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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-29 · Heft 2193 (29.3.1925) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2193 (29.3.1925)
Date
1925-03-29
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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13 «Bim, Smm«,_Wiener Mo»a«nM«n4_W. Mrz 192S fh. ms kvitische Lage brüten. Dom AMich nn Nnterrichts-bu-dget dmch die Zionfftffche Ovganffation sttht auf der anderen £cite tit«( archhniHe Dteiyermtg der Emahmen auS den SchusgeLern gogeM»er. Es mutz 5«« Lobe und zur Ehre des lüfe*}«*« Jffchtttvs ststgestellt werden, daß er sich seiner Pflicht dom UnterrichtSwosen gegeEer voll bewußt tst und fetaer Micht auch nochSommt. Dm 7000 Sgypt. Pflrnd im Jahre 1918 stiegen bk Einnahmen an SchulgÄdeiin im Jahre 1883 auf 28.000 ägypt. Pfund, einen Votteg. der der LePumMchtgr«fct des JflchurvS so ziemlich entspricht. Die gvohe Reduktion deS Budgets von Daite der Zianisti - Organisation steht durchaus nicht im Einklang mit dor Sntrmcklung der Siedlung im Lande, di« mit Rücksicht auf da« iitföLgg deS AnsteiMS der VinwaMrungsbetvvgung zutage ■KiKbm Anwachsen der Zahl der schulpflichtigen Kinder, die Eröffnung neuer Schulen echoischt. Solange nicht sichere EnnnchmSquellen auf Seite des JHchuwS (allgemeine Unser- ^ichtsftouer, Teilnahme der Gemeinden an der Schaltung ihrer Schicken) geschaffen sind, und so lange eS der Ovffentlichkeit des Landenicht gelingt, die Regierung zu veranlassen, dem Mi» schen UnöerckchtSwefen den chm gebühvendm Teil aus dem UmervichtSbudger der Regierung im Verhältnis der Wischen Ochirier zur allgemeinen Schülerzcchl bei Landes zuzuivenden. ist >'dw«chü Rcvuktton deS jüdischen UnterrichtSbitdgets u,chegründet. Sine solch ^gofa-xllch« Operation" kann nicht chne Lpwven im weitoren Gang des ILnterrichtSwerkeS bleSben und muß zur Zorge haben, daß Hunderte und tausende Schüler 'ußerhald der hcdrätschen Schulen dlsiben. In diefen harten Zeiten der Ersparungen und Rekuk-- tränen bewies der Lchvor die ganze Größe feiner Anhänglichkeit imfc Opferwilligkeit für ssin LirblinySkind — die jüdische Schule. Trotz dcr schtvcren materiellen Bedingungen, die mfolgü der Unbestimmtheit und Unsicherheit seiner Bezüge entstarken, bli-et, der Lehrer auf der Wacht, damit auch nicht ein« Schule tat Lande gesperrt werden muss«. Dieser a»rfopfernden Haltung der Lehrer ist es zu danken, daß di« BudgeteEftriche bloß für di« Schul«!: in Syrien, wohin sich das Schulnrtz dvr Zionistischen Organisation 'erstreck:, verhängnisvoll wurden. Im Lande selbst, ist fast gar kein« Vermindenrwg der SchAerzahl zu verzeichnen, es läßt sich rm GagentsiL ein allmähliches Ansteigen der Zahl der Schüler festst ellon, und gegenwärtig ergibt sich m lKe folge der;nnehm«nden Einwanderung ganzer Familien auch eine Erhöhung der Zahl der schnlbedürstigrn Kirrer. Unterrlchtsanftalten im Jahre 1925 nach Kategorien und Ortschaften. -10 mit 68 Lehrkräften und 2267 Schülern 6b 3 279 55 13 Kindergärten Volksschulen . . . Mittelschule» . . . Lehrerbildungsanstalten . Fachschulen .... Gewerbe» und andere Schulen .... 4 , 6 Zusammen 118 Schulen mit 14 J 12.815 Schülern. Davon entfallen auf: Jerusalem . . 80 Schulen mit 138 Lelirkräfren und 4156 Schülern Jaffa.... 16 „ „ 122 . 4116 Haifa . . . 7 „40 .. 950 Liberias . . 2 „11 „ „ 320 Safaü . . . 4 „14 „ „ 407 Andere Städte 6 . „ 8 „ „153 Kolonien . . 