Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2176 (12.3.1925)
- Date
- 1925-03-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Mornen-eliiinn Leise A' Nr. 2176 Men. Dormev-kay Vs. Mar: m*y Lor der UniverfitStserSffnuug in Jerusalem. gegcmKer Der neuen Unwevsnät und als ein «Symbol des Bandes, das die wisser.schafLiche Welt verbindet." Tos vorbereitende Komitee wnvdo in den letzten Togen ersucht, für folgende Gelehrte Unterkunft zu besorgen: Prof. S o b e r n h « i nr (Berlin), Pro». B r o-- detzky (Leeds), Prof. Landau. Prof. Gide, Professor M a n n e l, Prof. B v ck, Pros. L i n d v a l l (Stockholm), Dr. H o r w i tz und Dr. E h r nr a n n (Wien). Professor" Albert E r n st e i n wird tvegen des Beginnes seiner Vorlesungen in Argentinien, zu denen er sich scheu früher verpflichtet hat, an der Iev.-chrlc.mer Feier nicht teil nehmen können. Er ist bereits Von Berlin nach Südanrerita abgewist. Obevrabbiner Dr. Chajes Ter Prüfident des Zionistischen AktionÄkomitoeZ, Obsrrabbiner Dr. Chajes, ist Dienstag albends von W i e n a bg e re i st, um sich über Triest nach Erez Israel zu begeben. Weizmann und Balfour. London. 10. März. Präsident Weizmann verlies; am 6. d. New-Gork und begab sich mit dem Danvpfer „Olvnrpic" zunächst nach London. Nach einem kurzen Aufenthalt in London wird sich Dr. Weizmann nach Palästina begeben, um der am 1. April stattfiudendeu Feier der Ewffrrung der hebräischen Universität zu Jerusalem beizuwehnen. In Kairo wurde, ein Kouritee gebildet, welches die Vorbereitungen zu einem ehrenden Empfang Lord Bals o u r 's, der über Kairo zur Eröffnung der Jerusalemer Universität reisen wird, treffen soll. arncmiHmrnimmsmmmmtm spreche, oder hu Falle eines Mißerfolges dieser Klage sollen die Eigentümer die Grundstücke zu einem höheren Preis als den vom Bodenamt festgesetzten verkaufen dürfen. Unter den 400 Klägern befinden sich u. a. die Grafen A n d r a s s y, D e s s e w f f y, H a d i?, F o r g a ch un-d Szechenyi. Ne Slnladnns an die europSischra Hochschulen. (Eigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 11. März. In: folgenden vevösferEchen -vir auszugsweise den Tert der Einladung, tvelche zur Eröffnung der hebräischen Universität am 1. April an alle akademischen Institutionen verschickt wurde. „Die neue Universität, zu deren Einweihung Sie einznladen wir uns die Ehre geben, hat einen besonderen Anspruch auf Ihr sympathisches Interesse Es ist das erstemal, daß die Juden eine eigene Univv.sität gründen. Palästina, das von jeher die Geschicke eines großen Teiles der zivilisierten Welt, bestimmt hat, trifft nun Vorkehrungen, die Pflege der höchsten Form des jüdkschen und weltlichen Studiums in einer Institution zu vereinigen. Die hebräische Universität zu .Jerusalem ist dazu bestimmt, das jüdische Erziehungs-tverk in Palästina zu krönen. Es ist überflüssig, hinzu zu fügen, daß di e Umvensitat den Studenten aller Religionen, Rassen und Nationen offen stehen wird. Die Eröffnung der hebräischen Universitär zu Jerusalem, ein an sich bedeutendes Ereignis, wird noch denkwürdiger durch die Tatsache, daß LordBalfour, der Kanzler der Cambridge-Universität,' die Eröfsnnngszeremonie einleiren wird. Bei der Gru-ndsteinlegung am 24. Juli 1918 sind GlückwitNischte^gramme von einer Anzahl Univevsitäten ein^elaufen. So willkommen diese tvaren, so ist doch zu hoffen, daß unter den heutigen günstigeren Bedingungen Bertreter Ihrer Institution die Möglicklkeit haben, der Eröffnungsfeier persönlich beizMvbhnen. Ihre Anwesenheit in Jerusalem bei dieser Gelegenheit wird hochgssä^tzt werden als ein Zeichen des Wohlwollens i'trriw.