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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-28 · Heft 2164 (28.2.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2164 (28.2.1925)
Date
1925-02-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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m* i Wen. Sam-Mg fBfetter Moraenzetturra. 28. KeVruar 1925 M. AS4 Wenn der Sommer naht. Die bayklscsten Hmkenkrenzler Bitten um;üdNck»en Vekuch. Es ist bekannt, daß die bavrifchen Krrrort« sich in den tobten Jahren, insbesondere in der vergangenen Saison, durch rüDc Juden Hetze auszeichneten und viel-fach ihre .Jurenreinheit* betonten. Die erfreuliche Folge war ein starker Rückgcmg der Frequenz dieser gastlichen Stäiten. Nun nacht die Sonrnrersaison und da der AntisemiUSmuS doS Geschäft geschädigt bat, wird jetzt als Präludium für die neue Kirr- :md Urlaubszeit die judenfreundliche Walze eingelegt. 5>n einem Aufsatz, der der Bevölkerung Deutschlands neihelegt, ihre Ferien ,«nd Vergnügungsreisen m Deutschland zu machen, ickrerbt die ..Jert", bekanntlich das Ovgo»: des wogen seiner VandlirngsfÄ: ^fctr beliebten Herrn Stresemann: „Im Anschluß daran glauben auch wir a,»f ein Vor- -:r:eT hiuweffcn zu sollen, das. wie :ms von grrt unterrichteter Seite mit geteilt wird, noch immer in weiten Kreisen gegenüber Oberbayeru mW München bestcht. Es tft nicht so. daß m Südbanern nicht jeder ordentliche Mensch als Gast n>iltko»mren tväre. Es trifft nicht zu. daß nwwt dort Gefahr läuft, wegen seiner palikrscheu Sdeuung, seiner Wckbruschauurvg oder seiner Konfosfro,: i » f u 111 c 11 zu werden. Die bayrischen Behörden sorgen in gleicher Werse für Oridmmg und Ruhe wie die irgend eines anderen Landes, und vn den ganzen bayrischen Kurorten ist in den letzte», Jahren nicht ein Fall vorgekommen, der zu irgend welcher Scheu vor einer Reise dorthin hereinigen könnte. Das wird jeder der Hnttdorttau-ssirden von Nichrbayern bfftä'ign: könnet:, die in den letzten Jahren Gäste des deutschen Alpenvvrla»»des waren." In dieser Darlegung ist besonders der Satz belustigend, daß mau in Bayern keine Gefahr lauft, wogen feiner politischen Srellunvg, seiner We>ltanschaual»:g oder Konfession insultiert zu werde,:. Es hat also in Bayern niemals Morde an Eisner und I.rnd.nter rmd Mordairschläge auf Auer gegeben. Es sind auch niemals Insulten der jüdischen Bevölkerung in Bayern vorgekommen und es gab auch keine I-udeidausweifnugen in Bayern. Dies sei den Juden gesagt, welche nicht alle werden und derlei Versicherungen des Wohlwollens gegen die Juden, die offenEundig ^rr Hebung des Fremdenverkehres bestimmt find, Glauben schenken. Wir tverden bald ans österreichischen .>tn,orten, aus Ostscebädern nsw. das gleiche Lied hören. Für alle Juden, die etwas auf ihre Würde halten, muß nach wie vor der Grundsatz gelten, daß die bayrischen Kurorte ebenso wie alle anderen, wo P3b«leien gegen die Juden vorgekommeu sind, unbedingt zu meide« find. Re Ateften jüdische» Geographen. Der schwedische Forschungsreisende und gelehrte Geograph Sven H e d i n. dessen 60. Gübrovtsbag die ganze wissenschaftliche Welt feiert, zitiert in seinen: Werke .