63 „ 111 „ „ 2700 8734 1009 „ 277 „ 237 .. 271 Lchrrräften . In diesem statistischen Ausweis wurden die Schulen aller Kategorien cuvsgenonrmen, die m direkter Beziehung zur Zionististhen Ooganisativn stehen, das heiß: solche, deren ganzes Budget vom UntervichtsHoparteme-ur gedeckt wird oder von diesem ein« Subvention ««halten. Außer diesen Schulen gilbt «S aber ,toch andere Lehranstalten mit hebräischer Unterrichtsfpvach-, dir sich aus Etninchncen, die nicht von der Zionistischen OtMtrvsalion stammen, erhalten. Sechr wovtvolls Arbeit auf dem Gebiete des Nnrerrichts-- wüsenS leistet auch dir KulturseAwn der Avboiterorganisation, die in den großen Zentren Lchrdurs« und in den neuen Siedlungspuniten Schulen und Kindergärten für Arbeiterkinder eröffnen. Bei allen Schwierigkeiten, di« sich der Dervollkcmrmunig der hebräischen Schul« infolge des Mangels an finanziellen Mitteln entyegenstell-en, zeigen sich in ihrer Entwicklung und inneren Arbeit große Fortschvitte. Die pädagogische Ausstellung, die während der Pessachtage des vorigen Jahres m Jerusalem Vervnstaldet wurde und Viole tausende Besucher hatte, zeigte deutlich die großen Fortschritte, die das hebräische Schulwerk in dm letzten zchn Jahren durchgemacht hat. In sechzehn SÄen wurden die Schülerarbeiten aus den verschiedensten UnterrichtSgsdiete-n zur Schau gestellt. Diese Ausstellung war ome Domonstratvon her Bestrebungen des hebräffchon Lehrers und seiner sogenSvoichen Arbeit. Der hebräische Lehrer ist von einem Fortbildunysdrang erfüllt, dam durch die Veranstaltung von Feoial'kursen und Errichtung pädagogischen Beratungsstellen Rechnung getragen wird. Die Mittelschulen hoben oinen befriedigenden Grad der Vollkommenheit erlangt. Diese Schulen, deren Hauptzweck es ist, di« junge Generation für das Leben und die Arbeit im Lande zu ertüchtigen, verzichtet durchaus nicht darauf, die Schüler in der solchen Zeit für die Hochschulen varzubereiten. Die Gymnasien in Jerusalem und in Tvl-Awiw wurden im vorige« Jahre von der Regierung als „Anstalten anerkannt, Äe ihre* Schüler« de» vollständigen MittÄschwlmrte reicht in «wem Ausmaße biete«, der für den Eintritt in di« Universität erforderlich ist, und im BechÄtniS zum Unterricht eines JähreS sogar in einem diese Stufe übevsteigenden Maße". Dl« Absolventen werben chne Schwierigveit in d« europäischen und «nerikanAche» Vmvevsttäten ausgenommen, und dort, wo tarn Hnen Prüfungen geordert werden, bestehen sie sie ohne besondere Bmberoetmtg. Eta» bchmdere Aufgabe M den Semmaren flir Lehrer, Lchrerinnen und Kindergärtnerinnen zu. Obwohl die vier flat“ Dm Kachen#ebfade des neuen Einwandererheims In Tel-Awlw. ukiikSsi "ns* jtaJtcn zur Heranbiildn-ng von Lehrkräften (drei in Jerrtsalom: allgvmomes Leihrerserninar, Seminar für orchodoxe Lehrer, ein solches fiir orchodvxe Lchrermnen und «in« BildnngSanstalt für Lehrerinnen und Ktadergärrnerinnen m Tcl^Awsw) alljährlich omen gewissen Uckbevschuß an L-chrkräften lieserir, die an den im Lande bestehenden Schulen nicht nnterkmnmen können, so muß doch der groß« Bedarf an Lehrern, im Auslände, und besonders im nahen Orient, in Betracht gezogett werden, und dann ka-im fostgestellt lverden, daß di« Lehrerbüdnnasanstalten nn Lande mit der Zoi-t auch de.ni hebräischen Erziehlttvgslvcr? in der (Äaluch zum Segen gereichen werden. Reue Wiffenrwette. Von M. D. Eder (London). .Kardinal Newman beginnt das Vorwort zu seinen Vorlesungen „Ucbcr Ziel und Wesen