Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-03-01 · Heft 2165 (1.3.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2165 (1.3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981250--22069-3009444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Mb (HO! fR, «IVO Wien, SlMMy Wiener Wsrnenreitnng. 1. Marz 1925 Gette 8 Ser Wiener will avsvandera. Don Egon Dietrichstein. Der Wiener war niemals Kosmopolit, kein Weltreisender, fd« Globetrotter, kein Seemann, das Exotische und die Triebsehnsucht nach dem Exotischen gehört nicht in sein Temperament, Amerika zum Beispiel war nicht durch einen Ozean, sondern durch mehrere Weltmeere von ihm entfernt. Eher kam ein fremder Erdteil nach Wien als Wien in einen fremden Erdteil: der Wiener sah, belustigt und verwundert, die Aschantis im Prater, die braunfärbigen, federngeschmückten Wilden wie eine Panoptikum-Wnrstelprater-Abnormitat, er sah Tschuluilianghom, den Kaiser von Siam, mit weißem Burnus, sah in ihm nur einen Wilden, der eben ein besserer Mensch war. Die Wüstenbestien im Schönbrunner Tiergarten als Svnvtagsver-- gnügen, die Jagdtiere der Jagdausstellung als Schaustücke, den „Böhm in Amerika" als Posse. Denn, daß jemand darauf verfallen konnte, wahrhaftig und wirklich nach Amerika zu fahren, wenn er nicht durch eine grandiose Bankdefraudation dazu veranlaßt war, konnte ihn nur spaßhaft stimmen. Er lernte in der Schule Freiligraths „So lebt denn wohl, zieht hin in Frieden". Er mußte es wohl auswendig lernen. Aber er blieb dieser Romantik fremd, wurde Von ihr auch nicht im Kriege infiziert, als ihn das Schicksal ,-wert in die Türkei", nach Teheran und Hindostan verschlug. Und es muß« das Wirdschaftserdbeben isenre Existenz zertrümmern, damit chn Auswandererdrang erfasse. Erst in der bereits vergifteten Wiener Luft konnten die Bazillen des Wanderoranges gedeihen . . . Schon der geographische Schulunterricht war auf „Heimatkunde" gestimmt. Und ist es wohl auch heute noch. . . Die Kämme und Pässe der Alpen und insbesondere die in ihrer Dedsut-mtg harmlosen, nur im Gebirge aufbrausenden Nebenflüsse der Donau waren die Lieblurgsthomen des Prüfers. Man mußte diese Nebenflüsse von links nach rechts und von rechts nach links aufsagen und ihre Krümmungen und Wurmlinien aufzeichnen. Asten. Afrika, Amerika wurde eilig übergangen. Im Ramsch abgegeben. Denn was kümmerte den Wiener und den Oesterreicher schließlich die afrikanische Wüste, was kümmerten ihn die unzivilisierten außereuropäischen Gebiete? Das überließ man Herrn Karl May . . . Seit einigen Monaten — überflüssig zu sagen: seitdem cs ihm schlecht geht — ist in dem Wiener die Wißbeqierde nach ven exotischen Gegenden erwacht. Die indische Riesenschlange ringelt sich in schweren Nachtträuimen um seine aikbbedrückte Brust, der abgebaute Bankbeamte sieht im komimttontenverlassenen Raum des Bureaus den Pavian am Urwaldgestrüpp klettern und der Postbeamte besorgt die Abfertigung rekommandierter Sendungen in einem Tempo, das bereits durch die Narkose einer chinesischen Opiumkneipe betäubt scheint. Der Liftboy und der Schuhputzer in Amerika, diese Ausrrandernngssymbole und AuSwmiderergefpenster, schleichen als Spuk durch die hellichten, Wiener Straßen, nicht narr etwa durch die armselige Vorstadt, sondern durch die elektrisch illuminiellen, mit automobilen Omnibussen durchvasielten Straßen. Der Bankbureauchef, dem die Zukunftskarriere abgeschnittcn wurde, manikürt seine arbeitsungewohnte Hand: „Was ich in Sao Paolo machen werde? Als Schuhputzer oder Liftbou ein neues Leben beginnen. Vielleicht, wenn es gut' geht, als Chauffeur. Morgen behebe ich meine Abfertigung. 