Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2198 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Wien, Freitag Wiener Mmkaenzettrms. 3. April 1925 Nr. 2198 * AEut ich e r V o l r s t h e a t1 t. Samstag. 3 Uhr Nachmittags, »ZpbigenieaufTauriS". Sonntag nachoütlags ,D e r G r a f vonCharolatS* mit Aluander Moifft. ,?^Eate, in der Zotefstadt. Dienstag den 7. d. Erstaufführung von ,L o y a l t i e S" von John G a l Sw o r t h y der der Autor beiwohnen wird. In Abänderung des SvtelvlanS Sonntag ,E i n SommernachtStranm'. Raimund-Theater. SamStag, 3 Uhr nach- » {c äub er". Sonntag. '/,4 Uhr nachmittags. ErstqMführung von e ch s Sinder suchen ein Ost . rei". 3 ob a n n -S tr a u ß -T h e a t er. Sonntag nache r Z i g e u n e r p r i m a S". Mittwoch den 8. d. Erftauffühmng der Suppefchen Operette »DtegroßeUnberaunte". K o m ö d i e n h a u S (E x l - B ü b n e). Heute Erftmfführung von «Der R a d » o b a u e r" von Hans Sonnritner. _ Gerichtssaal. Chestörung als Folge einer Lebensrettuna. Die Privatbeamtensgamn Marie brachte gegen die Private Anna T. em« Klage wegen Verletzung der ehelichen Treue ein. weil die Geklagte haujm den Besuch des Gatten der Klägerin empfange. Die Geklagte erklärte, der Gatte der Klägerin sei ihr Lebensretter, was der Klägerin bekannt sei. Wenn sie den Besuch des Mannes empfange, der mit eigener Lebensgefahr sie vom sicheren Tode errettete — das Nähere sei der Klägerin glelchfalls bekannt — so könne daraus für ihre Person nur auf em Gefühl der Dankbarkeit gegen den Lebensretter gefchlosien werden. Ein anderes Gefühl iei auch nicht vorhanden. Die Klägerin erwiderte, aus der Zahl der Besuche gehe hervor, daß es sich nicht um Höflichkeitsbesuche handle. — Richter: Bei Klagen wegen Ehestövunq findet zwar ein Ausgleich erfahrungsgemäß nur selten statt, ich stelle aber dennoch an die Parteien die r^rage, ob nicht ein Vergleich in irgend einer Form möglich Ware. — Klägerin: Es ist mir weniger um die Bestrafung der Geklagten als darum zu tun, daß meinem Mann die Möglichkert genommen wird, zu ihr zu kommen. Wenn sich daher die Geklagte verpflichtet, meinem Mann einen energischen Absagebrief zu schreiben, dann will ich von der Klage zurücktreten. — Geklagte: Wenn er aber trotzdem kommt? — Richter: Dann weifen Die ihm die Tür. — Klägerin: Werfen Sie ihn hinaus! — Geklagte: Meinem Lebensretter soll ich die Tür weisen? Das kann ich doch n:cht tun. — Richter: Sie können nicht? Sie müssen es tun! Oder wollen Sie lieber eingefperrt werden? — Geklagte: Durchaus nicht. — Schließlich gibt die Geklagte die verlangte Erklärung zu Protokoll, daß Sie dem Garten der Klägerin brieflich weitere B. suche ener^sch verbieten und ihm, falls er dennoch kommen sollte, die Tür weisen werde. Außerdem hat sie die Prozcßkosten zu bezahlen. Daraufhin zog die Klagerm die Klage zurück, worauf Bezirksrichler Dr. S ch r o m die Einstellung des Verfahrens verkündete. — Klägerin (nachdem die Geklagte sich entfernt hat): Was soll ich' aber gegen meinen Mann unternehmen, der mich nicht mehr liebt? ' — Richter: Wenn ich Ihnen raten soll: Nichts! Zur Liebe kann man niemand zwingen. Den Bruder erstochen. Gestern hatte sich vor dein Schwurgericht, des Landesgerichtes 9 unter dem Vorsitz des