Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2171 (7.3.1925)
- Date
- 1925-03-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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' «ett-r Dien. SmnSkag Wiener MovcheirzestlMA 7. Mär-; im ffk. »M , ihrer Hybris sich auch an die UmerLrückung der serbischen Nation wagten und mit der Waffe drohten, wurde Ma-sarvks Lehre zum Strafgericht. Das Urteil traf die Vermessenen und ihre Bnndesqcnassen mit voller Wucht. Sie hatten gehofft, aus den Krümmern der Welt, auf den Leichen der kleinen Nationen ihre Weltherrschaft aufzurichten. Dieser Plan mißlang, und ans den Massenfriedhöfen des. Weltkrieges stieg das SeWstbestimmungSrecht der Völker empor. Dafür hat Masaryk di« Bitternisse des Exils auf sich genommen und er hat nicht vergessen, daß wenn das .Nntecht ausqejätet tverden soll, auch das am jüdischen Volk verübte Verbrechen der Geschichte nicht bestehen bleiben darf. Er ist unter den Männern gewesen, die dem zionistischen Gedanken der Befreiung des jüdischen Volkes den Wog zum Völkerbund geöfsuet haben. Er hat werktätige Hilftt geleistet und er verfolgt seither, wie er dies kürzlich sekbst anssprach, mit glühendem Interesse die Fortschritte der jüdischen Aufbauarbeit im jüdischen Land. Er hat das Judentum als ein« einzige, unteilbare Nation anerkannt und eS gebilligt, daß sie ihre mit ihrem Dasein erworbenen Rechte in der Gesamtheit wie in den Teilen; wo immer sie leben, selbst vertritt. Kein Volk darf abdizieren, kein Volk darf in der Verfolgung seiner nationalen Ziele unwürdige Kompromisse mit dem QpporkunisnmS eingehen. DaS tschechische Voll hat von der Schlacht am Weißen Berg angcfangen gewartet. Es hat im tschechischen Volk viele Parteien gegeben, die ihm rieten, sich auf den Boden der Tatsachen zu stellen. Das national bewußte, zielsichere Doll hat in der Gesundheit seiner naiven Hoffnungen diesen Stimmer? nicht nachgegÄ>en. Es hat an seiner Befreiung gearbeitet, so wie es ihm seine Dichter und seine Lehrer vorgeArichnet halten. Masaryk ist einer dieser Lehrer und von seinern Wirken kann auch das jüdische Doll lernen. Es dankt ihm damit am schönsten für seine Mitwirkung an der Anerkennung durch den Völkerbund, mit der er seine Devise bekräftigt hat. .die aus der tschechischen Staatsflagge steht: Dre Wahrheit setzt sich durch. Ae Feierlichkeiten (fit Masaryk. Festsitzung des tschecho-slowakischen Senates. Prag, 6. März. (Tschech. Pveßb.) Fm festlich geschmückten Mtzungssaal des S< n a t s wurde heute arrs Anlaß des morgigen 75. Geburtstages des Präsidenten der Republik eine Festsitzung abgehurten, zu der sich außer den Ministern Dr. Bonesch, Stribrny, Majypetr, Habvman, Svamek und Kallcck die Sena t o r^em a «l l er Parte i t n mit Ausnahme der Deutschbürgerlichen und der Kommunisten eingofunden hatten. Sswatspräsident Donat hielt eine von den Amtvefeyden stehend. angehörte Ansprache, ' worin er den Pvasidenten Ma sa ryl ttitt nationaten Wiodercvwecker, sondern auch als Evwecker auf wirtschaftlichem -lmd sozialem Gebiet, feierte. Wir alle, sagte er, neigen uns vor seiner staatSmännrschen Weisheit, wir alle wissen, was wir anvhnr als dem strengten Hüter der staaÄichen Souverän itüt haben und was er für ums auf dem Wege zur wahren Demokratie, zur wirtschaftlichen Erneuerung, zur n a -t i o n a l e n Verträglichkeit und Z ulammenarbeit sowie zur sozialen Gerech. i gleit bedeutet. Lar englische Unterhaar. Di« Arbeiterpartei nimmt wieder a» de» Beratungen teil. (lkigendrenst der „Wiener Morgenzeitung^.) London, 6. März. Die Abgeordneten der Labour Parch, ivelche gestern nach dem Ausschluß