Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-04-09 · Heft 2204 (9.4.1925) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2204 (9.4.1925)
Date
1925-04-09
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981289--22451-3009865
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

©eite 4 __ Men, Donnerstag Sic Mazzesknödel. Don M. Gpektor. Mit Fedjka wuchs ich z»rfamm«n in derselben Gasse auf nnd spielte zusa.nmwn mit ihm auf demselben Platz. Von den „fluten Sachen", welche mir die Mutter zusteckte. gab ich ihm ebenso viel wie meinen jüdischen Kameraden, mit denen ich spielte; und doch empfand ich, daß er Feindschaft gegen mich im Herzen trug und in seinem innersten Innern mich haßte. Oft fragte ich mich: Welchen Grund Fedjka, mich fju hassen? Dnn den „guten Sachen", ivelche Fedjtia von seiner Mutter bekam, naihnr ich nichts, obwohl er sie mir nranchmal anibot oder mir vorschlug, sie gegen meine „guten Sachen" eingutamfchsn. Ich aber gab chm bloß, doch ich nahm' nichts von ihm. Was hatte ich auch — Gatt feir$ geklagt —* von ihm nehmen sollen? Nach seinem Stück Schwarzbrot, das er sitts in der Tasche trug oder mit dom Mund benagte, ge- Wstete es mich nicht; unser Brot war Lichter, appetitlicher und schmackhafter. Der weiße, fette Speck, den er dann und wann m-itLrachte, nach dem gelüstete es mich erst recht nicht, es ekelt« mich, wenn ich darauf sah; überdies durfte ich ihn ja nicht essen, weil er trefe ist. Wenn ich gar ein Stück Wurst bei Fedjka sah, wurde mir ülbel. Andere „flute Sachen", wie ich sie liebte, hatte Fedjka Men. Darum gab ich ihm bloß, doch ich nahm nichts von ihm. Dennoch haßte mich Fedjka im tiefsten Herren, und wo er kannte, gab er mir Mt Vergnügen 'heimlich einen Puff, warf tückisch einen Stern nach mir und nahm sich me meiner an, wenn seine Kameraden gegen mich mrd meine Kameraden losgingen. # Freundlich war Fedjka zu mir gewöhnlich nur am Freitag; denn da bekam ich ein warmes „Plätzl" aus dem Ofen, jenen flachen Teigfladen, der so köstlich duftete, hatte weiße „Challe" und kösÄichen Bohnensalat oder Koanpot. An dem Tage stand gewöhnlich Fedjka plötzlich wie aus dem Boden gewachsen vor mir, war sehr freundlich und bekam seinen Anteil an den „flute» Sachen". Wenn er sie ausgegessen hatte und merkte, daß ich nichts mehr hatte, veränderte sich sein Wesen rasch; sein Gesich bekam wieder den „gojischen" Ausdruck und sein Auge blickte auf mich mit Haß, Feindschaft und Neid. Fedjka war mir stets neidisch; er hielt mich für glücklich, La ich ein Judenjunfle war, und beneidete mich darum, daß ich in Len Cheder ging. Warum er mich als den Glücklichen und sich als den Unglücklichen ansah, das begriff ich nicht; stets hörte ich, wie meine Mutter unter Tranen aus dem Andachtsbuch vorlas: ,Marum sind wir Juden bei den Christen im Golus und warum sind wir aus.unserem Lande vertrieben?" Der Vater und mein Rebbe seufzten oft, daß der Golus der Juden bei den anderen so lange -währe, und beteten zu Gott, die Juden mögen erlöst werden, „weil des jüdischen Leids kein Maß mehr ist, es zu tragen". Warum mich also Fedjka beneidete, verstund ich nicht, begriff nicht, daß er mich für glücklich hielt, weil ich ein Judenjunge war. Fedjka beklagte manchmal so sehr das Unglück, daß fein Vater ein Christ sei, daß ich mit ihm tiefes Mitleid fühlte.., Eines Sabbats am Nachmittag, als wir im Hof unseres Hauses, auf einem Holzpflock fitzend, aus einem Teller mein Kompott und meine Challe aßen, schüttete Fedjka mir