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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-25 · Heft 2219 (25.4.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2219 (25.4.1925)
Date
1925-04-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Wiener M«*nenz«tt»nG SM 8 Kr. Men, SalinMg 28. DM '1925 * Ü( Lebensmüden. Geistern toor.i,itthtf$& hat sich der kHIHrige beschaftig-ungSlosc Danrenschneider D re y in seiner Wohtnmg kvankheitöhalbor erhärrgt. —«Donnerstag nachts hat sich gleichfalls ivegen Krankheit die Vrjährige Private .Karottne Wahl mit Leuchtgas vevgiiftet. — An, 22. d. trank die 18jährige Private Machilde M. Laugenessenz. * Für die Universitätsbibliothek in Jerusalem. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Chiefrabbi Hertz, der zur Umversttätserüfffnmg in Jenosalem weilte, erhielt fK$cuw Telagvanrme: ,-Spende loOO ausgewähltc Werke fut die Jevuisirlen:er Universität als Kern einer Simon-Hertz-Ermne - rungSstdfturvg., EiNanuel Hertz, New-Uork." — „Familie Kirscheubamn spendet 10oO Bücher für die Simon-Hertz-Bücherstiftunq an der Jerusalemer Universität. NcktvDock." — „Edvard Rosenthal (New-York) spendet 1000 ansgewählte Werke für die Jerusalemer Universität zur Erinnevmra am Schamai Rosenchal." * Zwölfte österreichische Klossenlotterie. Der der am Freitag abgebaltenen «Ziehung des 5. Tages der 5. Klasse gewannen: 6000 S. das Los Nr. 20.121; 5000 S. da» LoS Nr. 6533; 4000 S. das LoS Nr. 31.121; 2000 S. dar LoS Nr. 22.734; 800 S. da» LoS Sir. 16.121; je 700 6. d>e Lose Nr. 14.860, 27.514. 24.236 und 97.734; ie 600 S. die Lose Nr. 31.283, 38.416, 44.927, 53.888 und 82.984; je 500 S. die Lose Nr. 14.117, 22.860, 39.114, 64.927, 73.585 und 80.138; je 400 S. die Lose Nr. 2633, 14 202, 28.888, 32.265. 34.121, 62.520, 95.057, 98.734; je 300 S. die Lose Nr. 400, 2857.8215, 9927. 12.627 19.416, 23.121, 27.712, 83.520, 39.283, 40.448, 41.883, 48.368, 49.092, 54.647, 57 236. 58.438, 64.647. 72.792, 76.236, 79.848, 85.004, 85.792, 89.114, 89.801, 93.527 und 96.236; außerdem wurden 3944 Gewinne zwischen 200 S. und 80 S. auSgelost. K Husten schwindet nach dem Gebrauch von Inhalationen in divn neuen, modernst eingerichteten Inhalatorium in Luhacovice. Tausende von Danksagungen. Bon dem ärztlichen Kapatitäten vielfach empfohlen. WohnuirqSbestellnngen und Prospekte bei der Badcdirektion. L Die Perle der Adria ist das herrliche Strandbad Ricowne an der Adria (Italien). In schönster Lage dieses idealen Strandbades. Via Ronchi, liegt die Pension Vienna, wo Sie zu mäßigen Preisen komfortables Logis,und vorzügliche Wiener sowie fremdländische Küche finden. Vereine, Vortröge und Versammlungen. ReichSschntzbund der Handelsvertreter Oesterreichs. Heute, 3 Uhr nachmittags, im großen Saale des Cafä Landlmann. Vortrag Tr. Mioritz Z alm a n über: „Valorisierung von LevenSversichernngSpolizzen". — H a k o a l, iS ch a ch f e k t i o n). Heute, 7 Ubr abends, im Cafä Nabel, 1. Bez., Wallnerstraße 2, diesjährige Vollversammlung. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden wichtigen Ereignisse werden sämtliche Mitglieder ersucht, bestimmt zu erscheinen. — Zionistische JugendgruppeLeov o l d st a d t. Heute, 7 Uhr abends, 2. Bez., Zlrkusgasse 33, ZionistikakurS. 8 Uhr abends Heimabend. Morgen haben sich sämtliche Mitglieder präzise 10 Uhr vormittags ebendort einzuf'mden. Schekelarbeit. Nachmittags 2 Ubr Ausflug. —Verein für jüdische Geschichte und Literatur in W i e n, 2. Dez., Ferdinandstraße 23/8. Heute, 8 Uhr abends, im Sitzungssaale der israel. Kulturgemeinde. 1. Bez.. Seitenstettengasse 4, Vortrag der Frau Dr. Loui'e F a r ch v über: „Die Propheten als Volkserzieher". — MaimonideS- Institut, 3. Bez., Hetzgasse 40. Heute, 4 bis 6 Ubr, Rabbiner Dr. A K a m i n k a, Sprüche der Väter; 5 bis 6 Uhr, Dr. N. Goldstein, Juristische Erläuterungen zur Mischna. Montag, 6 bis 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. K a m t n k a, Jesaja; 7 bis 8 Uhr, More Rebuchim. — Zeirei MiSrachi, Wien. Heute. 4 Ubr nachmittags, Vortrag über r „Pirke Aawoth" im Lokal. 2. Dez.. Praterstraße 43. Vortragender Herr M. G r o ß. Morgen, 7a3 Uhr nachmittags, Ausflug nach Kahlenbergerdorf. Treffpunkt Franz-Josefs-Balmlwf. Wegen der Tagung deS Keren Kajemeth in der Sschenbachgasse wird die Ausschußsitzung auf Montag den 27. d, 7 Uyr abends, verschoben. — Wiener Bet-Hamidrasch, 3. Bez., Ferdinandstraße 23. Beginn der Vorlesungen im Commersemester 1925. Sonntag, 5 bis 6 Uhr, Rabb. Lektor Dr. G e l bh a u 8, Mechilta. 6 bis 7 Uhr, Lektor Dr. Rubin, Pirke Awoth. Montag, 6 bis 7 Uhr, Lektor Dr. R u b i n, Midrasch. Dienstag. 6 bis 7 Uhr. Rabb. Lektor Dr. GelbhauS, Psalmen. Mittwoch, 6 bis 7 Uhr, Lektor Dr. Rubin, Religionsphilosophie. Donnerstag. 6 bis 7 Uhr, Rabb. Lektor Dr. G e l bh a u S. Psalmen. Samstag, 3 bis A Uhr, Lektor Dr. Rubi n, Parascha der Woche. Die Vorträge beginnen heute, 3 Uhr nachmittags. — Humanitärer GeselligkeitSverein Gegenseitige Hilfe, Wien Vli. Heute, 8 Uhr abends, Restauration Zitahof (Opoezynski). 7. Bez., Marlahilferstraße 88s, Vortrag Dr. Alexander Kristianpoller: „Palästina im 13. Jahrhundert". — Z i o n i ft i s ch e B ezirkssektion Alsergrund. Montag, 8 Uhr abends, im Cafö Metropol, 9. Bez., Berggasse 33, Vortrag des Hern: Adolf Böhm über: „Bodenpolitik in Erez Israel". — Senioren verband d. Z. M. V. Wiens. Heute, 7 Uhr abends, steigt auf der Massadabude, 9. Bez., Servitengasse 8, S. C. — Jngendgruppe der Zionift i s ch e n Sektion Zwischen brücken, 20. Bez.. Allerheiligenplatz 3, Cafä Park. Heute, 4 Uhr nachmittags, GeschichtSreferat Tanne. Diskussion. 7s3 Ubr abends HevräischkmS. Gäste willkommen. — Zionistische Bezirkss e k t i o n Döbling — Z i o n i st i s ch e Frauengruppe Döbling. Montag, 7-9 Uhr abends, im Cafe DLblingerhof. 19. Bez., Billiotbstraße, Vortrag der Frau Gert Kaufmann ans Tel-Joseph (Palästina) über „Die arbeitende Frau Erez Israels." Gäste willkommen. — Z i o n i st i s ch e Kulturgruppe Brigittenau, 20. Bez., Karl-Meißl- Straße 5. Heute Generalversammlung. Erscheinen aller Mitglieder unbedingte Pflicht. Urania. Der nach einer Novelle Tolstois gearbeitete Film „Polt k u f ch k a" ist von der Urania in den Spielplan au; genommen worden und wird Montag, 7*8 Uhr abends, im großen Saal zum ersten Male vorgeführt werden. L e o p o l d st ä d t e r V o l k s h e t m, 2. Bez., Zirkusgaffe 48. 