Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2182 (18.3.1925)
- Date
- 1925-03-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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V-kik 4 Dien. MrWtch an der rädsoHaften KraM>üt gcstvvbrn, die mit den Merkmalen einer Lu n g c n g r i p p a-it.ftrk't, aber nebstbei muh ge wisse andere Sympwm-c cru,s,weist, aber di« sich die Aerzr« n chi im klaren sink». Die Mediziner m Chicago sich.',, der mrudrr werter rvm sich greifenden KranHeit einstweilen raNo? ge.>: rüber. S'm Nachmittag im Safe „Wem". Don Ben Ami. Jerusalem, im März. Biel« werden sich noch gewiß an den Namen AviKor Feuerstein erinnern. Er stcmtmt ans der Slowakei. Bor zchn, zwölf Jahren war Feuerstein einer der hervorragendsten Dichter Ungarns. Sei.dom bat er ab:r einen bangen und abwteuerlrchcn Wog zurückaelest. Im Kriege ist er geangen worden ui'd kam nach Rußland, wo er sich mir der hebräischen Literatur in Berührung setzte. Er machte die Bekanntschaft von Biali'k und Kiansner. man öffnete ihm die Spalten der schönen, hebräischrn Zeitschrift „Haschrlooch", und als die Revolntton suÄrach, schiss:« er sich, mit. Klausner zusammen, km Hafen von Odessa nach Paiöstina ein. Jetz: sitzt er neben mir, in Jen^a-Iern. gegenüber dem grünen M'.inicipalily Garden, an einem Eieinen Ecktisch bei <5?.sc .^Kodein". Das ist ein bescheidener Kcr'sse.s-chank, in wel chen: hauptsächlich Journalisten, Schriftsteller und Künstler verkehren. Auch d:e Beamt cm der Zionistisch, n Exekutive, die sich in seiner Nachbarschaft befindet, pflegen herznkommen. Ter Kellner nähert sich jetz: unserem Tische. „Awakrsch gl La," sage ich zu ihm, denn cs rst schon heiß itnb außerdem ist das Gefrorene di« billigste Speise. Für zwei Piaster gibt man einen Teller voll. Tann wende ich mich an Feuerstein, der, seit er in Palästina lobt, den schriftstellerischen Na-mon „Hameiri" aufgencmmcn har. „Uno was haben Sie hier arr-gesawgcn?" „Ich habe mich erst in Jerusalem n'edecgewfsen. Klausner ließ dem „Haschs! oach" bald wieder erscheinen. Hier gcfiol es mir aber nicht. Ich fand, das; diese Stadt für mich zu konservativ ist. sie bewegt sich nicht und träumt nur, wie früher, durch Jahrhunderte... Ich übersiedelte nach Tel-Awiw. Das ist ein« Stadt! Voll Temperament, mit Jugend, mit rast.'cse.m Schaffen! Aber bald bemerkte ich auch hie: die Schattenseiten. Die mächtigen Millionäre (in Psunden!), di« großen Unternchmer, Exporteur«, Bankiers, di« diese Stadt bewohnen, haben langsam das Idealistische vergessen und sind wieder nur Kauflcute geworden... Ta gründete ich mein« Zeitung, das „Lev Chadasch" in weicher ich gegen die Galuthsitton zu kämpfen begann. Es war ein schöner Kamps! Ein Kampf für die Ingens, für das neue Judentum! Ein Kampf go^n den Ghettomonschen, ein Kamps für den Naturmenschen!" „Und nun?" „Nichts. . winkt er tranig. „Die Zeitung ist eingrgangen, ich habe kein Gold mchr gchabl... Jetzt bin ich bei der „Doar Hayom"..." Schweigen. Dann befrage ich chn über die neue Literatur. Wer sind di« besten jungen Schriftsteller? „Eine echte palästin-ensische Literatur gibt eS noch nicht. Was es g'bt, das ist nur der Epigon ismuS deS Galuth. Seöbftverständlich haben wir einige Dichter, die schon seit langem hier