60 Millionen. Die Schiffskarte, Paß, Reise 26 Millionen. Mit 86 Millonen betrete ich den Hafen von SanwS. Und dann suche ich alS Kellner nnterzukommen. Oder als Liftboy. Oder als Plantagenarbeiter. Oder als Zeitungskolporteur. Vielleicht auch als Kinoschauspieler. Wählerisch darf man nicht sein, da drüben." „25 Millionen kostet also die Reise." Er öffnet die Schreibtischlade und breitet die Karte aus, die Kindheitserinnerung der dekorativen Landkarte, auf der die ausgehöhltcn und ausgefransten Kontinente im Wasser herumschwimmen wie die Fleischstücke in der Sauce. „Sehen- Sie, hier liegt Santos. Hafenstadt deS brasiiianiischcn Staates Sao Paolo. Auf der Nordseite der Insel Sao Bieente und am Fuße des Bergcs Mmtferotte (mit Kirche), durch Bahn mit Sao Paolo und dem Innern verbunden, in dicht bewaldeter Gegend, modern gebaut, hat ein Stadthaus, ein Arsenal, ein Zollhaus, einen tiefen Hafen mit Leuchtturm... Ich komme gerade in die kühle Jahreszeit, in den Juli. Im Sommer, das heißt, wenn Sie auf Urlaub gehen, weA Sie abends, im Stadtpark, die Hitze in den Selbstmord treibt, hier im schönen Wien, also im Sommer, ist es dort Winter und im Winter ist es dort Sommer. Alles verkehrt. Sie dürfen sich den Winter nicht so wie hier vorstellen, lieber Herr Doktor. Und auch den Sommer nicht ganz so wie den Wiener Sommer. Sondern etwas heißer Die mittlere Jahrestemperatur entspricht etwa der eines Backofens. Aber der Tropenbewohner schützt sich gegen die Hitze. Mittags ist es dort in den Straßen so leer wie bei uns in dem lebhaftesten Viertel um 6 Uhr nachmittags — also körn Mensch auf der Straße. Und dann das Meer, Seeklima, lieber Herr Dcfftor, und zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, wenn die Sotme in den Wendekreis des Krebses tritt und der Orion leuchtet ... ich will Ihnen keurc astronomischen Borträge halten, sondern lieber portugiesisch lernen." Und der Herr Bnvoauchsf nimmt ans der Schreiblade ein scharlachrotes, handliches Büchlein and ein Vakbbular, blau ckugübuuden wie der Ozean auf der Landkarte. „Schreiben Sie mir eine Ansichtskarte. Ich wünsche angenehme Fahrt." Der Herr Doktor setzt sich an den Schalter ibnd paraphiert, - von dem Tropengespräch etwas verwirrt, die aufgehäuften Quittungen. Seit Jahren gehen nun Valuten dunch seine Hände, uiie aber dachte er, wenn Lr Milreis auszahlte oder empfing, an Santos, au Meersahrt oder an den amerikanischen Liftboy. In der Haussezeit dachte er immer nur: Milreis . . . also sonndsovieile Kronen, seit gestern soundsoviel Mo: ein Anzug oder ein Dutzend Kilo Rindfleisch. Erft seit einigen Tagen, seit er das Consilium abeundi erhalten hat, schnuppert er, wenn er die ausländischen Schecks bucht. Seeluft in der schlecht ventilierten Bureauatnmsphäre. Und der Briefträger sieht die ausländischen Marken auf den Kuverts mit Auswanderungsgelüsten. Und der Handelsschüler schreibt in der UebungSbuchhaltung: „Zchn Kisten Santos- Laffee, prima Qualität." Und sah bisher nie Santos, ebenso wie dem Tarockspieler die Kartenfiguren des Wilhelm Tell. mit denen er allabendlich hantiert, wirklich