7 Uhr: Dr. Erich Fischer: „Die französische Revolution 1848 und ihre Einwirkung auf das 19. und den Beginn des 20. Jahrhunderts." Eintritt frei. * Hebräische Sprach, und Bibelschule, 2. Bez.. Große Mohreugasß' 16, Tür 22. Einschreibungen für Kinder und Erwachsene. für Anfänger und Vorgeschrittene werden Montag, Mittwoch und Donnerstag von halb 5 bis halb 7 Uhr cntgegengenommen. Mäßiges Schulgeld. Herr Adolf Böhn: wird Montag der: 27. d. nur 8 Uhr abends im Cafe Metropol. 9. Bez.. Berggasse 33. einen Vortrag über „Bodenpolitik in Erez Israel" halten. Mit Rücksicht auf die hohe Aktualität des Themas Gäste herzlich willkommen. Trauerandachi. In: Tenchel in der Müttuevgasse findet <im Dienstag um 7 Uhr abends eine Trauerfeier zum Andenken an den verstorbenen Ehrenpräsidenten des Israeli tischen Bet- Haus-Bereines „Molvra-Beth^HatfiUtch", Mcdizinäl'a! Doktor Moritz S ch n e p p, statt. •K O/ ’ O*1 aaaaäj ° Bühne und Kunst. 2er Arbeitsplan des Burgtheaters. Rach der nächsten Novität des B u r g t h e a t e r s, Ludwig W i n d c r s „Doktor (3 u i U o t i n", die für den 9. Mai angesetzt ist, gelangt Artur Schnitzlers in Wien noch nie gespieltes Schauspiel „Der Schleier der Beatrice" mit Frau Wagen er und den Herren Andersen uub Aslan in den Hallptrollen zur Aufführung. Die nächsten Novitäten des Akademietheaters sind Engen Labiches „Soll man es sagen?", in freier Uetbertragnng von Andreas Latzko, und „Weg im Nebel", eine Komödie von Leo Feld. Aus den Theatern. Burgtbeater. Morgen. 3 Uhr nachmittags, „Der Zerrissene", 7 Uhr abends „Peer G h n t". Akademietheater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Der Raub der S a b i n e r i n n e n", 7-8 Uhr abends „Der D a m e n k r i e g." A o l k s o v e r. Heute, 6 Uhr abends, „Götterdammerun g". Morgen. 7-8 Uhr abends „Gräfin M a r i z a". Montag, 7-8 Uhr aöends, „W e r t h e r". Dienstag, 7 Uhr abends, „C armen". Deutsches Volkstheater. Heute, 7,8 Uhr abends, österreichische Uraufführung von Karl Hauptmanns „Tobias B u n t s ch u h" mit Max P a l l e n b e r g. Die ersten Wiederholungen sind für morgen und Dienstag angesetzt. Montag spielt Pallenberg in „F a m i l i e S ch i m e k" und Mittwoch in der Komödie „W a u w a u". TheaterinderJosefstadt. Morgen, 7,12 Uhr vormittags, Tanz - Mati n e e- Inger ... v. T r. a m p und Mila C i r u l. R a i m u n d - T h e a t e r. Trude Wessely von» Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gastiert heute abends als Piri in „A n t o n i a". Komödienhaus (Exl-Bühne). Heute 50. und letzte Aufführung von „P r o b e n a ch t". Morgen „Der Herrgottschnitzer von Ammergau". Rolandbühne. Heute, 8 Uhr abends, Erstaufführung der Revue von Grünbaurn „Ruüd um den Mittelpunkt". Kammerspiele. Heute bis inklusive Mittwoch, 7,8 Uhr abends. „I a m a, d i e L a st e r g r u b e". Donnerstag und die folgenden Tage, 7-8 Uhr abends, „F r a u P i ck in Audienz". Modernes Theater. Heute und die folgenden Tage, 7,8 Uhr abends, „D i e g r o ß e Trommel". Theater an der Wien. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „D e r O r l o w". Bürgertheater. Heute, 7 Uhr abends, beginnen die en-suite-Aufführungen von „Gräfin Mariza. Die folgenden Vorstellungen beginnen um 7-8 Uhr abends. „Das Boltslicd in Oesterreich." Morgen um 11 Uhr voriniltüists ifl'Nidet ans AnreMN'g des Bundcspräsidentrn eine vom Bundesministerinm für Unterricht vernnstÄtetc und vom Dewtschen Völksgesangverein Wien und Umgebung durchgeführte FkstauWhvmrg ./Das Volkslied in Oesterreich" im inneren Burghof statt. Die Aufführung ist frei zugänglich. Besuch der Pariser Internationalen Kunstgewerbeausstellung. Oesterreich ist bekanntlich auf der großen In-ternationwlen Kunstgewerboausstellung in Pari s, die kommenden DionStag eröffnet wird, in einem eigenen PaviNon vertreten. Das Oesterroichisckie HandolSmnseum veranstaltt in den Pfingsttagen unter Führung des Hofrates Dr. Erich Pi stör eine kaufmännische Gssellschaiftsreise nack) Paris. Weiters rst auf Grund gegenseitiger Vereinbarnrng die von Herrn Kommerzialrat O p P e n h e i m im Rohmen des Gremiums der Wiener Kaufmaursschaft eingoleitete Reise mir der vom Oosterreichi'schen Handelsinuseum vereinig worden, der die Führung der kauffnännischen Teilmhm-er und die Borücksichtignng der vorwiegend kanstnännischen' Agende,: übernonmten hat. Die Reise findet in der Zeit von: 27. Mai bis 5. I n n i dieses Jahves sto-tt und kostet zweiter Klasse einschließlich Berpslogung. Au.fenÄhalt'Äsposen nsw. (laut Programm) ,600 Schilling.,,,Annreldungen lns längstens 7. Ä!ai beim Oesterverchischen Handelsnmseum, Wien, 9. Bez., Berggaffe 16; Gronmdm der Wiener Kaufnionnschaft, Wien. 1. Bez., Schwarzenbergplatz; Detaillistenverbaws Wien, 1. Bez., Iohaunesgasse 4; Kommerziailrat Grvrniulrat Oppenheim, W,en, 1 Bez., Babenbergerstraße 1, und Firma Thom. Cook, Wien, 1. Bez., Stephansplatz 2. Heinrich Griinfeld. Prof. Heinrich Grünfeld, der berühnrte Cellist, ein Bruder des vor effstgcn Monat«n in Wien verstorbenen b-erühmten Pianisten und Komponisten Alfred Grünfeld, beging an, 21. d. seinen 70. Geburtstag. De-r Künstler lvar ans diesen, Anlaß Gegenstand zahlreicher Ehrnngen, die Presse widmete chm eingchende WurdiguiMN. Der Stellivertreter detx Reichspräsidenten, Herr Dr. Simons, sandte ihn, das folgende Tele-gramur: „Als alter Berchrer Ihrer Kunst spreche ich Ihnen '.n Ihren, 70. Geburtstag meine hep)-> lichsten Glückwünsche -aus. Äiögen Ihnen uoch viele ^lehre beschieden sein und »rögeu wir uns noch rechlange der Groben -R>rer hohen Kunst erstenen." Ein Kaifer-Max-Drnma. Das Magdeburger Stadttheater führte am Mittwoch zum ersten Male Werfels dramatische Historie „Iuate, und Maximilian" auf. Werfel stivt darin die Tragödie des österreichischen Erzherzogs Maxi-milum, der tatendurstig und ehrgeizig die mexrkanlschc Kaiserwürdc annahm und auf Befehl des Republikaners Iuarez er schossen wurde. Der Erfolg der Auffuhrmrg war sehr stark. Jascha Chefe, — amerikanischer Staatsbürger. Wie uns aus R c w - A o r k berichtet wird, hat der berühmte Violinvirtuose Jascha Chefez dieser Tage seine