fein gequältes Herz ans: Wiener Mora««zeitn«a. „Weißt du, ioemt »nein Vater es erlaubte, ich ginge sofort mit dir in den Cheder zu deinem Rebbcn." „Wie das?" warf ich ein, „dein Vater ist doch ein Christ?" „Ich wollte, nrein Vater wäre auch ein Jude; da würde meine Mutter Freitag auch Kuchen backen und am Sabbat -tvüvde der Vater in die „Schul" beten geben. Da würde ich dir auch eilt Stück von meinem Kuchen und von meinem Kompott geben." „Du bist dumm", anttvoltete ich, „wenn man einmal als Christ geboren ist, da ist nichts mehr zu machen." ,Du hast gut reden, du bist als Jude geboren. Möchtest du, daß deine Eltern und du Christen wenden?" „Nein", erwidere ich bestimmt, „das darf man nicht." „Siehst du, du willst nicht, weil eS besser tfi, Jude zu sein", antwortete er mit einem schworen Seufzer, -während sein Gesicht wieder den bösen Ausdruck annflhm, der so viel Haß und Neid zeigte, daß es mir ängstlich zumute wurde und ich von dem .Holzklotz aufftand. ,Mavnm läufst du davon?" ftagte mich Fedjka 'böse, gab um einen Stoß und lies fort. Warum -haßt er mich, -was hat er gegen mich, weshalb ist er mir nordisch? fragte ich -mich unaufhörlich. Es -war Erew Pessach. Die Mutter hatte mich sorgsam gewaschen, mir neue Kleider, neue Schuhe und einen neuen Hut anflegogeii. Sie fußte mir die Taschen mit Nüssen an und schickte mich, bis im Herd e-ingeheizt wird, im Hof spielen. Unser Hof sah festtäglich aas; die Sonne -schien warm und hell und -der Boden war ganz trocken, bei den Pflöcken sonnten sich die Ziegen; eilte von ihnen -nickte mir mit ihrem bärtigen Kopf zu und machte mir Platz; ich setzte mich nieder, holte aneine Nüsse hervor und knackte lustig draus los. Es dauerte nicht lange, da stand Fedjka vor mir, wie aus dem Boden gcwachsen; er sah mich ärgerlich an: „9ta, da hat man dich ja ganz mu heraalsgeputzt wie einen jungen Edelmann." „Wir halben heute Feiertag", antwortete ich, „da habe ich neue Kle.idiu.nfl bekommen." Ich sah mir Fedjka an; sein Rock hatte zerrissene Aermel, seine Hose lvar alt und geflickt und auf seinen Stiefeln tvaren Risse. Ich tröstete ihn damit, daß er, wenn bei ihm Feiertag fein werde, sicher auch neue Kleider und Schuhe bekommen würde. Doch de.r Trost wirkte nicht und Fedjka sah mich lvorter böse an. Ms er aber -meine volle Tasche mit Nüssen erblickte, da verschwand sofort der ,/gojische" Ausdruck von' feinem Gesicht; freundlich setzte er sich neiben mich und streckte die Hand nach den Nüssen ans. Einträchtig faßen wir aus dem Holzpftock und aßen Nüsse.. Die Ddutter lies über den Hof, ulld als sie mich sah, ries sie: „Spiel' nur weiter; bist wohl schon hungrig? Gleich schicke ich dir etwas zum Essen, es ist sofort fertig." Fedjka beleckte sich die Lippen, als er diese Worte hörte. Er wußte, daß ich am Erew Pessach gute Sachen bekam: Gebackene Mazzes, Mqzzesknödol, süße ,^Latkes". Fedjka wich keinen Augenblick von meiner Seite; er ließ miich nicht aus dam Auge und hörte mcht aus, darüber zu reden, wie gut es sei, Jude zu sein. Während» er sich so in Lobpreisungen erging, kam unser Dienstmädchen und brachte mir einen Teller fetter MvMsknädel; sie fügte hinzu, ich möge Fedjka nicht alles geben. ..