Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2206 (11.4.1925)
- Date
- 1925-04-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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..r. 2206 SSMett, Samslag Ein Mordversuch hei Zwettl. Unter dem Verdacht, am 7. d. in eineiü Gchö^ bei Zwettl auf den Einkäufer Vinzenz W i ck ans Wien vier bis fünf Revolverschüsse abgegeben zu haben, wurde hier der Zwettlcr Einkäufer Frau; Berger verhaftet. Nach anfänglichem Leugnen gestand Berger schueßlich, auf Wick geschossen zu haben, weil dieser angeblich ungünstige Gerüchte über ihn verbreitet habe, bestreitet oder hartnäckig rille TötungSaibsicht. Er wollte den Mann bloß einschüchtevn. vereine, Vortriige und Versammlungen. Montag den 13. d„ 11 Uhr vormittags, findet im Saale des Cafe Venedig, 2. Bez., Stuwerstraße 1, anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität eine Fe st Versammlung statt, welche von der Keren-Hajessov-Kommijsion der zionistischen Sektion Prater veranstaltet wird. ES sprechen die k>erren Vizepräsident der Israelitischen KultnSgernemde, Doktor Josef Löwen Herz, Dr. N. M. Gelder und Dr. Otto Slbeles.. — Das angekündigte Kinderfest kann anS technischen Gründen nicht abgchatten werden. — Die jüdische Volksbibliothek Zion veranstaltet anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität am 12. d., $ Uhr abends, in den O I v m p i a s ä l e n (1. Bez., Not gaffe 8) eine Festakaoemie mit reichhaltigem prvgramiiu. iSiehe Inseratenteil der heutigen Nummer,) -- 'Zionistische Sektion Zwischendrücken. Anläßlich der am 1. d. erfolgten Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem findet heute um halb 8 Uhr abends Im VereinSokal, 20. Bez., Allerheiligenplatz 8, Cafe Park, eine Feier statt, ,ei der Prof. Dr. Wilhelm Stein und Dr. Landes sprechen «erden. Eintritt frei. Gäste willkommen. — Um 6 Uhr Beginn res Geschichtszyklus, halb 7 Uhr hebräischer Kurs. Urania. Dr. Hans Halm, Professor der Univevsi-tät j\ rkutsk in Ostasien, wird Mittwoch und Samstag im -leinen Uramasaal zwei hochinteressante Vorträge Mer Sibirien halten. Vortragsbeginn halb 6 Uhr. „Eintracht." Die Generalversammlung der „Eintracht" Verein des ÄdministrationSpersonales der Wiener Journale) windet Freitag um halb 7 Uhr abends im Vevwaltnngsfaale der ^'-uen Zeitung", 3. Bez., Hetzgasse 20, 2. Stock, statt. ßingesendet. Die Bundesbahndirektion Wien-Südwest teilt uns mitr 5ür den verstärkten Reisenden- und Touristenverkebr zu den Vsterfeiertageu ist auf den Südbahnlinien durch Fühlung von Vor-, beziehungsweise abgeteilten Zügen entsprechend wrgesorgt. Im besonderen kommen für Ausflügler «ach Payer- »ach-Reichenau, Semmering und Mürzzuschlag in Betracht r Henter Lie Schnellzüge 6» und 5 ab Wien 13.25 und 19.30 und die Personenzüge mit den Abfahrten von Wien 14.45, 14.50, 16.46, 16.50, 22.35 und 22.40. Morgen: Schnellzug 1» ab 710. die Sportzüge 38/1 und 33/11 ab .15 und 6.20 und die Personeniüge ab 6.25, 9.15 und 9.25. Montag r Sportzug 98 ab 615 und ne Personenzüge 6.25, 9.15 und 9.25. Für die Rückreise aus dem Rax-. Semmering- und Schneeberggebiet stehen Ostermontag folgende Züge zur Wer- 'Ugung: 12/1 ab Semmering 15.89, ab Payerbach 16.10. 12/11 ab Mürzzuschlag 16.16, ab Semmering 15.49, ab Payerbach 16.22. 48 ab Mürzzuschlag 17.10, ab Semmering 17.43, ab Payerbab 18.29. 