Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2181 (17.3.1925)
- Date
- 1925-03-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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4Mt« 9 Wen. Mens tag Wiener Moraenzeitung. <7. März 1!«-'. Nr. 9181 m\ oti Muffolini. Dir Drotznng mit <>'nthüllur?. en. ^L'Ere Ronvttlc" pa-inf.'iwr-cht d.-n durcl' o noti, den Tivi'f'ov \'s> „P>po!o", :er Unter sn eft >t n<t s t o ui in i s s i o n de s § e» ates r:itcv£"src:te*«c;■. ,:r M n fso 1 ini ^ericfrtetoit Brief des durch d--- '.’?i - iniN'er-.'Ui v\‘ de.? f:: ilffüre k'mprouen 'V'v.'fi iiu ivitucn ‘ N ‘ e<r hi rin. a m 2 c i c i u c ■ 7 ( ud-: ’ vciToii . für den stall seiner : Mir M-.nsotii'i i schwer vvlest.'nden E-N — '■ 'i;>>otf;?o :uu' lei-sMich ans de ni :-x 7'lllst Ui C''.’n-uo flefanjvtt, wo c: j i ’: ■ 1 \v:i r>; i;-:v 'L'-orKfliti dieses J'ofin;;c;:.j i. brr:' Präsiden t! N o ui d?n :M. Juni Iftgst lim oerschiedcurn;’ti; :i-1 *Lw:.; cl> bic 7>-o.strru:ig. Du b<i dem schwer e n ll n a t u ck, das üoer den daß Faszismus hc re irige-b rochen ist, c i u ( n einzigen i u nt Zünden bock gewählt hast. Nnd daß ich diesen Sundenreck 'vielen sott, und pf-it nicht nur hr poüti'cher und moralischer Hinsicht, sondern auch, wa> die Strafe betrisst. l>cun, y u manchcnD: ng cn a ehören I Iv e i c! Ich denke durchaus nicht daran, mich ]n Deinen Planen herzugeben, besonders, seit ich erfahren habe, daß Du heure früh, als es u-Nl mich herum immer deutlicher nach Be che. fm-ng ausznsechn begann, nicht einmal imstande ivar-st, i m E i ii v e r st ä n d n i s mit mir eine Losung zu finden oder finden zu lassen, die mein Empsind-en als alter freund und Mitarbeiter nicht verletzt hätte. Wenn ein mir befreundeter Abgeordneter nicht binnen '.nrzcm versuchte, mich nt i t s c i n e m A n t o a u ß e r Reichweite zu bringen, so würde ich sicher oeim Rachh.rnfekonvmen wie irgend ein g e >.v ö h u l i ch e r Privatmann oerba-stct werden. 2r?enn Du gestern oder beute früh, wie ich es Dir übrigens vvrgefcklagen bare, ein Opfer von mir verlangt hättest, so batte ich die sicher würdigere Geste gefunden, in ich selb st z u sielt e n. Aber Deine Gleichgültigkeit und Dein Stillschweigen einerseits und die von de Bono ans Deinen Befehl gestellte Falle andererseits stellen eine -Handlung dar, die mich selbstverständlich empört und nttef? von jeder Ber pflichtungzur Großmut entbindet. Kurz, wenn ich in diesen Tagen nicht den Beweis defür hakte, daß Du Dir wieder Deiner Solidaritäts- Verpflichtungen bewußt geworden feiest, nicht nur gegen meine eigene Person, gegen meine Pergangen heit, gegen meine Eigenschaft als Dein Mitarbeiter und zuzeiten als Vollstrecker der von Dir befohlenen ungesetzlichen Handlungen, sondern vor allem gegen den Elementarbegriff der Staatsreison, so würde ich das ausführen, was ich Dir heute wieder erklärt und int S<uifc des Tages, noch vollendet habe. Ich Witt von dem Ueberfall auf M i s u r i und A m e n d o la erzählen, von der Entsendung D um i n i s nach Frankreich mit dem von F i nzi (dem damaligen llntcritaaißsekretär. Di'e^ Red.) gelieferten Geld, im Einverständnis mit Bastianini, vo-n dem Ueberfall ans Cesare F o r n i, von der gegen Nittis Haus organisierten Kundgebung, die dann in Plündcrung ausgeartet ist, ebenso ' von der befohlenen Kundgebung gegen d ie Opp osi tion in Foschi. Es ist