Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2174 (10.3.1925)
- Date
- 1925-03-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981259--22156-3009540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
T ':i,. ..'Wf»f.'4*' f m gm Ä5?en. gniitfg» MS*HMznrW«. 10. Mtrz IM ©e-ffc Ü Nasiermamel in Setnfoltn. Ratlonkrsng. — Einstellung der VaatStigkett. , Jerusalem, 9. März. (I. T. A.) Durch das Ausbleiben kH RegenS ist die Wasserversorgung Jerusalems in eine ernste; Lage geraten. In der garten S:adt wurde daS Wasser ratioin irrt. Die Rationierung »v-utzde auch für die Krankenhäuser ■ ausgesprochen. Die Bautätigkeit nmß wogen Wassermangels - ruhen. Die Baugenossenschaft «beabsichtigt, di« Jerusalemer Ar- ' beiterschaft in andere Städte zu dirigieren. Der Vorrat in den . Zisternen «nd in den Pr ivachö usern reicht nur noch sür zwei Monat«. , Die Jerusalemer Stadtverwailtung hiolt gemeinsam mit ' dem Gouverneur General Sir Ronald S t o r r 8 :rnid anderen; RegierUngSbeamten eine Beratung ab. Man beschloß, zu versuchen, Wasser aus der Quell« Enfarra, einige Meilen von Jerusalom entfernt, nach der Stadt zu leiten. Weltorganisation zum Schutze derlafsener jüdischer Frauen. Aus Paris wird uns berichtet: Der GroßraMner von Frankreich versendet an sämtliche großen jüdischen Ge- - meinden der Welt und deren Rabbiner ein Rundschreiben, in welchem er dt« Schaffung einer Weltorganisation zmn Schutze «der Agunoth, das send jüdische Frauen, deren Ehegatten vermißt werden, anregt. Die verlassenen grauen sind die unglücklichsten Opfer des an Opfern so überreichen Weltkrieges. Ihre Männer sind unauffindbar und e§ fehlt jeder Nachweis darüber, ob sie im Kriege gefallen, beztv. nachdem sie verschleppt oder evakuiert wurden, gestorben sind oder vielleicht noch irgend wo leben. Die armen, verlassenen Frauen sind zumeist in größter Not und können sich mangels eines Totenscheines über das Ableben ihres Gatten oder einer ScheidrmgSurkundc nicht wieder verehelichen. Da die Zahl der verlassenen jüdischen Fwiuen sich auf viele Tausende beläuft imd nahezu die Juden der Anzen Welt davon betroffen werden, kann der Rechtsschutz dieser Schützbedürftigen auch nur durch eine Weltorganisation wirken gestaltet werden. Der GwßraVbrwer von Frankreich schlägt in seinen: Rundschreiben die Herausgabe einer periodischen Zeitschrift, in welcher die Nanven und persönlichen Daten der vermißten Männer veröffentlicht werden sollen, soivie eine wirksame Kontrolle der Eheschließungen ortsfremder Männer vor. Die Agrrnothfrage auf der Warschauer Rad-inerkonfevenz. Warschau, 9. März. (I. T. A.) Im Sitzuitgssaal des Warschauer Rabbinats tagte eine Konferenz des Mionskomätees und des Präsidiums des Rabbinerverbandes in Polen. Die angesehensten Rabbiner Polens, darunter die Rabbiuer von Radz i n und Sokolow, beteiligten sich an den Debatten. Aus der Konferenz wurde!dve wichtige Frage der Ahnnoth (Frauen, deren Männer verschollen sind) behandelt. Beim Warschauer Rabbinat sind allein mehr als 400 Ag u n o t h registriert. Die Rabbiner schilderten die traurige und verzweifelte Lage jener Aguuoth, die keimen Beloeis -über drn Tod ihrer ^Männer erbringen können. Es wurde beschlossen, bei allen Rabbinerämtevn in Polen e'm spezielles Amt zur Registrierung von Aguuoth und zur Herbeischaffung von Informationen zu schaffen. Das Bild, das die biblische Estherschrift von den persischen Zustanden entwirft, entspricht vollkommen den historischen Tatsachen, wie wir