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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-21 · Heft 2185 (21.3.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2185 (21.3.1925)
Date
1925-03-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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6eHfc - Wre». SamSwtzerGtSr r» ftmfatm Schulfeier« z» versnstalre» «nd de» llnttrricht ausssllen zu lassen. Oie Vertretu»gen der wissenschaftliche» Welt. Bl§ zrckn fl b. ßnb an das London r Uniderfilätsf^milee Anmeldungen von fstgenden Universitäten. Anstalten uma P-rsönkichkrite, m<Kltw$t: Die U»iverstläre« von: Amsterdam. Aberder», Belfast. Boston. Cambridge, Q&ttt&arj, Frankfurt. Genf, Glasgow, Peunsynanien, dSe Zvhu-Hopki«»- Universitär, Lernen, Liverpool. London. Manchester, Manitoba. Brown-Univerfitot in Providenee »nd Toronto. Kerner: Die Britische Akademie, die Hochschule für Archäologie m Ca»« üridge. Coll ge de Kram«, das indische fijmtifterhtat ra Pari-, die theologische Lehranstalt in Dien. daS RockefellerJnstitut i» den Bereinigte» Staaten, die Tchwet iche Akademie der Aiffenfchaften. dar Brüffh Museum. AngloIewish Asiociaiion. Brttrsch-mediziaische Sefrllfchast. der ökoammfche St« fSr Pa. läpisa, Deutsche Gesellschaft für Polästinaforschung, G«'i-ellschaft zur Mrvnwng der Wiüenschafr des JrrLenttnus, Unabhängiger Orden D'na» D'rith. Board vf Deputier, Gosellschast der Freund der hebräischen Universität, Orden der alte» Makkabäer, KSni^tz. Brilrsche Gesellschaft und andrve. Weiter» »o» folgende» Perlönlrchkeire«: Lord Allenby und Gemahlin. Lord Dalfonr, Loxd Alswater. Prof. Bul (Groningen). Prof. Bo eck LStockhotmZ» Prof. B r o d e tz k y (Leeds). Prof. Bichler (LortdonX Oberr^chbiner Prof. Tr C h a j e s (Wien) (von tas§ bevettS gemeldet. Red.). Tr. Cohen (Birmin'hom). Tr. Corres und Gemahlin (Paris), De. Deiche- (Ed inbarg), Prof. Gedde 8, Prof. Gide (Par.s). Prof. Heck man (Amsterdam). Prof. Landau (Göttingen), Grandrabbmer von Frankreich Dr. I. Levy (Paris), Chief Rabbi mm England. Dr. Herz und Gemahlin. Prof. Lind wall (Stockholm). Prof. Stepper (Gerf), Prof. Sobernheim (Berlin)- Dr. L. Trrritz (Wreborg), Dr. L. R s o t (Mancher) und andere. Die Feier -er Wirrer rüdifche« Studentenschaft. Der Reinertrag d-.r am 1. April d. I. im großen Souzerthaussaa! oam Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs Judäa veranstaltete» Frier anläßlich der Eröffnung der ltebräischen Universität in Jerusalem Wirt, dem Universitätsionds zuflietzen. * Der Wanq MM Grave Herzls. Das Zionistische LandeiKomitee für Oesterreich teilt uns mit: Anläßlich der Eröffnung der hebräische» Unidersiiät in Jerusalem wird die Wiener Judenschaft durch eine Massen- Leteiliguag am Gauge *um Grabe Theodor HerzlS das Andenken des großen Führers rmd Begründers der ziv»isti>ch?n WÄtorganifanon ehren. Der Gang sinder am Sonntag den 29. d. statt. Jede Bc-rrlsfektios, jeder Sonderverbaud und jede Föderation hat <m der F«er reilzLnehmen. Dir Lrit«»g der Organisation des Zuges fsvie der SamMelrätigreit für den Keren Kafemcih!'Israel lieg: in den Händen der Herren Fell er und Sendrowir^ Die Terlsehmer versammeln sich am Ä vhr früh in folgender AnfsteLung: Gruppe t Die MitgliLer des LkttonÄomttees. 