Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-03-05 · Heft 2169 (5.3.1925) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2169 (5.3.1925)
Date
1925-03-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981254--22103-3009482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

MM MWMWW» Ar. KW Mm, GommMatz Wiener Mmkne«Hett«»U. 6. März 1926 -rasseüschützler hat zuschulden kommen taffen. Holler gründete Handetaaktiengesellschaften und rassenreine Danken, bei denen zahÄose kleine Leute zusammen um Hunderte Millionen geprellt wurden. Mer auch mit dem Staat hat Haller Holzlieferungsge fch a fte äbgoschLcffen, durch wÄche der Staat, wie bisher feftgeftefit wurde, ummehtalSeineMilliarde geschädigt wurde. Atö ihm der Boden in Ungarn zu heiß wurde, lieh sich der saubere Purifikator der magyarischen Gesellschaft von der Nationallversammlung. zu deren RegkruugSstÜtzen er gehörte, beurlauben, um, wie er sagte, in Amerika für fromme Piilgersahrten nach Rom anläßlich des hoilige Jahres, „selbstlos" wie immer, Propa^ ganda zu machen. Da auch dieses Geschäft ftytfchlug, befindet sich Haller i« Amerika in Rot, kann alber Nicht nach Haufe kommen, weil in Ungarn nicht nur die JükompatibilitätSanzeige wegen gesetzwidriger geschäftlicher Verbindungen mit einer staatlichen Behörde, sondern auch ganz kommune Betrugs- und Beruntreuungsanzeigen laufen. ES ist schade, daß Haller, die Zierde der nw^havischen Gesellschaft, nicht bei dem binnen kurzen» fälligen fünfjährigen Jubiläum des schandbaren Numerus clausus in feinem Vaterland wird weilen können. Vor nicht langer Zeit noch sprach man in Ungarn ganz ernst davon, den: mutigen Kämpfer für ein juden- und kovruptions reines öffentliches Leben ein Denkmal zu setzen. Schade, schade, daß dieser Plan nicht ausgoführt wurde! Die zahllosen Dummen, die Hm glaubten und zu Bettlern geworden sind, hätten wenigstens das .Haller-Denkmal gehabt, so aber haben sie nur 'das Nachsehen und — den diumems Äausus! _ Horihy» gustij. Schutz der „erwachenden" Mörder. Budapest, 4. Ddärz. (U. T. St B.) Das Budapostcr Strafgericht verhandelte heute über einen von dem Verein der Erlvachnnden Ungarn gegen bcu Ehesrcdaktenr des Blattes „A Dikag", Dr. F e l e k i, angestrengten Preßprozeß. Dr. Feleki hatte in oineur Artikel den Verein der Erwachenden Ungarn als einen Verein von Konjunkturrittern bezeichnet, der die Urheber von Morden verherrliche. Der Gerichtshof Vevurtai'lte den Angeklagten wegen Verleumdung zu zwei M o n a t c n Gefängnis und zehn Millionen Geldstm.se. Majestätsbckeidigung. Budapest, 4. März. (U. T. K. B.) Die LönigliHe Kurie als oberster Gerichtshof fällte heute in eignem vou der Staatsanüvaltschaft angsstrengten Majestätsbeleidigungs Prozeß die Entscheidung, daß nach dom Jnslobeutreten des Dedhromsationsgesetzos vom Ja'hre 1921 König Ka r.l seine Herrschcrrechte verloren habe und die Bestimmungen des Strafgesetzbuches betreffend dorr Schutz des königlichen Hauses gegen Beleidigungen sich nicht mehr auf ihn beziehen. Habrmann - tschecho-slowallscher Srsandter in Wien? Der Wiener Gesandte d.'r tschecho-flowakrschen Republik, Prof. Kr o fta, der bekanntlich zum Gesandten in Berlin ernannt worden ist, wird schon in allernächster Zeit seinen neuen Posten antreten. Wie das „Weltblatt" erfährt, kommt als sein Nachfolger m erster Linie der ehemalige österreichische Reichsratsabgeordnete und spätere tschecho-fflowackffche UnterrichtSnli nister Habrmann in Betracht. Habrmann, d:r 61 Jahre alt ist, gehört der sozialdemokratischen Partei an. Minister a. S. zenker gestorben. Dienstag ist . hier der ehemalige Ackerbauminister Dr. Franz (Fredherr v.) Zenker gestorben. Er war 1956 geboten, trat nach Zu.rücklegnng der rechts- und staatswiflenschaftl'ichen Studien im Jahre 1879 beim Prager Oberlandesgericht in den Justizdienst. 