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Wiener Morgenzeitung · 1925-04-01 · Heft 2196 (1.4.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2196 (1.4.1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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^*SS^*^B^^SB^5^rrTÜM5rSj555y^j8ijjS558B5Bl|^WW^BPi Nr. SM Men, MMoch WW« M-r-en-eitunq. 1. AM 1825 I-tz« «) Kataftrovhe bei einem deutsche» ManSvrr. Berlin, 81. Mörz. (Wolfs.) Bei einer Standortsübung der Keichswehr in der Gegend von Minden, an der vier Bataillone, eine Artillerieabteilung/ Teile einer' Fahrabt.eilung und-das Pionierbataillon Nr. 6 teilnahmen, ist. beim Uebergang über die Weser eine anscheinend überlastete. F ä h r e g e s n n - ken. Ein Offizier und einige Leute der Kraftsahrabteilung Nr. 6 werden vermißt. - Nach weiteren Mitteilungen ist der Ungllücksfall dadurch entstanden, daß beim Uebergang einer Abteilung über die Weser in der Gegend von Bolcheim bei Minden eine aus mehreren Pontons gebaute Fahre aus bisher noch unbekannten Gründen gesunken bst. Ungefähr hundert Mann stürzten ins Wasser, von denen etwa die Hälfte verm iß t wird. Es ist zu hoffen, daß eine Anzahl von ihnen gerettet und in den in; der Nähe der Unglücksstätte gelegenen Gehöften und Dörfern untergebracht wurde. Die Rettungsarboiten dauern noch fort. An der Stelle, an der sich daS UnMck ereignete, ist die Ddser etwa 250 Meter breit und gewöhnlich so seicht, daß sie ohne Gefahr durchschritten werden kann. In den letzten Tagen aber, war Hoch was ser eingetreten. ' - Die Feststellung der Zahl der Opfer , gestaM sich überaus schwierig, da viele der Geretteten von zu Hilfe eilenden Zuschauern in Privatautos in die nächsWegonen Ortschaften gebracht würden. Ein Teil der Soldaten hat sich auch in die verstreuten Gehöfte der Gegend begeben, um ihre Kleider zu trocknen. Ma hofft, einen Teil der Vermißten noch in den verschiedenen Privatquartieren gerettet zu finden. Nabindranath ragore ervetfnraft. . London, 31. März. (Tel.-Komp.) Nach Mitteilungen aus -er persönlichen Umgebung Rabind.ranath Tagores hat sich > der Gesundheitszustand des berühmten indischen Dichters und Philosophen neuerdings bedeutend verschlimmert. Es ist Herzschwäche emgetveten, die zu Besorgnissen Anlaß gibt. Die Wische» Samt. Das Schauturnen des erste» Wiener jüdischen Turnvereins MakkabiS. Seit Jahren ist schon das Schaiuturnen des ersten Wiener jüdischen Turnvereins eine glanzvolle BeranM tung. Das diesjährige Turnfest hat alle früherem durch ausgezeichnete Leistungen, durch die große Zahl der mit wirkenden Turner und Turnerinnen n-nd durch das gesell schaftliche Bild übertrofsen. Wer einige Zeit die Fortschritte des jüdischen Turn Betriebes nicht verfolgt hat, nmß von dom Wachstum der turnerischen Gemeinschaft, wie es sich an diesen Davb-ietM gen, an der sportlichen Tüchtigkeit und auch an der geistigen Verfassung der jüdischen Turnbrüder und Tuvnsthwostern geigte, aus das freudigste überrascht sein. Hier wird ein - Werk der jüdischen Moderne vollbracht, das sich an sportlicher Aoußerlichkeit nicht genügen läßt und einen großen Dell der jüdischer Bevölkerung zu gesunder Aebensführung Md zur Erkenntnis des Glückes erzieht, in diesen Jahren der jüdischen Erneuerung zu leben und Zeit^onosie des Aufbaues der jüdischen Heimstätte k Erez Israel zu sein. Die Ansprache, die namens des Turnvorstandes Herr Dr. Wilhelm nach Schluß der turnerischen Bovführiingen an die Turnerschaft hielt, war m diesem Sinne gehalten und galt der Eröffnung der hebräischen Universität i n I e r u s a l e m. Ms vor der Tribüne des.Redners die