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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-11 · Heft 2175 (11.3.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2175 (11.3.1925)
Date
1925-03-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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151 '4fr ^r-.^ . I Ar. 2175 Mett, Mittwoch_Wiener Morgenzett»««. Das Attentat auf Bettauer. Du Arbritrzlm«« überfallen. Heber den Anschlag <ntf den Journalisten umd Schrift" steller Hugo Bettauer werden uns die folgenden Mttellung-en gemacht: Der Ueberfall erfolgte in der Redaktion der Zeitschrift , „BettauerS Wochenschrift" im 8. Bezirk, Langegosst 7. Der Täter hatte schon um 1 Uhr mittags vor 'dem .Hause gewartet und kurz vor 3 Uhr in der Redaktion nach Bettaner gefragt. Dieser erschien -um 3 Uhr und ging in sein Arbsit^zimmer. Der junge Marm folgte ihm. Er schob eine Tome, die eintveten wollte, zur Seite, drang «t das Zimnrer ein, zog die Türe hinter sich zit und sperrte sie ab. Die im Borramn befindliche Sekretärin hörte einen kurzer: Wortwechsel, die Rufe: Mörder, Polizei!" und dann die Detonationen von fftttf Misch hintereinander fallenden Schüssen. S'ic konnte nicht zu Hilfe eilen, da die Türe verschlossen war. Offerdbar spielte sich in den folgenden Setunseid zwischen Herrn Bettaner und dem Attentäter ein Kainipf ab, in dessen Verlanf Bettaner in feiner Abwehr einen Lampenschirm gegen den Täter Menderte und diastir an: rechter: Finger verletzte. Schließlich gelang es den: Redakteur doch, die versperrte EingangStür zu öffnen. Er eilte durch -das Schreibzimmer in -den V-orra-um, wo er dern erttsetz-ten Personal zuricf, sofort Wache zu holen 'mrd der: Man«- ja nicht aus den: Zimmer gu lassen, und stürzte dann blutüberströmt zusammen. Die Rettur:gsgeistllscha-ft wurde berufen. Der Jnspektionsarzt Dr. Krön seid legte den: Re.daiktei:r Verbände an und stellte folgende Schntzverletznngen fest: Eine Kugel drang Bettauer dein: Brustbein irr der .Höhe des Schwertfortisatz-es, die zweite drang beim linken Schlüsselbein ein. Eine äbuoel drang ir: de:: linker: Oberarm, zwei dranger: in -den rechten Unterarm. Alle fünf Schüsse sind Steckschüsie. Die Verletzu-nger: sind im Zu-- sarninwuhalt schwer. Bettauer wurde von der Rettuirgsgefellschaft ans die Klinik Hochenegg gebracht. Inzwischen lvar auch schon Wache alarmiert worden. Während zwei Wachebeamte im Lichthof sich Postierten, it-m eine Wncht des Täters zu verhindern, drangen zwei Polizisten in das Zimmer ein. Der Täter Halite sich inzwischen wieder ein* geschlossen, demolierte das Schreibzimmer und erklär!«, jeder: niederschießen zu wollen, der sich ihm in -den Weg stelle. Schließlich gelang' es doch, ihr: fastzunehmen. Unter riesige-rr: Aufseher: wurde der Mann zurr: Poliz-eikommisiarial Josefstadt gebracht und hier dorr: Vorstand des SicherheilZbureaus Hofrat Wahl, vom Bezivksleiter Regierungsrat Dr. Matter und dessen Stellvertreter Regievungsrat W i ß g o t t omdern-anunen. Er ist der am 10. April 1904 zn Cen-kan, Bezirk Horzowitz in -der Tschccho-Slowakei gebor-rr-e Zahntechnikergehilfe Otto Rotstock, ein junger Marn:, der durch Option die äste vr e ichi,sch c Staaksbürgerschaft erlangt hat. Er wchrrte bei feinen Eltern, einen: S t r a ß e n b a h n s ch V o s f e r e h