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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-03 · Heft 2198 (3.4.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2198 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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&ffc s ©fe«, Frelkag 8. t|**t 1SS8 M. f!« tmt stttcht« Oßerrabbtn« Knk, feUtft tnfc fthffäWI H-rtz, woranf die CettteUt kt VniverM«« nacheinander ihre Grüße Sberbrachte« nnö NAH?« Ger« »Sichte«. La- Progra«« vnrde i»«»PerhastrrPr-zlsi»« abgewickett «ns war kurz nach 6 Uhr ßeendsi. Dach dauert« «t Jhmtatlftttft bi- In Ke Nacht hinein, eh« «an »urch die Measchemuasien wieder nach Jerusalem gelangen kannte. iFire Telegramm Balfours an Baron Rothschild. Kj. Jerusalem, 30. März. (Verspätet erutzelangt.) Swfc Balfour hat an den in Aegypten weilenden Baron Edmund Rothschild nach dem Besuch der von Rothschild begründeten jüdischen Kolonie Rischo »- le- Zio« foLzender Telegramm gerichtet: „Ich hatte dar Gluck, die jüdische Kolonie Rischon-le- Zion und andere Kolonien, die dank Ihrer Initiativ« U* gründet wurden, zu sehen. Der Anblick, welcher sich meinen Augen bot, ist überwältigend? Nirgends halbe ich bisher so schöne und glückliche stunden verlebt. Mit Freuden sehe ich, daß aus Ihrem Lebeittäverk ein« Epoche für Palästina herauf führt wurde, der eine große und glückliche Zuckunft beschiedvn ist* Rout beim polnischen Konsul in Jerusalem. R. Jerusalem, 1. April. Aus Anlaß der UmvevsttätS- «röffmrng gab der polnische Konsul in Jerusalem Herr ßubickr einen Rout zu Ehren der bei der Feier an« Wosenden jüdischen Deputierten und Senatoren depolnischen Sejm sowie der gegenwärtig m Palästina weilenden jüdischen Persönlichkeiten aus Polen. In einer längeren Ansprache gckb der Konsul seiner Begeisterung für das jüdische Ausbauwerk in Palästina Ausdruck und schloß mit dem Wunsche, daß di« angekündigten wirtschaftlichen Begehungen zwischen Polen und Palästina sich im Interesse beider Lander stetig günstig weiter entwickeln mögen. Der polnische Außenminister Über die UniversitatserSffnung. Kraka», 2. April. Minister des Ae-ußern Gvaf SkrzynSki äußert« sich in einer Unterredung mit dem Korrespondenten des „Nowh Dzionnvk" über die Eröffnung der hebräischen Universität sn Jerusalem wie folgt: „Polen begrüßt ebenso wie die ganze Kulturwott aufs herzlichste die Eröffnung der hebräischen Universität . in Fevusslem. Diese Lchranfttüt' wird «meiner Ansicht nach nicht nur die kulturellen, wissenschaftlichen und ptäkrischrn Bedürfnisse der in Palästina ansässigen Juden' befriedigen, songern sie kann meiner Meinung nach entsprechend der gegenwärtig»« Lage der jüdischen Studenten in ollen Teilen der Mett zu einer ganz hervorragenden Stätte der Lehre werden. Di« Uebertragung europäischen . Denkens und europäischer Lehre auf den Boden Asiens kann ihr die Roll« einer Leucht« geben, die zwei Weltteile erhellt. Dieses Ziel begegnet dem Verständnis aller, welche nach Befreiung der Welt streben. P.len begrüßt mit herzlicher Sympathie di« Gründung der Universität in rJer-usalem und die Wahl der Hebräisch e n als Unterrichtssprache* Glue Adresse der jüdischen Kaufleute in Pole». Der Zentralverband der jüdischen Kaufmannschaft Polens hat zur Universitätseröffnung eine künstlerisch «rSgejührte. in hebräischer und polnischer Sprache abgesaßt« Begrüßungsadress« an das Unidersitätskom'rtve ge« richtet, welche durch den Warschauer Oberrabbiner Doktor Schorr übermittelt «wurde. Die arabische Protestkundgebung. London, 31. Marz. (I. T. A.) T« Jüdische Telegvaphenagentur erhielt das folgende, vom Präsidenten de'S mohamimedanisch-chrMichen Komitees Omar Bittar Unterzeichnete Prowsttettgramm