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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-14 · Heft 2178 (14.3.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2178 (14.3.1925)
Date
1925-03-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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-k. 2178 28?fiter MoeftenzeltiMA. Das Bundeskanzleramt hat fw«enirb<r allen 33«* suchen, den SpielbanFbeirreb in Oesterreich einzi, führen, stetan der Auffassung feslxzehalten, daß die Erteilung von Bewilligungen zur Errichtung und zum Betrieb von NnleMehmnngen für die Bevanstaltnng von Hasardspielen nach den bestehenden Gesetzen unter keinen Umständen zulässig ist. Es ergeht mm der streng ft« Auftrag, den auf die Errichtung von Spielbanken, Spielklubs und ähnlichen, dem Hasardspiel dienenden Unternehmungen gerichteten Bestrebungen gleich zu Beginn der Saison das schärfste Augenmerk zuzuwen' den», damit daS Entstehen solcher Unternehmungen verhindert werde. Die Lokale aller derartigen Vereine, Zirkel, Hotels und dergleichen sind von ihrer Eröffnung an u n a u § gefetzt un t« r Be wa chu ng zu stellen und ist sogleich im ersten Falle der Wahrnehmung des Betriebes von verbotenen Spielen gegen Veranstalter und Teilnehmer mit allem Nachdruck «inzu sch reiten und mit der Anzeige an das zuständige Gericht vorzugehen. Oeffcntliche Funktionäre werden im Falle der Duldung von SMba.niken persönlich zur Verantwortung gezogen werden. Ae Krmorvuog der Ämalia Leirer. Aufklärung des Falles. — Lorenz Leirer enthaftet. Die sensationelle Wendung in der Mordastäre Leirer hat die Frage nach den Tätern noch nicht ganz geklärt. Die Leiden Angeber Saguly und Bolla, die den Mechaniker Julius Rakovsky, der mit dem richtigen Namen Pötör helßt, als Täter bezeichnen, scheinen an dem Mord selbst aktiv beteiligt getvesen zu sein. Sie behaupten, nur bei der Wegschaffung der Beute ein« Rolle gespielt zu haben. Ein Dienstrrüidchen erklärt«, m Bolla den Mann zu erkennen, der häufig in der Wohnung der Amalia Leirer als Kontrollorgan der ElektrizitätSwevke erschien. Eine Zeitungsausträgerin, die dem Bolla gegenübeygestellt wurde, erkannte in ihm den Manu, der ihr am 22. Dezember nachmittags in der Wohnung der Leirer die Zeitung abnahm. Julius Pötör hat von Einbrüchen gelebt. Er spricht elwcch.französisch, deutsch und ungarisch und soll gern den Lebemann gespielt haben. Cr war mit der Leirer, die feine wahren Verhältnisse nicht kannte, gut befreundet. Nakohsly-Pötör wurde Ende Dezember wegen eines Tobsuchtsanfalles von einem Pfeiler der Budaposter Fmnz-Josefs-Brucke heruntengoholt und . der I rreuanstalt am Engelsfeld überstellt. Am 19. Jänner wurde er von seinen Freunden, unter denen sich Saguly und Bolla befanden, besucht und beim Tore hinausgeschmuggelt. Zum Dank für seine Entführung hat er dann Gold- und Silbergegenstände, zum Teil ans dem Besitz der Leirer, verteilt. Die beiden wollten die Gegenstände erst' in einer gemieteten Werkstättv einfchmelzen, und versuchten sie dann bei der Firma S ch a i d zu verwerten, was ihnen aber nicht gelang. Darauf versteckten sie die Gegenstände am Donau-ufer, wo sie nunmehr gefunden wurden. .