e p a a r im 5. Bezirk, Jahngasse 19, 2. Stiege, 3. Stock. Bei der Einvernahme gab er an, dgß er Bettaner tüten oder doch ivenigstens unfähig machen wollte, die Redaktion feiner Zeitschrift joeiter zu leiten. Er habe die Tat deshalb begangen, weil er diese Art von Schriften für sein« AHersgenoffen als schädlich erachte. Durch die Tat.'habe er gehofft, den Kampf gegen diese Schriften mit Erfolg durchzufnhren. Dadurch, daß er zu Gericht gestellt iverde wegen seines Attentats, werde er Gelegenheit haben, vor der Oeffentlichkeit und dem Gerichtshöfe gegen diese Zeit.schviften zu sprechen und ans diese Weist die Einstellung 'der Schriften ertvirken können. Rot,stock erklärte weiter, daß ihn niemand zu dieser Tat verleitet habe und daß er auch mit niemanden von der Ausführung ein Wort gesprochen habe. Die Schußwaffe habe er schon vor zirka einem Jahre von einen: , Bekannten, an den er sich -nicht erinnere, erhalten. S ch o-n vor einiger Zeit Hab« er die Ausführung der Tat im Auge gehabt und sich nun heute entsthlosikn, sie auszuführen. Er sei heute um HM 11 Uhr vormittags in die Redaktion gekommen. Bettaner lvar aber nicht anwesend und es hieß, daß er zwischen 3 und 5 Uhr nachrni-ttags im Bnrear: sei. Daher sei Rol-stock gegen dreiviertel 3 Uhr wieder vor das Hans Langegasse 7 gekommen. Während des 'Wartens — Bettaner war noch nicht erschienen — habe er in einer Auslage des Nachlbavharrfss eine Photographie Bettauer's, den er bisher « o ch nicht kannte und nie gesehen hatte, entdeckt. Gegen 3 Uhr tvvr dann Hugo Bettaner i-nr Anw vor dem Hause vorgefahren, er habe ihn nun erkannt und sei ihm gefolgt. Er habe Bettaner einen Brief, der: er selbst geschrieben hatte, übergeben und mit ihn: das Zimmer 'betreten. Bettaner tvar zum Schreibtisch getreten, um den ihm überreichten Brief zu lesen. Inzwischen hatte Rotstock heimlich di« Eingangstür von innen abgesperrt und den Ehefredaktenr, als dieser beim Schrei-büscb saß, n:it den Worten „Herr D-oktor!" arrg-esprochen. Als dieser nicht reagierte, rief er nochrnals „Herr Doktor!", arrgeblich, da er nicht meuchlings aus ihn schießen wollte. Als nun Bettaner beim zweiten Anruf ausblickte und den Revolver in der Hand des Rotstock sah, rief er ta nt u m Hilfe. Da gab der Attentäter zuerst zwei Schüsse gegen die Hände des Bettauer ab, ange-Mch deshalb, damit Bettau-cr nicht mehr schreiben könne. Da erfaßte Bettaner die Sie h i a m >p e oo.m Schreibtisch und s ch le u de r te sie gegen Rotstock, der -dadurch eine leichte Verletzung am rechten Zergofir^-rr erlitt. Nun feuerte -der junge Aiann die. restlich en Schüsse gegen Bettauer, indem er gegen die Brust zielte. Bettaner suchte ihn abznwehren, Notstock stieß ihn aber zurück. Daraufhin sei Bertaner zur Türe gewankt, häheffie ausgesperrt und sei hinalrsgelaufen. Roistock sperrte die Tü r w-icdc r hinter sich zu, nahm 'dann die verschiedenen Schriften ans der Schreib-tischlade -und zerriß sie. Dann wollte er, wie er behauptet, um die Polizei telephonieren, damit sie die Verhaftung durchführe. Er habe aber kein« Verbindung erhalten. Als man nuu. von außen rief, er solle ausmarhen, >habe er geglaubt, das Personal sei draußen- und wolle ihn mißhandeln. Darum verlangte er, 'die Polizei im L-ichth o f e zu sehen. Er habe ztvar gedreht, neuerlich zu schießen, in Wirklichkeit ha'be er aber k e i n e P atro n e m c h r bei sich gehabt. Als «r -die Polizei sah, öffnete er freiwillig und ließ sich ruhig verhaften. 