leben, diese schreiben aber nur sogenannte „Payfagegedichte". Sie dichten über die Naturschönheiten des Landes, über einen Berg, einen Flußf eine Ru-'me. Doch wir brauchen neue Stimmen! Zu dieser HeÄentat, di« der Aufbau Erez Israels ist, brauchen wir Holdenstimmon! Nur ganz wenige haben einen derartigen cdrr ähnlichen Ton angeschlagen: Districki, Simenovissch, Krisman, Lichtenbaum, Jlü>a Kareni, der einer der begabtesten ist, Kimchi, der Redakteur der Zeitschrift „Daplm", und Ginsdurg, der die Revue „Hachajim" redigiert." „Wer gM die meisten hebräischen Dächer heraus?" „Der Stichel-Vevlag in Berlin. Mehr als hundert Schriftsteller arbeiten dort. Hauptsächlich werden Ueibrrfetzungen herausgegeben. Man könnte sagen, daß bereits die gange Weltliteratur ins Hobräische übersetzt ist. So jtwn Beispiet von den englischen Schrififtellern: Shakespeares sämtliche Werke. Roman« von Walter Scott, Oskar Wilde, Schauspiele von Be-rnard Shaw, Jugendbücher von Dickens, Gedichte von Longft'llow. . . Von den Deutschen: Goethes „Faust", „Die Leiden des jungen Wcrlhrr". Gedicht« von Heine, WaffermamiS »Aäbyksn", Roman« von Max Brod . . . Bon den Franzosen: MoliereS Konrcdien, Maupassants „Bel Ami", Roman« von Anvwl« France, Zola, „©riamfo" und „Frau Dovary" van Flaudert, „J.an Ehristcphe" von Romain Rall-cmd, Dreyfuß' Memoircu . . . Bon den Russen: Tolstoi, DestobjcwÄi, Gorki, Turgeniew, Swerlschenko . . . Bon den Polin: ,^On,o vadis" von Sicnkitwit'sch, Sonette von Michiewitsch . . . J'.ailren-er: Tante, D'Awnunzio . . . Spanier: Cervantes . . . Ungarn: „Die Tragödie des Menschen" von Madach, Gedichte von Petöfi, Ady, Schauspiel« von Franz Molnar . . . Skm den nordischen Schrifstellem: Knut Hamsun, Ibsen, Strindberg. . . rmd auch ein indischer Poel: Ratbindranalh Tagore." „Was wird am meisten gelesen?" „Di« jungen Eiugcwandtrlen, di« auf das Md hinausgehen uup m den Kolonien arbeiten wollen, lesen h.iupisächlich botanische Werke. Die Zionistische Organisation hat eine Reihe solcher Bücher hevauSgegeben, von denen am hmofisD» der Band ,-Sifria HaVajit" gesucht wird. Auch dir Zeitschrift „Hosaade" („Die Wiese") wird viel gelesen. Diese jwngorr yowar.bei'ter schöpfen sogar aus dem Talmud schr wertvolle und praktisch« Kenn-nisse. So -um Beispiel an» dam Band „Scd.r Zraim" ... Di« städtischen Arbeiter und Jirtellektuellen zeigen ein großes Interesse für staat-wissenschaftlich« und soziologische Schriften. Die Russan hauptsächlich beschäftigen sich viel mit Marx. Engels tuvb Bebsl. Dias« Merke sind kn sehr guter hoöräifcher Uebersetzumg vorhanden. Ein« andere Frage» welche di« Irgend lel'V'fr interessiert, ist di« de- Christentums in erster Lime das ^SMS". Zuiletzt h« dar be- Wien»» Morfieni^IIunq. M MÄz ISS« M. SIS, Ae zuftSnde in den Wiener Theatern. W« die Bacheiasicht der Smrtadr Me» ergab. , In der gestrigen Sitzung des Wiener GtadlsenatS sprach lei der Beratung über die Ermäßiglrng der Lustbarkeitsalgabc für notleidend^ Theater der Referent Stadtrat Breit n e r über di« Wiener Theaterverhaltnisse in geradezu schonungsloser Weise. Er l gte dar, daß die kn den einzelnen Betrieben durch das Koutrollamt der Stadt Wien vorgen cm men« B u ch e i n s i ch t den BcKveiS erbracht habe, daß n.ben den allizemeiuen