Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2163 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6e!fe 6 Men. Freitag Wiener Morgenzeitun^. .. Februar 1925 Nr. -168 Film und Kino. „Frauenfeirrde." tsniTe wffi-nwrfc Zustminenstelluirg von allem, Ivos publiku>ms«wirkiam ist, bietet dieser Vrachtfilm im reichsten Ausmaße. Pnnr-kvvlle Feste, )vli>udervoUc Landschaften tmd die Räume der großen Spreltasinos von Monte Carlo bilden einen bestedend-en Rabm'n nur die ndlnug, die. im flotten Tempo vortvär:ssd»rcitend, ein mir Spamumg durchtränktes Gvsck>eben bringt. Cs werden hier zwei Menschen geschildert, die von wilder Leidenichaft für einander besessen, sich suchen Und nie 'ineinander gelangen können, bis sie sich erst a-nr jenseitigen Rande einer'Tragödie, die das Leben beider zerstörte, finden. Dies« an szenischen Möglichkeiten überaus reiche Handlimg wurde von dem Regisseur Matt C rosland mit außerordsn'tlrch viel Geschick und einem Deichen Auifwaud an Ausstattung zu einer Reche wundervoller Bilder verwvbeilet. Mil einem riesigen Feste in dem Schlosse oinres sibirischem Fürsten beginnt dieser Film, das daml in ein Säbelduell auSlärvst, das unbedingt zu dam Nerverrspannerrdsten gehört, was u>ns der Film bis seht zu bieten vermochte. Dx einzelnen Phasen dieses Kampfes, die wechselndem Auiffasiungen und vielen Zwischenbilder lassen diese S-zenen, die e'me beträchtliche Gesamtlänge aufweiscn, wie einen kurzen Augenblick nur empfinden. Ausgezeichnetes leistet auch die Regie m den Bildern von der Mobilisierung im Fuhre 1914 in Paris und in den emze-lu-c» Spielszenen im Kasino von Monte Carlo, vcreiinigt ein Darstellerensomble unter ihrer Führung, dessen Üleiuster Episodist vollkommene und ausgezeichnete Leistungen ibretet. Die Hauptrollen tverden von Lionel Barrymore und Alma Rubens verkörpert. Barrymore stellt den verlebten Fürsten, den allzu große Fvauengunst blasiert gemacht hat, und der sich mm mit -er ganzen großen Leidemchrst des M'.rmes, dem zum ersten Male im Leben ein Wunsch versagt bleib:, auf -die Fron, die ihm das Schicksal verwehrt, stürzt, außerordentlich glaubwürdig und lebensecht dar, versteht es, dieser seitsaunen Figur Wirkungen z-u geben, die von einer künstleri'ch hochwertigen Auffassung dieser Rolle ein beredtes Zeugnis ablegen. Älima Rubens spielt eine Frau entre deux agcs, die mit vollem Erfolge imstande ist. ihr Llltor abzu'leüe-ne-u und deren sieb,zehnjähriger Sohn vor aller Welt als ihr Liebhaber gilt. Sie entwickelt hierbei bezaubernden Charme und findet in dramatischen Momenten jenen ganz ein fachen Ausdruck des Schmerzes, der jeder pathetischer Pose gänzlich entbehrt und darum so echt und überzeugend wirkt, daß sic ihr Publikum -mit sich wvtzzuroißen vermag. Eine Kunst, die leider den wenigsten Filmdarstellerinnen zu eigen ist. Die übrigen Rollen bringen zumeist vollei-dete Typen, die, sorgfältig für ihre Verwendung ausgesucht, Bestes leisten. Eimen geradezu ungeheuren Zlustvand an 'wunderschönen, leichtgeschürzten Mädchen bringt dieser Film weiters, der durch diese Eigenschaft selbst größere Revuen in Schatten zu stellen vermag. Wie eine Gmvlande schlingen sich die Reigien dieser Tänzerinnen durch die ganze Handüma. Ausgezeichnet ist dieser KolossoHsilm auch in seinen technischen Belangen. Eine plcosti- -sche^Pholographoie ergibt im Zusammenwirken mit einer K-nstlerischen Bsleuchtamgs'echnir jene scharfen und doch weichen Bilder, in deren Schaffung die Amerikaner ww.uftritteine Meister find. Ausgezeichnet gelungen ist anch die Ausstatlung, für deren Entwürfe der Wiener Professor Josef Urban zeichnet, -und kolossal ist hier der Auswand an prachtvollen Toiletten der Pariser Firma Poiret. Dieser große Goldwyn-Film der Kilo wird. sicherlich auch hier in Wien den großen und verdienten Beifall finden, der ihm schon überall im Auslände, wo er bis jetzt gelaufen ist, zuteil wurde. 