11. März 1SK_Sette 8 Bes seiner nachts rfolgten zweiten Einvernahme er» . ttärte Rostock, Bettaner tue ihm eigentlich leid, da er ja als Mensch nichts gegen ihn habe, aber er habe die Tat aussühren müssen,' da die Arbeiten Bettauers ftrr die Altersgenosicu des Attentäters schädlich seien. Rotstock wurde in Hast behalten und dern Sichccheirs-. du re au ü-berstellt. Bei e iner i n der Wohnung -des Atte n« ■ taterS vorgenonrmenen Hausdurchsuchm:g fand uw/' 19 Stnck Patronc n zu der Schußwaffe. Hugo Bettaner wurde sofort mich seiner Uet-erführunH •: auf die Klinik Hochenegg einer schweren Operation -unter-- zogen und ist Vorläufig nicht vernehmungsfähig. Wie wir erfahren, sind die Verletzungen Betrauert ' sehr e rüste-r Natur. Die schwerste Verletzung ist der Bauchschuß, durch den die Leber und die Bauchspcicheldrüfe verletzt wurden. Der zweite Schuß ist ein Lunge nsteckfchuß in der Höhe des linken Schlüsselbeines. Zwei Projektile z e r s ch »: e t t e r t e n den rechten Unterarm, während der fünfte Schuß ein leichter Durchschuß der Weichteile -des linken Oberarrms ist. Mit Rücksicht ans den Esten Zustand des Patienten, besonders aber infolg.' des L-ungensteckscl>r:fses wurde keine Röntgenaiifnahrne genmcht. Infolge der Bu.uchvevletzn»fl wurde eine L a p aratomic vorgemmmren. Spät nachts war der Zustani' unverändert, eine nmnittelbare Gefahr bestand nicht. Hugo Bettaner, der der Redaktion 'des „Aiorge:^ und des „Tag" ang-chört, hat durch seine Behandlung der sexnellen Frage, die er in zahlreichen Publikationen er örterte, viel ärgerliche Auftnevtsan:keit erregt. Seine Zeitschrift „Er und sie" wurde beschlagnahmt und Bettaner wegnr seiner freien Auffassung des Geschlechtslebens in einet: Preßprozeß verwickelt, in dem er freigesprochev wurde. Die antrseulitischer: Parteien sühnen in ihrer Presse und irr Verisammlmrgen eine wüterrde Hetze gegen Bettauer, den: sie weniger seine Schriften als vietruehr seine jüdische Abktmft zur Last legten. Insbesondere die .Hakeuikreuzblätter ließen keim:: Tag Vorbeigehen^, a:r dour sie nicht Bettaner blutig beschianpst hätten. Auch der Attvtvtäter Rotstock trug, wie wir Hörer:, eine Nnmmer -der nationaksozia l i ft i s ch >e n ,/Arböi'tevpvesse" bei sich, eines Blattes, das den Mord an Inden, gleichviel welchou' Standes, welcher Richttrng immer, als hellig-e derch'che Sache erklärt. Es ist ein furchtbares Zeichen der VerwA-de-vung dev Jugend, daß für sie der Rsvo'lver zu vmom söl-bstverständlichen "Argument geworden ist. In fast nrnlnieribrochener Reihe folgten gerade in den letzten Tagei: einander Wlordprozesse, in dem:: blutjunge Buben als Mörder 'vor der: Geschwornen standen, lind nun hat wieder du' Lljähriger Bursche sture Anschaum:g über das Werk e irr es Schviftst-ellers mit der Waffe ausgesprochen. Wir sirrd niemals Freunde der Art ge-tvestn, in der Bettaner heik-le PvoMenle behandelt hat, uni» Haber: mffeve Meinnug über ihn deuKch ansg-edrückt. Aber der Mordplan und feine Ausführung richten sich nicht gegen Bettaner allein. Sie vichterr sich gegen jeden geistigen Menschen', gegerr jeder:, -der mir seiner Feder für einer: GedarEen eintritt. lind