Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2194 (30.3.1925)
- Date
- 1925-03-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981279--22357-3009761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
GeA f den, Montag Miene« 80. Mär» 1SSS 9b. *m %DXS NEUE PXLASTINX# ..«Mii«W»«WWWMk? Sie Verwendung der Keren-Sajesiod- Selder in Srer Israel. Während des Monats Jänner 1925. Immer großer wird die Zahl der Juden, welche irch für das wichtigste Frnanzinstrument de» PalastinaaufbaueS den Keren Haftsiod. besteuern. Di« periodiqche Berichterstatlung über me Berwenduna dieser Steuergelder ist Pflicht der jüdischen Poesie. Auf Grund von Mitteilungen der Palä« ltinaexekutiv« veröffentlichen wir nachstehend auHugSweift den Rechenschaftsbericht über den Monut Jänner 1925. (Eingänge Im Jänner erhielt die Exekutive vom Keren Hajesiod 88.892,34 ägypt. Pfund, das ist um 800 ägypt. Pfund weniger als das Monatsbudget von 30.367 ägypt. Pfund. Hiebei ist ein Betrag von 4VO0 ägypt. Pfund nicht berücksichtigt, den der Keren Haftssod am 81. Jänner überwies und der in den Büchern der Palästinaexekutive erst rm Februar eingetragen ist. Ausgabe«: Kolonisation: Die Ausgaben des KolonisationSdepartementß betrugen im Jänner 7003,46 agypt. Pfmck, wodurch sich die Ausgaben für die ersten vier Monate auf 96.293,63 ägypt. Pfund erhöhen, gegenüber einem Oesamtbudget von 125.000 ägypt. Pftmd. Im Jänner bereiteten die Siedler den Boden für di« Sommerernten vor. Wegen des schlechten Wetters wird bedauerlichevweise mit einer sehr ungünstigen Ernte zu rechnen sein. SS stellte sich ein mehrere Tage dauernder Frost — ein für Erez Israel sehr ungewöhnliches Ersignis — ein, der großen Schaden unter den Gemüsen, Obst und Feldfrüchien anrichtete. DaS wärmere Wetter im Februar übte einen wohltätigen Einfluß auf die Feldfrüchte aus, aber unter den Farmern herrscht große Besorgnis wegen des Mangels «n Regen, und es wird eine große Schädigung der Ernte befürchtet, wenn sich nicht innerhalb der nächsten Wochen Ragen einstellt. — Während der letzten Zwei Monate widmeten die Siedler einen beträchtlichen TeÄ ihrer Zeit der Anpflanzung von Bäumen und SLmLingen. Weite Strecken wurden mit Obst- und Waldbäumen bepflanzt, deren Zahl im nächsten Bericht angegeben werden wird. i/Zehn Jemenitenhäuser wurden in Rischonle-Zion fertiggestellt und ihrem Zweck übergeben. Auch der Bau der 28 Ställe in Kfar-Malel und der zweü Häuser in Gederah schreitet fort. Der Bau der Wafferreservoirs der Schechunath-Borochov-, der Giva- und Kfar-AeHesket-Gruppen wird fortgesetzt. Die Ställe in der Kolonie Kfar-Uria werden bald fertig sein, während neue Kontrakte für den Bau von Küchen in dieser Kolonie gezeichnet wurden. In allen Kolonien, besonders den neuen, werden Hühnersteigen angelegt. Mit der Achusa London A wurde für die Ansiedlung von 20 Familien auf Böden von 2000 Dunam in Kerkur, die die Achusa nunmehr auf den Jüdischen Nationalfonds übertragen will, ein Abkommen getroffen. Der Verkauf von landwirtschaftvichen Produkten durch den H a m a s ch b i r ergab im Jänner die folgenden Resultate: Milch 2420 ägypt. Pfund» Gemüse 193 ägypt. Pfund, Geflügel 118 ägypt. Pfund, Eier 96 ägypt. Pfund, diverse Artikel 35 ägypt. Pfund, insgesamt 2672 ägypt. Pfund. Die Gesamtsumme der verkauften Produkte für die ersten vier Monate des Jahres betrug 10.643 Lgypt. Pfund. Für die Bewässerung des Emek werden gegenwärtig Pläne ausgearbeitet. Der Keren Hajesiod hat einen 80pferdekräftigen Diesel-Motor