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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-11 · Heft 2206 (11.4.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2206 (11.4.1925)
Date
1925-04-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2206 Mett, SamZkätz Silberhochzeit seiner Eltern mitzufeiern. Nach Leipzig zurückgekehrt, schreibt er an feine Eltern: „Vor einigen Tagen noch in Breslau in dem Hause meiner angebeteten Eltern, wo ich aus den Armen meines geliebten Vaters in die meiner zärtlichen Mutter und vor: dieser an den Hals meiner liebenswürdigen Schwester flog, wo ich nur Liebe atmete und nur Liebe mich -umfing — und jetzt wieder hier, in den „Regionen des Hasses", wo man das Wort auf die Wagschale legt, ehe man es ausfpricht, wo man die Blicke beivacht! Wenn ich zurückdenke und alles, wa8 ich bisher erlebt, Revue Passieren lasse, so finde ich, dag ich nie acht -so glückliche Tage verlebt habe." Ein andermal bedauert er, daß er die Pessachtag« nicht im Familienkreise verbringen kann. „Es ist das erste Mal," schreibt er am 3. April 1849 an seinen Vater, „daß ich den Zeider (so schreibt Lassalle, anstatt ,Meder") nicht in meinem väterlichen Hanse hören kann. Ob Dein, ob meiner guten Mutter Blick nicht manchmal auf der Stelle weilen wird, wo früher Euer geliebtes Junge! saß?" Auch aus einem an Lassalle gerichteten Brief von Isidor Gerstettberq, einem 'Angestellten im Geschäfte von Vater Laflal und nachmaligen hervorragenden englischen Finanzmann, ist zu ersehen, welch inniges Verhältnis zwischen Lassalle und feinen Eltern bestand. Das Elternhaus Lassalles war noch ein JudetthauS, in dem unter Umständen auch jüdische Ideale hätten auskeimen können. Die vor mehreren Jahren aufgefuudonen Tagabuchauszeichuungen des jungen Lassalle sind ein wertvolles Beweisstück hierfür. Aus diesen TagebuckMättern spricht Lassalle, der Jude, der noch in feinen: Volkstum wurzelt und die jüdische Sache als die feine betrachtet. Anläßlich der Judenverfolgungen in Damaskus schreibt er in Zorn und Erbitterung die ergreifenden, wie ein Aufschrei wirkenden Sätze hin: „Ein Volk, das dies erträgt, ist schrecklich, es räche oder -dulde die Behandlung. Gab?s je eine Revolution, welche gerechter wäre als die, «wenn Die Juden in jener ausständen, sie an allen Ecken anz-ünvcten, den Pulverturm in die Lust sprengten und sich mit ihren Peinigern töteten? Feiges Volk, du verdienst kein besseres Los. Du bist zum Knecht geboren." In solchen überkräftigen, scheinbar polternden, aber in Wahrheit schmerzgeborenen Tönen spricht er immer wieder, so oft er von Bedrückungen der Juden hört. Nach der Lektüre von Lessings „Nathan" vermerkt er einmal in soinem Tagebuch: „Was ich dabei fühlte, als ich von solchem Meister so meisterlich mein Volk verteidigt sah, läßt sich denken. Und ob ich es gleich hundert- und aberhundertmal gelesen." Diese Worte sind für «den jungen Lassalle recht bezeichnend. Wie stark das jüdische Gefühl im jungen Lassalle lebendig war, wie stark und wie ausschließlich ihn in seiner Jugend das Judenproblem beschäftigt hatte, erfchen wir aus einer Tagebuchaufzeichnung, die uns die Wunschgedanken seiner Jugendtränme blitzartig erhellt. „Ich könnte mein Leben wagen," schreibt der junge Ferdinand Lassalle, „die Inden aus ihrer jetzigen drückenden Lage yu reißen; ich würde selbst das Schafott nicht scheuen, föimf-c ich sie -wieder zu einem geachteten Volke machen. Eh, wenn ich meinen kindischen Träumen nachhänge, «so ist es immer meine Lieblilvg'sidee, an der Spitze der Juden, mit den Waffen in der Hand, sie selbständig zu machen." Der junge Ferdinand Lassalle wußte sich also für seinen früh crivachten Tatendrang und seinen jugendlich ungestümen Machtwillen nichts Höheres als ein Führer der Juden zu werden, ein neuer Sernbabsl, der seine Bolkszenossen befreit, sie sclibständig ma-cht und sie ins Vaterland zurückführt. Es lag vielleicht weniger au Lassalle selbst als in den damaligen Zeitv-orhAtnissen, daß er nicht Sie Weisen von Sion und die Wissenden von Wie». Vorläufige Bemerkungen. Bon Binjamin Sege* Bor mir liegt ein soeben evschielxnes Buch unter dem Titel: „Die Protokolle «der Weisen von Zion. Das Welteroberungsprogramm der Juden, textlich richtiggestellt und mit einer Einführung versehen von einem Kreise W«issenv e r." (Verlag: Erste Wiener Bereinsbuchdlruckerei, G. m. b. H., Wien, 7. Dez., Bandgasse 38.) Mit gespannter Rdugierdv greife ich nach dom Buch. Lange Jahre habe ich mir den Kopf zerbrochen über die Rätsel der Protokolle der Weisen von Zion, die uns der heilige Sergej Alexandrowitsch Nilus, gegenwärtig wohnhaft in Kiew, aulfgibt. Und nun hoffe ich, daß die Wissenden von Wien mir die Lösung dieser Rätsel bringen werden: nämllich in welcher Sprache waren die Protokolle geschrieben, die der heilige Nilus im Herbst 1897 echalten und ins Russische übersetzt haben will, in hebräischer oder in sraniösischer Sprache? Von wem hat er diese Protokolle erhalten, in denen „die tiefsten Geheimnisse des jüdischen Volkes" niedergelegt sind? Wann erschienen die Protokolle in russischer Uebersetzung zum ersten Maile? In: Jahr« 1902 oder 1908, wie d,e deutschen und die frairzösischen Ueberisetzer behaupten, oder 1908, wie Nilus selber in der Vorrede zur Ausgabe von 1911 versichert? Im letzteren Fall erhebt sich aber die schwierige, ja, psychologisch unlöÄiche Frage: Wie konnte der heilige Mann und Mhende russische Patriot diese furchtbare« Protofoftc vom Herbst 1897 bis 1905 in feinem Schreibtische und ihr schauerliches Geheimnis in seinenl wackeren Busen verschließen, ohne sein Vaterland und die ganze Christenheit rechtzeitig zu warnen? Die Protokolle liegen seit ihrem schmal igen Erscheinen 1900 als Anhang zu dem sehr umfang-- reicheu Werk deS NiluS vor, das den Titel hat: ,Z)aS Große im Kleinen und der Aut ichrist als nahel legende politische Möglichkeit. Aufzeichnungen Wlener flffpgaettfteffitftg. ein halbes Jahrhundert vor Hevzl ein zionistisches Programm entwickelte. Ferdinand Lassalle hat sich später von seinen jüdischen Fugendidealen sowie vom Judentum überhaupt ziemlich weit entfernt, aber ein Jude ist er darin geblieben, daß er sein Laben lang mit berückendem Mut und edler Leidenschaftlichkeit für Menschenrecht und Menschenwürde gekämpft hat. Maslir für anfgelöste jüdische Gemeinden. Aus Posen wird uns berichtet: Die hiesige jüdische Gemeinde hat beschlossen, viermal im Jahre in der großen Synagoge -von Posen eine Maskirandacht für die jüdischen Gemeinden aihzu'halten, die sich in der letzten Zeit ausgelöst haben. Die erste Andacht wird am achten Pessachtage dieses Jahres stattfinden. Für den Maskir wurde ein eigenes Gebet verfaßt, in welchem erzählt wird, Wie schwer das jüdische Leiben in Posen in den letzten Jahren gslitten