unnötig, Dich noch darauf aufmerksam zu machen, daß, falls der Zynismus, den Du in erschreckendem Maße bewiesen hast, gepaart mi t der Kopflosigkeit, die Dich in einem "Augenblick ergriffen hat, da Du die lediglich von Dir geschaffene Situaton beherrschen müßtest. Dich da-zu verleiten sollte, die Anwendung körperlicher Gewalt während meiner Flucht oder in dom unglücklichen Falle meiner Verhaftung anzuordnen, Du auch ein verlorener Mann ivärstund mitDirleiderauch die ganze Bewegung; denn meine ausführliche, hinreichend begründete Erklärung befindet sich bereits i n d e n banden sehr s i ch e re r Fr e un d e, die ihre Freundespflichten wirklich erfüllen. Es ist nicht um unftretl.vrllen, sondern um der ungeheuren Beantwortung willen, die Italien uns auferlegt hat, von Wichtigkeit, daß zwischen uns eine Berst ä n d i g u n g s m ö g l i ch k e i t gefunden wird. ES ist an Dir, Maßnahmen in dieser Richtung zu ergreifen, an Dir, der Du das Oberhaupt der Regierung bleibst, während ich, indem ich die Flucht ergreife, mich eigentlich schon ge o Pfe r t ha b e, um Dich zu retten. _ Cesare R o s f i. 2er Farzifteuftreik bekgelegt. Mailand, 15. März. (Stesani.) Die Pertret'r der Meierllindustriellen und der saszistischrn Gewerkschaften der Lombardei sind zu einem Ueb reinkommen gelangt, demzufolge die Weisung zur Einstellung des Metattarbeiterstreiiks in der Lombardei und der Agitation in den anderen Provinzen erging. Heute wurde die Arbeit auch fast überall wieder ausgenommen. Kirr faszistischer Terrorakt in London. London, 16. Aiärz. (Wolfs.) „Daily Herald" meldet, laß der Sekretär der extremistischen Minde ryeitöloweguug '.\er Arbeiterschaft, Po t l i t t, Samstag abends von einer aus acht Mann bestehenden Bande, vermutlich i ta l ie n is ch cn Fas; i st e n, auf einer Reise nach Liverpool g e < ,v a 111 a m aus Cem Eiseubahnzug geholt, in einem Autoi mobil entführe und 21 Stunden gefangen gehalten wurde, so e i ß es ihm unmöglich war, an einer in Liverpool era.roten Kttndgebu-ng terlzuneihme»'. Aus 8rez Israel. Ja« Budget. — Bor de« Rücktritt General Storr». - Beilegung dee Streit». lieber?d}üft im Palästinabudttet. London, 15. März. Die Blätter verösfeittUchen vris Budget für das eugvische Mandatsland Palästina. Rach diesen Verösseittlichungeu ist für die ersten zehn Monate des vergangenen Jahres zum erstenmal ein N« be rs cd u ß erzielt worden, der sich nach dem „Daily Telegraph" mi? 500.000 Pfund «beläuft. k,Vai(?oj4)ibi Gouverneur, Pellin Büffle? mcifter? Jerirsakem, 13. März. Der arabische „El Mukhatam" Berichtet, das; der Gouverneur von Jerusalem General Z t o v v s demnächst z n r ü ck t r e t c n werde. Gouverue-ur von Jerusalem «vll der bisberige Ferusaecmer -Burgermerster N a s h a s h; d i we.oen, während David Sellin -mit Bürgermeister Vvn Zeruftile-m rrnannt werden sott. iRafhafhibi ist einer der Führer der ge» mäßigten Araber und steht in Opposition zu der arabischen Crekittiv-.'. David- .Gell in ist V-stebürgeriif-eister 'een .Fevusa-lem.) Ginwanderer aus Litauens Aste d-ie Politische Korres»enden; erfährt, hat das Einwand-ernuzsam: in Jerusalem gemeldet, daß | 3 0 0 0 B e r f o u e;i aus Litauc n die Eiri-ivandorunasj erlanbnis *är P alästi -n a erh-a-lten Haben: ne werden I gruvr.