bestellt, der die notwendige bewegende Kraft für die Irrigation der Böden von Dagania und Kinnereth liefern wird. Auf diese Art wird das Bewäsierungsproblem dieser beiden Siedlungen gelöst. Die Instruktoren des Kolonisationsdepartements bereisen die Siedlungen regelmäßig und erteilen in den verschiedenen Zweigen der landwirtschaftlichen Arbeit Auskunft und Rat, und zwar über die Verwendung von Düngemitteln, Reihensolge der Ernten, Bekämpfung von Feldseuchen usw. Schulwesen: Bis zum Ende Jänner hat die Paläst'maexskutive ihr volles Budget von 20.000 ägypt. Pfund gezahlt, das zur Deckung der Lehrergehälter bis Ende Dezember reichte. Der Rest muß von anderer Seit« bestritten werden. Ferner wurde der Betrag von 250 ägypt. Pfund als Monatsbudget des Technikums in Haifa zur Auszahlung gebracht. Oeffentliche Arbeiten: Die Ausgaben dieses Departements betrugen im Jänner 2917,89 ägypt. Pfund, waS die Ausgaben für die ersten vier Monate auf 13.076,43 ägypt. Pfund erhöht. Die Lage auf dem ArbeitSmarkl blieb auch im Jänner zufriedenstellend. Laut einer durch die Arbeiterorganisation aufgestellten Statistik betrug die Gesamtzahl jüdischer Arbeiter in Palästina am 1. Jänner 14.3 56, wobei Angestellte. HandweÄer «nd Lehrer n'cbt berücksichtigt Hrd, Der „Solel-Boneh" berichtet, daß er vom Beginn seiner Tätigkeit im Mai 1924 bis Ende Dezember 1924 neue Kontrakte über 127.930 ägypt. Pfund, also annähernd 16.000 ägypt. Pfund im monatlichen Durchschnitt erhalten hat. Der Gesamtwert der in Händen befindlichen Arbeit betrug am 1. Jänner 55.000 ägypt. Pfund. Zusammen mit der für di« I. C. A. unternommenen und während der letzten viereinhalb Jahre ausgeführten Arbeit wurden 880.930 ägypt. Pfund umgesetzt. Die beim Solel- Boneh beschäftigten Arbeiter zählen durchschnittlich 170 0. DaS eingezahlte Kapital M Solel-Boneh betrug pro 1. Jänner 12.653,55 agypt. Pfund. Gegenwärtig werden Plane zur Ausbeutung der Steinbrüche in Jerusalem, Migdrl bei RaS-el Ein und Jaffa durch den Solel-Boneh auf guter kommerzieller Grundlage vorbereitet. Dank der bahnbrechenden Arbeit des Solel-Boneh in der Entwicklung dieser Stoinbrüche» finden die durch die jüdischen Arbeiter behauenen Steine ausgedehnte Verwendung bei Häuser- und Straßenbauten in Jerusalem und Tck-Awiw. Einwanderung: Di« Ausgaben dieses Departements betrugen im Jänner 3188,24 ägypt. Pfund, wodurch das bewilligte Budget um zirka 800 ägypt. Pfund überschritten wurde. Schätzungsweise kamen im Jänner zirka 1860 Immigranten (unter denen sich auch zurückkehrende Altcmsäffige befanden) ins Land. Die Mehrheit kam auS Polen (964 Einwandrer), Rußland stellte 380, Litauen 106 und Aemen 72 Einwanderer, die über Aden kamen. Die Bewegung in den Einwandererlager n vollzog sich, wie folgt: Jaffa: 35 Einwanderer waren im Lager am 1. Jänner 1925 124 , kamen in» Lager während de» Monat» 159 115 „ »erließen da» Lager während de» Monat» 44 „ -erblieben im Lager am 31. Jänner 1985 Haifa: 46 Einwanderer waren im Lager am 1. Jänner 1925 98 „ kamen in» Lager während de» Monat» 144 " 138 „ verließen da» Lager während de» Monat» 11 „ waren im Lager am 31. Jänner 1925 Jerusalem: 59 Einwanderer wurden wä^wnd de» Monat» unterhalten Ein Betrag von 897,94 ägypt. Pfund wurde den Einwanderern i» Form von Darlehen vovgeftreckt und 600 ägypt. Pfund wurden für die Beförderung von Chaluzim und Flüchtlingen von Europa nach Palästina ausgegeben. Handel und Industrie: Darlehen in Höhe von 244 ägypt. Pfund wurden seilendes