endgüttigen amevikankschen Bürgerpapier« erhalten. Die englisch-amerikanischen Matter fügen dieser Meldung die weitere hinzu, daß der Künstler vor einigen Tagen ein .Haus irr New-Aork erivorbur und den .Fawfpreis von 325.000 Dollar bar bezahlt" habe. Hosfenitlrch — meint das jüdische „Morgensournal" — werden die englischen Blätter auifhören, von dom jüdischen Künstler als dem „tupft scheu" oder polnischen" Geiger zu schreiben. Dar Grabdenkmal für I. L. Perez. Anr 20. d. fand ans den, Warschauer Friedhöfe die Enthüllung des Grabdenkmales de? großen Mischen Dichters I. L. Perez statt. Die Feier nahm einen grandiosen Verlauf. Tausende und aber tausende Juden Warschaus pAlgerien pn Grabe des Dichters. Die jüdischen Schrrftsteller und Künstler sammelten sich vor den: Lokal des Schviftstcllervereins und marschierten über das Nalewski Viertel zmn Friedhof. An der Mritzc schritten die Witwe des Dichters, dessen Schwester, dann folgten Schalom A s ch, N o m b e r g, die jüdlschen Schriftsteller und Künstler, der Aus schuß der jüdischen Gemeinde, des Akadomikerheims, Vertreter der jüdischen Schulbehörden auS Warschau und allen Städten der Provinz. Insgesamt hatten sich mehr als 20.000 Personen am Grabe eingefuuden. Gedenkreden hielten Nomberg uitfc Schalom Asch. Leider ereignete sich ein trauriger Zwischenfall, indem im Gedränge durch Umstoßen cim's Grabsteines der 38jährige Wolf Z i n, bol schlver und drei Kinder leicht verletzt wurden. _ Gerichtssaal. Ser Ankerbrotvrozeb. Das Gutachten der Sachverständigen. Die gestrige Verhandlung gestaltete sich sehr stürm,sch und es kam zu Zwischenfällen. Der Zeuge Professor Simon B r a u n st e i n vertrat im Verwaltungsrat der Ankerb rot werke den minderjährigen Erben des verstorbenen Heinrich Mendl. Stephan Mendl. Der Zeuge erzählt, daß ihm die Einsicht in die Bücher nur unter sehr ungünstigen Modalitäten zstgestauden wurde. Es wurden ihm nur die Bücher, aber keine Belege zur Verfügung gestellt. Der Zeuge gibt an, daß er ans der Bilanz ersah, daß die Spezialrc se rve den ausgewicsenen Gewinn um ein Vielfaches überstieg. Die Spezialreserve sei zwischen Fritz Mendl und Artur Fried aufgeteilt worden. Er erzählt sodann, daß aus den Materialien der Fabrik viele Bestände beim Ban einer V i l l a in Payerbach für Fritz Mendl verwendet würden. Diese Materialien sind zu einem sehr niedrigen Buchwert errechnet worden, so daß der ans Stephan Mendl entfallende Gewinn bedeutend vermindert wurde. Hier erhebt sich der Staatsanwalt Hosral Winter st ein und erklärt: Daraus ergibt sich der Verdacht des Verbrechens der Veruntreuung. Ich behalte mir die abgesonderte Verfolgung wegen dieses Berbreck)ens vor. — Dr. Gr über: Die,ganze Sache hat mit der Preistreiberei gar nichts zu tun. Später ruft Dr. Gruber erregt aus: Und da will der Herr Zeuge dem Gericht weismachen ... — Bors, (unterbrechend): Der Zeuge will nichts weismachen, er sagt aus. — Dr. Gr über: Er muß sich dessen bewußt sein, daß seine Angaben falsch sind. Staatsanwalt (aufspringend): Ich bttte den hchen Gerichtshof, doch den Zeugen zu schützen! Vors, (zu Dr. Gruber): Halten Sie