-iw. /st in Haifa und in Jaffa landen. neue Siedlung. ste.usi'tiii, 15. Mär;. Demnächst soll in Kerkur durch den -tt'eren Hajessod ans dem Boden, der von der ,.?chustth London Äleph" dem Nationalfonds überrragen worden -st, eine neue laMvirtschafttiche Siedlung anaelegr werben. Vorerst sollen dort zwanzig Famil: e n pur ^lnsiedlung gelange». Die Pavbcreituugen für die neue Siek-lnng werden vom Kolottisakionsdepartement der Zionistischen 'Paläst-otaerokitttive und der Londoner Achusuh getroffen. Arbeitsamt und Arbeitsgesetz. Jerusalem, 15. März. Wie t 'teils berichtet, hatren dcv Jüdische '.'kationalrat und die Zionistische Palästinaerekutive als Vermittler in Len Streit zwischen Arbeitgcb-orn und Arbeitnehmern in Tel-Awiw eineegrisstit. Jn-zmischen ist es tatsächlich gelungen, die Streiks und AuSsperrnngon veizulegen. In der neuen Vereiuburung sind folgende Bedingungen sestzzesetzt: 85 Piaster Arbeitslohn pro Tag, Achtstundentag, Zahlinig von l! Prozent an die Krankenkasse und Einstellung von Arbeitern vermittels des A r b e i I s a m t c s d e s .I a f f <t e v A rbe i te r r a t c 's. Die An erkenn nng des Arbeitsamtes als des alleinigen AneeilSoermittlers bedeutet einen wichtigen Schritt ans dem Wege zur Organffierung des Arbeitsmarttes. Ein Schiedsgericht soll ständig die Disserenzeu ztvischeu Unter nehmeru und Arbeitern schlichten. Die AuLar-beitmig des neuen A r 'b c i t s g e s c tz e § wird die Frage in vollem Um saug und für -das ganze Land zu 'lösen habe, Philipp Kiperndorf gestorben. •im 10. d. ist in Jerusalem -Herr Philipp K i p r r u-. dors, ein christsicher Deutscher, der sich vor laugen Jahren in Jerusalem niederließ, verstorbcu. K'iperndorf war ein-' iuteressante Figur im palästinensischen Loben. Er beberrschte die hebräische Sprache in 'Wort und Schrift vollko-mmen und gab sich stets als ein warmer Freund 'der J.uden und <1l.s ein Anhäirger der zionistischen Idee. Er vcröffents.ichte in nichlsüdischen Zeitungen zahlreiche Artikel, in denen er sich gegen Antvs-emitismus, 'Antizronis-' mus und J-udeiiioekchrungstätigkeit mit großer Schärfe wandte. ül Gin Schwiegersohn Poincirres am Morde beteiligt. Paris, 16. März. (Tel. üomp.) Im Prozeß Philippe D a n d e r.s ist heute eine, sensati-onelle Wendung eingoweten. Der Direktor der Sicherheitspolizei, Marli er, der 2 ch w : c o e r f ohuPoinc a r e s, ist unter der Anschuldigiung der Verführung des m'mderjährlgen Daudet und der Mithilfe bei der Ermordung unter Anklage gestellt worden. (Wie eri-nnerlich, hatte die (Amordung des jungen Daudet, die lange ^Zeit unaufgeklärt war, seinem.Vater, dem bekaunten reaktionären Politiler und Judenfresser. Anlaß gegebon, aus ihr pol irisches Kapital geizen seine politischen Gegner zu schlagen.) Oesferreichische I Keren-Haleitod Aktion 8. bis 30. März 1325 Jüdische Mitbürger! Die Repräsentanz der Wiener israelitischen Kultusgemeinde hat in Erkenntnis der Bedeutung des jüdischen Kolonisationswerkes in Palästina SemiSfionsanbot des -olnischen Bizepremiers Thugutt. (Eigendicust der „Wiener Morgenzcittutg".) Warschau, 16. März. Der stellvertretende Miinister^ Präsident'im Kabinett Grabskr, Deputierter Thugutt, hat sein Portefeuille dem Ministerpräsidenten zur V e rfügung ge st eilt. Mlnisterprästdent Grabski hat sich einige Tage Bedenkzeit vorb.halten. Wie Ihr Korrespondent erfährt, hat das Deinissionsanbvt ThuiMtts, der-sich im Kabinett Grabski insbesbudere mit der Regelung der Mi nderhe i tsfragc n in Polen besaßt, feinen