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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-28 · Heft 2192 (28.3.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2192 (28.3.1925)
Date
1925-03-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sette S Wien» SamStag Wiener Morgenzeitung. 28. März 1925 Nr. 21« beteiligt flch morgen an dem anMlich der bevorstehenden Eröffnung der hebräischen fönttAP Universität in sernsalem stattsindenden IreffflimH VslO mir vormittag«, »ndstatlon v« tverwagen» «ad DSrse vrrftSrNer Stratzeabahnvertehr) ffalt-et wird. Dienstag abends feiert der Hoch j ch u la usschuß Judäa die Univcrsitätseröfsnung durch einen Festabend, bei welchem Prof. Dr. Ehr mann die Festrede hält. Mittwoch abends werden die jüdischen .Jugendverbande im Hotel Continental eine Feier veranstalten. Die Festrede hält Herr Dr. Viktor Kellner, Direktor des indischen Realgymnasiums. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur 'hält heute um halb 8 Uhr abends im Sitzungssaal der Kultusgonwinde eine Festsitzung ab. Ansprachen werden die Herren Rabbiner Dr. David Feuchtwang und Dozent Dr. OMvald Schwarz halten. Das Prästdvum des Makkabi-Weltverbaudes richtete an das UniversitätÄomitee in Jerusalem folgendes Begrüßungstelegramm: Dos Präsidium des Makkabi-Weltv^bandes als oberste Leitung aller auf körperliche Ertüchtigung des Judentums gerichteten Bostrabungen begrüßt mit besonderer Genugtuung «die Eröffnung der obersten Schule des Mischen Geistes. Ferner hat das Präsidium sein in Haifa befindliches Mitglied Dr. Svrnon telegraphisch beauftragt, den Weltverband bei der Eröffnung der Universität persönlich zu vertreten. Der Jüdische Turn- und Sportverband Oesterreichs telegraphierte: Der Jüdische Turn- und Dportderband Oesterreichs begrüßt mit großer Freude die erste hebräische Universität in Jerusalem. Der Sportklub H a? o a h sandte folgendes Telegramm: Der Sportklub Hakoah (Wien), beglückwünscht die Zionistische^ Exekutive anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität und gelabt, auch in Zukunft die jüdische Fahne hochyühalten. Eine Feier in Krems. Die israelitische Kultusgemeinde in Krems veranstaltet heute eine feierliche Versammlung im Tempel, bei der Professor Wilhelm Stein aus Wien sprechen wird. Eine Kundgebung in Graz. Wie uns aus Graz berichtet -wird, hat dort gestern abends im Tempel eine F e st f e i e r stattgefunden. Die Ansprache hielt Landesralibiner Dozent Dr. Herzog, der jüdische Gesangverein Machte einige Fostchöre zum Vortrag. Eine Festsitzung der Grazer Kultusgemeinde. Auf Beranlaflung der zionistischen Kultusräte in Graz hat der Ausschuß der Kultusgemeinde boschlosfen.am Sonntag in einer F e st s i tz u n g der Gemeinde anläßlich der Eröffnung der Jerusalemer Universität eine Kundgebung zu erlaffen, welche sich inhaltlich mit dem Beschluß der Wiener Kultusgemeinde deckt. Die Kinder der jüdischen Gememdeschule erhalten den 1. April schulfrei. Der Ausschuß 'hat ferner beschloffen, im Kultusrat den Antrag;u stellen, e i n Prozent des Budgets (das sind sieben Millionen .Kronen) für den K e r e n H a j e s s o d zu widmen. Dieser Beschluß wurde einstimmig angenommen und wird Sonntag der Festsitzung vorgelegt werden. Eine Sondernummer des „New Judaea". Die am 27. b. erschienene Nummer des offiziellen Organs der Zionistischen Weltorganisation „The New Judaea" (Londotr, 77, Greet Russell Street) ist gänzlich der Eröffnüng der hebräischen Universität in Jerusalem gewidmer und enthält Originalbeiträge von Nahum Soko-!ow, Prof. Einstein. Prof. Klein, Dr. Eder, C. P. Scott, Schalem Asch, .Harry Sacher u. a., überdies einen historischen Rückblick über die Entwicklung des Uniiversität'sgodankens von Louis Golding. Preis der Nummer 6 Pence. Eine Weltjeschiwah in Jerusalem. Jerusalem, 26. März. (I. T. A.) Das Oberrabbi n a t von Palästina hat in Jerusalem ein großes Grundstück für den geplanten Bau einer Weltt e s ch i w a h erworben. Es ist die Aufführung eines monumentalen Gebäudes auf einem Hügel in der Nähe des Dis'kin-Waisenhauses geplant. , Wie erinnerlich, hat der Obervabbiner von Palästina. Ratibi Kuk, wähpend seiner Anwesen,heit in den Vereinigten Staaten aus der .Konferenz der Union der orthodoxen Rabbiner "Amerikas den Plan der Errichtung einer Weltjeschiwah in Jerusalem entwickelt. Die Union stimmte dem Plane zu und beschloß, die Mittel