die Behauptung aufrecht, daß der Zeuge bewußt falsch auSgesagt hat? Dr. Gruber: Ja! Der Vorsitzende erhobt sich, da ruft Dr. Gruber aus: Bitte, noch eine Frage. Es kommt noch mehr. Das geht dann unter einem! Der Gerichtshof zieht sich zurück und der Vorsitzende verkündet dann, daß über Dr. Gruber wegen Beleidigung des Zeugen und wegen der Aeußerung,>es kommt noch mehr" eine Ordnungsstrafe in der Hohe von 190 Schilling verhängt wird. Der Vorsitzende ermahnt Dr. Gruber, sein Verhalten nicht fortzusetzen. — Der Sekretär des Jndustriellenverbandes, Dr. Margaretha, wird über seine seinerzeitmen Aeußerunyen bezüglich des Brotkartells einvernommen. Der Zeuge erklärt: Ich muß mich dagegen verwahren, daß man eine gedrängte Protokollierung meiner Rede für die Wertung des Prozesses in Anspruch nimmt. — Angokl. Fried: War also das Kartell eine Folge des Prerstreibereigesetzeö? — Zeuge: Ja. — Angell.: Wäre ohne das Preistrewereigesetz -das Kartell gosprengt worden? — Zeuge: Ja. Die Sachverständigen im Ernährungsfach Softat Dr. Schacher! und Regierungsrat Klimesch sollten über Zusammensetzung und Qualirät des Brotes, das bei einer Probebacku'ng erzeugt wurde, Auskunft geben. Hofrat Schacher! erklärt, man sei zu dem Resultat gekommen. daß im Durchschnitt 89 Deka pro Normallarb verwendet werden und daß die Angabe der Anbevbrotwerke, daß 90 Deka verwendet werden, nicht widerleg: werden kbnw:. Die ztveite Frage, ob man aus 85 Deka Mehl einen Nornral'laib Herstellen könne, beantwortet der Sachverständige mit j a, doch enthalte ein. solcher Laib mehr Wasser als das Ankerbrot im Durchschnitt enthalte. Die Qualität des crsteren sei trotzden, ganz entwandfrer. Der im Saal anwesende Chemiker der Ankebbrotfabri! bestreitet, daß ein solches Brot mit 85 Deka noch gut schmecke. — Dr. M rav lag fragt den Zeugen noch einmal: Nach Ihren, Befunde können Sie also annehmen, daß in der Ankerbrotfabrik bei einen, Laib Brot tatsächlich 90 Deka verbrauch: wurden? — Sachverständiger: Ja. Der zweite Sachverständige Regierungsrat Kl im es ch schließt sich diesem Gutachten in vollem Inhalt an. Der Angeklagte meldet sich noch einmal zmn Wort und fragt: ES ist also jetzt erhärtet, daß, während früher konstatiert wuvde, zu einem Laib Brot gehören 85 Deka Mehl, jetzt 90 Deka Mchl als notwendig vom Sachverständigen angegeben wurden. — B or s.: Das kann ich nicht so sagen. Mer es ist nicht erhärtet . . . (Der Vorsihenoe wollte osfenbar fortsetzen, daß „ran mit 86 Deka dasselbe Brot Herstellen könne.) ...aber das kann ich natürlich auch nicht sagen. (Heiterkeit im Auditorium.) Dr. Gruber: Haben Herr Hofrat bezüglich des Salizee irgend eine Untersuchung vorgenommen? — Sachverständiger: Ja. Ich habe es ja auch in meinem Gutachten äugedeutet: Es ist ohneweiteres glaubhaft, daß für einen Laib Brol von 126 Deka 2,2 Deka Salz verwendet wurden. Man muß ja kleine Berlnste beim Backprozeß (durch Verkohlung nsw.) berü,-sichtigen. Damil ivar die gestri'ge Verhandlung beendet. Hent« kmnmt das Gutachten der Sachverständigen zur Vepprechung. * •'{ . ■ \* # 'T

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