^Jerusalem" mehrfach einen berühmten jüdischen Vorgänger Benjamin v. Tudela, den bekanntesten jüdischen Geographen des Mittelalters. Benjamin v. Tudola ist der erste Vertreter der geographischen Wissenschaft tm Judentum. Cr wurde durch ferne Reife nach Palästina, Mesopotamien, Persien und Aegypten berühmt, auf Gvunrd deren er die Geographie nm zahlreiche nich: oder nicht mchr gekannte Tatsachen bereicherte. Seine Reis« trat er im Jahre 1160 von Saragossa ans an, Durchwanderte das südliche Frankreich, Italien, Griechenland, Cypern, Cilicien, Palästina, Mesopotamien, das Kalifat und Persien. Hier trat er über das Jndisch-ArÄbische Meer rmd die Küstenstädte von Nomen die Rückreise nach Aegypten an, von wo er über Sizilien in die Heimat .zurückkehrte. Dies geschah 1173, in welchem Jahve er auch gestorben sein soll. Wir müssen die Energie, die Ausdauer rmd dm Unternehmungsgeist dieses Mannes bewundern, zu einer Zeit, wo das Reisen in so weite Ländergebiete besonders für einen Juden mit großen Beschwerden «und Hmdernisfen verstünde« war. Das beweist auch, daß Benjamin dioler Sprachen kundig gewesen sein muß. Der Zweck seiner Reisen mag ein zweifacher Mwesen sein, teils Handelsvcvbmduugen anzu-nüpssen, teils aber, und das wird wohl dcr Hauptgrund seiner Bemühungen gewesen sein, die Lage feiuer eursevnten Glau'bensbrüder genauer kennen zu lernen. Seine Erlebnisse beschrieb er in einem: Rcifcwerk (Massaoth sch ei R. Benjamin) dos. wenn .mch nicht frei von Fabeln, sehr geschätzt und in mehreren Sprachen übersetzt wurde. Unzweifelhaft ist dieses Werk ein schätzenswerter Beitrag zur Ländvvkrmde jener Zeit, für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden und die Kvmrtmrs e»er Verhältnisse zahlreicher jüdischer Gxmemden des südlichen Europa und des Orients stt es von großer Wichtigkeit. Der zweite Geograph des jüdischen Mittelalters ist der uuch im 12. Jahrhundert lel«nde Pethachja ans R«- g e n s b u rg. om Fround des R. Jchuda .Hachc^sid (1150), der eigentlich aus Prag stammte und von Regensburg aus (daher -ein Name) zwischen 1175 rmd 1195 eine weite Wanderung >urch Osteuropa rmd Vorderasie« mrteribaihn: und irber Griechenland nach Böhmer» zrrrückkehrte. In Regenshurg wurden seine Reissnotizen von dem genannten ,Juda dom Frommen" ausgezeichnet. Die Beschreibung seiner «Raffe ist, wenn inan manches im St-ile damaliger Reisenden geschriebene Abenle-,»erliche abzicht, gleichfalls wie die des R. Densamin für -ic Kenntnis dsr Geschichte der Juden in Arabien rvnd Persien von größter Bvdoutung. In den Bildern aus der jüdischen Bergangeichoit von Prof. Dr. A. Sukchach (Franffurt a. M., 101-t) ist oi« Teil der Reisenvtizen yum Abdrucke geibracht. ' Unfall in der Rokand-Bühne. Gestern ist in der Roland- Bühne. Praterstraße. di- Schauspielerin Eugen!« Reithofer aitf •>et Bühne Über em« Treppe gestürzt und erlitt eine schwere Verletzung am rechten Unterarm. Sie wurde von der Rettung-- Gesellschaft in ein Sanatorium gebracht, um operiert zu werden. Die Erhebungen bnüglich der Schuldfrage sineiugeleitst. Pan« in Merlko. Der Ausbruch des Popocaiepeil. (Eignvdi'M -er Miener Movgenzeilunn".) Rest^Avrh 26. Februar. Der Ausbruch des Poparat epeti hat, Mätdermesdungcn zufolge, im ganz Mexiko Panik erweckt. Rach vierhundertjähr.Mr Ruhe deginm der Krater des größten fen.rfpeientzen Berges in Mexiko vor einer Wcche dichte Rauchsüu'len auszustoßen. Goivaltige Lava ströme rollten die Fla