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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-25 · Heft 2189 (25.3.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2189 (25.3.1925)
Date
1925-03-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m. «tm- OAtt «muff vc0*K«rit^rt«tnif4 ä>. Tvmrz wzo Der Gesamtverband Jüdischer Hochschttler Oesterreichs „Judäa“ veranstaltet Mittwoch den 1. April 1925 um 7,8 Uhr abends -m Großen KonzerthaujiaaP eine rcIcR anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität zu Jerusalem KARTEN zum Preise von einem halben bis 5 Schilling beim Hochschulausschuss, IX., Zimmermannplatz 6, Telephon 25-2-28; Vereinigte zionistische Bureaus, I.. Kärntnerstrasse 28. Telephon 77-4-85, 77-4-86; Klubheim Hakoab, II., Schiffamtsgasse 15; Buchhandlung Präger, II., Taborstrasse 20 a / Kartenvorverkauf ab Dienstag den 24. März, Vorgemerkte Karten _ sind bis Freitag den 27. ds. ahruholen ... _J1L Voraussicht nach der gegenwärtig in Geltung stehende Kollekt i 0 v e r t rag Ende dieses Monats a b l ä u f t, was zweifellos in den Wiener Betrieben eine ernste Bcn n ruh i g u tt g bringen werde. Lar Grundverkehrsgesetz verfassungswidrig? Der Versaffungsgerichtshof hatte sich gestern mit einer Beschwerde des Kriegsgeschädigtenfonds gegen einen Beschluß lder Grundoervehrslandeskomlnission Linz, der sich auf das Grundverkehrsgesetz stützte, zu befassen. Bei der Aeberprüfung der Beschwerde ergaben sich im Ver- 'fassungsgcrichtshof Zwe i f el ü t>e r d ie Be rfassu ng sm ä ß ig ke it des Grundverkehrkgesetzes vom 13. Dezember 1919, die zu einer Überprüfung dieses Gesetzes durch den Bersass.ungsge richt eho f führen werden. Der Beschwerde des Kriegsgeschädlgtenfonds liegt folgender Tatbestand zugrunde: Ter KrieAs-geischadig-tenfo-nds, vertreten durch die Finanzprokuratur, begehrte sestznstellen, daß durch den Beschluß der Grnndvert'ehrÄandeskoMmissi'cn Linz von: 22. Oktober 1924 das für alle Staatsbürger gewährleistete Recht, L ieg e n s chaste n u e r w e r b e n, verletzt worden fei. Der Kviegsgefchädigtenfo>nds verlangte die Aufhebung dieses Beschlusses. Gegenstand der Beschwerde war eine Grundparzelle in der Katastralgemeinde Schnellberg, Bezirk Mattighofen. Der Kriegsgeschädigtensonds Gu.tsverwaltung MattigHofen kaufte diese Parzelle im August 1924. Tie GvnndverkLhrslandesko-m.m>ission hat nun entschieden, daß die E i g c n t u m s ü b e r t r a g u n g dieser Parzelle nicht zugelassen werde. Der Versassun.gsgerichtshof hat nun beschlossen, das Verfahren zur amtswegigen Ueberprüsung der Versassungsmäßigle'iL des Grundverlchrsgesetzes zu unterbrechen. Eine Ueibevprüfung der Vcrfaffnngsnläßigkcit dieses Gesetzes ist nur so notwendiger, als die Grnndvcrkehrskommissionen wiederholt dadurch Anlaß zu Beschwerden gaben, daß sie G r u n d e r w e r 'b durch Juden unter Berufung auf dieses Gesetz sowie auf das nicht minder refoDmbedürfti'ge Wiederbrstedlungsgefetz ver'hinderten'. * Fahrpreisermätziglmgeu für den Besuch tschecho-slowakischer Kurorte. Wie die „Prager Presse" meldet, werden Ausländern