1884 wurde er zur Dienstleistung in das Justizministerium einberusen, wo er durch nahezu acht Jahre als Vorstand de's Präsidialbureaus fungierte. 1896 wurde er zum Rate des Ber- Ivaltungsgevichtshoses, 1908 zum Senatspräsidenten bei diesem Gerichtshof ernannt. Im September 1912 erfolgte feine Berufung ins KaEn-nett Stürgkh als Ackerbaummvster, welche Stelle er bis Ende Oktober 1916 innehatte. Ae Soldateoselbstmordr. Im Budgetausschuß, wo gostem daS Kapitol c c r c 8 to c f c n" des BundeSvora nschtages in Beratung stand, führte Abg. Dr. Deuts ch Beschwerde über die Häufung von Soldatenselbstmorden in der Wehrmacht, die er auf das herrschende System zurückführte. die Soldaten so wie in den finstersten Haibrbmgerzeiten zu behandeln. Er vorlas einige Briefe des Wehrmannes Lechuer. der sich vor einigen Tagen in der Roßauerkaferne erschoffen und seinem Kommandanten. 'dem .Hauptmann Sellner, der Schuld an seinem Tode geziehen hatte. Dr. Deutsch beklagte weiters das Wiederei-nreißen >der Pfeisendeckolwirffchaft und die geringen Stände des .Heeres. Boi einer Kompagnie eines Wiener Regiments sei es soweit gekommen, daß am 14. Februar nur zwei W e h r m ä n n e r, ein Offizier und ein Offiz i e r s st e l l v e r t r c t e r ausrückjen. Es entfielen also auf zwei Männer drei Kommandanten. Dr. Jerzabek behauptete, Hau-ptrnanu Seltner sei ein Parteigenosse de's Dr. .Deu 1 s ch, denn in seiner Beschreibung werde ausdrücklich seine demokratische Gesinnung und seine Mitgliedschaft beim Arbeiterverein Kindersrcunde,herpargchcken. HeeveSnvimfter Bangoin Veda ne r re di-e große Zahl der SoldatetffeWtmor.de. Im vor- Ae Bereinigung der SimtWen Polens. Str ixeitr Tag der warschauer Konferenz. Ans Warschau wird uns geschrieben: Der Schwerpunkt der Konferenz biegt in der von ihr gelvählten polnischen Kommission, tvelche über die Grundsätze der inneren Politik zu entschoiden hat. Daß di« Anschauungen in diesem Punkt mehrfach divergieren, ist schon aus den Referaten der Deputierten Dr. Thon und Dr. Leon R e i ch zu ersehen. welche, wie bereits berichtet, die ganze Zweite Sitzung ausfüllten. In der Poetischen Kommiffion hielt Deputierter I. Grün bäu m eine vierstündige Rede, in der er die Grundzüge der Parlamentspolitik davlegte und dabei ziemlich heftig auf die Ausführungen der Deputierten Dr. Thon und Reich reflektierte. Diese meldeten sich zu Entgegnungen zum Wort. Infolge vorgerückter Stunde wurde jedoch die Sitzung auf den nächsten Nachmittag t vertagt. Der ziveite Tag der Plenarsitzungen begann mit einem Referat des Delegierten Dr. Schwarzbart (Krakau) über die Frage der Vereinigung der zionistischen Orgamsalionen Prilens. Dr. Schwarzibart legte der Konferenz einen Statutonentwurf vor, der auf dom Prinzip einer vollständigen Bereinigung beruht, die bei den Lokalorganisationen beginnen soll. Der Sitz der zentralen Organisation möge Warschau fein, an ihrer Spitze solle ein Hauptrat stehen, welchem auch die zionistische Fraktion iui jüdischen mmmmmmmmmmmmKmmmmmmmmmmmummmmmammmmmmm ParlamentSKub verantwortlich wäre. Doch sollen die 'bisherigen Zentralkomitees in der Form von RayonÄomitees bestehen