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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-27 · Heft 2191 (27.3.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2191 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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* Nr. $191 Dien, Freitaft „Das Sekretariat der Zarin Alexandra Fcdorvwna Ächtet an den Rogiererlxn Senat die reservate Anfrage, vH jernand. der außerohvlich geboren ist, Las Recht hat. W Schwelle «des Zarenipalaistes zu üborschrei-ten. Unserer Me>i>n>Mft ist clivc 'derartige Person den Inden gleichzustellen und »mch ckw der Zutzritt zmn Palast vechoten werden." Der Mgieronde Senat erwi-derte: ,Ku>f Gmnd der bevorstehendeu l^c setze kann nicht fostgostollt ivevden, cib der betreffend außerehelich geborene Mann das Schloß 'belwtvn darf. Zur Vorsicht -muß konstatiert werden, ob vor Mann gÄechisch'oxcho-dox getcmft feit und ob er inrnrer die Beichte besticht halbe. Die endgültige Entscheidung liegt einzig und allein be>)m Zaven MolauS des Zweiten." Graf Rostowzaw schrieb hieranf reservat an Doktor Dubvowam: „Der außerehelich geborene Chrjak ist durch einen Ma.nn Ktt ersetzen, Vor «in gesetzlicher Ehe geboren ist!" Gegen diese Versiigumg lwehvtv sich Chrjak und Dnbro-!vm übersandte dem SÄkretarial der Zarin folgenden eigenhändigen Brief des antzevehelich geborenen '^hvjaks: „Ich bin tivf geiKLM, daß man mir verbieten will, die Kuh für die Zarenkinber nach Zarsfojc Selo zu bringerr. Es ist nicht meine Schuld, daß nroine Mutter mich als „lodiM Mädchen" yu.r Weilt gebracht hat. Ich bin . vin treuer Dicnvr des Zaren, habe sott dom Jahre 1905 an elf Pogromen teilgenovnnen und viele Fsinde des Zaren — Juden — erschlagen. Ich riskierte b e r diesen P o g r o m s mein Leben und wurde sogar halboffiziell nach Bevdilschow, MinSk, Odessa, l o m rn a ndiert, mn dort Pogrome zu inszeniere n. Ich halbe meine Anssgaben zur Zufvioden.'heit meiner Wwfmfr geibor gelöst, wurde mit Orden und dorn Titel eines Ehrenbürgers ausgeMichnet. Ich bitte wm Au fhebung bcx Vevsiigung." ■ Auf Iniorvcntion des Graftn R o st o m zew hoib idanil der Regierende Senat den Beschluß auf. Ehrjak brachte die Kuh nach Zarskofe Selo, er wurde von der Zarin Alexandra Fedovowna in einer Audienz empfangen iumd bat die Zarin, das Rindvieh im Namen das Verbandes des vufsischvn Volkes anzunehmon. Er erhielt ein Dankschreiben von der Kantzloi der Zarin und von der Zarin -PerforMch fünf Rubel, außerdem wurde ov den Za-veniöchtevn Vrngvstellt. Sin« Zarin, die climm Pogromhelden empfängt, war «in Fall, der sich noch nie am Zavenhvse evoignet hatte. _ M. H. Wien, 27. März. . m* Das Wetter. In Oesterroich war es geistern stark be° lvoAt und trocken, die Temperatur in Wien ist etwas übernormal. Ein warmer SchiroWo dringt von Südosten her vor. Die Voraussage lautet: Verschlechterung, später ergiebige Niederschläge. „ * Die Lebensmittelmarkte. Da auf den gestrigen Bichmarkton in St. Marx die Preise auf allen Gebieten zurückgegangen smd, und die Großmarkthalle günstige Moischimporte aufMweifen hatte, so ist am Samstag auch vm Detai-lverkehr mit , einer PreisverbilliMna zu rechnen.. Porlänifia .sind die . Preise stationär. — Der Naschmarkt wurde mit italienischen Frühjahrsergeu gnissen sehr «ünstia beliefert. Frichkartoffsl, Gurken und Salate langten in großen Mengen ein. Kochsalat wurde inr Preise herabgesetzt. Die Aepfchsufrchren -gehen zur Neige. Hingegen herrscht in Orangen