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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-19 · Heft 2183 (19.3.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2183 (19.3.1925)
Date
1925-03-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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_NH»«#* ffforfttityHmm, Stttteilvase« aas dem Publikum. tHfc 4_Wien. Do»mr-lia- Nachdanr sodaim Konrnrer.-.r'^rai Reif br«!ttra.n bstn, rme €rfp<ttan<i§!oututi f i i o u eht^tfc^cn, a>l-^r« <As letzter Redner das Mualiev der sozialen Fraktion, Morl tz, M Wort, der zunächst erklärte, er selbst hade an dem B - n-ehnren o»t>bgvr Beamten Krivi«k geüdl und vre ärrs «ruch jetzt: r»urch eiine Poetik der Varsöhnlicklcik sci eS aber siirner Ansicht nach MN ehesten möglich. die 'Beam.''.'Nfrage zu lösen. Aus das Thema „Ams'enrii^.smuL und Sazialdonwkvari-e" reslEierend, mußte Redner zugeben, daß in der Sozialdemokratie ein« antisemitisch« TtrSmang vorhanden f.ü. über die er sich jedoch mit der Tatsache tröstete, drß Otto Bauer Äultu-steue^ zahlt. Boi der Ahstimnmwg wurde das B::«dgel inrk allen gegeii 'die fünf St^nur-vn dar Fvak/,.>n für K-):a!e"Mrfmzrangenommen. Der Antrag Reif, eme sechS-z'iedr'^e Ersparung-- kommission ei-n-.us«tzen^ w-rrde einstimmig an» genommen. In die Kommiss«« wmdm gewShl«: Kammepzi-celvat Reis, RvA^run>gS.xat Oppenheimer, Engel (Urrion), Dr. Friedmann. Kommersia'rat Markus (Zionistische Partei), Moritz (soziale Fraktion). Fm redaktionellen Teile enthaltene entgeltlich: Mktteikange« lind dnrch ein vorangesetzte- E gek.nnzeichnet. Tagesbericht. Jas neue Nationalbankgebäude. Am Montag den 23. d. lverden sämtliche Abteilungen der O-eskerreick,eschen Na!l?na''bank in ihrem neuen Heim rn der Al'erstraße ihre Tätigkeit aufuehrnen. Gestern fand eine Pvestebesich;i«g:mg des neuen Natiorra^bankiebäudes statt. Das Cckläudc ist ein Mcmmrentall.au, an weichem über .zehn -Fahre gearbeitet wurde. Schon vor dom Krieg« «waren lie in der Herrengasse brfind'ichen Gebende der Ocsterveich:sch--uw-ard'chnl Brnk, welche in sielen Häusern scwrhl die BanL als auch die Druckerei beherbergten, viel zu Kein geworden. Es wurde nochmals befch'ossin, m der. Alserstraße an der Stelle der früfcren Alforkafern« zwei große Monurnentalgebäude. eines für den Banknotendr-uck, das and:re für die Bankburoaus, zu errichten. Schon vor d:,m Kriege wurde mit, dem Ban des Truckercie-e'.äu^es begannen und dasselbe nach außen vLll.'omnben, innnr nur als Rrhbau ferti >^est:llt. Ws die Oesterreichische Nationo^barrk die Gebäude der Oest:rrclchisch-ung-arisch2n Bank in der Herrergasse ri.bernahnr, zeigte sich bald, baß dieselben unmogilich ihrem Zwecke genügten. Es nrußte. sich nunmehr. die Nationalbant nach einem neuen GetL.i-de umsehen, da de sieben Gebäude in L-er Herrenz-aste nichu adaptiert werden konnten. Daher wurde dieser Cdläudekonrplex an die Augl-obank verbaust und der Besch-lüß gefaßt, das in der A'sevstraße fertig,'«stellte Druckereigobäude der Ocsierreichisch-«ungaräschon Bant srwohl jÄr die Nnterbringu-:'g der Oesterreichischen Natioualbank als auch der n-rnen Drucke«! zu verwend'nr. Zu diesem Zwecke mußte nun das gvaße Druckereigeb-äude in der Mstrstr-aße entsprechend umgebau t wer* den. Dies war keine leichte Ausgabe, da der ganze Bau in seiner massiven Ausführung für die gowrltigen Kassen* raum« rer früheren Oeslerrerchisch-ungarischen BanL und für die umfassende Druckeveieinrichtung her>gestcllt war. Es mußten ins.'lgedrssen eine Reihe umfangreicher Demolierungen