Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2163 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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27. Februar 1925 «<. »168 Wie«. Fveitog Sesellschaltsrelse «M Palüftlna. Da» Wiener Pal stinmWt beabsichtigt >m vielfachen wünsche» entaeqenzutomme«. auch in diele« Jahre a n f a n - » März eine Gesellschaftsreise nach Erez Israel zu veranstalten. Die Abreile von Wien wird am 8. Mär» erfolgen, wobei e» Len Teilnehmern sreisteben wird, entweder gleich nach Beendigung der Feierlichkeiten anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem die Rückreise anzutreten oder auch noch die Pessachfeiertage in Srez 7 '.ael zu verbringen. Die Höbe der zu gewärtigenden Ermäßigungen hängt von der Zahl der Teilnehmer ab. Al» bindend wird nur eine solche Anmeldung angesehen, welcher gleichzeitig eine Anzahlung von 40 Pfund für Teilnehmer der l. Klaffe 20 : . . UL . geleistet wird. Rädere Informationen erteilt da» Palästinaamt, 1. Bez.. Bauernmarkt 24, Tel. 63-127. SmSblgte Fahrvrelfe ffir Zornigen »ach PalMna. Laut einer dem Wiener Palästinaainte au» Bukarest zugekommeneN Mitteilung wird für btc Zeit de» stärkeren Touristenverkehre» nach Palästina von der rumänischen staatlichen Schrfsahrtäaeiellschaft Servirml Maritim Roman der Dampfer „Romania" mit dem folgenden Fahrplan m den Palastinadienst gestellt: LAbfahrtvon Konstanza am S. März. Ankunft in Jaffa am 8. März. Rückfahrt von Jaffa am 81. März. Ankunft in Konstanza am 6. April. 2. A b f a h r t von Konstanza am 25. März. Ankunft in Jaffa am 8V. März. Rückfabrtvon Jaffa am 30. April. Ankunft in Konstanza am 6. Mai. 3. A b f a h r t von Konstanza am 24. April. Ankunft in Jaffa am 29. Avril. Rückfahrtvon Jaffa am 14. Mai. Ankunft in Konstanza am 20. Mai. Für die Sin- und Rückreise gelten wahrend der Touristen-- aison um die Peffachzeit folgende Preiset Lei I. Klaffe (LuxuSkablne), inkl. Verpflegung 25.000 I. „ (Spezial kadine), ink. Verpflegung 22000 I. „ inkl. Verpflegung ..... 20.000 II. , (Svezialtabtne). inkl. Verpflegung 15.840 II. » inkl. Verpflegung. 14 400 UL * ohne Verpflegung ..... 5.000 Rttdiopvogramm r Freitag den 27. Februar: 9 Uhr: Marktbericht. ~ 11 bis 1 Uhr rKonzertSilving. — 1 Uhr 5 Min.: Uraniazeit. — 1 Uhr 20 Min.: Wetteranlage. — Va4 Uhr: Wiener Börse — 4 Uht rMärchen f Ü r K i n d e r. — 5 bis 7,7 Uhr: N a ch m i t t a g s k o n z e r t. Thomas: „Rahmond", Ouvertüre. Strauß: „Nachtfalter", Walzer. Schubert: Allegretto aus der Klavierlonate. Back, Präludium. Wagner: Der Engel. Donizetti: Lucrezia Borgia, Phantasie. — l/s7 Uhr: Vortrag Obermedizinalrat Dr. I. L a m b e r g, Chefarzt und Leiter der Wiener RettungSgesellschast: ErsteHilfe betKrampfanfallen. 8 Uhr:OrchesterkonzertderWienet Philharmoniker unter Leitung des Professors Alexander Wunderer und unter Mitwirkung des Konzertsängers Gülcher. Robert Fuchs: Serenade 6-Dur. Bach: Kantate „Ich habe genug". Hayd «r Cellokomert (Cellosolo: Wilhelm Winkler). Mozart: Concertante Sinfonie. Bühne und Kunst. Sin deutscher Schwank im Stadttheater. „Die aufgewertete Melanie" von Real und Frank. Wenn zwei Deutsche sich zu einem Schwank zusammenum, daun riecht's nach Lavendel: guter, sympathischer Stu bene.ecuch! Uub u>emt fk — man verzeihe — ein Bett auf die Bühn«' l'. ingen, dann ist dieses nicht etwa der fpirstus rector .rotischer Augelege,cheite>l, sondern eben miedevum ein gutes, iinnpÄtliiches Siubenbort. Und selbst wenn man keine Röllchen -rügt nnd keine Schwiegermutter Ms den „Fliegenden" hevge- Mt wird, so ist doch eine Dante, sprich: Tunte! da, die man beerbt, die Renten aus teilt und von Dchlviegernichten und Schwieg«Vtwffen spricht. Also, um es kurz zu sagen: „Die auf-! 