sie aus den zeitgenössischen Quellen kennen. Jeder für die damal gen Verhältnisse charakteristische Zug der Estherschrift läßt sich durch geschichtliches Material aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert belegen. Die Estherrolle beginnt mit der Erzählung, daß Achaschwerosch-Artaxerxes seine Gemahlin zum Gastmahl cinladen ließ; da sie sich weigerte, zu kommen, büßte sie dafür mit ihrem Leben. Diesem entspricht der Bericht bei Herodot (6, 17), daß die Perser, wenn sie «in großes Gastmahl geben, ihre Frauen und KebSweiber mit zu Tische bringen. Im Estherbuche folgt dann die Erwähnung, daß bei dem vielen Wein des königlichen Gastmahles niemand zum Trinken genötigt wurde. Ties entspricht dem Sittenbild jener Zeit; wie wir es auch.bei den gebildeten Hellenen kennen. Um wenige Jahrzehnte später lesen wir bei Plato im „Symposion", daß beim Weingelage des Gastmahles vereinbart wurde, tebcr könne trinken, wieviel er will, und daß gar kein Zwang bestehe, kein Zwang bestehe. Der Bericht der Estherschrift bringt sodann die Mitteilung von einer Proklamation des Artaxerxes, daß jeder in seinem Hause herrschen und in der Sprache seines Volkes reden möge; an einer anderen Stelle der Estherschrift finden wir noch einmal die Rücksicht der Perser auf nationale Verschiedenheiten, indem Regiernngskundmachungen in den verschiedensten Volkssprachen publiziert werden (3, 12). Unter dem Gesichtswinkel dieses Verständnisses der Perser für - nationale Gruppierungen ist die Herodot-Stelle herauszuheben, wo der Historiker berichtet, der persische Heerführer Mardonios habe sich darüber gewundert, daß die-Griechen, die doch eine Sprache sprechen, ihre Zwistigkeiten nicht durch Herolde schlichten, sonder:: nriteinander Kriege führen (7, 9). Das schwere Verbrechen Mordechais war, daß er als freier Manu vor Haman nicht auf die Knie fallen wollte, was den Zorn des mächtigen Veziers herausforderte und ihn zur Vernichtung des ganzen Hebräervolkes bestimmte. Dasselbe mannesstolze Verhalten berichtet auch "Herodot Es kam zum Mlsdruck, daß in ganz Polen mehr als 10.000 Aguuoth vorhanden sind. Der Rabbiner- Verband wird sich mit einem Auifnvf an die jüdische Bevölkenmg und mit einem Trostaufruf mt bi* Aguuoth wenden. Die Rabbiner im Ausland sollen zur Mithilfe herangezcgen werden, besonders die Rabbiner in Frankreich,. Belgien und in der Türkei. Ser Mord aa Amalka Lekrer. Aus Budapest wird «ns berichtet: Während der Gang der Nntersuchnng -ege« Lorenz L c k r e r uitö di« mit ihm angestellten Verhöre noch immer nichts ergäben haben, was imstande wäre, das Dunkel, welches über der Ermordung der Ama-lia Leirer schwebt, zu erhellen oder sichere Anhaltspunkte für den auf den Vater der Ermordeten gesallettrn Verdacht zu gewinnen, hat eine erst jetzt erfolgte Zeugenaussage auf eine neue Spur geführt, die freilich ganz fernab von der Sensation des ,Ziebesmordes an der eigenen Tochter" verläuft. Nach den Auslagen einer Hausbesitzerin im Auwinkel, nahe der Wohnung der ermordeten Amalia Leirer, soll die Frau eines Monteurs Ende Jänner sich im Gespräch geäußert haben, sie wisse bestimmt, daß in: .Haufe Thcrcsienring 6 (wo die Leirer ivohnte), seit vier Wochen die Leiche eines ermordeten Mädchens liege. Zwei Tage vor Weihnachten soll diese MoutenrSfran der Hausbositzerin erzählt Haben, ihr Mann werde nach W ien fahren und von dort Geld nach Haufe drin geu. Den Mann will die Zeugin mit eiirem schweren Handkoffer gctroffsn haben, den er kann: tragen konnte. Das Auffälligste ist aber, nach den Angaben der Hausbesitzerin, daß der Monteur schon wenige Tage später di« Wohnung kündigte, den rückständigen Hauszins ausbezahlte und aus der Wchmmg auözog. Angeblich hatte er eine ausgezeichnete Stellung mit Quartier bei einer Baronin gefunden. Der Monteur müd feine Gattin fuhren wu Automobil weg. Die Polizei hat die Ausforschung des Monteurs eingeleitet. darf «ln. Nach Ausbohrnng einer Türfüllung erbrachen sie eiM große eiferne Kasse und mehrere Schubladen. Die Schäden« summ« beträgt 5000 Schilling. Sie haben die Einbruchswerkzeuge auf dem Tatort znvrickgclassen. * Betrug mittels gefälschter Schecks. Aus Wr.-Neustadt, 7. d., wird uns gemelid.it: Die Tca.f.kantin Marie Hofbauer bezog mittels gefälschter Schecks vom hiest.-en Tab ikhauptverlag Rauchsorten im Werde von 60 Millionen, für welche der Haupt- Verlag gosälschte Schecks erhielt. Die Trafikantin und ihr Zuhälter, der 27jährige arbeitslose Dreher Karl Fieldhoftik, welcher di« Ta-bakfassung besorgte, wurden verhaftet. * Der Mord Im Fuchsenloch. Die nach den Erhebungen des Sicherheitsbureaus mit dem Morde au dom bulgarischen Zuckerwarenhändler S:mou Pantalemone in Verbindung stehenden vier Personen, der lftiähri?« Barver Angelko Wassilijevic, der LOjühvige Nahon: Mladinovic, der 18jährige Zuckerbäcker Risto Miladin und feine 42-ährige Gattrn Slatica Milaidm, wurden am 7. d. dem Landesgericht eingeliosert. * Die Lebensmüden. Die LOjährvA Ha-usgchrlsm Stephani« Simon wurde gestern früh in der Küche, den Schlauch des Gaskochers im Munde, tot auf-gesunden. Sie hat den Selbstmord aus Furch:. in Wahnsinn $u verfallen. ouSgeführt. — Ä,n 7. d. abends hat sich im Hotel „GoVdeneS Schrff" in Gmunden ein etwa 30- bis Zöjähriger Mann durch zwei gegen die rechte Schlafe abgi.'-gebcu« Revolverschüss« getötet. Sein Hemd trägt die Märke T. C. * Die Älteste Novelle. Das BrrtiH Mufeumr bcscht in seiner Handschriftensaimml>liirng -das Mamvfkri-pt einer japauifchenNovelte «rS dam Ie-hre l OOI- Das Werk zähst ettva eilte -häl'be Million Worbe und dürste di« älteste größere Novell« der Wcllbgcischichte fein. Ein en^lifcher Gelehrter, Arthur Maley, hat sich a»r die Arbeit ge.n:acht, um das e:-g:t!'t>ümlrche Werk zu Kberfehen. Aber die UL'bersehuug macht nur schr langsam« Fortischritte, da die Novell« in altiapam-ischer Sprache geschrieben ist, di« zum großen Teil sogar den Gelehrten der Jetztzeit viele Näüsel zu läsen aufgibt. Die Novell« war scmerzeir von einer Frau namens Murafa-fchi geschrioben und bchsudclt die Liebesgeschichten des Kaiscvsohnes Genji. * Spezialbehandlung von Asthmaleide« im Wimer physikalisch-therapoutischm Institut Dr.!7ftermann, 9. Bez.. Spitalgasse 1 a. Tel. 29-1-39, £tft. 10 bis 6 Uhr. (Entgeltlich.) Wien. 10. März. * VkedisinairaL Dr. Lchucpp gestorben. Der bekannte Wiener Arzt, Mo'oizinalrat Dr. Moritz Sch n epp. ist, 80 Jahre alt, gestorben. Dr. Schnepp war einer der ältesten Aerste des 9. Bezirkes, dessen Be-zirkevertretung er lange Jahre angehärt«. * Das Wetter. In Oesterreich fällt bereits stellenweise Schnee. Gestern überschritt die Temperatur fast überall noch Plus 10 Grad. Die Voraussage lautet: Trüb, Ni'.'derfchtäg«, 'in. Gebirge Schnee, weiterer Tcmperaturrückgang. * Die Lebensmittelmärkte. Der gestrige Rmdemnavkt in St. Marx wies gogenüber dem korrefponmereiöden Markt irr der Vorwoche eine Dkehrzufuhr vo-n 6M Stück auf. Unter d?m Cin'luß des gesteigerten Angebotes sind di« Preise um 10 