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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-07 · Heft 2171 (7.3.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2171 (7.3.1925)
Date
1925-03-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ffftrtcm ero« y 11 Wi en: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, - odet in einet Verschlefsstclle 'Tratlk monatl. b Schilling ■ Strasse*verkaut ln Wien H durch die Kolporteure der Firma Gotdsbhmied, .. WoHzcile 11 Mit Poslversand für Wien J und Oeslerrelch monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakei: a Mon. K 22. Jugoslawien: m Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NathMh'aa<>ea bei frei *» erhAhaa*<ea rorbehallea Sr. 2171 Wiener oraenttilung!na «. tn~land: on. 4Schilling Itai i en: Monatl. 13 Lire Rummien: Mon. 17? Lei Bulgarien: Mon. 8CLcwa Schwe z und das übrige Ausland monatlich Frcs. I Redaktion. Administration; Wien, n.Taborsir.1 Telephone: 44-C-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsslrasse 6-8 (Druckerei I». Steinmann Oesterre'chisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 ' Oien. Samstag. 7. Mn 1975 7. Snftranmt i Sie Präsidentenwahl in Deutschland. Sitte gemeinsame Kandidatur der Nechtsvarteien. Berlin, 6. März. Die Kandidatenfrage für die Präsidentenwahl wird b.reits morgen oder spätzstenS am Montag geklärt werden. Bekanntlich haben Vorbesprechungen zwischen den Rechtsparteien einschließlich der bayrischen BottSpartei stattgefunden, wobei man sich auf die Nominierung eines gemein samenKandidaten geeinigt hat. Die Auswahl soll, wie die R-cchtsblätter melden, zwischen vier Kandidaten getroffen werden, die zur engeren Auswahl stehen, nämlich der frühere Reichsinnenminister Dr. Jarres, Kt Borsitzende der Reichstagöfraktion der deutschen Volks- Partei Dr. Scholz, der Vizepräsident d.s Preußischen Landtages v. Kries und der deutschnationale Reichstagsabgeordnet« Freiherr v. Gayl. Unter diesen vier Persönlichkeiten hat Dr. Jarr.s weitaus die größten Chancen mies gilt schon heute so gut wie sicher, daß er zum gemeinsamen Kandidaten der Rechtsparteien nominiert werden wird. Qb die Linksparteien und das Zentrum schon im ersten Wahlgang einen gemeinsamen Kandidaten aufst.llen werden, hängt im wesentlichen von Entschlüssen der Sozialdemokraten ab. Sollten sie auf einen eigenen Kand'vdaten verzichten, dann würde dies auch die demokratische Partei tun und Reichskanzler Dr. Marx schon im ersten Wahlgang als g meinfamer Kandidat der Liniksparteien auftveten. Falls aber di« Sozialdemokraten, wie anzunehmen ist, einen eigenen Kandidaten stellen, dann wird dies wohl auch die demokratische Part.i tun. Für die Sozialdemokraten kommt nach der Bcrzichterklärung Lobes in erster Reihe der bisherige preußische Ministerpräsident Braun in Frage. Dr. Marx wieder als prensiischer DNntsterprafident kandidiert. Berlin, 6. Mar;. (Tel.-Komp.) Marx wird nun doch wieder als gemeinsamer Kandidat des Zentrums, der Demokraten und S o z i oldem o k r a t e n für die am Dienstag vorzunehmende Neuwahl des preußischen Ministerpräsidenten ausgestellt werden. Die Fraktionssühver der drei geinannten Parteien haben heute mittags die Ansstellung von Marx als gemeinsamen Kandidaten beschlossen. Es ist demnach bestimmt damit zu rechnen, daß Murx abermals zum. preußischen Mmisterpräsidenten gewählt werden wird. Der wirtschaftliche S»samme«schl«ß der Rationalstaate». Verhandlungen Jugoslawiens und der Dschecho-Slowakei über eine Engere wirtschaftliche Annäherung. Graz, 6. März. Die Tagespost" meldet aus Belgrad: Im Handelsministerium werden unter drm Vorsitz des Handelsministers Dr. Sur min mit dem tfchecho-ssowakischen Geschäftsträger Cerny und dem tfchecho-slowakifchen