j e ch i n (Frankreich) nach Äbm 42, Zuge, Obgleich er beim 20. Zuge das Römrsangsbot znrückgvwiesen hatte. 2)r. Treybal (Tschychv-Slowakei) getpann gegen 'Nie mgowitsch (Dänonlurk) nach dem 35. Zuge, Sämisch (Deutschland) verlor sein Damenbauernspiel gegen T a r r a s ch (Deutschland) nach dem 38. Zuge. Spielmann (Oesterreich) gewann eine sizilianische Partie gegen Colle (Belgien) nach dem 31. Zllge. M i e s e s (Deutschland) verlor, in Zeitnot geraten, gegen Grünfeld (Oesterreich) nach dem 36. Zuge. M a r s h a l l (Bereinigte Staaten) gewann gegen Bogaljubow (Ukraine) mit dem 54. Zuge. Rabinowiez (Rußland) und Dorre (Mexiko) einigten sich in einer ähulichm Partie beim 36. Zuge aus remis. Ebenfalls remis wurde die englische Partie Carl (Deutschland) gegen Dr. Tartakower (Oesterreich). Mit dem ao. Zuge abgebrochen wurde die Pattie 2.1)vmo5 -'England) gegen Pates (England) in besiever Stellung für Thomas» und Marchese R o s e l 11 (Italien) gegen in ft «itt (Rußland) in günstigerer Stellung für Nitvinstein. Te Kolste (Holland) war spielfrei. .Sa« Gehrlmaii de« GraßrMlaer» da« Snslaad." Salenlesuz«Ignoranten. Aus Berlin meldet T. Ä.: Der bekannte demokratische Führer» Landtagsabgeordneter Otto Nuschk«, beleuchtet in der „C. B.-Z«ttung" die Kritiklosigkeit und lltt« wissettheit der völkischen Führer. Dar Organ Ludendvrffs und Hitlers, „Bölkischer Kurier", brachte in seiner Sonntagsausgabe über die ganze erste Seite hinweg eine fette Uöberschrist: „Das Geheimnis des Großrabbiners von England." Darunter wird mitgetellt, ein Feldgeistlicher» der den Krieg an der Ostfront mitgemacht habe, hätte in der „Zudsnschule yon Grodno" die Protokolle eines Sanhedrins aufgesunden, der Im Sep tember 1846 zu Warschau getagt haben soll. Unter den An wesenden wyr auch der „Grotzrabbiner Englands, Moses M o n t e f i o r e", ferner der „O b e r r a b b i n e t Gali ziens Krakauer, der der Vater Ferdinand Lasialles gewesen ist". Der Warschauer Sanhedrin soll sich mit der Aufgabe beschäftigt haben, eine „internationale Arbeiter pkirtei" zu gründen, aber Moses Montefiore habe geraten» daß man versuchen müsse» „die Zeitungen der Gojim zu beherrschen, um durch sie die Völker der Welt zu betäuben nnd zu verwirren". Der Artikel enthält eine An zahl weiterer unsinniger Behauptungen und geht mit Namen und Daten in einer sehr komischen Weise um. Es heißt zum Schluß, die Juden lehren die „Nationalökonomie, um die sozialdenwkratischen Gedanken in die Gebildeten hinein zutreiben. Wie sehr das letztere geglückt ist, lehrt der Name A b o i f Wagner, Professor der Nationalökonomie in Berlin, der sogar im evangelisch-sozialen Kongreß 1863 eine be deutende, aber für uns Deutsche verderbliche Rolle gespielt hat." Adolf Wagner war bekanntlich ein intimer Freund des Hofpredigers Stöcker und somit ein Vorläufer der völkischen Bewegung. * Otto Sttrschko schließt: „Und so ist es gekommen, daß der „Äölkische Kurier" nicht nur die größte Fülle handgreiflicher Unwahrheiten auf engstem Raum zusammenträgt, sondern noch obendrein seine eigenen Vorläufer beschimpft. Und so etwo^ will in Deutschland geistig führen!" Wien, 26. April. LMWB-ri * Das Wetter. In ganz -Oesterreich herrscht Regenwetter. Die Temperatur ist alrgenvein zurückgegaugen. Die Voraussage lautet: Trübes, kühles Wetter mit zeitweisen Mvderschlägen, nur langsame Besserung. — In Innsbruck ist gestern Schnee gefallen, der auf den Höhen der Umgehung liegen Aich. * Verbilligung der Fleischpreise. Im Anschluß an die rückgängige BÄvegung auf den meisten Marktgsbieten in St. Marx wurden die Fl'bischpreise mit Ausnahme von Rind- „ .....