Gründen für nngün'stige Gefchäftserfolge, wie Rückgang der Dcvölkcmng bei starker Vergrößerung des Bergnügungkapparats und alligemeui« Verarmung, bei den meisten Dheaterrr ganz unglaublich zerfahrene DerhLltnisie sestgestillt wurden. Auch in der Vorkriegszeit hätten derartige Zustände jimt Ruin geführt. UibrigcnS müßt« jedes Unternehmen irgerrd einer anderen Brauch« bei solchen G-eschäftsmethoden nnschlbar zugrunde gc-hen. Rein äußerlich drück« sich dies zunächst darin aus, daß eingeordnete Buchhaltung, w'ie sie etwa mustergültig im Deutschen VolkStheatcr vorhanden ist. zu den Seltenheiten gehört. In einem Theater ftub für die Zeit vor dem 1. April 1924 üL-erhevuPt k.inerlci Auszeichnungen au,jf:n'dbar; in einem anderen Theater werden lediglich Kassabücher geführt, die wegen ihrer großrn Mängel kein richtig s Bild der Wirtschaftslage geben. Mehrmonatig«, bis über dreiviertel Jahre umfassende Rückstände konnten festgestellt werden. Bon vcrneherein müsse cs als ein« ungesunde Entwicklung angesehen «tnerden, daß di« Fäll«, in denen Gebäude, Fundus und Konzession in einer Hand vereinigt sind, di« Ausnahme bilden. In der Regel gehört dem Bctriebssührer bestenfalls der Fu-ndus und die Konzession, oft nur di« Konzession. In der F ü hr u n g sind forttvährerd A . n d e r u n g e n zu verzeichnen, was selbstverständlich rmgünstig ciuwirkt. Der sonst im Ge'chäsrsleben allgen:«in geltende Grundsatz, daß zum Betrieb eines Unternehmens ein der Größe des Bstriebes angemessenes Betriebskapital unbedingt novwend'rg -ist, wird beim Theater vielfach ganz außer acht gelassen und on'ch.inend als eine zu prosaische Auffassung betrachtet. Ten Beginn der Betriebsführung bi-k-de vielfach die Neb.'rnahme von Milliarden schulden des Vorgängers samt mÄhrjähriig«n Renten von je ein paar hundert Millionen. Steht «in Theatertetrieb vor dem Zusammenbruch, glaubt man di« Sanierung dadurch bewirken zu können, daß ein oder zwei andere gleichfalls notleidende Theater fusion'ert werden. Das Ergebnis ist natürlich dann die Geschäftsaufsicht für alle. Wanderungen von Theatern sind förmlich wie im Kettenhandel vor sich gegangen. Ost hat der Besitz nur «in paar Tage gedauert, bot aber trotzdem den Anlaß, Bnittoprozente zu beanspruchen und zugesikhert zu erhalten, wie di.s bei Rohölgniben Sitte ist. Bei anderen Theatern ist wieder die Ursache des Niederganges darin zu suchen, daß der Betriebssührende sich nur ganz gelegentlich kn Wien aufhält und von Berlin, von der Schweiz oder gar von Südamerika aus den Betrieb „leitet"/ obrvc'hl doch gerade der Theaterbetr>cb wie kaum irgend tm anderer unausgesetzt der persönlichen Initiative bedarf. Di« Bucheill'sicht hat ferner das Ergebnis geMgt» daß das fast ausnahmslcS geltende System des Kartenverkaufes alle Merkmal.' der Unsolidität auftveist. Die an del Kasse angeschlagenen Preise gelten zumeist nur nommA und sind anscheinend bloß für ortsfremd« Wurzen berechnet. In b;r Mehrheit der geprüften Theater ist die Zahl der vollbezahlten Sitze tief unter der Halft«. Be: einem Betrieb sinkt sie sogar auf nur 13 Prozent des letzten Vierteljahres herunter. An einzelnen Tagen betrug die Zahl der zum Kassa preis v.rkausten Sitze sogar nur cJ n Prozent aller vemebenen Plätze. Ter Endeffekt ist