-wi»«win^»«<pjBB>yw3aaBa Me die galiMen Juden in Horthhllngarn behandelt werden. Aus Budapest wird uns berichtet: Aus einem Prozeß zweier galizischer Juden, die das Unglück hatten, während des Krieges ans ihrer Flucht vor den Russen nach Ungarn verschlagen zu werden, konnte die Oeffentlichkeit eine Bestätigung der von der „Wiener Morgenz.itung" bereits vor vier Jahren gemachten Feststellung erhalten, daß die Horthy-Regierung auf Grund einer Ge Heim- Verordnung alle ausländischen, lbösonders aber die galizischen Juden, grundlos answeisen. internieren und abschieben ließ. Tor Lembevger Kaufmann Michael E i s e n st e i n, der als Flüchtling in Ungarn lebte, wollte im Oktober. 1921 das auf der Flucht vor den Russen mitgenommene Barvermögen seines Bruders Abraham Eisenst.in diesem nach Lemberg zurücksenden. Er beging die Dummheit, das Geld m eine Lebensmittelfendung zu logen, die den: Wuch.vgericht in die Hände fiel. Die 6500 Stück Fünfkronenstücke und Guldenstücke, deren Wert heute ungefähr 100 Millionen ungarische Kronen beträgt, wurden beschlagnahmt und dem Michael Ebenstem der Prozeß wegen Schmugg.ls gemacht. Gegen die Beschlagnahme berief Eisenstein durch seinen Rechtsantvalt Dr. Földes. Die Kurie gab der Nichtig? itsbeschwerdc statt, annullierte das Urteil des Wuchergerichtes, das angewiesen wurde, das Beweisverfahren im Sinne der Anträge d.r Verteidigung zu ergänzen. Samstag fand diese Verhandlung vor dem Bndaposter Strafgerichtshof statt. Oberpolizeirat Dr. Johann Baksa als Leit.r der Jnternierungsabteilung des Ministeriums des Innern wurde aufgefordert, die Verfügung vorzulegen, auf Grund deren die im Kriege hierher geflüchteten Ausländer ausg wiesen wurden, doch erklärte er, diese Berordnung sei eine vertrauliche, über die er keinen Ausschluß geben könne. Auf die Frage des Verteidigers gab er zu, daß die ans Galizien hierher geflüchteten Fremden in den Jahren 1920 und 1921 sy ste m a t i s ch ausge«wiesen wurden, und wer.sich nicht freiwillig entfernte, wurde abgeschoben. Der Verteidiger legte Dokumente vor, aus denen erch:llt, daß das Vermögen Abraham Eisensteins in Chodorow aus diesen 6500 Silberstücken bestanden hat und als solches vor seiner Flucht bei der Gemeindevorstehimg in Verwahrung gewesen sei. Erst als er flüchten mußt», habe Eisenstein di-oles Geld mitaebracht. Au-f Grund dieses Bewei'es entschied das Wu-chevgGlicht, daß dir Sa'sierung der Si'lberstücke aufgehoben werde. Da jedoch eine Äebertretuna vorznli'gen scheint, werden die Akten der Polizei übermittelt. Gegen dieses Urteil meldet? der Staatsanwalt die Appellation an. Aus aller Wett. Washington,. 10. Marz. (Hwvas.) Der Senat hat den Vorschlag des Präsidenten C o o l i d a e auf Ernennung W a rr e n s zum Attorney General mit 41 gegen 39 Stimmen a bg e l e k> n t. London, 10. Mir:. (Reuter.) Das Befinden Luch Cu-rz o n s ist s «i r i c D e tt ft e U e n b, obgleich er einen nnnchl^en Tag verbracht hat. Belfast, 10. März. (Router.) Das Ulst e r - Pa r lamcn t wird am 14. d. aufgelöst werden. Die Neuwahlen sind für den 3. April anberaumt. München. 11. Marz. (Südd. Korr.