36 ab Mürzzuschlag 17.65, ab Semmering 18.27, ab Payerbach 19.04. 8 2» ab Mürzzuschlag 19.44, ab Semmering 19.10, ab Payerbach 19.40. V2 ab Mürzzuschlag 18.54, ab Semmering 19.20, ab Payerbach 19.50. Außerdem werden ab Payerbach entsprechende Vorzüge geführt. Für die Rückreise aus dem Triestingtal wird an beiden Feiertagen von Kaumberg Zug 737 ab 18.40, an Wien-Südbalmbof 21.06 in Verkehr gesetzt. Ebenso verkehrt an beiden Tagen von Gutenstein Zug 925 in zwei Teilen, erster Teil ab Gutenstein 18.40, zweiter 19.10 bis Wien. Für den verstärkten Verkehr in der Nahstrecke ist gleichfalls entsprechend vorgesorgt. Die nicht fahrplanmäßigenZüge verkehren nur bei günstigem Wetter und entsprechender Frequenz. anbetrifft — ach. Die vollen Bürgerrechte sind den Juden sogar in England erst in den Sechzigevjcchren des vorigen Jahrhunderts emcjetäumt worden. Jüdische Finanzbaron« aber, auch im modernen Sinne, welche „die Regierungen in eisener Um» klammerung halten", gab es schon zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts, ja, schon als die Gesamtheit der Juden noch die Schwelle des Ghettos nicht überschreiten durfte. Also auch die vollständige Mifhebuug der Gleichberechtigung würde die 3Mt nicht erlösen. Eines aber tut mich gewaltig wundern: Wozu braucht di« zionistische Organisation solche gewaltige Anstrengungen Ml machen, um die armseligen Gelder für den Aufbau Palästinas anfzu'bringen, die infolge der Verarmung der Juden so spärlich fließen? Warum greifen die Weifest von Zion nicht lieber zu den unerschöpflichen Goldschätzen, zu den Bergen von Edelmetall, über die zu verfügen sie sich in den Protokollen unaufhörlich rühmen, und die sie „binllen zwei Tagen aus «llseren geheimen Schatzkammern in jeder gewünschten Menge h.'pbei schaffen" können? (Das ist kein Spaß, sondern wörtlich zu lesen auf S. 91.) * Die Wissenden von Men deutelt verschämt an, daß die Protokolle Bestandteil einer Schrift von Nilns sind, betitelt: „Das Große im Kleinen und der Antichrist". Es wäre Pflicht der Herausgeber, dieses grundgelehrte Werk den Lesern nicht zu unterschlagen, sondern es mitznübersetzen. Die Protokolle bilden nämlich nichts als einen Anhang, eines der zahlreichen Beweisstücke für den Inhalt jenes Werkes. Die Protokolle ffaifo auch von Nilns nie selbständig, sondern ,tur zusammen mit dem ganzen Werk hsrauSgegehen worden, ohne welches sie ganz und gar unverständlich sind und sozusagen euren erratischen Mock bilden. In meinem Buche habe ich dieses Werk eingehend behändest. Hier möchte ich dessen Inhalt nur andeuten. Mit einem Aufwand stnpender Gelehrsamkeit und erstaunlichem Scharfsinn beweist Nilns darin im Jahre 1901, daß der Antichrist vor der Türe steht und im Begriffe ist, die Herrschaft des Teufels auf Erden zu begründen ■— toenn nicht Zar Nikolaus kraft seiner Machtvollkommenheit der Hydra des in Rußland, jich USlener Moeaerkzettuttg. Mitteilungen aus dem Publikum. Bad Nauheim Hotel „Der Kaiserhof“ Vornehmes Haus allerersten Ranges, Im eigenen Park gelegen, gegenüber den Bfidern Fliessendes Wasser in allen Zimmern Fünfzig neue Luxus-Badezimmer / Abgeschlossene Wohnungen / Besitzers A. Eilermemn-H. Hitzier Kultus- und Justiz-Tulure und Bürette erhalten Sie vorrätig oder nach Mass bei der bekannten Spezialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, kL».?"''"