im Innern des -Hauses und entsprechende Um^mten vor^ncwmen werden, die emdveiviertel Jahre dauerten. Raun elektrisch betriebene Luftdruekbochr- Maschinen standen bei der N-icde^egung der zahlreichen zu entfernenden stahlhavten Betonwände durch ein Jahr hindurch ununterbrochen in Betrieb. Ueber den Umsang der Bauarbeiten mögen folgend Ziffern ein Bi-'d geben: Das Material der demolierten Eisenbetonwände beträgt 257 Waggons, das domolierte Mauerwev! zirka ICO Waggons. An Grpsdielenwäniden wurden 95 Waggons, an Ziegeln 391 Waggons in das Haus eingebaut; die verwendeten Banmaterialien würben 3185 Waggons füllen. ' Das Gebäude ist an allen vier Seiten freistehend und au allen Fronten mit einer Stein-fassadc umgetlen, die sich durch schöne, einfache aber monumentale Wirkung auszeichnet. Bon dem vor dem Haus gelegenen Platz gelangt man durch drei gewaltige, mit gehämmertem Eisenblech beschlagene Tore in ein geräumiges B e st i b ü l, von wclchoni eine imposant«, vier Meier breite Treppe zu dem im Halbst-ock ge lohnen Kassensaal vmiporführt. Dieser bildet den Zentvalpunkt des ganzen (ÄeschäftSbetri-ebeS; esn breiter, «um den Saal hernmf.ührender Korridor enthält dis zahlreichen Schalt-er der Noten-, Münz- und Devisenlassen. Vom Parterre d.s Kassensaales gelangt man über .fxrA Treppen zur Galerie des Saales und die daran anschließenden Geschäftsräume für das Cskompte-, Giro-, Effskten- und Devisengeschäft. In vier Stockwerken sind di« BurcauS, im fünften die Speissfä'e und Küchen für die Beamten und Arbeiter nntcrgebracht. Im Bankgsbänds sind näm!lich ungefähr 900 Personen in den Bureaus und 600 Personen in der T-vuckevci für Wertpapiere beschäftigt. Das ganze Gebäude ist nrrt einer weitverMeigivn Äsarm''icherheits- und FeuermelLeanlage aukgestattet. Der Berkrhc un Gebäude wird durch fünf sämtliche 'Stockwerb.' - M\mnnd Justiz-Tolore und Barette erhalten Sie vorrätig oder nach Maas bei der bekannten Spezialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, Grotiet lafer ke nee Stoffe für Masabestcliaiisei» T«». eoo-g» WIBN, II. TABORSmASte 94 Qwjogo durchlaufende Treppen und nwhrerc Ncbenstiegen sowie dirrch sechs Aufzüge, darunieü ein Patern osterau fz ug. vermittelt. Zur Erleichterung der Verständigung F.visrlen den entminen?lbTeilungen wurde eine automati- . sche Telephonanlage mit ungefähr dreihrtndert Spre ch stelle n und eine nach dem M'.derrste.n Shste-m angelegte Rohrpostverbindung oeschafs-Ln. Außerdem sind, umfangreiche Riederdruckwasicrhe'Einlagen, Lüsttmgkaukagen mit drei großen Ventilat', ven, die in jeder Strmde 156.090 Kubiknwter frische Lust in das Gebärrde einsührcn. errichtet. Die Kosten des Umbaues allein bel«aufen sich bis -heute auf 60 Milliarden Kronen. Für den Rohbau wird eine Summe von 15 Milliarden berechnet. Tw Möbeleinrichtnug kostet zirka 25 Milliarden, so daß das Gebäude jetzt einen Wert von zirka hundert bis hundertzwanzig Milliarden Kromn dar» stellt. _ Bor einem Streik in den WarenhSnsern. Wege« der 7-Uhr-SPerre. Wie die Korrespondenz .Hev.vei berichtet, sind gestern abends eine außerordentlich stark besuchte Versammlung der Betriebsräte und Vertrauensleute der Angestellten der Warenhäuser und der großen Geschäfte der Inneren Stadt statt, in der zur Frage des Kollektivvertwges Stellung genommen wurde. In der Versammlung, die teilweise einen fahr bewegten Verlauf nahm, berichteten die Sekretäre B e r m a n n und Schiller über das Verhalten der Unternehnrer der großen Warenhäuser und Geschäfte, die, nachdem der alte Kollektivvertrag