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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-08 · Heft 2172 (8.3.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2172 (8.3.1925)
Date
1925-03-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SM I tzvmMft tind Dr. HOFF9AUBRS INTFITTUNaiTABLnTEN von bester Wirkung, angenehmem Oeschmack. vollständig dH* scfildtleh. Die Tabletten stellen eine «ch'anke, graziöse Figur her, ohne Diätxwang oder Aendentng der Lebensweise, prompte GewichUabn ahmen. Keine Schilddrüse! n«po*t Kein Abflhrmittel! Apotheke HUGO BAY1R, Wien, I. Wolftalla 13/19 Vom VoUnfesufldfceittMitbewilligt Nr.2t> ■msofttsaafiMiRtanaOr. R«SI»tJ Ueberfchrettmtsea des Formalbvdgels. Ern optimistischer Bericht des Genevalkommissgrs. Der neueste Bericht deS Genera-Kommiffärs Doktor Z i m m e r m <t n, der die Periode Vom 16. Jänner HiS 18. Februar umfaßt, resümiert kurz dar Grgehnis der Letzten Verhandlungen mit dem Finanzkomilee in Genf mrd hebt hervor, daß m der Berichtsperiode keine von den vereinbarten Reformmaßnahmen votiert worden ist. Die BorbereitungÄtrheiten hierzu werden jedoch fortgesetzt. Im Jämvar wurden 1719 Bu"ndeSangestellt e a b g c b a u t, st> daß sich die Gesamtzakhil der Abgebauten aus 73.276 erhöht. Freigaben aus den Krediten auf GrunAage des Budgets und gemäß den Septembervereinbarumgen für Investitionen ausgesprochen pwduktiven Charakters werden erst nach Dotierung des Budgets möglich fern. Tor Dibakvogie -hat der Generakkommiffar jedoch einen Vorschuß von sechs Millionen Schilling für Rchstoffankäuse erteilt, der im September zu rückMahlen ist. Der der Regierung Ende September gewährte Vorschuß ist unbevidhvt geblieben und konnte i>m Laufe des Jänner ohne Schwierigkeit zurückgeZahlt werden. Das Saldo des Anleihekontos wies am Jahresende ein A k t i v u m von 42,153.000 Doll«r aus. Der Generalkamnrissär hält es für sicher, daß mindestens für das erste Vierteljahr die Grenzen des Normalbudgets beträchtlich Überschritten werden. Als wesentliche Ursachen für diese Sachlage führt er die Ausgaben für die Arbeitslosenunterst ü tzu ng und die' Kurssteigerung des englischen Pfund an, die Mehrausgaben zur Fvlge hatten, , welche sich der Beeinsluffung durch die Regierung entziehen. Es sei daher dringend notwendig, daß bei den anderen Kapitsln des Budgets Ersparungen gemacht werden. In hen nächsten Monaten seien außerordentliche Belastungen infolge der Zahlung der Clearingraten und der SüdÄühnannu-itäten zu eri.varten. Der Gencralkomnrrffor stellt fest, daß die Vermehrung der Ausgaben in den Monatsvora nschÄgen für Jänner und Februar durch den dauernd befriedigenden Ertrag der Einnahmen gedeckt erscheint, so daß das für diese zwei Monate veranschlagte Defizit düs Defizit des dom Na-tiomalrat unterbreiteten Budgets nicht übersteigt. Der Bericht schließt mit der Mittelln.ny, daß die D i i uü t tontet National bank keine wesentl i che n A e n d e vu «n g e n aufwerse, der Notenumlauf ist von 7905 auf 7521 Milliarden Papierkronen gesunken. Die Deckung der Zirkuisation durch den Bürschatz ist unverändert geblieben (40 Präsent). Der Börseindex hat sich von mich nicht, jemals aus dem Munde n.eines Vaters