niSen des Berges hinmrtzer und zerstörte Anstedl-ungen an den Abhängen des B.rges. De Lavaa-usbrüche waren von furchtbarem »mterirdi.chen Rollen begleitet, was d'e Angst der abergläubischen i»:d!anischen Bevölkerung noch erhöhte. Mehrere tausend Bewohner der an den Abhäirgen deS Popoeat.petl liegenden Orlschrften verl>i'.Han in wilder Flucht ihre HeUnstatten imd sammelten sich in der am Fuhe des Berges liegenden Stadt A m a c a m e e a. In dieser Stadt befindet sich ein alles Heiligtum aus der Aztekenzeit, in welchem der Sage nach vor der Erobevung Mexikos durch die Spanier, den mexikanischen Gottheiten Menschenopfer dargebracht wurden. Die indianischen Flüchtling« pilgevten zu diesem alten Heilgtmn und opferten dort alle äußeren Merkmale des Christentums, wie zum Bespiel Kreuze, .Heiligenbilder und auch die der europäischen Tracht ange- »üiherten Gewänder. Zahlreich« Jndiaiver leisteten an dem .Hsilygiuu: von Amacameea den Schwirr, wieder den Heid »ischen G'lauben der Balte r anzun eh men und auf diese Weise den alten „Feuevgott", der aus dem „rauchende»: Berg" spricht, zu vevsönneir. AurtrMe an» drm Judentum. S i n st e r Fritz, steb. 8. Juni 1910, Schüler, 7. Bez., Wimbemergasse 43. Densberg Irene, geb. 19. Juki 1900, Joko, 3. Bez., Zwerggasse 4. Schenkel Gertrud, geb. 29. Jänner 1905, Wie»:, 17. Bez., Hernalsewürtel 41. Baß Richard Paul, geb. 6. Juni 1903, Wien. Student, 7. Be!,., Bnrggasse 5. S a n d e r Eduard, geb 29. Avril 18«8, Wien, Kaufmann, 18. Bez., Sternwartestraße 47. Map-Hart Elsa, geb. 27. Mai 1906, London. 1. Bez. Rotenturmstraße 19. Müller Fritz, geb. 35. Juni 1894, BorySlav, Kaufrnann, 7. Bez., Stollgasie 7. Simon Martin, geb. 28. April 1896. Breslau, 9. Bez., Kinderspitalgafse 5. Szemere Oskar, geb. 80. Oktober 1891, Preßburg. Kaufmann. 9. Bez., Schwar-enbergplatz 6. Nimo Maximilian, geb 15. November 19,2, Ger« nauti, Beamter, 3. Bez., Areubergring 10. Straßer Btolet Ludowiga, geb. 13. November 1910, Cbarlottenburg, Studentin, 18. Bez , Starkfriedgafse 16. S t r a ß e r Nenee Stevhanie, aeb. 18. November 1910. Charlottenburg, Stndentin, 18. Bez., Starkfriedgafle 16. Sander Srraphine geb. B i e r m a n n. geb. b. Juni 1870, Budapest. Private, 18. Bez., Steruwartestratze 47. Freund Ernst, geb. 17. Jänner 1888, Wien. 9. Dez., Porzellangasse 22». KretlSbeim Rudolf, geb 19. April 1873, 10. Bez., KolumbnSplatz 8. B r e i s a ch Alfred, geb. 28. Ceptnnber 1873, S. Bez. Liechtensteinstraße 20. Deutsch Hilda, geb. 30. August 1904, 9. Bez., Hahngasse 24. K - b 11 r Hans. geb. 12. Oktober 1899, Sind, med., 18. Bez.. Withauergaffe 13. Windholz Johanna, geb. B e r m a n n. geb. 8. November 1902, Bamberg, 6. Bez, Capistrangaffe 3. H a i m Eidoni geb. Ä n t a l, geb. 12. Dezember 1866, Private, 6. Bez., Stnmperaaffe 9. K o l m a n n Margarete recte Perl», geb. 6. Juli 1901, Beamtin. 