Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2184 (20.3.1925)
- Date
- 1925-03-20
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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_Wiener Moraenzeltimn. _go, MSr; 19S5__Nr. 2184 (fine Wirbelfturmlataftrophe in Illinois. Fall 1000 rote. — zerstörte Stützte ««» Wörter. New-Vorf, 19. März. Ter süd'iche Teil des •2tcKi't3 Illinois Zostern nachttittcgs tocn ci em außer» ordentlich best'wen W i r b e l st u r m heimae sucht. Tie Si^dt Murvhysboro w.'rde voUfont* men zerstört. ivit dio'er S^dt allein wurden mcbr als hundert Menschen getötet. Insgesamt betraren tf« Dentist« mehrere hundert Tote und eitrig tnulsend ^crk’1’^. Mehr als 20 Törser liege» in Trümmern» auch elni*c kleinere Stfö'« sind d lkkemmen zerstört. Dcr Schaden soll sich auf viele Millionen Dollar bebau >». Nach einer Now-Dorker Meldung wu-rde auch die 'Stadt De Dato fast vrllständig zerstört. Tie zerstörten Telephon- und Tel'rgrapherO'nien machen die Feststellung genauer EmteHeiwu über die durch den Dirbelsttronr verursachten Schäden febr .schwö.'rig. Mit jeder Stunde wachst die Zahl der Verunglückten. Eine Nachricht von hsut« ntowcn gi>:k die Zahl der getöteten mit 957, die der Verletzten mit 2674 an. Unter den Toten befinden sich viele Schüler und Lehrer. Der Sackl'ckaden ist sehr groß. Am nteksten wurden die Kirchen und Schalen beschädigt, ferner viele Wohnhäuser scw'.e landwirtschaftliche Gebäude. Im Pfarrdorf. West - Iran k fori sollen allein 700 Menschen gelötet worden sein. Weitere Berich!« besaget:, daß Murphysboro vom Feuer vollständig zerstört wurde. Die Wasserleitung ist beschädigt. Hunderte Einwohner -laufen wahnsinnig in den Straßen herum, viele von ihtten mir in Decken eingelchllt. In vielen Städten wurden die elektrischen Lichtanlagen beschädigt, so daß die Rettungsmannschaften Auto lampen benützen mußtett. Die E'.en«- bcvhnen haben Sonderzüge eingeleiiet. um die vielen Verletzten nach Städten mit Krankenl'a!Ukemvichktw''en zrt bringen. In einten Gegenden bat der Tornado Gctlart.de aus ihren Fundament gehoben. In De Solo wurde ein Getreidespeicher, vollständig in-takt, 56 Fuß wert fortgeschlendert. SMldarnnvxy v"n Auaeu»en«ren. In einer MeMstg aus Washington veröffentlicht das „Berliner Tageblatt" die ersten Berichte von Augenzeugen der Wirbelsturmkakastroph«. Es war 2 Uhr nachmittags, als schwere, schwarze Wolken heranzogen. Das hellö Tageslicht wich plötzlich dunk'er Nacht. Mit cinemm.il setzte ein furchtbares S t u r m g c t ö s e ein. Das Brau'en der Winde mischte sich mit dem Krachen der zusammenstürzrnden Hauser. In wenigen Minuten war die Smrmhose über die Ortschaften hinwegiek'gt. ein Trümmerfeld voll Tod und Verderben zurücklassend. Meilenweit jfc'V.n stck» d e Ruinen ü'er die Land'chi't h:>n. Dem Sturm folgten W ol ke n b rü che. Die ganze Nacht hindurch hielten die Regengüsse an. Die Temperatur sank bis naye an den Gefrierpunkt, so daß man jetzt Schneefall erwartet. Halb wahnsinnig vor Scbmeruen irrten Veu.vundete durch die Straßen, aus offenen Wunden blutend. Andere logen eingek'enrmi zwischen den Trümmern und schrien vergeblich nm Hilfe. Insgesamt zahlt man bisher 1265 Tote. Auch die S'adt Griffin ist völlig vom Erdboden wvggefegt. Der Ort gleicht einem Schlachtfeld. Größer« Menschenopfer'k Berlin, 19. März. Das „Achtttbraberdblatt" me'dc.r