Departementverschiedenen Betrieben bewilligt. Das Departement für Handel und Industrie gewährte in den Jahren 1923 bis 1924 insgesamt 90 Davlehen im Betrage von 7857,58 ägypt. Pfund auf deren Rechnung 956,60 ägypt. Pfund einkaffiert wurden, so daß noch pro 1. Jänner 6900,96 ägypt. Pfund auSstehen. Bibliothek: Die Ausgaben wahrend des Monat- Jänner betrugen 115 agypt. Pfund. Die Entwicklung der hebräischen RationalbMothek während der letzten Jahr« ergibt sich auS den folgenden Zahlen: Als die Palästinaexekutive die hebräische Nationalbibliothek im Sommer 1920 übernahm, besaß sie 32.000 Bände. Am 1. Jänner 1921 gab es 34.000 Pände und am 1. Jämrrc 1922 46.000 Bände, am 1. Jänner 1923 60.000 Bände, am 1. Jänner 1924 70.000 Bände und am 1. Jänner 1925 85.000 Bände Tie Durchschnittszahl der Besucher beträgt pro Monat 2000. Ungefähr 1200 Personen entleihen Bücher und die Zah' der verliohenen Bücher pro Monat betragt 2300. Das Bwdgetkonto der Palästinaexekutive pro Jänner. Eingänge: Aegr-vt. Pfund 1. Keren Hajesiod, London. 22.292 34 2. Eingänge i conto früherer Budget» . . 978.83 3. Ueberschuß der Ausgaben über die Ein- ... . 2.595.18 »8*5.7» Ausgabe»: , Aeghvt. Pfund 1. Kolonisation.. 7,003.46 2. Schulwesen.. 6.000 — 3. Immigration .... ........ 8.188.24 4. Gesundheitswesen.- . . , . 2.443.86 5. Landwirtschaftliche Versuchsstation . . . 1.479.50 6. Oeffentliche Arbeiten.> 2917.89 7. Spezielle Ausgabe«. 682.64 8. Handel «nd Industrie ........ 856.64 9. Universität . . . .. 85.78 10. Universitätsbibliothek .. . 116.- 11. Technikum in Haifa . . ... 250.— 13. MiSrachi-Organilatio« ........ 602.60 18. AdministrativuSunkoste» ...... . . 1.790,44 ».«.» I Sie SrWießuns fee« Mschonsebiete« in Palästina. Bekanntlich hat die P. L. D. C. in Gemeinschaft mit > den Gesellschaften M e s ch e k und American Zion Commonwealth daS Kifchongebiet zwischen Haifa und Akko erworben. Dieses Gebiet ist trotz jahrtausendlanger Verwahrlosung noch immer daS fruchtbarste Tal Palästinas, da es vom Fluß Kischon ausreichend bewässert wird. Das Kischontal soll nun durch eine Reihe großzügiger und kostspieliger Plane der intensiven Landwirtschaft erschlossen und der Produktivierung zugeführt weoden. Die genannten Gesellschaften haben nicht allein die vollkommene Asianierung dieses riesigen Areals in Angriff genommen, sondern auch den Ausbau eines schiffbaren Kanals zum Mittelländischen Meere, wodurch daS gesamte Kifchongebiet auch mit dem Seehandel und -Verkehr verbunden werden soll. Die Pläne sehen auch die Unterbrechung dieses für intensive Landwirtschaft und Zuckerplantagen vorzüglich geeigneten Gebieter durch die Errichtung einer städtischen Siedlung als Strandbad und Seekurort im Zentrum dieser Fläche zwischen Akko und Haifa vor. DaS ganze Gebiet wird demgemäß in mehrere verschiedene Zonen geteilt: 1. Das unmittelbare Gebiet des Kischonfluffes, dem ein neues Bett im Anschluß an den schiffbaren Kanal gelegt werden soll. 2. DaS genannte Gidrugebiet für intensive Landwirtschaft mit mindestens 20 Dunam pro Wirtschaft. 3. D« geplante Stadt als Seekurort. 