6. Bez.. Kästlergaffe 16. Dr. Kaufmaun Fritz» geb. 16. August 1696, Redakteur, 8. J8«|* Ptaristengaffe 56. Wien, 28. Fehnnar. * Ei» iatert«rrit»»kialer hebräischer Kulturrat. In N e wd o r k stiftete vor kurzem der, bekannte Förderer der hebräischen Literatur, Israel Metz, einen Fonds von 100.000 Dollar mit der BestinmMng, daß aus den Erträgnissen in Not geraume hebräische Schriftsteller unterstützt nüd die Bewegung zur Berbrek-ung der hebräischen Sprache «und Literatur in Anwrika «und den übrigen Landern gefördert werde. Zur Verwaltung des Fonds wurde ein Kuratorium eingesetzt, den: Prosesior M. M. Kaplan als Präsident, Dr. Josef Krimsky als Kaffeverwalter, der Sekretär des amerikanischen Keren Hajesiod, Enrarmel Reumann als Schrifffülhver angohören. Die Übrigen Mitglieder des Kuratoriums sind: Der Redakteur des „Moming Journal" Perez Wiernik, Rev. Z. H. MaslianSky, Rabbiner Herbert I. Leventhal (Brooklyn), Dr. Max Reisen, der Präsiderrt der „Hias" John L. B e r nstein und der Direktor des Jüdischen Nationailsonds in Annrika, S. Abel. Das Kurawrim»: beschloß, die Metz- Stiftung finanziell und sachlich ousziibauen und schon in nächster Zeit an die Schaffung einer mterterritovialen -berate»,- den Körperschaft, eines intertercirorial-en hebräischen Ku-lturrotes hevonqutrete»:. Jedes Land soll;,un:n>dest durch einer: DÄogierten im Rat vertreten sein. * «in jüdischer «ulturverein im Haag. Wie uns aus de» Haag geschrwben wird, hat sich dort unter den in der hollär dischen Hauptstadt lebenden zirka 150 Juden ein jüdisch.':- Ku! tuwewin Perez gebildet. Der Verein hat sich bereits dnri einiste literarisch-musikalische 2lbende hervorgetan, die in de holländischen, auch nichtjüdischcn Presse Arrklang gefunden ^chen. Es wurde vin Lesesaal rrvssim u»Ä> die Gründung eiw Bibliotheik in Angriff genon»n:en. Femer wurden hooräi" Kurs« geschaffen und ein Zyklus von Disknssionsabendett Äl, »n deren Nahrnen em Professor der Orierrtalistik an mr Un-lversität die arabische Frage behandeln wird. 0 Postalisches. Nach einer Mitteilung des österreichischen Konsulates in Tientsin wurden am 19. Jänner d. I. durch Brand mehrerer Waggons in Mulden (Matvdschurei, China) 270 Sacke mit Briefschaften, davunter auch 11 Sack« ans Zentrrrleuropa. vernichtet. Wenn sich darunter Briefschaften aus Oesterreich befunden habe»», lso dürften «S solche, sein, die zwischen dan» 2t!. Dezember 1924 und dem 9. Jänner 1925 zur Ausgabe gelangt sind. Es dürfte sich daher für di« Absender derartiger Briefe einpsehlen, die Abisendung von D »t p l i k a 1 e »r zu veranlassen. * Arrztlich« Rachricht. Badearzt Dr. Frankl, Vnhatfchowitz. erteilt heute Samstag von 2 bis 4 Uhr nachmIt'ogs und morgen Sonntag von 10 bis 1 Uhr. 1. Bez., Franz-JMs- Kat IS. 8. Stock, Tur 4. Tel. 76.1-64. AuMnkte über Bad Luhaffchowitz in Mähren.(Entgeltlich.) * 5000fft(fe Taxe bei den Kleinauto». Wie bereit» Verich« tet, wurde der Beschluß orr 210 Kkinautobefitzer. nur nach der 4000'achen Taxe zu fahren, von den etwa 2000 Normalautok^sitzern mit der Pression beantwortet sie wurden ebenfalls di« 4000,ache Tape einführcn und io die Kl«>ncn:taS niederkonkurrieren. Diese Drohung hat nun die Mrknna. daß die .Meinaulcibesitzer in einer gestern stattae-inndenen Bensanomlunst beschlossen haben, ad 1. Märr die 5000kache Taxe für Kleinauto» em--nführen. W>zu zu bomerkcn ist. daß damit der Versuch, billige Kleinautos in Wien ei»rz»vführen. durch di« Zünftlerei endgültig eried'gt ist. * Ein neuer ErwerbSzweig für Mädchen. Frauen und Mänrrer. Nach der Batik-Technik, die ans dem Orient nach Europa eingemhrt wurde irnd hier ungeheure Berbreituna uud Popularität fand, wird jetzt ein anderer Zivcia orienwl'lck'ett Kunstgewerbes bald bei uns heimisch werden. Es ist dies