bei dem Besuche Ifchecho-slowakischer Kurorte folgende Fahrtermäß igungen getvälhrt werden: Eine 66prozentige Fahrpreisermäßigung erhält jeder Ausländer, der sich in den: betreffenden tschecho-fowakischen Badeort mindestens zehn Tage austqehalten hat, unter der Voraussetzung, das; er ans den: kürzesten oder zeitlich günstigsten Rückwege die gleiche Grenzstation wie auf der Hinreise benützt; eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung erhält jeder, der auf einer anderen Grcn;- üibergangsstation zurückkehz't als auf der Hinreise. Eine 33prozentige Ermäßigung wird gewährt bei einer Reist von einem tfchecho-slowakischen Badeort nach einem anderen, und zwar dann, wenn der Arzt oder die Badevevwalrung die Notwendigkeit des Wechsels des Badeortes bestätigt. Tagesbericht. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetzies E gekennzeichnet. tzimeifeerleichterungen für Kaufleute nach Amerika. Die Bestimmungen für: die Einwanderung Meiden aufrecht. New-Pork, 24. März. (Tel.-Ko-mP.) In den Bereinigten Staaten ist eine starke Bowegung im Gange, die auf d ie A b f cf; a f f u it g d e s Paß v i f u m s durch Amerika hinzielt. Die Sena-is-k-ommMon für auswärtige Angelegenheiten hat schon vor längerer Zeit eine Gesetzvorlage angenommen, -die den Präsidenten ermächtigt, die Pa ßformali täten der Vereinigten Staaten im Verkehr mit anderen Ländern zweckmäßigen A »b ä n d c r u n g e n zu unterziehen. Die Gesetzvorlage verfolgt den Zweck, ausländischen Kauflentcn und Bergnügungsreisenden die Ei it reise nach den Bereinigten Staaken zu erleichtern. Die amerikanischen Be st i mm-u n gen über das Ein wa nder'n ng'swesen sollen durch das neue Gesetz nicht berührt werden-. Die Anreger des Gesetzes nehmen an, daß, wenn die Vereinigten Staaten das Paßvisum für Nichtenngran-ten abschafseil würden, zahlreiche europäische Länder den Amerikanern gegenüber sich ans den Standpunkt der Gegeniseitlgkcit fteltcn und den Sichtivermer'kzwaug für am>erikani.sche Tortristen und Kausleute gleichfalls «bschasfen würden. MenbahNkataftrophe bei Lodz. Entgleisung des Schnellzuges Warschau—Krakau. Warschau, 24. März. In der Nähe von Lodz entgleiste v o r g e st c r n a^b c n d s der Schnellzug W a rfchau—Kraka u in einer Weiche. Bier Waggons wurden zerstört. Bisher wurden drei Tot c, f ü n f S ch w c r v e rletzt^nnd zwölf Leichtverwundete gemeldet. Die Strecke mußte 24 Stunden lang abgesperrt bleibet:. * An die rumänischen Akademiker in Wien. Der Nostrisikantenausschnn der rumänischen Mademiikervereinigung schreibt ans: Die rumänischen Doktoren und Absolventen der Medizin in Oesterreich werden in ihrem eigenen Interesse anfgesordert, sich im Laust dieser Woche im Vereinslokal her rnmäuischen Studenten- und Akadomikerveveinigung in Wien (Klubzinuner Cafe Edison, 8. Bez., Aljerstraße 9) beim Ausschuß für Nostrifikanten von 2 bis 3 Uhr nachmittags zu melden. Der Gang rum Grabe Herzls. Die Ordnung des Zuges. Das Zionistische Landeskom: tee für Oester« reich teilt uns mit: Am Sonntag den 29. d. wird anläßlich -der Eröffnung der hebrätschen