8a«desromitees. Parte irates. Keren-Ha ^esiod- und Keren-Kojemech- Kommissiou, Palästinaamt, Mandatare, Lokalkonntee. die den Zug eröffnen, bei der Hochschule füz BodenkultLr, Ecke Peter-Jordan-Straße—Hochschulftrahe. Gruppe L Akademischer Landesverband, judisch-akadcmische Berbindun.ten und Vereine gegenüber dem Häupterngang der Hochschule für Bodenkultur. Gruppe 2. Turn» und Sportverbaod. zlenfftffche Mittelschüler. zionistische Iugeudgruppeu, Chaluziru Karl-Ladwig« Platz bis Felix-Mottl-Straße. Gruppe 4. Bezirksseklionen J, 2, Prater, S, 11, Jchuda Halewi Peier-Jordau-Stroße. Gruppe 5. Bezirksscktioneu 4/8, ß/3 Feistmantelsiraße. Ecke Hochschulstraße. Gruppe «. Bezirkssekt ione, 4, 12 btt 15 Felix-; Mottl-Straße. j Genptzr 7. Bezirk-sektione« IS/17 Ecke Felix- Mottl-Straß«. Gruppe 8. Bezirksseltioneu 18, U Cottagegaste, Ecke Haseuauerstraße. Gruppe S. BezirksseNioncu 30 und Zwischcuöröcken. 21. Bez. Blrasstraße 1 (Ecke Hasenauerpvaße 32 bis Felix- Mottl -Slratze). Gruppe 12. Frauenorganisativn Hochschule für Bodenkultur, Ecke Feistmantelstrase—Hochschulstraße. Gruppe 1L Hidachdath Lan»erstraße, Ecke BlaaS» j stratze. Gruppe 12. MiSrachi Lsnuerstratze. Ecke BlaaSstratze.! Die Llufstelluvgsplätze sind durch Tafel, gekennzeichnet. Ae Jugrndlichru erscheinen i, Daudorkleidern mir Kopfbedeckung. Die Lrdner sind durch blau-weiße Armschleife». die Sammler für de» Keren Ksjemech durch blauweiße Kokarde» gekcunjeichaet. Dir W-eisunge» der Ordner sind unbedmgt zu befolgen Ruh« und Disziplin sind zu wahre». Die neuen PalSstinamarken. Aus Jerusalem wird u»r geschrieben: Anfangs April werden fc^c neue» Palastinapostmorkev ausgegcbe« tverden. Geplant sind 26 verschiedene Wertzeichen, deren Wen sich nach der neuen palästinensischen Balnra (Dinar, Lchekel, Drachme m»d Pruta) auSdrücken »erden. _gglfttci* MsraenzeNnnft._ Lord ßurzon geftcrhen. London, SV. März. Lord Curzon ist heute «m 8 Uhr 35 Minuten morgens gestorbe», » George Nachänivl Cu rzdn wurde am 11. ^>änner 18-'9 in Kedlcston als Lohn dcs Geistlichen Alfred Lurzon. sttckler Lord 2 c a r s d a l e. geboren. Er begann se'.ue politische 8u«dbah» .1588 als UnLerhauSmitglied auf de» Banken der Konsenmiive«. Bo» 1P91 bis 1892 war er UntrrstaatssEkrriar für JMen und IMbi» IdW Unterftaatsfekerär im Sstrswär» rrgen A«r. Er fiel jofgin durch seine autz.rordentiich wette und tiefe KerminiZ des Osten« auf, die er durch Reise» in otiental:sch?n Ländern, spczirll in Persien und Indien, vermehrte. Eine Reihe von bedeutenden Bückiern. unter denen daS Ztandardwork „Perfia and che Pcrfinn Qu stion" den ersten Platz eirminMt, mochten ch» rasch einem großen Pubttkn» bekannt, während f iae Vorgesetzten »ad Kollegen im Lmr von seiueu staatLalänuischc« Fähegieiten eme» so günstigen Eindruck gewannen, daß er anfangs IM. unxwöhnlich jung zum indischen B i z e k ö n i g rruanm wurde. Er brhtel: den Posten länger aS Mich, bi« §nm Iah'c 1806. und Gegner und . Bewunderer seiner neuen Tätigkeit sehen einmütig in den sechs Jahren feines Biz^önigtnms d?n Wendepunkt der »eucsten indische» Geschich'e Seine Wirksamkeit war;im-?