natürlich, daß sich säst jeder Bcfucher als hint.rgangen fühlt, weil er immer wieder jemanden findet, der noch weniger gezahlt hat als er. Schließlich sind dann nicht ein mal die Freikarten mehr anbringlich. Auch die Stargagen mit Beträgen bis zu 18 Millionen Kraneir für einen Abend und einem Etat, der nicht einmal durch ein ausverkauftes Haus g.deckt werden kann, sind weiter« Belege für die ganz nnkaufmanwische Art der Geschäftsführung. Es ist charakteristisch, daß ganz ausnahmslos all« im A u sgleichsvcrfahren befindlichen Theater bessere Erfolge als früher auszuweisen haben, w'.ewrhl die Steuer täglich pünktlich erlegt werden muß — eine Tatsache, di - nur darin ihre Erklärung findet, daß eben der AuKgleich-sver-walter nach jahrelanger Verwahrlosung der erste Leiter ist, der wirklich sich dem Betrieb widmet und die ärgsten Mißständ.' zu beseitigen bemüht ist. Im Theater an der Wien, dessen Verhältnisse notorisch günstig stnd, tvurde ein« Erhebung nicht vorgenomnren und es richtet sich daher kein? der Bemängelungen gegen diesen Betrieb, für den eine St.uerermäßignng ebenscwcnig wie für die Bundcslh atcr not'hwendig sei. Auch bei der R ol a n d b ü h n e ist keine Nötigung zu einer Steuerherabsetzung gegeben. Für alle sonstigen Wiener Theaterb triebe beantragte der Referent im Interesse des Personals die Anwendung d.s Ermäß-igunisgesetzes mit dem Bemerken, daß diese Begünstigung nicht mchr wiederholt werden würde. Die Anträge des Reftrenten ivurden angenonmren. rühmte literarische Forscher, Dr. Ä'lansner, darüiber einen Dor- IragAzyNus gehalten." „Wird auch jiddisch gcklesen?" «3>i« Men lose« noch m dieser Sprache . . . Die Jungen «&er nur. hebräisch..." Plötzlich wurden wir unterbrochen. Die Mitarbeiter der ,^var Hayom" und „Haarez" sind inS KafsechauS getreten und hcibsn sich an rms'rren Tisch gesetzt. Ich habe einige schr wertvoll« Schvrftfteller and Journalisten kennengelernt, darunter den Chefredakteur Joffe, der die TageSzeiltnng „Haare.;" leitet. Ms ein prachtvoller Causeur erwies sich der kaum ztoanzigjährig- Ben Jifchaj, «in Reda-ktour des humorvstischen Wochenblattes LMgazel". ES «ft mir auch ein Aryt vo>r,gestellt worden, der Herausgeber und Schriftleiter der udedipnifchen MonatSschri»ft.^haröfua". , Bald waren wir in die aktuellen -Fragen der Politik und Kunst verlört . . . Ler menschliche Fortschritt. H. G. Wells' Antwort auf eine Rundfrage. Eine Zeitschrift veranstalt,:!« eine der belebten Rund» freien über das Thvnra: „Welches sind die zehn größten Entdeckungen, denen die Dtelischhoit ihren mächtigsten Ausschtvung verdankt?" Der berühmte englische Romanschriitsteller H. G. Wells beantwortete dies« Frage, mdom er d r e i E»i<p.ckungen naante, die aus der menschlichen Uryeit stamuren; die Darlegungen Wells' weisen in sarkastischer Form darauf hin, daß die Entdeckungen, denen die Menschheit ihren Aufschwung verdankt, Waffe, Movalgosetz und Lüge sind, die all: aus drm bösen Willen en!standen und chm dienten, und daß nur auf sie das Menschengeschlecht s'inen Stolz bauen darf. Das Werkzeug — Wells in fainer Antwort ist die erste und wichtigste Entdeckung: der Elesant vermag nur mit seinem Rüssel, der Löwe nur mrt seineil Zähnen und Klauen f.ine Mitbürger zu massakrieren. Erst der