Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2196 (1.4.1925)
- Date
- 1925-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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SKe 8 " Men , MAMH ' . . - -1 —^ -- —. .i in .... i da« Kongveß der KÄliwrkoM'Mlfsion, die sich «mit der Wckerung der hebräischen DM che und Kultur zu 'befassen hatte, überwiesen. $am ruhte der UnivechtätSgebaGe fünf Jahve, ASihn Dr. Ehairn Deiz mann wieder auMsf, der vm Jchr« 1902 zustlMNen mit Martin Buder und Bevtdld Feiwel eine ftGvischen gänzlich verschollene Pchrkst unter dem Titel ,-Eine jüdische H-chschule" herauSgab. Es war dies eine der ersten PuMlatttmen des damals gegründeten Jüdischen Verlags. M Privatdazent an der ÄnivcrsM in Gens hatte Dr. WeiMlnn Gobegew» heit, die Organisation einer Hochschule kennen zu lernen, und seine Schrift -engt von einer gvüMichsn Beherrschung der ganzen Materie. Damals stand «S für ihn Md seine Mitarbeiter aber noch nicht so fest, daß diese Universität unlbsdingt in Palästina sein müsse, Md es wurde als Sitz neben Palästina auch noch England oder die Schweiz in Aussicht Mammen. Wiederum verging mohr als ein Jahrzchwt, ohne daß -irgend etwas zur DemiMchung des Univ^tAsprojoktes getan wurde. Erst auf dem elften Zionistenkongretz in Wien im lJahve 1913 nahm der Plan konkrete Formen an, und heute kann Min objektiv feststellen, daß die Beratung und Beschlvtzfassu'Ng über die hebräische Universität den Ha-üptinhailit deS Ingresses.-bildete. In einem groß angelegten Knlturreftrat, däS Usfischkin auf dem elften Kongreß hielt, m der Vorschlag zur Gründung einer Universität den wichtigsten Teil, und dieser Vorschlag wurde vom Kongreß emsttmm'ng n-nd mit großer Begeistemug angenommen. Wie ernst es den Proponenten damals um die baldige Schaffung -er Universität war, geht am. besten daraus hervor, daß von einigen wenigen Freunden der Idee auf dem Kongreß Mt nahezu eine halbe Million Goldmark in sichere Aussicht gestellt wurde. UNimitteSbür nach dm Kongreß begann man mit den Vorarbeiten, und wiederum war «S Dr. Woizmann, der .sich vollständig zur Verfügung sollte. ES ist kein Geheim-. nis, daß es seiner. Initiative und Tatkraft beinahe gelungen war, die Finanzierung des gewaltigen PrchÄts für Iah« hinaus stchorzustellen, und wäre nicht der Krieg dazwischen gekommen, so Wien wir höHsiWahrscheinlich heute bereits die hebräische Universität in Jemsalsm. Die gewaltige Umwälzung, die der Weltkrieg hervorgerufon hat und die dem jüdischen Voll wie so dielen anderen Völkern die Erfüllung Jahrhunderte alter Träume brachte, hat aus dem Träger und Exponenten des Universitatsgsdanlens den berufenen Führer des jüdischen Volkes gemacht, der dazu Ersehen wurde, unsere unverstchrbaren Wchtt vor dem Forum der Welt zu vertreten und zu veswirmche». Aber ft men LNkingsgedanftn hat der Präsident der Zionistischen Orga-rrrsatton niemals mrfgegebm. Seine Noch wchttttd ve8 Krieges nach Gvez JstM unternommen« Reife im Frühjahr 1918 galt m der Hauptsache dar Grundsteinlegung der hebräischen Universitär auf dem SkopnS, und in der von so viel Wundern und Romantik erfüllten Geschichte des Aufbaues von Erez Israel wird dieser Akt für immer denkwürdig Mibe». Ms Dr. Wchman-n im Führe 1921 zum erstenmal nach Amerika fuhr, um für -den Keren H a j e s f o d — als dessen erfolgreichster Werber — zu arbeiten, da hatte er Mter an-derem -den festen Plan gefaßt, die materielle GmMage für -die möglichst rasche Errichtung der hebräischen Universität zu schaffen. In seiner Begleitung befand sich damals bekanntlich Prof. Akbett Einstein, der es sich angelegen sein ließ, die jüdischen *' Intellektuellen Amerikas zu einer Organisaii-on zusammen^ zuMchck, um die Sammlungen für die Universität auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen. Wie stark der Gedanke der hsbräischon Universität speziell in Amerika Wurzel geschlagen hat,' geht am besten davaius hervor, daß die zwei größten Spenden für die Universität von dort gekommen sind. Für 3k Weizmann wird die EröfftnL-ng der hebvLischen. Universität ein Tag hoher Genugtuung sein. Für Erez Israel und das jüdische Volk %t es ein Festtag, würdig der Große und des Ruhmes unserer Vergangenheit. Am jüdische Akademie der Men« schäften. Ein Vorschlag tarn Dr. Max Rosen. 