ein rohes Mort gehört zu haben, und Ms seiten meiner Mutter konnte von dergleichen überhaupt keine Rede sein. Beide Eltern sprachen ein reines Deutsch, in das sich bei meinem Vater nur gelegentlich, bei meiner Mutter nur ganz selten eht jüdischer Ausdruck mischte, dann zumeist nur zu jenen gehörig, wie sie in Berlin auch bei Nichtjuden sich eingenistet HMen. Dieser Rei-nhaltnng der Sprache lag aber nichts von einem Bestreben zugrunde, die Mische Abstammung zu verleugnet. Sie war einfach die Wirkung eines ästhetischen Sprachgefühls. Aus ihrer Abstammung machten meine Eltern nie ein Hehl, auch schätzten sie bei aller Achtung vor der Bergpredigt die jüdische Ethik der Resormgomeinde höher ein als die christliche. Mein Vater empfand durchaus deurschpatriotisch. Er teilte über die Befreiungskriege Preußens durchaus die laMausige Meinung, fühlte sich politisch ganz und gar als Preuße und Deutscher. Und in dem gleichen Empfinden wuchsen wir Kinder auf. Daß wir Juden waren, erfuhr mein Atestcr Bruder erst, als ihm ein Junge auf der Straße „Jude" zugerufen hatte. „Da habe ich gerufen: Selber Jude!" erzählte er meiner Mutter und war schr unglücklich, als diese ihm anseinandersetzte, daß wir wirklich Juden seien. Wir Spätevge-kommenen wuchsen naturgemäß schon mit dieser Kenntnis auf und nahmen die Sache daher philosophischer. Bon der urwüchsigen Judongegnerschast »m Volke erführen wir nur durch Spottruse, die mts halbwüchsige Burschen zuriesen. Don ertvachsenen Bewohnern aus unserem Hause haben wir nie ein böses Wort gegen die Jckden als Juden gehört. „Der Jude kommt." Die freuMichen Empfindungen, die die benachbarte Frau Gerngwß mir gegenüber an den Tag legte, hinderten sie nicht, ihrem Sohn« und meinem Kameraden Alex, wenn er rmget^rstrm war, die Drohung entgogenzuhalten: „Per Jude kommt!" DaS ging nun steil ich nicht auf mich, sondern auf einen jüdischen Hausierer, der zuweilen in unser Haus kam und, mit schwarzem Bart und dem Sack Über dem Rücken, ailudin-s tim Wutowä tzetypische» Schochechvden «achte, <9tm* ftorftttwtiftwti. r. IM, _ Nr. K7S 1225 04if 1207 gesenkt, der Preiein-dex ist seit dem letzten Monat von 13.762 ans 13L95 gestiegen. fctiitfcifle «aMfktft für Me ftnraetraofen. Zur Meldung, daß italienische Banken österreichische Kvonennoten nicht mehr umwechstln wollen, da sie von der Einführung der n.uen SchillinOvähntng gehört haben, erfahren wir, daß, wenn nach Herausgabe n.ucr Schilling« noten die alten Kronennoten einmal eingezogen werden sollten, immer noch mit einer dreijährigen E.nl ö s e f r i st für jede Noienlkaiegorie gerechnet werden kann, TS liegt also auch für das Ausland nicht die geringste Gefahr vor, bei Umvechflung unserer jetzigen Kronennvten zu Schaden zu kommen. «eine StlBtymg der Leibrenten. lieber Anregung der im Kleinrentnerausschuß des Nationalrates vertretenen Mehrheitsparteien sind Verhandlungen mit dem Ministerium für Finanzen zwecks Schaffung eines Kleinrentnerfonds im Gange, aus welchem ein bestimmter, besonders bedürftiger Kleinrentnerkreis nach noch auszuarbritenden Richtlinien unterstützt werden soll. Däe Frage einer allgemeinen Erhöhung der Leibrenten ist jedoch wÄ>:r ln diesem noch in anderen