—N-ty 9. April 1926_ M. SM Fedjka wandte kein Auge von den goldig glänzende« Knödeln, die vom Teller blinkten und denen Dust WdhKg die Nase kitzelte. Ich schob ihm einen Knödel mit der Hand in dm Mund, damit er den Teller nicht mit feinen „chomezigen" Händen berühre, und nahm auch mir einen. Plötzlich spürte ich einen Stoß im Nacken, der Knödel fiel mir aus dem Dlund und cs flimmerte mir vor den Augen. Ar,s mein Geschrei lief das Dienstmädchen herbei und wir beide setzten -Fedjka nach; der war, den Teller mit den Knödeln in der.Hand, über den Hosßaun gesprungen. Als wir ihn «Mich erwischten, hatte er sich den Mund mit Knödeln vollgestopft und der Teller war leer... Das Dienstmädchen Prügelte ihn tüchtig, doch er ließ sich geduldig Magen und würgte indes den vollen Mund Knödel hinunter. Dann riß er sich los, lies davon und warf einen schweren Stein nach uns... Damals begann ich zu bereifen, warum mich Fedjka haßte, damals fing ich an zu verstehen, warum die Mutter fo oft sagte, wir seien im GoluS... Es gibt so viele Fedjkas... und sie sind gar ftatt An diesem Erew Pessach hatte meine Freundschaft mit Fchjka ihr Ende gefunden. War HebrAfch eine tote Sprache? Nun da in Jerusalem die hebräische Universität eröffnet wurde, ist es aller Welt bekannt, daß die hebräische Sprache in Palästina ihre Auferstehung gestiert hat. Es ist indes nicht ganz richtig, von einer „Auferstehung" zu sprechen. Auferstehung setzt ein Totgewesenstin voraus, und die hebräische Sprache ist eigentlich nie ganz tot gewesen — nicht einmal mundtot. Sic hat stets in Schrift und Wort (auch in Wort!) ein höchst eigenartiges Leben geführt. In jüdischen GelehrterÄreisen, die im alten talmudischen Schrifttum forschten, war der gedachte Gedank nnd das geschriebene Wort immer hebräisch. Die rabbinischen Responsen, die Chroniken der Gemeinden, die Aufrufe in den Synagogen, die Erlässe der religiösen Oberhäupter wurden durch Jahrhunderte ausschließlich in hebräischer Sprache abgefaßt; Berlobungsakte, Ehekontrakte, Scheidungsbriefe dürfdt auch heute in keiner alleren geschrieben sein. Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab eS im Osten gebildete Kaufleute, die sogar ihre Geschäftsbücher und ihre Handelskorrespondenz in hebräischer Sprach« führten. Man sicht, in Schrift war diese Sprache recht lebendig. Aber auch in Wort war ihr Ton nie ganz verhallt. Hebräisch war seit Jahrtausenden die Gebetssprache der Juden, aller Juden aus dem ganze»» Erdenrund. Alle, ohne Ausnahme, beteten in dieser Sprache: auch Frauen und Kinder beteten hebräisch, konnten hebräisch beten. Der gewöhnlichste Judq, der kein hebräisches Wort als Mittel zur Verständigung anwenden konnte — mit feinem Gott hat er sich tagtägjlich in dieser Sprache verständigt. Cs »ist merkwürdig genug, daß sich die Anschauung von der toten hchräischen Sprache allenthalben seststtzen konnte. Diese Anschauung war so landläufig geworden, daß ihr selbst Gelehrte und Sachkenner verfielen. Selbst ein Mann wie Fritz Maulhner, dem alle unterirdischen Wege der Sprache»» vertraut waren, stellte Hebräisch und das alte Sanskrit ans eine Stufe, und er tat dies zu einer Zeit, als Hebräisch ln Palästina schon lebendige Volkssprache war. Daß Hebräisch nie eine tote Sprache, etwa wie das alte Latein, gewesen ist, beweist schon der Umstand, daß sie sich im Laufe der Jahrhunderte stetig entwickelt hat. Sie ist.dem Gesetze deS Alterns, aus das keine Verjüngung s-olgt, nie anheimgefallen; ihr drohte auch nie die Geausbteiblich auch in der Auffassung des geschichtlichen Prozesses Wandel schaffen. Ter SAularisierung der jüdischen nationalen Idee mußte auch eine Säkularisierung der Geschichtsschreibung folgen, ihre Böfteiung zunächst von den Fesseln der Theologie und sodann auch von denjenigen des Spiritualismus e^er der