Elite -der Turnerschaft in Reih und Glied stand, sah man alle Altersstufen von den Knaben und Schulmädchen bis zu grauköpfigen Männern, ein BW. das die Erfolge, die sittliche Kraft und den außerordentlichen hygienischen Wert des jüdischen Turngedankens erwies, z Die Darbietungen selbst halben nicht bloß auf die Laien, sondern auch auf die zahlreichrn der Beranftalturtg beiwohnenden Fachleute den allerbesten Eindruck gemacht. Die turnerischen Leistungen wurden vielfach als evsÄassig bezeichnet. Man sah auch -Spitzenleiftmgen, die von Mitgliedern anderer Wiener Turnvereine, ja sogar ausländischer Turnvereine kaum zu überbieten sind. . Besonders überraschten die Pflichtülbungen einer Herremiege am Barren und einer Mädchenriege am Reck. Bejübelt wurden die rhythmischen Hebungen der Kinder und ein überaus anmutiger Reigen. Veil eine Auswahl van Tu-xner und Turnerinnen vorführte. 3» der Stmmschea Narzothfabrtt. : Das wichtigste Problem, das eine moderne, dabei muh den rigorosesten rituellen Anforderungen. Rechnung tragende Mazzothfabrik zu lösen hat, besteht darin, daß mit dem ntuell Völlig einwandfradn Peffachmchl bis zur Herstellung der Mazzoth möglichstNeuig Hände manipaliere-n, andererseits aber die ganze Maschinerie, die MischaPParate und die Oesen so konstruiert fekn,. daß immöglichstkürMen ZeitraWt eme geschmackvolle, verläßlich koschere MazM erzeu-gt werden könne. Ein Rundgang durch die Fabrik der Firma M. St rum, Wien, 2' Bez., Roten Sterngasse 11, überzeugte «ns, daß es Herrn Strum im vollen Maße gelungen ist, allem Angeführten restlos gerecht zu werden. Das unter Aufsicht des Rabbmats der Wiener Kultusgemcinde hergestellte Mehl bezicht Herr Strum von der Leopoldauer Dampfmühle Max Poiller Md die vom jungen Ingenieur Stnnn entworfenen und unter Patentschutz gestellten Maschinen imd Oesen find so konstruiert, daß während des ganzen Erzeugunasprozesses die „Hände* fast völlig ausgeschaltet sind. Obgleich Herr Strum seit mchr als einem Jahrzehnt zu den anerkanntesten, strerrg orthodoxen Mazzochetzeügern gehört und unter der streriMäubigen Judenschast volles Vertrauen genießt, hat er seme MaMchsabrik unter dre rituelle Aufsicht des bekannten streng orthodoxen Mstädter Oberrabbiners Rabbi Chajim Jizechal I e r uch e m gestellt und damit jeden Zweifel an die Verläßlichkeit der Strumschen MäMh von vornherein jede Grundlage entzogen. Aber auch an Schmackl-astigkett können, -die MaWth aus der Strumschen Fabrik, in der peinlichste Sauberkeit herrscht, nicht überiroffen Verden. « - » , i - iHfrninntmiiifHii tmtirtMutttttnitm Teil > Emoitlidi nttMii Lüden mit diesem Schild: „A»»,V„L«l»trä1e r Wien, l. Uebitfaiie $>■» ( Wien, 1. April. Dir Todesfälle im Februar. In Wien sind tat Februar 0013 Personen gestorben.- Im Jänner starben 2291 und in: Febrüär des vergangenen Jahves 2126 Personen. * Auch Heuer kein« Sommerzeit, Im Wiener Dtadisenat wurde gestern berichtet, daß das Bundeskanzleramt der Gemeinde mitgeteilt hat, es sei auch Heuer dre für die Einführung der Sommerzeit in Oesterreich notwendige Voraussetzung nicht gegcheni weil die gleichzeitige Einführung in den hauptsächlichsten Nachbarstaaten nicht erfolgt ist. Ausgestaltung des Leopoldstädter Kinderspitals. Die i^Ay-einde Wien'hat, wie seinerzeit berichtet, das Leopoldstädter Kinderspital übernommen und mußte gründliche Ausbesserüngsavbeilen durchführen. In der gestrigen Sitzung des Stadtsenates wurde. beschlossen, vor allem die Bäder, die Abwaschränme und die Teeküchen «uszugestalten. " D«S Weiter. Die Wetterlage ist im Stadium vorübergehender Besserung. Die Voraussage lautet: Nordalpen vorwiegend . heiter, warm, später -Tempevaturfall, Niederschläge. Südalpen: Schönwetter, aber nicht von langer Dauer.; * Die Lebensmittelmarkte. Die Großmarkthalle hatte auch gestern günstige Fleischimporte aufzuweisen. Die Preislage blieb, der rührgem Berkchre eine unveränderte. — Der Naschmarkt verfügte.. über eine reichliche Auswahl m allen Gemüfesorten nutz Namentlich Spinat, Salat und Zwiebeln, letzter^ ägyptischer Herkunft, langten in großer: Mengen ein, sd das dre Preise m vielen Fällen herabgesetzt wurden. Für alte und Frühkartoffeln war die Nachfrage eine lebhafte. Eier und Butter gelangten in bedarfdeckenden Mengen ein.. * Äor einer neuen Brotverteuerung. Wie verlautet, steht eine abermalige ErhÄmng des Brotpreises unmittelbar bevor. Es wird ein Prers von 8700 Kronen für den Laib genannt. Tod durch LeuchtgaSvergistung. Die 71jährige Ha-usbcsiherin Kacharina Schreiner wurde am 30. März, mittags, in der Mche ihrer Wohnung, Favoriten, , auf dem Sessel Mnd tot. 'aüfstefunden. Die Küche war mit Leuchtgas erfüllt. Mr Hahn, stand offen. Höchsttvahrscheinlich liegt tödlicher.Unfall vor.. * Die Selbstmörder. Am 30. März um 3 Uhr früh sprang M 77jährige Pfrüudnerin Marie Bräunig tat Stiegenhausc des Pürgerverforgiingsheimes vom ztoeiten Stocke in Än Hausflur und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen.. Sie'syst in Sinnesverwirrung ge-handelt haben. — Die ..54jährW MeäMikersgattin Iosefine Lauterb ach sich '«'tyäüigt.- Auch der 32jährige Hausbesorger Karl H a I l n e r würbeechängt aufgesuudeil. ' Das S^rsW« Mädchen. Die/. Direktion ' des Apollöcheaters^ veranstaltete' gestern eine Pressevorführung, in der Horace. G> o l d i n, die Schbagerltuimmer. des Aprilprogramms, unter scharfer Kysttroste oes Publikums seine Zauberkünste vorführte. Er knüpft Tücher, die sich von selbst lösen, schießt einen Vogel in eine brennende Glühlampe, zaubert Fische, Kaninchen und Ganfe aus der Luft und läßt Personen, die auf.der HülM stehen, auf unerklärliche Art verschwinden. Originell ist seine film technische Neuheit. Goldin spricht mit den Leuten auf der Leinwand, erscheint plötzlich selbst am den: Fiünband und läßt die Fkl-inakteure persönlich auf der Bühne erscheinen. Der Höhepunkt der Sensationen' ist aber das Zersägeneines Mädchens in zwei Teile ohne Blutvergießen. Ein Herr aus dem Publikum hält ihre Hände, ein anderer ihre Füße und er" selbst zersägt zum Entsetzen der Zuschauer mit einer.mächtigen Säge ihren in einem Holzkasten befindljchen Leib. Die Leute sehen einander verblüfft an und fragen: Wid. macht er das. wirklich? * „Die Mutter." Dir soeben erschienene nerurie Nummer bp^Halbmonatsschrift „Die Mutter", herausgegeben von Gina Ä a.u s, enthält netzen vielem anderen eine Darstellung der Montefsori-Mechode von Lily Roubicei, der Leiterin , des Heims in der Troststraße; Dr. Else Bolk-Friedland: „Was ml dje. Mutter bei plötzlicher Erkrankung des Kindes"; Hosrat Professor Dr. Frönz: „Baby-Briefe"; Dr. Gerda Kautsky- BrüM: „Erzi-chunMragen des Alltags". Ferner eine UnterhaltanMbeilE Pr Kinder. Preis der Einzelm:mmer M0 Kränen^. HalbjahresÄbönnentent 35.000 Kronen durch die Administration. 2. Btzz.; Mniversitrtsftraße 6-8. - Der Avfb«U.Palästinas vom Standpunkte des NichtzionisteS und Richtjuden. Zu dem unter diesem Titel in Ustferrr Mrigen. Nummer erschienen Bericht über den von der Gesellschaft der .Fvsunde des Palüstinaaufbaues veranstaltetdn Vortrag Ms Herrn Äofrates Professor E h r m a n n wepdttt wir aufmerksam genlachl. daß das Schlußwort nach dem Börtrag nichtvon Herrn Regierungsrat Dr. Heinrich Knöpfmaiher, {ohbjein: .von dessen Brüder Dr. Wilhelm K n ö p fm a ch r r ^gesprochen wurde.; * Kongreß jüdischer Studenten in Italien. Wie uns aus Romberschtet ftnbet'm 12. und 13. April in P isa tz^r lKopgreß jüdischet Stwdenien in Italien statt. An den BettaMyen:/ werdc«i Mch i Vertreter des Weltvevbanves jüdischer ^tMMß./' und.'W'.'