Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-03-14 · Heft 2178 (14.3.1925) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2178 (14.3.1925)
Date
1925-03-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981263--22191-3009579
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wkir. DimMg tWfcl Wsener Morne«zett«ns. 14 M8 Nr. S17S Re UebemSfung der Sinstein- Theorie. Der Michrlsonschr Splegrlversnch. AuS Berlin wirdem „Pester Llcyd" geschrieben: Prof. Michelson hat bekanntlich vor einigen Tagen ein nettes Experiment gemacht, um die Lage der Erde zum Moltächer ststzustellen, und nm dadurch gleichzeitig d.'e Gültig keit der Relativitätstheorie zu prüfen. Dieses neue Experiment stellt eine Fortsetzung des ersten Experiments vom Jahre 1887 dar, das unter dom Romen „Michel' . san-Vcrsuch" in der Geschichte der Physik die größte Bedeutung erLangt hat, da dieses Experiment eigentlich der AusgcmgKPunkt dafür war, daß die Wissenschaft nach einer neuen Mechanik suchte. Prof. Micheffon hatte nämlich folgendes unternommen: Er hatte e^'en vimlstrahl mir Hilie v. n Sp..te>rln u m d r c Erde gehen lassen, und zwar e.nmal noch vorwärts und einmal nach rücktväriS. Er wollte dadurch den Einfluß der Erde <urf den a.!S vorhanden vorausgesetzten Deltadher fesLstellen. Wir wissen, daß die Wissenschaft einen Weltäther annimmt, da sie nur durch ihn die Fortpflanzung der elektrischen und Lichtwellen erklären kann. Wenn dieser Deltäthcr tabsächlich vorhanden ist. dann muß eine Bewegung des Erzkörpers durch diesen Aechtr, die mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern m der Sekunde vor sich gcht, einen ungeheuren Einfluß haben. CS müssen Ae therwirb el entstehen, wie ungeheure Windwivbel entstehen, wenn ein sehr schnelle- 21uto dahin fährt. Sendet man nun einen Lichtstrahl nach zwei verschiedenen Seiten um die Erde, dann muß nach allen Gesetzen der Erfahrung der eine Lichtstrahl ebenso sehr von dom Aetherwivbel gefördert werden, wie der Lichtstrahl, der dem Aethcr entgagcr^kammt, von Hm gehindert werden muß. Es muß abso der eine Lichtstrahl eine kürzere Zeit gebrauchen als der andere. Der „Michelson-Versuch", der mit den allergrößten Geuauigkeitsmöglichkeiten rechnete, ergab nun zur Verblüffung der ganzen Gelehrtenwolt dir Tatsache, daß sich überhaupt keine Wirkung des AetHers zeigte. Aus diesen Versuch wurde nun die Relativitätstheorie gegründet, die d re Abhängigkeit von Raum und Zeit darstellte. Nun kommen aus Amerika Nachrichten über di« Resultate des neuen Micheyon-Versuches. Ties« Resultat« sollen angeblich zeigen, daß tatsächlich ein« Aecherströmung relativ zur Erde vorhanden ist und daß cs sehr wchl möglich ist, die Erdbewegung zum Aether relativ zu bostmunen. Wenn die neuen Ergobnisi« sich als wahr erweisen sollten, dann ist die Annahme des Versuches von 1887, daß nach der Natur der Dinge es unmöglich sei, die Bewegung der Erde relativ zum Aether zu bestimmen, als falsch erwiesen und Einsteins Relativitätstheorie mär« damit bedroht. Diese neuen Versuch« wären auch darum von größter Bedeutung, weil dadurch auch das Problem des Weltäthers eine Lösung erfahren würde. Wir wissen, daß der Weltäch.r bisher noch durch nichts bewiesen