Scholastik. Es reist eine neue Auffassung der Mischen Geschichte heran, eine Auffassung, die sowohl dem Inhalte als auch dem Umfange dieser Geschichte viel eher entspricht. Man beginnt sich allmählich darüber klar zu werden, daß daS Bott -im Laufe der Jahrtaufende nicht nur grübelte' und litt, sondern auch unter den verschiedensten Existenzbedingungen fein Leben als eine besondere soziale Einheit aufzubauen ibsmüht war und daß folglich die Einsicht in diesen Prozeß des Leben sauifbaues -nun die vornchmlichste Aufgabe auch der Geschichtsschreibung sein müsse. Der Gegenstand einer wissenschaftlichen Geschichtsschreibung ist eben das Volk, die nationale Individualität, ihr« Entstehung, ihr Wachstum und ihr Kampf ums Dasein. Im Lause einer langen Reihe von Jahrhunderten sondert sich dte zunächst amorphe Vovksyelte aus dem sie umgebenden Bölikermilieu des alten Orients heraus, ninum eine feistmnrissene nationale Gestalt an, errichtet ihren eigenen Staat und geht seiner wieder verlustig, verarbeitet nach chrer Art die aufgenommenen Elemente der allgemeinen Kultur und erhebt sich dabei in ihrem geistigen Schaffen bis zu den Höhen des Prophetismus. Der Moment der endgültigen Formung des nationalen Typus fällt mit demjenigen des ersten Politischen Zusammenbruches zusammen (das babylonische Exil), und die folgenden Epochen (die persische, griechische, hasinonäische unrömische) verlaufen im Zeichen der Rivalität -wischen der Theökratte und der weltlichen Staatlichkeit. Der -weite Politische Schiffbruch, unter dem unwiderstehlichen Ansturm Roms, zeitigt neue Formen des Kampfes des zersprengten BotteS um seine nationale Einheit: nicht in staatlichen, sondern in anderen st« Men Formen kommt der unaufhaltsame Drang nach autonomer LebenSgestaltung. nach einem Höchstmaß sozialer und kultureller Eigenart unter den fremden Völkern zum Ausdruck. Diesem Zwecke ordnet sich die ganze geistige Lebenskrast der Nation unter: Der Judaismus formt sich nach dem Ebenbild« der sozialen Exisienzbedingungeu der Nation, nicht aber umgekehrt. Die hier dargelegte allgemeine Auffassung ist unserer festen Ueberzeugung nach die einzig mögliche Voraussetzung für eine wissenschaftlich objektive Methode der Bearbeitung der jüdischen Geschichte. Diese Auffassung weist unserer Geschichtsschreibung den Weg aus dem Labyrinth der theologischen und metaphysischen Theorien und stellt sie auf eine feste bi osozio-logische Grundlage. Den Ge>ge»»sta»»d der Untersuchung bildet nicht eine Abstraktion, sondern ein lebendiger Organismus, der sich aus einem ursprünglichen biologischen Keim, den» „Stamme", zu einem komplizierten kulturgeschichtlichen Gairzen, zur Nation, entwickelt hat. Die Methode der Untersuchung gründet sich auf das sttvng durchgeführte Prinzip der Evolution. Zunächst ist die Periode der Herausbildung der nationalen Individualität z« untersuchen, daun, nachdem diese Individualität bereits festere Gestalt augenommon hat, die Periode ihres Kampfes um die Sonderexistenz, um die Erhaltung und Entfaltung ihrer ausgeprägten nationalen Züge und der «tat Laufe von Jahrhunderten angehäuften Kulturschätze. Bei der Darstellung dieses doppelten Prozesses, der Jndividualiftevung und des Kampfes um die sich gestaltende Individualität gehen wir von der Grundüberzeugung aus, daß eine widerstandsfähige und deutlich ausgeprägte nationale Kollektivpersönlichteit als «in Produkt der geschichtlichen Entwicklung nicht nur eine natürliche Erscheinung bildet, sondern zugstich auch