!?: Grosses Lager feiner Stoffe für Massbesteilungen Tel. 45 8 30 WIEN, II. TABORSTRASSE 54 iaee rT»LES-FIBRIK I Telephon W-l-23 Telephon 69-1-23 I H. Knlsbocher & Sühnp, Wien, I. lieutoroasse 6 Dwwrn im "7^11 tsrsnp EXPORT NACH ALLEN STAATEN Radiovroarairrrii. Sanchtaa best 11. April. Halb 7 Uhr: Bortrag von UniderfitätSdozent Dr. Heinz Kinoermann r Die Literatur — */*7 Uhr t Erster Vortrag der Literaturreihe. Untversitätsprofestor Doktor Dietrich K r a l t l: Das Nibelungenlied. — 8 Uhr: Die Schöpfting. Oratorium von I. Haydn. Bühne und Kunst. „Satt.- (Deutsches Dolkstheaier.) Das neue Pwblemstück Georg Kaisers ist nach der Schablone gearbeitet, welche für „Gaß 1" und,F)as L" Anwendung fand. ES ist des Autors ureigene Schablone — aber das hindert nicht, daß sie durch wiederholten Gebrauch «ntwertei und künstlerisch untauglich geworden ist. Dieses Wachsfigurenkabinett fchnarvender Automaten, diese Slehanftnännchen und -Weibchen, die in die Höhe schnellen und Ballungen von sich geben, so wie sie der Lichtkegel erfaßt, ließ man sich daS erstemal gefallen. Das zweitemail -waren sie lästig, daS drittemail sind sie unerträglich. Genug davon, Georg Kaiser, Dichter der „Bürger von Calais", der Flucht nach Venedig", von „Nebeneinander" und von Morgen bis Mitternacht" sowie des' fröhlich-satirischen Spieles -^Kolportage". Wozu dieser Dühnenapparat hundert raffinierter Lichteffekte und brüllender Sprechmaschinen? Er ist jetzt wirklich lästig. Man schließt mit Vorteil Hw Augen »nd begnügt sich mit dem Anhören des Textes, woraus hervorgeht, daß die Borträge angekurbelter Akteure in ihrer Gesamtheit kein Theater-, stück ergeben. Der MenschhertSerKser ist diesmal Vollstrecker de§ englischen Nationalökonomen Malthus. Die Regelung der Gehurten-! immer mehr breitmach enden Liberalismus mit einem Schlag alle Kopfe abhaut. Der Antichrist werde aber nicht in Gestalt einer Schlange kommen, wie zum Beispiel der heilige Ephraim vor Jahrhunderten lehrte, sondern er werde von den Juden stamme«, als ihr Messias auftreten, ein Weltreich begründen, nachdem er mft Hilfe geheimer Gesellschaften alle Reiche der Welt zertrümmert haben wird. Der heilige Geist» mit dem MluS im ständigen Verkehr stand, hat ihm nun die Protokolle in die Hand gespielt alS Beweisstück dafür, daß die Jude« tatsächlich mit Hilfe geheimer Gesellschaften nach der Weltherrschaft trachten, woraus mit absoluter Sicherheit heworgcht, daß der Antichrist wörtlich vor der Türe stche. Warum der heilige Geist mit dieser Offenbarung so lange gezögert hat, ist unklar. Ferner wird davgelegt, daß die Gesellschaft der Weisen von Zion vom König Salom on im Jahre 029 v. Ehr. gegründet wurde zum Zweck« der unblutigen Eroberung der ganzen Welt für das jüdische Volk mittels der „symbolischen Schlang e", von der Nilns ein? Abbildung bietet, die, hon der Puvg Zion ausgehend, seit dem genannten Jahve über die Welt dahinrutscht und alle Reiche der Gajim in Staub und Asche verwandelt, eine Boute für das jüdische Volk. Wer Mer dieses Rätsel der Welt r cklärt sein will und des Russischen nicht kundig ist. der lese die betreffenden Kapitel in meinem genannten Buche nach. Nun erhebt sich die Frage: was soll nran von deutschen Männern halten, die sich nicht scheuen, das eigen« Volk hinterS Licht zu führen, indem sie ihn: ein« grobe Fälschung, das