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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-21 · Heft 2215 (21.4.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2215 (21.4.1925)
Date
1925-04-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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gjft. MS Men, DlenSkag Wiener Mor-e«zelt«na. 21. SlprA 1925 Seite 5 von hwnvert MMonen Kronen. Diese zweite Betörte ließ iflch E«zu ibetvogen, mit Hm vor etlichen Wochen nach B i elitz zu überstell«. Auch dort verübte Gutmann mehrfache Betrügereien, die nunmehr zu seiner Verhaftung führten. * Da- Wetter. Gestern war eS überall trüb. Stellenweise «fiel etwas Ragen. Die Voraussage meldet: Schlechtwetter. -gitwoHe ergiebiger Regen, kühler. * Die Lebensmittelmärkte. Die gestrigen Märkte boten «ulf den meisten Gebieten das übliche flaue MoutagSgeprä-ge. Rur auf dem Naschmarktc. der ziemlich günstig beschickt wuchs, langten außer Gärtnerprodukten, die in größeren Menagen auf dsm Markt gebracht Wunden, noch ansehnliche Sendungen Kraut aus Holland, ägyptische Zwiebel und aus Italien Karfiol, Kochsalat und FrWartoffcl ein. Spinat hat sich unter dem Drucke des gesteigerten Angebotes neuerlich verbilligt. Dlätterspinat kostete 10 Groschen pro Kilogramm. Die Preise aller anderen Gemüsesorten blieben unverändert. In der Großmarkthalle, wo gestern 12 Waggons verschiedener Herkunft einlangten, hielt sich der Verkehr im engsten Rahmen. Preise stabil. Auf allen anderen Markt- «Meten war er bei schwacher Kanfibeteiliguna ganq belanglos. * Zionistisches Lokalkomitee. Heute, halb 8 Uhr abends, Sitzung. * Stempel« und Postgebühren. Jur Verlag der Tabak- Trafiik Emilie Brunschmidt. 3. Bez.. SechÄrügelgasse '2, ist eilt praktisch angeordueteS Verzeichnis über die Stompol- und Postgebühren in SchMingwAhrung erschienen. * VereinsauSflug nach Neutra. Der humanitäre Gesellikcketitsverein „Die Neutra er in Wien" vevanstaltet »einen MiMiedevausflng in die Heimatstadt Neutra. In einer Plenarversammlung der Mitglieder würde der aus drei Tage berechnete AnsPlng für den 27. Juni sestgseht. Für diese Reise gibt sich unter den in Wien lebenden Neutvaern Lobhaftes Interesse kund. BereinSmitgjlieder, welche die Absicht haben, dn der Reise toilzunehmen, wollen dies mit Rücksicht aus die erforderlichen verschiedenen Vorarbeiten — Anmeldung. Gemwalvisium uistv. — sobald als mÄcklich der Bereiusleitung Wien, 1. Be«., Schwedenplatz. Cafe Siller, schrWsch bekanntkugöben. x Spezialbehandlung von Asthmaleitien im Wiener physikalisch-therapontischen Institut Dr. Ostermann. 9. Bez., Spitalgasse 1a. Tel. 29-1-99. Orb. 10 bis 6 Uhr. vereine. BoürSge «nd Versammlungen. Zionistische Sektion VI—VM. Heute, 8 Uhr übend», 8. Bez., Bennovlatz 1 a, Bortraa Anitta Müller-Cohen: .Mütter und Töchter". — Zionistische Frauenorganisation der westl. Bezirke Wiens, 8. Vez., Bennoplatz 1. Am Samstag in den Räumen des Bezirks- Heime» (8. Bez., Bennoplatz 1) Festakademie mit Tanz, anläßlich der Eröffnung der Universität in Jerusalem, unter Mitwirkung bervorragender Kunstkräfte. Beginn 8 Uhr abends, Gesellschaftswllette. — GremiumösterreichischerHandelSgertreter. Morgen. 6 Uhr abends, Trefftag im Handels- «mseum, S. Bez., Berggaffe 18. . Oesterreichisrhe Politische Gesellschaft. Heute spricht Minister a. D. Baron Josef S z t e r e n Y i (Budapest) über ^Mitteleuropäische WirtschaftSftagen". Beginn 7 Uhr. -f i -rfcV- ■ NaRoprosramin. tzienztaa dert A. April. 