Handelsattache Andrian Verhandlungen über eine engere wirtschaftliche Annäherung der Ts ch echo ^Slowakei und Iugoslawiens geführt. Horlhtzr Wahlgesetz. Budapest, 8. März. (U. T. K. B.) In der HMigen Sitzung der Rationa^versarmnlang unterbreitete Ministerpräsident Graf B e t h l e n den Gesetzentwurf über di« Wahl der Reichstagsabgeordneten sowie den Gesetzentwurf über das Oberhaus des Ro'ich§>taa«s. Zur Vor« ibereitung des ersten Entwuirfes wird in der nässten Si^ung ht 35gliodr:ger Attsschuß gewählt werden. Ter zweite Gesetzentwurf wurde dem staatsrechtlichen Ausschuß und dem Ju.st>ausschuß zueewicsen. Die Ausschüsse wurden beauftragt, ihren Bericht bis spätestens 31. d. dem Plenum vorzulegon. Oberhaus und Neichsverweserwahl. Der Gesetzentwurf über die Schaffung des Oberhauses bestimmt, daß das Oberhaus au die Stelle des LNagnatcnHauses treten wird, das am Tage der Eröffnung des Oberhauses zu existieren a u short. Mitglieder des Literhauses können, nur ungarische Staatsbürger, mtd gwar erstens auf Grund von A mt u n d Würden, zweitens durch Wahl und drittens durch Ernennung werden. In die erste Kategorie gehören die Bannerberren, die obersten Richter, der Honvcdoberkommandant, der Präsident der Nationalbank sowie die Würdenträger der verschiedenen Religionen; Im Wege der Wahl entsenden Mitglieder ins Oberhaus: die erblichen Magnatenhausmitglieder. die städtischen und die Kcmitatsvertretungen. die Korpora ticnen der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und der Wissenschaft. Zu Mitchietzern des Oberhauses können nur Personen gewählt werden, die das 36. Lebensjahr vollendet haben. Die Mahl gilt auf zehn Jahre. Dom Oberhaus gehören? auch jene man u l i ch e n - Mi t:glj eder^des Ha u se s Habs'burg- Lo t hvi wg e ü a n, demÄebietdes Lau dt S wohnest.'Die Wahl der Oberhausmitgkieder erfolgt geheim. Die Zahl der vom Staatsoberhaupt auf Grund ihrer besonderen Verdienste auf Lebensdauer et na nnien Mitglieder darf v ierzig nicht überschreiten. Sollte die Stelle des Rei chsverwesers v or der endgültigen Regelung der Ausübung: der Macht des Staatsoberhauph.es vakant werden, so wird der neu e R e i chs v e rw.e se r in einer gemeinsa-men Sitzung der beiden Häuser dos Reichstages aus den Reihen. der ungarischen Staatsbürger in geheimer Wahl gewählt. Bis zur Eidesleistung des neuen Reichsverwesers versieht die unaufschiebbaren' Agepden des Staatsc>berhauptes der Min i stcrrat. Sie Amtrsehrimnlrkomöhie. Budapest, 6. März. (Tel.-Komp.) Wie ,,Pesti Naplo" erfahrt, hat das M.in:sterbum des Innern das Versag reu in der Sache der Enthebung d^s gewesenen Innenministers Edmund Beniezky v o m A m t s g e h e i mnis abgeschlossen. Ter formelle Awtrag des Ministeriums auf die Enthebung Bemczkys vom Amtsgeheimnis wird dieser Tage der KaibinettskanM des Reichsverwesers zugestellt werden. Dem Reichsvenweser H o r t h y obliegt sodann, Beniezky vom Amtsgehsimnis zu entheben. . . Wambertal« in Parts. Paris, 6. März. (Tol.-KomG) Aha mberlain ist heute abends m Paris atrgrkomM'n. Er fuhr sofort zur . eitglischrn Botschaft, wo, er bis, zu seiner Abreise wohnen «wird. Morgen findet eine Unlervedung Chamberlains mit Herr iot statt^ Chamberlain reist morgen abends nach Genf.weiter. Mmisterpräsidont Herriot und Außenminister Chamberlain haben abends auf der englischen Botschaft in Gesellschaft des englischen Botschafters das Diner genommen. /; Malm in Ansora. Ausgedehnte VoNmatOten für das Kabinett Jsmet Pascha. Angora, 6. März: (.