1. Sitz ist in Jerusalem. Zweigstellen in NÄv-Aork, Berlin Wien und Warschau. 2. Armentativn erfolgt durch die großen jüdischen Korporationen und Stiftungen (KultUßgemeinden, Natwnaffvnds, Äolonialban-k ujw), eventuell Gründung ebnes speziellen Kulturfonds. Z. Ordentliche Mitglieder: nur Juden. Außerordentliche: nur Juden. Korrespondierende MWieder: auch Angehörige anderer Nationen. Ghremnitgliederr auch Angchorige anderer Rationen. 4. Ziele Md Aufgaben. Unterstützung und Förderung der Wssenschch und ihrer Mdischen Bevtreter. Schaffung Mes gebstigen'Zentrums der Iudeuheit und Zusammensassu^ der heut« zerstreuten und zersplitterten jüdischen wisstnschafTichen Arbeiter in einem international anerkannten wissenschaftlichen Zentralinstitut. Diä Art und Weise der inneren Organisation der jüdischen Akademie der Wissenschaften kann sich an diejenige der 'bereits bestehenden europäischen Akademien der Wissenschaften anlHnen. Ein« besondere Aufgabe muß. «8 bilde», daß die jüdisch« Akademie der Wissenschaften dort supplierend eingreift, wo jüdische Wiflenschaftler wegen ihrer ZugchörMir $wtt Judentum oder inftikge anderer Hindernisse in ihren ZugchörigkeitSiländern nicht die entsprechende Würdigung finden. Wiener Myraemettunvt. 1. AM 1926 Nr. 9198 5. Alljährliche Prämiierung der dösten Mischen Arbeiten, auf allen wissenschaftlichen Gebi-eben. Ausr-üstug von wiffeuschaststchen Expeditionen, Gründung von jüdischen Jnstitutenzur wissenschaftlichen Forschung sowohl nn/MliD^HaNde als auch im Galuch. < Bofostbere Aufgabe: Evstrschustg her' Mische» Geschichte aller .Zeiten md objektive FeMlliMg der geschtchtlichen Tat-. ' ach e n. Di« Mische . MLemie der Wissenschaften tritt M gleichwertiges Mitglied -in die Reihe der schon bestehenden Akademien der Wissenschaften der auverdn Rationen mit deffWit Recht»« und Pflichten und hat die besondere Pflicht» da- Ebnvernchmm der Rationen, den allgemeinen Frieden und die göMseitig« HHe und BrüdeÄichSeit Unter den Nationen zu Order«. Rationaler Chauvmi-NluS, politische.Änftitigkebt und religiöse völkische Intoleranz darf niemals Platz greifen und ist »in Aus« chließun-gsgrund von der Z-ugchörigjkert zur Mischen Akademie >er Mssenschchten. Qdjckivität und wifsenschMichs Forschung» Liebe zum Judentum Md zm ManMtff müssen die Fundamente sein und bleiben. W wird ailft auch eine vornchn«'Auf» gäbe der jüdischen Wademi« der Wissenschaften bilden müssen, alle auf internationaler Solidarität. fützMen Institutionen zu fördern und zu unterstützen oder di«'Gründung von solchen änzuregen (>zum Beispiel - Gründung einer internationalen Akademie der Wissenschaften usw.) und dort freiwillig miizuwirken, wo er sich handelt, Streitigkeiten zwischen einzelnen Nationen als unpärteiische und unvoremgenommeue Schiedsriäster zu schlichten. ZivMWe SeMvn Prater Heute. 