-bedeutendsten jüdischen Körperschaften I-taliests.teilnchmeüi i Aus der Tagesordnung des Korrgvesses stehen Mtürellc'und wirtschaftliche Fraqen^d-er jüdischen Gtü>dentetkschaif.t ich -Italien und ihr BechälM' zum Welt- Vdvband,^/! § Hi» PalLsttattsilm für die Wembley-AWsiellung, Wie hdr. ,^aaretz" berichtet, hat die palästinvnsisch.ER^-^vun.g bei Bhn Dolo' in Ie-Hisal'vM' oiHeit Palästinafilm für die. Ausstellung m Wembleh bLstellt, der haltpiisächlich Natnrau-fnahmen - -enthalten?! und die. .Schönheiten Paläftmaö vor Augen fuhren soll,. . j * WichliM jhWche Neuerschetnungen. Iw Verlag M. H Hg.br-«Mnn, DÄMstrt a. M-, .erschien oine Iubiläams- PrWWMbe säWWr Werke des bekannten h-öraischen Dichters H. N. H,i a lf k müd. ist dortsMst zum Preise von 14M Dollär in hier'schönm LeineMtchm erhältlich. — Der. BerW SÄ n g er ü. F r i e d l> e r g, FvAckftnst, bringt einen rvdueni.Roman des^hokannten Dr. Isaac Brauer: „Ein Kamps mn,Gött".j.unzeitgemäße 'AbhaMungen über Palästina von WÜYiMißi Mder/deM-Tito! „Um-das alte nette. Land". — Im Perlag vchr A I..-Hof manu, Frankfurt, erschienen Essays Vereine, VortrSge und Lersammlmge«. Iugendgruppe der Zionistische» tionZwische» brück en. 20. Bez-, Allecheiliaenplatz 3. Cafe Park. Heute, Vs» Uhr abends, Referat Salzbetg über: „Aktivität der Jugend", anschließend Diskussion. Erscheinen der Mitglieder Pflicht. Gaste willkommen. - MaimouideS- Institut. 8. Bez., Hetzgasse 40. Morgen (austlahmSweise wegen der Universitätsfeier statt Mittwoch), 6 bis 7 Uhr: Rab-- biner Dr. A. K a m i«k a, Talmud; 7 bis 8 Uhr r derselbe. More Nebuchint. Verband jüdischer Kriegsiltvaliden. 2. Ober-» Donaustraße 05. Bedürftige Alltglteder erhalten für die seiertaga unentgeltlich Kartoffeln und Fett. Anmeldungen am 1. Avril. Rucksack mitbringen! - Maimonidcs-Inftitut. In der am 29. März gehaltenen Generalversammlung des Vereines zur Echaltullg des MaM-onides-Instituts wurde nach einem Berichte des Schriftführers Hoftats Dr. Emil Riesenfeld über den außerordentlichen Erfolg und die überaus starke uibd xcöp mäßige Frequenz der Borlesungrn. dem Letter und der Bdrwaltüng der Dank des Vereins ausgesprochen. In de» Vor-- stand wurden die Herren Karl Altmann, RechtsaMvalr Dr. B. Herzig. Hofrat Dr. E. Riesenfeld, Oka» Iuer, Hirsch In trat er, Hofrat Dr. S. Fucks, Doktor Isidor Klarer. Jos. Dresdner. Jak Htrichhorn, Dr. N. Goldstein. David Keßler, I. Bergglaß und Jul. Gr über gewählt. Mne md KM ^Walzer" vo« «eorg Ratttay. V Wiederaufführung im Kleinen Theater in der Annagasse. Mn kann den harmloser: Salonstücken nicht böse sein. Man genießt sie wie ein Feuilleton und begrüßt sie nach Jahren wieder mit den: Lächeln eines Melancholikers. Eine harmlose Auftührnng eines harmlosen Stückes, das trotz seines mageren Erfolges von einst in den SpielPlat: der Beer-Bühnen ausgenommen wurde. Der geschickte Direktor weiß seine Stoßtruppen zu verwenden. Diesmal spielte Traute Carlsen die auf den: Seil des Ehebruches tanzende Gattin, die der Komödie die raffinierte (Patent Paris-Budapch) Schlutzpoiute gibt, nett, liebenswürdig und ttach vorgeschrieberrem Rezept verführerisch; Hans Rhode» den bchäbvger: jovialen, sich fast um den Ghehals redenden Gatten, und Theo Sh a ll, der sich allmählich steispielt und vom schüchternen Liebhaber