Machwerk eines russischen Trottels und Spitzels, eines im Solde der Ochvana gestandenen Tintenkulis, als hochwichtige geschichtlich« Urkunde, als Offenbarung über die tiefsten Geheimnisse der Weltpolitik aufzuschwlndeln trachten? Wie kommt es, daß ein hochkultiviertes Poll, wie das deutsche, ein« solche Bande von literarischen Gaunern und Fälschern nicht längst von der Bildflächs hlnweggesegt hat? * Für uns Juden ist folgende Betrachtung interessant: Die Protokolle sied fe gllen Kulturjtzrach« erschienen und in , April 1988 _Gelte 8 Ziffer zwecks Beseitigung der materiellen Rot und di« Beredclang des Menschengeschlechtes durch Zuchtwahl erfolgt aber nicht von Staats wegen, sondern durch freiwilligen Genuß «in** Pulvers, dessen vorteilhafte Anwendung der Held des Stücke*, „der Kapitän" in einem Märchenland kennen lernte. Das Prohibitivmittel, welche* den Menschen die Freude an d« Liebe beläßt und die Sorge um die Folgen der Liebe nimmt, fft ihm daS Medikament zur Heilung der Völker von allen Leiden. Der Kapitän war bisher Leiter bcS groß angelegten Kolonisationswerkes, welches die vereinigten Völker der Erde zur Unterbringung der Ueberschüssigen, DroKosen (und zur Verhinderung von Revolten) Mer ferne Initiative durchzuführen beschlossen hatten. Nach der Entdeckung jenes glücklichen Märchenlandes tritt der Kapitän gegen die „Expedition" auf (Ex—pe—di—tron — daS Wort besagt alles, wenn es so skandiert wird, wie im Deutschen Volkstheater) und predigt den Genuß des herrlichen Mittels, das er „GatS" nennt. Das Leben ist Tod — der Tod ist das Leben" lautet seine echt Georg Kaiserfche Parole, die hoffentlich jeder Leser versteht. Er tritt für sie in di« Schranke. Die Exponenten der Großmächte sind darüber empört, daß der Kapitän die Expedition im Stiche läßt. Aber auch die Auswanderer, die der Kapitän mit seinem Pulverchen beglücken will, wenden sich gegen ihn, wie eine Versammlung der Kolonisten belehrt. „Unsere Kinder sollen die Siedlung bauen, wenn sie uns nicht gevingt." „Durch Kind und Kindeskinder wandere ich in die Zeit." ,Menn ich hungere und schufte, will ich wenigstens Mutterfreuden haben." So viele Wortmeldungen in wr Sicdlerversammlung, so viele Kontraredner. Vergeblich ruft der. Kapitän: ,-Der Mensch ist zu kostbar, um ein Zuviel zu werden." Vergebens beschtvört er: „Vergesset das Kind, erlebt euch selbst." Dann tritt einer vor, der Zündstoff spricht. Er behandelt . die gefährliche Frage, wer fürderhin Kinder kriegen soll und beantragt, daß die Satten, Gesicherten -G"iS" schlucken müssen, damit di« bisher Enterbten endlich darmkommen. Die Antwort auf diesen Vorschlag ist eine Feuersalve der internationalen Sicherheitspol-izoi. Auch der Kapitän ist schwer verwundet, kommt aber mit dem Ldben davon und wir begegnen ihm im Nachspiel in einer Dachkammer. Er wohnt hier ohne Aufeuthaltsbewillignng, inkognito, mit einer Sekretärin, die an ihn glanbl und wunschlos im Nebenraum schläft. Gegen den Schluß hin ergibt sich eine Liebcsszene zwischen den beiden, der die formelle Verehelichung folgt. Bor dom Vollzug der Ehe aber verabreicht ex ihr in einem Weinglas „Gats" und die Geliebte dieser schwerste Konflikt war vorauszusehen — ist furchtbar empört. Tr otz seiner ein leu chtenden Rechtfertigung: . „Wir Wachen sind das Nebel der Welt. Wir müssen ausgerottet werden, nicht die