davnrrr muß rrr-a-r: erklären, daß sich doch irgend jemand ir: diefe-m Staat mit der Vevrohu'Ng der Jugend und mit der: Gleinentei' befassen rrniß, die die .Jugend auf der: Mord dressieren. * Aufgeklärtes Verschwinden. Der 28jährige Kau-furauN Leor: A! a u r e r, der zuletzt im Hotel Guth in der Hollan-dstraße gewohnt hat autiiy wie berichtet, seit dem: 25. Februar als spurlos verschwuirlderr galt, ist wohlbehalteu nach Wien zurück-gekehrt. Er tvar auf Rsifen :n:d nicht in der Lage, sei-n^ Faiuilie rechtzeitig verstälrdiger: zu können. Goethes Ahasverus-Sviel. Bon S. Meifels. Als vor einiger: .Jahrer: -das Manuskript von Goethes J'UgenddickMng „Joseph" ausgefunden wurde, wies ich in einen: Aufsatz darauf hin, daß Goethe z:c seiner Jost-pH- Dichtung ein in: Franiksu-rter Jndendeutsch äbgefäßtcs Joseffpiel als Quelle benutzt oder gar vor: einer Aufführung dieses Spiels an: Purdmstst die Anregung empfangen haben konnte. Für diese Annahme lasser: sich wohl keine Bervvise, aber einige Stützpunikte bstbringen, die so ibeweis-- kväftig sind, daß sie die Vermutung nahezrr zur Gewißheit steigern. Gerade in Frartkfrrrt am Main, der Vaterstadt Goethes, ir: der er seine erste Jugendzeit verbrachte «ufo mit der Clnpfängkichkeit der -Jugend nrür:nigfache, bis in das späte Alter nachwrrkende Eindrücke empfing, war 'bereits in: Jahve 1710 ein Spiel „Die Vevkauftr-ng Josefs" erschienen und gerade dort wurde das Jostfspiol alljährlich an: Purimstst von jüdischen Wauderstudenten aufgefühvt. Dieses Josefspie't, ein ernstes, beinahe ■ schon rührseliges Stück, das einige recht eindrucksvolle mb M-m Teil sogtrr drgnlatisch ivirksame Szenen und Bilder auftveist, war bei den Inden jener Zeit sehr beliebt. Es ist leicht möglich, daß Goethe das Jofefspiel in: Original gelesen oder gar dessen 2buffühnl>ng ibeigotvohnt hat. Gorühe lernte ir: feiner Jugend nicht m:r fleißig Hebräisch (er las das Alte Te-sta-- nstrtt im Urtext), sondern ästch Jiddisch; er hatte sogar einen eigenen Lehrer, der ihn im Jiddisch, das heißt im Üa-rnaligün Frankfurter Juderrdeutsch, unterrichtete. Er brachte es darin so lveit, daß er das Inderidoutsch sowohl lesen als auch schreiben konnte. Der erste Roirrarr, der: Goethe ir: Verfolg feiner Sprachbefchäftigtttrgen und un:.. feinem „Anteil an den Gegenstärvdeu rncht K!:gloich mit de« Sturrden zu verzetteln", abtvechstlnd in 'mehreren Sprachen schrieb, war ir: Derrlsch, Lateirr, EnMch, Frarrzösifch, Italienisch und — Judend-e-ütsch ckbgefaßt. In „Dichtung und Wahrheit" berichtet Goethe hierüber recht ausführlich. Für Goethes lebendiges, ungiemein stark entivickeltes Sprachgefühl ist es besonders kennzeichnend, daß er Hebräisch zunächst nur deshalb eifrig trieb, um zur vollen Beherrschung des Judendeutsch vorzudringen; er wußte also, daß zum Verständnis deS ,-barocken Judendeutsch" die Keuntnis de's Hebräischen 'unerläßlich sei. Zieht man all dies und dazu noch alles das in Betracht, was Goethe selbst im vierten Barch von Dichtung :n:d Wahrheit über seine Frankfurte-r Lehrjahre uni» Jugendoindrücke mitkeilt, so hält es durchaus nicht schwer, auch zwische'N dem Fastnachtspiel „Das Jahrnmrktsstst zu Plimderswe-ilevn" und den jüdisch-deutschen Acha'sch- Werosch-Spielen eine (ivenngleich nur -veit-läufige) Berwandtscha-ft zu eMecken.' Von dem