bleiben. Das höchste und souveräne Organ der Organisation soll deren jährlich stattfmdende Konferenz sein. Hierauf hielt Dr. S ch m o r a k (Lemberg) das Referat über die neuen Perspektiven im PalMuaausbau. Er trat für Vergrößerung der Bodenreserve ln Erez Israel ein, um dadurch der Bodenspekulation einen Riegel vvrzu sch leben. Ferner sprach sich Redner für Vereinfachung und Verbilligung der Kolonisation aus. Er legte dann der Konferenz eine Reihe von Resolutionen vor, unter anderem über die Einhaltung eines entsprechenden Verhältnisses zwischen landwirtschaftlicher und städtischer Kolonisation, über Förderung der städtischen Kolonisation durch die Schaffung günstiger Exportbedingungen für Industrie und Gewerbe, über die Notwendigkeit einer Förderung des Kreditwesens und -er Schaffung eines speziellen Departements für die Kokonisierung besitzender Elemente. In der Nachtsitzung wurde das Thema der Jewish Agency und der Projektierten Pro-Paläftinakonferenz iu Polen durch die Referate der Delegierten L e w i t e (Warschau) und Berger (Wilna) behandelt. ■———m«i«i a—— gangenen Jahve feien 34 Selbstmorde in der Wehrmacht vorgskommen, davon standen' allerdings uur zwei mit dem Dienst im Zusammeuha-ug. Nach den Angaben des Obersten A n d e r l e, des Borgeschten des Hauptmannes Sellner. scheine die Behandlung der Wehrmänner durch diesen .Hauptmanu nicht einwandfrei gewesen zu sein; der Minister ha.be darum gegen Hauptnvann Seltner administrative Erhebungen tintaiten lassen. _ Mische BSlkerbundliga für Sefterreich. Samstag den 7. d. um halb 8 Uhr abends sirtdet im Niederösterveichrschen Gewerbevevein, 1. Bez., Eschenibachgaffe 11, eine Versammlung statt, bei der die Herren Oberrabbiner Dr. CHajes über: Der Völkerbund und das Palästina Mandat und Dr. Emil Margulies, Generalsekretär der jüdischen Völkerbundliga in der Tschecho-Sloivakei, sprechen werderr. Oesterreichische Keren-Hajessod- Aktion 8. bis 20. März 1925 Der Keren Hajessod ist das Finanzinstrument des Aufbaues und muss der machtvolle nationale Kolonisationsfonds werden, welchen die Schaffung einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina erheischt. Der Keren Hajessod beruht auf dem Prinzlpe der frMi$en Selbsfbesteueruns im Sinne des biblischen Hnnsser. Immer grössere Kreise müssen für den Keren Hajessod gewonnen werden, denn: Dis gegenwärtigen Jahreseingänge des Keren Hajessod (durchschnittlich 400 COO Pfund) ermöglichten bloss, dass 10.000 Juden alljährlich in das Land gebracht und mit dem Boden wirtschaftrch verknüpft werden. Wenn es gelingt, den Jahreseingang des Keren Hajessod auf eine Million Pfund Sterling zu steigern, kann dieser Staatsfonds jährlich 30.000 Pioniere anstedetn. Diese 30.000 Pioniere jüdischer Arbeit werden einer jährlich stets wachsenden Zahl von Juden Existenz- Möglichkeiten ln Erez Israel schaffen, so dass die Basis für Grosskolonisation geschaffen wäre. Dieses Ziel muss ohne Zeitverlust erreicht werden. Die österreichischen Juden haben im letzten Jahre kaum den vierten Teil der Quote aufgebracht, welche auf sie entfällt. Die Leistung Oes erreichs für das Budget des Aufbaues von Erez Israel muss daher im Kalenderjahre 1926 vervierfacht, also von 4000 Pfund auf 16.000 Pfund erhöht werden. ZIONISTEN! Erleichtert das schwierige und verantwortungsvolle Werk unserer Mitarbeiter und übergebt uns noch vor Beginn der Aktion Eure Keren *Haicssod*Zeichnungen für 1926. Sita der österr. Keren-Hajessod-Zentrale: Wien, I. Kärntnerstraße 