Kirkwoods einen Exodus aus der Parlamentssitzung veranstaltet hatten, sind heute wieder im Hause erschienen und nahmen an den Beratungen ttM. Die Arbeiterpartei hat einen Antrag gegen H o p c, dem Vertreter des Sprechers, eingebvacht, der Kirkwood äusgoschlofsen hat. Bei Beginn der häutigen Sitzung fragte M a e D o n a l d, wann das Parlament diesen Antrag der Arbeiterpartei diskutieren könne. Churchill ersuchte Mae Donald im Namen d«r Rvgterung, seine Anfrage auf Montag zu verschieben. Danach kam die Mosten des konservativen Abgeordneten Mae Quisten zur Beratung, nach welcher den Gerverkschaften verboten werden soll, Beiträge für politische Zwecke von ihren Mitgliedern einzuheben. Mae Durften begründete seine Vorlage, worauf Baldwin erklärte, daß er die Berechtigung der Vorlage zwar anerkenn«, aber der Ansicht sei, daß eine solche Vorlage von der Regierung dem Parlament vorgolegt Werden sollte, nicht aber von einem Abgeordneten. Das Unterhaus stimmte der Ansicht des Premierministers mit 325 gegen 153 Stimmen zu. womit die Motion des Abgeordneten Mae Quisten abgolehnt ist. »louMchr veitrkikMan Lropoldstavt Montag den 0. März 1926, '/,9 Nbr abend», im Lass Sächsischer Hof. kl.. Taborsir.46 (Sonterr.. de» Herrn Doktor direkter Eingang Novaragasse 2) vUUiQy Egon Mtchaol 3 hm t r (Jerusalem) über Mit des “ ‘ " Palästinas mit anschließender Diskusston Mr die z'onWche Bezirkßsektio« Leopoldstadtr Ladt» Aeb»»z»hl Stniiifit lititt ftvUfev Bon nun gb finden jeden Montag im Lass Sächsischer Hof (Souterrain) Vorträge mit antchliebeuder Di-ku'sion statt Die Jewish Agency. eintritt der amerikanischen Nichlzioniften. — Wichtige SrüSrnnge» Weizmannr. Rew-Aork, 5. MSrz. (Mische Telegraphen« agentur.) Am 1. d. begann in New-^ork die K o n f e r c n z derUnpartei i s che n, die darüber zu beschließen hatte, ob die Vertreter jenes Teiles der amerikanischen Judenheit, der bisher der zionistischen Bewegung fernstand, in die I e w i s h A g e n e y, die auf Grund des PalLstluamandatS der britischen Verwaltung Palästinas beim Aufbau des jüdischen NationalheimS beratend und helfend zur Seit« zu stehen hat, «intreten sollen. Den Vorsitz führte Herr Louis Marsyall. Es sprachen die hervorragendsten Vertreter der amerikanischen Juden. Dr. Chaim Veizmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und alS solchex auch Präsident der Jewish Agency, gab mit Bezug auf die künftigen Funktionen der erweitertest Jewish Agency die folgende Erklärung ab: Sobald die erweitert« Jewish Ageney als die Vertreterin des gesamten jüdischen Volkes ihre Funktionen beginnen wird, wird die Zionistische Organisation nicht mehr als die Jewish Ageney erscheinen. Di« neue Jewish Ageney wird über das Palästinabudget zu bestimmen haben. Der Völkerbund wird ausgefordert werden, den Artikel 4des Mandats, laut welchem die Zionistische Organisation als die Jewish Agency anerkannt ist, dahin abzuandern, daß di« Jewish Agency außer durch -ie Zionistische Organisation auch durch jene nichtzionistischen Elemente repräsentiert wird, die an dem Aufbau deü jüdischen NationalheimS Mitarbeiten wollen. Die Konferenz faßte einstimmig den Beschluß, entsprechend de« .Borschlag Dr. W e i z m a n n s sich der Jewish Agency lmznschließen. I» der gleichen Resolution fordert die Konferenz die neue Jewish Ageney auf, ihr Augenmerk darauf zu richten, ob die I U st i t u t i o n d e s K e r e n H a j e f f o d als das finanzielle Instrument der erweiterten Jewish Ageney z« übernehmen wäre. Rat und Exekutive der Jewish Ageney werden sich zur Halfte aus Mitgliedern der Zionistischen Organisation, zur st st.d,er« n H