Dumpfen." Und trotzdem sie nicht airnehnien .: konnte, bet vergötterte Menschheitserlöserprophet werde bei sich - und ihr eine Ausnahme machen. Mer sie hat ein Gegenargument zur Hand: Nur um ihn fortzusetzen, wollte sie sich dem Propheten hingeben. Da weiten Weiber zu Hyänen . . . Die Sekretärin liefert den Kapitän den Bchorden ans, die aus den Gebrauch von „Gats" die Todesstrafe gefetzt hatten. Ein anderer Mann, dem man schon zu Beginn des Stückes begegnete und der sich rechtzettig in der Mansardenwohnung einfindet, nimmt sich liebevoll der SekrätSrin an und findet bei ihr Verständnis. Dieses Nachspiel, der interessanten Auseinandersetzungen entbehrend, welche den Theatergast bis dahin schadlos hielten, ist nicht zu verdauen. Sämtliche MitwirLende deUamierten mit kräftigen Lungen nach der Georg-Kaiser-Weifl, von dem sehr berühmten; Mittler des Dichters, Herrn Direktor Beer, trefflich geschult. Besonderzu nennen sind di« Herren: Hadank, Rodenberg mrd Gkraup, die Damen Markus, Gutimanu «nd Föry. Im Namen des abwesenden Dichters dankte Herr Dr. Beer für den starken Beifall. Otio A b e l e 8. allen Kulbudländern diesseits und jenseits des Ozeans ungcheuer verbreitet. Die Protolkollitevatnr in allen Sprachen ist unübersehbar. In Deutschland haben die Protokolle in der Ausgabe von Beck neun Auflagen, jede -u 10.000 bis 12.000 Exemplaren, ausßuweisen. „Juidas' SchuLdbuch" 60 Auflagen zu 3000 Exemplaren, Rosenbergs Protokollkommentäc 16 Auflagen zu 6000 Exemplaren, Fords »^Internationaler Jude" konnte schon im Jahre 1023 die 82. Auflage anftveisen; das Buch wurde mch Ungarn und Rumänien in ganzen Waggonladungen versandt. Nicht zu erwähnen die diversen Broschüren und FluMütter, die in Millionen verbreitet wurden. WaS haben wir Juden gegen diese Propaganda getari? In tausend Strömen ergießt sich das Gift weit und breit über die Lärche. Fünf- oder fechShundevt Jahve lang glauibten die Völker Europas, daß die Juden gewechte Hostien aus den Kirchen sichle«, um dies« papierdünnen, pfenniggroßen Oblaten mit Hämmern und Messem zu bearbeiten und den in ihnen enthaltenen Leib des Erlösers immer wieder zu martern 'bis Ströme von Blut herauSflosien «nd die Hostien ansingeu, Wunder zu wirken; ob dieses scheußlichen Verbrechens wurden in den verschiedensten Ländern Europas jahraus, jahreirl Hundert« und Hunderte von Juden aufs Schafott gefchicki odrr lchondig verbrannt. Der daraus geborene Blutabergl aube ist noch heutzutage nicht ganz evloschen. Jahrhunderlelang leibte der Jude in der Phantasie der Völker Europas als blutdürstiges Gespenst, welches im Finstern hevumschlich imb sein« Bampirkrallen nach den köstlichsten Gütern der christlichen Menschheit ausstreckte, rnnb ein Schatten dieses Bildes spukt noch immer im Unteridewußtsein, in den Hintergründen auch der aufgeklärten Schichten. Jetzt entstcht vor unsererr Augen daL Gespenst des Juden als ewiger Verschwörer und Umstürzler, der sämtliche Staatsordnungen hsntereitmudep untergrübt und zerstört, um alle Böller der Erde unter dgK Joch seines Weltreiches zu zwingen. Der Aberglaube, der dieD Bild zeichnet, breitet sich unaufhörlich auS, befestigt sich M -, schlägt immer tiefere Wurzeln. Wenn wir ihn nicht rechtzeitig bis in die letzten Schlupftvinkel verfolgen, um ihn auszurotten, wich zoch »ft«« fernen Rachlovumn das Leben verderben,