üi^er die Dturmkatastrophe in Amerika: Nach den letzten Meldungen habe die Katastrophe weit großcreMcnschenopser gefordert, als nach den ersten faärficfctt Nach-- rick>tcn onzunehmen war. Die Gesamtzahl der Toten müsse fetzt auf f a st 20 0 0. die der Schwerverletzten auf rund 6 3.000 angenommen werden. Am heftigsten ha.be das Ungewitter kn den Staaten Illinois. Mississippi und Indiana getcbt. Süd- Illinois gleiche einer einzigen großen Trümmerstätte. Bon der Sia-dt Paris in Süd-Illionois sei nur ein einziges Haus ütirig gcb-ie-bett. Die Blätter bezeichnen -diese Riaenkatastrophe als die größte feit dem Erdbeben von San Francisco. Eine Sturmflut. . New-Dork, 19. März. Durch eine Sturmflut ist .die Stadt Buguoin im- Staate Illimois zerstört worden. Die Zahl der Toten und Vorletzten wird au* 50 Personen geschätzt. J Feuersbrunst in Florida. Jtsw-Aork, 19. Märtz. Der bekannte amerikanische Badeort und Hafen Palm Be ach (Florida) ist durch eine Feuers >b r-u n st zum großen Teile vernichtet worden. Ter Sachschaden ist bedeutend. VeM 9 _ ©Vit Sie flwtaBietten Perlmnentmantzate in 3ngoflatoieit. Bekarad. 19. März. (Ufa. Te^-Kerr.-Vur.^ D>r Mi- Uisterrat hat heut« den Bericht des VerisikationLausschnjsts angehört und endgültig mit Mehrheit beschlossen, sämtliche Radic-Parteilcr ihrer Mandate ver« lustig zu erkoren. ES steht noch n'.ch! fest, ob in den betreffenden Bezirken Nachwahlen ftatrfind.'n sollen. Insbesondere die Politiker der unabhängigen demokra: scheu Partei, di« g.gen Radic auttreten, drängen auf eine Wiederholung der Mahlen, von betten sie eilten Mundatszuwachs moarten. Kommllllistlsche M mtzate l« Blllsarlen aunulllett. Eine Ickale Sowjetrepublik. Sofia, 19. Mar^ (Uttg. Tel.-Korr.-Dur.) Das Sobranfe ^at alle sechs kommuntstischen Abgeordneten ausgeschlossen. Ein« etwa dreißig Köpfe starke kommunistische Bande, die in Külkrsch bei Schämen di« Sowjetrepublik ausgeruren. hatte, ist von Regienmgsttuppen d e z: m i e r t worden. In der Umgebung von Schnuren wurden gegen 300 Verhaftungen vorgenom-men. Ver Mieterschutz in der rschecha-Slavakei. Auf drei Jahre verlängert. , Prag, 19. März. Die Regierung hat gestem dom Parlament den Entwurf über di« Neureqelütvz drs M i cterschutzes vorg-eeat. Der Mieterschutz wird auf drei Jahre verlängert, während er bisher nur 'ür vin Jahr gegolten hat. Häuser, die den Gemeinden, Bezirken. Gauen. Ländern oder dam Staate gehören, bleiben vom Mieterschutz ausgenommen. Weiters gestattet der Entwurf eine freie Vereinbarung über den Mietzins. und zwar schon bei Dreizimmerwohnungen, wenn der Mietvertrag auf mindestens fünf Jahre abgeschlossen wird. Die Metzinserhöhnug beträgt für das Iä'hr 1925 10 Prozent, für 1926 20 Prozent und für das Ia^r 1927 30 Prozent. .Hause-^enit'rmer. die bisher den Mie^rns überhaupt noch nicht erhöht haben, werden aus den: Titel von Reparaturen noch wettere 10 Prozent eingeräumt werden. Inland. Keine tztnreise Kr tzrich MWam. Tie „Rote Fahne" meldete gestern, daß der deutsche Kommm-mstenführer Erich Mühsam nach Wien konrmen werde. Wie wir erfahren, wurde Mich Mühsam im Auftrag der österreichischen Regierung m Pas sau angehalten und an.der E i.n r.e ise verhindert. Begründet wird diese Maßnahme damit, daß Evich Mühsam in Wien an kommunistiscken, der Propasan-da für die Internationale, Rota Hülfe" dierenden Beranstaitun-aen te'lmbmen