Universität in Jerusalem die Wiener Judenschaft durch Massenbeteiligung am Gange zum Grabe Theodor H e r z l s, des großer: jüdischen Führers und Begründers «der Zionistischen Weltorganisation, sein Andenken ehren. Die Teilnehmer versammeln sich um 10 Uhr früh in der folgenden Einteilung: Gruppe 1. Die Mitglieder des Aktionskomitees, Landeskomitces, Keren-Hajessod- und Keren-Kajemeth-Kommisfion, Parteivates, Lokallomitocs, Palästinaamtes, die Mandatare, die den Zug eröffnen, bet der Hochschule für Bodenkultur, Ecke Peter-Jordan-Straße—Hochschulstraßc. Gruppe 2. Akademischer Landesverband, jüdisch-akademische Verbindungen und Vereine gegenüber dein Haupteingang der Hochschule für Bodenkultur. Gruppe 3. Turn- und Spurtverbaud, zionistische Mittelschüler, zionistische Jugendgruppen, Chat uzin:,' Karl-Ludtvig- Platz bis Felix-Mottl-Straße. Gruppe 4. Zionistische Bezirkssektionen 1, 2, Prater, 5/11, Jchuda Halewi, Peter-Jovdan-Straße. Gruppe 5. Zionistische Bezirkssektionen 4/5, 6/8, Feistmantelstraße, Ecke Hochschulstraßc. Gruppe 6. Zionistische Bezirkssektionen 9, 12/15, Felix- Mottl-Straße. Gruppe 7. Zionisrische Bezirkssektiol: 16/17, Cottagegasie, Ecke Felix-Mottl-Straße. Gruppe 8. Zionistische Bezirkssektionen 18, 19, Cottagegasse, Ecke Hasenauerstraße. Gruppe 9. Zionistische Bezirkssektionen 20, Zwischenbrücken, 21, Blaasstraße, Ecke Hasenauerstraße 32 bis Felix Mottl-Straße. Gruppe 10. Zionistische Fraucnorganisation, Hochschule für Bodcnikultur, Ecke Feistmantclstraße—Hochschulstraße. Gruppe 11. Hitachduth, Lannerstraße, Ecke Blaasstraße. Grupps 12. Misrachi, Lannerstvaße, Ecke Blaasstraße. Die Hauptordner und Ordner versammeln sich cm: 29. b, um pünktlich halb 9 Uhr vormittags vor dem Haupteingange der Hochschule für Bodenkultur (Endstation des ÜOer-Wagens) uud beziehen dann mit den Sammlern des Keren Kafemeth die ihnen zngetviefenen Plätze. Die Sektionen werden neuerlich aufgesordert, ehestens die Adresse:: der verlangten Ordner bekanntzugeiben. Die Besprechung der Hauptordner findet am Donnerstag den 26. d. um 7 Uhr abends im Zionistischen Bureau. 1. Beiz., Kärntnerstraße 28, statt. Die gemeiu>san:e Sitzung aller Ordner, in der die en'dgültigen Weisungen ausgegeben werden, findet am Samstag den 28. d. um 6 Uhr abends im Zionistischen Bureau, 1. Bez., Kärutnerstraße 28, statt. Wir bitten um pünktliches und zuverlässiges Erfcheüwn. Re slöfese« Augen. Eine Sage aus dem N: k o l s b u r >g e r Ghetto. Von Dr.-- Bertold Hüller (Nikolsburg). Fanfaren tönten durch die Sommerlandschaft, von lärmendem Pserdegetrappel, dem Nauschen der Seidenüi:d Atlasgewänder begleitet. Der allerhöchste Hof aus Wien hielt seinen Einzug in das kleine, verträumte Städtcher:, das zwischer: Weingärten und grünenden Feldern friedlich fein Nachmittagsschläfchen hielt. Ter Herold, der an der Spitze des Zuges ritt, war eir: frischer Junge mit blitzenden AUigei:, kühner, b:mtcr Feder uiw heMirrendelr Sporen, e'ur Kind des Landes, eines kleinen Ede'lmannes Schn, mit allen Wegen und Stegen auf das -beste vertraut. Ihn: folgte eine Schar bis auf die