Grund in Memungsverschiedcnheikett zwischen Thugutt und GrabSkr über die Besttzuug des Innenministeriums. Ter Ministerpräsident beabsichtigt, das Kultus- und Unterrichtsministeriunt mit dem Deputierten Stanislaw Grabski (seinem Bruder) zu besetzen. Als Konrpensation hiefür verlangte Bizepremier Thugutt eine Besetzung des Innenministeriums nrit einem Deputierten der Linksparteien mit der Begründung, daß Stanislaw Grabski der Rechten des polnischen S<jm^ angehöve. Mmisterpräsident Grabski erklärte jedoch, daß er wegen des Widerstandes der Rechtsparteien deut Verlangen Thugutts nicht Rechnung tragen könne. Nach den letzten Meldungen wird Bizepremier Thugutt einer Konferenz seiner Partei Bericht erstatten, worauf wohl erst weiteve Entscheidungen fallen werden. ' Polnische Kundgebungen für Versailles. (Eigcud'umst der „Wiener Morgenzeitung".) kür das gesamte Judentum 0 dem wichtigsten Finanzinstrinncnt des Aufbaues, dem Keren Hajessod. den Betrag von 20.000 Schilling gewidmet. M Folget dem Beispiel der altelirwürdigen Kultusgemeiiidevcrtretung! Denket an die heroischen Leistungen der jüdischen Pioniere in Erez Israel! Stärket die Arbeitsfreude, die Zuversicht unserer herrlichen palästinensischen Jugend durch wahrhaftige Opterleistungen! Sie bauen Strassen, entsumpfen das Land, bestellen den Acker, errichten Städte. Gebt ihnen Mittel für Saatgut und landwirtschaftliches Gerät, für Einwandererheime und Spitäler und sorgt für die Lehrer ihrer Kinder! Zeichnet für den Keren Hajessod! IDus Wiener Bureau des Keren Hajessod befindet sich 1.. Kärntnerstrasse 28, Telephon Nr. 77-4-85, 77-4-86. Morgen Mittwoch, 18. d., ’/28 Uhr Jüdisches Meeting Zerraffencafe, 4. Bez.. Margareteichlatz I Redner: Dr. Eugen Felix, Dr. Josef!■$ wrta- I kor», Okerbaurat Ing. Robert Stricker Warschau, 16. März. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung fanden hier gestern nach einer Mafseiwersammlung im Rathaus Kundgebungen für die Erhaltung der polnischen Grenzen und gegen die deutschen Garantiepakworschläge, die eine Revision der in ben Verträgen von Versailles festgesetzten Gre nze n bezwecken, statt. Aehnliche BerfaM'mlungert und Kütldgebungen wurden gestertt auch in allen größeren Städten Polens, u. a. in Oberschlesien (Rybeck, Kattowltz, Tarnawiß u. a. m.), veranstaltet. Ae ranziger Bürgerrechtrfragr. Danzig, 16. März. (I. T. A.) Der von den Detrtsch' nationalen und Deutschvöl-kischen im Danziger Voltstag eingebrachte Gefel'entwurf, der eine Erschiverung der Ein:- bürgerung vou Fremden bezweckte, wurde in dritter' Lesung abgele h u t und ist damit endgültig erledigt. verschilrfte Ansliknderkontrolle kn Rnmiknken. Cluj, 16. März. Me das „Siebetlbnrgische Deutsche Tagblatt" meldet, führt dos ArLeitsmiiiistermut eine Zusammenstellung aller in Rumänien beschäftigten A n s l ä n d e r durch, um im Wege einer Revision der A u s e n t hal ts dew il l ig u n ge n zu entscheiden, welche von diesen Personen im Interesse der Volkswirtschaft des Landes weiter in Rumänien bleiben dürfen. Zur Rege ftuig der Frage lourde bei donr genannten Min'ifteriüm eine Zentralkomluission unter Teilnahme der verschiedenen, an dieser Angelegenheit inteveffierten Stellen gebildet. Außerdem werden am Sitze der Arlö-eitsinspeiktorate Koni- Missionen ins Leben gerufen, die bei jedem einzelnen Unternehmen entscheiden tvevden, welche a u s L ä n*