8 llhk abends, inMdmann- Laak (neben Lustspieltheater, v!S.a-diS Cafe Winkler) leierliche Serl»mil«»z anläßlich der Eröffnung der Universität. Sprechen werden die Herren: Dr. Finketfiei«, Dr. W. R. Äelbtt» Dr. Löwenherz» Vizepräsident der Israel. LultuSgemetnde, und Dr. Tortakowrr. Jus«, erscheinet tu Mnsime! Um 1l> Uhr abends findet aus demselben Anlaß für geladene Gäste ein FestkommerS tm eigenen Heim, li. Jmgstraße 8, statt. Univerfilötsfeiem in Men. Heute abends findet im Großen KonzerkhauSfaal die Fefffeier der Wiener jüdischen Studenten» schüft statt. Beginn halb 8 ttl»v Die jüdische Tischgesellschaft Innere Stadt 'Mt 'heute um 8 Uhr abends im Taft Siller, 1. Bez.» Schwedenplatz (Mezzanin), ihm UnÜdeLsiA'sseie^ Direktor' Dr. Gbkior K e t k n e r spricht Über: „Die hebräische - Universität als Krönung «des jüdischen Schu-lwerkes".' Gaste willkomW-n. * Der Verein T i k w a t h I e h u d a Mt heute in feinem Lokal (8. Bez., Bennoplatz 1) um Mb 9 Uhr abends eine Festsitzung ab. Die Festrede hält »Herr Doktor Alfred Löwy. . Die jüdischen Jugendorgallifattonen in Wien veranstalten morgen um Mb 8 Uhr abends eine Feier im Feftsaale des Hotel Continental, bei der Herr Direktor Dr. B. Ä e ll n e r vom Jüdischen Realgymnasium die Festrede halten wird. . ' v Anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem bleibt das Zionistische Bureau heute geschlosser * Im Tempel in der Siebenbrunnengasfe findet movgen um Mb 8 Uhr abends eine FestverfaMmluNg statt. Festredner: Rabbiner M.ehrev und Herr Ludwig Bato. *. Die B e z i r k s s e k 1 i o n 6-9 der Wiener Kultusgemeinde (Obmann Architekt Edmund Melcher) hat zur Universitäiseröiffnuntz in Jerusalem ein Begrüßungstelegramm abgesendet. Vertretung M Uonistischen Landeskornitees für Oesterreich. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich M den L«iie-r des Wiener PaNsttuaamtes Herrn Dr. Nahnm Blauer, der sich zurzeit in E-re-z Israel befindet, mit stiner Vertretung bei der GröfsnUngWer ibetraui. Eine Kundgebnng der Innsbrucker Kultns» gemeinde. Am 27. März fand, wie uns aus Innsbrull berichtet wird, eine Festsitzung des Kultusrates der Innsbrucker jüdischen Kultusgemeinde anläßlich der Eröffnung der hebräischen Univ^rsttät in Jerusalem statt. Der Vor» sitzende, Herr Danhauser, würdigte in eindrucksvollen Worten die Bedeutung der UnivevsitätSeröffnung, wöbe er bosonders die Bedeutung dieses Ereignisses für das'gesamte Judentum ohne Unterschied der Parteien her« vorhob. Das'; zionistische Vorstandsmitglied, Herr S. Graubart, brachte folgende zwei Anträge ein: 1. Anläßlich der, Unjversitatseröffnung.ein Glückwunschtelegramm an den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Prof. Weizmann, zu senden. 2. Aus dem Anlaß dem Keren Hajessod «in P r o« zeyt des Büdgets, das sind fünf Äillionen Kronen, zu widmen. . Beide Anträge wurden einstimmig aMnorntnen. Keren-Hajessod-Zeichnuna der KultttS» gemeinde Hodonin (Göding). In der am 29. März stattgefundenen Festausschuß^ fitzung der Kultusgemeinde Hodonin (G2ding) wurde aus Anlaß der Eröffnung der hebräischken Universität in Jerusalem beschlossen, dem Keren Hajessod dm Betrag von 1000 tsthech. K. zu widmen. Der FestkonrMsrS der Wiener jüdischen Eludentenschaft. In dem festlich tzeschMckten Saale des Hotels Co«< tinchtal fanden sich ÄmStag den 28. Mrg, abends, über EiMdung der Wiener akademi^ckM Verbindungen Kadimah, Anitas und Mkkabäa die Angehörigen samt-, licher. Wiener jüdischen Studentenverbindungen uud sonstigen studentischen Organisationen ein, um das große Ereignis der UniveMtse^ffnung gemeinsam zu feiern. Zum erste» Male waren Äi einer jüdifch-studentischen Feier jüdische Universitätsprofessoren in größerer Anzahl zu sehen. Die Leitung der österreichischen Zwmstischen Organisation war durch den Präsidenten, Herrn Doktor Jakob Ehrlich, den Vizepräsidenten Dr. Leo Goldhammer, Gemeindrrat Dr. Leopold Plaschkes und Generalsekretär Dr. Gelber vertreten. Die drei Längstafeln boten zu wenig Platz für die vielen Teilnehmer, die alle eine feierliche und freudige Stimmung erMte. Mt dem ' Wichen KowmerSzeremoniell eröffnet Herr Dt. Fritz Weiner (Kadimah) den Abend. Nach Absingen' der „Hatikwah" hielt Herr Dollar Isidor Schallt die Fefttede. In