anhaltend Ueberstuß. Auif den Mchmärkten fanden Seefische besseren Absatz, wahrend Flußfische infolge der hohen Preise weniger beachtet wurden. In Butter und Eiern waren die Anbote für die Nachfrage ausreichend. * Telegramme zur Universttätsseier in Jerusalem. Der Jüdische Nationalfonds teilt uns mit: Um anläßlich der Eröffnung der Universität in Jerusalem die Möglichkeit zu geben, ein Glückwunschtelegramm aSsenben zu können, hat der Keren Kajemeth l'Jsrael in Wien beschloffen, Telegramm- Slankette zum Preise von 1 Schilling ----- 10000 K. vro Stück herauszugeben. In diesem Preise ist ein Text von 10 Worten inbegriffen. Die Telegramme werden am Montag den 30. d.' vom hiesigen Bureau der Keren Kajemeth gesammelt und nach Jerusalem unverzüglich übersendet. ES können somit telegraphische Gratulationen im Wege deS Keren Kajemeth nur dann erfolgen, wenn sie bis spätestens Sonntag den 29. aufaegeben werden. Telegrammblankette sind an nachfolgenden Stellen zu haben: Zionistisches Bureau, 1. Bez., Kärntnerstreße 28, Tel. 77-4-85. 77-4-86» ^Wiener Morgenzeitung", 2. Bez., Taborstraße 1—9; Buchhandlung Rath & Prager, 2. Bez.. Taborstraße Nr. 20 a; Buchhandlung R. L ö w i t. 1. Bez., Rotenturmstraße Nr. 22; Zionistische Sektion VH/VW, 8. Bez., Bennoplatz 1; Trafik Deutsch, 2. Bez., Große Stadtgutgaffe 28. Jüdische Geschäftsinhaber, die bereit sind, derartige Telegrammblankette zum Verschleiß zu übernehmen, mögen sich beim Keren Kajemeth, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, Tel. 77-4-85. 77-4-86, melden. * Die Lebensmüden. Gestern früh hat sich der 65jährige Ingenieur Fritz Kraus in seiner Wohnung im 1. Bezirk erhängt. Der Sekbsynord dürfte auf Nevbenzervüttung Mrückzu-- führen sein. — Gleichfalls erhängt mchaefunden wurde an: 36. d. in seiner Wohnung der 64 jährige Fensterputzer Johann Mondl. — Der 76jährige Greislex Franz Solar in der Brigittenau hat sich aus unbekannter Ursache erschossen. — Der 43jahrige Zolloberinspektor Ernst O. versuchte sich durch Genuß von Sublimat zu vergiften. * Broschenmarken ab 1. Juni. Die Postverwaltung beabsichtigt. die neuen Marken in Schillingwährmrg mit 1. Juni dieses Jahres auszugoben. - Die mehrere Monat« in Anspruch «nehmende Herstellung der nötigen BorratSmengen ist >o weit gevichon, daß mit der Eilchattung des vorgenannt.-n Terinines «sicher gerechnet werldeu kann. * Der Bezug von Nutzwasser ist anzumelden! DaS neue Wasserversorgnngsgssctz bestimmt. daß mit 17. April 1925 der ibesonlvere (Nutz->)Wasserbezu>g allgemein gekündigt wird. Unt uach Ablauf der Kündigungsfrist eine Einstellung des Wasserbezuges zu vermeiden, müssen die Betriebe ihren Wafferbezng Me«er Msra-ttz-NanA. Mitteilungen aus dem Vublttum. 39. KunstauKtlon von Albert Kenne, (Vien I. Aus drei Wiener Sammlungen Nur Montag, 30. Mürr 1925, Beginn 4 Uhr naohm. Im 8re«s«n P«*Uaale d«s MllltSrkaalno«, Wl«n I. &«hwarsttiib«rgplata 1 VERtTEIGERUNG von QemHIden horvorragonder Noistor IS. 01» 19. Jahrhund»rt und von koetbaron Antlqultüton Ooffentlkhe Ausstellung im grossen Pestsaaie de» Mllttlrkasinos, Wien. I. Sehwarzenbergpt. 