al.fte an S R i chte Zionisten zusammensetzen. Ler «MIM IT. Der in der Erklärung -etz Präsidenten Weizmann erwähnte Artikel 4 des Londoner Mandatsvertrages vom 24. Juli 1922 besagt im Wortlaut: Artikel 4. Eine angemessen« jüdische Vertretung soll als eine offtnMche 'Körperschaft anerkannt werden für die Aiusgabe, der Verwaltung Palästinas in solchen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegen- .heiten, die di« Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und die Interessen der Mischen BevöAerunig in Palästina beeinflussen können, Rat und Mitarbeit zu gewähren und urfter ständiger Aussicht der Verwaltung an der EntwiÄung des Landes zu helfen und te'llHunehmen. Die Zionistische Organisation soll, solange ihre Organisation und Konstitiution nach der Meinung des Mandatars angemessen sind, als solche Vertretung anerkannt sein. Sie soll in Beratung mit Seiner britischen Majestät Regierung Schritte untern-chmen, um die Mitarbeit aller Juden zu sichern, di« gewillt sind, bei der Errichtung der Mischen nationalen Heimstätte zu Holsen. In diesem Artikel wird also, wie der Text.genau erkennen läßt, nicht bestimmt, daß die Zionistische Orgarüsation ihre Befugnisse als Jewish Agency mit-nichtzionistischen Korporationen zu teilen hat. Die Zionistische Organisation bleibt als Jewish Agency anerkannt. solange - nicht Mischen ihr und der englischen Regtenntg Mcinwngs Verschiedenheiten organisatorisch-technischer Natur enchsthe». Sie hat die Aufgabe, die Mitarbeit der «uichtzienisti. scheu Juden an dem Aufbauwerk zu sichern, ohne daß aber - deren Teilnahme an der jüdischen Vertretung als Der-; tragsvcrpflichtung der Zionistischen Organisation' aufcrlegt lvird. Dies« Feiststellung ist darum unerläßlich,. wokt vielerorts die, wie sich zeigt, unrichtige Ansicht bestand, daß die Zionistische Organisation verpflichtet sei, ben Nichtzionisten Ätze in der Jewish Agency einzllräl'.m«u. Die EMävuüg Weizmanns, deren genauer Inhalt übrigens noch atbzuwarten ist, kann also nur so verstanden werden, daß die Zionistische Organisation ans freien Stücken und ohne irgend einen p o l i t i s ch c n Z w a n g die Hälft« ihrer Sitze in jüdischen Vertretung an Pie nichtziouistischen Kör-Porschaffoi: ' abtritt. Selbstverständlich-bleiben die zionistischen Vertreter dem Kongreß i m v o lle n Umfang veranttvort l i ch. Die Feststellung der G e s a m t v e r a n t«tv o r t i i ch ke i t der Agency wird eines der ernstesten Probleme de!» kommenden Zionisteukongresses bilden. Die Palüstivalnveftitronrgesellschast. Rew-Aork, 5. März. (I. .1. A.) Zur gleichen ZÄr -mit der Sltznng der amerika-nischen Nichtzionisten, die die Teilnähme an der erweiterten JewiH Agency beschloß, tagt? a-m 1. d. in New-Aork dcr Rat der Pa l« sti n e Ec o n o m i c C o r p o r a t j o n, di« Palästina-JMcsMoNskörper schaft der unparteiischen amerikanischen Jn-detr/ Mchdc»n der provisorische Direktorenrat den Bericht erstellet hatte, wählt« der Rat das Präsidium und das engere KonMe« der Körper-schast. Mr. Bevnard Flexner wurde zmn Präsidenien, Dir. Louis Marshall und Kolonel Her bert H. Lehman wurden zu MzePräsidenten und Mr. Fobix M. War bürg zmn Mitglied des engerem Komitees/ gewählt. Mr. Bernard Flexner al's brr Präsident der Palestiue Economic Eorporatiom gab im Namen der .Herren., Felix M. W a r b u r g, Louis M a r s h a l l, Herbert H. Lehman und im feinom eigenen Namen die folgend.' Erklärung ab: '.iDbWcchl in der Opganisietemg der. Covporaiion Fovb '' schritte gemacht sind, wird st« -'m 'dön 'nfichsien Monaten noch nicht aktiv aus,treten können. Es sind jetzt Verhandkrttgou im Gange, die