im F^rtlor dieses Jahres abgelaufen ist, sich w e i g e r n, in Verhandlungen loe'sn Ernoi»rrnno des .Kollektivrsnra-cs einzugehen. Infolge besten müssen die Angestellten an jede ern.zsl>ne Firnia mit Frrd'-run^.'n heran treten. Sowohl aus der Debatte als auch aus den stüvuüschen Zurufen ging hervor, daß die Angestellten bereit sind, dos Der jüdi sche Hochfchulau sfchu ß hat keschloflen, die Feier der Eröffnung der Jerusalenrer Universität durch eine große Veranstaltung zu -köge:hen.' die a m 1. April im Großen Kouzerihous-saal stattfirrdcu wird. Der Festati wird unter Te'ünahrn« aller jüdischen stud.intischen Korporationen der Wä-ener Hochschulen erfclgen. Der .HochschurlauSschuß bildet ein E h r e n k o m i t« e. dein die leitenden Persönlichkeiten der Wiener jüdischen Bovölkerung angehören «tverden. Der britische Botschafterin Wien Sir AckerS-Dougla'S hat seinen Eintri-tt in das Komitee zugesc^t. Die Festrede wird U-n iver.si tätsprosestor Dr. E h r m a n n halten. An der Feier wird auch das Hai«cah-Orch?ster unter der Leitüng des Kapellmeisters ZbraSllavskh mikwirken. Die Universität zu Cambridge hm den Gouverneur des Jerusalein-Jaffa-Distritts. Generail Sir Ronald Storrs, bevollmächtigt, sie bei der am 1. Apvil statifindenden Feier der GÄffnung der hebräischen Universität in Jerusalem zu vertreten. Die Universität Oxford ^bevollmächtigte den Direktor des Antiquitätendepartem-ents der Palästinare-gievung. Prof. G a r st a n g, sie bei der UmveWätseröffnU'NgSseier zu vertre-rn. Oskar Strauß schenkt seine Bibliothek. . Mr. Oskar Strauß, der frühere StaatSfe'kretär für Handel der Vereinigten Staaten und einstiger amerikanisch«er Botschafter in Konstantinopel, Witte am 12. d. Herr«n Dr. Wei.zmann telegraphisch mit. daß er baschlosten habe, der hebräischen Universität in .Jevusalem seine gesamte, etwa 5000Werkezä>hi!ende Bibliothek zu schenken. Die eine Hälft« der Dibliobhek wird Herr Strauß sofort der Bibliothek in .Jerufalam übersenden, dir andere .Hälfte wird der hebräischen Universität testamentarisch vermacht. Herr Strauß >'bel>ätt für sich und die Familie nur wenige hundert Bände, die für ihn Persönlich von Bc-deuturrg sind. Herr Strauß spendete auch 6000 Dollar für die Uneoevsital. Eine KV.VYV-Doklar-SPende für ein hebräisches Lehrerseminar. Wie die Palästinensische Telegraphenagentur erführt, hat Herr Julius Ro«senwald auS Chikago 60.000 Dollar für di« Errichtung ein«S Gebäudes für ein hebräisches Lohrersominar in Jerusalen« gespendet. .Herr Rosen'ivald hat schon früher große Summen für Erzie- 1g. März MS_Sk. SIN Verlangen der Unternehmer nach Berkegung der Geschäftssperre auf 7 Uhr abendS. mit den schärfsten gewerkschaftlichen Mitteln zurück.z-n'tvciscn. Es «wurde der Beschluß gefaßt, für Montag eine Versammlung des gesamten Personals dieser Unternchmungen in die Vc-lke^alle des Rathauses einzulerufen, wo über das weitere Vorgehen Doschluß gefaßt werden soll. Sas Atteniat ans den Schriftsteller Bettaner. Ter Polizeidirektion wurde von einer Seite, welche annttnmt, daß der nwgen des Anschlages auf Bsttouer ergriffene R o t h st o ck zu dieser Tat a n g e st i f t e t worden sei od«r im Sinne des Strafgefetzes verantwortliche Mitwisser gehabt habe, ein Betrag von 2500 Schilling zur Verfügung gestellt, der demjenigen zuko.umen soll» 'welcher der Behörde Anhaltspunkte zur Ermittlung oder Ueberweifung der allfälligen Mitschuldigen liefert. Die Zuerkennung oder die Verteilung dieser Prämie ist der Polizeidirektion mit Ausschluß des Rechtsweges