einen hohen Kulturwert repräsentiert. Dies will aber noch durchaus nicht besagen, daß der Geschichtsschreiber auch alle jene geraden oder verschlungenen Wege, die zur Echaltung der kollektiven Pevsöirlichkeit geführt haben, als wertvoll anzuschen habe. Wenn er z. B. in der normalen Absonderung eine unumgängliche Vorbedingung des nationalen Daseins anerkennen muß. so darf er es andererseits auch nicht unterlassen, aus jene Zeitperiöden ausdrücklich hinzuweisen, in denen die kulturelle Absonderung — allerdings häufig uotgedrungenerweist zum Zwecke der Selbstechaltung — zu traurigen Auswüchsen führte: bis zur völligen Entfremdung der Nation gegenüber' den wertvollen Errungenschaften der allmeuschlichen Kultur. Es liegt ihm ob, den für jeden nationalen Organismus unvermeidlichen Widerstreit der zentripetalen und der Mtrffugalen Kräfte sowie di« tragischen Konflikte, die dadurch im Leben des BolteS zum Ausbruch kommen, zur anschaulichen Darstellung zu bringen. Wer freilich wird er, dem die Idee des kulturellen Eigenwertes der nationalen Individualität unverrückbarer Ausgangspunkt ist, anders die Endergebnisse des zentripetal gerichteten Kraftaufwandes, anders diejenigen der zentrifu-gal verlausenden, zerstörenden Kraftanspanrmng bewerten. Eine weiter« sekbstvevständliche Forderung der soziologischen Mechode besteht darin, daß in der Geschichtsschreibung nicht nur den gesellschaftlich-nationalen, sondern auch den von der alten Schule so sehr vernachlässigten sozial-Aonomifchen Faktoren der gebührende Platz eingeräumt wird. Dies soll aber keineswegs eine Konzession an die „materialistische Geichichtsauffassung" bedeuten, die alle geschichtlichen Tatsachen auf ein« Evolution der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse zuvückfühven rnvchte. Nicht deswegen sagen wir uns von der antiquierten spiritualistischen Geschichtsansicht los, um in die Klemme der mtgegen,gesetzten Doktrin, der nicht minder einseitigen nicht minder alle geschichtlich« Fernsicht trübenden urateriälistischell Geschichtsauffassung zu geraten. Ist doch die wirftckafttiche Lebensordnung geradeso ein Element der natürlichen und sozialen Lebensverhältnisse des Bottes wie der Aufbau der geistigen Kultur. Was das Leben der Nation gebieterisch beherrscht, ist di« Totalität aller von chr erzeugten sozialen und geistigen Faktoren; bettachtet man die gegenseitigen Bez>ehun.>n der einzelnen Faktoren untereinander, so ergibt sich, daß zwischen chnen sowohl ein Wettals ein Widerstreit bestcht; nirgends stoßen wir aber dabei auf ein« Unterordmug dieser so verschiedenartigen LebenSsitnktionen unter irgend eine voar ihnen.''') vielleicht hier a-m Platze, vor einer mihver» standüchen^Bevwechslung zweier durchaus auseinanderzuhaltender Begriffe m warnen; der Geschichtsauffassung einerseits und deS GefchichtSinhalte S anderevsetts. AuS dem GeschlchtSmbalte schließen wir weder daS religiöse noch das rdeoiibechaupt aus. dem in der vorliegenden „Geschichte" ddö großte AufmeMamkett^gewidmet ist: woraus wir aber ssruMätzlich bellchen. »st das Vorrecht der wissenschaftlichevottttwuistischen GeschlchtSauffassung vor der dogmatischen, ein Vorrecht. daS sich auf jene einfache Wahrheit gründet, der zufolge der aame Jdeenlornplex. der Judaismus HGt, »»ichtS als ein Ergebnis des organischen Wachstums der Nation und ihrer Anpassuna an ganz besondere und durchaus eigenartige aeschicktlrmp. NManLsvidminunoe»» ru be4r«uh+<in iU

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.