-Bur.) Hitler hat gegen das Urteil im Pittinger-Prozeß, in welchem sein Gegner von der Beleidigung durch den Vorwurf. Hitler und seine Leute batten französisches Geld erbalten, freigesprochen worden war. Berufung eingelegt. London, 11. März. (Router.) Das Unterha-us hat gestern in erster Lesung einen GesebeSvorschlag angenommen, wonach die 4 8 st ü n d t g e A r b e i t 8 w o ch e in den I n d u st r i e n, in denen diese Neuerung wünschenswert erscheint, eingefiihrt wird. Berlin, 11. März. (Tel.-Komp.) Die Gat'-im des Exkaisers Wilhelm ist schwer erkrankt. Sie ist heute in Berlin emget-voMn und hat om S a n a t o r i u m ausgesucht, mim sich einer Operation zu unterziehen. Inland. Ungarische Kraken neuen die tschecho-jlowa- Mche Lodenreform. Eine Klage beim Haager Internationalen Schiedsgericht. Prag, 11. Mär;. Wie „Lidove Novinh" melden, wird beim Inter na tionalen Schiedsgerichts Hof im Haag in d«r nächsten Zeit eine Klage zur Berhand- >!uitg gelangen, die ungefähr 400 Grundbesitzer gegen die Durchführung dar Bodenreform in der t s ch e ch oslowakischen Republik überreicht haben. Die Kläger, vorwiegend Ungar u, haben eine Alternativklage eiugebracht: enttveder auf Ablehnung der Parzellierung dev Grundstücke der f r e m d e n Staatsangehörigen, da sie dein FriedenKvertvag und dein interilationalen Recht wider- Sin volksbeaehren der Pensionisten. Der Verein der Staatspensionisteir in Steievnrark hat in seiner gestrigen Vollversammlung den einstinrinigen Beschluß gefaßt, ein Volksbegehren im Sinne der BturdeKvevfassu.ng in den bekannten Pensionsfvagen irr die Wege zu leiten und zpaecks Aufbringung der dazu nötigen 200.000 Stimnien mir allen Staatspensionistenovganisationen Ovsterreichks in Verbindung zu tveterr. Das Bolks-- begehren dürfte nachfolsgende Punkte enthalten: 1. Alle Pensionisten, auch die Wittven und Waisen, sowie die Gnadengaben sind mtf den Miirdestbetrag der Arbeitslosenunterstützung aufznwcrten. 2. Alle Pensionisten sind ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Pensionierung gleichmäßig zu behandeln. 3. Den Staats-Pensionisten gebühren nach vollendeter Dienstzeit 90 Prozent ih1:er Aktivitätsbezüge. Nach der geltenden Bcrsvsiung muß ein solches Volksbegehren m Form eines Gesetzes von der Regierung dem Natiionalrat vorgelegt tverden. Vorlällsig lein Mieteaausschub. Mt der gestrigen Sitzung des Mietenanss ch u s s e s, tu der diesmal Herr S e v e r eine langweilige Tauer rede fis halb 7 Uhr abends hielt, dürfte Wohl ans längere Zeit der Versuch, den Mieteuausschuß zu konstituieren, anfgegeben sein. In den näch-sten Wochen hält nä'ml'ich der Nationalrat täglich Sitzungen ab, für die .Attsschußberatuttgen ist also kein Platz, und es wird also voraussichtlich erst in der zweite n Apr i!hälfte wieder Gelegenheit sein, mit der .Konstituierung des MietenansschnsseS fortzufahren. KUNEROL Schel Pessach HDS 'sV? Schel Pcssach 100% reines Fett aus Kokosnüssen Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners 8. B. E h r e n f e I d, Mattersdorf Stttlrele und Bersassungsresorm. Die ergebnislose Länderkonfcreuz. Gestern wurde tvieder emmal eine Länderkon.' fercnz abgehalten, die so rosultatlos verlief wie die vorausgegangenen. Auch die den Mehrheitsparteien angehörenden Lcvnd:sharchtleute und Finanzveferenten sind sich über die Lösung der Fragen der Verwaltungs- und Verfassungsreform noch nicht einig. Die Christlichsozialeu vertreten den föderalistischen Standpunkt, die