bis 16 Groschen pro KüoA'cmrm zurückgegangcn. Auch die Großmar-kthall:» hatte gestern günstigere Fleisch:mporte aufzuwebsen. Der Verkehr hielt sich bei unveränderten Preisen in errgen Grenzen. — Der Nakchmarkt wurde, wie gewöhnlich an Montagen, schwächer belieftrt, allein angesichts der spärlichen Känferbeteiligung lang'en die Vorräte gur Dtdarssdeckung aus. AuS Frankreich langttz die erste Sendung Gurken ein. Auch italiemfches Gemitse und holländisches Kraut wurden in genügenden Melvgen ans den Markt gebracht. Mit Qdst' war der Markt ausreichend versehen. Die Eivrznsichren verfolgen, der Jahreszeit entsprechend, die aufstergende Richtung. In Butter hielten die Anbot« der Nachfrage stand. * Zionistisches Landeskomitee. Die. für heute anberamnte Sitzung entfällt und findet am Dienstag den 17. d. um hallb 8 Uhr abends. 1. Bez., Kärntnerstvaße 28-6, statt. — Die Schekelkommisfionssitzung findet Dto-ntag oen 16. d. statt. * Kasseneinbruch in Gänserndorf. In der Nacht zunr 7. d. drangen undeLannt« Täter in die Gemerndekanstei in Gansern« von den Lakedämoniern. Als Gesandte von Lakedämon vor das Angesicht des Perserkönigs kamen, welgerten sich diese, dem Verlangen der königlichen Lanzenträger, sie mögen niederfallen und den König anbeten, nachzukonrmen. Sie erklärten, sic würden das niemals tun, die Anbetung eines Menschen wäre nicht griechischer Brauch (7, 136). Diese Parallele erscheint um so interessanter, als im späteren Altertum die Sage kursierte, die Juden wären Verwandte der Lakedämonier (erstes Makkabäerbuch 12, 21). Die Vernichtung eines ganzen Volkes, wie sie Homan plante, war bei den Persern jener Zeit nichts Unmögliches. Unser so oft schon zitierter Gewährsmann, der unerschöpfliche Herodot, erzählt, daß die Perser die gesamte nrännliche Bevölkerung von Milet erschlugen, die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauften und ihre Tempel einäscherten (5, 18). Der zur Macht gelangte Mordechai steigt nach der rabbinischen Sage über die Schulter Hamans aufs Roß (Megilla 16 ä, Esther Rabba Kap. 10). In der biblischen Estherschrift führt Haman bloß als Herold und Ausrufer den zu Roß reitenden triumphierenden Mordechai. Dieser rabbinisch« Zusav besagt viel für das Zeitbild und belegt die Authenzitä» der biblischen Quelle auf indirekte Weise. Die Rabbinen malten sich das Begleiten des Besiegten beim Reiten des Siegers auf eine Weise aus, wie sie zur Zeit des ausgehenden Altertums in Persien üblich war. Vom römischen Kaiser Valerian, der in persische Gefangenschaft geriet, wird berichtet, daß er sich verneigen mußte, so oft der Perserkönig das Roß besteigen wollte, damit dieser den Fuß auf seinen Nacken setze (Aurel. Victor: Vita 22). Die Zeitverhältnisse müssen sich in den Büchern widerspiegeln, geradeso wie die rabbinischen Zeitverhältttifle im Midrasch, spiegeln die altpersischen Berhältnisie in der Bibel. Wenn die biblische Estherschrift in bezug auf die persischen Verhältnisse mit den Literaturdenkmälern der Griechen vollständig übereinstimmt, dann liegt eine sichere Gewähr für ihr Alter vor und alle Zweifel üoer ihre Entstehungszeit sind aus seichter, Mhasstger Zwejfelsucht geboren, die bei Freunden der Wahrheu durchaus unstatthaft nnd unangebracht ist. Terrine, Vorträge und Versammlungen. Vereinigung Jüdische Moderne. Donnerstag, */a8 11 br abends, 9. Bez, Tmkensiraße 9, Tiskussionsabend über das Tbema: „Die Juden und die Zrationalitätenftage", eln-- geleitet durch einen Vortrag des Herm