-'^tand echielt, im fat sich um __ _...... bis 30 Groschen Pro Kilogramm Vevbilligt. Die'GroßmarEthalle wies, gestern trotz dos bevorstehenden Monatsschlusses und des Zinvqüartals leine ziemlich Mhaft-e Frequenz auf. Sel>bst aus der Wiener Umgebung fanden sich Käufer ein. Der Naschmavki, der in allen Gemüsesorteu reichliche Auswahl bot, hatte gleichfalls zahlreiche Käu-fervpteWgung aufzuweisen. Grundsalat wurde zu Ä) Grmchen pro Stück imo grüne Erbsen zu 80 Groschen bis 1 Schilling 10 Groschen pro Kilogramm ftrllgeboten. Bei allen Gemusesorten sind nennenswerte Preisvvränderungen nicht, zu konstatieren. Wild. Geflügel und Fische fanden gestern weniger Beachtung. Die Anbote in Butter und in Eiern entsprachen den Anforderungen. * Die Eröffnung her Hygieueausstellungem Dienstag den 28. d. um halb 11 Uyr vormittags werden im Messepa^last die drei “ ' " . sches durch den Buudespräfidenten! . . Der allgemeine Emlaß in die Ausstellung beginnt ab 1 Uhr. Für den Dauepbesuch der Ausstellung werden Permanenz, karten zum Preise von 12 Schilling pro Stück auSgegaben. Diese Karten sind gegen Beibringung eures nnkaschierten Lichtbildes erhältlich bei der Geschäftsstelle 'der Ausstellung, Wien, 7. Bez-, Musoumstratze 1. * Der erste Pjlegerinnenkongretz in Wien. Fn der Zeit vom 11. bis 15. Mai findet in Wien der von der Liga der Rotkreuzoesellfchaften und vom Oesterreichischen Roten Kreuz veranstaltete erste Pflegeriunenkonigreß statt. * Die Selbstmörder. Eine 52jährige» feit Jahren schwer kranke Pfründnerin wurde am Freitag rn ihrer Wohnung in einer Schlinge erdrosselt aufaefunden. In eineni Mschiedshriese gab sie als Ursache der Tat chr langiähriges Leiden an. — Bor einigen Tagen kaufte sich die 33jährige Revhdentensgattin Marie Patz in einer M>otheke in Meidling ein Paket Antimon, das als Rattenyertilflungsmittell verwendet zu werden WffjM iimK An& dluan (jp»IT ik<^%nn itt fb\tt SlUrttfarrtf/iS (Äio tvrtttf1 W f 93jährige Ätetallschlelfer'Heinrich Harasimo hat sich am Freitag wogen KranA>eit erhängt. * Audem Utaifahrplan. Die Generaldivertion Oesierroichifchvn Bundesbahnen teilt uns mit: Infolge des ge steiigerten Änsflugsverkehrs werden ab 1. Mai d. ». folgende Züge an Sonn- und Feiertagen gefahren: Wien-Südhohrchof—'Hainsold Zug 4U/738 Mien--Südb<chnhos ab 6.00, Meidling ab 6.07, Haifeld an 9.09), Haiufech—-Wien-Süd der e» Wien-Südbahnhof an 88-51). * Todessturz eines Kindes. Gestern vormittags ist im Saufe Währiugergürtel 23 aus einem Fenster der un dritten tocktverk gelegenen elterlichen Wohnung der 18 Monate alte Otto Sitter in einem unbewachten Augenblick vom Senft«** breit in die Tiefe gestürzt und gestorben. lyoner Seidenbaus MORITZ KRAUS# jun. WiEN I. Koltimesstrs. 7 lüeidunboyrette, in schönsten Modefarben, 80 cm Beldenmer«folnv schönste Dessins. 9eld«nVO|ileMlf, neueste Schöpfung S iw 9.W

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