Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2192 (28.3.1925)
- Date
- 1925-03-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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| Polen s 20 yrorrw! Wien: Zum Abhoien in der Expedition, n., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleimten« 'Tfaflki monatl. 5 Schilling Strassenverkaui in Wien dijrch die Kolporteufe der Fifma Q o I d ach mied, i.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei. Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NachuUmita M .Pr«.l — erhOhonaen wrbdull« Rk. 2192 Wiener MmmMmmmm STMJM a„»th. |»lnd dltbsiian -WU 2 i r. Bettrk, Ro(««ttenidaae 111 3 Telephon 47-7-17 s Erzeugt unter der Aufsicht des es Z weltberühmten orthodoxen Ober- 2 3 rabblners CHAIM JI2CHAK 2 JBfHJCHBM aus Altstad'. 2 ^mimiitiimmmmniiimiinmmiiiiiitiiiHj fprals 20 fl England: Mon. 4 Schilling, it a 1 i e n: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 »len. Samstag, 28. «Sr, 1928 7. Hafttgang Sie Lehre. —y. Wien. 28 März. Kein arabischer Generalstreik. kntbusiastische Ausnahme Balsours in Sm Israel. — Nie Balsam. Neklaration ist unumstößlich. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Der Generalstreik, der für den Tag der Ankunft Balfours in Jerusalem angesetzt war, hat sich nicht durchgesetzt. In Jerusalem und in einigen Städten waren die Läden der arabisch-nationalistischen Geschäftsleute geschlossen. Im übrigen ging das Leben seinen normalen Gang. Die Bauern und die arabischen Arbeiter blieben der Kundgebung fern, der Verkehr wurde nicht unterbrochen, Schulen und Aemter funktionierten ohne Störung. Diese Wirkung halten die Anstifter wohl kaum erwartet. Ihre Absicht, eine geschlossene arabische Arbeitseinstellung als Demonstration des gereizten nationalen Empfindens vorzuführen, brach sofort im Beginne zusammen. Eine Stärkung ihrer Position haben sie nicht erreichen können. Einzig und allein die grobe Verletzung der Gastfreundschaft gegen den englischen Staatsmann ist das melancholische Resultat einer Krastanstrengung, zu der die ganze Welt als Zeuge aufgerufen worden war. Sie sollte davon in Kenntnis gesetzt werden, daß die Zionisten mit gewaltsamen Mitteln den Arabern die politische Freiheit und das Land nehmen wollen. Aber die Eröffnung einer Universität ist nicht das geeignete Mittel, solche Beschwerde zu stützen, und zudem enthüllten die Veranstalter der Streikbewegung ihre eigene Isolierung im Lande. Nicht so einsam stehen sie außerhalb Palästinas, Sie sind Werkzeuge einer auf der gleichen Linie gegen den Weltfrieden, gegen das Judentum und gegen die" Versöhnung des Okzidents mit dem Orient wirkenden Richtung, und die Teilgruppen dieser Strömung werden schon das ihre tun, um die in Jerusalem erlittene Weltblamage wettzumachen. Während in Erez Israel gegen die Universität gehetzt wurde, war außerhalb des Landes eine Generalosfensive der Druckerschwärze in Gang. Es sollte daL nationale, zionistisch organisierte Judentum unter den Druck einer mißgünstigen Oeffentlichkeit gestellt und eingeschüchtert werden. Alle Faktoren, die in der Vorbereitung der Massensuggestion Bescheid wissen, trafen zu diesem edlen Zwecke zusammen. Das Antijudentum aller Riten verband sich zu einer einheitlichen Aktion, in deren Zentrum freilich diesmal neben der jüdischen Hochschule auch England und der Völkerbund standen. Der römische Klerikalismus, die Kommunisten, die Wiener Sozialdemokraten und die Agudah — wirklich eine bunte Reihe, in der sich alles sammelt, was dem werdenden, jüdischen Leben die Drosselfaust um den Hals legen will. Sie alle wissen nur zu gut, was sie anstreben. Es gibt kein Mißverständnis. Sie alle zusammen sind in ihrem Tun und Lassen auf den Kampf gegen jeden Fortschritt, gegen jede Aufklärung eingestellt, ihr gemeinsames Wesen ist das starrsinnige Dogma. Die junge jüdische Generation, die den