vom Mimentnerfonds losgelösten Zusammenhänge m Erwägung gezogen, um so weniger, als in dieser Frage die Auffassung der Judikatur nach wie vor, trotz des in einem Falle erfloflenen o-berstgevichtlichen Ur« teiles, dahingeht, daß Rentenversicherungen als reine Geldforderungen nicht der Auffvertung unterliegen können.. Nach dem bekannten obevstgerichtlichen Urteil ist sowohl in erster als auch in zweiter Instanz eine ganze Reihe von Urteilen erstessen, welche die AufwertungSanfPrüche bei RenteuvrrsicherunsZen ablehnen. Nur in einem einzigen Falle liegt ein gegenteiliges Urteil der Bemfungsinstang vor. Las Wöllersvorfer Panama. Renhöfer versucht Vermögenswerte zu verschleppen. Germ Spediteur Leinkauf wurde vor einigen Tagen von Organen der Finanzbehördon eine größere Menge wertvoller Möbel, Bilder turtb anderer Wertgegenstände beschlagnahmt. Sie gehören dem Generaldirektor der Wöllersdorfe r Werke Jo'ef Ne uh ö fer und waren -dort unter dem Decknamen Karl So.demann aus München eingelügert. Es scheint, daß es sich um eine beabsichtigte. Verschleppung dieer Güter handelt, die geeignet wären, ei«ne Sicherstellung für die m Wöllersdorlf begangrren Hinterziehungen zu bll'dön. Sie belridlgte Sentkalbureauttatte. Gestern sprach beim Bundeskanzler Dr. Ramek eine Abordnung der akademischen Beamten sämtlicher Zentralstellen wegen der vom Landeshauptmann Doktor Rehrl auf dem Salzburger christlichsozialen Landespartei-. tag gegen sie erhobenen Beschuldigungen vor. Bundeskanzler Dr. Ramek gab den Vertretern der akademischen Beamtenschaft eine Erklärung ab, die diese vollkommen befriedigte. Wie weiters verlautet, ist beabsichtigt, zur endgültigen Regelung dieser Angelegenheit eine unmittelbare Aussprache zwischen den Beamtenvertretern und dem Landeshauptmann Dr. R c h r l herbeizuführen. zioniftische Bezirttsektion LropoNfiavt Montag den 9. März 1825, 9 ttbr abends. im Casö Sächsischer Hof,!!. 4V (Souterrain, direkter Eingang Aovarogasie 2) de» Herrn Toktcr Egon Mßchael Zweig (Jerusalem) üb« Mlrni des Mnäim Pailstiiis mit anschließender Di » knssion Ser Völkerbund not da» PalSftlnanavüat. Sin« Versammlung der jüdischen Völkerbundliga für Oesterreich. Im dicht gefüllten Saale deS Niederöfterreichrschen Gewevbsve-reiMS fand gestern eine BevsamMung der jüdischen Bölkerbundliga für Oesterreich statt» die zu dem Bericht der Mandatskommission der Böller« bundeS über Palästina, welcher der letzten Session des Vöbkerbultdraies vorgelegt wurde, Stellung nahm. Die Bcrsammiung, in welcher Hofrat Dr. F r a n k f u r t« r den Vorsitz führte, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kunidgskntng für Palästina und den Vötkerbunidgrdan-ken. Ihr wohnte auch der Vertreter der jüdischen Bölkerbundliga für Palästina Dr. L M. Zweig bei. Ter Vertreter der jüdischen Böllevbunvliga in der Dschecho-Slowakei Dr. Emil M a r g u l i e s war neben Oberrabbiner Dr. C h a j e 3 der Rsdner des Abends. Seine AnSsührungen befaßten sich mit der Legende vom jüdischen Imperialismus gegenüber den Arabern in Palästina, welche Redner nachdrücklich zurückwies, und fand lebhaften Bei. fall. Dr. MavgulieS besprach auch schr eingehend die Bedeutung des Mandatwosens. Der Bericht