Großdeutschen den zentralistischen und die Landbündler wollen den Föderalisrrms der Christlichsozialen noch übevbieten. Für die «weiteren Verhandlungen haben sie sich einige Richte linien festgesetzt. Sie sind einig in der Zustümnung zur Kontrolle der Landergebarung durch den Rechnungshof als Organ des betreffendeir Land» tages unter Zuziehung von Sachverständigen der Länder. Sie sind einverstanden damit, daß die Bundesregierung bis zum Ende des Jahres 1930 ein a b s o l u 1 e s Vetorecht geg.n Steuerbeschlüsse der Landtage habe, und wollen auch ihre Znstirnmung dazu gehen, daß in den Ländern die autonome Berwaltu-ng mit der staatlicher verschnlolzen werde. Ueber die Details herrschen allerdings noch sehr divergierende Meinungen. Die Sozialdenrokraten lehnen nach wie vor sowohl die Finanzikontrolle wie das Vetorecht der Bundesregierung ab. In der Länderkonfcrenz referierte Bundeskanzler Dr. Ramek über die von: Bundeskanzleramt vorbereiteten Gesetzentwürfe, daran schloß sich die Generaldebatte über die Entwürfe, die eine Novellierung des Berfass u n g s ge s e tz e s und des Uebergangsgesetzes zur bundesstaatlichen Verfassung bezwecken. Die Länderkonfercnz setzte schließlich eine Verfassungs¬ und eine FinanzkonrMission ein, welche die Gesetzentwürfe durchzuavbeiten und so rasch alL möglich der Länderkonserenz zu berichten haben. Die von Dr. RameL vorgeschlagenen Berfasiungsänderuugen stellen unter anderem f.st, daß der Bundesstaat Oesterreich aus neun selbständigen Ländern besteht. Wichtig ist die Best-immung, daß die B u ndesbürgerfchaft mit der Landes bürg erschüft erworben wird. Durch ein Bundesgesetz wird stimmt werden, inwiefern die Verleihung der LandesbürAerschaft an Ausländer an die Z u st i m mu ng des B u n de s m i n i sie r s ge^ Lunden ist. Der Entwurf enthält auch bereits die Ansätze zu einem Jnkompatibilitätsgesetz. Es heißt nämlich in der Vorlage: Durch Bundesgefetz wird festgestellt, inwiefern eine Betätigung von Volksbeauftragten in der Privatwirtschaft zulässig ist. Der Entwurf regelt weiters die oben ertvahnte Ausdehnung der K o n t r o l I t ä t i g k e i t des Obersten Rechnungshofes auf die Gebarung dcr Länder. . SrbShuug der Arbeitslosenunterstützung. Für die rechtzeitige Verabschiedung des ordeutlicherr Budgets verlangen die Sogialdenrokraten die Verlange r u n g der außerordentlichen Notstandsrr u t e r st ü tz u n g der ausgesteuerten Avteitslofen und ei ne generelle Erhöhung der Arbeitslosenu n t e r st ü tz u n g u rn 10 P r o z e n t. Die Fortdauer der Notstand-sunterstühung wäre der Minister der sozialen. Verwaltung Dr. R e s ch zu bewilligen bereit, dagegen ruacht er die Erhöhung der Unterstützung der Arbertslestn von der Zuisünnrrung seirres Klubs und des Finanz- -Ministers abhängig. Der Geistmrtaufwartd für eine 10prozerrtige Erhöhung der Nnterftutzrrrrg loürde sich auf etw"' 15 0 Milliarden belaufen. 3er vierte Meffetag. ü-uch gestern herrschte in allen Messegsbäuderr lebhafter Bevkchr. Iin M e s s e p a s a st kam es fast in allcrr Branchen A b | ch l ü s s e n. In der Renen Burg waren Erzerrgrrissc der oster' rcichischrn Kon sektions industrie sehr gefragt. Irr der M v t u u t) c gab es wenig Schattpublilkttttc. aber gerne,'» Kiinstr. Als starker Interessent trat hier Polen auf. Der Fremde nbesuch aiuläßlich der Frühjahrsmesse gestatteiL sich sehr günstig. Er übentoiigt jenen der Früh ri^u, t 1 ' ,