Zähne bewasslleter Reiter a-itif wohlgenährten Nossen und iit stattlichen Wämserw Das war der Vortrab des Kaisers Ferdinand des Dritten, der die Stadt Nikolsburg mit feiner hohen A>:- wcselcheit zu beehren geruhte. Das war der Prolog zu dem bunten, filutberückendel: Spiet von Gold, Seide, Damast, Stahl, Juwele::, das die Bevölkerung von Nikotsburg durch einige Tage hi::durch in chrsurchtsvolles Staunen devsetzen sollte. Als die Reiter des Vortrabs vorbeigcsprengt, folgte der Prachtwagen des Kaisers, auf dessen Bock ein erhabeller, in Gold getrielbener Doppeladler prangte. Der Wagen war aus Sandecholz verfertigt und kriiftalchell poliert, so daß die Somndersouue, die eiben nichts Besseres zu ■htm hatte, sich ganz vevgiülglich darin spiogok: konm-e. Der Kaiser streckte getaffen den Kopf zur Portiere hinaus. Aus seinem blassen Gesicht malte sich Verträumtheit, die all Müdigkeit grenzte. Ehvog er große, weltbewegende Pläne, oder war er von Ekel über das feile Getrieibe der Welt erfüllt? In seilten Augen blitzte es ntauchma>l auf wie tu einer schwülen Solmnernacht ein serlres Wetteolellchtelr. War es ein Flammenzeichen, das am Llnfange großer Ereignisse stand, oder nur Zorn über feinen ul:>geschicktel: Koch, den: das Mittagessen, das er irr Voltelsbr-m:u elugerroinillen, inißlu-irgelt war? Wer kam: dies bei so hohen Herren wissell? Der Z::g bewegte sich jetzt über die Ha-:lptstraße der Stadt dem Schlöffe zu, rechts und links von einer bunten Menge in namenloser Bewunderung begleitet. Da waren sie alle gokonunen: Die Bürger, ihrer täglichen Haittierrmg -enrlaufell, breitspurig, pausbackig, gemächlich, Baikern, die einen stundenlangen Marsch hinter sich hatten, wovon die staudbcdeckteu Schuhi-e in eindringlicher Meise redeten, Jrurgfern in Küchellschürzen, auf deren Wangen sich der Widerschein des Herdes u:-alte, stattliche Fraueu,' von oin-er uu-goduldbgen Kinderschar umringt. Der Kaiser dankte all der: Bivatruseu, die an sein Ohc schlugen, mit einem Huld" ’r'eu Nicken des Kopfes. Als auf dem Marktplatz das Bivlatrnfel: zu cin«ent Orkan angeschwollen war, ließ die Majestät ein müdes Lächeln über ihre Züge gleiten. Da::u aber bog der Zug zum Schllosse ein, vor dessen Eiltgaug eine Tviumphpsorte errichtet worbell war. Aus Taulwi:reisig, Noseu uuto Veilchen, die in der reinen Sollnelllust sanft ihre Köpfe schaukelten; das Portal des Schlosses war sperrallgebweit offen, und der Schloßherr stand mit seiner Dienerschaft in devuitsvoller Stelllmg davor. Nach ein-cr langen, sehr feierlichen Begrüßungsrede des Schloßhevrn wl:rde die eritste Majeftät in die Prunkräume geleitet Uttd das Festmahlbaukett begann, vor: vielen Violelv, Tronlpetcu, Schalmei e>: begleitet. Als die Nacht ihre Schatte:: auf Nikölsburg heraibseukte, strahlte das Schloß :u iait'fciUb Lichtern und die Bürger hatten ebenfalls i>: den Fenstern ihrer Häuser Lichter angvstcckt, die ztternd hin uud her schwankten u::d gespe::stische Schatten auf Mauevi: mtd Straße:: Warfe::. Auch in der Judcnstadt ivar festliches Regen zu bemerke::. Die kleinen, niedrigen Hänschen, die