Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2219 (25.4.1925)
- Date
- 1925-04-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Men, SanrStag Srofci»ct* 25. April im Rk.MS die Munffizenz des Mr. Herbert Bcndtwich in London möglich geworden ist, wurde mit großem Beifall ausgenommen. Mr. Bendtwich schenkte nämlich dem Melwevband den Baugrund auf dem Oelberg, auf welchem das Studentenheim nunmehr erbaut werden wird. Ne Mische Mensa in Rat. Für die jüdischen Studenten. Bor einigen Tagen haben wir für ein Mtershonn an die Mildtätigkeit der Menschen appelliert, vor nicht allzu langer Zeit für ein Blindenheim, ein Waisenhaus, ein Spital, einen Unttrstützungsverein, und so geht das fort, endlos fort, denn endlos ist das Elend, das die ganze Menschheit betroffen hat, und bis ins Mark gehen di« Wunden, die der Krieg gerade unserem Volk ^schlagen hat. Heute müssen wir für die hungernden jüdischen Studenten an das soziale Gewissen der jüdischen Oeffentlichkeit appellieren. Man kennt ihn ja zur Genüge, den sich durchhunyernden jüdischen Studenten mit den dünnen, zerschlissenen Kleidern, der tage- und nächtelang in dumpfer Stlt-be über seinen Büchen: sitzt und studiert nnd dem es nicht so gut geht lmc seinem deutsch-arischen Kollegen, dem die organisierte Staat-Hilfe zur Verfügung steht. Unsere Studenten, die lernen und nur lernen wollen, sollen huivgern, denn die Mensa I u da i ea kann n i ch t meh r weiter. Bor inehr als einem Jahre mußte sic wegen -mangels an Geldmitteln geschlossen werde:: nnd die jüdischen Studenten waren dom Hunger oder den rohen Anstänkeungen und Erniedrigungen, denen sie in der allgemeiner: Mensa aufgesetzt sind, preisgegoben. Stolz iuti> Schamgefi'chl ruft da znn: Geben auf. Einige hochherzige Menschen haben vor einen: halben Jahve die Mensa auf dem Zimmcrm a n n p l a tz wieder eröffnet und 400 armen jüdisch:« Stu>de:rten werden dort täglich zu sehr mäßigem Preise, den Unbemittelten ganz umsonst, reichliche Mchlzeiten verabreicht. Man kann sich erst ein rechtes Bild von den nötiger: Geldmitteln machen, wem: man weiß, daß in der allgemeinen Mensa, die nach den Statuten allen Studen-- ten ohne Unterschied zugänglich sein soll, 1300 bis 1400 Bedürftige ausgefpefft werden. Zur Aufbringung dieser Mittel tragen auch Juden in reichem Maße bei. Die wenigen jüdischen Wohltäter, die die jüdische Mensa erhalten, sind nun am Ende ihrer Kräfte. Die Leitung der jüdischen Mensa ist gezwungen, an die j ü d i s ch e Oeffentlichkeit heranzutveten und für ihre Schützlinge zu bitten. Es ist Pflicht, unserer nur vom Idealen geleiteten Jugend den Idealismus zu erhalten. Wir hoffen, daß wir nicht vergeblich an die Not unserer Studenten erinnern, und sind bereit, Spenden für die jüdische Mensa m übernehmen und ihrer Bestimmung zuzuführen. lleberprS'ung der Reifchpretse. Auf die Blättermeldungen über Massenanzeigen gegen Wiener Fleischhauer begaben sich gestern die Vorsteher Eder nnd Wolf der Wiener Fleischthauergenossenschaft zum Leiter der Wirtschaft'SPoNzei Hofrat Zorn, um diesem zu befragen^ ob diese Nachrichten auf Richtigkeit beruhen. Hofrat Zorn erklärte, es fei durchaus nicht richtig, daß eine Razzia auf die Fleischhauer abgehalten .worden sei. Es seien lediglich die Verkaufspreise der Fleischhauer überprüft worden und im Verlaufe dieser Erhebungen eine größere Anzahl von Meldungen an die WirtschaftSpvlizei erstattet worden. Wenn sich bei der Aufarbeitung des Materials strafbare Tatbestände ergeben sollten, so würde das Material unverzüglich der Staatsanwaltschaft übergehen werden. Monsterprozeß gegen einen dentfchvöMschen Bankschwiudler. 