in Erscheinung treten. Er kennt den „Ober", aber nickl das Modell: don Walter Fürst mit dem eisgrauen Bart. Nur den Mechanismus, das Praktische, entfernt von jeder Phairtasie. So etwa chrieb der Handelsschüler: „Zchn Kisten Santoskaffee, prima Qualität." Nun verkleidet sich der amerikanische Schuhputzer und Liftboy, die Phantasien, Schreckgespenster und Auswanderersvmbole ouropamüder Desperados, Deserteure, verfolgter Verbrecher, die. im fremden Erdteil Asyl suchen, dieser amerikanische Schuhputzer und Liftboy, die letzte Sprosse auf der Leiter einer neuen, phantastischen, abenteuerlichen Abenteurerkarriere in das bi.-deve, braoe Bürgergrwaud. L3 sind keine Abenteurer, -sine KUNERÖL Level Pessach HDD Schel Pessach 100% reines Fett aus Kokosnüssen Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners 8 B. Ehrenfeld, Mattersdorf Phantasten, die von diesem Schuhputzer und Liftboy träumen, sondern kleine Rechner, keine Optimisten, keine Hasardeure, die „drüben" und jenseits des „großen Teiches" ihr Glück versuchen wollen, keine Draufgänger, keine Glücksjager. sondern Resignierende, die bürgerlich veranlagt, bürgerlich erzogen, auf das wohltemperierte europäische Klima, auf die Behaglichkeit, in der sie aufwuchsen, verzichten mußten. Wenn am Missouri alles schwiege, sie mäwen auch der Heimat BW. Des Dorfes stemgefaßte Quelle . . ." Ab« d« Auswanderer, der als Liftboy anfangen will, darf nicht sentimental sein. Und er darf auch nicht zu vertrauensselig sein und sich durch das „wate Leben", durch die „wogenden Weizenfelder" verlocken lassen. Die fremden Konsulate, denen der Zuzug unerwünscht ist, wehren ab. Der Opernstar, der mit seinem festen Vertrag hinüberfährt, kann kein leuchtendes Beispiel für die Entwurzelten sein. Neben den Wiener, der wirklich und wahrhaftig „drüben" das neue Leben findet, gibt es jenen anderen, der es — trotz Liftboy und Schuhputzer — nicht gefunden hat, gibt es den Wiener, der die Rettung nach Amerika als Kaffeehausprojekt und Lebenslüge nährt und eft gibt auch bereits den Gascogner, den Tartarin, der, wenn auch nicht auf Atlaslöwen, so doch auf Dollar und Dollarmtlliardärinnen jagte, während er sich aus seinem Stammlokal nicht wesentlich entfernt. Er fühlt seine Füße im Ozeandampfer vom Meere geschaukelt, schwanken. Aber es ist der Heurige... Jüdische Wanderer an der Polnisch-rumänische« Grenze erschossen. Am vergangenen Donners:oo vorfu elfte ein Chalirz aus Polen die rumänische Grenze bei R epolokou y in d« Bukowina heimlich zr überschreiten. Ein Grenzposten gao Feuer, der Chrlug wurde duirch eine Kugel tödlich verwundet. Die Leiche des Erschossenen wurde nach Nepolokoutz gebracht und dort beerdigt. Am SamStaa daraus ereignete fiiein neu« blutiger Zwischenfall. Eme Anzahl Flüchumae ruS Polen wollte die rumänische Grenze überschreiten. Ein Sold« gab firen Schuß ab und tö.ete einen jungen Man« namens Ow Wassermann. Gespräch mit Artur -Mischer. Artur Hollitscher ist «in Man« mit einem Veiten Geisichtsfeld. Es reicht von Moskau bis Chikago und wird, wenn er noch in diesem Jahve China bereist hat, den ErbkreiS umspannen. Es ist der seelenvolle, romantische Blick eines Dichters, und fein Auge blieb, Mi« man weiß, mit unendlicher Liebe an Erez Israel haften. Di« „Legende Chalirz" hat ihn zum Judentum zurückgöpührt, und vor kurzem erst veröffentlichte er in der Wiener