9 Uhr: Marktbericht. — 11 bis 1 Uhr: Vormittagskonzert. — 1 Uhr 5 Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Mrn.: Wetterbericht. — 1/J4 Uhr: Wiener Börse. — 4 Uhr r Nachrichtendienst. — 4 bis 6 Uhr: NachmittagSkonzert. Die Ouvertüre von Lincke; 1. Ballett-Ouvertüre; L Frau Luna r S. Singspiel-Ouvertüre r 4. Nakiris Hochzeit; 5. DenuS auf Erden r 6. Lyststrata; 7. Gri-Gri; 8. Im Reiche des Indra. — V,7 Uhr - Der Neutrodyne-Emvfänger. Vortrag von Dr. Rosa Nouacky-Hsrsky. — 7 Uhr 10 Min. r Stunde der Frau. — 8 Uhr; BolkSlisderabend des Deutschen DolkSgesangverelnS. a) Er dunkelt in den Wolken (MS Mähren, Satz von Josef Goetz); b) Jetzt kommt die fröhliche Nacht heran (aus dem Stebengebirge, Satz von Dr. I. Pommer); Instrumentalmusik r Violine« r Mario Jaeaexschmied, Kart Kubat, Gitarre r Dr. E. Neuster; Lina Gröschl r Drei Kärtnerlieder (Klavier: Ella Richar); Kleiner gemischter Chor; a) Geh gib mir koa Busserl (MS Oberösterreich, Satz von Joses Reiter); b) Die Kohlstährerweis' (MS Tirol, Satz von F. F. Kohl); Instrumentalmusik r Dr. Georg Kotek r a) A so a Dtrndle (aus St. Aegyd am Neuwalde, Niederösterreich); b) 's Fischhecka Slöckl (aus Tirol in Oberbayern); Kleiner Chor; a) Fensterln laus Niederösterreich, Satz von Karl Sotolar); b) Am Riegerl (aus Steiermark, Satz vou Vtttor Zack). Bühne und Maß. „9er Querulant." (Akademietheater.) Bei der Wvederbogogung mit dieser Komödie Hermann Bahr2 ist man aus die Mimogsich kitschigen Schlußszenen des dritten Aktes bereits gefaßt. Wavu-m sie nicht entfernt cder wenigstens gomAdert wurden? Das prachtvolle Stück und die wirklich außerordentliche Aufführung durch das Burgcheater hätten ein« Neubearbeitung wohl verdient. Ausgczeichne-tes Theater» kräftige Charakter- Zeichnungen, gesunde, humorvolle Kritik des bürgerlichen strafrechtlichen Unfugs und des menschlichen Lasters der Rechthaberei, von dam just die Bestell, Anständigsten, Herzhaftesten, Liebenswertesten befallen sind. Die Hauptfigur bleibt in ihrer lebensvollen Echtheit von der katastvophalon Minderwertigkeit jener Szenen a la „Gartenlaulbe" mchevührt und Hsvnvaim Bahr hat seinen Willy Th aller gefunden. Eine Mislevleistun-g, in Wer Aolttonmlenheit eimnalig euch verehrenswürdig. Das Wort ist abgegriffen und mißbraucht und muß doch hier Anwerldung finden, weil nur dieser Ausdruck für .bi« Liebe des vereinsamten, schwergeprüften WvgmacherZ Matthias GungLbauer zur Kreatur angemessen ist: sie quillt aus tiefster Seele. Und ivenn er zu dem Besen greift, um auf seinen Enkel Lois, den .Haderlumpen, lochudreschen, ist es die wahrhaftige Empörung einer sauberen Natur gegen die Gomeinheit.. Wiederholt schon hat uns der Querulant Wallers erquickt und erschüttert. Aber erst im Rahmen dieser vollvnldete», im bestell Simte des Wortes österreichischen Auffichvil»^ des BtzvgcheaterS (unter Harterichs Leitung) kam sie voll zur Geltung. Wäre der Diurnist Mosers um einige Grade weniger possenhaft -- es btio'be nichts wünschen übrig. Mitteilungen nur dem Publik' Herrn Alfred Welss gratuliert heimlichst zu seiner Vermahlung mit Frlulein Nelly Naumann Gabriel Wamr, Wiederau haften! |dhft| 0H|. frim. . . JOB «in,nn!iMiviMi n/r Kultus- und Justiz-Tulure und Barette erhalten Sie Vörfitig oder tisch Mess bei der bekannten Spezialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, SÖrt Grosses Lager feiner Stoffe für Maeebeetellungen Tei. 4a e.an wi»N, ». TAEORSTBAtll 54 oegy. ferne Der Amtsrichter Hennings (er ttätzt die Wesenszüge BurghardtS), dcr klobige, gutartig polternde Wrster Mayer» Hafers, die