Vorbehalten. _ Acht Fahre verschüttet. Nach der Rettung gestorben. Als dieser Tage in W i l n a bei Wiederaufbauarbeiiert ein verschütteter Keller geöffnet wurde, fand man einen zum Skelett abgemagerten, völlig vertierten Mann vor, der st it m m in einer Ecke kauerte Der Unglückliche war ein im Jahre 1914 bei der Sprengung des rustischen JndentanturlagerS verschütteter r u s f i < a, e r Pionier, der acht Jahre lang in dem Keller gehaust hatte, in dem er sich von den dort vorhandenen Vorräten ernährte. Er starb drei Tage nach seiner Befreiung und wurde mit militärischen Ehren bestattet. Sie PaMinarrise als fiatteriegetainn. AuS einer Verlosung deS Jüdischen Nationalfonds. Aus Jaffa wird uns geschrieben: Letzten Samstag ist hier eme Gruppe junger Juden aus Polen angekommen, die die Hm- und Rückreise, sowie einen zweiwöchigen Ansenthalt in Erez Israel in einer vom Warschauer Bureau des JÄdi'chen Nationalfonds veranstalteten Lotterie gewonnen hatten. Es wurden 16.000 Lose abgesetzt, auf je 2000 entfiel als Gewinn e:nc Palästina reise. hun^szwecke gcispendet. Begannt ist fein Interesse für dir Forderung der Erziehung unter den Negern der Bereinig ten Staaten. Unter der Zionsfkngge. Aus New-Povk wivd uns geschrieben: Am 12. d. fuhr der Tampser „Präsident Artur" der P a l est i n e A m e r ican Line, mit 500 Passagieren an B.^vd. nach Haifa ab. Sämtiliche Pastagiere begeben sichzurEröffnungder hebräischen Universität nach Palästina. Der Dampfer hißbe die zionistische Fla^ae. Es ist di«es das erstemal, daß ein Dampfer auf dem Weltmeer die zionistische Flagge führt. . Vor der Abfahrt des Dampfers fand auf dom Landungsplatz eine eindrucksvolle Feier statt. Ansprachen hielten Rabbiner Dr. de Sols Pool und der Biz«-- lüvg>.'rmeister von Jerusalem, Herr David Aellin. Die hebräisch gesprochene Rede AellinS wurde durch Rundfunk verbreitet. Unier den Pcvlästinaveisenden befinden sich Dr. Salomen Zaitlin. Profestor der jüdi» schen Geschichte an der Rabbi Jsaae Elchanan?)eschiba zu Neiv-A.'rk, der dieses Institut bei der Eröffnung der hebräischen Universität repräsentieren wird, ferner einige prominente jüdische Jou-vnalisten, so Mr. Sch. Rosenfcld von der Tagef'zeitung „Der Tog", Mr. Eedaliäh B u b l i ck, Herausgeber des jüdischen To<<latts", und Mr. Ephraim Kaplan vom „Jüdischen Morgenjournal". Mste aus England. London, 17. März. Die Royal Sooieiy hat, wie schon terichtet, den Physiker Sir Artur Schuster mit ihrer Vertretung bei den Jerusalemer Feierlichkeiten betraut. Das Britische Museum hak den Viscount Ullstvater, vinen ohemaligen Speaker des Hc.use of Conr-monS, ernannt. Die QuaenS-Nniversität von Be'lsast wivd «durch den Vizekanzler Mr. William Tyrrell vertreten sein. Mit besonderer Genuüuung verzeichnet das UnivLr.sitätskomitee die Zusage von LordundLadh Allenbv zur Teilnahme an der Eröfflmngsfeier. Lord Balfours Reise. Lord Balsour, der. wie bereits gemeldet, seine Reifs nach Erez Israel angelreten hat, ist nach einer Meldung o«s „Mestagg-evo" am 17. d. in N « a p e l «irgetrosfen und enivartet in T a o r m i n a den Kön«ig von England. Lord Balfour wird am 26. d. in I e r u s a l e m erwartet. den tadel!o»en 8ohnitt die V»«,1or» die geeeliineckvoHe Arbeit der Herrengat derobe aus dem ATI LI BR für moderne H«rrenbol(l«ltfuno EMANUELADLER fehnolder Wi«n. II« Bn., Taborstrass« Nr. 90 (Eingang Grosse Stadtgulgssse; —?el. 41.9»SS Ae hebrSWe iiniversitSt in Jerusalem. Sine Feier der Wiener Mischen Studentenschaft.

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