„Ha-e Mt Leirer ermordet!" Pötör wird steckbrieflich verfolgt. Seine Spuren führen auch nach Wien. Am 12. d. kam in Budapest ei» m Wien anfgegebener Pries an, her bloß mit „P." unterzeichnet ist. In dem Briefe -heißt cs: ,Habe die Leirer ermordet. Sie hat mich betrogen. Mein ist die Rache, Ich bin der Mörder. Will mein Leben genießen. Mein Herz ist gebrochen." Es ist anzunehmen,. daß der Brief von Pötör stammt. Der unter.d:m Verdacht der Ermordung feiner Tochter verhaftete Lorenz Leirer wurde gestern in Freiheit gesetzt. Austritte aus dem gudentnm. Schulz Paul. geb. 13. April 1915, Wien, Drogist. 17. Per.. Haslingergasse 14. S ch lo a r z Herbert, geb. Lö. Juni 1909. Wien. 8. Bez., MathäuLgasse ft. H erzog Karoline Leovoldine geb: M a n b tf r t, geb. 26. August 1890. Private, 18. Bez.. Lazaristengasse 4. P l e ß Ludwig, geb. 24. Mat 188k». 17. Bez., Frauengasse 19. F i s ch m a n n Irma geb. B u ß-- a a n g, geb. 24. August 1891, Zwittau. 3. Bez., Trubelgasse 9. F i s ch m a n - G o l! a Anton, geh. 26. Marz 1997, Krumau, Angestellter, 8. Bez.. Trubelgaffe V. Schwarz Elisabeth Magdalena geb. T u r t s ch e k, geb. 19. Frbruar 1861, Wien. Private, 3. Bez., MathäuLgasse b. W o l f Artur, geb. 13. April 1887. M -Weißklrchen, Verleger, 4. Bez^, Fraukenberggasse 2. F e i t h Max, geb. 14. Jänner 1891, Trantenau, Kaufmann, 4. Bez^, SatSgaasse 18. K ö n i g Ernst, geb. 7. August 1893. Zulb. 3 Bez.. AdamSgasse 32. Schwarz Alfred, geb. 1. Jänner 1873, Wien, 3. Dez.. Mathäusgaffe ft. W e r t ti e i m c t Alois, geb. 23. Februar 1686. Wien. Schneider, 3. Bez.. Kölblaasse 19. H e r d k a Arnold, geb. 19. August 1903. Men, 16. Bez.. Steiiibruchstraße 16. Ko w erna Friedrich, geb. 18. Februar 1888, Wien. 6. Bez., Gumvendorferstraße 143. Me i s e l s Theodor, geb. 11. November 1899. Wien, Kunsthändler. 8. Bez., Josefstädterstraße 27. Hirsch Hans. geb. ft. September 1895, Wien. 6. Bez., Joanelllgasse 7. Wolf Theodor, geb. 18. Juni 1884, Wie». Beamter, 1. Bez., Drahtgasse 2, Mendl Friedrich, geb. .17. März 1680. Damenkleidermacher. 1. Bez., Fleischmarkt 18. G o l d b e r g e r Johanna. geb. 4. April 1907. Wien. 0. Bez.. Sensengasse 9. K o ll e x Hermann, geb. 4. November 1698. VöSlau, Uhrmacher, Langegaffe 32. Suschriften an die Redaftio« »mW «uiselav-t «tulangonben Manusftrtpte» wolle man stets Allchpoet» deilege«. da tonst «ine Beanlwor.uns. beziehungsweise Rücklsndung nicht erjotgsn kl»!,. Mitteilungen aus Sem Publikum. -mm Ich bitte, sich von der Vorzüglichkeit meiner feinster, dünner, frischer, unter strengster Aufsicht gearbeiteter Mazzoth zu überzeugen. Für die beste Qualität bürgt der Name der altrenomm. Firma 3149 M. 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Dagegen werden iLchueevcrwehungen aus dem Rhein- und rünhrgebiet berichtet, wo die Eisenbabnzüge stuttdcnlange Verspätungen erleiden und namentlich im Dortmunder Gebiet ans den Stationen nicht a'lc'fahren konnten. Im Schwarzwald Wüten hesiige Tchnecstürn'e. Im nördlichen ^chwarzwald liegt der Schnee bereits einen Meter, auf dem Feldberg zwei Meter hoch. Auch aus Skandinavien werden fnrchldare Schneestürme bei teilweise;50 Grad -Halte dcrichter. Di'.rch die Ei^: bildung i', der -C’t r:;c- *)? u r d s e c sind b.'vcitü wieder Schwienaleiicu in der Smif,ahri ausgeireken. Im r7erejuud ivurde ein Swdholmer Dumpfer vom Eise cingeschlossew 14. Mrz 1«_Seite 8 * Zionistisches Lokalkomiiec. Dienstag den 17. d. mn haK S Uhr a-den-ds. 1. Bez., Kärnmerstraße 28-3. Sitzung. * Dchekelkommifsion. Die konstituierer.de Sitzung be% Schekelkoimnissio-n findet Montag den 16. d. um 7 Uhr adends, l. Dez., Kärntnerstraße M°2, statt. * Silberne Hochzeit. Am 31. d. begeht Herr Ma,? Schwager. Tempelverwalter der israelitischen KirltuSaem. 