ist. Sehr viel« mcdernc Gelehrte neigen sogar zu der Anschauung, daß der Weltäther nur ein« Hilssasmahme der Gel ehrten ist, da sie sonst ke-'nrrtei Möglichkeiten haben, di« vevschicdenen Theorien irber Licht und Elektrizität usw. zu erhärten. Andere, ebenso bedeutende Gelehrt: wollen wieder von der Ablehnung des WelräHcr» nichts wissen. Vielleicht ist der neue Michelson- Versuch, der schon einmal eine Revr-lntion in der Wissenscha't hervorgcrwscn hat, nunurrhr auch der Anstoß zur Lösung dicsrS schwierigsten oller Probleme. Tann wäre der Versuch noch von tve.t größerer Vidcutung, als mau tut allgemeinen annimmt, denn nnt der erdgültigen Lösung der Wvltäthevsrage ist eines der größten Rätsel des ganzen Weltgeschehenverbunden. sr. Philipp Hauser la Madrid gestorben. J:n Aller von 93 Jahren ist in der vorigen Woche in Madrid der Etep.'physikus Dr. Philipp Hauser gestorben. Der Verstorbene, der als der bernh-ntests Arzt und medizinische Gelehrt,.' in Spanten anerkannt toar und auch im Ausland einen guten Namen genoß, hat eine wuutxrbare Karriere gemacht. Gehören in Rodas in Ungarn, wunderte er nach Bsertdigung feiner medizinischm Strchien nach Tanger ans, tvo er sich als praktischer Arzt niederl-ieß. Als der Krieg Zwischen Marokko und Spanien aus*, brechen war. flüchtete Dr. Haars er nach Gibraltar, wo er die Leitung dcS von der jüdischen Gemeinde errichteten KriegshiisLspitalS nbcrnohin. Im Jahre 1872 übersiedelte er nach Sevilla. Auch hier erwarb er sich f hr rasch das Vertrauen, der Behörden und der Vrvölkerung, das auch darin zum Ausdruck kam, daß die S'adtgemeinde ihn zum StSdtiphhsikus ernannt« und als ihren Vertreter zum internationalen Hygiene kongreß entsandte. 1883 wurde Dr. Hauser nach Madrid b'rusen. Hier entfaltete er ontch eine rage fachliterarische Tätigkeit. Er schrieb eine Anzahl medizinischer Werke und Lehrbücher und war Mitglied mehrerer spanischer und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Vor einigen Jahren vollendete er sein großes Werk über die Kulturgeschichte der I u d e n, das in französischer Sprache versaßt ist und von der spanischen Akademie der Wissenschaften mit der großen goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Der Verstorben.' war einer der Freunde NovdauS, für den cr im Weltkrieg, als Nordau nach Spanien fluchten mußte, warm sorgte. 130.000 Radloabonaenten in WIra. Die Sitzung des Vollbeiratcs der Ravag. In d.r gestrigen Sitzung des Vollbeirales der Nadag referierte Professor Schwaiger über die gelungene Konzert Haussendung des Vortrages Eckener und stellte die fcalbig: Ausnahnre der Konzerthausübcrtragungen in Aussicht. Es sind nur mehr Versuche ab.zulvarten, die den besten Platz für die Aufstellung der Mikrophone ergeben feiten, Ter Grazer Sender, der fertiggestellt ist, halt schon Probe sei.düngen ab. Dos Studio der Ravag ist vergrößert worden. Die Ravag hat bei der Firma Telefnnken einen 5- bis 20-Kilowait-Sendcr bestellt, der mrf dem Rosenhügel ausgestellt werden wird. Redakteur Walter nahm sofort energisch dagegen Stellung, daß man die Vertreter der Amateurvereine mit dieser Bestellung vor eine vollzegsne Tatsache stellt. Er beantragt, bei der Postvcr- 'waltung