zUm Salonhelden entwickelt, mit überaus 'Zarter, ins Detail gehender Weise dnt.Drittelt,'Renata Mord o hatte ein mtstilisiert bürgerliches Heim geschaffen, in dem sich die Fp guren mondän bewegen konnten. Leider besitzt das Theater eilte allzu' niedrige Mhrte, für.Einakter geschaffen, die leine Lust brauchen, aber Milieustücke gchen darin an zu wenig Wjno--- sphäre zugrunde. Der junge Autor (noch im-m-er jung) wurde, von: ungarischen FauttlienjauserrpuMkum mit einem Lorbeerkrmtz — auch die Trikolore fehlte nicht — geschmückt. - o r. 8ia gahr Wle«er Rel»hardt-Mae. Heute ist ein -Jahr Vorzügen, seit Max ReintzaM die Leibung des Theaters in der Iosefstadt übern-ommiew hat. Aus diesem Anlaß versendet die Direktion des Dheätvrs einen Bericht über diebisherige künstlerische Tätigkeit, dem wir folgendes entnehmen: Es gelangten dreißig Bühnenwerke zur Erstcufffchrung, unter denen „Der Diener Zweier Herren", „Gin Soamnvrnachtstrcmm", »Mrbabe mnd- Liebe" -und „Der Schwierige" die meisten AuWhvtmgen erlM-en. Neben den Klassikern Shakespeare, Caldorow Schiller. Goldoni, Gogol Mid Prosper Dkerimee fanden' von. deutschen Dichtern Hoftnannsthal, Mll» Schnitzler und Bollmöller Aufnahme ins Repertoire. Bon cbuAläM-- schen Autoren feien St rindberg. Eugene O'NeA, Sutton Bane, die Russen Andrejew, J-u-Mewitsch und Tschechow, die Franzosen Courteliue, Geraldh, Guitty, Rch, Raynckl und Savment genannt. Au der Spitze der aufgeführtvn Autoren.steht Shakespeare mit 61 Aufführungen. Max Reinhardt hat in dem abgelaufenen Jahr acht Stücke inszeniert, und zwar: „Der Diener zweier Herren", „Kabale und Lickbe", „Der Schwierige", „Dame Kobold", „Der Kaufmann von Venedig", „Schone Framn", „Ein Sotmnernachtstraium" und „König Lear". ' v r. . *. über das jüdische.- Wichtl-vben von Ghrmann: „Durchs Jahr", ferner von; R. Bmttr die Bücher „Ruch". «Wher" und ..Lied d« Kieder". Zttawiarkyr »P«lklnM«S»ite' gotangre unter Fritz St ied.r Hs Leitung zur'Erstaufführung. Gleich Srrawmskys „Feuervogel", Metruschka" u«d „Frühlingsopfer" ist sie ursprünglich für das „russische Ballett" komponiert. Die Mge Geschichte von dem Neapolitaner Pulcinella, von der schönen Pimpinella und ihren vielen schmachtendet: Liebhabern bleibt auch in ihrer Bearbeitung als Konzert'- suite (ohne die ursprünglichen Singstimmen) in ihrer pikanten Mischung von südlicher Melodik -7die Melodien sind teilweise, dem alten neapolitattischell Opernkomponiften Pergolesi entlchnt — urlräftiger, fast russischer Rhythmus und echt pariserisch anmutemden koloristischen Allotria ungemein - wirkungsvoll. Nepklassiziftisch ausgelegte alte Formen — Sinfonia, Serenata, Toccata, Gavotta, Minuetto usw. — sind für Kommerorchcher gesetzt, i-n iebeni einzelnen Instrument haust ein zu Schabernack aufgelegtes Sprühtcufelchen: Die Oboe raunzt, die Celli reißen in rhreut Liebesschmerz grimmig an den Saiten und die behäbige großväterliche Posaune läßt aufgeregte Geiffandi los, als wollte sie Koloratur stutzen. In der Tarantello ein wüstes Durcheinander, in den. Variationen der Gavotte die Oiralen dirr Eifersucht und im überrnütigev Finale die Helle Schadenfreude au.den Leiden und Launen der Verliebten. Die e-lte -Opera busifa in modernem Suitengewande! Ein ungentei-n amüsaMes, ironisch-boshaftes Klangstück,. absoluteste, gelegentlich polyrhychmische Musik voll eindringlichster Charakteristik, wie sie heute nur der in seiner Rhythmik und Agogik stets sprühende. Stvrwinskh schreiben kann. Theaterluft wehte durch den Konzerte saal, . ' fib. iS-. » i;; C Sit T ii: ' D6C 6276

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