«Herw und fwet Grbier d.'s indischen öffentlichetl Lebens trägt d« Spure» seiner unermüdlichen Arbeitsfreude und seiner imperialistisch starren Auffassung der englischen Misswn im Oste«. Netter seinen Maßnahmen ragen nchen der Teilung der Provinz Bengalen, die in ihren Folgen sich eis verhängnisvoll erwies, weil sie von den Bengalen als ei« Akt hindufreundlichTr, also is'amf'indlrchrr Politik anfgefatzt wurde, d« Ilrtternehmwngen a« den Grenzen des indischen Reiches hervor, für deren Sicherstellung er das mDe getan hat. Die vorläufige Regelung der wirren Berhalinisie a» der Norvwestgrerrze. die intensive Pflege der englische« Steli»«g im Persische« Golf, den er presti?ehalb.'r IRM offiziell besuchte, »nd schließlich die Tibetexpedit,o« 1903 bis 1904 gehen auf seine p.rsön.'iche Initiative znriuk und waren alle von einem tiefen Mißtrauen gegenüber der rsiatischen Politik Rußlonds getragen. Seine indische Laufbahn endete Vorzeit^ infolge eines Zttsmumenstoß.s mit Loch Kirchen er. der zu derselben Zen die indische Armee reorgonistiert€ und ein Maß von UnabhäugiBrir für sich gegenüber der Zrvil.7.ewÄt wünschte, das Lord Enrzo« nicht geneigt war, ein- Zuräumen. Di,? Londoner Regierung entschied für Kitchener und Curzo« trai zurück Numirtelibar darauf begänne« die großen indischen Unruhen. Curzon, der damals auch ieine Frau durch de« Tod verlor (eine Tochter des amerikanischen MnltrmillionärS Leiter), war seitdem einer der Führer der Konservative» st« Oberhaus und VtzekanM der Unrveisiräi Cambridge. Mit KriogSb?ginn trat er als Geh-imsietzelhewahter. das heißt a.'s Regier»«pSverirrter, im Oberhaus, namemlich in den cvsim Kri-o-gssahrru. mehrfach als Anhänger einer scharfen Kriegspolitik h.rvor. Er sprach das Wort von d.n siegreiche» Ghurkas, die ^lh^mit derr Kosaken des Zarxn unter de« Brandenbnvaer Tor ' ftcjjen sollten. Während der Pariser Friedenskonferenz war er in London Steüverrreier des auf der Konferenz befindlichen Ministers des Auswänige«, Ä. James Dalfour. Später tra: er dann noch als Antzenminlster in das letzte Kob'neit Llotzd Georges ei«, dach waren feine B^iehunge»;»m Prem-er dauernd gespannte Rach dem Rücktritt Llohd Georges trat er als Minister des Auswärtiger auch i» das Kabinett Bouar Law er», ebenso i« das folgende Kabinett B a l d w i n. In dieser Zeit seiner Tätigtest als auswärtiger Minister fällt eine gewisse Spannung in den Beziehungen;u Frankreich. Curzon war bestrebt, Frankreich von allzu weit» ocheuden Schritten gegnt Deutschland ab^halten. Do verhinderte er Poincares Absicht, wogen der Rückkehr des Kronprinzen »ach Deutschland neu« Maßregelungen eintrvie« zu lassen. Er emsandte den englischen Generalkonsul Clive in die. Pfalz, wodurch dorr die separatistische BewoMing unterbrochen wurde. Auch die Einsetzung der Dawes-Kommissio« geschah unter Lord Curzon. der dann im Jänner 1924 mit dem