sich scheu zur Erde drückten, hatten kleine Lichter ontzündet, die zuversichtlich in die Nacht Minuten. Sonst lag die JntdeUlgasse düster, ein Jahrtartsend alte Trauer bergend. Heute jedoch wehte ein sachter Hauch von Fronde durch Gassen und Gäßchen, denn ihre Aiajestät hatte für rnorgen früh seine:: allerhöchsten Besuch aiigehindigt. An: nächsten Morgen, als die Sonne ihr Gesicht über den Turold erhoben hatte, erscholl ein festlicher Fanfarenstoß und eiliges Pserdegetrappel. Ans einem arabischen Rosse kam der Kaiser daihergesprengt, um den Mund ein leichtes Lächeln von Verächtlichkeit. Dein Hoskanzler, ein hochgewachsener, vornchn: anSsthel'.der Herr, dem silberweiß das Haar unter dem H:rte hervorquoll, ritt gvdankeuschwer hinter ihm. Was bewegte ihn? Wohl Türkenkrieg, Ketzernot, des Aböls Hochnrnt, die, zerrütteten Fmanze:: des Kaisers und des Reiches? Gedachte er bei den verächtkichlen Juden eine Anleihe aufznnehmen? Das Aussehen, das der glänzende Zug in der Judongasje hervorriest war unbeschreiblich. An allen Fenstern stauben Menschen, dicht gelbräncjt, mit weit aufgerissenen Augen, sogar die Dächer der Häuser waren schwarz vom Menschengew'inmrel. Man wollte rhu sehen, den dritten Ferdiand, die allerchristlichste Majestät aus Wien. Die Menge verharrte in ehrfurchtsvollem Schweigen. Diese schwarze Menfcheumasse, : aus der gar manches scharf geschnittene Gesicht blaß und sorgenschwer himibevschlmmerte, von hohen Gestalten da und dort Patriarchenhaft überragt. Und dazwische:: waren Frühlings-' blumen auf einer herbstlichen Flur, staunende jun>ge Mädchen verstreult, mit gemntenhaft zarten Gesichtern und 5?aaren so schwarz wie Cberiholz. Eben passierte der Zug die Altschnil, an der ch: Umbau vorgenommc:: wurde. Ein hohes Gerüst ragte in die Luft enchor, von dem Stein und Mörtsl weiß herüberblinkte, Kelle, Schaufel, Hacke und an>deres Gerät lagen in kunterbunter Unordnung dicht dabei. Gerade als vor dem geistigen A::ge des Kanzlers eine Schar vor: Türken, wilde Rufe ausstoßend und ihre krummen Säbel schwingend vorbeigaloppierten, wollte das :lnerforschliche Schicksal, daß ein Stein, der sich schon früher vorwitzig ans die Kante eines Brettes vorgewagt, in Betve.gung kam und hinunterfiel, dem Kanzler just auf die hochgeborene Schulter. Ein feinet Staubregen sprühte den: Hofmarschall, der an der Seite des Kanzlers ritt, in die blauen Augen uud sein Roß bäumte sich. Der Zug bliüb einen Augenblick stehen. Seine Majestät wandte sich im Sattel un: und äugte scharf hinüber. Das verächtliche Lächel,:: mit den Lippen verschwand und wurde von flammender Zoruesröte und Augenblitzen, das scharf wie sme Damaszener Klinge war, abgelöst... der Rest war unheilverkündendes Schweigen des ganzen Zuges. An: nächste:: Morgen herrschte in d>er Judenstadt wirres Durcheinander. Jneinauderlaufende Menschen, die aufgeregt mit den Händen gestikulierten. Silbechaarige Greise, die überlegen väterlich das Volk mit wohlgesetzter Rede zu beruhigen suchte::. Kinder, großäugig und gebräunt, dis sich

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