hat. Diese eigenartige Institution, welche in Posen eingeführt wurde, ist die religiöse Auswirkung des Verfallsprozesfts, der in den letzten Jahren im jüdischen Leben der Provinz Posen vor sich geht. Die Terrorakte des berüchtigten Posener Straßenbanditen Sekretarezyk und der Liga für Nation und Glauben, in deren Dienste Sekretarezyk stand, haben Wohl ausgehört, aber der latente MrtschaftsantisemiiismuS, ferner der starke S t e u e rd r u ck, unter dem die Juden stehen, zwingt sie zur Auswander-ung aus -dem Gebiete, welches sie seit Jahvhunderten bewohnten. In «der letzten Zeit 'hat wieder eine starke Abwanderung jüdischer Familien aus allen Teilen Posens eingelsetzt. Alte jüdische G«em-e:nden Höven zu existieren auf. Aus mehreren Städten der Provinz sind vor kurzem die letzten noch dort verbliebenen jüdischen FalMvlien ausgewa>n«devt. Als Illustration Kr den Ruin des jüdischen Lebens in Posen diene die folgende Tatsache: Von den mehr als 130 jüdischen Gemeinden, die vor dem Kriege in der Provinz Posen existierten, können heute nur noch Knf einen Rabbiner erhalten, nämlich Posen, Bidgosztstz (Bromberg), Gäniesna (Gnesen), Jnowrozlaw (Hohen sälza) und Kempno (Kempen). Städte aber wie Grodziondce, die vordem Kriege 700 jüdische Seelen zählten, Krotoschin (frü«her 400 jüdische Seelen), Läschno (früher 800 jüdische Seelen), Ostvo'wo (früher 700 jüdische «Seelen), Dhorn (früher mehr als 1000 jüdische Seelen), sind heute nicht mehr in der Lage, Rabbiner oder Lehrer zu echalten. Die Mische Gemeinde Posens nimmt nicht selten die «herrenlos gewordenen jüdischen Synagogen und Schulen in Obhut und bestellt Kr sie christliche Wächter; meist aber werden die Gebäude und die Einrichtungen von den Stadtbehörden beschlagnahmt und anderen Zwecken zugeführt. Die Judenschaft des Städtchens Kostsgyn hat vor ihrer Abwanderung die Synagoge dem Magistrat zwecks Einrichtung einer Volksküche übergeben. Der Magistrat verwandelte aber die Synagoge in einen christlichen G «sellenklub. An die Stelle der Thoralade wurde ein riesiges Kreuz hinge st eilt, darunter prangt die Aufschrift: ,^Judendürsenhiernichtweilen." Baedeckrr gestorben. Berlin, 10. April. (Tel.-Komp.) Der BerlagAbuchhändler Baedecker, der Herausgeber der weltbekannten Reiseführer, ist heute albeuds im Alter von 81 Jahren in Leipzig gestorben. eines Rechtgläubigen." (Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage.) Die Erweiterung bestand eben in den Protokollen, die den Anhang Nr. 12 zu dieser Ausgabe bilden. Das ganze Werk aber erschien, wie Nilus selbst an der oben angesülhoten Stelle versichert, bereits im Jahre 1901. Wenn seine deutschen und französischen Apostel Recht haben, auch 1902 und 1903. Warum hat es nun der Verfasser verabsäumt, in dieser früheren Ausgabe die Protokolle mit herauszugeben, und hat bis 1905 gewartet? Ein Ungläubiger und Ketzer, der ich bin, bin ich aus Gmnd der genannten und nrehrerer anderer Bedenken zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Protokolle das ureigenste, allerdings aus älteren: Material hergestellte Werk des heiligen Nilus sind und nicht vor Ende 1905 fertiggestellt «wurden. Diese Ansicht vertrat ich in einen: Buche, welches im Herbst 1924 erschien unter dem Titel „Die Protokolle der Weisen von Zion, kritisch beleuchtet. Eine Erledigung." (Philo - Verlag, Berlin.) Aber da die Ansicht eines jüdischen Ketzers notwendig falsch