'inde, mit seiner Gattin Reg ine das Fest der fikbernen Hoch' reit. Das Jubelpaar erfreut sich in weitesten Kreisen größter Sympathie und Wertschätzung. * Israelitische KultuSgemeinde. Sonntag um haltz 10 Uhr vormittags tritt d:r Vorstand zu einer öf^nck^chen Plenarsitzung zusammen. * Sin interessante PromotionSarbelt. Herr Safo Io« n a S, der bis vor einem Jahre bei dem Ansiedlungsantt der Zionistischen Exekutive in Ercz Israel als Instruktor für Rinderzucht bngcstellt war. hat auf Grund einer Disseriattan über bic „Rinderzucht rn Palästma" an der Universität.;n Halle mit sehr gutem Erfolg zum Doktor der Naturwissen schüft promoviert. Es ist hervorzuhaben. daß die genannte Arbeit des Herrn Jonas, der ans Mizun in Polen stammt, die erste dieser Art ist. die über die einschlägige Arbeit in Erez Ifrael -berichtet. Der Verfasser übergibt darin der jüdischen Oefsentlichkeit seine in Palästina gesammelten Ersahrmrget: und wissenschaftlichen R-esu-ltate. » Die Spidemleu an SiiiKt Schulen. Zu unserer gchcrn der Korrespondenz Herzog entnommenen Nachricht ersucht uns die Leibung der Volks- und Bürgerschule in der Malzgasse um die folgende Richtigstellung: Scharlachsälle sind überhaupt nicht vorgGom-men. In der Bürgerschuke ist keine Klasse gesperrt. In der Volksschule wurde aus Anraten des Schularztes als reine Vorsichtsmaßregel in zwei Klassen für zwei Tage der Unterricht sistier: und das Stao'physikat per- >tänd:gt. Es ist zu erwarten, daß bei der Abnahme der Mmups^ und Griippe-fälle am Montag wieder der Unterricht voll aufgcnonnnen wind. * ZeltnngSverbote in Jugoslawien. Die „Grazer Tagespost" meldet aus Belgrad: Das Inneuministerium hat die Einfuhr und Vcribreitnng folgender östcrreichisd>en Tageszeitungen verboten: „Wiener AUgenrcine Zeitrrng", '„Der Tag". „Deutschösterreichische Tageszeitung". .Meiner Freie S'rimuen", „.Kärntner Ta-Matt" nnd „Koroski Domovina". Als Grund wird angegeben, daß die Blätter gogen die Staats in te ressen Jugoslawiens schreiben. * Einbrüche. In der Nacht zum 12. d. wurde das Geschäft des Eduard Salzer in der Neubaugaüe erbrochen. Gestohlen wurden Waren im Werte von 2000 Schilling. — In der Nacht zum 18. d. wurde in der Ortschaft N e u d o r f bei Prcßbura die Amtskasse des Gemeindeamtes erbrochen. Den Tätern sielen 83.000 tschech. K. in die Hände. * Mit 799 Millionen durchgegangen. Aus Budapest ist der 38jährige Kaufncann Eugen D e u t s ch nach Herauslvckung von Waren im Werte von 700 Millionen ung. Kronen flüchtig geworden. * Die Lebensmüden. Gestern früh wurde an ihrem Dienstorte die 40jäbrige Hausgehilfin Diarre Grimm in der mit Leuchtgas erfüllten Küche t o 1 auf dem Boden liegend aufgefunden. Sie hatte den Gasschlauch im Munde. Sie hat Selbstmord begangen und sich beim Sturze auf die Stcinfliesen der Küche einen Nasenbeinbruch zugezogen. — Am 11. d. wurde der 46jährige Nedalteur Dr. Karl Kloetz in seiner Wohnung in der Schubertgasse mit schweren VergiftungSerschemnngen ausgefunden. Er ist am 12. d. gestorben. Man vermutet, daß Är. Kloeß eine zu große Dosis eines schurerzstillenden Mrttels genommen hat. — In seiner Werkstätte hat sich gestern nachniittags der 86jährige Juwelier Eduard Scholda durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet. Das Motiv der Tat dürfte schlechter Geschäftsgang sein. * Der Palästinapavillon bei der Wemblehausstellung. Das Komitee der britischen