28 / fei. 77-4-85 u. 77*4-86 Schatz Stelleasacheader im Auslände. Abschaffung des SichWermerts? Aus ebne Anfrage im Nationalvat über den Schutz österreichischer Stellensuchender im Ausland Hat Bundeskanzler Dr. Ramck eine schriMche Antwort Hinaus-- gegeben, der zu entnehmen ist, daß die österreichischen Vertretungsbehorden im Ausland als eine Art Repressalie Ausländern den Sichtvermerk nach Oesterreich nur dann erteilen, Wenn das österreichische Wanderungsantt die Einreise vom Standpunkt der Lage des inländischen: Arbeitsmarktes zuiläffig hält. Auf die Entscheidung «m einzelnen Falle ist bi's zu einem gewissen Grade auch der Umstand von Einfluß, wie der Heimatsstaat dc§ V i s u m w e r b e r s sich gegenüber den dort in Stellung beflndlichen oder Arbeit suchenden Oesterroichern verhält. Dieser österreichische Kontrolldienst ist gegenwärtig auch auf Angestellte und Arbeiter aus Rumänien im Zuge, das in letzter Zeit besonders scharf gegen die O e st e r r e i ch e r vorgeht. Dr. R a m e k gibt selbst zu, daß dieser Kontrolldienst in bem Augenblick unmöglich würde, in welchem der Visum zwang entsprechend einem in weiten Kreisen vorhandenen und vom Standpunkt der Förderung der Bevkehrssreiheit durchaus verständlichen Wunsche entsprechend gelockert oder aufgehoben würde. Er werde da.her eine vonr Sichtvevmerkszwang unabhängige Maßnahme zum Schutze des inländischen Arbeits Marktes in die Wege leiten. Eine ösfeniliche Dirkuffion über die internen Verfügungen zunr Schutze des inländischen Avbeitsmarktes halte er nicht für zweckmäßig, da hiedurch die in Betracht kommenden Staaten überflüffigerweise auf diese Maßnahmen ausmierksam genracht würden, was sie zum Schaden unserer Landsleute zu noch schärferen Maßnalhuten gegen dieselben veranlassen könnte. Me Sbftmktion im Meienaurschvtz. EiSler spricht weiter. Im Mvetengesetzausschuß wurde auch gestern wieder der vergebliche Versuch gemacht, die Konstituierung vorzunehmen, doch kam man um keinen Schritt! weiter. Die Christlichsozialen beginnen nervös zu werden. Abg. Spalovskh warf den Sozialdemokraten vor, daß sie durch ihr Verhakten RepuMk und Demokrat Preisgaben. Die Rede Spakoviskys hatte aber keinen öit»; deren Erfolg, als daß Abg. Dr. Eisler den ganzen Vormittag über gegen Spalovsky Polemisierte. Rach-- mtttags setzte er seine Obstruktionsrede fort und stellte langatmige Erwägungen darüber an, ob man niicht etwa eine Frau, seine Parteigenoffin Freundlich, zur Vorsitzenden des MietenauSschuffeS wählen solle. .Hiezu wäre allerdings, wie er meinte, eine Aenderung der Ge-* schäftsordnung notwendig, da diese mir von £>K männern und nicht von Obfrauen spreche. Honte wird Dr. ©tötet weiter reden. Schillimmolen erst im Smti. Die in Vorbereitung befindlichen Noten zu. 5, 10, 20 und 100 Schillingen werden nicht vor I u n i dieses Jahres, voraus^ sichtlich zugleich mit den neuen Sllbermünzen zu einem halben und einem Schilling, dem Berkchr übergeben ivecken. Inzwischen werden die jetzigen ZchntauseMronennoten mit dem Andruck „1 Schilling" versehen, welche überdrnckten Noten im April zur Ausgabe gelangen sollen. Die neuen Schillingnoten iverden wieder aus gutem Banknotenpapier hevgvstettt werden und das sogenannte «nnerikanffche Format wie die neuen ffchechofflowakffchen Note« haben. Schließlich wird auch an die Ausgabe einer Tausendschillingnote gedacht, die natürlich nur für den ganz großen GeldveEr in tracht tarne.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.