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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-03 · Heft 2198 (3.4.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2198 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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gltfflB Mm, stttikrs (Hn halbvergefsener jüdischer Afrikakarscher. Zmn SS. SebartStag Gm kn Paschas. ' Am 25. Marz Ware« es 85 Jabve, daß eine der ittlevessanteften jüdischen Persönlichkeiten deS vorigen Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte. Eduard Schnitzer wurde als Sohn eines jüdischen Greifers in Oppeln in Schlesien geboren und nmrd« unter grchen Schwierigkeiten nach vielen Leiden, die der blasse, wortkarge, häßliche Iüdenjunge auf der deutschen Mittel- und Hoch, schul« zu erleid«« hatte, endlich diplomierter Arzt. Trotz seinegroßen Wissensdurstes und Schaffenshunoers konnte der ambitiöse jung« jüdische Gelehrte in Deutschland weder Anerkennung noch Unterstützung finden, bis er. von Abscheu gegen Europa erfaßt, m die Türkei auSwanderte, wo «r bald al- Arzt eine Staatsstellung erbielt. Auch hier hatte er enicht lange auSgehalten. Er ging nach Aegypten, wo er der Leibarzt des Kbedive wurde. Hier machte er die Dekan« tschaft des berühmten Gordon Pascha, an dessen Seit« er seine Tätigkeit als Afrika, f ö t f che r begann. Zum Zeichen der Anerkennung un- DaMarkeit für die avcßen Derdierrste Schnitzerum die Vergrößerung der Macht und des Besitzes des Khedive verlieh dieser seinem jüdischen LevbaHt und gelehrten Forscher den Paschatitel mit dem Namen Emin Pascha und ernannte ihn gleichzeitig zum Gouverneur der Provinz Aequatoria. Der jüdische GreislerSsohn erwies sich hier als kluger Regent und als vorzügliicher'unerschrockener mutiger Feldherr. Die Grenzen seines RegierungsgeLieteS wurden unter seiner Herrschaft erweitert, er machte dem afrikanischen Sklavenhandel ein rasches Ende, baute Landstraßen, gründete Städte und Dörfer und Wardein warm fühlender Beschützer der eingebornen Mgerbedölkerung. Don dieser Zeit an — 1878 — datiert der europäische Ruf und die weltgeschichtliche Bedeutung Emi» Paschas. Er durchstreift an der Spitze verschiedener Expeditionen die hi§ dahin völlig unbskannten Gebiete ÄfrAa'S, und obgleich er von feinen Entdeckungsreisen an die gelehrten Gesellschaften nur kurze wortkarg« Berichte sandte, riesen diese doch in. -er «wissenschaftlichen und auch politischen Welt eine förmliche Revolution der Ideen hervor. Die Wirkung jomer Forschungsergebnisse «war so groß, daß, alz Gmin Palcha später anläßlich der vom Mahdi geführten AufstandSLewoguny von den aufständischen Arabern umzingelt wurde und unrettbar verloren schien, die europäischen Staaten miteinander in der Entsen- Lu.ng.von Rettungrexpeditionen förmlich wetteiferten. Eine dieser Expeditionen wurde von dem >beruhmten Forschungsveisenden Stanley selbst geführt. Emin Pascha leitete lange Zeit mit unerschütterlicher Ausdauer die Bertoidigungsoperationen seiner Arnroe, und als er schließlich doch zu flüchten gezwungen war. foot ibm Dsutschland eine Staatsstellung an. Mit bitterem Gefühl wies Gmin Pascha dieser Anerbieten zurück. Auch Stanley bemühte sich, ihn zur Rückkehr nach Europa zu bewegen. Mbar Gmin Pascha lehnte auch dieses Anbot ab. Er Tratte genug von Europa. Er blieb in Afrika, forschte weiter nach «»entdeckten, von Wilden bewohnten Gegenden und auf einer dieser Forschungsreisen wurde er am 23. Oktober 1892 von oingebornen wilden Stämmen überfallen und ermordet. So endete der jüdische Greislerssohn aus Oppeln. . Wie». 