Lbcrlandesgerichtsrates Dr. Wilhelm der 29jährige Fleischhauer Siegmund Holzer wegen Totschlages an seinem Bruder Franz Holzer zu verantworten. Die Affäre spielt« sich in Rechnih im Burgenland ab. Die beiden Brüder lebten in Feindschaft wegen der Erbschaft nach chvcm im Jahre 1915 verstorbenen Barer. Die vier Kinder des verstorbenen Holzer hatten die Hälfte eines Hauses geerbt, die andere Hälfte wurde Eigentum der Mutter. Franz Holzer ließ sich durch einen Geldbetrag abfertrgen, bereute dies aber bald und so kam es zu fortwährenden Streitigkeiten zwischen den Geschwistern. Der Angeklagte soll am Tage der Tat ein Messer zu sich gesteckt und sich geäußert haben, daß h.uie entweder er selbst oder sein Bruder fterben müsse. Im Verlaufe eines Streites versetzte Franz Holzer dem Angeklagten ein Ohrfeige, daraufhin führte Sicamund Holzer gegen seinen Bruder die tödlichen Stiche. Die Geschwornen beantworteten bk Hauptfrage auf das Berbreck-en des Totschlages mit 11 Stimmen Ja und die beiden Zusatzfragen auf gerechte Notwehr und auf Nolwehrüberschreitung mit je elf Stimmen Nein, die Eoentualfrage auf fahrlässige Tötung entfiel. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten, im Sinne dieses Verdikts zu zweieinhalb Jahren schweren Kerkers. Holzer nahm vor der Abführung von seinen V.'rwandten rührenden Abschied und stieß gegen die im Saale anwesenden Zeugen Drohungen aus. Im Kampf gegen den Antisemitismus. Am 24. März 1922 veröffentlichte die in Budapest erscheinendzionistische Wochenschrift „Zsido Szemle" eine Besprechung d->s Urteils in dem bekannten Strafprozeß, gegen Zoltan Sza ß. Es heißt in diesem Artikel, Szaß sei auf die Anklagebank gesetzt worden, weil er sich weigerte, in die barbarischen Dienste des herrschenden christlichen Kurses zu treten. T-r Kurs habe in einer sich selbst gewährten Amnestie die Raubmörder, die Bestien der Pogrome laufen lassen und der Gesellsckwst zuiückgegeben, dagegen^ wird Szaß, d.r nur einen geringen Bruchteil der Ereignisse der Wahrheit gemäß geschildert hatte, verurteilt. Der Staatsanwalt hielt eine zweistündige Rede in der er ansführte. das. was in Ungarn sich in den letzten drei Jahren ereignete, hätte, sich in einem jeden Kullurstiat ereignen können. Der Annsemitismirs Ungarns, tagt der Staatsanwalt, sei berechtigt und verständlich, solange auf dem Gebiete Ungarns ein Jude lebt. Der Artikel des Angeklagten sei geeignet, das Anf.'hen des Landes vor dem Ausland herabzusetzen. Infolge dieses Artikels wurde gegen den Verfasser, den Journalisten Andor Raab, die Anklage wegen Lobpreisung von ' Verbrechen und wegen Verleumdung erhoben Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten im Sinne der Anklage zu einem Monat Gefängnis und 10.000 Kronen Geldstrafe Vorgestern verhandelte die königliche Tafel unter dem Vorsitz Dr. Degres diesen Prozeß. Die königliche Tafel verkünd:te nach kurzer Beratung das Urteil, wonach von einer Freiheitsstrafe Abstand genommen und der Angeklagte unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 15 Millionen Ktonen verurteilt wird. Gegen dieses Urteil appellierten der öffentliche Ankläger und der Verteidiger. Volkswirt. Sfe floniunftttt der Petroleumladuftrie und ihre Rückwirkung auf die Petroleumakiieu« bewertuag. Der