für den Bau und die Erhaltung der Jeschiwah aufzubringen. Zu diesem Zweck wurde eirc .Komitee ernannt. Bei derselben Gelegenheit entwickelte Rabbi Kuk auch seinen Plan, das GroßraÄbinat von Palästina durch Heranziehung der größten geistlichen Autoritäten rer Weltsudenheit zu einem Weltrabbinat auszugestatten. Jüdische Antisemiten. Berlin, 26. Marz. (I. T. A.) Der V o r st a n d der Berliner jüdischen Gemeinde beschäftigte sich in seiner Sitzung am 24. März mit einem Antrag, zur Feier der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 1. April eine Begrüßungskundgebung zu senden. Von den sieben Vorstandsmitglieder:: waren fünf anwesend. Der Antrag wurde mit drei gegen zwei Stimmen a b g e l e h n t. Jerusalem, 26. Marz. (I. T. A.) Die klein« kommunistische Gruppe FrakziathHaPoelim schloß sich der Agitation gegen Lord Balfour an und veröffentlichte eine Proklamation gegen den „Imperialisten" Balfour und die zionistische Bewegung, die als ein „Werkzeug deS b r i t i s ch c n I m p e r i a l i s m n s" bezeichnet wird. Bevorstehender Besuch Lord Rothschilds. Jerusalem, 26. März. (I. T. A.) Der OberraMmer von Frankreich Rabbi Israel L e v i teilte dem Vertreter der Palästinensischen Telegraphenagentur mit. Baron Edm o n d de Rothschild, -der „Vater" der jüdischen Kolonisation, werde unmittelbar nach 'den Passaihtagen Palästina besuchen. Die morgen erscheinende Festnummer der „Wiener Morgenreituns" ans Anlaß der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem, welche bedeutend verftffrkten Umfang hat und mit zahlreiche» Illustrationen ausgcstattet ist, enthält unter anderem folgende Beiträge: Prof. Dr. Chaim W e i z m a n n (Präsident der Zionistischen Weltorganisation): Unsere Universität. Nahum Sokolow (Präsident der Zionistischen Exekutive): Die hebräische Universität in Jerusalem. Univ.-Prof. Dr. S. Brodetsky (Leeds): Die Wiffenschaftliche Bedeutung der hebräischen Universität in Jerusalem. Univ.-Prof. Adolf Strausz: Zur jüdisch-arabischen Frage. Prof. Dr. Heinrich Loewe (Berliner Staatsbibliothek) : Bor dem Bau. Dr. Hugo Bergmann (Bibliothekar der IM* versitätsbibliothek in Jerusalem): Universität und Universitätsbibliothek. Ch. D. S ch a ch a r (Jerusalem): Das hebräische Unterrichtswesen in Erez Israel. Albert Thomas (Präsident des Internationalen Arbeitsamtes in Genf): Die jüdische hohe Schule. Oberrabbiner Dr. I. Niemirower (Bukarest): Eine Jabnehafademie. Adolf Böhm (Direktor des Jüdischen Nationalfonds): Die Jndustrieentwicklung Palästinas. Dr. Egon Michael Zweig: Die hebräische Universität und der jüdische Nationalfonds. * * *: Die Vorgeschichte des Universitäts- Planes. Felix Salten: Im Hause der Exekutive. - B e u - A m i: Technisch, nicht mathematisch denken! M. D. Eder (London): Neue Wissenswerte. Dr. N. M. Gelber (Wien): Zur Frage eines historischen Forschungsinstitutes an der hebräischen Universität. S. M e i se l s (Wien): Elieser Ben-Jehnda. Ferner enthält die Nummer Aeutzerungen einer Reihe von Staatsmännern und politischen Persönlichkeiten über das Universitätswerk, so von Lord Balfour, Eduard H e r r i o t, Pauk P a i n l e v e, Leon B l u m u. v. a. Las Koloninlbudget tznglands. Herabsetzung der Ausgaben für Palästina. London, 26. März. (I. T. A.) Das soeben veröffentlichte Budget des K o l o n i a l a m t e s der britischen Regierung für das Jahr 1926 (bis Ende März) weist eine Summe von 3 803.800 Pfund für den öffentlichen Schutz im Irak und in Palästina auf. Die für denselben Zweck bestimmte Summe für «bas Budgetjahr 1924-23 betrug 4,823.337 Pfund. Die Verminderung für das lausende Jahr beträgt demnach 1,020.037 Pfund. Für, die Grenzkomm issionen sind 3600 Pfund vorgesehen. Die Kommission hat die Grenze zwischen den britischen und s'r a n- .;ö fischen Ma n da t s r e r r i t o r i e n in Syrien, Palästina und Irak zu bestimmen. Die obengenannte Summe von 3,803.300 Pfund schließt die Ausgaben für den Schutz in Palästina in der Höhe von 428.600 Pfund ein. 212.000 Pfund figurieren als Ausgaben der Palästinaregierung für die Gendarmerie. Im Budgetjahre 1924-25 vieler Posten ’ mit £65.900 Sit Lrieatrrise «mertzr und Hoanr. London, 27. März. (Tel.