der Mandatskommission über Palästina war der Eegenstand einer eingchenden Erörterung durch Oberravbiner Dr. C h a j e S. welcher darauf hinwieS, daß durch dis» sen Bericht dem jüdischen Volke und dem Völker, bundgedanken Unrecht zugefügt worden sei. Der Bericht der Mandatskommission spreche von Schwierigkeiten, die er besonders hervorhsbe, obwohl sie doch bei der MandatSzuerkenmutg gegeben sein mußten. Ferner zeige der Bericht U n i n f o r m i e r r h e i t, die so weit ging, daß die Kommisiion sich gerade deswegen vom englischen Außenminister Cham» berlain eine ebenso höfliche wie kräftige Mfuhr gefallen lassen mußte. Dem Völkerbund selbst ist der Vorwurf nicht zu ersparen, daß er den Bericht in dieser Form sckzeptiert hat. Gerade weil wir Juden die Ausgabe halben, am Bölkerbund-- gcdanken festgtchalten, ist es notwendig, den Völkerbund auf die Fchler, wcllche die Mandatskommission begangen hat, aufmerksatn zu machen. Redner beantragte einen Protest gegen den Bericht der Mandatskommission in Form einer Resolution den Ligen und Unionen, denen die jüdischen Völlevbundovganifattonen angeschlossen sind, zur Weiterleitung an den BAkerbunldral zu üibermitteln. Diese Protestresol-ution wurde von der Bersamm» l>u>ngeinstimmig angenommen und das Präsidium der jüdischen Völkerbundliga für Oesterreich mit ihrer Weiterleitung beauftragt. _______ * Tek-Awilv. In unserem Bericht über den PresseoMpfang des Zionistischen Landeskomitees („Wiener Movgenzeitung" vom 6. März) hat sich in der Wiedergabe des Referates deS Herrn Adolf B ö h m «in Druckfehler eingeschlichen. Herr Böhm teilte mit. saß die Stadt Tel-Awiw 30.000 Einwohner (nicht 40.000) zählt. — Der Autor teilt uns ferner mit, daß die ftt einem Artikel in der „Wiener Morgenzeitung" vom ü. März gemachte Angabe, er sei der Verfasser der zweibändigen «Ge. schichte des Zionismus" unrichtig ist. Herr Böhm hat „Die zion-iftische Bewegung" geschrieben. * Zionistisches Lokalkomltee. Dienstag den 10. d., hÄb 8 Uhr abends, findet ein« Sitzung deS Zionistischen Lokalkomiteeö statt. Morgen Montag um halb 8 Uhr Sitzung der Schekelkcmmiss-ion. aber berührte mich doch unangenehm. Die Drohung hatte indes weder tnit Konfessioitsnoch mit Rasienselndschast ettvas zu tun. Der Hausierer ivar ein gar nicht ungetm gesehener Besucher. Er wurde» wenn.er kam, ausgefordert, im Zimmer Platz zu nehrnen, dort wurde ihm ein Gläschen Schnaps vovgesetzt und dann mit chm über ben Preis zu veräußernder Altfachen verhandelt. Schließlich wurden die Ju-ttgetr ins Zinr-nter gerufen unä> ward in ihrer Gegenwart» während sie mit seitwärts ahgswandtem Gesicht bewegungslos dastanden, chnt Bericht gegeben, wie sie sich seit seinem letzten Besuch angeführt hatten. Natürlich siel dieser immer so aus, daß er Gnade für Recht ergehen taffen und sie mit einer f-atttfieu Ermahnung verabschieden konnte. Mit abgewaudtem Gesicht gaiben sie ihm die Hand und liefen dann spornstreichs hinaus. Der Borgarig hat sich in der Zeit meiner Freundschaft mit Alex ein paarmal wiederholt, und wenn ich mir auch sagen durfte, daß Hm keine Gchässigkeit gegen Inden Ailgr-rrnde lag, konnte ich doch das Gefühl nie los werden, daß bei ihnt etwas nicht in Ordnung