die Teppichknttpferei und T e P P i ch wr ke r e i. In den benachbarten Staaten, wo lieft 'chon seit mehrere-- 5V*y--.: einige Schulen mit dem Unterricht der verfch''oder:«n Techniken bo'assen, wird nicht nur »n -denmeisten Familien ^als Hekm-- aribrit) ffeißia geknüpft, sondern «'s sind auch aroß; Teppich' mann'akturen entstanden, die viele Arbeiter beschästiaen. Auch in Wien bestelht seit einiger Zeit eine derartige Schule, und zwar in einem Stckdtatelier in der F a l k e st r a fc c 1. In dem Lehrplan sind alle möglichen Techniken, vom feinsten Verlert e p p i ch bis zum groben Smyrna, eingefchlosien. Besonders Begabte, junge Mädchen. Frauen und sogar Männer versuchen sich in den kompliziertere:: Tech"'*en der Bildwirkrrei, der sogenannten G o b r I i n m a n lt f a 11 u r. Nach dom Erfolg dieser Schule zu schließen, wird sich auch bei uns die Teppichweberei bald einbüngern und zu e:nem neuen Erwerbszweig werten. * Krankenkasse für Prtvatlehrer und Lehrerinnen. Es ist den Be>n,Übungen der Privalilvhrerschaft gebumsten, den Anischl-uß an eine große 5krunien:kasse jM erreichen. Berte-ttserttärv.,^»: werden Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr. 1. Be;.. Slnuagasse 18, 2. Stock, cnchgogengenommen. * Das Wetter. Gestern morgens war es bei schwachem Morgenfrost weift trüb. Die Voraussage lautet: Nach kur; andauerndsm AnMävon wahrscheinlich schon heute Nieder schläge mit lebhafte»: Westwinden * Dr. Eckener in Wien. Der Führer des „Z. R. 3" ist gestern in Wien angekcsmnen. Er wird heute abends im KonzevöhLNssaal über den Amerikaflng sprechen und den Vortrag dann am Sonntag wiederholen. * Ein Zeitungsadministrator ermordet. In Rom ist geftevn der Chef der - Verwaltung des „Giornalc d'Jtalia", Conle B o n m a r t i n i, nach einem Streit mit seiner Frau tot a u f g e f.u n d e,: worden. Die Frau, die äußerst nervös war und die seit längerer Zeit vn eine Nervercheil anftalt hätte sollerr^ wurde wegen Mordverdachtes in Haft genomnren. * Von der Lokonrotive erdrückt. Bei der Ausfahrt einer von dem Heiner und Schlosser Emil Müller gelenkten Lokomotive aus dem Heichaus 2 des Nordbahnibofes wurde der gerade bei einem Meiler des Ausn'ahrttores beschäftigte Schlosser Karl Kreisel von der Maschine an den Pfeiler gepreßt und erlitt schwere innere Verletzungen, denen er nach wenigen Stunden in: Kranken'haus« erlag. * Ein vermißter Praktikant. Seit Mittwoch ist der 17jäh rige Bankpraktikant Andreas T r r u. der bei seinen Eltern, 21. Bez.. Weigöstraße 4. gewöhn: hat. abgängig. Er hatte in den letzten Tagen eine kleine Auscinande'-fetzung an seinem Dienstort und fürchtete von zu Haufe eine Strafe. Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, »varum er nicht mehr heimgekchr: ist. Sein letztes Lebenszeichen stanvmt aus Stockprau, von wo er eine Expreßnachricht nach Haufe sandte, in der er mitterltc, daß er in Stockerau sei. und seine Eltern um Derzerbuug bittet. Der Bater begab sich sofort nach Stockerau, poch konnte sein Sohn dort nicht ermittelt werden. * Die Lebensmüden. Der 23jährige Wehrmann Anton B e ch l e r hat sich in der MbrechtSkaserne mit ci'rem Karg bmer erschossen. — In einem Hotel im 3. Bezirk wurden gestern früh der 40jährige Monteur Hugo Kölbl und eine etwa 30jährige Frau, die nach einen: in ihrer Haichtasche, ge