enrzuschr.iten, um, wie im Ausland, kundigen Amateuren die Au-fstellnwg von Amatcursendern zu gestatten. Da im 4. Bezirk und in St. Andrä-Mördern schon Scharzsender arbeiten, ^nnte bald Luftanarchie eintreten. Prof. Schtrxtiger tcrlt mit, daß der Wiener Sender seit der Verstärkung mit 1400 Watt arbeitet. Musikdirektor?! st referiert über da§ musikalische Prcgcamm und bedauert, daß er mfc%> Einschränkung drr nötigen finanziellen Mittel durch die Direktion di« erfolgreich dnrchgeführte Teilung: eine Stunde ernste, eine Stunde heitere Musik, werde au-fgeben muffen Tiestlb? Schwierigkeit beklagt Dr. Nüchtern, der literarische Leiter. Er stellt literarisch-wiffeirschaftl che Vorträge ttnd für Ostern die Vorführung des „Armen Heinrich" von Wolfram von der Aue und Goethes „Faust" in Aussicht. In d:r Debatte nahm drr Beirat gegen di« finanziellen Einschränkungeü der künstlerischen Leiter Stellung, di« im Gegensatz zu den inzwischen erfolgten NeuengagementS einzelner Angestellten der Ravag stehen. Man nahm zur Kenntnis, daß derz it 130.000 Abonnenten an^emeldct sind. S11 Blind?, drei Blindrm'nstitutc und 14 Krankenhäuser sind von den Gebühren befreit worden. __ Sas Attentat auf vettauer. Befferung de» Zustandes de» Patienten. Ter Zustand dcS schwerverletzten Journalisten Be tta uer war gestern tagsü ber sehr ernst. Nachdom es golungen war, die durch die Banchwunde dvohonde Gefahr zu vermindern, zeigte sich von der Lun § enschnßver >letzung her durch dl« eingetrclene Kompftkati-cn Leb-en^zesahr. Am späten Nachmittag trat ein« Besserung ein» De« wir erfahren, war abends das subjektive Befinden BeiiauerS wesentlich g ü n st i g e r als im Laufe des TageS. Seine Temperatur betrug 37,1 bis 37,2. Ti« Erscheinungen in der Lunge hatten keine B«rsch^chterttwz erfahren. Di« Gefahr für das Leben- Ätta :erS, die vom Bauchschuß kam, kann als abgewendet betrachtet werden. In einem bis zwei Tagen könnte damit gerechnet werden, daß die Lebensgefahr fc* stil'igt ist. _ Per sechste Meffrta». Die Mess« neigt sich ihrem Ende zu. Das Geschäft hat sich noch verstärkt. J.m Messepalast traten gestern Einkäufer auS Aegypten und Palästina auf, di« Aufträge auf Dürsten erteilten. Auch in der neuen Burg hat der Verkehr an Intensilät noch zugencmmen. Das größte Jnteveff-e finden Wirk- und Strick- Waren, in welchen zahlveiche GeschLftsabsck/üff« zu verzeich/.en sind. In der Rotunde wurden sehr befriedigonide Aufträge erzielt.__ Keine SpMaaken kn den Kurorten. Ern strenger Erlaß des Bundeskanzleramtes. Mit Slückstcht anf den schon m zwei Monaten zu ge» tvartigenden Savsonbeginn in den Kurorten haben die LaNdesregi.rungen unter Hinweis auf einen Erlaß des Bundrbivinzteramte.8 den Bezirkshanpimannschaften, Gemci.nd?vorstehungen und Gendarmcrieposten folgendes bekanntgrgeben: ^ro8«|nk«ufs-AHti«nQt*«»lsch*f< UISam II VakAHAla I u. >r»uNGl»KG ■■■ läHWlSIliOD Oester r «Ich s Telephone 49*5*90 49*5*91 49*5*92 W.r erteilen VoMChllsisauf sämtliche uns zum kommissionsw. Veikauf Aber* geb. Waren zu kulantesten Bedlngunge verschiedener in die Augen fallender Ursachen tvegen mich befuar zu sein erachte." Tatsächlich wurde dl? Separierung der Wiener Juden von den Christen durchgefi'chrt, doch konnten die Gegner der Juden ihr Ziel nicht Vollkommen erreichen. Mgesehen davon, daß der Verte hr d:r Juden mit ihren christlichen Bc-lannt'-n auch nach erfolgt.r Separierung aufrecht erhalten bliob, hatte auch die Kaiserin Maria Theresia einigen, wenn auch wenigen Tolerierten eine Sond.'rstelluny ekngeräumt. Auch nahm di« Kais-erin rm Jahre 1778 — <sEfo zwölf Jahr« später — davon Abstand, dte Ju-denordnung, trotz energischer Forderung seitens einiger StaatSräle und des istpiid/tf.