Gedanken der Meinungs- und Arbeitsfreiheit in den Orient bringt, soll nicht etwa durch Argumente, durch die Macht von Ideen bekämpft, sondern auf die radikalste Weise durch einen Festpogrom aufgebetzter Araber einfür allemal beseitigt und den in Europa und Amerika arbeitenden Zionisten die Lust benommen werden, ihr Werk fortzusetzen. Diesmal ist's vorbeigelungen. Aber im Wetterschein dieses Sturmes haben wir die Einhettsfront wieder gesehen. Die Vollendung unserer Arbeit, die unser harrt, stößt in der Heimat und in den Verbannungsländern auf den Widerstand eines gut oraamsierten Planes, der auf allen Wegen wider uns arbeitet. Hier mit gesetzlichen, dort mit ungesetzlichen . Mitteln, hier mit Boykott, dort mit Verleumdung und Denunziation. Es ist immer das gleiche Ziel, und wenn es uns jemals außer Gedächtnis gekommen sein sollte, daß die Arbeit für Zion überall, im Lande und in der Galuth, gleichlvertig und sogar identisch ist — so müssen wir's jetzt erkennen. Denn der Feind steht überall. Diese Tatsache stärkt unseren Mut und unsere Entschlossenheit, unter Heim aufzubauen, dessen schönsten Grundstein, die Universität, wir jetzt gelegt haben. I e r u s a l e m, 26. März. Die im Ausland verbkelteien Nachrichten der antizionisttschen Presse über Panikstimmung und Unruhe« in Erez Israel sind samt «nd sonders erlogen. Infolge der feit Wochen betriebenen Agitation sah sich die Regierung genötigt, alle nötigen Maßregeln zum Schutze der Ordnung zu ttefftu und alles vorzukehren, um den ruhigen Verlauf der Universitatserössnung zu sichern. Der von der arabischen Exekutive proklamierte Generalstreik ist nirgends dnrchgesührt worden. Die Mehrheit der arabischen Bevölkerung, die Bauern und die Arbeiter, lehnten den Streikbefehl und den Auftrag zum Boykott ab. Die arabischen. Bauern begrüßen Balfour ebenso wie die Juden mit großen Ovationen. Der ausländische Einfluß bei der Verbreitung der Panikmeldungen ist unverkennbar» vielfach wird behauptet, daß agyp tifche Emissäre die Hand im Spiele hoLen. Am Tage nach seiner Ankunft begab sich Lord Batföür nach der neuen jüdischen Stadt Tel-Awiw. Auf dem Wege dorthin stattete er der ältesten, von Baron Rothschild begründeten jüdischen Kolonie Rischon-le-Zion, dem Zentrum des Palästtnensischen Weinbaues, einen Besuch ab. Die Bewohner begrüßten den Gast mit b egeisterten Huldigungen. Lord Balfour, der am Gottesdienst in der Synagoge von Rlschou-le-Zion teilnahm, hielt in der Kolonie vor einer vielhundertköpfigen Menge eine Ansprache, in welcher er unter anderem ausführte, die Balfour-Deklaration verkörpere nicht die Haltung einer Person oder einer Nation, sondern derGemeinschaftdexinternationalen Meinung, welche die Friedens- Verträge unterzeichnet habe. Es sei nicht wahrscheinlich, daß die Balfour- Deklaration je um gestoßen werde. Cr, Balfour, sei einer der ältesten Zionisten; seine Begeisterung für die zionistische Sache sei um viele Jahre alter als die britische Deklaration, die — ihm zur höchsten Ehre — mit seinem Namen verknüpft worden sek. ' In Tel-Awiw erwartete eine tausendköpfige Menge Lord Balfour mit Fahnen und Blumengrüße«. Lord Balfour wurde vom Stadtrat von Tel-Awiw, mit Bürgermeister Disevgosf an der Spitze, feierlichst begrüßt. Auf eine Ansprache des Bürgermeisters erwiderte Lord Balfour mit herzlichen Worten des Dankes und sagte unter anderem, was er gesehen habe, flöße ihm größere Hoffnungen als je für die Zukunft des Zionismus ein. Lord Balfour wird von Tel-Awiw aus eine Reihe jüdischer Kolonien besuchen. „El Kqrmel" gegen den Streik. Jerusalem, 26. März. (I. T. A.) Ein Teil der arabischen Presse wendet sich ziemlich scharf gegen die Anii- Balfonr-Bewegung. Besonders die Zeitung ,M Cavmel" gibt in entschiedener Form >dem Verlangen Ausdruck, statt gegen die hebräische Universität zu agitieren, eine Bewegung für die Errichtung einer arabische n