4. Ein Industriegebiet für die Verwertung von Zuckerplantagen usw. Bon diesem Terrain wird daS Gidrugebiet bald soweit erschlossen sein, daß mit dem Verkauf der einzelnen Grundstücke bereits begonnen werden konnte. Nach dem Aufteilungsplane ist dieses Gebiet in Parzellen von je 20 Dunam eingeteilt. Die erschließende GeseUchasi (MeschÄ) übergibt diese Grundstücke an die Käufer in anbaufähigem Zustande, wobei der Grundpreis von vornherein so gestellt ist, daß er schon die Kosten für vollkommene Asianierung, ferner Straßenlogung und Bewässerung mit Wasserzuleitung bis zu jedem einzelnen Grundstücke einschließt. Dieses Gebiet eignet sich vorzüglich für interrstve Bodenkultur, Gemüse, Obst und sonstige Gärln.'reiprodukte, sowie Eier, Geflügel, Milch und Butttr und werden diese in der nahegelegenen Hafenstadt Haifa und der auf diesem Gebiete neuzuerbauenden Kischon^ stadt sehr lohnend« Berlvertung finden können. Mit der Parzellierung dieses sehr fruchtbaren Gebietes, die das Vordringen der jüdischen Siedlungstätigkeit bis gegen Akko ermöglicht, haben die Gesellschaften P. L. D. C. und Meschek eine empfindliche Lücke ansgefüllt, indem sie nunmehr die vielfachen stürmischen Anforderungen nach gutem, Lewäsierbarcm Boden in Stadtnahe, sowohl in Palästina selbst, als auch in ganz Europa befriedigen können. Die Landwirtschaft in Palästina selbst bekundet lebhaftes Jnteresie für das Gidrugebiet. Die Gesellschaft steht aber auf dem Standpunkte, daß es wünschenswerter ist, mit Finanzmitt>ln auS dem Galuth die nationalen Kaufkräfte im Lande zu stärken. In den Fällen, wo die in Erez Israel ansässigen Juden Böden für sich kaufen, nimmt das nationale Kapital nur eine andere Form an (statt Geld Grundstücke). Die Summe der Kapitalien und der Werte bleibt aber unveränderlich; wenn aber aus den Olaluth-Quellen neue Mittel zufließen, wächst auch das nationale Kapital in Erez Israel und seine Verwendungs- Möglichkeiten für alle Bedürfnisse der Landeserschließung. Mangelnder Rege« in Palästina. Das ungewöhnliche Wetter Im Jänner und Februar hat nach einem Bericht des landwirtschaftlichen Departements der Zionistischen Palästinaexekutive eine sehr bedauerliche Einwirkung auf den Stand der Ernte gehabt. Im Jänner war-diesmal die ungewöhnliche Tatsache emes mehrtägigen Frostes zu verzeichnen, der einen erheblichen Schaden auf den Feldern ungerichtet hat. Wenn auch die im Februar einsetzende warme Witterung Sie Frostschäden einigermaßen wieder gutmachte, Iteht jetzt die palästinensische Landwirtschaft vor einer neuen, ast katastrophal zu nennenden Erscheinung. E» ist im Februar aum Regen gefallen, und wenn nicht sehr bald noch Regenwetter einsetzen sollte, wird die Ernte in ganz beträchtlichem Ausmaß bedroht sein. Darlehen de» Keren Hajesiod für Wegebau. In wachsendem Maß nimmt der Keren Hajesiod die Lasten des Wegebaues zwischen den Siedlungen in den verschiedenen Teilen Palästinas aus sich. In den ersten vier Monaten 5666 wurden insgesamt 18.000 La. Pf. vom Keren Lajesipd an das Arbeitsdepartement der Zionistischen Palästmaerekutive für Zwecke de- Wegebaues auöaeltehen, im Monat Jänner allein 3000 Pfund. Die Ausgaben verteilen sich hauptsächlich auf die Straße Jawniel—Betgan in Galiläa, auf ein Darlehen an die rumänische Achusa „Sir Herbert Samuel" auf dem Karmel, auf die Straße von Rechawia bei Jerusalem und Tel-Nordcm bei Tel-Awiw. 948 Pfund wurden als Darlehen für die Ueberführung von Chaluzim in die Kolonien gewährt. 76.618 Palaftinareifendß im Jahre 1924. Laut einem Bericht der Märznummer des offiziellen „Commercial Bulletin" kamen während de» Jahres 1924 70.613 Personen nach PqlLstino. In dieser Zahl find die Touristen^ Pilgrims, Einwanderer zu dauerndem Aufenthalt und ruckkehrende Palästinenser inbegriffen. — Im Jänner 1985 betrug die Zahl der Ankömmlinge in Palästina 2886: außerdem kehrten in diesem Monat 1019 Palästinenser hierher zurüch