10.000 Zeugen. Bor der BerufungSstraffammer des Berliner Landgerichts begann gestern ein Prozeß, in dom nicht weniger alS 10.000 Zeugen gegen den Angeklagten auiftreten werden. ES handelt sich um den 25jährigen, angeblichen Bankier B r u ß, der eine deutlschvölkifche Bant eingerichtet hatte und wegen unerlaubten Deviserchandels zu 10.000 Mark GeDstrafe verurteilt worden war. B r u ß hatte sich bei diesem Urteil nicht beruhigt und berufen. Aus der Begründung des erftrichterlichen Urteils geht hervor, daß bei Bruß seinerzeit in zwei Zigarrenkisten ausländische Devisen m sehr hohen Beträgen beschlagnahmt werden konnten. Gegen Bruß war weiter em Strafverfahren wegen Depotunterschlagung und anderer Verfehlungen eingeleitet worden. Die von dem Angeklagten gegründete Bank zählte 10.000 Kunden, di« fast sämtlich geschädigt sind und nun als Zeugen gegen Bruß aussagen wollen. Aus dem Wiener Semeinderat. Die neue Stadtbahn. Nach längerer Pause trat gestern der Wiener Gerneinverat zu einer längeren Sitzung zusammen, die stellenweise einen bewegten Verlauf nahm. Ueber Antrag des Stadtrates Siegt wurde die Errichtung von zwölf Wohnhausbauten in vevschiedenen Bezirken mit einem Gesamtkostenaufwand von 26.630.000 Schilling beschlossen. Die Opposition beschwerte sich darüber, daß in den Neubauten sozialdemokratische Parteilokale errichtet werden. An da-s Referat des Vizebürgermeisters Emmerling auf Einrichtung einer selbsttätigen Signalanlage und -die Ausgestaltung der Tetephonanlage auf den zu elektrifizierenden Stadtbahnlinien mit einem Kostenaufwand vo» 1.900.000 Schilling schloß sich ein« längere Debatte zwischen Majorität «ch Opposition Mitteilungen aus dem Publikum. ».».»> Bureau: Irig. (rin 2iganiiingapi«r J w D «im, iiii. minuu >a/r SEMMERING GRANDHOTEI PANHANS in 10,0 m Seehöhe Vollkommen reorganisiert und modernisiert Erstklassige Kilche - Vorzüglicher Keller 500 Zimmer und Appartements » 200 Badezimmer Das ganze Jahr geöffnet Erstklassige Heilanstalt WI«cUr«röffming Ende Juni 1925 Nene Leitung: Generaldirektor H. Steter HOTEL ERZHERZOG JOHANN Sport- und Familienhotel In nächster Nahe der Sportplätze 200 Zimmer - Bürgerliche Preise 95? Kultus- und Justiz-Tulore und Barette erhalten Sie vorrätig oder nach Mass bei der bekannten Spczlalflrma RUDOLF GOLDSTEIN, Grosses Lager feiner Stoffe für Massbestellungen T«I. 48 6-29 WIEN, II. TABORSTRASSB 54 mea KAUTSCHUK-ABSATZ UND -SOHLE PALMA WETTERFEST - ELASTISCH - HYGIENISCH Der Referent erklärte, daß sowohl Straßenbahnwagen auf den Stadübahngeleisen als auch Äadtbahnwaggons auf den Linien der Straßenbahn geführt werden können. Die Probefahrten zeitigen durchaus befriedigende Resultate. Der Referentenantrag hntrbe schließlich angenommen. Bei einem Referat des Stadtrates Richter über Neuanschaffungen bei der Feuerwehr beschwerte sich ein christlichsozialer Redner darüber, daß ein Feuevtvehrmann geohrfeigt wurde. Der Referent bemerkte, daß es nicht Sache des Gerneinderates sei, sich mit privaten Raufereien abzugeben. Gemeinderätin Lippa beantragte einen Zuschußkredit von 198.461 Schilling für den Ankauf von Klafsenlektüve und 60.706 Schilling für den Ankauf von Schveib- und Zeichenrequisiten. Ihre Kontrarednerin, die christlichoziale Gemeinderätin Schlesinger, verlas einige Stellen aus der gebräuchlichen Klassenlektüre und unterzog re einer heftigen Kritik. Die Referentin wies diese Anwürfe, zur weiteren Behandlung an den Stadtschulrat. Die Majorität nahm auch diesen Antrag an. Im weiteren Deräuf der Sitzung wurde über Antrag des Stadtrates W e- >er eine Novelle zum Krankenversicherungsgesetz für die tädtifchen Bediensteten und einige Anträge betreffend neue Siedlungslbauten angenommen. Sie neuen Mn-Schilling-Noten. Der seitlich blickende Frauenkopf. Am 27. d. wird die