herrlich gestaltete Marie Latte ModelSkys, der Arzt Karstens, der (allerdings ins Schwäbische transponierte) Pfarrer Scydclmannä, die verraunZte, kindlich selbfifüchtiigo, irr ihre Krankheit und in das gute Papperl Verliebte Tante der Krau Lewinsky und ganz besonders der Lois des Herrn Huber — durchaus hervorragende, schauspielerische Leistunigen und alle insgesamt ein Ensemble, dem der Ghrcutiwl „Bnrgtheater" gebührt. O. A. Philharmonischer Konzern Nach mehrmonatiger Pause erschien Felix Weingartn c r wieder als Dirigent der Philharmoniker. Das Publikum, das ihm schon vor Beginn des Konzertes znjubeltc, scheint ihm treu geblieben zu sein. Auch er hat seine Anschauungen über den..Sinn der philharmonischen Konzerte nicht geändert. Zunächst war er darauf bedacht, Werke anszulyählen, die seiner Dirigentenart am besten liegen. Kein Wunder, lvenn er auf die große Faust-Symphonie seines Lehrers Franz Liszt zurückgriff. Dieses heute schon so stark verblaßte Werk, das nur von der glänzenden Instrumentation lebt, ist immerhin noch als Virtuosenstück zu gestalten. Es birgt starke Effcktstellen und einen äußerlich glanzvoll gesteigerten Schluß mit Chor (Märrnergesangverein) und Tenorsolo (Hermann Gallos sang es mit schöner, lyrischweicher Stimme). Aber weder der erste Satz, der immer wieder abreitzende, thematisch unbedeutende Teil, der Jaust, den ringenden Menschengeist musikalisch charatterisieren soll, noch die sinnlich verweichlichte Gretchenmelodie des zweiten Satzes gehenwirklich zu Herzen. Am besten wirkt noch das groß angelegte, groteske Orchesterscherzo mit den verzerrten Themen - Mephistos. Uebrrgens ist diese Symphonie erst vorwenigen Wochen im Konzertverein ausgeführt worden. Wozu also die Wiederholung im Philharmonischen Konzert, wenn auch die Orchesterleistung hier interessant ist? Weingartner wollte nun weiter stilgerecht sein. Er kam auf die bei so vielen populären Orchestcrkonzertcn gespielten drei Paradenmnmern aus dem „Faust" von Bcrlioz. Natürlich waren auch diese, von dem herrlichen Orchester wiedergegebenen, klangschön instrumentiortcn Stücke dem Publikum gerecht. Es erzwang sich sogar den Sylphentanz zur Wiederholung. Das wertvollste Stück des Konzertes war noch Wagners Faust-Ouvertüre. Die geniale Tondichtung, die aus des Meisters trüber Pariser Zeit stammt und die in manchen Akkorden und Melodieteilon Tristanklänge ahnen läßt, war das einzige Stück, daß an Würde und Wert eines Philharmonischen Konzertes erinnerte. Aber Wien gefällt es, wenn zur Unterhaltung musiziert wird, und so kann wan mit Genugtuung den stürmischen Beifall. feststellon, der nach jedem Stücke den Saal durchbrauste und der Weingartner immer wieder auf das Podium rief. Das Orchester hatte natürlich wohlverdienten Anteil an dom Erfolg. S. K. Ser zehnte rodertag des Sichter» 8.L.Perez. Am 13. April wurde in Warschau der zehnte Todestag des großen jüdischen Dichters I. L. P e r e z feierlich begangen. Biele tausende Personen pilgerten zum Grabe des Dichters auf dem Warschauer jüdischen Friedhof. Bor dem „Ohel Perez", welches 'die Gräber, der drei Dichter Perez» An--sky und Dinesohn umschließt, fand eine sehr eindrucksvolle Feier statt', bei welcher der Dichter Schalom Asch die Gedenkrede hielt. Im Saale dos Kaminsky-Theaters fand die von den jüdischen Schriftstellern und Journalisten arrangierte Perez- Gedächtnisfeier statt. Der Dichter und Publizist D. Nomberg hielt die Gedenkrede, woraufhin Schaloni Asch interessante Episoden aus dem Leben von Perez erzählte. Zum Schluß fanden Vorführungen ans dramatischen Werken von Perez statt, die vom Regisseur David Hermann inszeniert wurden. Au» dm Aeatern. vurgtbeater. Momen. 