aus Jaffa: „Die mohammedanische und christliche Bevölkerung Palästinas steht in dom jetzigen Besuch Lord Balfo-urS im Land« und in dem von ihm vollzogenen Mt der Eröffnung der hebräischen Universität zu Jerusalem «in« Bekräftigung der Deklaration her britischen Regierung, di« die Errichtung eines j übt s ch e n Nationalheimin Palästina versprach, mit welcher die Vernichtung der mohammedanischen und christlichen Bevölkerung in diesem Lande verbunden ist. In allen Kirchen und Moscheen Palästina-, wurde am 25. März um Befreiung von den zionistischen Vorstößen, di« von britischen Waffen untevstüht werden, gebetet. Wir erhoben vor der Oeffentlichkeit Großbritanniens und der ganzen Wett Protest gegen di« Unbill, die »nS -»gefügt wird. Während der britische Innenminister strenge Maßnahmen gegen die Einwanderung von Fremden in England selbst ergreift, laßt eS dieselbe Regierung zu, daß unser Land von Auswanderern aus Deutschland und aus den polnischen GhettiS überflutet wird." Das Telegramm zeichnete O m a r B i t t a r. der, wie angibt, im Namen bet nationalarabischen Handelskammer. der mohammedanischen und christlichen Stammesführer. der religiösen Funktionäre. der christlichen Wo hlfahrtöge feil sch asten, der Vereinigungen von Landbesitzern. Aerzien. Pharmazeuten, Rechtsanwälten, Stenten, Handwerkern ufw. spricht. Sie BeißbuchpolM. Sie »Jim«" fifeet London. 1. April. (I. T. A.) ^TiOeS* -beschäftigen sich in ihrem LeitartÄrl vom 27. März wiedcmm mit der Lage in Palästina. Die Protestbewegung der palästinensi- Shen Araber gegen Lord Balfour, heißt eS in dom rtikel, entspringt «her dem Kummer als dem Haß.. Die feste Deutung der Bakfour-Deklaroii'N. heißt ei dort weiter, ist vielleicht in dom Schre'chenbei Kolonien Ministers aus dem Jahre 1922 zu finden, in welchem die Aufmerksamkeit auf di« wichtig« Tatsache gerichtet wird, daß die DeKavatron nicht da - ge fam t« Palästina als jüdisches Naticnalheim gestaltet fehen will (?), sondern ausdrückt. daß in Palästina ein solches Heim «rrichdet werden soll. Di« BerwirLichung die'er Idealist ein Bestandteil der britische» Politik in dieser Zeit. CS ist heute unmöglich, sich dieser Pflicht zu entziehen, und niemand, der mit eigenen Augen die Entwicklung in Palästina, ten Fleiß der jüdischen Sieder in den Weingarten, aus den Feldern von Balfeuria, sowie die jüdische Arbeit in der Schiffswerft zu Haifa gesehen hat, kann sich des Wunsches enthalten, daß die jüdische Rasse in Palästina als auch Palästina selbst gedeihe« mögen. Der Araber hat kein Recht zu klagen. In der Regel protestiert er gegen eine stark« jüdische Einwanderung sowie gegen die Beschränkung seiner Freiheit. Die britische Regierung hat während der Genfer Tagung der Mandats-.mmission nachgewiesen, daß diese Klagen unberechtigt sind. Die britische Regierung wies auf die dastehende Sin,wänderungsbeschränknng hin, und nicht nur der Völkerbund, sondern auch das britische Volk st löst anerkennen die Noiwendigkeit einer Ueberwachung der Einwanderung. Es ist notwendig, das industrielle Element aus den bereits überfüllten Städten auf iw$ Land zu bringen. Es ist ein Zwiespalt zwischen dem arabischen Politiker und dem arabischen Landbesitzer ststzustellen. Der erste« will aus dem jüdischen Bodenerwerb politisches Kapital schlagen, der letztere ist zufrieden, st in Land günstig verkaufen zu können. Di« steigende Tendenz unter den Arabern, mit den Juden Geschäfte zu machen, ist sin hoffnungsvolles Zeichen in der schweren Lage,' wie sie sich Lord -Balfour im iJahre 1917 gewiß nicht vorgestellt hat. Es sti zu wünschen, daß der durch die Anwesenheit Lord Balfourin Palästina erregte Enthusiasmus zu Fortschritten in dom Aufbau Palästinas führen soll. Es