8. Avril Probefahrt auf der Stadtbahn. Gollern nackts wurde der erste .kertiggostellte^elektrische Zug der Wiener Dtgdchabn erprobt. An der Dro-befahrt nahmen Bürgermeister Seit,. Dnobttrgerme.iister Emmerling und der Präsident des Wiener LandtaaeS DrDannebero teff. Die meckanifcheii und eiertrncken Einricktungen erwi'osen sich al« durchaus eittsprechend. Die neuen Dagen können sowohl ans der Stadtbahn als auch aut der Straßenbahn verwendet werden. * ^'ileauna Konfliktes beim Zolloveramt. Gestern haben die Verhandlungen rur Beilegung des Konfliktes im Zolloheramt, wo bekantlich infolge einer Neurraelnna der Neben göbuhren die Beamten die Hau Sbeschau eingestellt hatten, begonnen. Der erste Erfolg der Verhandlungen war. daß die Organisation der Zollbeamten an ibre Mitglieder die Weisung horauSgegsben hat. die Hau 8beschau wieder in normaler Weise durchmführen. * Die Streikdrohung der SpitalShedienste^en. DaS Minritenum ffir iouale Verwaltung hat an die Arbeitsgemeinschaft der Avberter. deS PflvgerPersonalS und der Beamten der FondSkvankenanistal-ten die Einladung zu B e rh a n d l u n ge n Mr den heutigen Tag gerichtet. Einer in dem Ultimatum der Angestellten aufgosteMen Forderung hat die Regierung schon entsprochen, indem sie mit den Unorganisierten separat verhandelt. fttt einer unter dom Vorsitz deS Ministers Tr. N e s ch adgehalteneu Besprechung, zu wacher Vertreter der Krankenkassen geladen waren, wurde von dielen di« Erklärung abgegeben, daß sie die Belastung durch ein. neuerliche ErhShunq der BerPflegSgebühren in den FondSkrankenanftalton nicht auf sich nehmen könnten. .5 Kein Streik In den Warenhäusern. Außer der bereits gemeldeten Beendlaung der Lohnbewegung der kaufmännischen Angestellten^ wurde auch der Konflikt hei den großen Warenhäusern beigelegt. ES handelt sich hier um ent Sonderabkommen von ungefähr 20 Firmen, domMsolae keine LohnechSbung erfolgt. Außerdem baden di« VertragSijrmen freie Hand in der Reduktion des Personales. Dafür wurde der am 28. Februar abgelaufen? Kollektiv, vertrag für die Mehrzahl der Finnen bis Ende A u g u st verlang er 1, wodurch auch die Frage der Siobemchrispen« vertagt wurde. * DaS Wetter. Das Schönwetter hält in Miteleuropg an. DaS'Mri« Temperaturmaximum betrug 17 Grab. Dis Voraussage lautet: Schönwetter wahrscheinlich anhaltend. In den Südalven föhnig. * «Die Republik." Die bekannte Zweiwochenfchrfft „Die Wagt", für Wirtschaft, Kunst und Wissen, wich demnächst ln vergrößertem Format und Umfang unter dem T-it-ol „Die Aevu-Nk" erscheinen. Dl« Leitung behält nach wie vor .Dr. Schiller Wermorrk, Wke«er i! Wichtig fürs Pe**achfe*t 11 ««» ,„»».» »4»,..Sr,»»««.,4»,»»»»»..4. Hagada Dlaifriert von Joief Badko Hefcflfadtt Papobertd ft. K 30.000, Ganzleinen 8. K SSgov HebrftUcli mti detrisdier Utbenaitaii ». Dr. Mat örunwald: Pappband ft. K 39.000, Ganzleinen ft. K 48.000 ünHre HagadAh bat beim ffldtschen Publikum begeisterte Auf» nehme gefunden. Dtfth ihre Uehereetenng ine Dentsehe lat eie nun auch weitesten Kreisen zuglngtich geworden Die „Budko-Hagadah" Das Geschenkwerk für Pessadi! Za beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt durch L. LÖW1T-VERLAG, wi».lFkM..«w, * Di« lebensgefährlichen Häuser. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, daß Passanten durch daS Herobfallen von Derputzstucken von reparaturdedünflioen Hausern zu Schaden kommen. Gestern ereignete sich wieder ein solcher Fall, der die Betroffene in schwere Veden-gefahr brachte. Die Lfssährige Sckiieidevin Leopoldine Maar ging in Begleitung deS 24jährigen MafchinfuihrerS Heinrich Hansel durch die Eichenstraßo in Meidling. MS sie das Haus Nr. 12 pasiierten, stürmt« plötzlich aus dem dritten Stock «in Teil der Fassade auf die Straße und traf daS Mädchen auf den K^pf. während ihr Begleiter nur gestromt wurde. Leopoldine Maar brach bewußtlos zusammen und erlitt einen Bruch der SckädeDecke mit Gehirnerschütterung. Ihr Ausland ist ielbenSgrisÄhrlick Es wurde festgestellt, daß daS Haus erst vor eineinhalb Fähren frisch angeworfen worden war. — Bei einer Belastungsprobe in einem der Gemeinde Wien gehörenden Ziogeffverk in Obe rla a ereignete sich gestern ei-n Deckeneinsturz. Verletzt wurde niemand. * Selbstmord einer IbsNhrigen. Aus P r o ß n i tz wird unterm 2. d. gemeldet: Die 15sähvige Grete Laufman n. eine Waffe nach einem galizffchen Flüchtling, der im Irrenhaus gestorben war, qeigt« in der letzten Zeit deutliche Zeichen von Trübsinn und verübte nacheinander zwei Solidst- Mordversuche, wurde jedoch gerettet. Gmern stürzte sich das Mädchen aus dem Fenster einer im dritten Stocke gelegenen Wohn-una auf die Straße und bti-öb mit zerschmetterten Miedern tot liegen. * Ein vermißter Lehrling. Seit dem 30. Marz fft der vierzehneinhalibjährige Selkcherlehtiing Fr'edrich Matzner vermißt. Er hatte durch soine Nnachffamkeit seinem Meister einen großen Schaden verursacht und kehrte aus Angst vor Strafe nicht mehr nach Hause zurück. * Die Lebensmüden. Die LSjähr'ge HauShffsorgerin Anastasia T o s ch n e r hat sich aus dem Ferstet gestürzt und blieh tot liegen. Das Motiv der Tat durfte Kransheit gewesen sein. — Der 47jährige Mogffter Rudolf L. hat sich aus Kränkung über den Tcd seines Kindes durch Genuß eines unbekannten Giftes zu töten versucht. — Unterhalb der Aspernbrücke wurde die Leiche eines jungen Mannes aus dem Donaukanal gezogen. Sie wurde als die des seit dem 13. Februar vermißten 17jöhvigen Praktikanten Stephan S t a 8 z i n e k agnosziert, der wegen Entlassung Selbstmord begangen hat. — Der Ltzjährige Hilfsarbeiter Fran^ Newra hat sich in seiner Wohnung erhängt. — In feiner Wobminq hat sich der 4Üiährige Josef Penk wogen Arbeitslosigkeit zu erhängen vevsucht. * Eine verhungerte Vagantin. Am 28. März wurde in dem unbenutzten Sommevgavten einer Gastwirtschaft in Hütteldorf ein Mädchen vollständig verhungert und förmlich zum Skelett abgemagert auigelunden. Die Bewußtlose, die als die 25jährige Hvlfsarbeiterin Leopoldme D u s ch e k erkannt wurde, ist nun vorgestern an den Folgen der Entkräftung gestorben. Das Mädchen war vor längerer Zeit wegen Zwistigkeiten vorn Haufe fortgegangen, hat herumvagiert und sich dann offenbar in der Gastwirtschaft eingefchlossen. * Die Lebensmittelmarkte. Im Detailverköhre, der trotz Monatsbeginnes viel zu wünschen übrig läßt, sind PreiSverän^-rungen nicht ->u verzeichnen. Da auf den gestrigen Bkehmr iten in St. Marx die Proff« auf den mefften Gebieten zurückgogangen sind, so ist ani Samstag mn einer allgameinsn Preisverbilligung zu rechnen. — Ter Naschmarkt wies aestern in allen Gemüstarten einheimischer und avsl^ndiischer Herkunft günstige Zu sichren auf. KartofsÄl, die anhaltend reger Nachfrage be-wgnen, ziehen mächtig im Po:ffe an, »vogegen Spinat und Häuptelsalat sich unwesentlich derbilligtnr.