7 Uhr abends. «Der Kau fmann vvnBenedtg. Akademietheater. Morgen, Uhr abends, „D erQ n e r u l a n t." ' Staatrop e r. Morgen, 7 Uhr abends. „T! e fland.- B a l k s o v e t. Heute unter persönlicher Leitung des Komponisten Emmerich Kalmau die M. Aufführung seiner Operette »Griiki« M arizo." Morgen „H vffmanns Erg äh ru n g c D e u t s ck e r B »l k S t b e a t e r. Heute »L i k i o mit Max Pallenberg. Morgen „F a mitte <2> rf> t m e!* mit Max Palleicherg. Wegen der Samstag, V,8 Uhr abend-, stattfindende» österreichischen Uraufführung von Karl Haupt« mannS burlesker Tragödie .Tobias B n n t s ch u h wurde die für den führnng von LessingS den 2. Mai verschoben. Mer Tao m t i i t (S ch an n l o gewesene Aus« auf Samstag Moderne» Theater. Heute, *ltß Uhr abends, letzte» Austreten Matta OrSka» in .Schloß Wettrest 11 ii*. Die Kainz-Bühne wivd die Operette „Der Detter aus H i n t e r t n b {e n" von Ernst Mayer, Text von Walter K r a u » und Ernst Reif, nebst zwei Einaktern morgen, 7*8 Uhr abend», im Theatersaal de» Hotel Post zur Aufführung bringen. Eine politische Oper. Der italienische Qpcrnkomponist UmLecto Giordano, der nach dem Tode Puceinis in den Vordergrund der Aufmerksamkeit oetreteu ist, erklärte kürzlich einem Pressevertreter, der ihn über seine zufünstiaeu LpernpNne fragte, daß er zurzeit nttt der Komposition eines Textbuches von Forzano beschäftigt sei. Es führt den Titel „Der König", und die Handluira spielt in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts in Framveich. Nach Beenvigung dieses Werkes gedenkt Giordano, sich sofort an die Vertonung eines anderen LWrettoS von Forzano zn niachen, das den Titel „Raspntin" führt. (/©ie Gestalt dieses russischen Dauevumönchs". so erklärt er semem Besucher, ,>der mit seinem Mystizismus nicht nur das Zavenpaar seiner Macht unterwarf, sondern auch die vornchmsten Damen der russfichen Aristokratie zu'seinen willfaihvigen Sklavinnen machte, scheint mir zum Helden einer Oper wie geschaffen. Die geheiinen Tiefen dieser Seele zu ergründen, muß einen Musiker retzen und zu einem Versuch der Lösung anspornen. Das Textbuch hat vier Akte und zeigt in der dramatischen Entwicklung eine Kühnheit und eine Kraft, wie man sie in der Oper bisher noch nicht erlebt hat. Im Hintergründe der Handlung erhebt sich das Gespenst der ruffischen Revolution." Eine Musikcrschlacht. Aus Miskolez wird gemeldet: Ani Ostcvnwntaig spielten an einem AuSflngSovt zwei ^Zigeunevkapellen nach Vereinbarung abwechMnd TanHücke. Als nun junge Leut« moderne Tänze verlangten, verweigerte die Kapelle des Primas Andreas Buri das Spielen der „internationalen" Tänze, worüber der Primas der anderen Kapelle Koloman Balogh eine höhnische Bemerkung machte. Die beleidigte Kapelle Buri forderte nun die Konkurrenten zum Kampf heraus, der sich zu einer blutigen Schlacht entwickelte, im Laufe deren ein Mufikcr tot liegen blieb, drei lebensgefährlich und .dreißig leichter verletzt, wurden. Die Gendarmerie hat alle Teilnehmer verhaftet.' Gerichtssaal. Sar llktell lm Prozeß Kowarna. Rosa Kowarna siebeneinhalb Monate, Karle Populorum fünf Jahre. Philomena Populorum acht Monate. Antonie König zehn Monate schweren Kerkers; Rosa Kowarna enthaftet. Der Beginn dec gestrigen Vechandlung vevzögeric sich, da sich die AnacUagte Philomena Populorum als vernchmungsunfählg erklärte. Die Gerichtsärzte untersuchten