Reichsansstcliimg zu Wembley veröffeMicht soeben in Buchform einen Bericht über die Resultate der im vorigen Jahre stattgefundenen Ausstellung. Der den Pälästmapcvvrllon dstreffende Abschnitt lautet unter anderem: Palästina teilte mit Cvpern die Nachteile deS Raummangels. Dessenungeachtet sind die Erwartumten der Organisatoren dieser Ausstellung erfüllt wovden. Der Zweck dieser Ausstellung war, neue Märkte für die LandeSpvvdrrkte zu öffnen und den Frem denverkehr in diesen Län-dern ja fordern Beide Zwecke sind erfüllt wovden, und zwar in einem Maße, daß die Regierrmg schon im September vorigen Jahres Pläne für die Erweiterung der betreffenden Abteilungen im Ansstellungsiahr 1922 getroffen hat. Wenn man in Betracht zieh:, daß im Palästinapavillon während der Ausstellung 1924 Waren für nuehr als 30.000 Pfund gegen bar verkaufl worden sind, so wird man sich nicht wundern, daß die Aussteller mehr als rnsri-cden sind. Außer den Besuchern, die im Palästinapavillon Einkäufe machten,. waren, zahlreiche andere Besucher, die sich dort das Palästinataschenhuch und an«deve Beschreibungen des Landes geholt hatten, was für das Interesse der Touristen an diesem Lanidc zeugt. * Mercedes-Schuhe. Die wohslbokannte, seit 70 Jahren bestcheude Ntercodes-'Lchtthfabrik. Sluttgart-Eannstalt, , deren tägliche Produktion sich auf 5000 Paar Schuhe beläuft, hat nunmehr ihren zählreichen Berkaufsstellen in Deutschland und dem Ansilano eine neue, iPerreichische Verkaufsstelle hinzugefügt. Schon das Lokal der Ddercodes-Verkanfsstelle, 1. Bez., illotentnrinstraßc 27, ist eine Sehensw!UÄi'.Äerr für sich, die zur Zierde der Straße gereicht. Bemerkeustvert ist die originell ausgefuhrle Lllarmorsassade und die Bsleuchttmg, zu der an der Außenseite allein etwa 800 Stück weißer rrnd farbiger Glühlanrpen zur Anwendung gelangten. An dem Portal ist eine bewegliche Lichtreklame in überaus origineller Ansfichrung angebracht. Die Jnnenemr.ichttlng des Geschäfles bleibt hinter der äußeren in gar keiner Meise zurück. Alles rst auf das Gediegenste ausgestattet und däbe! stren.g rrach der: Gru,ldsätzen der Zlveckmäßigkoit gehalten. Das an Waren Gebotene entspricht den höchsten Anforderungen. Die Mercedes Schuhfabrik erzeugt ausschließlich Schuhe guter Qualitäten und ist durch die Spezialisienlng in der Produktion zu einer solchen Leistungsfähig' feh gelangt, daß sie in der Lage ist. mit ungemein billigen Preisen zu arbeiten. Schwarze Herretistiefel in garantiert guten Qualitäten werden bereits um 28,50 Schilling erhältlich sein. Im übrigen wird bk neue Merc'des-Niederiage eine besonders große Auswahl btcteu, die es je>dermann ermöglichen wivd. zu tatsächlich biU.i>gen Preisen QualitätsschuHwerr zu erwerbe,'.. * DaS sterbende Helgoland. Die einzigartige Nordsee Insel Helgoland wird lanasam immer,weiter und weiter vom Meere abgetragen. Nachdem schon der Badestrand allittähiich immer nrehr vevschwindet, stürzten gestern an der Oft feite des bebauten Oberlandes in der Höbe des Kasinos etwa 3000 Kubikmeter Erbmassen in das Meer. Die nenerbaute Billa eines Berliner Bankiers ist sehr gefährdet. Ter Gartenpavillon bängt über der Felswand. Ein Nebenhaus der Billa, das vmr dom Personal bewohnt wurde, steht setzt direkt an der Felskante und muß abgebrochen leci&eu...Da der Felsen nech größere Risse zeigt, sürd verschiedene Wege ix? Oberlandes prlizeilich abgesperrt.

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