^ Die Aepfelzufuhren sind konstant im Abnehmen. Ein Großteil der oingelangten Ware läßt aualitativ zu wünschen übrig. Eier und Butter langten für den Bedarf aus. vereine. varlrSse und Versammlungen. Bereinigung zionistischer Bankbeamt e r. Morgen HamStag, 8 Uhr abends, 8. Bez.. Bennoviatz 1», Bunter Abend. Gäste willkommen. — Bukowinoer Zentralverband. Sonntag, 9 Uhr vormittag», im Caf» Edison lehemals Palast), 8. Bez., Alserstraße V, MonatSvevsammlung. Inaendgrupve der Zionistischen Sektion Zwischenbrücke». Aus Anlaß der Eröffnung der hobräischen Universität hält morgen GamStag um 7 Uhr abends im Vereinslokal. 20. Bez.. Allerheiligenplatz 8. Cafb Bark, Herr Dr. Z. F. Finkelstei« einen Vortrag über Achad HaamS Lehre vom geistigen Zentrum in Valästina. Anschließend daran Heimabend. Gäste willkommen. Eintritt frei. _ Radioliroaramm. Freilag den 3. Avril. 9 Uhr: Marktbericht. — Hach 4 Uhr: Gchlußtutse der Wiener Börse. - 4 bi» 6 Uhr: NachmiltagSkonzert. stomvonisten-Wettstreit (VI. Folge). 1. Flotow. S. Donizetti. S. PouchieNi. 4. Offenback. 5. Waldteufel. - 7 Uhrr .Andreas Reisckek, ein österreickischer Neuseelandforscher.E Bortrag von Schriftsteller Andrea» Relschek. -- *LB biß '/«d Uhrr Enalsicker Sprachtnr» für Anfänger. Wiederbolung-unterricht. Uhrr Bon Wald und Iägerfreude. 1. Jagdanblasen (Hornauintett Stiegler). 3. Vorträge de» Koschat-Onitztett». 8. Waldandacht (Hornqnintett). 4. Rezitation r Anna Katnz-Schrötter. 5. Mondausaana aus ^Lustige We ber von Windsor", für fünf Hörner und Klavier. 6. Veiang-vorträge des StaalSoverniävaers Anton Arnold 7. Bortröae de» Kolchat-Ouintett». 8. Vorträge de» Hornqrtintett» Stiegler r H. Sckäfferr Die Bost im Waide «für zwei Trompeten und fünf Hörner), Td. Ko^chat r Hock Alma Dinidl (für zwei Trompeten und fünf Hörner), v. Rezitation r Anna Kainz-Gchrötter. 1«. Felir Mendel-fobn-Bartholdh r Dev Jäger Abschied (Bokalquartett mit Hörnerbegleitung). 11. Schlußfanfaren: Lützow» wilde Herwege« Zagd. 5. April 1923 ' «Mbl - l~ ■ --- i. —i ■ Mhne und Kunst. SaleMomMen tz» Nedsntensnal. Mozart — SlrawinSky — Anton Rublnstein — Ioh«» Ltra»ß.. Zunächst ein' Mazattsches Schäferspickl „L eS p «t I t ß riens". leicht, harmlos, froh beschwmgt, in Wahrheit ei« „reizendes Nicht»". Pallettinrister Kröller führt unS ei« Schäferin vor. welche vorübergehend den Lockuiwen de» reiche» Gecken erliegt, doch von Gott Amor in die Arme ihres vv« CiferfvchtSteufel geploBe« Schäfers rasch wieder zurückgkfühvt wird. Ueber die ursprüngliche Mozartsche Choreographie stutz wir nur auf Vermutungen angewiesen, da das Werk bald nach seiner Erstaufführung im Jahre 1778 a» der Pariser Großen Oper in deren Archiv verschwand und dort erst vor etwa ösi Jahren neu entdeckt wurde. Nicht der junge Mozart, sondern Ballettmeister Novcrre stand damals auf dem Theaterzetteil als Tondichter des Sammelwerkes, daS ans 21 Nummern bestärk Mozart selbst äußerte sich gelegentlich in seiner bescheidenen Avt: Sechs Siücke werden von anderen darin sein, überhaupt zwölf Stücke werde ich darin gemacht haben". Er mochte wohl scilbj't von dem Reichtum der Gavotten, de» Andantmo mit seinen Eckwwirkungen und namentlich der Pastoralen uich doch festlichen Ouvertüre keine Ahnung haben. I . * Auf Mozart folgte StrawinSkys Pnleinerls. frei bearbeitet Nach Melodien von Pergolesi, gewissermaßen dem Mozart seiner Zeit. Auch dieser neapolitanische Tondichter, der kaum 28 Jahre alt wurde und gleichwohl der Mnschheit ein überreiches Erbe — darunter das berühmte Opernintermezzo .La serva padrona" und das ,/Stabat mater" — hinter-- ließ, mußte erst sterben (km Jahre 1786), um der rhin gebührenden Wertschätzung t-eilhaftig zu werden. In seiner „Pulcinella" hat Strawinski) eine Anzahl der schönsten