sie, bezewhneten sich jedoch als vernehmungsfähig. Nun erörterte der Vorsitzende das Bovlebeu der vier Angeklagten. Karl Populorum ist Zweimal mit Kerker vorbestraft. Die erste Strafe hat ec im 16. Lebensjahre verbüßt, Philomena Populorum wurde auf eine Anzeige ihrer Mutter hin wegen Ausübung geheimer Pr oft rtutiön bestraft. Der Vorsitzende stellt teertet fest, daß die Angeklagte König wegen Kuppelei angeklagt, albcr freigcfprochen worden sei. Nun beginnt das Plaidoyer des Staatsanwaltes Doktor P a st r o v i ch, oer sich, nachdem er die Schuld der Rose! Kowarna besprochen', sofort Karl P o p u l o r u m zuwendete. Karl Popularüm hat, sagte er, nicht' nur von den Verfehlungen der Kowarna gewußt, er hat in seinen Briefen ihr mit Anzeigen gedroht, aus denen hervorgeht, daß er gewußt hat, woher die Kowarna das Geld hevnimmt, under hat eben seine Kenntnis tzn evpvefferischen HaMungon benützt, indem er mit diesen Anzeigen gedroht har. Sr bezeichnet ihn als eine Drohnennatur und sagt: Wir haben in diesem Gebäude schon eine Reihe vou Zuhältern gesehen, aber noch nie einen so ekelhaften Zuhälter wie den Karl Populorum. Ern Mensch, der sich dazu hergibt, einer verkrüppelten Person jahrelang Liebe vor- Zutäuschen, um von ihr in ordinärer Weife Geld i-u erpressen, sei der Abschaum eines Zuhälters. .Nun Drechen, die Verteidiger. Der Staatsanwalt gab zu, daß die Augettagte Äo» Warna ein armes verführtes Weib sei. Er scM trete für sie für eine milde Bestrafung ein. Aber verurteilt niüsse sie werden, denn es gehe nicht an, daß solche Verfehlungen ohne Strafe bleilben.. Rückfichtslofe Strenge verlange' aber der Staatsanwalt für die übrigen Angeklagleir. Der Vertreter des Postärars schließt sich dem Strafverfahren mit einer Summe von 486 Millionen an. Nach längerer Beratung verkündete der Borfitzeiide ds^ GchöffenfenateS, Hoftat Dr. Czerny. das Urteil. Rosa Kowarna wurde wegen Amtsvernntreuung ^u siebeneinhalb Monaten schweren Ker- 'Karl Populorum.wogen DeAntchme an der Ber-- untreuuna zu fünf Jahren schweren Kerkers. Philomena Populorum wegen Betruges «zu acht Monaten schweren Kerkers. Y Antonie König wegen Erpressung zu zehn Monaten schweren Kerkers verurteilt. Rosa Kolvarna wurde von der Ankl-aae des Mißbrauches der Amtsgewalt frei-gesprochen, welterS das, Mspaar Populorum von der Anklage auf Ewreffung mrd Philomena Populorum außerdem, von der Mitschuld an der Ber« untreuung. I« der Begründung Wurde ausgeführt. daß der Gerichtshof keine Ursache hatte, an der ZurechnuimSfähigkeit der Kowarna M Swetteln oder ihr Mwidevstehlichen Zwang zuzubilliaen. Der Mißbrauch der Amtsgewalt lvurde >var als rXbjoktiv zugegeiben, eichtet, jedoch glaubt der Gerichtshof, daß die AiwMaqts öei ihrer schwachen Intelligenz sich der Strafbarkeit ihrer Handlung nicht bewußt war. Durch Anrechnung der Untersuchungshaft hat . Rosa Kowarna chrc Strafe bereits verbüßt mW wird enthaftet. Be- Karl Populorum hat der Gerichtshof ^angenommen, daß er zwar nicht von Anfang an., aber später von der Beruin tceuulvg der Kolvarna gewußt hat. Mr den SchuMmch wegen Erpressung lag kein aenügenidep Beweis vor. Als er« schtvereiw wurde das grobe Verhalten gegen Rosa Kolvavna. die ihn zlvei Jahre erhalten hat, in Betracht gezogen. Weder bei Philvinena Populorum noch bei ihrer Mutter hat das Gericht als erwiesen angenommen, daß ne von der Veruntreuung der Kowarna gewußt haben, wenn auch gesüaende Gründe für diese Vermutung sprachen, Mli«nena Pvpu- 170093

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