Krieg und die Kriegsfolgen halben, wie die „Mitteilungen des EfektenwegweiferS" anläßlich der Besprechung deS Wertes der Potroleumaktien schreiben, die galizische Petrolemninduftvie sehr geschädigt. Durch den Zerfall der Monarchie . wurden die verschiedenen Unternehmungen der Gesellschaften auSeinaudergerissen, mSbelsonders den außevgaligischen R-affinerien wurde es schwer, sich mit galrzrschem Rohöl, ob auS eigenen, ob aus fremden Gruben zu versorgen, seit einigen Jahren ist sogar die Rohölausführ aus Galizien verboten. Man sollte meinen, daß dies den galizischen Raffinerien zugute kommt, di« nun das gesamte galizifche Rohöl zur Derarberbung erhalten; aber da die Rohölerzeugung in Galizien trotz ihrer stetigen Zunahme auch heute noch um etwa 60 Prozent hinter der Friedenszfffer zurückbleibt, und überdies in Galizien seither neue Raffinerien errichtet wurden, können auch die galizischen Raffinerien ihre Kapazität nicht in dem gleichen Ausmaße ausnützen wie im Frieden. Dazu kommt, daß der geschützte Jnlandsmartt kleiner geworden ist. Die Raffinerien müssen mit zirka 60 Prozent ihrer Produktion auf dom Woltmarkt mit der Standard Oil Co. und mit dem Shell-Konzern konkurrieren. Ein großer Vorsprung gegenüber dem Frieden ergibt sich bei den Rchöl produzierenden Gesellschaften allerdings daraus, daß heute auch das ausströmende Erdgas verwertet wird. Es ist also nicht oinzusohen, warum der Gesamtkurswert der Aktien — wie es bei den meisten vein-galizischen Potroleumaktien trotz der enormen Kursrückgänge der Aktien noch immer der Fall ist — sich wesentlich höher stellen sollte als im Frieden. Das wäre nur bei jenen Gesellschaften gerechtfertigt, deren relative Position gegenüber den anderen Gesellschaften sich verbessert hat ird bei solchen Gesellschaften, die reiche Rohölquellen erbohrt haben. — In der letzten Zeit ist allerdings eine gewisse Besserung der Situation eingetreten. Erstens hat sich bereits im Jahre 1924 die Rohölprcduktion wesentlich vergrößert. Sie dürfte zirka 80.000 Zisternen betragen haben, gegen 73.000 Zisternen im Jahre 1923, 140.000 Zisternen im Jahre 1911 und 205.000 Zisternen nn Rekords ah re 1909. Zumal gegen Anfang des lauseiHen Jahres haben sich vielfach sehr günstige Bohrungsresultate ergeben, die natürlich für die Gesellschaften, auf deren Terrains sie erzielt wurden (besonders der „Josefs- Schacht" der Galina), finanziell viel zu bedeuten haben. Günstig wirkte auch das endliche Zustandekommen des polnischen Petrolemnkartells, besten Bestand vorläufig brs zum 1. Juli als gesichert gilt. Infolgedessen konnten auch die Preise erhöht werde«. Der Rohölpreis beträgt derzeit zum Beispiel 2 Dollar pro Meterzentner (gleich 10 Goldkronen), während er im Frieden seit den Neuuzigevsähren selten mehr als 5 bis 6 Kronen uud in den letzten Jahren vor dem Kriege gar nur 3 bis 4 Kronen betrug. Aber es dürsten auch di« Prcduktionskosten — wenigstens bei den weniger ergiebigen Gruben — entsprechend gestiegen sein. Besonders ergiebige Schächte müssen freilich angesichts der hohen Preise sehr bedeutende Gewinne liefern. Der Bankendienst am Karsamstag. Die Banken werden am 11. d. (Karsamstag) ihre Bureaus in den, Hauptanstalten stwic in sämtlichen Tcpositenkassen und Wechselstuben geschlossen ballen. Für Wechselzahlungen wird in der Hauptanstalt jeder Bank in der Zeit-von 9 bis 11 Uhr vormittags cm Schal:«'.