^vaS.s Die Nationalversammlung hat dem Kabinett a u s g e dehnte Voll mach t e u zur Unterdrückung der reaktionären Bewegung und zur Verhinderung'jeder gegen di« Republik gerichteten Unternehmung erteilt. IIIIIIMIIIIIIIIIIIIillMllllillll Berliner ■ ■ Häuser!! Wir kaiTen und u«rm»lGln, beleihen lastenfreie und belastete Grundstücke, übernehmen Verwaltungen 7U ku'an»esten Bedingungen „Felicia**, Qrundstlickges. nt. b. H. Berlin N 24, Friedrichstrasse 118 Wiener Vertreter: M. HUnxer. Wien, l. Hesseasse 7 Sprechstunden: 10 -12 vorm., 8—6 nachm. Mafartzk. -y. W len. 7 ' März. Der Präsident der tschecho-flowakischen Republik wird heute 75 Jahre alt. Für alle Menschen guten Willens ist dieser Tag der Anlaß, m dankbarer Huldigung Masaryks zu gedenken, dieses Kämpfers für Recht und Menschlichkeit, dieses unbeirrbaren und strengen Verkünders her Wahrheit. SeiyMMölk hat er die Freiheit erstritten; und die ganze Nakwn^feiert heute als eine einzige Familie sein Fest. Mehr aber noch als dem tschechjschen Voske bedeutet Masaryks Persönlichkeit der Knltürmenschheit, die in ihm einen ihrer treuesten Wegweiser aüs l^n. Wirren der Zeit verehrt. Ein weisergütiger Mann, 'den die Stürme seines Lebens nicht von der-Ltnie der - weltumfassenden Liebe abdrängen konnten, sieht: er heute auf eine an Arbeit und IW he, aber auch an Ehre reiche Laufbahn zurück. Das höchste, das einem Menschen beschieden sein kann, hat er erlebt: Was der Inhalt seines Strebens war, der Traum des Jünglings und des Mannes, düs sieht er auf der Höhe des Alters erfüllt: Sein Volk ist frei und er selbst hat es in die neue Zeit seines Werdens geführt. Ob die weitere Entwicklung sich in den Bahnen halten wird, die Masarvk vorgezeicbnet hat. das kann er nicht bestimmen. Das Leben einer Nation wird von tausend Imponderabilien beeinflußt, die im/ einzelnen zu erkennen uher die Kraft eines einzelnen Menschen geht. Aber Mafaryk hat seine Lehren gegeben, und wenn sich die Nation ihnen anpaßt, dann wird sie gut fahren. Diese Lehren gipfeln in einer: Alle Völker sind gleichwertig und haben das gleiche Reckt auf Land und Leben. Alle Völker bestehen aus Individuen,, die. gleichwertig sind und das gleiche Reck't auf die freie Entfaltung ihrer Kraft, auf Freiheit Und Arbeit besitzen. Wo die Ansprüche der Menschen einander kreuzen, dort hat das Gesetz zu entscheiden, und auch für die Differenzen der Völker muß eine gesetzliche Schlichtung möglich sein. Das ist das alte, ewige, naturgegebene Recht, so wie es die jüdische Bibel niedergeschrieben hat. auf die der Historiker-ynd Philosoph Masaryk so qft zurückkommt. Er hat die Bibel auch darin verstanden, daß sie als die Unterlage aller menschlichen Beziehungen das liebevolle Verständnis des einen für den anderen, für den Nächsten, setzt. Masaryk hat sein Leben danach eingerichtet. Er hat das Recht der Gewalt etttgegengesetzt und er hat vor der ganzen Mensck'heit bewiesen, daß die Idee das Schwert zerbricht. Er hat den Kampf gegen die stärkste ^Krast cmfgenommen, gegen die mit entfesselter Energie einherbrausende Maschine d^s mitteleuropäischen Drilitarismus, und er hat gesiegt, weil er an das Wort, an den Impetus der Idee glaubte. Er hatte diesen Kampf schon in früheren Jahren gewagt, als er sich in den Sturm der Hilsner-A^äre stellte und den wütenden Haß der Bestie des Aberglaubens und der frechen Verhetzung aich sich zog. Damals lyar der Staatsanwalt, der offizielle Vertreter der offiziellen Lüge der Stärkere. Aber Masaryk ließ das nicht gelten, und aus den Erfahrungen, d'e ihm damals wurden, zag er die Entschlossenheit, ein System und eine Gesellschaft zu zerstören. Heren Unterbau der Rechtsbrnck. ist. Die Unterdrückung des Judentums wckr d-eiem System und dieser Gesellschaft straflos gelungen. Als sie aber in FrQhjatars-Nenlieiten äWÄ'«S Htt Schiffmann II. TaborstraOe 43 ▼p'«-.S9n 47-1-7* Cn gros Sa detail 5323485353482048234853234823232302025323022323234848

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