iX't' Hochschulerziehung" mit der Erklärung, daß seiner Meinirng nach die Universität „eine Stätte für den Unterricht allgemeinen Wissens" und ihre Aufgabe mehr „die Verbreitung und Vermehrmtg von Wissen als seine Förderung" sei. Nach seiner Ansicht ist die Universität ein Ort, wo junge Menschen zusannnengebracht werden, um in traditioneller Wissenschaft unterwiesen zu werden, daß sie aber keinen Anteil an der Erweiterung unserer Wissensgrcnzen oder an der philosophisä)«n Diskussion des Tages haben solle. Eine solche Scheidung von Lehre und Forschung muß notgedrungen zur geistigen Lähnr.irlg der Lehrer führen. Das Kuratorium der hebräischen Universität ging daher von dem Gesichtspunkt atrö, daß die Förderung des Wissens getrau so zu den Funktionen einer Universität gehört wie dcr Unterricht der Studierenden. Würde auch m einigen Instituten, die jetzt ihre Tätigkeit aufnehmen, mehr Gewicht auf das Forschung-- als auf das Unterrichtsgebiet gelegt, so muß daraus nicht gefolgert werden, daß der Unterricht als eine Angelgcnheit von untergeordneter Bedeutung angesehen werde. Tie Sonderung hat keine grundsätzlichen Ursachen, sondern ist lediglich eine Folge von Notwendigkeiten Praktischer Natur . . . Die Hauptfunktion einer Universität besteht im Auffinden von Wertet! für ihr Volk. Die hebräische Universität wird die moralischen, wiffenschaftlichen, künstlerischen Werte des jüdischen Volkes und für das jüdische Volk fcststellen und die jüdischen Kräfte in Erez Israel für die Realisierung dieser Werte entsprechend ausgestalten. Ist das jüdische Volk ein besonderes Volk, so muß es auch seine eigenen, besonderen Werte haben. Wird meine Ansicht von dem Sinn der hebräischen Universität angenomtnen, so müssen wir es als Glück bezeichnen, daß die Gründung unserer Universität mit dem Wiedererwachen unseres nationalen Lebens in Palästina zusammenfällt. Die Universität ist durchaus kein Luxus, wie mitunter; behauptet wird, sondern der nutzbringendste und praktischeste Schritt, den das jüdische Volk unternommen hat. In den vier Instituten der Universität, dem judaistischen, dem mikrobiologischen, dem chemischen Institut und der Bibliothek, die bereits in Tätigkeit sind, sehen wir die ersten Schritte zur Schaffung jüdischer Werte, moralischer sowohl wie auch wiffenschaftlicher. Denn es gibt eine spezifisch nationale Methode in der Wissenschaft, die sich unterscheidet von den universellen Zielen der Wissenschaft. Es gibt eine französische, deutsche, englische und jüdische Art, an wissenschaftliche Probleme heranzütreten; und wenn diese jüdische Art bisher in der Methode anderer untergegangen ist, so war dies meiner Ueberzeugung nach weder für das Judentum noch für das Wyhl der Welt von Nutzen. Wn anderer Wert, den ich als wesentliche Funktion einer Universität ansehe — der ä st h e t i s ch e , fehlt vorläufig noch an unserer hebräischen Universität. Unsere Bibliothek hat wohl dank der großen unermüdlichen Arbeit von Hugo Bergmann bereits eine hohe Stufe erreicht, trägt jedoch wenig dazu bei, daß das SchönheitSgefühl sich rascher entwickle. Und doch haben wir alle Möglichkeiten, für unsere Universität einen Schönheit-- standard zu errichten, der nicht verfehlen kann, das Judentum mitzureißcn. Die prachtvollen Pläne für unsere Universität, erdacht vom genialen Patrick G e d d e s und ausgearbeitet vom hervorragenden Architekten Frank Mears, lagen während einiger Jahre der jüdischen Welt und der