Achaschwevosch-Spiel, da's wie das Jostffpiel ebenfalls in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunde rts in Frankfurt am Akain erschien, sind mehrere BearbeitinMn vorhanden; später rvarrde es als literarische Seltenheit auch in deutscher Schrift gedruckt. Daß das Stück in -Frankfurt am Main aufg-eführt iorrrde, wird durch eine GentdndechroniL bezeugt; die Gemeindechronik weiß nämlich zn berichten, daß der Vorstand der Frankfurter j-üdschen Ge-mei-nd-e eines schönen Pllrimtages — man weiß nicht, ob aus re-ligiöstu oder 'Polnischen Gründen — die Aufführung untersagte u-r:d die gedruckter: Exemplare verbrennen ließ. In Goethes ,-Fahrmarktsstst zu Plunders-ivcilern" ist die Ahasveru^-Szene wie ein Seitenstück hineingebaut; es ist ein Schnrst'ück ir: -der sstrree, es bringt eme ernste Miene ins heitere Spiel. Schält »tau die.Handlung des Ahrwverus aus dem .Ja^hr-inarttsfest heraus, so hat man ein echtes und rechtes, wenngleich nur frag-merriarischeS A-Hasverus-Spiel. Das Ganze ist ein ergötzliches Spiel in der -volkstümlicher: Art Hans Sachsens, frisch und sebhrrst und voll feiner Sä'ttren, ein« .Fttgenddichtnng, in der sich Goethes Inst zun: Fabulierenjrr-g-errd» lich auswirkt. Der Stoff zurr: Ahasverus-Spiel ist zrrvör-- d-evst der Bibel entuvmnren; Wendungen aus der E-stherrolle sind hie u-ud da fast wörtlich ulk n vom tuen -rnD irr poÄische Form gegosstrr. Ob Goeche dau-ckber: auch irgend eines der Achaschiwerosch--.Spie!le gekannt oder gar vor: einer Aufführung PevsörEche Eindrücke ompfanger: 'hati-e, daftir lasier: sich freilich keine tatsächlichen Beweist arfführerr. Ganz -uir?lvahrschei-rMch ist -dies reicht. Goethe pflegte öfter die Jrtdenstadr in FmuGurt an: Main zu besuchen, uut dasjüdische Leben, um jüdische Sitter: und Gebräuche kenncu zu lernen. „Aenßerst neugierig- ->var ich", so erzählt Goethe, „ihre (der Juden) Zeve-rnonien kennen zu lerrrerr. Ich ließ nicht ab, bis ich ihre Schrrle öfters besucht, eiuer -Beischlleid-r:ng, eim'r Hochzeit beigewohrrt urr-d vor: den: Lauberhiitt - fest wir ein Bild gemacht hatte. Ueberalt (in der Jrldeirstadi) war ich lvohl anfgeno-mulerr, gut -b-ewirict urr-d zur Wiederkehr eingeladeru denn es waren Personen von- Ein - ftrrß, die mich en-tweder hirrführter: oder oirrpfählen." Es ist Idermrach anz.ur:chmerr, daß Goethe arrch das lustige Treiber: an: Pllvimfest mit seiner: Achaschrvewsch, Josef- und Goliath-Spieler: rricht erttgangen -war. .Haberrt fna fall: libelli. AnKgerechnet -da^ havnrloife Goethesche Fastnachtspiel ist zrrr Bibel -der Au-tiseuttLengeworden. Eigeutü'Ml'ich: die meisten terr-rrer: der: Tassv, alle kerttier: der: Faust, für die Alttiserrriter: existiert nur „Das .Jährrnavktfest zu Plunde-rsrveilcrr:". Für sie -Hai Goethe, wie es scheirrt, nichts in ehr nr:d rttchts anderes geschrieben. In ihrem Bestreben, Goeche für sich z-n rekla-rrrier-er:, verfielen sie a::f die» lvirklich exzellenten Gedarrkerr, Goethes Gosirmur:gerr gerade ans einem in sprn-del>n'der Lamre hingeworfener:, durch ONarktfchreier und Bärrkelsärrger und Ps-efstrkuchert-lrmdcherr und sonstige .Har:swllrste ^belebter: Schönlbarispie-l herar^zulefer:. Dabei Wender: sie der: älter: Trick an, daß sie auis einem Zwiegespräch -rmr -des einen

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