1 Frellar den %1. bla lakL loneiaa den 19. Mira 191* vm Io bis S Uhr und Monlng den JO. Min 191* von 10 bla t Uhr Der Illustrierte Katalog. (Jt Tafeln), Preis S ist au beziehen bei Alberi Kende, 1. Kfrnmarsfraase 4, Tel. 10*76 bis längstens 17. April bei der Magistratsabieilung 31a in Wien, 6. Bez., Grabnergasse 6, neu an melden. Die Anmeldung kann schriftlich oder mündlich von 8 bis 12 Uhr vorgenommen werden. * Die WohltLtiftkeit-konzerte des Professors Zostarir. Am Sonntag hat Professor Dr. S o st a x i e am dem Heldenplah fein achtzigstes Wohltätigkeits-Ungelhornkanzert avsol« viert, das sowohl in künstlerischer als auch in materieller Begichnng einen vollen Erfolg brachte. * Vermißte Skifahrer. Am 21. d. haben sich der 34jähri.g« Znnmermgler Leo Kretz und der 81jährige Kaufmann Iran.; Herterich gemeinsam nach Neuberg bei MünMschlag auf eine Skipartie begeben. Sie wollten am 28. d. '.nrückgekehrt fein, sind jedoch bis Idente nicht einstetroffen. Vereine, Borträge unv Versammlungen. Leopold ft ädterVolkShetm, 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr: NegierungSrat Professor Dr. Ludwig Singer: Grillparzer. 8 Uhr: Dr. Karl Lederstegerr Die Erforschung des Weltalls. Technisches Museum. Sonntag, 10 Uhr vormittags, Llchtbildervortrag von Oberkommissär Ing. E. Schaffer: ^Dte größten Hafenanlagen". Für blinde jüdische Müdchen und Frauen. D>r jetzt in das 5V. Jahr, feines Bestandes tretende Verein Providentia zur Fürsorge blinder Frauen und Mädchen hat in s-einvm Hanse, 6. Bez., Darwingasse 5, ein MädcheMiindenheim erngevichtot, um heimatlose, vli-nde Mädcheit und Frauen durch Beschäftigung und Gewährung von AÄbeitsiilöglichkeit vor dem Untergaug zu retten. Die Tätigkeit des Vereines, welcher schon vielfach wertvolle Erfolge m verMichnen hat, ist vefonders in der letzten Zeit der Krise -dadurch arg aehvndmi, daß es dem Verein an den nötigen Mitteln fehlt- In der allerletzten Zeit haben sich die Verhältnisse so. weit urrMnisdvg acst-altet, daß der Verein genötigt^ wäre, s-eirt Mädck)eniblirrdenhestn zu schließen^ wenn es chm nicht in der -letzten Stunde gelingt, durch die 'Hilfe der jüoi-- fchen Oeffen-tlichkeit, die noch an dem Schicksal blinder Frauen getviß regen Anteil nimmt, die Mittel aufzubringen, wcklche es ermöglichen, dieses Heim zu erhalten. Es ergeht daher an die Wiener Jndenschaft die dringende Bitte, dem Vereine Pvovidenttä als M-itglivder beizutreten (der Mitgliedsbeitvag beträgt 2 S. monatlich), bezi-ohungstveise durch zahlreiche Spenden und Zuivendungen den Bestand seiner emwent wichtigen und hnman-itäven Fürsorgeaktion zu sichern. ÄS geht um Menschen, die — blind, arm und heimatlos — das schwerste Schicksal zu trägen haben. Spenden und Mitaliedsanmeldtt>ngen nimmt die DevomÄoitung, 2. Bez., Darivingasse 5. sowie die Administration der „Wiener Morgen» zeitung", 2. Beg., Taborftraße 1, entgegen. Nadroprogramm. Donnerstag den 27. März. 9 Uhr: Mark Gericht. — 1 Uhr 5 Mtn.r Uraniazeit. — 1'Uyr 20 Min.: Wetterbericht. — V,4 Uhr: Wiener Börse. - 4 bis 6 Uhr r Nachm itt a g s k o n z e r t. Französische Ballettmusik: DelibeS: Die Quelle, Suite -, Cbaminaoe: Callirhoe; Goldmark r Königin von Saba, Ballettmusik: Goublier: Fete Pompadour; DelibeS r Naila, Intermezzo; DelibeS: Passepied; Gounod: Faust, Ballettmusik; DelibeS r Covvelia, Suite. — V*7 Ubr r Prof. Ing. Ondrabek r .Lichttechnische Probleme der Straßenbeleuchtung." — a/*8 bis 7*8 Uhr r Englischer Sprachkurs für Anfänger, Wiederholungsunterricht. — '/a9 Uhr: Orchesterkonzert des Wiener Symvhonieorchesterö unter Leitung de» Profeffors Rudolf NiliuS. Weber r Ouvertüre zu Oberon; Beethoven t Sechste Symphonie; Bach : Konzert in V-Moll für Klavier und Orchester (Klavier: Frl. Marie Neuscheller); Wagner: Vorspiel zum 3. Akt der Meistersinger, Tanz der Lehrbuben, Auf, zug der Meister. . Bühne und Kunst. .Die Wollust der Anstündigkett." (Deutsches Volkstheatrr.) 