wäre schade, wenn d i c Flut der leichtsinnigen Berichte, de von der anderen Seit« in di« Welt gefetzt werden, die Perspektiv« des britischen Bottes in bezug auf die wirkliche Q*«* Palästinas trüben sollte. die flroStrfroge. RuthenverA Über die MavroniattS- Konzessionen. London» 1. AM. (I. T. A.) Bekanntlich Hst der Haager internationale Gerichtshof in dem griechisch-englffchen Streitfall betreffend die von der türkischen Regietung. im Jahr« 1914 dem Griechen Mavro« ma.tis verliehenen Konzessirnen lür Versorgung der StM Jerufalem mit Elektrizität entschieden, daß die Schatz e n-e rsa tza nspruche abgewiesen werden, obwohl die Konzessionen zu Recht bestehen. Ing. Pinkas Ruthen -erg, dem die britisch« Reg'r«vu.ng ähnliche Konzessionen für ganz Palästina gewahrt hat, äußerte sich über die Entscheidung des Haager Tribunals pe-^enubct einem Mitarbeiter der Jüdischen Telegraphenagentur wiefolgt: Die Entscheidung des Haager Tribunals kann uns n u r -b e f r i e d i g e N. Jemsalem ist eine Stadt mit einer kleinen und armen Bevölkerung, die ü'kerdies über ein sehr großes Gebiet zerstreut labt. Der Bedarf an Licht und' Kvaft ist hier kein sehr großer. Dazu kommt, daß di« Stadt auf Felsen gebaut und uneben ist, so daß di« Kosten d«r ElektrizitatSantage außerordentlich hoch stin würden. Vom geschäftlichen Standpunkt betrachtet, bietet also Jerusalem leinerlei Gewinnchancen, im Gegeneil: hätte unsere Gesell«- schaft den Bau der Jerusalemer Anlagen übernommen, so hätten wir hier all dazufetzen müssen, tvaS wir bei den einträglicheren Anlagen in den Distrikten Jaffa und Haifa als Gewinn erzielen. U-nstre Gesellschaft war dennoch 'bereit, tit Jerusalemer Anlagen zu bauen, es waren aber dafür andere als geschäftliche Gründe maß. gobettd. Wir waren sogar bereit, Herrn Mavromatis eine entsprechende S«umme für die Abtretung seiner Konzessionen zu zahlen, keineswegs aber könnten wir uns entschließen, di« von ihm geforderte Kompensation von 126.600 Pfund zu leisten; denn schließlich hätte dieser Betrag der armen Jerusalemer Bevölkerung aufgehasi werden müssen. Mr haben schon anfangs 1964 die RegieMng dahin informiert, «daß wir gegen die Ausführung der kJerustlemer Anlagen durch .Herrn Mavromatis keine Einwendungen, erheben. Herr Mavromatis wußte es, daß man seine Konzessionen nicht anfechten will, allein er hoffte, daß i-hm das Haager TrkbunaL eine hohe Kompensation für imaginäre Verlust«, zübilligen würde. Das Tribunal hat jedoch düse Ansprüche a b g e l e h n t. Herr Mavromatis steht nun vor.-der Aufsa«-«, jetzt unter noch ungünstigeren Bedingungen als ftühet an die Einrichtung der Anlagen heranzugehen, wo ja ein großer Teil der wichtigsten in Betracht kommen-den Verbraucher ihren Bedarf durch private Anlagen decken. . ...... Die Berliner jüdische Gemeinde begrüßt die | tetegtamw zur Eröffnung der hebräischen Uwkversttät na^ Universität. I Jerusalem abgusenden. Eine Festfeier in Belgrad. Belgrad, 8. April. (Avala.) Aus Anlaß der Eröffnung der ersten hebräischen Universität in Jerusalem veranstaltete di« Belgrader Zionistische Organisation in der hiesigen Synagoge eine Feier, der der Kultusminister» der. Minister für öffentlichen Unterricht, der britische Gesandte, der Rektor der Universität, ein Vertreter der Akademie und der .Bürgermeister von Belgrad beiwohmen. Rabbiner Alkalai hielt die Festrede. Auf den König sowie den jugoslawischen Staat, auf England und Palö< stina wurden Hochrufe ausgebracht. Berlin, 1. April. (I. T. A.) Die R « p r ä f e n t a «- tenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde hielt am 80. März eine Sitzung ab, in der sie sich mit dem von der jüdischen Dolkspartei au'Sgchendon Antrag, die Eröffnung der