33fee Jahre. Herstellungsdauer für einen Film. Abel s a n c e hat bereits in Korsika mit den Aufnahmen für sein .Kolossalwerk „N a p o l e o n" begonnen. Für die Herstellung dieses Films wurden nicht weniger als vier Jahre berechnet. Außerdem wird dieses Werk, dessen Herstellerin die Pathe- Weiti-Fusion ist, jedenfalls von der französischen Regierung stark subventioniert werden. Dieser Film, der in ganz Europa ausgenommen werden wird, dürste das größte Werk werden, das bis jetzi Europa und auch Amerika hervorgebvacht hat. Das Kion in Japan. Die durch das Erdbeben in Japan zerstörten Kinos werden nun wieder, mit außerordentlichem -Luxus ausgostaliet, aufgeban-t und dürften nach Größe und Baustil mir den bedeutendsten Lichtspielbühnen Amerikas konkurrieren können. Die Nachfrage nach guten Films ist im Lande allenthalben sehr gestiegen und durch die Politische Spannung zwischen 'Amerika und Japan bietet sich hier ein weites Feld iür den , Absatz europäischer Filme. Die Berliner „W e st -i" hat bereits eine größere Filiale in Tokio errichtet. „Ter Fluch." Dieser Großfilm im jüdischen Milien, der allgemein den größten Beifall fand, läuft ab heute im Phönix- und rin Bindvbona-Km-o. Chaplin amerikarnnde? Der berühmte Lustspielsbar, der vor nicht langer Zeit heiratete und — wie Gerüchte wissen wollen —. trotz dato zu erwartender Nachkommenschaft sich bereits mit Tcheidungsgedanken trägt, beabsichtigt nach Fertigt^Lsosgi, 8snr», i ^Heme.Thimig. Piacher, IPointnep.HÖJüSsermonfJ Ujayerhofer,5chmöl«/ v oilian Harway, ^Anny Hörnik, Eugen Preis l _ __ DER FLUCH! vonDf.EW*!’rrißnn Regie: Rob. Land meotriacmrmiamafinmmiO Ab heule: Phönix-Kino, VII. Vindobona Kino, XX. stellung ferner derzeit in Arbeit -bofmdilchen Filme für längere Zeit nach England zu übersiedeln u-rd sich in seinem eigentlichen Baterlmrdc zu betätigen. „Der RosenkaväNer" verfilmt. Die Pan Film A.M. hat das Buch der bekannten Oper von Hofsir^mrsthal erworben und wird mit den Aufnahmen ,zu diesem Film m kurzer Zeit beginnen. Dr. Robert Wie ne wird die Regie führen -und nach seinen prachtvollen Leistungen in der Juszonieruug von ,^J. N. R. I.". ^Pension Groonen" und dem Großfilm „Orlacs Hände", der in einer Woche erscheint, darf man an das Gelingen dieses Werkes dle an-gendhmsten Hoffnungen knüpfen. _ Die Fitme btt Woche. „Flugsand." — „Frauenfeinde." — „Der letzte Mann." — ,Lise1ie, die Apachin." — „Bell Boy 13." — „Die Baechantin." — „Der Wauwau." -BURG-KINO, C~TjP^Z Von heute bis A Marx Die Bacchantin Lebensbild nach dem Roman von L. Oanghofer mit Bruno Kästner, Charl. Ander, Olga Tschechowa. H. Mietendorff und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: '/«5. 3/*6 7*8. s/«9 Uhr . KÄRNTNER KINO 1. Kärntnerstrasse (Ecke lohannesgasse) Von heute bis 2 März r GROSSES DOPPEL PROGRAMM! Lebensbild nach dem Roman von Ludwig Oanghofer mit Bruno Kästner, Charlotte Ander. Olga Tschechowa, Hans Mierendorff Bell - Boy Nr. 13 und das übrige Programm Beginn V,4 1 «6 7. 7,9 Uhr l -ROTENTURM-KINO — WIEN, 1, FLEISCHM AE KI 1 Von heute bis 2. März Frauenfeinde Sittendrama in 6 Akten mit Lionel Barrymore Beginn dar Vorstellungen: %&. */.6, /,8 and 4/t9 Uhr Betrleiimnsik einer erstklassigen Kflnstlerkapelle — SCHOTTENRING-KiNO—, I. SCHOTTEN RING 6 // TEL 17-4-25 Von heute bis 2 März Die Bacchantin Sittenbild mit Bruno Kästner, Hans Mierendorff und Charlotte Ander und das übrige Schlagerprogramm Vorstellungen täglich: 4. VA? Va9 Uhr -CENTRAL-KINO- 11. Taborstrasse 8 Direktion : J. S c h u 1 z Von heute bis 2. März D^ Bacchantin Lebensbild nach dem Roman von L. Oanghofer mit Bruno Kästner, Olga Tschechowa, Hans Mlerendorff und das übrige Schlagerprogramm Beginn: 7*6. 7. 7,9 Uhr -L0WEN-KINO- III Löwengasse 33 Von heute bis 2. März Der grosse Swanson-Film: Lisette.iiieApachin und das übrige Schlagerprogramm Beginn: 7,6, 7,7. 