wollte. Da die Konstituierung der „Internationalen Roten Hil^e" Ln Oesterreich behördlich untersagt wurde, erschrine es unzulässig, daß ein Ausländer an der Agitation für diese Ovgamsatron aktiv teilnimmt. Matasa« Romreffe. Rom, 19. März. (Stcfani.) BundeSminister für Aeuße- «s. Dr. Mataja, der heute in Rom singetroffen ist» wurde vom König empfangen. Wo» «efchietzt mff de» Staateforfteo t Im Rationalvat standen gestern die Budgettapitel ^3and- und Forstwirtschaft" und „Forst- und Domäneubetrieöe" zur Verhandlung. Ein Großteil der De-batte war der vom Völkerbund geforderten Kom.merzicvli.sivrui'q der Bitudes/'orstbetriebe gewidmet. Die Saebe geht mck-t recht drm Fleck, da von verschiedenen interessierten Seiten, den Servi^utsnuhnießem. der Zentrai'i'nrsalU'rratie usw., alle möglichen Widerstände bereitet werden. Die b.iden Berichterstatter verbehlp'n auch tbre A^neia-'n^ gegen die Kommerz'alisierung nicht. Der eine, Abg. Födermayr, verlanate, daß bei der Ueberführung d.r Bundesfcrste in einen selbitöndigen WirtschastÄörPer den GebirgSbauern di« Servitute, d-e in sr-iem Ho'r- und Streübezug «besteben, für alle Zukunft g'stchert werben müssen. Der andere, Abgeordneter Markschläger, bezeichnete di« Reform als €«.»<•' ä!'sterst schwere u-nd vorsirbti^ anzvfassende Aufgabe. Ter Großdeutsche Zar doch verlangt« dte Einberufung einer Enquete, um über die Kem' d»r Bun^es-^rste ^r^it zu kchiien. Minister Buching er tülte zur Beruhigung seiner BorveLner mit. daß der En-wttrf über die K-rnmerzia isteruna drr BundeSforste den Ministerrat noch nicht vasiiert habe. Er werbe vor W E'^-bnn^ung Lm Nationolro-t a,n die einzelnen Intereffenvertretungen und Korporationen zur B^>utach^fg lüermitl-elt werdm. Bon einer reinen Kommerzialisierung Nnne nicht die Rede sein. Die Bun-deSforstver-wattung soll nur aus d?r Hoheitcverwaltung herauk^ebracht werden. An den Sewituten dürfe nicht aerüttelt tverden. Ter Minister verwies darau', daß die H e k t a r e r t r ä g tH-f f c»\rx üsl«rreichifchen Landwirtschaft in den letzten Jahren sich weient» jich vermehrt haben. Ein Großteil des Z"cker* verbr.'-uchos in Oesterreich könne durch den eigenen Rübenbau oedeckt werben. In der Fleischversorguvg hätten sich '.m Ha turnten Jahre kein« Schwieriarketten ergeben. Dcr Rinderauftrieb in St. Marx betrug im Vorjahre insgesamt 166.688 Stück, von denen 40.542 aus dem Inlands, stammten. Von verschiedenen agrarischen Rednern tourde ein Verbot der Einfuhr von Nutz- und Zuchtvieh gefordert. Alle Schlachtv iohtra ns Porte sollen nur über St. Marx und erst nach einer wirksanrcn Kontrolle zum freien Verkehr nn Inlands zugelafsen werden. Nächste Sitzung hettle 11 Uhr vormittags. r. Februar, 28. Mrz und 8. September — Werktage. Amtlich wird nritgeteilt: Unt einerseits den bcgründeion Wünschen aus den Kwifon des wirtschaftlichen ErtvevbSlebens Rechnurtg zu tragen und andererfeit'S überbactpt eine Erhöhung der Arbeitsleistung bei -den Behörden, Anstalten und Aemtern des Bundes herbeizuführen, hat der Ministerrat die Verfügung getroffen, daß für den Bercich der Vevtvaltung von nun an der 2. Febvuar, der 25.. März unL^ der 8. September als Werktage zu gelten haben. Es wrt-rde Bevanlossung getroffen, daß diese Verfügung bereits an dem b e v o r st e h c n d e n 25. März d. I. w i r k s a m wird. Sie Srdaaug der Lstaderfiaanzeu. Bundeskanzler Tr. Ra