'wertete Melanie" ist der Schwan! deS deutschen Bürgers, der rröreud überallhin folgt. Die Benvendung ausprobiorter Trickch bas Dtircheinauderlanfen der Fabolfäd-n (zum Teil der iranzöjischeu Komödie endlehnt). ein paar „kurzweÄ'ige" Szenen - all bas brachte einen Heiterkeitserfo^g. Das anspruö'Äose B.rb!i-biu>l ölarschte und kicherte und lachte anspr»>chslos. Bon b u Darstellern zeigte Ludwig Stärk allem etwas vmi Komik, er war der Hecht im Karpfenteiche. So oft er u nter taucht e, blieb Mv Ser iffüt: und übe, Neben ihm wurden „Rollen" hergesiiyt. Bei der Imt? Melanie hilft keine Aufwertung. Da muß man '■'i'-m ,ju einer Aeuemission schreiten. o. r Aus den Theatern., Burgtheater. Samstag, 7 Uhr ... ,M a r i a Stuart". A k a d e m i e t h e a t e r. SamStag, 7,8 Uhr abends. ..D e r L t e b h a b e r". V o l k s o v e r. Heute MaffenetS »Wertster". Der Beginn der Aufführungen von »G r ä f i n M a r t z a" in der Bolksover erste Vorstellung Sonntag den 1. März)' wurde mit 7 Uhr fixiert. Deutiche-BolkStheater. Montag den 2. März, ' Uhr. ,F a u ft" mit Alexander Molffi in der Titelrolle Samstag nachmittags, 3 Ustr, „Die Jungfrau vonOrlea n'S" um» für Sonntag nachmittags, 7-8 Uhr, „Die heilige Johanna". wiener Mor«ren,ektir«A. Das beste Obst und reinster RaffinadeiuckeP ohne jeden weiteren Zusatz ergehen die vorzüglichen Meint Jams und Marmeladen Theater i n der Jotefstadl. Sonntag den 1. März 25. Aufführung des „Ein Sommernachtstrau m". Raimund-Tbeater. Sonntag, 8 Uhr nachmittags, „I m w e i ß e n R ö s s e l" mit Hanst Riele. Neue Wiener Bühne. Heute. 7,8 Uhr abends, Uraufführung des dreiaktigen Schwanles „Der Hundek ö n i g" vott Otto Taussig und Adolf G! i n g e r. L u st s p i e l t h e a t e r. Heute 25. Aufführung von „Die letzte Warnung". Theater an der Wien. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „HohetttanztWalzer". Allabendlich „Das Milliarden-Souper". Die Gildene Pawe, 1. Bez., Riemergaffe 11. Morgen, ab Vs8 Uhr abends, gelangen außer dem Kleinkunstprögramm die Lustspiel-Einakter „H e r s ch a l e Ostro- V o l e r" und „Rezept aeaen Schwiegers" zur Aufführung. Karten an der Abendkaffe. Jm Simplicissimus findet Montag den 2. Mürz im Rahmen des neuen Märzprogramms ein Ebrenabend der ruffischen VortragSlünstlerln Dela L 1 p t n 8 f a \ a statt, zu dem unter anderen Magda S o n f a, Ria Thiele, Hans Thimig, Fliberty, ihre gefällige Mitwirkung zugesagt haben. Wiener Bürgertheater. Die Direktion ha: den Ga»tspielvertrag mit Fräulein Grete Scdlih vevlängevt. Die Künstlerin spielt bis auf loeiteves allabendlich in Mascagnis Oper-ette a!" Ein ethnographisches Konzert. Wie das Deutsche Auslaachsinftibut mit-teilt, fand jüngst in Saratow ein« interessantc Verausialdung des Vereins für Heimatkunde und des Rates der nationalen Minderheiten Mi. Es war ein „echnographisches" Konzert, an denn sich Vertreter von acht Nationalitäten mit Chorgefemg und EinMvorträgen beteiligten. Professor Ju-schkow leitete das Kvnzert mit eine-rn Vortrag über die „Lebensweise wufo Eigenheiten der cinjctncu Völker" ein. dann kamen die Borträge