ä von Wi.m, Kardinal Migazzi, zu vevschär-ftn, )venn sie auch ans einen Vortrag drr Hoflanzlei in oiner Note <1778) unbedingt darauf bestarrd, „hier die Juden zu vermindern, keineswegs mehr zu vermehren, nnter keinen Vorwanb." Daß sie tf&.T feine werteren Maßregel gegen die — wie es in einer Note des Staa'hÄterS von Ni:d:rösterreich Grafen v. Seilern (1778) hieß — „Von Ju-den anmaß.n.den Neuernr^en in ihrer KkeidnngSträcht, auch des allzn-fr.-ien Umgangs mi-l den Christen" evgrisf, schoint nach der a.blehn:iidrn Haltung der Hoskanzlet auch aus den Einfluß des Staats'anflerS Kauwitz zurückzuführen zu fein. Die Thronbestergung Kaiser JosesS deS Zweiten brachte den n icd-erösterreichischen Inden das Toleranzpal-en-t vom L. Jänn?r 1782. Vorher jedoch gab der Kaiser den Staat-« röten G'legenheit, ihr Gutachten abzuyeb.'n. Kaunitz, der auch bei dieser Gelegerhen s«m Votrvm zum Schluß ab'xqic, war „mit dem voto des Freiherrn v. Gebler und den tveiteren Erinnerungen des Herrn Grasen Hatzfeld vollkommen verstanden^. Gebier war —* um nur dar Wesentlichste herauszu» groifen — für die Aufhebung der „für di« Nation erniedrigenden und kränkende«^ Letbmant, einer Judensteuer, die während des Mittelalters und in der Netizeit bis Ende des 18. Jahrhundertin Deutschland und Österreich eingohoben wurde. Ferner war er, ^in Auf hung aller übrigm, teils unnützen, teils schimpflichen Deschräntemgen" damit eimrerstan» ven. ,/oaß solche anj-u-ebe» feieu, vawehmlich auch das bisherige Verbot, in christlichen Häusern neSum Christen oder in den Vorstädten zu wahnen". Dagegen erschien ihm die Ansdehn'.mg der DnfS'.mg, wllche die Juden in Wien genossen, auf das flache Land als nicht ratsam „nnt o?r einzigen machenden Ausnahme, wenn jemand von dieser Nation, es soi in einer LonLstaiN, Markt, Flecken, Dorf oder auch an einem bisher unb'bau'cn Ort eine Fabrik errichten oder sonst oin nützliches G:werb erführen will. In allen dii sen Fällen hätte die Regierung de cssu in casurn (von Fall zu Fall) die Lizenz ohne mindester Schwierigkeiten zu erteilen und der- -c-eichrn Land)rrden hätten der nchmlichen Rechte als ihre Brüder m der Hauptstadt sich zu erfreum." Hatzf.L wieder riet: „Wozm Errichtung eigener jüdischer N o r m a l s ch ulen bin ich mit der Kautzlei gänzlich verstauen — die H»skanzlei sprach sich (1781) dafür aus, den Juden die Erricht»,rvg einer eigenen Normalschule zu gestalten, über welche jedoch ,tem chrMicher Direktor die tberanfsicht zu führen hätte" —, nur glan'bc, daß derselben kein besonderer christlicher Direktor vorgcstrltt werden solle, son-'.'ern nnter jene Sbsicht wie die übrige Schulen stchen solle. Nelstdem soll denen Juden erlaubt sc>m, ihre Kinder auch in die christliche Normal- und