mek >hat die Mmt^ieder der von der LänderEonseoenz oingefetzten FinanzkMtmisiivn für Donnerstag, den 26. d. zu einer im Bundeskanzleramt swttfindin'den Sitzung eingeladett. Alrder eia Solbakenselbftmord. Wie amtlich gc.tlteld-et wird, hat sich Pionier Richard Bügel des Pionier-^rtaillon Nr. 1 gestern früh in Klosbrrtteuburg ans dem Wachposten mit denr Dienstgewehr erschossen. Nach bcnt Ergebnis der anttlichru Erhebungen liegt die Ursache des Selbstmordes in privaten Verhältnissen und in der Furcht vor drm Aus-> gange eines gegen den Pionier wcgen einer dien stlicben Verfehlung eingel'.'it'rtett Disziplinarverffahrens. Ein Verschüldeu eines anderen 'Hoeresan" gehörigen lischt nicht vor. Rettauers zaftaad verschlimmett. Im Befinden Hugo Bettauers ist.g-rstern eine B e r 's ch l r m m. e r u n g ehv^lrcteit. Eine Üinkestrtiger L>nströ''ret'k'-i':arrh war die ltrsarbe einer stärler-'u Te tw peraturstergernng. Ob neben der Bronchitis auch eine 9.in'-aenentztttt!>.'i'g im Sviele ist. läßt sich nicht diagnostizieren. Jedenfalls ist der jetzige Zustand als e r n st zu betrachten. Im redaktionellen Telle enthaltene entgeltlich: Mitteilungen _sind durch «in vorangesetztes E gekennzeichnet. Sie hebräilche llniverfitöt. Die Feier der Wiener iiidischen Studenten" schüft. Das Ehvenkottritee für die am 1. April tm Großen Konzerchaük.s-aaL ftatt'i>n.dende UnivevsitätHstier der jüdischen Studentenschaft Wiens beisteht aus folgenidrn .Herren: Dem britischen Botschafter Sir Ackers-Douglas, dem Präsidenten des Zionistischen Aktionsko.mit'ocs Doktor C h a j e S, dem PrÄsidenten der Indischen Kultusgenteinde Professor Dr. Pick, dem Präfidettten der Zi'n,ist tuchen Landesorga-nisation für Oesterroich Dr. Jakob Ehrlich und den Untversitätspro'fefsoren Dr. E h r m a n n, Doktor Frankfurter «<n>d Siegmnnd Freud. Der Hochschttlau-Kschuß hat den Bun'de'spräisidettten Dr. Hainisch, die Mitglieder der öst-erreichischcu Regierung »md die führonden Persönlichkeiten der diplotratifchen, wisiensthaftlichen und literarischen Kreise Oesterreichs als Ehrengäste zu der Feier gcLcbden. Dir Cinludung an dir „Wiener Morgen» zeitung". Dem Dhefredakteur der ,/Wiener Maraettzeiinttg" ist dr« folgende in 'hebräischer und englischer Sprache gehaltene Einladung ^gegangen: Der Zrnträla>us'schuß für die httbräi-s-che U-niversität in Ierttstplem und die' Exekutive der Ziomstifchen Orgaitrisakion geben sich die Ehre, Ihre Arvwesen^it in Iern^ent anr 1. April 1925 (7. Nissant 5685) zur Erüfftmng der Nmcer'ität durch dort Earl o f B a l f o u' K. G., O. M., F. R. S. zu erbitten. Das Sofretariat des Univ-evsitätSkamliees. Geschenke für die Universität. Warschau, 18. März. (I. T. A.) In Polen hat sich die Sitte orngabürgert, daß Pcklästinareisonde Geschenke für die bebrmsche Universität mit sich führen. Der President des Vewins der Freunde der hebräilchrn Universität. Herr Borris Stawski, nahm eine Bronzestatue des Maimonkdes mit, die eine Arbeit des indischen MdhamrL Ostrzega. des Schöpfers des I. L. Per^- Tenlutals. ist.^ Der Bnein der Warschauer Anti, q u i t ä t e n -h ä n d l e r sandte das seltene Cxentplar eines im Jahr« 1589 erschienenen Lateinischen Werkes, enthaltend eine Geographie Palastina's ne-bst Karte den -Jerusalem. DerSportverein Makka>öi sandte eine Marmortafel, das Zionistisch« Komitee Warschau ein« Vronzeltatu« Theodor Her^ls,