fundenen Zettel Grete Dworschak heißen dürfte, in öhren Betten t b t ausgefunden. Es dürfte sich um Selbstnwrd durch Bergiftung handeln. — Bovgestern abends hat sich eine Person (ob ein Mann oder eine Frau, war in der Dunkelhcir nicht zu erkennen) von der Nordbahnbrücke in die Dona u gestürzt und ist m den Wellen verschwunden. — Im Rausch versuchte sich der 26sährige Hilfsarbeiter Fvan; Holzer dom ersten Stockwerk eines Hause» in Meidling zu stürzen, wurde jedoch von den Hausparteien daran gshinldert. Nüchtern geworden, konnte ec sich de» Goschehenen nicht erinnern. — Infolge Arbe:ts,osigkeit versuchte der 18jährige Kupsevschmied Josef Klrment sich mit emon: Rafiermesier die Kehle zu dnrchschneiden und verletzte sich leicht. * Ein seltsamer Unfall. In der Nackt von vorgestern a,r.f gestern wurden im Hause Mollardgasie 19 die Beamtin Jofefine H u e b e r urck -ihre Freundin, di« Beamtin Emilie K r a u 8, in der Küche der Wohnung der Hucber tot ansgefunden. Die Leichen zeigten Zeichen von Vergiftung und man nahm ursprünglich Selbstmord an. Die polizeilichen Erhebungen ergäbe,: jedoch, daß Selbstmord wohl auSzuschlicßen fei. daß vielmehr ein Unfall verliegen dürfte. Die beiden Leichen wiesen die für eine Leuchtgasvergiftung charakterrstischen hellroten Flecken aus, doch »var in dem Raum«, in dem die beiden Frauen gefunden wurden, kern Gasgeruch zu spüren. Aul dem Gasofen bvannten beide Flammen und a:vf jeder Flamme stand eine leere Kasserolle. In der Küche herrschte eine feuchtwarme, atsmbsklvmmeude Luft. Merkivürdig ist, daß. sollte eS sich doch um ein« Vergiftung durch ausströmendes Ga» ha,ck7ln. diese» nicht durch die brennenden Flammen explodiert ist. Um den Fall vollkonvmei: aufMaren, wurde die gerichtliche ObduAim: der Leichen angeordnet. * Kohlenschwindeleien auf Wiener Bahnhöfen. Ans Grmrd der Anzeige deS rm Nordbahnhof otablievten Kohlen Händlers S. Mayer gegen seinen ehemaligen Vertreter Alois M atz in.ge r. derzeit unbekannten Aufenthaltes, wagen Her auSlocknna einer Fuhre Kohlen zufainmen mit einem angeblichen Ingenieur Egg mann wurde von der Polizei festge stellt, daß Eggmann zusammen mit den Kohlenhändlern Erwin Heller. Gustav Pfeifer u»ck OSkar H o f f m a n n sowie den Vertretern Eduard S ch l e s»n g e r mck HanS R o f e n > f e l d ein Konsortium gSbilldet hatte, das -ahlreichc Kchleichändler an den verschiedenen Wiener Bahnhöfen in der Zeit vom Dezember bis E,»ds Jänner durch Betrügereien um etwa 50 Millionen Kronen geschädigt hat. Einer aus dom „Konsortium" belvavb sich immer um ein« Stelle als Agent oder Vertreter der Kchlenfirma. d»e hi»»einqel«gt weiden sollte, urd empfahl jeweils einen anderen Teilnehmer des Konsortiums als „zahliungskräftigen Kunden". Mit der entlockten Kohl« fuhren dann ar'dere Mitglieder der Betrügerbande von Haus zu Haus und boten den Parteien ..billige Kohle" an. Der Erlös wurde dann geterlt. Gegen sämtliche Genannten wurde das Strafverfahren eingeleitet. 44 Qroaslakaufs-AktUngastllschaft y|9Aai ■■ VnUAMi,AM O I* dd aGM,W»G,eG,»,^»p «. «»«»>,«», WI®B| II« TaDOfStPi 8 D Oiittrf«l«ln Teleohone 49-5-90 49-5-91 49-5-92 Wtr erteilen VorachUts« auf oaintliche uns zum kotnmisslonsw. Verkauf Ober» «ab, Waren zu kulantesten Bediuguneen

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