- geöffnet sein. 1 ■ Die Prüfer der österreichischen Bankgebarung. Bekanntlich besteht sett einiger Zeit der Plan, an Stelle der bisher funktionierenden SlaatLkommissäre nunmehr nach englischem Muster Chärteres Accontants als Prüsungsorgane einzuführen. Tie Bankenkommission befaßte sich nun gestern mit dieser Frage. Ter Vertreter der Regierurtg erklärte, daß ihre Einführung vor Durchführung der Goldbilanzen verfrüht sei. Von selten einzelner Kymmissionsmii'glieder hingegen wurde betont, daß gerade jetzt au die Einführung solcher Prüfer geschritten werden müsse, um Mißbräuche bei der Bewertung anläßlich der Goldbilanzierung zu verhindern. Di« Frage wurde vorläufig noch nicht endgültig erörtert und dürfte, Gegenstand der Beratungen der nächsten Sitzungen der Vankenkominission bilden. Die Haftbarkeit der Verwaltungsräte einer Bank. Bekanntlich haberr in der letzten Zeit Gesetze über die Bankaufsicht auch die Haftbarkeit einzelner Verwaltungsraismitglicder festgesetzt. In der nächsten Zeit dürften auch die Gerichte darüber entscheiden, ob tatsächlich bei den zilsammeugebrochenen Instituten die Verwaltungsräte den Schaden ersetzen müssen. Gestern kam ein Prozeß gegen drei BerwaltungSratsmitglieder, und zwar gegen den früheren Präsidenten des Deutschen Schulvereins Dr. Groß, der Präsident der arischen Bödewbank war, und drei andere Berwaltungsräte dieser Bank zur Verhandlung, in welcher ein Kommittent der Bank den Ersatz von 12.871 Schilling mit der Begründung forderte,' daß tatsächlich die Bodenibank durch die Nachlässigkeit der Berwaltungsräte zusammengebrochen sei und infolgedessen diese zum Ersatz der Zahlung verpflichtet wären. Die Verhandlung wurde vertagt, Devisen Geld Var- Gel" Ware Gel" Ware Am»ter<l«in 2B2.B0 283 80 60Ü8 6.15 5 10 PrantOslsche Noten . . 86 85 37.16 Belerad. « U 40 11 44 Stockholm 10120 161.81 Holländische Noten . . 232. - 234.— Berlin 168 75 169.35 Warschau ...... 138 15 133.85 italienische Noten . . 20.20 29.40 Brüste» . 86.10 86-31 Zürich .. 13681 137,31 •mtosiswuche Noten . 11.39 11.46 Budapest . 08 05 88.45 Polnisch! Noten . . . 135.70 138.70 Bukarest . 325 3 27 Val Ulen Kuinttniscne Noten . . . 3 20 3.24 London. , 33.9050 340060 Amerikanische outen 707 70 711.70 russische Noten (Roman.) Mailand . 29 18 29.30 •ielgiscne nuten; . . 36 86 38 16 Sehweiter Noten . . 188,30 137.10 New>York. 709.35 711.86 innrer. Not. ..... 6.06 5.14 rschecho-s'ow. Noten . 20.95 21.00 Paris . . 8607 37.12 ')eu!sche Noten . . . 133 30 180 3 i türkische Pfund'Noten 348. — 334 — Prag . . . 21.0250 21.1060 dnsiiscbe Noten . . . 33 77 33.93 Ungatisciie Nuten ■ . 