Melodien aus Per-gvlesischen Opent und Triosonaten in Form einer synrphonischen Suite gesammelt und durch, echt Strawinskysche Spitzbübereien zeitgemäß koloristisch gefärbt und verlebendigt. Ungemein ergötzlich die Ironie und Äopsis dieses genialen prim'ttivffierenden und doch hochzivilisterten Russo- Franzosen, der in jedem einzelnen Musikinstrument — etwa m dem ungeschminkten Duo zwischen Kontrabaß und P'osaunewg>lissand> — den Mfligen Musikschulmeistevn ein Schnippchen schlägt. Don dem vielbegehrten Pulcinella, der die schöne Pimpinella gegen die Rivalität des Truffaldino, des gelehrt tuenden Tottore, und anderer Liebhaber durch seine List gewinnt, sind km Neapolitanischen eine Unzahl szenische Bearbeitungen im Umlauf, aus Venen Herr Kröller die jeinige adaptiert, hat: -Wie mir scheint, nicht durchaus im Gleichklang mit Strawinskys Rhythmen und Orchcsterfarben. Orchester und Ballett gerieten hier übrigens nicht leicht und ironisch genug und die km Orchester postierten Sänger Helleksgruber, Mail! und Ettl, welche die Handlung begleiteten und sich zu einem Schlußterzett vereinigten, waren nicht die glücklichsten Vertreter neapolitanischer Gesangskunst. Gleichwohl wissen wir dem Direktor und Dirigenten Schalk Dank, daß er — endlich; — Strawinski, staatsopernfähig gemacht hat. Eine apparte Bü.)ne deren Berfatzstücke, einfach umgedreht, sofort eine Lnvrre Szenerie ergaben, bot einen stilechten HintergrMd Strawinskys Gammstrerche. p „Bal coftumc* brachte ebne Auswahl von Charaktertanzen nach Anton Rubin st eins gleichnamigen viechäydkgen Klavierstücken, die Prof. Franz Moser farbenfroh und wirkungssicher instrumentiert hat. Das Ballett verzichtet auf eine irgendwie dramatische Handlung und begnügt sich mit einer Folge reizvoller Tänze im Hause eines reiches Mannes deS Anc^nnc rcgime, der eL sich leisten kann, seine Gäste mit prächtigen Walzern und PolkaS, Mazurs und spanischen Tänzen und allegorischen Darstellungen zu b^virten und mit pikanten Enthüllungen entzückender Dallettdamen zu unterhalten. Qbivohl künstlerisch weniges -wertvoll, da zu lang, revueartig und kunterbunt, gofiel dieses kostbar ausgestattete Ballett dem Publikum anscheinend am besten. * Und schließlich „Teddybär", eine Art moderner „Puppenfee", mir Musik von Johann Strauß. Die erwachsenen Kinder km Publikum freuten sich über Toddybar und Neger, über den wilden Sarazenen mit dem Krummfchwert. den HanSwnrst Md die Puppen und vernahmen gern« da» Pazmann-Walzer» den persischen Mazur und die Pizzikato- Polka. all die Kostbarkeiten, die heute schon altwienerisch anmuten. Aus denl Reigen von Jugend, Anmut und Schönheit du Mi-tpirkenden hoben wir die echt wienerffchePrimäballerina Gufti Pichler hervor, ferner die liebreizenden Damen Pfundmayer und Losch, das hochbegabte Fräulein Raab und — ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit —die Herren Birk* m e y ß r. C a s s o n und F r ä n z l und die Schar der zierliche« Pallettelaven (als Amoretten). Alle« in allem ein recht amüsanter Abend, der von der Kultur und Arbeitsfreude unsere- Opevu-allett- Kunde gab Md hoffentlich bald in einer neuen Ballettserte —. wie Ware e§ mit Bela Bartok, mit Debuffy oder einem Jungfranzosen? — seine Fortfiudm wird. Erwin Felder. An, den Aeatem. . Bur-tdeater. Morgen. 7 Uhr abend». ,Diß Spielereiz» einer Kaiserin*. A k a d «m t e t h e a te r. Mor-e«, »/,T Uhr. .Dar Liebhaber". Bo l k»over. Heute ,Li-«»»«rbArd»*. «•* ägi».M,tfte,st»,er » o « Rßr» ber

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