Oesterreichische Nationalbank mit der Ausgabe der Banknoten zu 10 Schilling mit dem Datum vom 2. Jänner 1935 beginnen. Die Banknote zu 10 Schilling hat eine Breite von 166 uiw eine Höhe von 86 Millimeter und ist auf tveißem Velinpapier ohne Wasserzeichen gedruckt. Auf beiden Seiten der Note befinden sich über einem i« roter, violetter und grüner Farbe gedruckten und durch einen chwarzen Linienraster abgetönten Untergrund die Notenbild e r in violettem Druck. DaS Notenbilid der Vorderseite ist durch einen schmalen, rechteckigen, guillochierten Nahmen abgeschlossen, unter dessen oberer Seite sich links und rechts je ein achteckiges, gmltochier- M Rähmchen befindet. Von diesen enthält das linke die Z * t ch »«ng de« BuvdeswaPPeuS. das rechte die Zeich nn«g eines jeitlich blickende« Frauenkopses. Der Raum unter den beiden Rähmchen ist mit guillochiertM Ornamenteii ausgefüllt. Diese schließen eine guillochierte Rosette ein, innerhalb welcher licht auf dunklem Grunde die Ziffer „t 0" sichtbar ist. Zwischen den inneren, vertikailo» Seiten der beiden Rähmchen liegt ein von Guillochen mnsämntes rechteckiges Mittelsold. Dieses zeigt in seinem mrteven Delle guillochierte Ornamente und darüber den Notentext und die Firmazeichnung dor Bank. Das Notenbild dor N ü d i c 11 c besteht der Hauptsache rtach ans fünf guillochierten, vertikalen Bändern, welche von einem horizontalen, guillochierten Band gekreuzt tverden und in der ‘Hütte der Kreuzungsstellcn sechseckige Sterne mit guillochierten Rosetten enthalten. Die verti^ kalen Bänder sind oben und unten durch guillochierte Rosetten abgefchlossen und werden ober und untechalb des horizontalen Bandes in ihrer ganzen Breite vor: rechteckigen Feldern durch zogen. Diese Felder weisen licht auf dunklein Grunde im mittleren Band und in den äußeren Bändern das Won „Schillinge" und in den zwei anderen Bändern die Ziffer „10" auf. Ueber dem äußersten linken vertikalen Band ist dir Serienbezeichnung, über den äußersten rechten vertikalen Band ist die Nummernbezeichrrung mit grüner Farbe aufgedruckt. An« vrobmeisterturnier in Baden-Baden. Die sechste Runde. Baden-Baden, 24. April. In der sechsten Runde gewann Celle in 28 Zügen gegen Thomas. Rubinstein in 38 Zügen gegen Mieses, Niemzowitsch in 37 Zügen gegen Tekelstc. Remis endeten die Partien Reti gegen Aales (53 Züge), Dr. Treybal gegen Dr. Tarrasch. Spielmanu gegen Grünfeld, Sämisch gegen Torres und Rabinowitsch geizen Tartakower. Danut hat Tartakower alle sechs bisher gespielten artien remis geführt. Eine englische Partie Carl gegen Bogoljuibow endete remis. Die Partie Roselli gegen Marshall wurde in ungeklärter Stellm»" abgebrochen. Aljechin war spielfrei. Wien, 25. April. Das Wetter. Nach hoher Mittagsteinperatur trat gestern Trübung ein. Die Voraussage lautet: Weitere Verschlechterung meist trüb, groß e N egenwahrsch cinlichfett, wieder etwas kühler. * Orduerdienst au: 14. Zionrstenkongrcß. 'Alle Anfragen betreffs Ovdncrdienstes nnd Ingendangelegenhebtcn a>m Kongreß sind an das Jugendamt des Zionistischen Landcskomitees, 1. Bez., Kärtnefftvaße 28, zu richten. Auskünfte erteilt Herr D. S ch o r r Mittwoch von 4 bis 6 Uhr nachmittags. * Tschechische Konsulate in Beirut und Jerusalem. Ans Prag. 24. d.. wird berichtet: Wie die Blätter melden, wird in Beirut ein tschecho-flowaikisches Konsulat errichtet worden. Rach der Lokopreß genehmigte der Ministerrat auch die Errichtung eines Konsulats in Jerusalem. * Do» der Hygieneausstellung. In dor Hygienoaus stellu-ng. die am 28. d. eröffnet wird und bis Ende Juni dauert, wird em eigenes AüSstellungsPostamt eingerichtet sein. Auf den Briesschaften, oie im ÄusstellungSgebände aufgogobcn werden, wird ein eigener P o st