4}iofe jbomödie von Luigi Pirandellv hätte ein Scha-ttfpiol von Henri Bernst-ein worden kömicn. Oder gar von Felix Philippi. Eine Tochter der Gesellschaft wird ein lediges Kind kriegen. Die Fa-nnlie und der zukütsttige Kindesvater sind um den Rus des Hauses und des Mädchens höchst besorgt. Man schasst d-ivcn Strohmann herbei, der das Kind zu legitimieren hat. Der Ehrenretter, eine goscheitert-e Existenz» die auf den schrnntzigen Hatrdcl eingcht, evtveist sich als Mwst-erexemtzlar der Anständigkeit und Vornehmhetit. Wenn der Bochnng zunr letzten Male fällt, tyoi sich die schöne Algathe vmn Geliebten abge» lvendet, »Md fiir de» Scheingeiuahl entschieden. Konvenlionelle Lüge, toindige Moral der oberen Zehntausend, Ehrenreparatur. der tvessliche'' Mann aus dom BoMe, Seelenläuterung der Haustochter, große Szene der Bekehrung durch edelmürigeit Verzicht und Lauterkeit des Ge-- Utütcs — billige Motive für nichtige Drailumsabrikanten. Indes, das Stück ist von Pirandello. Schon in dem Bericht der Al'Utter über Agath.'llv „SündeusaU" und ihre Mitschuld erkenn: man den pliilviophischen Kopf und das Herz dieses Dichters. Er tritt nicht selbst aus wie in der Komödie _37. Mrz M5 Sette k „So ist es - ist es so?", aber auch ohne den technischen Beheilf des RaiionneirrS spricht er uns an. scher: sich einen blauen Tunst um die Gestaltuu-g seiner Bichr'.rngeschäpfe, läßt sie in Dml-ogform seinen herzhaften Traktat über die Anständigei: sprechen, deren Triumph über die „.Konstruktion" der gcsellsckmfttlch.'n lv-arüber hinaus: menschlichen» Dczichungen er wünscht und in dieser Kmnödie ailch mit Glück hevbebführt. Den.Helden des Stückes — eigentlich dürite nnnt ihn naä, diesen: Pirandello-?Lbend nicht so bezeichnen, denn der Dichter süßt ibn saften: „Leichter cm Held zu sein, als ein Ehrenmann, denn -Held muß man nur streckenweise fein, Ghrennrauu!N,m:r'' — also, den Ehrenmann fV'icft Alexander Moiss i. Es ist ein reiner Tor mit dunkler Veoganfteritheit, ein unbedinftt Anständiger mit ehemals ein wenig wirren Eigentumsbe. griffen. Moissi sprinch dem Dramatiker nicht bei, gestalte: die Rolle nicht (wie es. glaube ich, Waldau oder Pallenborg ge säuge) und dient ausschließlich Pimudello. dem dozierenden Essahisten. Er prägt die Thesen plastisch scharf und jede Pointe wird mit Mrsrufungsiz-tichett versehen. Man steht den Text vor sich, geschrieben in der Manie Peter Mbenbevgs, mit bväftigen Unterstreichungen und einer getvichtigen F-üüe von J-nterpinvktionen. Aber, mein Gott, mau ist doch im Theater, nicht i»u Kolleg. (Nur die keimende Liebe des cingekauften Gatten gu der Frau, vor der er sich erniedrigt hat. ist überaus zart gesta l-- ici.) Bon ausge,zeichircter Haltung Herr Scharwenka, und sehr schön schrer.-trt Frau Erika Wagner ihren Bühnenwog aus dem Wirvsal des vevstöri-cn Mädchens zur Klarheit des wählen^ den Weibes. 'Nachher wcir Herr Moissi ein schlimmer Junge, der, ohne es mr geringsten zu können, in NestroyS „Die schliumien Buben in der Schicke" die .Hauptrolle spielte. Sympathisch bloß die Unbsfairgenheiit, mit der er's wagte. Eine gtlte 2!estvoy-'Aus führunft mit Loibner. Kirschner, Sk raup und Frau Förh macht er unerträglich. Otto Abel cs. Preßburger slowakische« Nationaltheater. (Aufführung der ^Verkauften Braut" im Bürgertheater. Wenn tschechische Qpevmvuppen Auslandsgastspiole unternchmel», ist Srnetanas „BerikMiste Braut" ihr wertvollstes Reisegepäck. Das