der Großrnffen» der Tschuwaschen und der Mordwinen, der Juden, Armenier, Tataren und endlich die Vorführungen der deutschen Wolgakolo nisten durch di« Herzoger und Graser, di« sich fett den Hungerjahren in Saratow aufhalten und zumeist mit Holzhacken beschäftigt sind. Den Abschluß des Km^ortes machten die Klelnrussen. Heinrich LittenfeinS neue Bühnendichtung „Die Erlösung des Parricida", ein Mysterium, gelangte in Weimar mit großem Erfosir *ur Uraufführung. Die Dichtung, welch« an den Vorgang der letzten Szenen von Schillers „WillhÄm Tell" anknüpft, behandelt die Erlösung des Kaiser - Mörders Parricida durch die Liebe eines Mädchens, das sich ihm aus^ Liebe anschließt. Das Drama ist doll Meier Schönheiten, di« Gestalten sind plastisch und die Haudttncg ist sorgsam durchgsführt. Das oodmtende Denk düvst-e bald tan Äpiolplarr der großen Bühnen erscheinen. Die Budapester Oper. Wie die Budapester Blätter melden, ist die Erncn-nlntg des Opernsängers Dr. J-vang Szekelhhidh pt Oberdirektor der Oper rmmittriva.- be> vorsteihend. Eerichtssaal. Krtshaver. Kaller. MS und Genoffen. Äemeinderat Dr. Plaschkes als Beschuldigter. Gestern fand vor dem Ltiafbestrksgerichte. l (Oberlandesgcrichtsrat Dr. Fuchsig) die Ha-rrptver-andlunu über die beiden Klagen statt, welche Theodor Krishaber und die bekmutten Angestellten der Knltnsgenteind? Richard Kaiser, Jrsef Pick und Moritz Figdor gegen Gemeinderat Doktor P l a s ch k e» erhoben hatten. Theodor Krishaber behauptet, Dr. PlaichkeS habe ihm in einer Bersammtlnng im Cafe Prückl B<r>mtrLUtlng van Gemeindegeläern vorgeworfen. Kaiser und Genossen beschweren sich darüber. Dr. Plaischkes habe sie nrit Bezug Mts ein von ihnen unterzeichnetek Flngdlatt „freche Lügner" geheißen. Der Beschuldigte, vertreten von Dr. Israel Waidin a n o.. erklärte, er habe dem Krishaber wohl nicht Berun» :i! nutw, sondern andere Ucbergriffe mm Vorwurf gemacht, dies mit Bezug auf eine Scheckgeschichte nn Zusammenhang mit einer Tenipeispende. welche KriShaber ohne Auftrag und gegen den Willen des Kultusvorstandes einSastiert und in der Absicht übernonmten habe, um eine Aenderurlg der vor dmr Altar gelobten Zwecke zumlnsten der von ihm begünstigten Vereine bezüglich eines Teilbetrages von fünf Millionen Kronen;n erwirken Der Veruntreuung habe er den Kläger nickt de statt lg r. i>>' Gegenteil, auf einen Zustschenrui. >.'b das Geld ao geliefert wanden fei. erwidert: ..Jawohl, das «>)-'ld ist s e l > ' s! v - st a u d l i ch a b g e lief e r t w o r d ich de - Wvie ja bl "st lieber griffe dieses Mannes'" Diese Verantwortung bestätigte der als Zeuges ver rtornuwne Arzt Dr. Koboman FreudeUn Vwlammiungs befucher. ivelcher der Partei des Privatanklägers nahestoht, mit dem Hinweis, der Baschttldigr^ bube dorn Krish.'s) keinerlei Seite straföar« Handlung vorgeworfen, er (Zeuge) habe nur de-. Eindruck achabt. daß ^meindera: P'a'<f'kes dem Krishab.' vielleicht ein« Inkorrektheit Vorwerken wollte, oder daß irgend welche Personen die Worte des Dr. Plaschkes ko deuten könn ten: er habe daher den Zwischennrk gemacht, ob das Geld ab geliefert worden sei und Dr. PlasÄes habe dies« Fraae uli selbswerständ.'ich befahr. Damit sei eS ihm klar aewefen. daf von einer Beleidiaung des Krishaber oder von einem Borwmst der Veruntreuung keine Rede war. Bezüglich der?lnk'aae ver Vick. Kaffer und Genoffen verantwortete sich der Beschitldigte. er habe in zwei