hebrärkchen.Universität zu JrmstAem am 1. April offiziell zu begrüßen, «bofaßte. Bekanntlich hatte der Vorstand der Gemeinde am 24. März bei Anwesenheit von fünf Vorstondsmitgliedrrn mit drei gegen zwei Stimmen den Antrag abgelehwt. Für den Antrag st',nmlten der Vertreter der Konservativen Gal e w s k i und der Vertreter der jüdischen Bottspartei Herr Dr. Kollenscher; gegen den Antrag stimmvwn die.drei liberalen Vertreter Wolfs, Ma* kow e r und Fuchs. Zwei stimlmlbevechtigt« Vorsteher,.ein Liberaler und ein BolkSparteiler, fthlten. Die Repräsentantenvevsammlung hat nunmehr von dem ableihnenden Beschluß deS Vorstandes kein« Kenntnis genommen und ihverseitS mit Einstimmigkeit beschlossen» ein warme- Begrüß»ngstelegramm nach Jerusalem zu senden. Vorher hielt der Vorsitzende der RepräsentantenvensaMMlung, Herr Dr. Stet», eine groß« Red«, in der er di« Bedeutung der hefräischen Umvevstiat in Jerusalem und ihres juda'stischen Instituts eingehend würdigte. ' Die Reprasentantenversammlun^ befaßte sich sodann mit dem Antrag, die National'brbliothek in Jerusalem finanziell zu unterstützen. Bor einiger Zeit hatte Herr Prof. Dr. Heinrich L o ew«, der Direktor der J«vu° salomer NationalbiMothek, den Antrag gestellt, dieser Bibliothek «ine Subventi-on zu gewahren. Diesem Antrag wurde damals nicht stattgegeben, sondern beschlossen, «wen gewissen Betrag für BibttothekSwefen i>m allgemeinen bereitzustellen. Jetzt ivurd« dieser Beschluß dahin modifiziert, daß di« jüdische Gemeinde die Summe von 10.000 Mark für Bibliothekswesen mit d«sonderet Berücksichtigung des judaistischen Instituts der hebräischen Universität rn Jerusalem 'öereitstellt. Praktisch bedeutet dieser Beschluß so vier, daß der gesamt« Betrag dem judaistischen Institut zugute kommen wird. Die Rabbiner der Berliner jüdischen Gemeinde sandten zur Eröffnurrg der he-bräischen Universität in -Jem salem ein in hebräischer Sprache äbgefatztes Begrüßungs telegramm ab. Die Fraktion der jüdischen Poltspartei in Vorstand und R^Präst ntanW ntersamnckung der Berliner jüdischen Gemeind« hat ihrerseits 'beschlossen, m in He-Mcher Svtoche nikchfaßlegrößeres ÄegvüßWig-, Feftgott-sdienst in Gossa. Sofia, 2. April. (Bulgar. Tel.-Agentur.) Aus Anlaß der Eröffnung der ersten jüdischen Universität in Jerusalem fand gestern ein feierlicher Gottesdienst in der Synagoge von Sofia statt. Der Präsident der KuLtusgvmvinbe Haim Jarchi verwies-in seiner Ansprache auf die große Bedeutung des Ereignisses für das jüdische BM. Namens der Universität von Sofia übermittelte Professor Z l a t a r s k i deren Wünsche für das Gedeihen her neuen Stätte de'S Dichtes. Während der Dauer des Gottesdienstewaren die jüdischen Geschäft« geschlossen. __ Vortrag Lbrnabblner Shaker' Mer die genrsalem« Ualverfitv. Der Präsident de» Zionistischen Aktionskomitees, Ober» rabbiner Dr. H. P. 8 h a j e S, wird unmittelbar nach seine, Rückkehr au» Erez Israel einen Bottrag über die E r S f ft n v n g der hebräischen Universität inJe* r u s a l e m basten. Mit Rücksicht aus den zu erwartenden Massenbesuch werden schon jetzt Kaftenvormerkungen im Buna» de» Jüdischen Rm. tionalsvnh», I.Bez.. gärntnerstratze 28. Tel. 77-1-88 und 77-1-8h sowie tm Sekretariat des Jüdischen Echnlverein», L Bez.. Zirkus» gaffe 83. entsegeygenommen. Näheres wird rechtzeitig bekanntge« geben werden. NoMulemag der küdkkchea VSlkerbaadllgi in der Achecho-Aoloakel. Aus Prag wird unS berichtet: Am 39. Marz fartt hier di« Konstituierung der jüdischen Bölkerbundliga für die Tschecho-Slovalei statt. Präsident ist der Ohmann des Jüdische« Nationälrates^ Dr. Ludwig S i n g e r, Generaß ftkvetär Dr. Emil M a r g u l i e S.

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