ist, erhoffte ich von den Wissenden Erleuchtung. Ach, ich halbe eine bittere Enttäuschung erlebt. Die Wissenden gestehen, nichts zu wissend Sie beginnen nämlich ihre Einleitung mit den Worten „Die Geschichte der Entstehung der Protokolle ist in tiefes Dunkel gehüllt ..." Gi, warum denn? Kann man nicht beim heiligen Nilus Genaueres darüber erfahren? Er lebt in Kiew und hat erst neulich wieder dem Herrn Gottfried zur Beek das alleinige Recht der Übersetzung eines Meisterwerkes ins Deutsche übertragen, wie dlvser Me Mann in seiner Zeitschrift „aus Vorposten" ankündigt, indem er zugsleich davor warnt, „unerlaubte Nachdrucke, deren Hersteller und Verbreiter er strafrechtlich verfolgen tverde", anzukqu-fen. (Den Wissenden von Wien droht eine Klage wegen unredlichen Wettbewerbes.) „Wann, wo, von wem und vor wem sie gehalten wurden, wer sie ausgezeichnet hat, wer ihnen den Namen gegeben hat, unter dem sie nunmehr allgemeine Verbreitung gvftlnden, ist unbekannt und nicht zu ergvüllden, weshalb es auch müßig ist, den Legenden und Gerüchten nachzugchen, die ans diese unbeantworteten Fragen Anttvort zu geben versuchen. Am weitesten 11. April 1988 Seile 8 LerMhnenvrrelnsegrn VirLnstbaNeitrabgab« Die Resolution mit allen gegen eine Ttimme angenommen. Die Generalversammlung des Oesterreichischen Bühnen- Vereins wurde gestern in den Abendstunden beendet Der gestrig, Tag war hauptsächlich durch die Debatte über die Resolu. tion gegen die Lusibarkeitssteuer «mSgeKllt, di, auch mit allen gegen eine Stimme angenommen Wurde. Die einzelnen Redner bekämpften in sehr schachen Worten dir L u stb a r k eitsste uer, die sie als unsozial und «Kr dir Theater ruinös bezeichneten. Im weiteren Verlaus de: Sitzung wurde über das Dilet t an te n u-nw-efen, das dü Theaterbetriebe sehr schädigt, Beschwerde /choben. Ebenst wunde gefordert, daß der Zustrom von Eleven zum Theater gedrosselt und das unbefugte Erteilen von Dheatenunte-rricht fcor boten werde. Schließung der Volksoper. Schwierigkeiten durch die Musiker. — Bor dem Konkurs? Vorgestern abends wurde aus dem schwarzen Brett de: V o l k s o p e r eine vom Derwaltungsrat der BolkSoper A.-G gezeichnete Mitteilung angebracht, in der die Schließung de- Jnstituts für heute angekündigt wird. In der gestrigen Ge neralversammlung des Bühnenvereins teilte Sekretär Eisler mit, daß diese Maßnahme, die für 950 Angestellte Arbeitslosigkeit bedeutet, durch das Verhalten der «Musiker «hervor, gerufen wurde. Di« Musiker wollen sich mit den Arbeitsbedingungen, wie sie mit den anderen Angestelltenkategorien vereinbart wurden, nicht einverstanden erklären. Die Mitglieder des Bühnenvereins und das technische Personal erzielten mit dein Verwaltungsrat «der Bollksoper A.-G. eine Einigung, die dahir geht, daß sie auf die Gagenrückstände bis zum 1. März der zichten und während der Ferienmonate nur 80 Prozent ihres Gehaltes beziehen werden. Die Musiker verlangen aber bv einem Verzicht auf die rückständigen Gagen Kr die Ferien^ monate die Bezahlung der volle,: Bezüge. Diese Forderunc erklärte der Verwaltungsrat als unannehmbar nur schritt zur Sperre des Instituts. Sekretär Eisler kritisierte das Vorgehen der Musiker, di: bis jetzt immer einen ungestörten Betrieb verhinderten, s e h i heftig. Eine letzte Möglichkeit besteht allerdings darin, das die Musiker in den heute vormittags stattftndenden Verhand llungen noch einlenken