anderen Versammlungen die Leute als mfame Lügner bezeichnet Dazu sei er durch den Inhalt des in wesentlichen Punkten erlogenen, von den Klagern als Angestelltenvertretern unterfertigten Flugblattes berechtigt und aenötigt gewesen. In der Bersammkitng im Hot«! Continental habe er von den Privaranklägern nur dem Figdor erklärt, daß er gelogen habe, wenn er sich als Unrerfertiaer dieser Flugschrift bekenne Von den drei anderen habe er das nicht behauptet. Dagegen habe er dem Lehrer Vick bid Schwerwiegenderes vorgeworfen, nämlich er kei ein Ju gendbffdner. den man in einer anständigen iüdischen Versamm kuna absolut nicht dulden dürfe. Daraufhin seien Pick und sein Bruder von Versammlungsteilnehmern aus dem Saal« ent kernt worden. Da» BoweiSverfahren ergab, daß nur dieser Bruder, ein gewiffer Markus Pick, den Ausdruck „frecher Lügner" gehört haben will. Bon den übrigen Zeugen sagte ein Lehrer Weiß. Gemeinderat Plaschkes habe von den Lügen und Entstellungen de»' FlugzettelS gesprochen und der Vorsitzende der Verkamm luna. Josef Brenner, erklärte mit aller Bestimmtheit. Doktor PlaschkeS habe von der Verlogenheit dieses Wahlaufrufes und anderer Mitteilungen in dem von den Klägern herausgegebenen Blatte gesprochen, aber den Pick bestimmt nicht als krechmr Lügner, sondern als einen verwerflichen Jugendbildner bezeichnet. Ob Tr. Plaschkes auch gesagt habe, man solle Pick in einer anständigen jüdischen Versammluna nicht dulden, wiffe er nicht mehr. Der Richter beschloß, ohne Rücklicht auf den Inhalt der Beleidigungen di« von Dr. Plaschkes angeborenen Wahrheitsbeweise sowohl für feine Behauptungen über KrishaHer als auch kür die Dorwürfe gegenüber Kaiser und Genossen z u z u l a s s e n und vertagte behufs Vernehmung weiterer Zeugen und Einhol-ung der Akten und Urkunden zum Wahrheitsbeweis die Verhandlung. Der Fall Prufcha vor dem Oberste« Gerichtshöfe. Der Oberst« Gerichtshof hat die Verhandlung über die Nichligkeitsbeschtverde der Franziska Prufcha gegen das Urtell d«s Wiener Schwurgerichts, womit sie wazen Mordes an Maria Gberl zu fünfsthn Jahren schweren -Kerkers verurwrl: wurde, für den 6. März angeseyt. Die Nichtigkeitsbeschwerde des Dr. Richard Pretzburger ist in allen Punkten znr öfserttlichen Verhandlung zugelaffen. Insbesondere wird die Erörterung der Frage, ob an der Eberl überhaupt ein Mord begangen wurde, was die Nichtigkeitsbeschtverde in Zweifel zieht, und die Frage der Täterschaft durch eine dritte Person, das größte Interesse erragen. Neben der Anfechtung der Be- Weisfragen in dieser Richtung, wird der Inhalt des pstichiatrischeu Gutachtens augefochten und eine Undeutlichkeit und Unvollständigkeit der Beantwortung der an die Geschworenen gestellten Frage» bchaupret. Den Vorsitz in der Verhandlung Ivird Senatspräsidem Dr. Smolik-Finger führen. „Ich melde, daß ich angespuckt wurde!" Leutnant Franz Rudolf: „Ich melde, daß ich beim Rückmarsch in die Kas-crn« von der Parade am 12. November von eurer wüst herumschreienden Zivilperson angespuckt wurde. Dieser Mann ist von dem Gefreiten Sokolon als der ehemalige Iw fanterist Johann Grüllenberger agnosziert worden." Der Angeklagte har bei der ersten Verhandlung in Wrcde gestellt, den Leutnant angespuckt zu haben, es liege eine Verwechslung mit e.m«r anderen Perzon vor. Er Hobe die tobende und wild schve-iende Menge, die durch das Tragen von monarchistischen Abzeichen» und Auszeichnungen