st e m p e I der das Sinnbild der Hygiene, das wachsame Auge, dekorativ verwertet, angebracht werden. Zu diesem Zwecke sind >im Messopalast drei Briefkästen angebracht worden. * Der Keren Kajemeth ^Israel (Jüdischer Nationals-mdsl fchroSbt uns: Alle Selbstkonrmgentler, soweit sie im Bosihe von Durvamibüchlein sind, werden darauf aufmerksam gemacht, daß uns ungemem daran liegt, daß die von ihnen gesammelten Gelder baldigst nach Eingang an uns aibgefiihrt werden uuö daß sie nicht warten müssen, bis die Büchel zur Gänze aus verkauft sind. Für dieses Devlanigen sind, zwei Gründe unserer - seitS maßgelbend: Erstens müssen wir die gesammelten Gelder ehestens Hvem eigentlichen Zwecke zuführen, zweitens ist es für die Entwicklung des Sälbstkontmigeittsystoms von großer Bedmtung, wem: darauf hingowiefen werden kann, daß ein immer größerer Prozentsatz dor SelbsttontnrgenGor seine Wicht ehestens durchführt. * Die Alexandrien-Eildampser des Lloyd Triestino. Die Generälagentur des Lloyd Triestino sendet uns zu einigen Bemevungen, die Herr Oberrabbdner Dr. Chajes in seinem montägigen Dortrag über die Eilldampfer machte, die folgenden Ergarrzumgen: ,Korr Obervabbiner Dr. Chajes sägte, daß die firnfte Klasse am Bord unserer Mexandrian-Eill dampfvr für die Auswanderer kein Dach, Keine Derpflogmig und i»in Deck hat; das stimmt mit den Tatsachen überein. Andererseits hat albe« der Lloyd, gerade um diosen Unzulänglichkeiten zu steuem, bereits seit 11. März einen speziellen Drenst eröffnet, der mit oiyens für diesen Zweck adaptierten Schiffen betrügen wird, die für die Zwischendeclhw ssagieve Betten, Decks und Verpflegung flchren. Ergänzend können wir belifügen, daß die Rate für dic z: ouistrscheu Auswanderer, die diese Linie Trieft—Jaffa benützen» von 6 auf 3, 14 Mund inÄusive Bett, exklusive Berpfloguna reduziert wurme; die Verpflegung kann an Bord nach Wunsch gekauft werden. Dieser seit 11. März bestehende Dienst dürfte jedoch bovobts demnächst durch Einstellung jeglichen Ansprüchen entsprechender Dampfer ausgestailtot wenden." * Schckeldrive des Zionistisch-akademischen Landesverbandes. In der letzten Sitzung des akademischen Landesporbandes wurde einmütig der Beschluß gefaßt, die Schekvlpropa ganda mit größter Intensität zu betreiben. Die Aktion des akadomichen Landesverbandes Beflfotnt am 4. Mai mit dom Der kauf von Schakalim m: ersten Bezirk nach genauen Listen des Zionistichen LandeSkomitees. Aus diesem Anlaß findet Mittwoch um 8 Uhr abends auf der Bude der I. A. B. Jordania, 9. Bez., Sevvitengasse 4 a, eine wichtige Besprechung der SchokÄrefeveu ten sämtlicher dem akademischen Landesverbände angoschlossonen Korporationen statt. * Pessach in der „Einheit". Wie alljährlich während des 18jährigen Wirkens der ^Einheit" fand auch Heuer dor S«^derckbend trotz der Not der Speifohallen in den Räumen der „E'mhoit" in herkömmlicher Weise statt. Sowohl die allgemeine Auspeisung als auch die Mittelstcmdsabterl-ungen waren dis aus den letzten Platz besetzt. Auch daS Bureau war in ein Speise zimmer verwandelt worden Biele Familieu holten das Esser, nach Hanfe und für die jüdischen Häftlinge der .LcraweSmw Bezirksgerichte wurde daS Essen in der „Einhett" bereitet mr*> m die Gerichte geschickt. Es wurde« während der Pessackr»^ mehr als SOov Mahlzeiten verabreicht M,. Genngiu-una kan,' der Vorstand der „Einheit" auf diese Aktion -uvüM'cke«. uw w mehr, als 860 Mahlzelten gratis an Ar,ne verabreich: worden sind Die Nereinslettung r,chtt» «v die jndttche Qeffemlichkei: di« Bitte, ihr zu helfen, daß sie für die .C^fer awf.fonvm»Mi eint:«' wdlcho drefer Pessach vee „Emyeil* verursacht ya«. uc forttvivSegl könne ttv Itttevess^ d« die >»>s -v hcht" «ROvieseu iwd.