Universität ins Leben zu rufen. Streiks und Gebete, so schließt die Zeitung, werden keinerlei Wirkung erzielen. Kundgebungen zue Universttätseröffnung. Jerusalem, 26. März. Unter den zahlreichen, schon jetzt eingelau jenen Kundgebungen zu der cwu 1. April stattfindenden feierlichen Eröffnung der .Jerusalemer Universität befinden sich solche vom Staatssekretär für die Kolonien A m e r y, von Lord Robert C e e i l, von dem früheren britischen Schatzkanz^er Sir Philipp S n o w b c n, dem Präsidenten der französischen Republik Painleve, dem französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t. Das Begrüßungstelogram m Bernhard Shaws ist m jenem ironischen Ton gehalten, der diesen GesellschastssatirÄer charakteriisiert. Shaw unterläßt es nicht, einen Settenhieb a u f d i e e u r o p ä i s ch e n U n i v e r s r t ä t e n zu führen, indem er sagt: Die in Westeuropa mit Universitäten. gemachten Erfahrungen würden niemand berechtigen, die Juden zur Akquisition einer Universität zu beglückwünschen. Die Vertretung des Deutschen Reiches. Berlin, ,26. März. Wie die Jüdische Telegraphen» agentur erfährt, wird das Deutsche Reich bei der Feier der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 1. April durch den Geventen -des deutschen Generalkonsulats in Palästina, Herrn Konsul Kapp, vertreten sein. Ein Begrüßunasschveibeu der Berliner Universität. Berlin, 26. März. (I. X'. A.) Die FriedrichEiHelm. Universität zu Berlin hat von dem Komitee der Jerusalemer Universität in London eine Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eröffnung erhalten. Die Berliner Universität sandte ein Begrüßungsschreiben. Ein hebräischer Glückwunsch der Reichs» Universität zu Utrecht. Haag, 26. März. (I. T. A.) Der Senat der Reich s- Universität zu Utrecht hat an die Universität zu Jerusalem als Antwort auf die Einladung, sich an der Eröffnungsfeier zu beteiligen, ein in hebräischer Sprache abgefaßtes «warmes Glückwunschschreiben gesandt. Stipendien für die Jerusalemer Universität. Wir erhalten die folgende Ausschreibung: Anläßlich der ErÖfsnungsfeiier'li chkeiten der jüdischen Universität rn Jerusalem werden drei Stipendien für jüdische Studenten dieser Universität zur Ausschreibung gebracht. Diese Stipendien sind vorzugsweise für Studenten aus jenen Ländern gedacht, «welche an ihren Hochschulen den berüchtigten Numerus clausus eingeführt haben. Die Stipendien werden aus die Dauer der Studien, jedoch maximal drei Jahre, in der Höhe von je 120 Pfund Sterling jährlich gewahrt. Es können nur jene Studenten z i o n i st i s ch e r Gesinnung in Erwägung gezogen werden, die ein Reifezeugnis über die Absolvierung eines Obergymnasiums beibringen und junge, selbstbewußte, kraftvolle moderne Juden sind. Die Stiftungen tragen den Namen des Herrn Abraham Stock s. A.," welcher vor 26 Jahren gestorben ist und dessen Ideal stets die Wiederaufvichtung und der Wiederaufbau Erez Israels «war. Der Beginn der Laufzeit ist mit Mai 1926 festgesetzt. Anmeldungen sind an Herrn Oberrabbiner Doktor C H a j e s in Wien zu richten, welcher die diesbezüglichen Vorschläge an den Ausschreiber der Stipendien weiterleiten wird. Das Herzl-Denkmal vor der Universität. Die von dem W i e n e r Bildhauer Alexander Iaray geschaffene Herzl-Hevme, welche der Sportklub Hakcah für die Universität in Jerusalem gewidniet hat, wird vor dem Umversitätsgebäude ausgestellt und bei fc« Eröffnungsfeier enthüllt werden. , Feiern in Wien. Jur Hotet Continental findet heute abends der Ko um» mers der jüdischnationallen akademischen Verbindungen statt, der von der Kadimah, Unrtas und MaAaibaa voran-! 1 i' i , ■. f L if w ,: I . FrahjahrS'Nenheiten iL«MM»»»»W»WW«»»WWW»W»MS«W»WW»»W»W ln Domen- und Herrenstoffen rn sehr billigen Preisen Del - ii •1 r ~imwarn irimri t rrr - T ***“^^1^'tifHtrf hü [ Schiffmann II. TaborstraBa 48 Tolnltnn 47»1»7P Sn gros Bn detail KBMS33B2*