7*9 Uhr Volkswirt. Sie «kllnduns der SftorrrkMche« Zentralhytzoitzeleaanftalt. Das von der Läuderkonferenz gewühlte Komitee, daß die Vorder, rtungen für die Schaffung der Bundesh y p,o t h e kenn n statt durch;»führen hat. befchäfti-t sich gegenwärtig mit dem Entwürfe -u »inem Statut. Wie wir erfahren, wird dieses Statut bis Mitte Marß fertiggestellt sein und dann der Länderkouferenz, die zu diesem Zeitpunkte wieder in Wien .Zusammentritt, zur Genehmigung vorgelegt werdert. Nach der m Pavla-mentarilschen Krerfen bestehenden Ausfasfurig, lvird die Bundeshypothekcnaiüstalt nur eine sogouannk: Dachgesellschaft werdert, im der alle jenie Institute a'»fgen>ontmen werden, die sich bisher mit der Gewährung von Hhpvthekarkv^ditrn befaßten. Bemerkenswert ist, daß die Vorikonzessionen einsr Reihe von bestehenden Instituten erteilt werden soll» die bereits jetzt das Hypethekargeschäft pflogen. Unt.r diesen befmden sich neben anderen: die Zentralbank der deutschen Sparkassen Mid die Bodenkreditanstalt. Aber anch die P o st s p a r k a s s e nnd das Dorotheum werden genannt. Gcgen die Verleihung der Vorkonzession an das Dorotheum hat bereits die letzte Land rkonstreng Bedenken erhoben. In politischen und wirtschaftlichen Kreisen verlangt wem, daß von dieser Absicht abgeMen werde, denn es gehe nicht an, daß di« Oosterrcichische Pfandbriefanstatt etwa die zu emittierenden Pfandbriefe im Ausland ausbiete. Die Bestv bnngen. das Dorotheum aus der Reihe der Dortonzeflionare auszuschalten. haben wohl auch einen politischen Hintergrund, da der derzeitige Präsident des Dorothcums, der ehemalige Finanlznimifter S e g u r, sich sehr bemüht hat, die Einreihung des Dorothvums unter die Borkonzess onäre drtrchzusetzcn rmd man ihnt das Bestreben, selbst Präsident des zentralen Hhpothckariustrtuts zu werden, unterschiebt. Der Zentralbank der deutschen Sparkassen ist hiebei eine .Hauptaufgabe zuig> dacht, weil sie gerade jetzt, wo durch die Finanzkrife so viele Sparkassen in ihrem Bestan-de bedroht waren und auch manche^ Sparkassen niicht so gearbeit.t haben, wie es nach dem alten Sparkassenftatut notwendig war. ails Uebevovganiisation über die beftcheniden Spar- und Raiffeisenkassen ansgebaut werden und funiktionleron soll. Herabsetzung der deutschen Diskontrate. Ans Berlin. 26. d., meldet Wolfs: Die Reichsbaw hat den Wechseldiskont von 10 auf 9 und den L o m b a r d z i n s f u ß von 12 auf 11 Prozent mit Wirkung vom heutigen Tage herabgesetzt. Die Wirkung auf die Börse. Berlin, 26. Februar. Die Ermäßigung des Reichsbanikdi'kikonts von 10 auf 9 Prozent, die heute im Zentralausschuß beschlossen wurde, kam der Börse voll-ig überraschend. Der Entschluß selbst scheint auch gang spontan gefaßt zu sein, da der Zentralausscbuß telegraphisch heute vormittags einberufen worden ist. Von der Industrie und dem .Handel wird die Ermäßigung mit Genugtuung begrüßt, da sie gc-eignet ist, di« Exportkraft zu stärken. Auch für die Bore kam sie noch rechtzeitig vor Ultimo, um bei der Prolongation gute Dienste zu leisten. Die Wirkung auf die Kurse selbst war indessen bescheiden, da der Beschluß der Ermäßigung zu spät bekannt geworden ist, vor allem aber auch deshalb, weil die Meldungen über die kritische Wendung im Befinden des Neichsprästdenlten Besorgnisse wegen innerer Komplikationen erweckten und deshalb die Spekulation zur Zurückhaltung veranlaßten, so daß die anfänglichen Kursbesserungen zum großen Teil wieder verloren gingen. Die polnische Dollaranleihe. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Warschau, 26, Februar. Der Finanzminister hat im Bureau des Landtages den Entwurf eines Gesetzes eingebracht, durch das die mit einer amerikanischen Finanz gruppe abgeschlossene Anleihe vom Parlanient genehmigt wird. Das Gesetz ermächtigt den Finanzmin-ster 1 kikofilm otpwyr* v°,?dVoT' * > > > Atz heule: «artenban.-lvo, i. aydn-cht««. VI. Soteulurm.Aino. I. Lichtspiele Wienkeile, VI. -psch-Nin». II. Flieger-Ain», IX. M«M 8. H# 5, {U8V| KchoHenring.Dttn«, L «ou-Bi«». UL AchSnbrnnn Ai»»», Xlll. A»«ria.»i«p. XVIL Mom 6. hi« ». MSr,r Aostriu'Kiu». V. MeidL p«rk.»i«o. XU. Naimuov.At«,«, XlV. Aino Att-Mten. XVI. a 513