sich als provoziert erachtete, zu beruhigen versucht und als Ordner mit nrchrercn anderen Freunden fundiert. Der Zeuge Sokolon gab an. eine Verwechslung semersetts sei ausgeschlossen; er sei hinter dem Leutnant gegangen und habe gesehen, daß es Grüllenberger war. der den Leutnant angefpuat habe. Die Insulte ging bei der Breitenfeer Kirche vor sich. Er kenne den Grüllenberger von früher, aus der m-ilitärischen Dienstzeit her. Der Leutnant selbst Han daS Anfpucken nicht bemerkt, erst als sein Mantel abgewrscht wurde, sei er darauf aufmerksam geworden. Die vom Richter als Zeugen ainvernommenen Milrtärpersonen konnten bei der gestrigen Verhandlung den # Angeklagten nicht mit Sicherheit als denjenigen Mann bezeichnen, der den Leutnant angespuckt hat. Hingegen konnten vier oder fünf Zivilpersonen, ebenfalls Ordner beim Zuge, mrt v o l l st e r Sicherheit anigebeu, daß Grüllenberger nicht derjenige tvar, der dem Lölltnant den Mantel angewstcki habe. Ein Teil dieser Zeugen wurde vom Richter in Eid g« n o m m e n. Nach durchgeführler Verhandlung fällt der Richter das. Urteil. mittels rvelchem Johann Grüllenberger frei gesprochen wurde. In der Begründung wvcs Bezirksrichier Dr. Delachina daraus hin, daß auf Grund des Beweisversahrens ein Freispruch erfolgen m ü ß t e. Gegen den Freispruch hat der staatsanwalrschaftlrch« Funktionär berufen. Der „Schlager"-Komponist. Der Komponist Engelberger stand gestern wogen einiger „Schlager" vor Gericht. Es sind Oriainalprodukte, die ihm zur Last gelegt wuvden. Mehrere Personen mußten an ihr« Wirkmlg durch blutiggeschlagen« Körperparrien glauben, wenn der Komponist in „guter Laune" war. EngeVberger wurde zu einer Geldstrafe, von 1,5 Millionen Kronen, eventuell zu drei Tagen Arrest, verurteilt. Der gefährliche Liebhaber. Der 25jähriige Maurergehilfc Josef Fürst l.bte ztvoi Jahre in gemeinsaine-m Haushalt mit der um zwei Jahre älteren Karoline Emm inger, einer geschiedenen Frau. Eirres Tages hört« ihr Unterruleter gosef W r e l a n d Hilferuf« aus dem anstoßenden Zinuner. r eilt« hinüber und sah, wie Fürst feine Geliebte, di« rück lings aus einem kleinen Tische lag, mit einem offenen Rasiermesser bedrohte. Es gelang Wieland, dem yurst das Messer zu entreißen. Die Frau war inzwischen davor:- gelaufen und hatte Wache goholt. Bor der Arretiernna benahm sich Fürst so remlent, daß nicht »ur dr«l Wachlelrte. sondern auch mehrere andere Männer alle Mühe hatten, dorr Rasenden zu überwältigen. Fürst hatte sich vouMerrr vor einem Schofsenfenat des Landesgerichtes 2 unter dom Borsitz des Oberlandesgerichtsrcrtes W r l h l m unter der Anklage des versrlchten Mordes, der schweren Körperverletzung und der gefährliche Drohurcg zu verantworten. Es war nämlich aum die Anzeige gegen ihn eiugelau.en. daß er einige Zeit vor btefem UebersaU aus Frau Entminger einen ArbeitökoUcxreo r>nt Streit zu Boden geschleudert hatte, dreier n>ar auf eine eifern« Schien« gefallen und habe sich dabe-i den Arm ge brorven. Fürst veranlworlere sich mit Trunkenheit. Er sagte, daß er auch epileptische Anfälle habe. Die Entmiltger chm Aulaß ^ur Eifersucht gegeben. Gerichispsychia-ler Prosesjor Tr. H v e ü e l vozoichnel den Air^klagien als oineir geschickt«:: S > m u laut e ii. Fürst wurde wegen ver suchter und vollbrach:er schwerer Körperverletzung sowie \w;?w össcntUch.'r Go.walttätigkeii ->u vier I a h vv u jchwe r e r. K e r ke r-> ver'.-rtt'll'.