97.00 88.70 Bon nun an notieren die Kurse in Schillingen und Groschen, für 1 Pfund Sterling, bet ungarischen Zahlungsmittel» für 1 Mtllwn huvde« Währungseinheiten. — Die Kurse verstehen sich bei englische» Zahlungsmittel» ungar. Krollen und vei allen anderen Währungen für je um den geklagten Devwaltungsräten Gelegenheit zur Rück» äußerung zu geben. Verurteilung von Gläubigern wegen Umtrieben während eines gerichtlichen Ausgleichsverfahrens. Im Februar 1924 leitete die Firma Philipp Thune u. Leeb in Salzburg das gerichtliche Ausgleichsverfahren ein. Nach langwierigen Verhandlungen vereinbarten die vom Kreditoren/verein von 1870 geführten Gläubiger eine Quote von 60 Prozent unter der Garantie Markus H o r n i k, Wien, 1. Bez., Weihburggasse 16. Bei der ersten Ausgleichstagfahrt vom 14. Marz 1924 wurden die gesetzlichen Mehrst?iten nicht erreicht und die Tagfahrt infolgedessen auf den 28. März 1924 erstreckt. Inzwischen entschloß sich Markus Hornik, von der den Gläubigern gegenüber bereits übernommenen Bürgschaft zurückzutreten, womit die Gläubiger natürlich nicht einverstanden waren. Deshalb versuchte Hornik, einzelne Gläubiger durch Versprechungen von Sondervorteilen zu bewegen, daß sie gegen den Ausgleich stimmen, diesen zu Falle bringen und dadurch Hornik von der übernommenen Bürgschaft befreien. Bei dem Gläubiger M., Neu mark, Wien, ist dem Hornik dieser Versuch gelungen; M. Neumark, welcher bei der ersten Ausgleichstagsahrt für den Ausgleich gestimmt hatte, gab bei der zweiten Tagfahrt seine Stimme gegen den Ausgleich ab. so daß die erforderliche Dreiviertelmchvheit nicht erreicht wurde. Auf Basis dieses Tatbestands erstattete der Kreditorenvcrein von 1870 gegen M. Hornik und M. Neumark die Strafanzeige. Auf Grund derselben fand am 27. März die Strasverhandlung beim Landesgericht in Salzburg statt. Das Gericht erkannte beide des Vergehens nach § 486 b dcs Strafgesetzes schuldig und verurteilte M. Hornik zu einem Monat und M. Neumark zu drei Monaten strengen Arrests. Der Ausgleich der Textilsirma Mauthner. Aus Prag, 2. d.. wird telegraphiert: Die Verhandlungen im Ausgbcich der Textilfirma Ernst M a u t h n e r bieten Tlussicht auf eine günstige Lösung Nach den bisherigen Dispositionen sollen die Banken ebenso wie die Firmeninyaber einer Lösung zugestimmt haben, die eine lOOprozentige Ausgleichsquot- Vorsicht. Die ischechü-slowakischen Gläubiger, also auch die Prager Banken, erhalten 60 Prozent innevhallb 15 Monaten und 40 Prozent in tveiteren 27 Monaten, die österreichischen Gläubiger,, die in der Hauptsache aus Wiener Banken bestehen, erhalten in 15 Monaten 50 Prozent, also um 10 Prozent weniger als die 1schechl> slowakischen Gläubiger, an den restlichen 60 Prozent partizipieren sie in wetteren zweieinhalb Jahren mit derselben Quote wie die hiesigen Gläubiaer. Die Aufsicht über ^das Unternehmen wird ein Komitee führen, das aus der Böhmischen Unioubank, der Zivnostenska Banka, dcr Anglo>bank und der Qesterreichischen Kreditanstalt besteht. Insolvenzen. Um die Eröffnuna des Ausgleichsverfahrens hat gestern die Firma Otto M e i s r n q? r. 7. Bez, Kirchberggasse 27, angcsuchr. Aubot 85 Prozent. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über „O s m a". chemisches Werk G. m. b. H., 4. Bez.. Margaretenstraße 15. — In der gestrigen Cenatssitzuug wurae der-Konkurs eröffnet über I F. Prager u. Co., 15. Bez.. Klementinengasse 6. — Gestern fand die Ausgleickswgsatzung der G j u r i t s ch G. m. b. H statt, zu der .Herr G'uritsch durch die Justizwache vorgesührt wurde. Er befindet sich seit geraumer Zett im Landesgericht infolge mehrerer gegen ihn erstatteten B.'trugsanzeigen — Dqr Kreditorenverein meldet folgende Zahlungseinstellungen: Leopold