geistreichen Ausührungen legte der Redner die Bedeutung des Ereignisses dar. Er verlängte von der Jugend, daß sie des Ethos des Mischen Volkes eingedenk bleibe und seine 2M)jährlge Tradition sortsetze. Er gedachte des toten Führers Herzl Und richtete an die anwesende akademische Jugend den Appell» im Sinne des Verewigten bei der Vollendung -feines Werkes mitzuarbeiten. Den Gruß der Zionistischen Organisation überbrachte Präsident Doktor Ehrlich, der auf die RotweMgllll hmwies, daß dir jüdisch-akademisch: Jugend sich endlich beim Feiern ähnlicher Anlässe eigener Formen bediene. Namens der jüdischen akademischen Lehrer legte Hosrat Pros. Dollor Frankfurter die Bedeutung der Schaffung der hehrätschen Universität für die Entwicklung oes jüdische» VMS dar. Herr Köftler (Senior der I» A. B. „UnitaS") be-» tonte in feiner Rede die Bedeutung der hebräischen Universität für die'jüdische Freiheitsidee. Die jüdische Couleu> studentenschast habe in der Diaspora die Erniedrigungen des Numerus clausus und des Waidhofmr Prinzips, dos .jeden Sohn einer jüdischen Mutter der Ehre bar erklärte, erlebt und zurückgrwiesen. Es sei ihre Pflicht, ln dev Universität ln Jerusalem eine wahre Stätte der Lern- und Lehrfreiheit zu schaffen. Die ÄusgM der jüdischen Stichentenschaft sei es, nicht stehen zu bleiben und auf kein Kompromiß einzugehen. Unser Ziel, das uns immer vorschwebt, und von dem es kein Abirren gibt, st das stete jüdische Volk. Es ist ein tiefes Symbol» daß die Errichtung der Universität von dem 13. Kongreß dem Bar-Mizwah-Kongreß des Zionisnms, beschlossen worden ist. Bon auKwärtigen Studentetcküvporattonen waren ver« treten: Hasmonea» Häatid, Zephira (Czernowitz); Charitas (Graz); die Vereinigung jüdisch-russischer Studenten in Wien Hechükver und andere Mhr. PamenS hes GosamtverbandeS jüdischer tzochschüler Judäa und der anderen Wiener' Verbindungen sprach Herr Ban Jakob, namÄrs der Wiener jüdischen MittelWlerschast' .Herr Benno S e n d r o w i e z, der die Erwavwng auSsprach, daß sich die Wiener jüdischen Akademiker wieder ihrer Führerrolle bewußt werden. Kuttdgebunst des Mnimonides-Jttstituts. ,Jn der am 29. März abgehaüenen Gonerailvttsammlang des Vereins zur Erhaltung des Instituts wurde über Antrag des stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Berth. Herzig beschlossen» -den Leiter und Ha-nptdoztnien Herr;« Rabbiner Dt. Kamin k a zu ermächtigen, an die Universität in JevuMnl anläßlich der Eröffnungss>e.i'er namens des Maimonides-JnstitutS eine telegraphisch« Begrüßung zu senden. In seiner Vorlesung Montag abends teilüte Herr Dr. Kaminka der Zuhörerschaft mit, daß ein Radwwlvgramm berells abgegangen ist -und würdigte die Bedeutung der neuen Lehrstätte ln Jerusalem. MeAntegunz. Gründung eines Herzl-Klubs in Wie»«. Zum heutigen Tage» an dem in Jerusallem die hebräische' Universität eröffnet wird, schreibt uns Herr Alfred May: »Ich lade alle alten Zionisten Wiens ein, sich am heiutigen Tag« zu einem Klub -ufammeuzuischließon, der den Rameir unseres verewigten Führers, der hier lebte, wirkte und stavb, trag«» soll. Wien, in dessen Erde Dhecvor Herzl und seine ersten Mitarbeiter. Kah»r, Kokesch und Marmorek ruhen, Wien, in -essen Mauern Schn lerer und K re mene tz'kh, Leon Kellner und Heinrich Aork-Steiner Und viele andere in derBe-yogung bökannto Männer leben, Wien soll heute die Gründung eine- „Herzl-KluLs" begehen, in dem sich alle alten ZionSpioniere, unbeschadet Hrer sonstiM Einstellung KN ben vevschievenstW Problemen, zusamwenifinden. Dieser Klub soll gleichsam der Brennpunkt zionistisch-gesellschasttichen Lebens weMn. Mr, Wie der Schreiber dieser Zeilen, der seit 28 Ich», reu der Bewegung angchört, die Anifünge des Zionismus in i de:t verschiebenstm Ländern miterlcht hat, wich es ihm nach^