daraus hinzielen, di« Aktiven des Palesten« Development Douncil (Brandeis-Gruppe), der Am«rioan Palestine Company und des Joint Distribution Comimitte« in Palästina für die Corporation zu erwerben. Man trat bereits au bk' Corporation wegen Gewährung. von Darlehen fü r Arbeiten in Palästina heran; wir waten aber noch nicht in der Lage, aus solche Gesuche schon jetzt e'mzugehen. Die FinanzieruntzStätigkoit lvird erst begonnen werden können, wenn die Zeichnungen' für das Kapitel der Corporation beendet sein werden. Inzwischen werden schon jetzt' eingehende Untersuchungen und Erwägungen über die Methoden, don Clha valter und den 'TätigkeiiSbeveich der Corporaii,om geipslogcn. Die Arbeit der Corporation in Palästina — ffchr -Herr Flexner in seiner Erklärung fort — wird durch sachkundig« und vertrauenSwürdige Pcr sonen, die sich in Palästina nivederlassen werden, organisiert und geleitet werden. Die Prüfung aller Darlehensgesuche für die Arbeit in Palästina «wird i n Palästina durch die beglaubigten Vertreter geschehen müssen. Die Namen dieser Vertreter werden noch bekanntgegeben werden. Keine anderen Personen werden die Autorität haben, im Namen der Corporation in Palästina zu sprechen- und zu handeln als di« dort beglauibigten Vertreter." Aus aller Wett. Laudon, (Tel.-Komp ) Di« GemoinderaiSwcchlen ’n Low don haben enhaültig folgendes Resultat erbracht: 83 Konservative. 35 Sozialisten und 6 Liberale. Die Sozialdemokraten gewinnen 18 und verlieren «Inen Sitz. Die Liberalen v riicren- 11 und gewimien <inen Sitz. Die Konservativen verlieern drei und gewm-nen ein Mandat. Riga. 6. März. (Tel.-Komp.) Bei den Gemeindrra »- Wahlen «Metten die Sozialdemokraten 31, die nationalen Minderheiten 27, das Zentrrdm 15, di« Rechte 11 und die radikalen Linkssozialisten 7 Dtendate. Rom. 6. Mäui. Das Ävschwornengericht von Bologna hat den »kaszistenfi'chrer R«aazzi. der als Urheber der Ermordung Maranis in Mollnesta angeklagt war. einstimmig freigesprochen, indem e» seine Antpesenheit bei der Tat als auSgaschlossen erklärte. Auch die übrigen d r e i z e h n M i tangeklagten wurden freigesprochen und sofort aus freien Fuß gesetzt. Sofia. 6. März. (B»llg. Tol.-Ag.) .Heute um ü Uhr abends ist der kommunistische Abgeordnete Havalambi S t o j a n o w ermorbet worden. Der Polizei gelang es, sofort den Täter zrr verhaften. Seine Identität ,st noch nicht festgestellt. Saloniki, 6. Marz. (Havas.) Die jugoslawische Freizone im Laten von Saloniki ist heute der jug»-' slawischen Delegation ofttziell übergehen Wochen., Llffabo«. ö. März. (HavaS.) Heute wrrrde ein Nebez-, fall auf das Hauptquarrier versucht. Der Pia» r ang. Zwei OssizteLe wurden v«r da f t»», Dte.Mgftruns nahmen zur Sicherung der Ochnung ^troffen. Anland. 8r. Watola auf »rholungrnrlaub. Minister für AeußereS Dr. Mataja.hat gostern das Rudolf!nerhaius verlassen und sich in häusliche Pflege begeben. Der Miuvster hat die Operation auKgezeichnot Äberstanden. Er wirb nach tveiterer Besserung se-ines Befindens einen Erholungsurlaub cmtreten. Wie di« den Sozialdemokraten nahestehende „Naue Wirtschaft" meldet, werde Dr. Ma ta ja in naher Zeit von semom Amt« z-urücktreten. Hiezu hätten ihn «unter, anberam die scharfen Angriffe bewogen, die im Zusanmrenhang mit der Wöllersdorfer Affäre gegen «ilp erhoben wurden. Vertagung de« MetenauMuffe». Im Mtetengefttzausschuß kam. gestern eine Verein» barnng zustande, derzusolge Dr. Eisler mittags feiue Obstruktionsrede beendete, nachdem die MehrheitSparteien sich damit einverstanden erklärt hatten» daß to den nächste» Tagen k«i»G Sitzungen dieses AuLschusies abgehalten werden. i