Zeitschrift ,Mts Zelt" einen wundervollen, tiafmnigen „Gesang an Palästina": „....Starke Faust führt den Pflng, zarte Hand pflanzt den Schößling; trenn am Abend nach dem Arbeitstag starke Hand di« zarte berührt, wiegt die alte Erde Urväterlandes in Ihrem fruchtbaren Schoß dem neuen Erlöser des ewig schichüchtige«, ewig hossenden DoWes...." Artur Höllischer weilt vorübergehend in Wien. Ge ist auf einer neuen Reise nach Palästina begriffen und wird in Kairo mit Ernst Toller zufammentreffen, der ebenfalls das jüdische Palästina besucht. Ich hörte «inen schlichte«, verantwortungsvollen Mann mit großem sittliche« Ernst über Menschen und Problem:« sprechen und versuche auL der Fülle von Beobachtungen, Begegnungen mit Menschen und Erlebnissen, über die er in. knapper Stunde überaus lebendig berichtete, einiges festzuhatten. ES fügte sich, daß wir -unSchst über Kunstdinge sprachen uns Hollilscher schildert« den unvergeßlichen Eindruck, den « bei einem Besuch der „D y b u k"°AuMhrnng durch die hebräische Bühne Hab im ah in Moskau empfing. „Lunartscharkky hatte mich auf di« Leistungen der Habimah hingerissen, die er als den Höhepunkt der dramatische« Kunst in Rußland bezeichnet«. Diese von Wachtangow inszenierte Vorstellung war tatsächlich das größt« künstlerische Erlebnis, welches mir bisher gegönnt war, und ich freue mich, daß jetzt die prominentesten Mitglieder der Trutftre in Palästina wirken." Hollitscher fügte hinzu, daß tatsächlich daS hebräische Theater in Sowjetrußland als ein« „nationalistische Angelegenheit" behandelt und nicht geduldet wich, während die zwei großen Mischen Theater weiteste Forderung 'erfahren. Dann kam er auf et« interessante- Erlebnis in Moskau zurück. „Ich war tat Jahre 1922 zum Kongreß der Internationale ta Moskau .Villen. Dan-als war mein Buch „Das jüdische Palästina'' <:. .) im Hoteil der Delegierten, fa welchem ich wohnt«, sprachen zwei junge Menschen vor, die mich mit „Schailami" begrüßten, sich als Vertreter des „Chaluz" »erstellten und mich um einen Bortrag über meine Eindrücke in Palästina ersuchten. Ich erinnerte sie daran, daß der Zionismus in Sowjetrußland nicht gelitten sei und daß ich doch als Gast der Regierung in Moskau weile. Natürlich erklärte ich mich gleichwohl bereit, den Dortrag zu halten, stellte jedoch zur Bedingung, daß man die Vertreter der jüdischen Sektion der allrussischen Zentralexekutive lade und meine persönlichen Bekannten Kogan, Rade? und Olga Dawrdowna 'Kämenew (die Schwester TrotzKs), ferner Marchilewski,- den Generalkommissär für AuSbAdungsschullen, und den Direktor der Orienttckadomie. Die Delegierten des „Chataz" kamen nach einiger Zeit wieder und teilten mit, man habe von offizieller Seite die Vorlage von Exzerpten meines Buches in russischer Uebersetzung verlangt, Sie teilten mir auch mit, daß di« ,^Jew-Sektia" die Abhaltung des Vortrages verhindere. Tatsächlich durfte der Vortrag nicht statt finden, obzwar der gewünscht« Auszug vorgelvgt wurde. Ich begegnete damals der hochbegabten Esther Frumkina und sie gab ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, daß ich mich mit „Vertretern der nationMsttschen Propaganda" etailasse. Sie warnte mich davor. Ich möge mich doch mit diesen jungen Leuten nicht kdentiiftzieren. Nicht uninteressant war übrigens die Mitteilung der Schomrim, daß sie Direktor Schor, ein intimer Freund von