war. Nur konnte ich dieses Etwas rr-icht genau «bestimmen. Erst sehr viel später kam ich ams den Gedanken, daß, wenn matt Kindern von frühester Jltgend an «nrit dem Jüden als eine Art Döfent drcht, man damit eine GeffchlSasioeiation erzeugt, die sich rwch lange m das Wort Jude knüpft und, ohne daß eS dem Betreffenden bewußt wird, jedesmal wenn er eS hört, fein Urteil ««ngünstig präjudiziert. Aus dem gleichen Gefühl heraus habe ich ein Peinliches Empfinden nicht los werden können, wenn Frau Gerngroß und andere Hausgenossen, in der Absicht, «mir etwas AngenchmeS zu sagen, mir evKärten: „Ach, Ihr Bernsteins! .Ihr seid ja gar keine richtigen Jrrden. Ich nahm das Wort, fite Iva-s eS gemeint war, es hat mich aber stets me>hr gedrückt als echoiben. Indem ich daS niedevschreibe, fällt mir eine Episode ein, die meiner Mutter mit denr erwähnten Hausierer passiert ist. Er kam natürlich auch öfter zu «uns, war ihr aber meist kein angenehmer Gast, da sie, die jedes Stück Kleidung bis zum Aoußevsten nutzbar im Hause zu verwenden suchte, gewöhnlich «rr wenig Lohnendes zu beitauifen hatte. Einmal hatte sie ihnt indes doch in der GeDnot ein Kleidungsstück verkamst, hinterher aber gemerkt, daß sie sich in diesem vergriffen hatte, und war nun, nachdem sie bei Nachbarn seine Adresse ermittelt hatte, in feilte Wohnung geeilt, >mn das verkatvfte Stück, wenn ivgeich möglich, zuvückzukMlfen. Sie hatte nur die Fra>u des Hausierers angetroffen, aber statt einer halben Proletarierin tpar ihr in einer wohl eingerichteten, ordentlich gehaltenen Wohnung eine Frau in gut bürgerlicher Klebung und entsprechendem Benehmen entgegengetreten, der man amnerkte, daß sie die Not nicht kannte, und die auch den Antrag meiner Mutier, ihr das Kleidungsstück zurückznverkansen, in einer Weise zusagend entgegennahm, die durchbkicken ließ, daß der ihr dabei endgchende Gewinn für sie keine Bedeutung habe. Kein Zweifel, dieser jüdische Hausierer, der mit dem Sack über dom Rücken in gebückter Haltung durch die Straßen ging, beschimpft von den Straßenjungen, hielt seine Frau von allen Unannohmlichkeiten seines gar nicht zu einträglichen Gewerbes frei und versagte sich offenbar gar manche Annehmlichkeiten, um nur das Heim, in dem sie Herrscherin war, wohnlich zu gestalten. Meine Mutter hat fortan den Mann mit ganz anderen Augen angesehen. Mir aber kam der Vorfall wieder ins Gedächtnis, als ich später in Heines »Shakespeares Mädchen und Frauen" auf die Melle stieß, wo Heine int Abschnitt Jessica daraus aufmerffam macht, daß da, wo in der großen Gerichtsszene nn ..Kaufmann von Venedig" di« Frouude deS Antonio davon deklamieren, daß sie gern selbst ihre Frauen opfern würden, wenn sie dadurch den Freund retten könnten, der Dichter den Shhlok, «dem er vorher hatte erklären lasten, daß er einen Ring, den ihm seine verstorbene Gattin einst geschenkt, nicht für einen Wald von Affen hingegeben hätte, nun beiseite sagen laßt: ,&o sind die EHristelnnäliner! Ich doch' ne Tochter; Wir' irgend wer vom Stamm der Barnabas Ihr Mann geworden, lieber als ein Christ!" Heine führt eS als Beispiel an für die Innigkeit de» Mischen Familienlebens.

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