Realschulen zu schicken." „Den Großhandel" — schrieb er nwitor — „finde für die Juden angemessen, jedoch soll er ihnen rvur nnter jenen Bodingmrgen gestattet werden, welche für die Christen ausgemessen sind. Die Erlernung aller Handioerk« boi christl-ichen Meistern wäv: ihnrn zu gestatten, nicht aber deren Ausübung überhaupt." „Die Malerei, BRHaueren und dergleichen Künste anszimbcu, glaube denjenigen zü erlauben, di« sich darinnen besonders auszeichn.n." Das Eherecht der Juden war ün Jahre 1785 Gegenstand der Erörterung. Die dtesbezüglich gefaßten B-schlüsse und Erlässe berührten die Jntereffen aller österreichischen Juden. Die Sonderstellung, die den Juden bis dahin in Lchesachen eingeräumt worben war, zu beseitigen, war bas Bestreben nicht allein deS Kaisers Josef Zweiten, sondern fast aller ihn beratendrn Personen. Kaunitz intereffierte sich für dte Schetdebr lese der Juden und legte fsi«e Fürsprache zu ihren Gunsten ein. Der Staatskanzler war der Ansicht, ,/datz den Juden di« gänzliche Trenu-rus.7 des Eh.'baudes nach den jüdischrn Gosetzen gestatte: sein solle, namenÄich in jenen Fällen erlaubet, wo sic den Malholischcn vermöge ihrer Religion zustchen und dieses aus der Ursache weilen ihre Religion dieses mit sich bringt. Da nun die Misch: Religion tvoit mehrere Fälle der Eh> scheid.'.nrg mit sich bringt, so wunden die Juden wieder 1. M. Grsin-mnvg in der Ausübung ihrer Religion gekränkt w:vden". Im Falle eines Religion-WechselL, „wenn von zütei Ehegatten, die m d.r jüdischen Religion zuscmrmen- -,tehc'iralet hsbrn, einer di« R'ligion änoerr und zum Deifpie! de: Jude ein Christ wirb," riet der Staa'Skanzler, ,/daß eine solch: Ehe -war nicht vom Gesetze für null rm^ nichtig ju erklär, n, doch den Parteien wogen der von einem Teile vorg/ nom'menen Religionsänderung die Ehescheidung zu erlauben sei, und jene, die sich nicht rrennen, sondern behantmen bleibev toollen, daran nicht zu hilvdern". Wenn ailch die m dem Eheaitgelegenheiten tagen.r» Kourp’iltiiionlichostonwnlssion die Zlnsichten deS DtnatSkanzlers nicht vollkoinmcn billigt,?, diese demnach in das Kundmachungspatent vom. 31. Mai 1786 »ich: ausgcnomnvrn wurden, so gestatten jedoch düse mit einer llngezwun.tenheir erstatteten Gntachtei: oiflcit tiefen Einblick m die Attschauungen des Staa'skanzters. Einen Fürsprecher fanden di« mährischen Juden in dem Fürsten Kaunitz im Jahre 1768. als s'e infolge übermäßiger Koulrilbutiott aus 11 n g a r i s ch - Ä v o >d nach dein benachbarten Ungarn flüchteten. Der Staalskanzler s'tzie sich für sie bei der Eserin Maria The teste ein und verlangte in seiner au die Kaiserin grrichleten —- bish'r unbekannt gebliebeiwn —- Bittschrift*) von ihr „um Erioss.mg zweier allerhöchsten Reskripte, 1. an di« Larrldesstelte in Mähren um Erleichtrrnng der Kontribution der dorligrn Judcuschast; 2. an die Treue/ner und R-eutraer Komitate. wie auch den Magistrat jn Trencz'n, damit solche mit Repressalien gegen die Nngarisch-Broder Juden-schaft nicht mehr Verfahren ntöge". *) Biltschrist des Fürsten Kaunitz ,betreffend der Bröoder Inden" Varn t>. Juni 1786. (Hart-, Hof» und Lteats» archrv St..R.-2I. 1119.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.