Trotzki und Kamenew, fördere. Einige Tage später — es war nach dem Erscheinen des bekannten militaristischen Aussatzes von Jabots nsky — traf ich Fra« Esther Frumkina wieder und sie wies darauf hin, daß nunmehr gegen die Chatazhewegung schärfst« Stellung genommen werden müsse. ES sei nicht zu dulden, daß aus Sowjetrußlond unter dem Bovivande der Kolonisierung Patästtaas Mivitar für das imperialistische England bcigestellt werde. Man werde die Chaluzortzonifatio-tr auflösen. Gleichwohl kam es zu dieser AnMfung nicht. Anläßlich der Moskauer Agrarausstellung Hot» wie ich betonen möchte, der Palast!napavillon großes Aufsehen gemacht nutz außerordentlich gefallen. Die Agrarseite des jüdischen 'Kolonisationsproblems wird in Rußland, davon bin ich überzeugt, immer stärker gewürdigt und die politische Seit« der Frage wird dadurch nicht tangiert. Ich reise jetzt nach Palästina, wohin mich die Ziomftische Exekutive anläßlich der Feier der ErWrung der hchräische« Universität geladen hat. ES interessiert »ich außerordentlich, die Entwicklung der Kolonien zu beobachten, di« ich vor vier Jahren im Werden sah. Ich will misten, wohin diese Entwicklung geht. N ahalal kenne ich noch nicht. Damals begann man soeben den versumpften, verfaulten Boden zu sanieren, di« Kinder und Frauen wurden von den Pionieren nach Nazarech geschickt, um sie dem mörderischen Klima nicht ffutyu» setzen. Besonderinteressiert eS «ich natürlich, die Linie der Entlwicktang jener AgrarLolonien zu sehen» welche meiner radikalen Richtung angehören. Auch der Tabakbau ist für mich ein wichtiges Beobachtungsgebiet. Ich hoffe, daß man die Prinzipien des gemeinschaftlichen ArbeitenS nicht verläßt, bin aber weit davon entfernt, die unbedingte Notwendigkeit des EinströmenS von Kapital zu verkennen. Natürlich ist «S auch auSgeschlosten, inmitten der kapitalistischen Wirtschaftsordnung der ganzen Erde ein isoliertes fogialiftischeS Gemeinwesen zu errichten. wie die Rückentwicklung SowjetrußlandS deutlich lehrt. DaS möglichst gesunde und rasche Dachsen deS neuen Jischnw in Ereg Israel ist bestimmt von größter Bedeutung für das gesamte Judentum der Dell. Ich für meinen DeA sche in Rußland und in Palästina —- wenn auch unter verschiedenen Bedingungen und mit verschiedene« Zielen — die nämlichen hoffnungsvollen ZukunftSkräfte der jüdischen Raste wirken: Groß« staatSmännische Fähigkeit, bewundernswerte Hingabe an eine Idee, gewaltige Energieanspannung. Der Besuch von Erez Israel hat mich wieder zum Juden gemacht. ES wäre schade, wenn die Entwicklung deS neuen Jischuw durch enigsgenwirkend« Kräfte der Spekulation und Ausbeutung gehemmt wird. Ich glaube, daß das Palästinaprovlem von de« großen asiatisch«n Problem nicht zu trenne« ist. Ich reise von Erez Israel noch Indien und China. Besonders wichtig erscheint eS mir, festzustellen. ob di« von Towjetrußland bekanntlich sehr geförderte national« Erweckung Asiens de« jüdische« Werke in Palästina schade« kann. Die Tendenzen der asiatischen Umwandlung müsten jedenfalls erkannt werde» und ich will «ach Kräften diese Erkenntnis fördern." Mit großer Bewunderung sprach schließlich Artur Hollitscher von der Reinheit und Opferfähigkeit der zionistische«, führenden Männer, die er kennen lernte, und inAnsonde« Vl» der übermenschlichen Arbeitsleistung WeizmannS, i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.