gesamten Welt vor. Als private Bürger können wir bescheiden leben und wohnen. Aber als Volk müssen wir uns in tvürdiger Behausung präsentieren. Die Zew tralhalle in Professor Geddes' Entwurf kann ein Denkmal dauerhafter denn Erz werden, sie kann in dem herrlichen Martnor und Stein aus Palästina selbst erbaut werden. Jöh hörte manche Meinung darüber äußern, daß es ein Eingeständnis dcr Minderwertigkeit sei, wenn man außerhalb des Kreises jüdischer Talente geht, um einen Entwurf für unsere Universitätsgebäude zu finden. Ein solcher Einwand kommt von jenen, die bereits da§ Gefühl dessen verloren haben, was es heißt, iJudc „in seinem tiefsten Innern zu sein". Jeder wahre Jude empfindet es, daß dcr Geist unseres Volkes so reichhaltig ist, daß er — um die Worte Achat» HaamS zu gebrauchen — ohne Schamgefühl die Superiorität anderer zugeben kann. Die Juden sitrd konservativ und revolutionär zugleich. Wir begrüßen mit Zustimmung den Ruf: „Das Wort gehe aus von Zion!" Ich wünsche, daß hinsichtlich unserer Universität diese Prophezeiung wörtlich in Erfüllung gehe. Mein Traum ist, daß wir in unserer Universität aufhören mögen, dem tötenden Einfluß von Druck und Papier unseren Tribut zu bezahlen. Möge in unseren Vortragsräumen das l e b e n d i g e W 0 r t gehört werden. Dann wird sie bald eine vollwertige Universität werden, in welcher die Jugend gelehrt und erzogen, die Wissenschaft gefördert und vor allem neue Werte geschaffen werden. Re hebräische UniverM «nd der güöische Rattonalfonds. Von Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Wenn am 1. April in Jerusalem die für die Entwicklung Erez Israels so hochbedeutsame Feierlichkeit der Eröffnung unserer hebräischen Universität vor sich geht, soll auch der Mitwirkung des eren Kajemeth l'Jsrael nicht vergessen werden. Denn er war es, der hier den Boden bereitgestellt l-at, wie zuvor für fast alle nationalkulturellen Schöpfungen im Lande, er, der — im besten Sinne des Wortes — den Grund für die Universität gelegt hat. Wie vordem das Herzl-Gymnasium in Tel-Awiw, das Technikum und die Realschule in Haifa, die Kunstgewerbeschule und das Museum des Bezalel in Jerusalem sich auf Nationalfondsboden erheben, so nun auch die hebräische Universität als die Krone deS von den Zionisten geschaffenen Kulturwerkes. Als man 1913, nach dem 9. Wiener Kongreß, welcher die Gründung der Universität beschloß, dringend Geld brauchte, um auf dem Skopusberg nächst Jerusalem die ersten Baugründe zu sichern, da war es das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds, welches 50.000 Goldfranken darlieh. Weitere Summen wurden der Zionistischen Exekutive für den nötigen Bodenkauf von den Chowewe Zion und dem Mäzen Isaak Goldberg übergeben und später von den Spendern dem Keren Kajemeth l'Jsrael gutgeschrieben, der ja laut Kongreßbeschluß der Zionistischen Organisation als Organ ihrer Bodenpolitik dient. Bor Monaten hat dann der Keren Kajemeth l'Jsra«»' das Areal auf dem SkoPuS durch Zukäufe arrondiert. Insgesamt wurden für Boden mindestens 13.000 Pfund verausgabt. Und in seiner letzten Sitzung beschloß das Keren- Kajemeth-l'Jsrael-Direktorium auf Ansuchen der Wolffsohn-Stiftung, welche über 35.000 Pfund zum Bau der National-UniversitätSbibliothek verfügt, den Ankauf weiterer Gründe. Der Monumentalbau für dj» Biblischer soll gleichzeitig die Fakultät für die Geisteswissenschaf- Le» umfassen.

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