Zierde des Weltalls, dom Menschen, tvard «s gegeben, sich «inen regelrechten Knüppel herzurichteu und damit seirle Dlenfchenwüvde bestätigen zu lassen. Es ist also der erste Schrie -um Meyschwerden der Aw'enblrck gewesen, als der Homo prim igeln,,8 sich einen Ast brach, hiedurch die Verlängerung f.ineS Armes und, dementsprechend, einen Vorsprun; über sämtliche weiteren Kreaturen erreichte, denen diese- HUsSmrttel nicht zu Gebote stand. Die nächste Tatsache l\'S Mettschlreridens ist für Wells daS Tabu: „Dies sollst bu nicht anrichren! Cs ist Tabu!" Dan,ir war daS Züchen zur Eiriwicklung unseres ganzen sozialen Unterbaues gegeben. War irgerd ein Objekt-Tab», so wurde es zu»n Privateigeulum; tvar es ein Wei'b so war | eS das primitive Familiengefühll war es ein Manu, so kam er an die Spitze menschlicher Gesellschaft: die Hierarchie der Rangstufenleit>:r ward damit entdeckt und das Käfter,wesen konnte seine bunten Blüten treiben. Und ondl-'ich die S p rache, die schärsste Waise des Menschen, deren ureigenllichste Künstler von Anfang an die Frauen sein mußten — das generell« Mort: Muttersprache gibt einen deutlichen Wink — und deren Er^wicklung eines d:r schönsten Kapitel menschlichen Könnens ist, ssit dem ersten lallenden Ton, womit die erste Lüge und di« erste Fiktion erfunden ward, bis zum hochpolitischen Schwillst modernster Diplomaten. Der Bahnhof. Bon Armin T. Degner. Gestern bei Nacht fuhr ich durch einen einsamen Bahnhch. Niemand kennt diesen Ort. Seine schwarzen Häuser kauern mit wimpevlosen Augen, medrigen, aussahbcdcckten Winden. Es sind die H-eim.stätten der Arbeiter, die Schlaf-» kammern, in denen di« Werdsührer und Wachtposten wohnen, die ewig hinter den: Fenster ihres Ausgucks stohen und hinausschauen auf das einsam« G!e>!s. Sie und ihre Frauen nud Äin der, die in dem Ruß der Asche gsborvn scheinen, sii^d das einzige Leben au diesem Ort, der wie «in sortge-tvorfener Schlacken. H-Mlfen an der Erde verdampft. Uvber di« weite Eben« aber, von allen Seiten nahen die Schienen dem einsamen Bahtchofe, wälzen rußgcschwärzte Dam-me den endlcsen Schiangerclei-b mch verschlingen sich zu einem unentwirrbaren Knäuel. Die gskben Lateruenlichter deS NachtS arl ben Weichen schaukeln wie gefa,lg«,l« Glühloirrrlr« an feinen Fäden. Hinter der finster gewölbten Stirn deS .Hanfes aber, das wie ein geduckter Spinnenkopf in der Mitte des Netzes lauert, hinter dom erhellten Zifferaug« der Uhr, wünschte ich mir, meine Kammer zu haben. Und ich würde am Tag auf die Züge herobschauen, die Stunde ans Stunde herannahen über die Ebene. Di« Züge, <tr« die Menschen hinabreißen in die Städte und aus d«n Städten über Berge u,w Flüße Hinausschleudern in daS grcn,zel^cfe Land. Die Züge, die von Osten nahen und gegen Süden verschwinden, die nie erdende Reihe der Wagen, di«, hoch mit Gütern bepackt, daherschwanken wie Urwelttiere. Di« aus den Feldern, den Aeckern, den Baneruhöfen das golden-e Getreide, die Früchte, die Blüten, daS angstvoll vuifcttbc Bich hinalfch'.eppen in die blutigen Schlachchöse der Städte. Die aus drn fernen Tälern die Kinder der Bauern mit gebücktem Hatcht wie gefangene Opfer fordführe-n in die rauchenden Höllen der Fabriken, in die Nacht der Schreibstieben, der Ar« britSsüle zu finstervnt Tch»