werden. Sollte dies nicht der Fall fein so bleibt es Lei dem SperrungSbeschluß, der mit ein.cn- Konkurs gleichbedeutend ist. Jedenfalls ist es a?ls sicher anzunehmen, daß die heutige Vorstellung nicht stottfiudet Die -beiden Feiertagsvorstellungeu sind ebenfalls ir Frag« gestellt. Las Wische hyglenksche Wandermuseum in Berlin. Am 8. d. «wurde M Bovlrn im Hause -dev Jüdlschrri Gemeind« (Oranienlburgevstvatz« 29-30) das hygien-ischc Wa-ndevmiuiseum eröffnet, welches von der Gesellschaft für jüdischen Gesundh-eitsschutz ,/Qst" mit Unterstützung de- „Joint" bogründst worden ist. DaS Mitglied des Präsidiums «des Verbandes „Ose^ Dr. I. Frumkin begrüßte di« versammelten Gäste, worauf Herr Dr. Ol schwanger die Bedeutung hygienischer Aufklärungsarbeit unter den breiten Mischen Massen auseinandersetzte. Das Museum enthält nahezu 300 Ansstell'ungSobsekte: Präparate, Abgüsse, Bilder, Tabellen, Diaigmmme über die verschie-denen hyg-ienischel: Gebiete; die Aufschriften sind in Mischer Sprache gelhalten. verbreitet ist die Vermutung, daß das Programm, welches die Protokolle enthalten, auf dem ersten Zio-nistenlkongreß m Bchol im August 1897 zum Vorschlag gelangte und vor: einem der Kongrehgeselllschast in französischer Sprache anfgezeichmt wurde. Diese Auszeichnung sei sodann aus irgend eine gehemrnisoolle Weis« in die Hä,we der russischen Regierung gelabt, di« sie dem ruffischm Geilchrten Sergej Nilus zur Veröiffentlichung ü-bergab. Dies alles ist jedoch, wie gesagt, nur Vermutung/' Wer die Wissenden versichern, „daß gerade die Tatsache der unaufgeklärten Herkunft viel mchr Kr als gegen die Echtheit der Protokolle" spreche. Den Juden liege es ob, den Beweis dev Unechtheit zu führen. Das ist bereits in meinem genannten Buche geschehen, welches einige Monate vor dem Erscheinen der vorliegenden Protokoll-Ausgabe im Drucke vorlag. Aber die Wissenden von Wien tun, als ob sie das nicht wüßten, und versichern, der deutsche Schutz- und Trutzbund in Nürnberg hätte einen hohen Preis für den Beweis der Fälschung ansgesetzt, aber kein Jude habe sich um diesen Preis beworben. Die Wahrheit ist, daß ich im Jänner dieses Jahres einen RechtSanwa«lt beauftragt«, den Preis einzutreiben, dieser aber nur feststellen konnte, daß die Nürnberger Gruppe 'längst ve-rdttftvt ist und nicht mehr existiert'. Es gibt also keinen, den nlan belangen könnte. Die Wissenden fahren fort: ,M wurde die Entdeckung gemacht und von der jüdischen Presse eifrig verbreitet, daß die Protokolle ein Plagiat eines längst vergesienen Buches von Maurice Jolv seien — eine Entdeckung, von der es aber rasch wieder still wurde, als sich herauSstMe, daß dieser Mann früher Moses Joel geheißen hat und einer der Führer der Pariser Kommlme -ge-wefen ist." Nun, Lord Alfred Douglas, Graf Reventlow und ihre Freunde stellten diese Behauptung auf, aber erst in: Novoniber 1921 wurde in der von Jacques B: g a r t in Paris herausgegebsnen Monatsschrift „Paix et Droit" auf Grund der in der Pariser RechtöanwaltsbibliothVk cvu^fgefundsnen Sslbstbiographie JolyS festgestellt, daß dieser aus einer alten katholischen Familie stammte, dir mit dem Adel verschwägert war und nie anders als Jvly hieß. Die Antisemiten bchaupieten, Joly wäre 1971 als Kommunist erschossen worden. Es konnte festgestellt werden, daß Joly 1878 noch in Pa-rrs als Advokat tätig war»

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