Raffling, Schneider in Neumarkt; Hans Kaiser, Kaufmann in St. Pölten; Johann Löwin, Kaufmann in Frauenkirchen; Heinrich Ernst, Mechaniker in Maxglan (Salzburg). Erhöhung des Zollgoldaufgeldes ln Rumänien. Me die Kammer für Handel, Gewerbe und Jndustrve mitteilt, wurde in Rumänien das Goldaufgeld füi Zollzahlungen mit 4. d. um ein Drittel erhöht, so daß von diesem Tage an er,» Goldleu mit 40 (bisher 30) Papierlei umzurechnen ist. MehmSrtte in. St. Marx. Rinder. Der gestrige Austrieb belief sich auf 548 Stück Schlabtoieh. woruuter sich 401 Stück Mast- und 147 Stück Beinlvieh befanden. Bel s ch W i e r i g e m Verkehr blieben die Montagpreise s ch w a ch b e h a u v t e t. Es notierten se nach Qualität: Ochsen 0.95 bi« 1.60 S.. Stiere —96 bis 1.36 S., Kühe 0 95 bis -1.80 S. und Beinlvieh 0.60 bis 0.90 S. pro Kiloaramm Lebendaetv'cht. Schweine. Aufgetrieben wurden 2241 Schweine. - Bei ruhigem Verkehr haben »owohl Flesichwie auch Fetlschweine gegenüber Dienstag neuerlich 5 Groschen pro Kilogramm im Preise e i n g e b ü ß t. ES notierten ie nach Qualität r Fettschweine 1.90 bis 2.20 S. und Fleischschweine 1.60 bis 2.05 S. pro Kilogramn: Lebendgewicht Jungvieh. Die Gesanrtzufichr belief sich aus 2012 Kälber, 1500 Ajeidnerschweine. 134 Weibnerschafe, 4V Ziegen. 1:77 Kitze und 102 Lämmer. Primasorten Kälber konnten sich im Preise schwach behaupten. Mittlere und mindere Sorten stellten sich umf 10 bis 20 Groschen pro Kilogramm billig er. Es notierten je nach Qualität r lebende Kälber 1.70 bis 2.40 S„ Weidner 1.80 bis 3.10 S.. Fleischschweine 2.10 bis 2.60 S., Fettschweine 2.80 bis 2.60 S.. Schafe mit Fell 1 — bis 1.80 S., ohne Fell 2.20 bis 2.70 S., Ziegen 0.50 bis 1.40 S., Kitze 1.80 bis 2.80 S. und Lämmer 1.50 bis 2.60 S. pro Kilogramm. Wiener Börse. Teilweise besser. Die GosHästslsosigkeit des Vortages übertrug sich auf „den »estrigen Verkehr, so daß diemeisten Effekten mit Ermaßtlungen evösineten. Es fehlten Käufer aus dem Aus lande.,wozu loch ein größeres Angebot aus dem Inlands infolge Losung lrößerer Positionen, die ohnehin flaue Stimmung noch werter »rückte. Nur Angl oha nk, Salgo und Trifailer konnten Nlit geingen Kursavancen eröffnen. Im weiter«,. Verlaufe deS Verchres stellten sich zahlreiche DeckungSkäufe aus Prag und Audape-st ein. welche einzelnen Avbitragewerten zu maßraen dursbesserungen verhalfen. So erhöhten sich Ungar- Kredit, Srünner Maschinen, Poldihütte und Salgo, wobei letztere mol-ge der Ketpitalserhöhung im Mittelpunkte des, Interesses tanden. Aktien der Unionbank waren auf französische Rechrung in größerer Menge aus dem Verkehr gezogen und er-, »öhten ihren Kurs vorübergc.hett.d um 4100 K. In der Kulisse gewannen schließlich unter anderoin Anglobanr >000 st, ttng. Kredit 9vM> st, Trttailer 16.00t) K., Brünn« Nalchinen 27.000 K. und Unionbank 1400 K. Dagegen verloren sult-Süd 4000 K., Läuderbank, Felten und Siemens je 1000 $?., AtaatSbahn ‘ 000 st, Karpathen 3600 K. und Semperit 8500 K. Im Schranken hielt sich der Verkehr in enaev Grenzen. Tschechische Zuckerwerte lagen fest, währeud ungarische lrbitragewerte mäßige Einbußen erlitten. Schließlich erhöhten sich Lussiger Chemische um 8&.0OO St, Berg- und Hütten u« lia.QQO K., Nestomltzer und Kzyatisch^ Zucker uuiü& 16,000