Olmützer Theater hat uns in dieser Oper mit seinem starken, noch unverfälschton VoVstum ibÄkamtt gemacht, das Prager Nationallheater' mit seiner hohen musikcckischen Kultur. Das Preßbuvger flotoäkische Natton-ccktheater, das naturgemäß vorläufig ein tschechisches Nationaltthoater ist, habt etwa zwischen Oknütz mi> Prag, zwischen Natur und töuXtur die Mitte. Es besitzt hübsche Stimmen, einen Mt.z vortrefflichen Chor, ein tanzsrohes Ballett und ein strebsames Orchester, das in Wien eben noch erträglich Nnigt, wem: es Oskar Nedbal dirigiert. Er packt gjloichsam jeden Musiker beim Schopfe und beutelt das letzte aus ihn: heraus. Bei solchen DemperamentauSbrnchen gerät freilich die Smetana-Melodie etwas hart, der Moyartsche Einschlag tritt zu rück, der Pokkarhychmus wird von derben böhnrischen Dartern in schweren Stiefckln getreten. Vergleiche des Pveßburger Ensemlblles mit unserer Staatsoper sind natürlich nicht am Platze. Doch in einonr sind die Preßburger gleich den Pragern mid Okmützevn mrserer Oper voraus: Sie haben eine EnsenMekunst, selbst wo sic ProvinFallÜren hat: Die Sänger singen nicht wie am Konzert- Podium Arien, der Chor liedertafellt nicht und das Ballett tritt nicht, wohlgedrillt, in Reih und Glied zum höfischen Tau;- -eremoniell an, sondern alles strotzt von bäuerlichem Loben, von gesunder Bcwegu-ng, von musikcckischer Wohlgenahrchest. Auch leiblich wohlgenährte Gestallten sah man unter den schmuck und farbig kostümierten Burschen und Dirnen auf der Bühne, so Herrn Knittl, der mit schönem, etwas glanzlosen Tonor den Hans sang. Di« Marie gab Frau Zandov, ome rassige Brünette, mit sinnlich blühender Stnum«, mehr dramatisch als soubrettenhaft, der Stern des EnsemKeS. Liebenswürdiges EpiÄtallent en-twickoü« Herr Horskh als Wenzel und Herr Soukup, ein mit allen ländlichen Salben geschmierter Heiratsvermittler erfreute durch eine ergiebige, bcwoglliche Baß stimme. Auch die Übrigen Mitwirkenden sangen und spieilten mit viel Temperament, und so gab es einen stürmischen Erfolg, wie immer in Wien, wenn man Srnetanas klassisches Moister-- werk von tschechischen Sängern in ihrer hoimEchen Mundart hört. _ ftb. Aus den Theatern. Vurztbeater. Morgen, 7 Uhr abends, zum ersten Male .Di« Spielereien einer K a i f e r i n" von Max Danthendey. Akademietheatrr. Morgen, */98 Uhr abends, »Der Liebhaber". B o l r » o v e r. Heute ,A i d a". Morgen .Gräfin Mariza". Montag bei halben Preise» Mignon". . y, Kleines Tdeater i« der Anna gaffe. Heute, 8 Uhr abends, Erstaufführung der Lustspieles ^Walzer von Georg Ruttkay. Theater in der Josef st adt. Die Erstaufführung ,L o y a l t i e S" von Jobn GalSworthy findet anfangs April statt. Al» nächste Inszenierung Max Reinhardts wird ^Juarez und Maximilian", dramatische Historie in drei Phasen in 18 Bildern von Franz Werfel vorbereitet. Morgen SamStag. 10 Uhr, Tanzabend Ella I l b a k. Roland-Bühne. Ab heute einige Aufführungen der ,Klabria»partie" mit Armin Springer, Sigi Hofer und Max Wittmann. Die Premiere der ,H o f j u d e n" findet voraussichtlich Mittwoch den 1. April statt. Komödienbau» (Exl-Bühne). Heute infolge Erkrankung Ludwig Auers statt robenacht" „Eine tolle A l m n a ch t". Dr. Rudolf Throlt wird DisnAag de» 31. b, im großen Urauias'M eine zweite Vorlesung mit voUtandig neuom Programm halten. Zu Worte kommen diesmal Hevesi, Auern-- heiuier, Schönherr, Roseager. Schlögl und Herz. Beginn halb 8 Mr.

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