Kabinett Baldwin zurücktrat, als die Arbeiterpartei noch den Wahlen vom Dszombrr 1923 die Regierung * übernahm. Als aber nach bereit Wahlniederlage i« Oktober 1924 dakdwin ein neues konservatives Kabinett bildete, wurde Cnr- ' zon in diesem nicht mehr Außenminister, sondern Lord-Präsident des Geheimen Rates. I» der letzten Zeit litt er an einer Erkrarckting der Galle, i zu der sich dann emo Lüneenenlzündung gesellte, die gestern mor-ens den Tod herbeifiihrte. Balfour — ßurronr Nachfolger? (Eigendieust der „Wiener Morgeitzeitunp*'.) London. 20. März. In politischen ^kreisen glaub: :tni., daß Lord Bolfour der Nachfolger des verstorbenen Lord C » r - v n im Amt de- Groß «iegelbewab rer« lei« wird. Vattour befindet sich derzeit, wie bekannt, auf einer Palü-; fthtoteüe, da er die hebräische Uuiverstt ät t«! Jerusalem eröffnen wird. -er Malteotti-Projet. (Cigendienst der „Wiener Morgeazeitung".) Ro», 20. März. Die Mitglieder der Untersuchungskom* misittm des S e n a t « baberr fick de»:« tu da« Uruevuchunys- «eKngni« begebor, m» mir tzep» Vechör der HouvtangeNaaten im Matt«vtti-Pro-«ß zu b^imt«». D»«im ward« mehrere Stunden lang vernommen Die Barhör» F i l t ß a l t i ö u»d der andere« Angekla-trn werde» dieser Tatze folgen. 21. Mr; «25 «r. fl« --"■ " , ..«-ch Heniot gegen die Bischöfe. Stürme in der Pariser Kammer. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Paris, 20. März. Zu Beginn der Kammtrsitzn«- e griff Minilerprasidrnt Herriöt d-- Wort zu einer OHliitutti sibrr dl»r Maniscft -er Bischöfe. Herriot verwahrte sich ae-en de» Torwnrf, in Frankreich einen Religio«»trieg entstielt zu haben. Niemand Kinne ihm b:weise«, d.itz er sema's einen katholischen Beamte« benach« tslO-t Haie. Tr wvdr in jedem Falle einschnilen, wen» ein Brumtcr aps reliziö.«« Gründen benachteiligt würde. Die Red«>Herriots wurde von zabireichen Zwischenrufen unterbrochen. Die Abgeordnete« der Linken «nd Rechten beschimpften sich gegenseitig. Herriot sagte weiter, daß das Manifest der Bffchöfe de, SchÄfr,»urr einer Kampaenc dar stelle, die v o n Rom aus genährt werde. Er anerkenne d!e GrStze des Cheistenf««», das di« Menschenliebe «nd varmherziikeit lehre. Er wolle aber v^n einem Christentum der Bankiers nichts wisien. Der Ausdruck des Ministerpräsidenten, „Chr'strntN» der BankierL", rief bei der Opposition einen wahre» E»trSst»ngssturm hervor. Die Regierung brachte Herrist stürmische Ovationen dar, wäbreud d'e Opposition d«ch Auf- und Zvvappe« der PnttdeSel de« MlnffterprLsidenten am Wettrrreden verhinderte. Die wüsten Schimpfszenen wiederholen sich zwischen der Rechten und Anken. Mehrere Abgeordnete de» nationale» Block» stürmen nach de» sozialistische» Banken. Es kommt zueinemallgemeinen Hand, gemenge. Präsident Paiuleve hebt in dem riesiges T»mult die Sitzung für einige Zeit auf. Nach Wiederaufnahme der Sitzung bestieg Herriot abermals die Rednertribüne. Da er im gleiche» Sinne sortsuhr, protestierte der Deputierte Marquis de Ferronah» rnd beschimpfte Herrlot in den hestrasten Ansdrücke«. Er verlangte von Herriot die Zurücknahme des Ausdruckes „Christentum der Bankirrs". Herriot setzt seine Ausführungen fort, ohne sich um die Zwischenrvse de» Marquis de FerronahS W kümutcrn. Es kommt zuneuenLLrmszenen. Kammerpräsident P a i n l e v e teilt daraus mit, daß er sich -rzwnngeN sehe, geqrn denMarqursdeFerronayS den vorübergehendm Ausschlntz von der Sitzung vorzusch'agen. Diese Erklärung des Borsitzrndeu wird von der Minderheit mit heftigen P r o t e strafen ansaeuowmen. Marqu's de Ferrouahs beqibt sich ans die Tribüne, «m sich za verteidigen. Er wiederholt aber seine Anschuld^rngen gegen Herriot, ttwrauf die Kammer mit arotzer Mehrheit feine Ausschließung für fünfzehn Sitzmipen beschließt. Marquis de Ferronays will nun den Saal verlassen, wird jedoch von seine« Parteigenossen daran gehindert^ die ununterbrochen gegen d'e Ausschließung demonstrieren. Der Präsident ordnet nunmehr die Entfernung des Abgeordneten de Frrronays aus dem Saal d «r ch d i e H u i s f i e r s an. Ferronays verliert für die Zeit seiner Ansschliotznng d'e Diäte«. Dep Ministerpräsident setzte sodann seine irntt" brochene Rede fort. _ Polen gegen Janzig? /Ligendiensr der „Wiener Morgcnzeit:uaq".> Berlin. 2ll. Mär;. Ueber polnische Mobilm a ch rr n g s m a ß n a h m o n gegen Danzig meldet, dem „8-Uhr-Abendbla'^' zufolge, der Korrefpondenr des „Daily EWreß" aus W-'r^chau: Die polniscke Regierung zieht an der Westgrenze große Truvpenrontingenie — es handelt sich um mehrere Armeekorps — zmamm. o, durch die ein Druck auf die Nachbarstaaten, vor allem auf Deutschland und Litauen ausgrübr werden soll Der Konflikt zwischen Tanjig und Pole» har sich bedrohlich zuqespitzr. Es sei nicht ausgefchlosien, daß diese Trrtppenzufamm^nzichungen den Zweck haben, den Danziger Freistaat plötzlich;n überrumpeln und den Streit um den großerr Hafen für Polen gewaltsam zn entscheiden. Man sei in Warschauer politische» Kreisen seiner Sache schr sicher Uebdrall wetzde die Besitzergreifung Danzigs als ei» nahe bevorstehendes Ereignis lebhaft erörtert. Sin Hatevtrem'Paaama. «Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, SV. März. Im Zusammenhanz mit dem Zusammenbruch de§ Konzerns der deutschen Landbundgenoffenschasten hat der Generalsta ttSanwalt gegen! den Direktor Boümcr sowie gegen die beiden Rittergutsbesitzer v. Natzmer und v. Heinih daS Untersuchungsverfahren wegen Betruges, Unterschlagung, Untreue und Konkurs vergehen eingeleitet. 1 Der Konzern der deutschen Landbundgenofsenschaften halte, wie ine „B. Z " meidet, es sich zur Ausgabe gesoh. seine Mitglieder mit Produktionsmitteln zu versehen, und den gewerbsmäßigen Geireibehände! bei der Berrvertung der Ernte anszuschließen. Zn diesem Zweck hatte der Konzern von der Reichsgetreide stelle einen Kredit von einer Mil-- lion Mark erhalten, wovon er dreiviertel Millionen au die von Ratzmrr geleitete Untergenossenschaft in GottbuS weirergab. Dieser Betrag wurde jedoch nicht bestimmungsgemäß zum Anlartf von Getreide verwendet, sondern soll mm Tel! einzelnen Rittergutsbesitzern zugefiihrt Wördes sei«.

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