Georg Wolf über „Analyse nnd Synthese des NationattegriffeS*. Gäste willkommen. — Wiener Juristische Gesellschaft. Morgen. V47 Uhr abends, im HSrsaale 33 der Wiener Universität (juristische Fakultät) Vollversammlung. Tagesordnung: Diskussion über den Entwurf deS ProzeßbeschlennigungLgesetzes. eingeleilet von Hoftat Dr. E. Hellmer. — Gremium österreichischer Handelsvertreter. Messetrefftage ti!glich, 6 Uhr abends, tat (Söffe Landtmann, 1. Bez. * Leopoldstädter Volks heim, 2 Bez., ZirknSgaffe 48. Beginn folgender Kurse: 7 Uhr: Verhütung von Krankheiten. Soziologi'che Fragen. Das Betrachten von Kunstwerken, Länderkunde von Oesterreich, Französtch t, Schönschreiben, Algebra' U, Deutsch sür Nichtdeutsche, Latein II, Die Sinnesorgane, Die Romantik. 6 Uhr: Uebungen in der Betrachtung von 5iunstwerken, Lektüre Nietzsches, Französisch H und llt, Stilistik. Wanderungen durch die bildende Kunst. Dr. Else Hofmann. Im Siahmen der „Wanderungen" findet ein Kurs „Italien" statt. Wanderungen in d:e Ausstellung „Führende französische Meister des 19. Jahrhunderts", Sezession, beginnen Sonntag den 15 K 11 Uhr. Führung: Dr. Else H o f m a n n und Dr. Franz Q1P mann. Radiopvogvammr Dienstag den 10. März. 9 Uhr früh: Mar*ktberichr e. -- 11 bis 12 Uhr 60 Min.: Bormittagsmusik — 3 Uhr 30 Min.: Schlußkurse der Wiener Börse. — 4 Uhr 10 Min. b:s 6 Uhr: N a ch m i t t a g s k o n z e v i. Goldmark: Sakuntala; Offenbach: „Goldschmied' von Toledo"; Schubert: „Rosamunoe"; Hubay: „Vor ihrem Bild".' Mozart: Menuett; Gounod: „Faust"-Phantasie; Slcffrn: Tango und Tanzlied aus „Milliarden-Souper"; Kalnran: „Die Bajadere"; Carlsen: Schneerosen; Weinberaec. Ei:: . Wiener geigt! aus „Drei arme Teufel". — 6 Uhr: E i ch - ndorff-Feier (Heinrich Eichendorff, geb. 10. März 1788). Aus Eichendorffs Märchen- und Liederwelt: Maria tzst^celen (Reinhardt-Bühne), Renee Tyrnauer-Höflich; Lieder »'ach Eichendorff von Schumann, Wolf: Gesungen von Maria Mansfeld. — 8 Uhr: Opernaufführuttg. „La fint.r semplice" (Verstellte Einfalt). Komische Oper von W A. Mozart. Hochschule für Musik und darstellende Kunst unter Leitung oes Herrn Kapellmeisters Rudolf Kaiu-igg. In Szene gesetzt von Oberregisseur Prof. Thurnau (Staatsoper). Bühne und Kunst. Ae neue Sperette im Carl-Theater. „Sonja" von Leo Ascher. Ohne neue Wege zu gehen, aber auch ohne um jeden Preis originell fein zu wollen, Haiden di« dcikannten deutschen Schriftsteller Rudolf P r e s b e r nn>d Leo Walter Stein ein Libretto geschaffen, das in seiner gradlinigen Führung und vornehmen Halbung durchaus amüsant mrd keibenswürdig ist und niemaA «banal oder gar brutal wird. Die exotische Prinzessin Sonja, des Hoflebens urüde, sich nach Freiheit sehnend, abentouerlustig, aber dabei immer die Grenzen vornehmer Kultur wahrend, wird in einer Silvesternacht vcm Spieltisch wog von der Poi!-izei verft'lgt und gerät auf ihrer -Flucht in die Wohnung oims Rechtsanwaltes, der sie *— wie kann es anders sein — auf den ersten Blick lieibt und nach teils tragischen, teils humoristischen Schicksalsschlägen gewinnt. Eilt« zarte Gegenhandlung schlingt sich um Sonjas galantes Abenteuer, mit aktuellen Scherzen geschmückt, mit lie-benöwürdigem Aufputz verbrämt, so daß das tränende mw das lachende Auge auf seine Rechnung komnrt. Leo Ascher, der zu wenig populäre Koulyonist, der allzu lange geschwiegen hat, fand zahlreiche Anregungen in den durchaus sauberen und stimmungsvollen Texten und st um. i I in mm’« >»' ■ «■iimtii' II«—I« rv "~.v