-Kvmp.) Kolonienminister Amery und LnstschiffahrtSmin ister Hoare sind heute rm Luftschiff in Bagdad eingetrosfen. Sie werden die Möglichkeiten hex Z n rückziehnng der britischen Truppen aus dem Irak prüfen. Eine ständige Armee für LransZordanien? Jerusalem, 26. März. (I. T. A.) Aus Amman, der .Hauptstadt Transjovdaniens, wird gemeldet: Die britische Regierung beschloß, die dem Emir Abdullah gewährte Subvention um 55.000 Pfund zu vergrößern. Es wird hinzugefügt, daß diese Summe für di« A u f st e l l u n g u n d Unterhaltung einer ständigen Armee in TranSjordanien in der Höhe von 800 Mann Verwendung finden soll. __ Mar Louald erkrantt. Berlin, 27. März. Nach Blättermelduingen aus Low don ist Mac Donald an einer Grippe erkrankt. Minister Thugutt bleibt. (Eigendicnst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 27. Marz. Das jüngst gemeldete Demi s» sionsanbot des Bizepremiers Thugn tt, welches auf die von den Rechtsparteien inszenierte Attacke gegen die vom Mnvsterrat eingesetzte Kommission für die Randgebiete zurück-- zuführen ist, ist nimmehr zurückgezogen worden. Der Ministerrat hat in seiner letzten Sitzung beschloffen, die erwähnte Konunission in anderer Form zu konstituieren. Es wird eine Sektion der politischen Kommission des Ministerrates ausschließlich für die Angelegenheiten der Rarchgebie-te umto ihrer nationalen Minderheiten gebil. det. Dieser Sektion gehören die Minister für Auswärtiges, für Heerwesen, für Agrarreform sowie der Arbeitsuind Justizminister an. Zum Obmann dieser Sektion wurde Vizeprcmier Thugutt bestimmt. Stanislaw Grabski Unterrichtsminister. Warschau. 27. März. (Polu. Tel.-Ag.) Abgeordneter Stanislaw Grab s kr, der Bruder des Ministerpräsidenten, wurde Mvm Unterricht ^minister ernannt. Der Jüdische Dejmklub über die Sprachen« frage. Warschau, 27., März.- Bei der letzten Sitzung des Mischer- Klubs wurde beschloffen, eine energische Aktion gegen das der Derfaffung widersprechende Verhalten der Behörden zu unternehmen, durch welches der Gebrauch der jüdischen Sprache in Versammlungew-gehindert wird. Abba» Wischer Labakarbeiter in Polen. Warschau, 26. März. (I. T. A.) In der letzten Sitzung des polnischen Sejm brachte der jüdische Deputierte P r i-> lutzki die folgende Interpellation ein: Nach Einführung des Tabakmonopöls hat die Regierung die Ta Lakfab rik e n von den meist jüdischen Besitzern enteignet und alle jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen, die aus religiöser Ueberzengung die Arbeit an den Sabbattagen verweigerten, auf die Straße gesetzt. Nunmehr hat die Regierung auch diejenigen jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich aus Not mit der Arbeit an den Sabbattagen einverstanden erklärten, sämtlich entlassen und an ihre Stelle nlindergualifizierte poLnische Arbeitskräfte gesetzt. Der Sejm möge die Regierung aüffordevn, die grausame Taktik gegen ji'vdische Arbeitskräfte, die zum Teil feit Jahrzehnten in dem Fach beschäftigt sind, aufzugeben. Radik' Rückzug. Eine Deklaration der kroatischen Bauernpartei. Belgrad, 27. März. Der Politische Rückzug der Radic-» Partei fand rn der heutigen Sitzung der Skupschtina ferm Fortsetzung in einer Rode des geschäftssührenden Vorsitzenden der Bauernpartei Pawle Radic, der sich in einer dreistündigen Rode für eine politische Verständigung aussprach, die Verbindung seiner Partei mit dem Kommunismus zurückwies und für das geeinigte Königreich S. H. S. eintrat. Die Rede gipfelte in einer Deklaration, tvelche sich zur Monarchie, zur Dynastie K a r ageorgievie und zur Verfassung bekennt und bloß eine R e v i s i o n der Verfassung fordert. Zu der Sitzung waren in Erwartung der angekündigteit Erklärung des Obmannes der kroatischen Bauernpartei die Abgeordneten aller Parteien nahezu vollzählig erschienen. Nach Schluß der SknPschtinasitzUlNg trat der M i n i st e r r a t sofort zusamnren, nm über di« durck die Deklaration geschaffene Lage zu beraten. Die strittigen Mandate. Belgrad, 27. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) I« Sinne der vorn Mimsterrat heute nachmittags gefaßten Beschlüsse, hat die Skupschtina betreffs der Mandate der Nadic-Partei folgenden Beschluß gefaßt: Die Mandat« jener ANtglieder der Parteileitung, gegen die eine Untersuchung im Gange ist, also Stephan Radic, der Brüder K o s s u i i c , sowie der , Abgeordneten. K r n j e v i e, Marek und P r e d a v e c, norden annulliert. 2323534848232353235348485348234823232353232323485353232348232348534853534853232353234848482348532353 532323484853234823535348535323485348

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